[Volk] Partnerschaften

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[Volk] Partnerschaften

Beitragvon Weltatlas » 21.03.2015, 18:48

Hallo Ihr,

kompliziertes Thema. Ich suche für ein Volk eine Art von Partnerschaft/Ehe ... . Ich bin schon diverse Möglichkeiten durchgegangen. Sprich, klassische Ehe, Polygamie, Vertragspartnerschaften (habe ich aber für ein anderes Volk gewählt, was recht bürokratisch ist), Fortpflanzungspartnerschaften (ebenfals bereits vergeben)... etc. aber irgendwie passt nichts davon so richtig.
Vermutlich ist es auch ein philosophisches Problem mit diesem Volk. Ihre Philosophie ist recht fatalistisch und, sie erkennen nichts als Realität an, sondern alles ist nur Projektion ihres Geistes. Das bezieht sich jedoch nicht so sehr auf Objekte, sondern eher auf Ihr Gefühlsleben, Beziehungen, Gedanken über Vergangenheit, Zukunft etc.. Ich frage mich nun, welche Art von Partnerschaft treten solche Individuen an, wenn sie doch aber bestrebt sind, die größtmögliche Wahrheit in sich selbst zu finden und selbst z.B. Liebe als Illusion "verachten".
Würden sie die ganze Partnerschaftssache dann eher rational, also als Mittel zum Zweck, um Nachkommen zu zeugen, sehen, d.h. man arrangiert einfach Partnerschaften und hält die "Liebe" dabei raus?
Ich stehe da irgendwie auf dem Schlauch... ist auch nicht ganz so mein Thema.

Noch ein paar Eckdaten:
Das Volk ist zwangsläufig kriegerisch geworden, da sie massiv von einem Feind (anderes Volk) bedroht werden. Sie sehen optisch aus, wie die Prototypkrieger, sind aber eher sanft, philosophisch und lieben gutes Essen. Sie sind sehr inteliegent und leben sehr nachhaltig und im Einklang mit der Natur.

Ich bin sehr auf Eure Beiträge gespannt.

Beste Grüße!
Nur weil man nicht alles richtig machen kann, muss man noch lange nicht alles falsch machen.
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Re: [Volk] Partnerschaften

Beitragvon Maggi1417 » 21.03.2015, 19:23

Würden sie die ganze Partnerschaftssache dann eher rational, also als Mittel zum Zweck, um Nachkommen zu zeugen, sehen, d.h. man arrangiert einfach Partnerschaften und hält die "Liebe" dabei raus?

Rein philosophisch würde das passen, aber da spielt ja auch noch ein biologischer Faktor eine Rolle. Sind das Menschen oder etwas ganz anderes? Wie funktioniert sexuelle Anziehung, Fertilität, Sexualität, Brutpflege etc. bei diesem Volk?
Und dann spielt natürlich auch die Umwelt eine Rolle. In einer lebensfeindlichen Umgebung steht vermutlich eher die klassische Versorgerbeziehung an erster Stelle, wenn das Leben aber so angenehm ist, dass dieses Volk Zeit für Philosophie und kulinarische Spitzfindigkeiten hat, dann haben sie vermutlich auch mehr Freiraum, romantischen Gefühlen nachzuhängen.
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Re: [Volk] Partnerschaften

Beitragvon Ignotus » 21.03.2015, 19:40

Hallo Weltatlas,

meine Gedanken gehen in die folgende Richtung:
Eine Partnerschaft ist hier eine vorübergehende oder dauerhafte Verbindung von Menschen, die mit einem umfassenden Nutzeffekt verbunden sind. Dieser wäre bei der sexuellen Partnerschaft, also der Partnerschaft, wie Du sie beschreibst zunächst die Zeugung/das Aufziehen von Nachkommen. Dies ist erst einmal biologisch gegeben. Zusätzlich können, je nach Ideal des Volkes, weitere Möglichkeiten wie etwa Erhalt von Vermögen, Erhalt der Sippe, Liebe etc. hinzutreten (und sich im Laufe der Geschichte des Volkes zunehmend zu einem Hauptideal entwickeln).

Die Zentriertheit der Liebe in einer Beziehung, so wie wir es kennen, ist bei uns onehin erst eine "Erfindung" der Neuzeit und bei einem Volk, welches derartige Gefühle ablehnt, nicht zu erwarten. Das heißt nicht, das Liebe zwingend ein Hindernis sein muss. Es ist beispielsweise möglich, das Liebe als etwas gesehen wird, welches die Partnerschaft erhält; wenn die Kinder hauptsächlich von ihren Eltern erzogen werden, garantiert etwa eine solche Stabilität auch die bessere Erziehung der Kinder. Je höher die Bedeutung der Liebe ist, desto geringer das Einmischen Dritter (Eltern, Staat,…) in die Beziehung und desto kleiner die durchschnittliche Familiengröße.

Außerdem kann, je nach verfügbarem "Sozialsystem", eine Ehe die Garantie für eine Versorgung sein, soll heißen, wenn zwei zusammen leben, braucht nur noch die Hälfte (oder im Falle einer Polygamie ein noch geringerer Teil) der Personen im Zweifel versorgt zu werden/ wirtschaftlich aktiv zu sein. Außerdem kann es sein, dass derartige Eheverbünde im Zweifel als juristische und soziale Einheit gesehen werden. (Man tritt vor Gericht als eine Einheit auf usw.)

Außerdem stellt sich prinzipiell die Frage, wie isoliert das Volk lebt. In Sippengemeinschaften gibt es mehr und längere Partnerschaften, sprich Scheidung ist weniger denkbar. In Einzelgängerkulturen hingegen wird es wohl mehr oder weniger auf Partnerschaften zur reinen Fortpflanzung hinauslaufen.

Ein weiterer Punkt, der bei der Frage der Stabilität der Partnerschaft eine Rolle spielt, ist die Frage, in wie weit das Volk sich selbst als Gefahr für die Natur sieht. Wenn dieser Gedanke stark ausgeprägt ist, wird es dazu führen, dass das Volk eine Überpopulation vermeiden will. Dies wiederum kann zwei unterschiedliche Folgen haben (die auch kombinierbar sind):

Erstens kann dies die Entwicklung von Verhütungsmitteln sein. Diese können derart sein, wie wir sie kennen, aber auch, je nach Setting, biologisch/natürliche Möglichkeiten, etwa eine Senkung der Fotpflanzungsfähigkeit auf "einmal im Jahr" o.Ä., wie es bei vielen Tieren der Fall ist; dies kann auch rational geschehen, indem man verbietet, an anderen, als den vorgeschriebenen Zeiten Geschlechtsverkehr zu haben.

Zweitens kann es aber auch eine Festigung der Partnerschaften zur Folge haben, sodass die Anzahl potentieller Sexualpartner gesenkt wird. Die Tendenz geht dann also zu einer lebenslangen, eher monogamen Ehe.

Wenn dadurch jedoch die Geburtenrate so stark sinkt, dass das Überleben des Volkes nicht mehr gesichert ist, kann es wiederum geschehen, dass man dadurch versucht, die wenigen noch entstehenden Kinder mit einem "optimalen Genpool" zu versorgen; man vermeidet also Verwandtenehen und Ehen von Personen mit (der selben) Erbkrankheit(en).
Gleichzeitig kann es (ins Besondere, wenn durch die kriegerischen Auseinandersetzungen die Anzahl an potentiellen Fortpflanzungspartnern gekommen ist) zu einer Lockerung der oben aufgebauten Regelungen kommen; wobei dies, je nach Zusammensetzung des Militärs auch geschlechtsspezifisch sein kann. Wenn also (wie im prototypischen Falle) viele Männer im Krieg sterben, kann es passieren, dass Polygynie erlaubt ist, also dass die verbliebenen Männer mehrere Frauen haben dürfen, der umgekehrte Fall jedoch verboten ist.
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Re: [Volk] Partnerschaften

Beitragvon DraconRa » 21.03.2015, 19:56

Wenn sie sich selbst nicht als wichtig erachten, sind sie vermutlich nicht sehr auf das einzelne Individuum fixiert. Ich würde eine Gesellschaftsstruktur wählen, die nicht auf Kleinfamilien/Partnerschaft, sondern auf Gemeinschaft aufbaut.
Kinder werden nicht von den Eltern erzogen, sondern von der Gemeinschaft. Die Mutter/Kind Bindung endet, sobald das Kind nicht mehr gesäugt werden muss. Ab da lebt es im Kinderhaus und wird von Ammen erzogen.

Sex, entweder als soziale Komponente, kreuz und quer, zum Spaß, zur Kommunikation, zur Entspannung oder, nur wenn die Frau Empfängnisbereit ist, als notwendiges Übel.
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Re: [Volk] Partnerschaften

Beitragvon Weltatlas » 23.03.2015, 23:42

Guten Abend,

@Maggi
Danke für Deine Antwort. Und, ja, Du hast Recht. Es ist ein Volk, das in einem lebensfreundlichen Land lebt. Es sind keine Menschen, aber das Volk ist menschenähnlich.

@Ignotus
Vielen Dank für Deine alles erschlagende Antwort. Ich habe daraus sehr viel für meine Geschichte ziehen können.

@ DraconRa
Ja, so sehe ich es auch. Sie werden sehr schnell die Erziehung in die Hände der Gemeinschaft und spezieller Institutionen legen.

Vielen Dank für Eure Mühe!
Nur weil man nicht alles richtig machen kann, muss man noch lange nicht alles falsch machen.
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