[SciFi] PDATE Visions - Gefährlicher Eingriff iin. Kapitel 2

[SciFi] PDATE Visions - Gefährlicher Eingriff iin. Kapitel 2

Beitragvon snoopylein90 » 30.07.2015, 13:10

Tyler

Das Tosen der Wellen im Rücken und sein Gesicht an die runzelige Rinde einer Eiche gepresst, beobachtete Tyler den Abschlussjahrgang der Mädchen, die in Zweierreihen durch den baumhohen Torbogen der Anstalt marschierten.
Ganz vorne watschelte eine kleine Brillenträgerin. Ihre Pausbacken waren tückisch, denn sie verleiteten ein Fremden zu der Annahme, diese Frau sei niedlich – aber weit gefehlt, sie war genauso streng wie die anderen Professoren an der Lehranstalt im Bezirk 385.
Bald würde sich entscheiden, welche Laufbahn er und Clarissa einschlagen würden. Wenn er die Entscheidungen treffen würde, hätte er Clarissa einen Job in der Kindererziehung nahegelegt, aber Madam Sournir und die anderen Professoren waren da sicher anderer Meinung.
Als würde Clarissa sein Gedankenspiel bekräftigen wollen, stolperte die brünette Teenagerin genau in diesem Moment aus der Reihe und ging zu Boden. Sie klopfte sich den Dreck aus den weißen Kniestrümpfen. Währenddessen versuchte sie mit den Klassenkameradinnen Schritt zu halten, die unbeirrt weiter marschierten. Zu spät, denn die Lehrerin hatte den Patzer bereits bemerkt.
Tyler wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Oh, oh! Er wusste genau was nun folgen würde. Madam holte tief Luft und setzte zu einer ihrer Berüchtigten Predigten an, die selbst Hartgesottene nur mit Watte in den Ohren ertrug.
Nur mühsam konnte er sich das Grinsen verkneifen und versagte dann doch.
Clarissa, Clarissa … was trägst du in dir? Nicht einmal ich habe diesen Vortrag so oft mitanhören müssen.
Diese Leistung bewunderte er wirklich, denn er hatte das Gefühl die Wunderkinder der Nation Erde würden mehr von emotionslosen Robotern erzogen, als von Menschen aus Fleisch und Blut.
Selbst bei den abgefahrensten Ideen hatte er es nur zu einem Augenzucken oder Aufstöhnen bei Madam Sournir geschafft.
Die meisten Schüler an dieser Lehranstalt übernahmen das starre Verhalten der Professoren, wie von ihnen verlangt. Ja nicht aus dem System ausbrechen, lautete die Devise. Denn nur Exoten stören das funktionierende Programm.
Eine dieser Exoten war eindeutig Clarissa, das Mädchen, das zum Unmut der Roboterlehrer, die fehlende emotionale Abgestumpftheit mit einer großen Portion Tollpatschigkeit aufwog.
Dabei war er zunächst der Tollpatsch gewesen, der aus der stürmischen See gefischt werden musste. Es war eine seiner Visionen, die ihn mitten auf einem Bootsausflug übermannt hatte. Wie ein Stein war er in die tosenden Wellen gefallen und hätte Clarissa nicht sofort reagiert, wäre er sicher ertrunken.
Der Gedanke qualvoll zu ertrinken trieb ihn regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn, aber es gab noch etwas, dass ihn seitdem beschäftigte. Sein Tod wäre einzig als durchgestrichener Name in den Schülerlisten präsent gewesen. Selbst die Erinnerungen an die geistreichen Streiche an die er den Lehrern gespielt hatte, würden nach wenigen Wochen in Vergessenheit geraten.
Er rieb die aufgestellten Haare auf seiner sonnengebräunten Haut glatt und vertrieb diesen düsteren Gedanken aus seinem Kopf.
Als sich die Professorin endlich von Clarissa abwandte und durch das Eingangstor in die Gärten der Lehranstalt einbog, ergriff Tyler die Chance und preschte zu seiner besten Freundin, die mit hängenden Schultern hinter den Schülerinnen her stapfte.
Hastig hielt er ihr den Mund zu und zog sie dabei hinter den nächsten Baum. »Psst«, zischte er und löste seinen Griff.
»Willst du, dass ich einen Herzkasper bekomme?« Sie schlug mit ihren zierlichen Fäusten gegen seine Brust. »Du weißt wie schreckhaft ich bin.«
»Ich dachte mir, du brauchst vielleicht ein bisschen Aufmunterung nach der Predigt von unserem Hausdrachen.«
Clarissa hob die, wie Tyler sie nannte, kritische Augenbraue. »Ich bin wirklich nicht in Stimmung für Dummheiten!« Vom Boden hob sie einen Kieselstein auf und schleuderte ihn den Hang hinab. »Mr. Blackwood macht mit den Vorschülern einen Ausflug zu den Geysiren. Das bedeutet den ganzen Tag Unterricht bei Madam Sournir.«
Tyler setzte sein schönstes Lächeln auf. »Genau das wollte ich gerade ändern.«
»Was hast du diesmal vor?«, fragte Clarissa mit verschränkten Armen.
»Ich habe eine Höhle an den Felswänden entdeckt. Da findet uns niemand, versprochen.« Seine Hand schnellte zur Pyramide, die schwarz auf seinem Poloshirt prangte. In ihrer Mitte barg sie einen granatroten Stern, der dank Permanentmarker, jeden den Tyler begegnete anzwinkerte.
Als Clarissa sein neustes Kunstwerk bemerkte schüttelte sie den Kopf. »Wie oft willst du die Wäscherinnen noch auf die Probe stellen?«
Ohne darauf einzugehen imitierte er den starren Blick, den die Schüler stets bei den jährlichen Vereidigungen aufsetzen mussten. Dann brach das Lachen aus ihm heraus und verleitete auch Clarissas Mundwinkel zum Zucken.
Sie schien immer noch nicht ganz überzeugt, denn sie knabberte an ihrer Unterlippe und ihr Blick ging immer wieder zu den granatroten Röcken der Absolventinnen, die rhythmisch hin und her wippten.
Er umfasste ihr Kinn und dreht es sanft in seine Richtung. »Ich muss dir etwas Wichtiges zeigen.«
»Was kann so wichtig sein?«
»Vertrau mir«, flüsterte er und rieb sich verheißungsvoll die Finger. »Es wird dich umhauen.«
»Wenn Madam Sournir mein Verschwinden bemerkt, bin ich erledigt. Du weißt, dass ich ohnehin die schlechteste in Telekinese bin.«
Behutsam umschlang er ihre zarten Schultern. »Genau deshalb werden wir den ganzen restlichen Juni auch in der Höhle üben. Aber zuerst werde ich dir meine Entdeckung zeigen.«
Sie befreite sich aus der Umarmung. » Bei mir ist ohnehin jede Anstrengung umsonst, wie Madam Sournir immer wieder beteuert.«
Innerlich kochte er, wenn er solche abwertenden Sätze über seine Lebensretterin hörte. »Glaub den Quatsch nicht.« Zunächst hatte er wie alle anderen auf dieser Insel geglaubt, dass diese Gefühle in seinem Inneren eine Laune der Natur war. Doch dann war er in diesen Keller gestiegen. Was dort über Jahrzehnte in Kartons gelegen war, seine Hoffnung, die seit einigen Jahren in ihm schlummerte geweckt. Es gab noch mehr solcher Menschen, wie Clarissa und Ihm. Menschen in denen manchmal ein Feuer brannte oder eine tiefe Schlucht die jeden schönen Gedanken versenkte. Und auch Clarissa würde endlich wissen, dass sie nicht die einzigen waren, die Gefühle zeigten.
»Woher willst du das denn wissen?«, fauchte Clarissa und fuhr sich durch die schulterlangen Locken. »Du bist ein Visionär, der sich hervorragend mit Zukunftsvisionen auskennt, aber von Telekinese hast du keine Ahnung.«
Wie immer wenn Clarissa so deprimiert war, legte er seine Stirn an ihre und schaute tief in ihre treuen Rehaugen. »Ich weiß das du es kannst, schließlich schlummert die DNA deines Erzeugers irgendwo da drinnen.« Mit seinem Finger stupste er an ihre niedliche Nasenspitze. »Sie muss nur ein bisschen wachgerüttelt werden von Tyler dem Schulfeind Nummer eins.«
Clarissas Blick hetzte zum Tor, wo der letzte Faltenrock verschwand. »In Ordnung, lass uns klettern gehen.« Kopfschüttelnd rauschte sie an ihm vorbei, während sie ihre Locken mit einem Haargummi bändigte. »Ich fasse es einfach nicht, dass du mich immer wieder zu solchen Sachen überredest!«
»Es ist nur zu deinem Besten«, witzelte er und stapfte auf die schroffe Felswand zu, die sich vor ihnen aufbaute.

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Re: Visions - Gefährlicher Eingriff in die Natur Kapitel 2

Beitragvon Tulipina » 31.07.2015, 13:48

Hallo,
gleich mal vorne weg:
ich habe es gerne gelesen und warte auf mehr!

Aber jetzt: Ärmel hoch, ich schreib meinen Senf dazu :P


Ganz vorne watschelte eine kleine Brillenträgerin. Ihre Pausbacken waren tückisch, denn sie verleiteten eineinen Fremden Fremden zu der Annahme, diese Frau sei niedlich – aber weit gefehlt, sie war genauso streng wie die anderen Professoren an der Lehranstalt im Bezirk 385.

Tyler leckte sich über seine Lippen. Madam Sournir ist heute wieder bestens gelaunt. Ihre Augen waren zu Schlitzen verengt und durch ihre geschürzten Lippen rieselte ein Spuckeregen auf die zierliche Schülerin herab.Hier habe ich dir Wiederholungen gekennzeichnet. Diese Sätze kannst du sicher umschreiben. Nun noch eine Bitte: Zeig mir die Reaktion von Clarissa

Diese Leistung bewunderte er wirklich, denn er hatte das GefühlKomma die Wunderkinder der Nation Erde würden von Robotern erzogen werden.werden kann hier weg. "Würden", "Werden" wiederholt sich. Oder ganz anders: er wurde das Gefühl nicht los, das die Lehrer hier menschenähnliche Roboter waren. Z.B. Das fände ich glatter.


Eine davon war eindeutig Clarissa, das Mädchen, dasKomma zum Unmut der Roboterlehrer, die fehlende emotionale Abgestumpftheit mit einer großen Portion Tollpatschigkeit aufwog.

Dabei war er es doch gewesen, Dabei war er zunächst der Tolpatsch gewesen
der aus der stürmischen See gefischt werden musste, als er mitten auf einem Bootsausflug von einer Vision übermannt wurde und rücklings in die tosenden Wellen gestürzt war. Hätte Clarissa nicht sofort reagiert, wäre er sicher ertrunken.Das finde ich gut. Es erklärt, woher sie sich kennen. Es zeigt auch, dass Clarissa nicht nur ein kleiner Tolpatsch ist, sie hat flotte Reflexe und kann beherzt zupacken. Sympatisches Mädel :girl:

Das Schlimmste für ihn wäre jedoch daran gewesen, dass sein Tod nur als durchgestrichener Name in den Schülerlisten präsent gewesen wäre.Äh, an meinem Tod würde mich noch viel mehr als das stören...
Jetzt kommen einige Wiederholungen. Ich schreib mal nur "Seiner" auf. Anschließend kommen dannein paar "Ihr".

Blitzschnell hielt er ihr Mund und Augen zu. Dabei zog er sie hinter den nächsten BaumDas check ich nicht. Kann man gleichzeitig jemanden Mund und Augen - wieso die Augen? - zuhalten und hinter einen Baum ziehen?
Du weißtKomma, oder umschreiben zu einem entrüsteten "Du weißt, ich bin schreckhaft! wie schreckhaft ich bin.

Seine Hand schnellte zum Logo, das schwarz auf seinem WiederholungPoloshirt prangte Eine Hand schnellte zu dem Logo auf seinem Poloshirt.
Dennoch war sie nicht ganz überzeugt, denn sie knabberte an ihrer Unterlippe und ihr Blick ging immer wieder zu den granatroten Röcken der Absolventinnen, die rhythmisch hin und her wipptenHier finde ich, dass du den Satz in zwei,drei sätze aufteilen kannst. An dieser Stelle frage ich mich, wieso die Röcke wippen. Tanzen sie? Zeig es mir :mrgreen:

Clarissa hob die, wie Tyler sie nannte, kritische Augenbraue. »Was kann so wichtig sein?«Das find ich gut, es zeigt mir, dass sie miteinander vertraut sind. Er kennt ihre Angewohnheiten

Innerlich kochte er, wenn er solche abwertenden Sätze über seine Lebensretterin hörte. Zunächst hatte erKomma wie alle anderen auf dieser InselKomma geglaubt, dass mit Kindern, dieses Komma würde ich weglassen wie ihm und ClarissaKomma .... und hier hinsetzt etwas nicht stimmen würde, doch sein gestriger Fund hatte eine Hoffnung, die seit einigen Jahren in ihm schlummerteKomma geweckt. Und"Und" kann weg. auch Clarissa würde endlich wissen, dass sie nicht die einzigen waren, die Gefühle zeigten. »Ach glaub den Quatsch nicht.«

Wie immerKomma wenn Clarissa so deprimiert war, legte er seine Stirn an ihre und schaute tief in ihre olivgrünen Augen. »Ich weißKomma das dass du es kannst, schließlich schlummert die DNA deines Erzeugers in irgendwo da drinnen.«Das empfinde ich als etwa unglücklich ausgedrückt. Wie wäre es mit: Schließlich schlummert die DNA deines Erzeugers in dir.

Mit seinem Finger stupste er an ihre süßehm, süß würde ich jetzt nicht schreiben. Bonbons sind süß, er kann aie als süß bezeichnen. Aber so... ich finde, es passt nicht. Nasenspitze. »Sie muss nur ein bisschen wachgerüttelt werdenPunkt von TylerKomma dem Schulfeind Nummer eins.«

Clarissas Blick hetzte zum Tor das passt, gingen mir genauso. Dann traf sie eine Entscheidung. Wider besseren Wissens , oder so.

Deinen Text finde ich inhaltlich gelungen.
Ich bekomme Informationen zu Tyler und Clarissa und ich werde neugierig :Was hat es mit der Lehranstalt auf sich, weshalb sind die Professoren so seltsam, was hat Tyler herausgefunden? Zu Clarissa und Tyler habe ich ein Bild im Kopf.

Wie du siehst, habe ich dir ein paar Kommas eingearbeitet.
Du magst Bandwurmsätze,hm? Für einen besseren Lesefluss versuch mal, daraus ein oder zwei Sätze zu machen.

Wiederholungen zu vermeiden finde ich selber schwierig. Es kann helfen, sie sich farbig zu markieren. Da kann so ein Text auch mal bunt werden :lol:
Nun warte ich auf den nächsten Teil.
LG
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Re: [SciFi] PDATE Visions - Gefährlicher Eingriff iin. Kapit

Beitragvon MrsMurphy » 10.08.2015, 11:31

Hallo,

ich habe nun nur die Update-Version hiervon gelesen. Die Geschichte macht Lust auf mehr! Mich hast du jedenfalls neugierig gemacht, was es mit all dem auf sich hat.

Das Tosen der Wellen im Rücken und sein Gesicht an die runzelige Rinde einer Eiche gepresst, beobachtete Tyler den Abschlussjahrgang der Mädchen, die in Zweierreihen durch den baumhohen Torbogen der Anstalt marschierten.

Es ist etwas kleinlich, aber presst er vielleicht eher seine Wange an die Eiche? Ich habe sonst das Bild im Kopf, wie er frontal vor dem Baum steht und ihn umarmt. ;)
Ganz vorne watschelte eine kleine Brillenträgerin. Ihre Pausbacken waren tückisch, denn sie verleiteten ein Fremden zu der Annahme, diese Frau sei niedlich – aber weit gefehlt, sie war genauso streng wie die anderen Professoren an der Lehranstalt im Bezirk 385.

Aus irgendeinem Grund gefallen mir die tückischen Pausbacken sehr!
Tyler wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Oh, oh! Er wusste genau was nun folgen würde. Madam holte tief Luft und setzte zu einer ihrer berüchtigten Predigten an, die selbst Hartgesottene nur mit Watte in den Ohren ertrugen.

Nur mühsam konnte er sich das Grinsen verkneifen und versagte dann doch.

Also konnte er es sich eben nicht verkneifen? Vielleicht eher "Er bemühte sich, das Grinsen zu unterdrücken, das sich auf seinem Gesicht ausbreiten wollte, doch es gelang ihm nicht."
Clarissa, Clarissa … was trägst du in dir? Nicht einmal ich habe diesen Vortrag so oft mitanhören müssen.

Das mag ich, wie durch Tylers Gedanken herausgestellt wird, dass Clarissa etwas besonderes an sich hat. Nur das "mitanhören" stört mich etwas. Wenn die Vorträge früher an ihn gerichtet waren, reicht doch einfach "anhören"?
Eine dieser Exoten war eindeutig Clarissa, das Mädchen, das zum Unmut der Roboterlehrer, kein Komma die fehlende emotionale Abgestumpftheit mit einer großen Portion Tollpatschigkeit aufwog.

Dabei war er zunächst der Tollpatsch gewesen, der aus der stürmischen See gefischt werden musste. Es war eine seiner Visionen, die ihn mitten auf einem Bootsausflug übermannt hatte. Wie ein Stein war er in die tosenden Wellen gefallen und hätte Clarissa nicht sofort reagiert, wäre er sicher ertrunken.

Mag ich! Jetzt bin ich wirklich neugierig, was für Visionen das sind.
Der Gedanke qualvoll zu ertrinken trieb ihm regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn, aber es gab noch etwas, dass ihn seitdem beschäftigte. Sein Tod wäre einzig als durchgestrichener Name in den Schülerlisten präsent gewesen. Selbst die Erinnerungen an die geistreichen Streiche an (das "an" ist hier zuviel, oder? Dafür ein Komma.) die er den Lehrern gespielt hatte, würden nach wenigen Wochen in Vergessenheit geraten.

Clarissa hob die, wie Tyler sie nannte, kritische Augenbraue. »Ich bin wirklich nicht in Stimmung für Dummheiten!« Vom Boden hob sie einen Kieselstein auf und schleuderte ihn den Hang hinab. »Mr. Blackwood macht mit den Vorschülern einen Ausflug zu den Geysiren. Das bedeutet den ganzen Tag Unterricht bei Madam Sournir.«

Ist es wichtig, dass der Kieselstein vom Boden aufgehoben wird? Das versteht sich ja eigentlich von selbst. Ich würde es bei "Sie hob einen Kieselstein auf und..." belassen.
»Ich habe eine Höhle an den Felswänden entdeckt. Da findet uns niemand, versprochen.« Seine Hand schnellte zur Pyramide, die schwarz auf seinem Poloshirt prangte. In ihrer Mitte barg sie einen granatroten Stern, der dank Permanentmarker, kein Komma jeden Komma dem Tyler begegnete Komma anzwinkerte.
Als Clarissa sein neustes Kunstwerk bemerkte Komma schüttelte sie den Kopf. »Wie oft willst du die Wäscherinnen noch auf die Probe stellen?«

Sie schien immer noch nicht ganz überzeugt, denn sie knabberte an ihrer Unterlippe und ihr Blick ging immer wieder zu den granatroten Röcken der Absolventinnen, die rhythmisch hin und her wippten.

Das Bild gefällt mir an sich, allerdings musste ich beim ersten Lesen kurz überlegen, warum die Röcke wippen ;) Vielleicht "...die im Takt ihrer Schritte hin und her wippten.", um es deutlicher zu machen?
Innerlich kochte er, wenn er solche abwertenden Sätze über seine Lebensretterin hörte. »Glaub den Quatsch nicht.« Zunächst hatte er wie alle anderen auf dieser Insel geglaubt, dass diese Gefühle in seinem Inneren eine Laune der Natur waren. Doch dann war er in diesen Keller gestiegen. Was dort über Jahrzehnte in Kartons gelegen war, hatte seine Hoffnung, die seit einigen Jahren in ihm schlummerte Komma geweckt. Es gab noch mehr solcher Menschen, kein Komma wie Clarissa und ihn. Menschen Komma in denen manchmal ein Feuer brannte oder eine tiefe Schlucht Komma die jeden schönen Gedanken versenkte. Und auch Clarissa würde endlich wissen, dass sie nicht die einzigen waren, die Gefühle zeigten.

Ah, dieser Hinweis gefällt mir. Warum sind denn nun alle auf der Insel so emotionslos? Ich bin gespannt! Die tiefe Schlucht finde ich als Bild wirklich gut. Nur: Versenkt die Schlucht jeden schönen Gedanken oder versinken sie darin? Eher "eine tiefe Schlucht, in der jeder schöne Gedanke versank".
»Es ist nur zu deinem Besten«, witzelte er und stapfte auf die schroffe Felswand zu, die sich vor ihnen aufbaute.

Bei "aufbaute" habe ich die Assoziation, dass die Felswand sich erst gerade in diesem Moment dort aufbaut, aber ich nehme stark an, dass sie schon die ganze Zeit da war. Mir würde "...die vor ihnen aufragte" o.ä. besser gefallen.

Ich freue mich darauf, weiterlesen zu können, denn die Idee und den Einstieg in die bisherige Geschichte finde ich gelungen. Man kann sich direkt ein Bild von der Beziehung zwischen Tyler und Clarissa machen und ich hatte nicht das Gefühl, hier monologisiert ein Charakter extra für mich, um mir den Hintergrund zu erklären. Toll!
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Re: [SciFi] PDATE Visions - Gefährlicher Eingriff iin. Kapit

Beitragvon Ojinaa » 18.09.2015, 16:09

Da stimmt was nicht. Abgesehen von Sprach-Details, die ich anmarkern würde, wenn das schon die Endversion sein sollte, gibt es ein inhaltliches Problem: Alles zeichnet das Bild einer Schule, wo Kids streng auf sehr diszipliniertes Verhalten hin erzogen werden. Nichts deutet an, dass irgendwer dabei ohne Gefühle wäre oder sein sollte – die Lehrin ist „nur" unterkühlt und die Schüler passen nur ihr Verhalten an. Auch die Sprache, die Tyler und Clarissa benutzen ist viel zu emotional dafür, dass sie von Klein auf auf gefühllos getrimmt wurden. Jaja, ich hab schon verstanden, dass die beiden Emotionen haben - aber trotzdem färbt so eine Erziehung stark ab.

Auch eine Frag in dem Zusammenhang: Wenn es so massiv kontrollierend in der Schule zugeht – wieso ist Tyler unbeaufsichtigt draußen? Warum kann sich Clarissa einfach ausklingen? "Verfolgung von Ausklinkern" scheint es nicht zu geben - keiner der beiden fürchtet, entdeckt oder/und nach der Rückkehr bestraft zu werden.


Sprachdetails:


Das Tosen der Wellen im Rücken und sein Gesicht an die runzelige Rinde einer Eiche gepresst, beobachtete Tyler den Abschlussjahrgang der Mädchen, die in Zweierreihen durch den baumhohen Torbogen der Anstalt marschierten.

Ich bin auch über „Gesicht an der Rinde" gestolpert. Außerdem: Warum bitte presst er Geishct/Wange an den Baum?
Der Satz ist meiner Meinung nach überladen. Wenigstens das mit der "runzligen Rinde" würde ich streichen – weil der Stabreim zu aufgesetzt wirkt und weil "runzlig" (= voller Falten) nicht das richtig Wort ist. Auch das baumhoch" ist ein überflüssiges Dekor. Dafür ist interessanterweise das "Wellen" zu bildlos. Geht es um ein Meer? Einen großen See? Um einen Fluss mit Stromschnellen?
Er beobachtet den Jahrgang? Er beobachtet die Mädchen des Jahrgangs.

Ganz vorne watschelte eine kleine Brillenträgerin. Ihre Pausbacken waren tückisch, denn sie verleiteten ein Fremden zu der Annahme, diese Frau sei niedlich – aber weit gefehlt, sie war genauso streng wie die anderen Professoren an der Lehranstalt im Bezirk 385.

Irritierender Wechsel: Bei "Mädchen" von eben dem "klein" jetzt denkt man unwillkürlich, dass dieses Kleine eine der Mädchen ist – man malt sich das Bild eines pausbäckigen aber bösartigen Mädchens (vielleicht die Klassensprecherin?). Dann ist es plötzlich eine Frau. Und dann sogar eine Professorin.

Bald würde sich entscheiden, welche Laufbahn er und Clarissa einschlagen würden.

Das ist nichts Besonderes, das ist fast immer so, wenn die Schule endet. Du meinst es auch offenbar nicht so, nicht "sich entscheiden", sondern "XY würde entscheiden" (ein Gremium vielleicht oder eine Person).

Wenn er die Entscheidungen treffen würde, hätte er Clarissa einen Job in der Kindererziehung nahegelegt, aber Madam Sournir und die anderen Professoren waren da sicher anderer Meinung.

Versteh ich das richtig, dass XY entscheidet? Das hat dann aber eher nichts mit nahelegen zu tun. Selbst wenn XY das so nennt - Tyler würde es nicht so nennen.

Als würde Clarissa sein Gedankenspiel bekräftigen wollen, stolperte die brünette Teenagerin genau in diesem Moment aus der Reihe und ging zu Boden.

Was hat "Job in der Kinderziehung" und/oder "XY sagt sicher nichts von Kindererziehung" mit "aus der Reihe stolpern" zu tun? Oder meinst du "zu Boden gehen" hat damit zu tun? Was?

Sie klopfte sich den Dreck aus den weißen Kniestrümpfen. Währenddessen versuchte sie mit den Klassenkameradinnen Schritt zu halten, die unbeirrt weiter marschierten. Zu spät, denn die Lehrerin hatte den Patzer bereits bemerkt.

„Dreck“ passt stilistisch nicht zum Umfeld. "aus den Stümpfen"? "Von", oder?
Bevor sie Schritt halten kann, muss sie erstmal wieder aufschließen und sich einreihen. Und: Wenn sie das versucht, ist es doof von ihr, sich um die Strümpfe zu kümmern; als erste sollte sie sich um Rock und Bluse sorgen und erst, wenn sie wieder in der Reihe ist, um die Strümpfe.
Was ist zu spät?

Tyler wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Oh, oh! Er wusste genau was nun folgen würde.

Komma nach "genau"

Madam holte tief Luft und setzte zu einer ihrer Berüchtigten Predigten an, die selbst Hartgesottene nur mit Watte in den Ohren ertrug.

berüchtigten, ertrugen

Nur mühsam konnte er sich das Grinsen verkneifen und versagte dann doch.

Er versagte wobei? Sag nicht "beim Grinsen verkneifen", denn das schafft er - wenn auch nur mühsam.

Clarissa, Clarissa … was trägst du in dir? Nicht einmal ich habe diesen Vortrag so oft mitanhören müssen.

„Was trägst du in dir“?? Was soll das heißen?
Was hat "in Clarissa" damit zu tun, dass Tyler so oft in der Nähe war, wenn Madam den Vortag hielt? Was soll das überhaupt aussagen? Es ist jedenfalls nicht dasselbe wie "so oft anhören" …

Diese Leistung bewunderte er wirklich, denn er hatte das Gefühl die Wunderkinder der Nation Erde würden mehr von emotionslosen Robotern erzogen, als von Menschen aus Fleisch und Blut.

Komma nach "Gefühl"
Was für eine Leistung? Dass Clarissa was in sich hat? Dass er die Predigt so oft hören musste? Und: Wenn es „menschliche Menschen" wären, würde er die Leistung (welche auch immer) nicht bewundern? Wieso?


Selbst bei den abgefahrensten Ideen hatte er es nur zu einem Augenzucken oder Aufstöhnen bei Madam Sournir geschafft.

Augenzucken? Was meinst du damit?
Merkwürdig formuliert. Wer hatte die Ideen, bei denen er versuchte, bei Madam (in ihrem Unterricht?) mehr als zu stöhnen oder mit den Augen zu zucken? Ich ahne, was du meinst: Selbst seine abgefahrensten Ideen entlockten Madam nicht mehr als ein kurzes Aufstöhnen oder ein missbilligendes Sirnrunzeln.
„er schafft es zu" ist sematisch falsch

Die meisten Schüler an dieser Lehranstalt übernahmen das starre Verhalten der Professoren, wie von ihnen verlangt. Ja nicht aus dem System ausbrechen, lautete die Devise. Denn nur Exoten stören das funktionierende Programm.

… also ganz deutlich nicht alle – Tyler und Clarissa sind nicht wirklich Exoten.
Naja ein "nichtfunktionierendes Programm" zu stören, wäre auch sinnfrei. Und: Wieso "nur Exoten"? Warum nicht auch gut getarnte Saboteure? Oder Quertreiber, die ansonsten aber ganz normal sind?

Eine dieser Exoten war eindeutig Clarissa, das Mädchen, das zum Unmut der Roboterlehrer, die fehlende emotionale Abgestumpftheit mit einer großen Portion Tollpatschigkeit aufwog.

Komma nach Roboterlehrer ist zu viel.
„Unmut“ ok, aber „aufwog"? Das ergibt keinen Sinn - egal wie "schön literarisch" das auf den ersten Blick klingen mag.

Dabei war er zunächst der Tollpatsch gewesen, der aus der stürmischen See gefischt werden musste. Es war eine seiner Visionen, die ihn mitten auf einem Bootsausflug übermannt hatte. Wie ein Stein war er in die tosenden Wellen gefallen und hätte Clarissa nicht sofort reagiert, wäre er sicher ertrunken.

Moooment! Also: Er war zuerst der Tollpatsch gewesen, jetzt ist er nicht mehr, dafür ist es Clarissa. Ok. Er war zuerst der Tollpatsch, der aus der See gerettet werden musste, jetzt ist er es nicht mehr. Natürlich nicht, er wird ja nicht ständig in der See rumdümpeln – als er gerettet worden war, war das vorbei. Wieso erzählst du so eine Banalität? Und dann: Das ist gar nicht wirklich passiert, das war nur eine Vision? Dann war er gar nicht zuerst der Tollpatsch, das wird ja erst noch passieren. Oder ist es inzwischen schon passiert?


Der Gedanke qualvoll zu ertrinken trieb ihn regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn, aber es gab noch etwas, dass ihn seitdem beschäftigte. Sein Tod wäre einzig als durchgestrichener Name in den Schülerlisten präsent gewesen. Selbst die Erinnerungen an die geistreichen Streiche an die er den Lehrern gespielt hatte, würden nach wenigen Wochen in Vergessenheit geraten.

Komma nach "Gedanke" und "ertrinken" sowie nach "Streiche"
das / "an" zu viel
Zeitfehler: Entweder „wäre präsent" und "würden geraten" oder "wäre präsent gewesen" und "wären geraten“
Wie kommt er denn zu dem Gedanken?? Und: Was glaubt er, müsste da mehr bleiben?


Er rieb die aufgestellten Haare auf seiner sonnengebräunten Haut glatt und vertrieb diesen düsteren Gedanken aus seinem Kopf.

An der Stelle: Solche eingestreuten optischen Merkmale (wie oben auch das mit den brünett) sind zwar besser als ein Riemen von "so sieht XY aus" – es wirkt aber trotzdem krampfig, weil man sich automatisch fragt, wofür das an dieser Stelle von Bedeutung ist. Wäre irgendwas an dieser Szene anders, wäre die Haut nicht sonnengebräunt?

Als sich die Professorin endlich von Clarissa abwandte und durch das Eingangstor in die Gärten der Lehranstalt einbog, ergriff Tyler die Chance und preschte zu seiner besten Freundin, die mit hängenden Schultern hinter den Schülerinnen her stapfte.

Moment! Die Mädchen kamen doch gerade aus dem Tor …

Hastig hielt er ihr den Mund zu und zog sie dabei hinter den nächsten Baum. »Psst«, zischte er und löste seinen Griff.

Wie kann man den Mund hastig zu halten? Man kann die Hand hastig auf den Mund legen …

»Willst du, dass ich einen Herzkasper bekomme?« Sie schlug mit ihren zierlichen Fäusten gegen seine Brust. »Du weißt wie schreckhaft ich bin.«

Wie oben schon gesagt: Sehr laxe Sprache dafür, dass beide schon ihre ganze Kindheit über auf "Roboter" gedrillt wurden.

Clarissa hob die, wie Tyler sie nannte, kritische Augenbraue. »Ich bin wirklich nicht in Stimmung für Dummheiten!« Vom Boden hob sie einen Kieselstein auf und schleuderte ihn den Hang hinab.

Warum betonst du den Boden so? Wofür ist das relevant?

»Mr. Blackwood macht mit den Vorschülern einen Ausflug zu den Geysiren. Das bedeutet den ganzen Tag Unterricht bei Madam Sournir.«
Tyler setzte sein schönstes Lächeln auf. »Genau das wollte ich gerade ändern.«

Wer bestemmt das?

»Was hast du diesmal vor?«, fragte Clarissa mit verschränkten Armen.
»Ich habe eine Höhle an den Felswänden entdeckt. Da findet uns niemand, versprochen.« Seine Hand schnellte zur Pyramide, die schwarz auf seinem Poloshirt prangte. In ihrer Mitte barg sie einen granatroten Stern, der dank Permanentmarker, jeden den Tyler begegnete anzwinkerte.

kein Komma nach Permanentmarler, aber eines nach "jeden" und eins nach "begegnete"
Wie kann man mittels Permanentmarker ein Bild auf einem Shirt in Bewegung versetzen??
Da ich nicht weiß, wo auf dem Shirt die Pyramide ist, muss ich raten, wo er sich hinschlägt.
Wieso "birgt" die den Stern, wie birgt sie ihn? Ist der Stern unter dem Aufdruck?


Als Clarissa sein neustes Kunstwerk bemerkte schüttelte sie den Kopf. »Wie oft willst du die Wäscherinnen noch auf die Probe stellen?«

Komma nach "bemerkte".
Welches Kunstwerk? Die Pyramide? Den Stern? Beides? Kann jedenfalls nicht groß sein, wenn sie erst jetzt bemerkt.

Ohne darauf einzugehen imitierte er den starren Blick, den die Schüler stets bei den jährlichen Vereidigungen aufsetzen mussten. Dann brach das Lachen aus ihm heraus und verleitete auch Clarissas Mundwinkel zum Zucken.

Komma nach "einzugehen".
Wieso macht er das, worauf soll das eine Reaktion sein?? Und warum müssen die diesen Blick bei den Vereidigungen aufsetzen, warum sonst nicht?
Nicht zu verkünstelt werden: Clarissa wird verleitet, nicht ihre Mundwinkel. Und: Mundwinkel können in alle möglichen Richtungen zucken – das Bild sagt also gar nichts.

Sie schien immer noch nicht ganz überzeugt, denn sie knabberte an ihrer Unterlippe und ihr Blick ging immer wieder zu den granatroten Röcken der Absolventinnen, die rhythmisch hin und her wippten.

Überzeugt wovon?
Die Schülerinnen sind noch zu sehen, also sind auch T&G noch im Blickfeld der Gruppe. Aber sie verstecken sich nicht. Und: Ok, G lief ganz hinten, aber inzwischen sollte jemand gemerkt haben, dass das Trampel nichtmehr hinter trampelt.

Er umfasste ihr Kinn und dreht es sanft in seine Richtung. »Ich muss dir etwas Wichtiges zeigen.«
»Was kann so wichtig sein?«
»Vertrau mir«, flüsterte er und rieb sich verheißungsvoll die Finger. »Es wird dich umhauen.«

Ich habe nicht die geringste Vorstellung, wie ich mir das vorstellen soll. Weder – wie hier – mit seinen Fingern an ihrem Kinn, noch für den Fall, dass er schon losgelassen haben sollte.

»Wenn Madam Sournir mein Verschwinden bemerkt, bin ich erledigt. Du weißt, dass ich ohnehin die schlechteste in Telekinese bin.«

groß!

Behutsam umschlang er ihre zarten Schultern. »Genau deshalb werden wir den ganzen restlichen Juni auch in der Höhle üben. Aber zuerst werde ich dir meine Entdeckung zeigen.«

Klingt sehr kitschig.

Sie befreite sich aus der Umarmung. » Bei mir ist ohnehin jede Anstrengung umsonst, wie Madam Sournir immer wieder beteuert.«
Innerlich kochte er, wenn er solche abwertenden Sätze über seine Lebensretterin hörte.

Willst du damit sagen, dass er auch jetzt kochte? Dann sag es doch! … er, wie immer, wenn er …
Ziemlich radikaler Stimmungswechsel.

»Glaub den Quatsch nicht.« Zunächst hatte er wie alle anderen auf dieser Insel geglaubt, dass diese Gefühle in seinem Inneren eine Laune der Natur war.

Ausrufezeichen nach "nicht" / waren
Dafür, dass er innerlich kocht, ist er erstaunlich ruhig.
Natürlich "Gefühle im Innern", wo denn sonst ;)
Was um alles in der Welt hat das ("Abwertung der Leistungsfähigkeit" und "Gefühle in Innern") mitander zu tun?
Und wieso dachte er sowas? Und wieso dachten es "alle anderen", woher wussten sie überhaupt davon? Und: Wenn offenbar alle "unterkühlt" sind auf der Insel – wieso findet Tyler das Verhalten der Lehrkräfte roboterhaft (es verhalten sich doch praktisch alle so)?

Doch dann war er in diesen Keller gestiegen. Was dort über Jahrzehnte in Kartons gelegen war, seine Hoffnung, die seit einigen Jahren in ihm schlummerte geweckt.

"gelegen hatte"
Was ist mit dem, was da gelegen hatte?
Komma nach "schlummerte"
Die Schlafanalogie funktioniert hier so nicht, beides sind feststehende Redewendungen: Eine Hoffnung wecken, heißt, sie „erzeugen“. Wenn sie schlummert, ist sie schon da, kann also nicht geweckt (=erzeugt) werden.

Es gab noch mehr solcher Menschen, wie Clarissa und Ihm.

ohne Komma / ihn

Menschen in denen manchmal ein Feuer brannte oder eine tiefe Schlucht die jeden schönen Gedanken versenkte.

Komma nach "Menschen" und "Schlucht"
Schluchten versenken nichts
Was meinst du damit? Das ist jedenfalls was anderes als einfach nur "Emotionen im Innern" oder das Nicht-der-starren-Disziplin-Folgen.

Und auch Clarissa würde endlich wissen, dass sie nicht die einzigen waren, die Gefühle zeigten.

Und das ist nochmal was anderes …

»Woher willst du das denn wissen?«, fauchte Clarissa und fuhr sich durch die schulterlangen Locken. »Du bist ein Visionär, der sich hervorragend mit Zukunftsvisionen auskennt, aber von Telekinese hast du keine Ahnung.«

Ja, aber er (Visionär) kann in die Zukunft sehen und das sieht er, dass die Behauptung Quatsch gewesen sein wird …

Wie immer wenn Clarissa so deprimiert war, legte er seine Stirn an ihre und schaute tief in ihre treuen Rehaugen.

Komma nach "immer"
"treue Augen" sind Kitsch, "Rehaugen" auch. Zusammen: Superkitsch.

»Ich weiß das du es kannst, schließlich schlummert die DNA deines Erzeugers irgendwo da drinnen.« Mit seinem Finger stupste er an ihre niedliche Nasenspitze. »Sie muss nur ein bisschen wachgerüttelt werden von Tyler dem Schulfeind Nummer eins.«

weiß, dass
Komma nach "Tyler"
Ok, als Trost mag es gelten, aber de facto ist das DNA-Argument Quark. In mir schlummert auch die DNA meines Erzeugers und ich tu mich trotzdem schwer damit, im Stehen zu pinkeln. :wink:


Clarissas Blick hetzte zum Tor, wo der letzte Faltenrock verschwand. »In Ordnung, lass uns klettern gehen.« Kopfschüttelnd rauschte sie an ihm vorbei, während sie ihre Locken mit einem Haargummi bändigte. »Ich fasse es einfach nicht, dass du mich immer wieder zu solchen Sachen überredest!«
»Es ist nur zu deinem Besten«, witzelte er und stapfte auf die schroffe Felswand zu, die sich vor ihnen aufbaute.

Hier mal ein Wort zu den farbigen Verben: Nicht übertreiben! Wieso "hetzt" dieser eine Blick? (Was anderes ist es, wenn ein Blick hin und her hetzt.) Wieso rauscht sie? (Rauschen ist dem Zusammenhang entweder mit gaaaanz großem Tempo verbunden oder mit einer gewissen Divenhaftigkeit {da spielt es auf das Rauschen der "großen Robe" an}) Wieso stapft er? (Trägt er schwere Stiefel? Ist da Morast?)
Wieso trägt sie in einer Umgebung, die auf Zucht und Ordnung drängt, die Lockenpracht offen? Warum bändigt sie das Haar jetzt, da sie (für ein paar Minuten oder so) frei ist?
Mooment! Am Anfang war das Wasser hinter ihm, die Schule vor ihm. Rechts (oder links) sind die Gärten, also ist links (oder rechts) die Felswand. Jetzt hab ich echt ein Problem, mir vorzustellen, wie diese Felswand zum Meeresufer steht bzw. wie der Übergang aussieht. Noch mehr frage ich mich allerdings, warum er glaubt, sie seien – so nah an der Schule - dort nicht auffindbar.
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt. (Klaus Klages)
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Re: [SciFi] PDATE Visions - Gefährlicher Eingriff iin. Kapit

Beitragvon Jonas_dls » 10.10.2015, 17:42

Hier sind die Dinge, die mir beim durchlesen auffielen, (Rechtschreib/Flüchtigkeitsfehler überlese ich gerne)

snoopylein90 hat geschrieben:
Tyler

Das Tosen der Wellen im Rücken und sein Gesicht an die runzelige Rinde einer Eiche gepresst, beobachtete Tyler den Abschlussjahrgang der Mädchen, die in Zweierreihen durch den baumhohen Torbogen der Anstalt marschierten.

Wenn sein Gesich dem Baum zugewandt ist, kann er kaum etwas sehen, gepresst klingt ausserdem schmerzhaft, unfreiwillig. Ist der Verweis, dass es sich bei den Mädchen um einen Abschlussjahrgang handelt, wichtig für die Geschichte oder den Verlauf dieser Szene? Es klingt ausserdem so, als seinen Mädchen und Jungen hier im Unterricht getrennt, ist das so beabsichtigt?

snoopylein90 hat geschrieben:Ganz vorne watschelte eine kleine Brillenträgerin. Ihre Pausbacken waren tückisch, denn sie verleiteten ein Fremden zu der Annahme, diese Frau sei niedlich – aber weit gefehlt, sie war genauso streng wie die anderen Professoren an der Lehranstalt im Bezirk 385.

Dieser Absatz ist für mich etwas verwirrend. Zwar wird klar, das von einer erwachsenen gesprochen wird, aber die Beschreibung beginnt mit "kleine Brillenträgerin", was zunächst den Eindruck erweckt, es sei weiterhin von den Mädchen die Rede.
Wenn sie ihre Pausbacken(ein Ausdruck den ich klar mit Kindern verbinde) behalten soll, klingt folgendes etwas glatter "Ihr pausbackiges Gesicht täuschte, den es verleitete einen Fremden..."

snoopylein90 hat geschrieben:Bald würde sich entscheiden, welche Laufbahn er und Clarissa einschlagen würden.

Zwar Beginnt der Text(als Kapitelbüerschrift?) mit einem männlichen Vornamen, aber dennoch bin ich überrascht, vom auftauchen einer unbekannten Person, die nicht vorgestellt wird. Zusätzlich taucht daraufhin ein weiblicher Name auf, der zwar offenbar nicht zu der pausbackigen Professorin gehört, diese ist aber bisher die einzige weibliche Person, die individuell in erscheinung tritt.

snoopylein90 hat geschrieben:Als würde Clarissa sein Gedankenspiel bekräftigen wollen, stolperte die brünette Teenagerin genau in diesem Moment aus der Reihe und ging zu Boden.
Sie klopfte sich den Dreck aus den weißen Kniestrümpfen. Währenddessen versuchte sie mit den Klassenkameradinnen Schritt zu halten, die unbeirrt weiter marschierten.

Das "währenddessen" muss raus, sonst kann sie nicht zu Boden gehen und bleibt sauber.

snoopylein90 hat geschrieben:Madam holte tief Luft und setzte zu einer ihrer Berüchtigten Predigten an, die selbst Hartgesottene nur mit Watte in den Ohren ertrug.
Nur mühsam konnte er sich das Grinsen verkneifen und versagte dann doch.

Hier könnte ein Hinweis darauf stehen, dass er zu weit entfernt ist um etwas zu hören, sonst würde ich als Leser erwarten, auch etwas von der Predigt zu hören.

snoopylein90 hat geschrieben:Eine dieser Exoten war eindeutig Clarissa, das Mädchen, das zum Unmut der Roboterlehrer, die fehlende emotionale Abgestumpftheit mit einer großen Portion Tollpatschigkeit aufwog.

Beim ersten Mal wurde deutlich, dass die Charakterisierung der Lehrer als Roboter sein subjektives Empfinden wiederspiegeln, hier jedoch habe ich gestutzt und überlegt, ob es vielleicht wirklich
Roboter gibt, die auch als Lehrer eingesetzt werden. Immerhin ist das hier der Sciencefiction Bereich.
Vielleich wäre "Unmut der roboterhaften Lehrer" besser.

snoopylein90 hat geschrieben:Dabei war er zunächst der Tollpatsch gewesen, der aus der stürmischen See gefischt werden musste. Es war eine seiner Visionen, die ihn mitten auf einem Bootsausflug übermannt hatte. Wie ein Stein war er in die tosenden Wellen gefallen und hätte Clarissa nicht sofort reagiert, wäre er sicher ertrunken.

Je nach Alter empfinde ich es nicht als tollpatschig, wenn man, während man von Visionen heimgesucht und erstarrt(versteinert), aus einem schaukelnden Boot heraussfällt.

snoopylein90 hat geschrieben:Der Gedanke qualvoll zu ertrinken trieb ihn regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn, aber es gab noch etwas, dass ihn seitdem beschäftigte. Sein Tod wäre einzig als durchgestrichener Name in den Schülerlisten präsent gewesen.

Bedeutet das, es gibt keinerlei Kontakt zu eventuell noch lebenden Verwandten mehr, wenn man einmal in dieser Schule gelandet ist? Ist er vielleicht vollwaise? Wenn diese Hinweise so gemeint sind, wecken sie jedenfalls das Interesse an ihm, als Hinweis darauf, wie der Normalfall für die Schüler aussieht, ist es aber noch zu unkonkret.

snoopylein90 hat geschrieben:Sie schien immer noch nicht ganz überzeugt, denn sie knabberte an ihrer Unterlippe und ihr Blick ging immer wieder zu den granatroten Röcken der Absolventinnen, die rhythmisch hin und her wippten.

Wieder der Hinweis auf Absolventinnen, gibt es an diesem Tag die Abschlusszeugnisse, oder warum ist das wichtig? Du könntest auch von ihren Klassenkameradinnen schreiben, zumal sie vorher selbst sagte, dass normaler Unterricht ansteht.

snoopylein90 hat geschrieben:»Es wird dich umhauen.«
»Wenn Madam Sournir mein Verschwinden bemerkt, bin ich erledigt. Du weißt, dass ich ohnehin die schlechteste in Telekinese bin.«
Behutsam umschlang er ihre zarten Schultern. »Genau deshalb werden wir den ganzen restlichen Juni auch in der Höhle üben. Aber zuerst werde ich dir meine Entdeckung zeigen.«

Ich würde erst sagen, dass er in der Höhle eine Entdeckung gemacht hat und erst dann, sagen, dass diese Entdeckung sie umhauen wird.

snoopylein90 hat geschrieben:Innerlich kochte er, wenn er solche abwertenden Sätze über seine Lebensretterin hörte. »Glaub den Quatsch nicht.« Zunächst hatte er wie alle anderen auf dieser Insel geglaubt, dass diese Gefühle in seinem Inneren eine Laune der Natur war. Doch dann war er in diesen Keller gestiegen. Was dort über Jahrzehnte in Kartons gelegen war, seine Hoffnung, die seit einigen Jahren in ihm schlummerte geweckt. Es gab noch mehr solcher Menschen, wie Clarissa und Ihm. Menschen in denen manchmal ein Feuer brannte oder eine tiefe Schlucht die jeden schönen Gedanken versenkte. Und auch Clarissa würde endlich wissen, dass sie nicht die einzigen waren, die Gefühle zeigten.

Zu Beginn des Textes hieß es,
snoopylein90 hat geschrieben:Die meisten Schüler an dieser Lehranstalt übernahmen das starre Verhalten der Professoren, wie von ihnen verlangt.

Jetzt schreibst du, dass er erst vor Kurzem durch eine Entdeckung erkannt hat, dass auch andere Menschen Gefühle haben? Das passt nicht zusammen.

snoopylein90 hat geschrieben:Menschen in denen manchmal ein Feuer brannte oder eine tiefe Schlucht die jeden schönen Gedanken versenkte.

Da er diese Erkenntniss als hoffnungsvoll wahrnimmt, gehe ich davon aus, dass beides, das Feuer und die Schlucht positiv besetzt sind. Dazu passt aber nicht, dass die positiven Gedanken alle in einer tiefen Schlucht verschwinden.
Ist hier vielleicht eher ein Gegegnsatz gemeint, nach dem Motto, das Feuer repräsentiert positive Gefühle, die Schlucht dagegen saugt diese Gefühle auf und zurück bleiben roboterhafte Menschen?
Jonas_dls
 
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