Hallo Ookami!
Eine schöne, phantasievolle Geschichte, sehr (das Frauen-Unwort schlechthin) niedlich! Sprachlich finde ich sie ebenfalls gut, obwohl ich mich den Kommentatoren des ersten Teils anschließen kann, daß Du die Sätze kürzen solltest. Kürzen könnte man auch an der ein oder anderen Stelle im Inhalt (sagte die größte Niete im Kürzen…): Ich weiß, wie schwierig das ist, aber ich bin mir sicher, daß Deine Geschichte dadurch gewinnt!
Für mich ist G der Homunculus im Gehirn, der Vergessen und Erinnern der Gedanken steuert. Ich dachte erst, der schwarze See sei das Vergessen, dem selbstverständlich die meisten Erinnerungen anheimfallen, aber dann kam Wolfie und hat meine Interpretation zuerstört… Der See ist für mich immer noch das Vergessen, aber Wolfie ist die schlechte Stimmung, die sich breit macht und dafür sorgt, daß zu viele schöne Gedanken und Emotionen an uns vorüberziehen, ohne uns zu berühren (wie es einem in schlechten Phasen manchmal geht).
Ein paar Worte zum Kürzen:
Ich bin das Gegenteil eines fanatischen Ein-Satz-Fans! Ich liebe Sätze, bei denen man sich konzentrieren muß, um dem Inhalt zu folgen –– allerdings nur, wenn sie aus sinnvollem Grund lang sind. Bei Deinen Sätzen hatte ich bisweilen das Gefühl, Du hängst einfach noch einen und noch einen und noch einen Teilsatz an den Hauptsatz, was dazu führt, daß die Sätze als linear und unzusammenhängend wahrgenommen werden, statt als kompakt. Geschachtelte Sätze finde ich besonders ungeeignet, zeitliche Abläufe darzustellen: "X machte a, was Y dazu bewog, b zu tun, worauf X es sich nicht nehmen ließ, c in Angriff zu nehmen, sehr zum Ärger von Y, der mit d antwortete."
Ein kleines Beispiel (nicht so extrem wie meines) ist dieser Satz:
Als der Kopf des Monsters mit weit geöffnetem Maul wieder auf G zugeschossen kam, sprang G aus dem Boot ins Wasser, aber nicht, ohne im Flug das zweite Ruder an Wolfie’s Kopf zu zerbrechen, worauf dieser wieder für einen Moment abgelenkt war.
Außerdem erklärst Du, in meinen Augen, zu viel.
G griff nach einem der Ruder, als Wolfie auf ihn zustieß und verpasste ihm einen heftigen Schlag mit dem langen Holz, worauf die Stange laut krachte und das Ruder zwar noch am Stück, allerdings nicht mehr zu gebrauchen war, weder zum Rudern, noch um damit nach einem Monster zu schlagen.
Ist es nötig, das so umständlich zu erklären? Er legt das Ruder zur Seite, egal, ob es völlig zerborsten oder nur angeknackst ist. Ich würde den markierten Teil ganz weglassen, wenn es Dir zu viel ist, nur den
blauen.
Ein letztes Beispiel, das beide Sachverhalte verdeutlicht:
Seine Augen waren noch sehr müde und taten ihm furchtbar weh, aber in seinem Fenster sah er einen leichten Lichtschein, was sehr ungewöhnlich war, denn nachts war es im Tal nahezu stockdunkel, denn nur tagsüber schien die Sonne durch den Wirbelsturm, aber die Kraft des Mondes reichte nur soweit, dass die Wolkendecke leicht schimmerte und es daher nie ganz schwarz draußen war, aber hell wurde es bei Nacht nie.
Die Wortwiederholungen sind unschön (insbesondere eine Doppeltnennung von "aber" wirft Probleme auf), aber noch unschöner finde ich die Inhaltswiederholungen: Tagsüber ist es hell, nachts ist es dunkel, bis auf das fahle Licht, das die Gestirne verbreiten. Warum so viele Worte verlieren über diesen trivialen Sachverhalt? Ist doch bei uns genauso!
Er sprang, so gut es seine Müdigkeit zuließ, aus seinem Bett und hechtete zur Tür und blickte sofort in den Himmel.
Auch so etwas machst Du häufiger: Du schreibst "a und b und c"; ich fände "a, b und c" eleganter.
Ich glaube, wenn Du unter diesen Aspekten (nicht zu viel erklären, keine sinnlose Aneinanderreihung von Sätzen) Deine Geschichte überarbeitest, könnte sie noch schöner werden, als ich sie im Moment schon finde!
Jetzt aber zu meinen Kommentaren!
Erster Teil:Zum ersten Teil möchte ich nicht viel schreiben, da es nicht hierher gehört und ich den
zweiten, bisher unkommentierten Teil unter die Lupe nehmen möchte. Allerdings ist mir eine Ungereimtheit aufgefallen. Erst schreibst Du, die Emotion "Trauer" sei so schwer, daß G sie kaum tragen könne. Später erwähnst Du aber, daß er sie gar nicht mitnimmt…
Zweiter Teil:Er war endlich über sein Weinen und die Kraftlosigkeit eingeschlafen, als er von einem lauten Knall geweckt wurde.
Der Satz klingt seltsam: Als ob G
genau in dem Moment, in dem er einschläft, von dem Knall geweckt wird. Ich gehe aber davon aus, daß dazwischen ein paar Stunden liegen. Wäre sonst ein großer Zufall!
Da bereits im Teil davor erwähnt wird, daß er weinend einschläft, würde ich es nicht wiederholen. Ein Vorschlag meinerseits:
Kurz und rastlos war seine Ruhe gewesen, als er mitten in der Nacht von einem lauten Knall geweckt wurde.
Seine Augen waren noch sehr müde und taten ihm furchtbar weh, aber in seinem Fenster sah er einen leichten Lichtschein, was sehr ungewöhnlich war, denn nachts war es im Tal nahezu stockdunkel, denn nur tagsüber schien die Sonne durch den Wirbelsturm, aber die Kraft des Mondes reichte nur soweit, dass die Wolkendecke leicht schimmerte und es daher nie ganz schwarz draußen war, aber hell wurde es bei Nacht nie. Er sprang, so gut es seine Müdigkeit zuließ, aus seinem Bett und hechtete zur Tür und blickte sofort in den Himmel. Eine große Feuerkugel fiel langsam vom Himmel herunter und zog einen Schweif hinter sich her, dessen Farbe zwischen rot, orange und gelb variierte, alle Spektren dieser Farben vertreten, sodass es G vorkam, als glänzte der Schweif.
Diesen Satz habe ich ja bereits erwähnt. Ein Vorschlag (ich versuche übrigens, mich an den Stil der Geschichte anzupassen; hoffentlich gelingt es einigermaßen):
Müde rieb er sich die schmerzenden Augen, als er einen Lichtschein gewahrte, der durchs Fenster herein fiel. Er sprang auf, hechtete zur Tür und blickte in den Himmel. Der Mond drang nie in dieses Tal, aber seine Strahlen ließen die Wolkendecke silbrig schimmern. Das ungewöhnliche Licht rührte von einer gewaltigen Feuerkugel, die in der Luft hing und wie ein Komet einen Schweif hinter sich her zog, gelb, rot, orange schillernd; alle Spektren dieser Farben waren vertreten. Rötlicher Schein fiel auf die Berge, den Wald und den Strand. Nur der See schluckte gierig das Licht und blieb schwarz wie ehedem.
Er musste feststellen, dass der schöne Feuerball dabei war, in den schwarzen See zu fallen, doch irgendetwas in ihm sagte ihm, er müsse diesen Feuerball um jeden Preis retten!
Da seine Feststellung, der Ball falle in den See, verschieden ist von dem Gedanken, ihn retten zu müssen, würde ich zwei Sätze daraus machen.
Er erschrak, als er erkannte, dass der schöne Feuerball in den See stürzen würde. Irgendetwas sagte ihm, er müsse diesen Feuerball um jeden Preis retten!
Er darf nicht im See versinken, sagte er sich und eilte mit einer Laterne, die er schnell angezündet hatte,<- hinunter zum Strand.
Hier fehlt ein Komma, aber ich würde die ganze Laternenangelegenheit weglassen, es sei denn, sie hat später eine Bewandtnis. Aber wenn ich es recht deute, läßt er sie ohnehin am Strand neben seinem Boot stehen, und selbst wenn er sie mitnähme, würde er sie spätestens beim Sprung aus dem Boot verlieren. Also: Unnütze Information. Da der Feuerball glüht, ist für mich als Leser glaubwürdig, daß er kein separates Licht benötigt.
Dort stand ein kleines hölzernes Boot, dass G vor einiger Zeit gebaut hatte, falls er doch einmal auf den See hinaus wollte, um einen besonders schönen Gedanken zu erreichen zu können, doch bisher hatte er sich nie getraut – er hatte zu viel Angst vor den Tiefen und der Schwärze des Sees gehabt,<- doch diese Angst war wie verschwunden, er überlegte gar nicht erst, ob er einsteigen sollte, so schnell hatte er das Boot zu Wasser gelassen, war eingestiegen und hatte mit dem Rudern begonnen.
Diesen Satz würde ich an der
rot markierten Stelle teilen. Die
blau markierten Satzteile finde ich unnötig und im Textfluß hinderlich, die
hellblauen könnte man, meiner Meinung nach, auch streichen, müßte man aber nicht, und das eine
grüne habe ich hinzugefügt, um den durch das Streichen vermurksten Satzbau geradezubiegen.
Als er schon so weit hinausgerudert war, dass er bereits nicht mehr hätte stehen können, schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf und seine entschlossene Miene spiegelte nun eher einen leichten Anflug von Panik wieder – wie konnte er das vergessen?
schon = bereits = Wiederholung
Der Satz "seine entschlossene Miene spiegelte einen Anflug von Panik wider" (übrigens "widerspiegeln", nicht "wiederspiegeln") ist unlogisch: Entweder ist seine Miene entschlossen oder panisch. Mein Vorschlag (nur für den Satzteil):
seine entschlossene Miene wich einem Anflug von Panik
Und der letzte Teil ist, meines Erachtens, ein falsches Tempus: Daß er es vergessen hat, liegt in der Vergangenheit,
jetzt ist es ihm eingefallen.
Wie hatte er das vergessen können?
Auch wenn keine Fische im See schwammen, so gab es doch Leben darin, ein einziges, großes, um nicht zu sagen,<- beeindruckend großes Leben, um genau zu sein.
Die beiden blau markierten Wörter würde ich weglassen, ein Komma fehlt, und einen der beiden Satzteile "um genau zu sein" und "um nicht zu sagen" würde ich weglassen; wäre mir inhaltlich zu doppelt.
G nannte es immer Wolfie, weil es nicht so furchterregend klang, wenn er diesen Namen benutzte, anstelle des ersten Namens, den er dem Lebewesen im See zuerst gegeben hatte – großer,<- bösartiger,<- gedankenverschlingender Wurmfisch mit vielen,<- vielen scharfen Zähnen – außerdem war Wolfie kürzer.
Der "erste" Name und "zuerst finde ich doppelt.
Die Benutzung kann, meine Erachtens weg (danach müßte natürlich der Satz verändert werden, am besten mit einem "weil das nicht so furchterregend klang wie der erste…", aber es war mir zu viel, das alles in den Text zu schreiben.
Außerdem fehlen ein paar Kommata.
Bei dem ganzen Lärm, dem Feuerball, der vom Himmel gefallen war,<- und der Ekstase, in die G geraten war, hatte er den großen Wurmfisch doch glatt vergessen.
Nur ein fehlendes Komma.
Wolfie ernährte sich zwar nur von Gedanken und fraß am liebsten Emotionen und tauchte für gewöhnlich nur einmal am Tag auf […].
Aber das war kein gewöhnlicher Gedanke, es war eine Emotion und noch dazu die stärkste, die es gab – er musste sie haben, was es auch kostete.
An diesen beiden Stellen hat mich gestört, daß Du Emotionen als eine Unterform von Gedanken betrachtest. Abgesehen davon, daß ich als Psychologin der Ansicht bin, Gedanken seien von Emotionen grundverschieden, fand ich es widersprüchlich zu dem vorher geschriebenen: Du hast Emotionen bisher scharf getrennt von den Gedanken, jetzt auf einmal wirfst Du beide in einen Topf.
Wolfie ernährte sich zwar nur von Gedanken und fraß am liebsten Emotionen und tauchte für gewöhnlich nur einmal am Tag auf, aber bei diesem ganzen Trubel, den der Feuerball verursachte, das blieb Wolfie mit Sicherheit nicht verborgen und lies ihn mit noch größerer Sicherheit auch nicht kalt.
Die Formulierung "bei diesem ganzen Trubel, das blieb Wolfie nicht verborgen" klingt umgangssprachlich. Ich würde "dieser ganze Trubel blieb Wolfie mit Sicherheit nicht verborgen" schreiben.
Hier ist wieder ein Beispiel für eine "a und b und c"-Aufzählung. Vielleicht kannst Du etwas daraus machen wie "W ernährte sich nur x und fraß y, außerdem tauchte er für gewöhnlich nur einmal am Tag auf".
Das blau markierte "auch" würde ich weglassen, ist meiner Meinung nach überflüssig, und einen kleinen Tippfehler (müßte "ließ" heißen") hab ich gefunden.
Aber G war schon zu weit hinausgerudert, um noch umkehren zu können,<- und der Feuerball trieb zischend und qualmend auf der Wasseroberfläche, es war fast kein Feuer mehr da.
Hier fehlt wieder ein Komma.
Den letzten Teil des Satzes würde ich erstens durch einen Punkt abtrennen und einzeln stehenlassen, zweitens anders formulieren:
Das Feuer war fast erloschen.
G ruderte schneller, er war nur noch wenige Meter davon entfernt, als plötzlich das Wasser unruhig wurde.
Überflüssig.
Es hatte zwar zuvor Wellen geschlagen, als die Emotion in den See gestürzt war, aber die Wellen waren inzwischen abgeklungen und lediglich G’s Ruderschläge brachten noch Bewegung ins Wasser.
Das ist wieder ein Fall von zu viel Erklärung für meinen Geschmack. Die Aussage des vorhergehenden Satzes "Das Wasser wurde unruhig" reicht vollkommen. Ist doch gleichgültig, daß das Wasser vor zehn Minuten schon einmal unruhig war. Ich würde den ganzen Satz streichen.
Dann, ohne Vorwarnung,<- stieß Wolfie, der Wurmfisch, aus dem Wasser heraus, knapp neben G’s Boot.
Das mit der Vorwarnung ist, meiner Meinung nach, nicht richtig: Für mich waren die Wellen Vorwarnung genug! (Wenn Dus drin läßt, muß allerdings dahinter ein Komma.)
Statt "knapp" würde ich "dicht" schreiben. Paßt nach meinem Sprachgefühl besser.
Die daraus resultierende Welle war so heftig, dass G’s Boot beinahe gekentert wäre, doch G schaffte es gerade noch, sich im Boot zu halten.
Wieder überflüssige Information: Der Inhalt der ganzen letzten elf Wörter ist in dem einen Wörtchen "beinahe" enthalten.
Der Wurmfisch, dessen Kopf bereits fast so groß war wie das Boot, blickte G mit seinen kleinen gelben Augen an, bevor er sein kreisrundes Maul öffnete und die unzähligen messerscharfen und spitzen Zähne zeigte.
Das "bereits" klingt in meinen Ohren seltsam: Als ob der Kopf wachsen würde… Aber er war doch schon immer "fast so groß wie das Boot", oder?
Wolfie sah sich um, bis sein Blick auf die im Wasser treibende Emotion fiel. Ohne Zeit zu verlieren,<- schwamm er auf die Emotion zu und sperrte gierig sein Maul auf, um die Emotion zu verschlingen […].
Ich würde in den letzten beiden Fällen "sie" statt "Emotion" schreiben. Und ein vergessenes Komma.
Alles,<- was er sah, waren die beiden Ruder, ein Netz und ein paar kleine Steine, die er irgendwann mal im Boot liegengelassen hatte.
Sorry, ich bin so ein verdammter Komma-Freak. Das ist der einzige Teil der Rechtschreibung, in dem ich mich wirklich gut auskenne…
Er warf die Steine,<- so fest er konnte, zwei landeten im Wasser, der letzte traf Wolfie genau ins Auge,<- worauf der Wurmfisch vor Schmerz schreiend herumfuhr und direkt auf G zukam.
Diesen Satz würde ich, aus oben genanntem Grund, an der markierten Stelle in zwei Sätze teilen.
Da er keine Steine mehr hatte, warf G das Netz nach Wolfie, doch das konnte das Monster nicht lange beschäftigen,<- er warf das Netz ab und es versank in den schwarzen Tiefen des Sees, wie die Steine zuvor auch.
Hm, mir fällt gerade auf, daß meine Markierungstechnik nicht ausgereift ist… Ich hoffe, Du verstehst trotzdem, was ich sagen will. Ich versuche, mich in meinen Anmerkungen an die Reihenfolge der Markierungen im Text zu halten!
Wieder würde ich an der rot markierten Stelle einen Punkt setzen. Es sind ohnehin zwei Hauptsätze, die Du mit einem Komma verbindest.
Das "er" ist mißverständlich. Ich habe es beim ersten Lesen auf G bezogen, weil Du Wolfie zuletzt als "das Monster" ansprichst und es demnach "es" sein müßte.
Vielleicht ist "schüttelte das Netz ab" schöner als "warf es ab" –– mußt Du entscheiden.
Die Rückblende zu den Steinen finde ich überflüssig.
Er war sich nicht sicher, ob Wolfie irgendetwas verstand, von dem,<- was G von sich gab, aber es war ihm egal.
Hier müßte wieder ein Komma hin.
Außerdem würde ich statt "verstand etwas, von dem, was G von sich gab" "verstand etwas, was G von sich gab". Ist prägnanter.
G griff nach einem der Ruder, als Wolfie auf ihn zustieß,<- und verpasste ihm einen heftigen Schlag mit dem langen Holz, worauf die Stange laut krachte und das Ruder zwar noch am Stück, allerdings nicht mehr zu gebrauchen war, weder zum Rudern, noch,<- um damit nach einem Monster zu schlagen.
Den Satz hatte ich ja oben schon erwähnt. Ich würde ihn bei dem "worauf" in zwei Sätze Teilen.
Außerdem scheint mir der als-Satz verrutscht: Als Wolfie auf G zustößt –– greift G nach einem Ruder? Mir scheint, daß er ihm in dem Moment den Schlag verpaßt und schon vorher nach dem Ruder gegriffen hat…
Er warf es neben sich und schnappte sich das andere Ruder und hielt es Wolfie drohend entgegen.
Würde das erste "und" durch ein Komma ersetzen.
Dieser schüttelte seinen Kopf
Eine ganz blöde Frage (hab keine Ahnung von Fischen): Kann ein Fisch seinen Kopf schütteln? Der geht doch ohne Hals in den Körper über… In meiner Vorstellung kann er höchstens seinen Körper schütteln. Vielleicht "Er schüttelte sich"?
Dieser schüttelte seinen Kopf – der Schlag, den G ihm verpasst hatte, war ziemlich stark gewesen, dafür das G so ein kleines Kerlchen war, doch außer Schmerzen, die Wolfie prompt in Wut umwandelte, hatte der Schlag keinen Effekt gehabt.
= dass
Als der Kopf des Monsters mit weit geöffnetem Maul wieder auf G zugeschossen kam, sprang G aus dem Boot ins Wasser, aber nicht, ohne im Flug das zweite Ruder an Wolfie’s Kopf zu zerbrechen,<- worauf dieser wieder für einen Moment abgelenkt war.
Wieder eine Stelle, an dem man den Satz, meinem Gefühl nach harmonischer, beenden könnte. Ich würde den letzten Teil ganz weglassen und Wolfies Abgelenktheit in den nächsten Satz arbeiten: Statt
Diesen kurzen Moment nutzte G, um auf Wolfie’s Rücken zu klettern […].
Die Zeit, die der Schlag ihm verschafft hatte, nutzte G, um auf Wolfies Rücken zu klettern.
G riss an den langen borstenartigen Haaren, die von Wolfie’s Körper abstanden,<- und jedes mal, wenn er es schaffte, ein Haar auszureißen, schrie Wolfie wie am Spieß – G hatte Wolfie’s Schwachpunkt gefunden.
Um die Wiederholung des Wortes "reißen" zu elimieren, würde ich statt "riss" "zog" schreiben.
"Jedes mal" schreibt man nach der Neuen Rechtschreibung, glaube ich, "jedes Mal". (Keine Ahnung, ob man es auch klein schreiben darf. Nach der Alten kein Problem…)
Als G das dritte Haar ausriss, tat Wolfie etwas, dass G nicht erwartet hatte, aber mit dem er hätte rechnen müssen,<- der Wurmfisch tauchte unter.
= das
An der rot markierten Stelle würde ich einen Doppelpunkt setzen. Viele Leute mögen Doppelpunkte und Semikola nicht, ich hingegen benutze sie gerne, weil sie, meiner Meinung nach, Abwechslung in den Text bringen. Da Du Gedankenstriche setzt, dachte ich, Du seist Doppelpunkten auch nicht abgeneigt (:
Als sein Kopf ins Wasser stieß, musste sich G mit aller Kraft festhalten, um nicht weggespült zu werden,<- er schaffte es, aber als in den See eingetaucht war, sah er nichts mehr, alles um ihn herum war schwarz.
Diesen Satz würde ich wieder in zwei Teilen.
Das "aber" finde ich irgendwie fehl am Platz. Folgerichtig wäre für mich so etwas: "Er schaffte es, aber verlor dabei seinen Schuh." Daß er unten nichts sehen kann, steht in keinem Zusammenhang mit seinen Bemühungen, sich festzuhalten, also würde ich es nicht mit einem "aber" verbinden.
Ich freue mich, wenn Du neue Teile reinstellst! Es ist klar, daß die Emotion, die er sucht, eine mächtige positive ist, aber wie sie heißt und wie es sich auf G auswirkt, sie in den Händen zu halten, erwarte ich voller Spannung!
Fröhliche Weihnachten wünscht
alterego