Freddis Erdbeersuche, eine Entengeschichte Teil I

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Freddis Erdbeersuche, eine Entengeschichte Teil I

Beitragvon tomatto » 16.03.2012, 00:10

Eine grünlich braune, glitschige Alge hing an Freddis Schnabel.
„Ich bin das ekelige Schleimküken aus dem Sumpfentensumpf! QuaQuaak!“ Er lief hinter seiner großen Schwester her.
„Zu Hilfe, ich will nicht eingeschleimt werden!“ kicherte diese auf ihrer Flucht. Die Sonne guckte gerade hinter einer Wolke direkt über ihren Köpfen hervor. Die glitschige Alge war ein Stück von Freddis Algensalat, seinem Mittagessen.
„Freddi! Klara! Lauft nicht zu weit fort! Wenn du die Alge nicht essen magst, gib sie einem von deinen Geschwistern, anstatt Quatsch zu machen.“ schimpfte ihre Mama.
Freddi überlegte weiterzulaufen, als etwas Rotes, Saftiges mit grünen Punkten vor ihm landete: Patsch! Er erschrak, stolperte, und landete mit seinem Schnabel mitten in dem runden Ding. Freddi hörte einen Menschen kichern.
„Schau mal Oma, die Babyente hat Schleim auf der Nase! Igitt..hihi!“ Ein Mädchen mit einer Schale Erdbeeren in der Hand verteilte diese auf dem Boden zwischen Freddi und seinen fünf Geschwistern.
„Komm Sarah, wir müssen nachhause.“
„Tschüß Enten!“ Sarah winkte ihnen zu.
Die Oma nahm das Mädchen an der Hand und sie verschwanden hinter dem Dickicht bei den drei Eichen am Weg.
Freddi wusste noch nicht, wo er da reingeplumpst war, doch er liebte es. Der Erdbeergatsch, in dem er lag, war mit Abstand das Leckerste, was er jemals gegessen hatte. Hastig schleckte er jeden einzelnen Grashalm ab. Mama-Ente schüttelte ihren Schnabel, als er sich noch auf die Reste seiner Geschwister stürzte.
„Quak Quak...Freddi, so hab ich dich ja noch nie essen gesehen..“
Freddi war so außer Atem, dass er erst gar nicht antworten konnte. „Was war DAS leckeres?“, wollte er wissen.
„Erdbeeren, mein Schatz. Gewöhn dich nicht daran – die sind sehr selten.“
„Erdbeeren...“, Freddi spürte den süßen, frischen Geschmack, wenn er nur an das Wort dachte. Sie gingen an diesem Tag noch fünf Runden um den Teich, doch er wollte nichts anderes mehr fressen, um den Geschmack nicht zu verlieren.
Die Sonne versank bereits im entfernteren Ufer des Teichs, doch der Geschmack und der Wunsch nach noch mehr Erdbeeren blieb sogar noch, als die Enten schon im Nest zusammengekuschelt lagen.
„Krbrrrrblblbrr....“ Früh am Morgen wurde Freddi vom Knurren seines hungrigen Magens geweckt. Er müsste heute wohl mindestens 25 Runden um den Teich watscheln, um satt zu werden. Uff! Seine Geschwister, sogar seine Mama, träumten noch von Entendingen. Die Sonne versteckte sich hinter den Bäumen, hinter denen auch das Erdeermädchen verschwunden war. Erdbeeren ... Er konnte an nichts anderes mehr denken. Als neben dem Nest noch ein paar faulige Algen angespült wurden, fasste er einen Entschluss: Er hüpfte aus dem Nest und watschelte auf den Weg zu.
„Bis später, Mama...“, dachte er bei sich.
Nie hatte sie ihn weiter, als zu der wackeligen Parkbank laufen lassen. Wenn er wartete, bis sie wach war, würde er auch heute hungrig nach Erdbeeren zu Bett gehen. Bei den Bäumen waren noch die Spuren von dem Mädchen und seiner Oma im Staub. Nach fünf Minuten watscheln war der Weg allerdings vorüber, und er stand in einer großen, saftigen Wiese. Als er darüber nachdachte, wie weit er schon von seiner Mama entfernt war, wurde ihm ein wenig mulmig. Da kitzelte es ihn an seinen Watschelfüßen und er sprang zur Seite.
„Quak!“, rutschte es aus ihm heraus.
Schnaufend puddelte sich ein kleiner, putziger Maulwurf neben ihm aus er Erde. „Geschafft! Guten Tag! Tut mir leid, ich konnte dich nicht sehen von da unten!“
„Keine Ursache. Sag mal ... kennst du ein kleines Mädchen, das Erdbeeren verteilt?“
„Meinst du so ein kleines Ding, immer in Begleitung und meistens gut drauf?“
„Ja, das könnte sie sein!“
„Leider ... nie gesehen.“
Freddi fiel auf, dass der Maulwurf beim Reden immer an ihm vorbei oder über ihn drüber schaute. Er fragte sich, ob er denn überhaupt etwas sehen konnte. „Hilfst du mir, sie zu finden?“
„Gerne. Weiter unten am Bach sind öfters Menschen, ich bringe dich hin. Komm rein!“
Freddi sah den Maulwurf in seiner Grube hocken und wunderte sich wo er denn „reinkommen“ sollte. Da duckte sich sein neuer Freund und zurück blieb ein schwarzes Loch. Freddi beugte sich darüber, bald hörte er deutlich die Stimme des Maulwurfs. „Mach schon! Es gibt jede Menge Würmer hier unten. Was du findest, darfst du fressen, aber steck ja nichts ein!“
Freddi schloss die Augen, holte tief Luft und sprang in die Dunkelheit. Erst rutschte er noch ein Stück, dann berührte er etwas Glitschiges und landete in einer Grube. Um ihn war alles schwarz.
„Hallo?“, rief er zögernd. Es kam keine Antwort. Hier unten war es etwas kühler als an der Oberfläche. Hinter ihm begann es zu rascheln. Freddi wollte wieder raus aus dem Loch, doch er hatte die Orientierung verloren. Er suchte verzweifelt nach einem Ausgang. Er zwängte sich in das erste Loch, welches er mit seinem Schnabel ertasten konnte und schob sich mühsam vorwärts. Er bildete sich ein, den Maulwurf zu hören, doch er wusste nichteinmal aus welcher Richtung. Gerade als er zu weinen anfangen wollte, sah er Licht um eine Kurve vor ihm schimmern. Er bohrte sich ins Freie und ließ sich in das feuchte Gras fallen.
„Da bist du ja endlich! Ich dachte schon, du plünderst meine Wintervorräte.“
Freddi beschloss, besser nicht mit dem Maulwurf zu streiten. Der wusch gerade Steine in einem Bach, einen davon schenkte er Freddi.
„Weiter kann ich dich nicht begleiten...Nichtschwimmer...leider!“ Der Maulwurf zuckte mit den Achseln und hüpfte in sein Loch.
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Re: Freddis Erdbeersuche, eine Entengeschichte Teil I

Beitragvon Doris » 16.03.2012, 16:34

Hallo tomatto!
Ich habe den ersten Teil deiner Geschichte mit großem Interesse gelesen und bin schon sehr neugierig, wie es im zweiten Teil weitergeht.
Deine Idee, dass eine kleine Ente den Geschmack leckere Erdbeeren immer wieder genießen möchte, finde ich hervorragend.

Ein paar Punkte habe ich aber dennoch anzumerken:
So wie du deine Geschichte geschrieben hast, gehe ich davon aus, dass sie für jüngere Kinder (Anfang Volkschule) gedacht ist.
Ich als Erwachsener habe manchmal das Problem, deinen Gedanken folgen zu können. Ich könnte mir daher vorstellen, dass Kinder eventuell auch Schwierigkeiten haben, gedanklich mitzukommen.

Du schreibst:
tomatto hat geschrieben:Eine grünlich braune, glitschige Alge hing an Freddis Schnabel. „Ich bin das ekelige Schleimküken aus dem Sumpfentensumpf! QuaQuaak!“ Er lief hinter seiner großen Schwester her. „Zu Hilfe, ich will nicht eingeschleimt werden!“ kicherte diese auf ihrer Flucht.

Deine direkte Rede beginnt mit einem "Ich". Man könnte sehr leicht glauben, dass die braune glitschige Alge spricht. Ich selbst lasse jede direkte Rede in einer neuen Zeilen beginnen. Das gilt auch für die Antwort der Schwester.

Du schreibst:
tomatto hat geschrieben:„Freddi! Klara! Lauft nicht zu weit fort! Wenn du die Alge nicht essen magst, gib sie einem von deinen Geschwistern, anstatt Quatsch zu machen.“ schimpfte ihre Mama. Freddi überlegte weiterzulaufen, als etwas Rotes, Saftiges mit grünen Punkten vor ihm landete: Patsch! Er erschrak, stolperte, und landete mit seinem Schnabel mitten in dem runden Ding. „Schau mal Oma, die Babyente hat Schleim auf der Nase! Igitt..hihi!“ Ein Mädchen mit einer Schale Erdbeeren in der Hand verteilte diese auf dem Boden zwischen Freddi und seinen fünf Geschwistern.

Zuerst schimpft Freddis Mutter - ok; kurz darauf beginnt eine neue direkte Rede, in der plötzlich eine Oma angesprochen wird.
Ich selbst hätte noch einen kurzen Zwischensatz eingefügt, aus dem ersichtlich wird, dass sich ein Mädchen mit seiner Großmutter nähert.

Dann trifft Freddi auf den Maulwurf.
Du schreibst:
tomatto hat geschrieben:„Geschafft! Guten Tag! Tut mir leid, ich konnte sie nicht sehen von da unten!“

Entweder gehört das "Sie" groß geschrieben (Anrede), oder du belässt es für ein Kinderbuch am besten gleich beim "du", das ja anschließend folgt.

tomatto hat geschrieben:Freddi fiel auf, dass der Maulwurf beim reden immer an ihm vorbei oder über ihn drüber schaute.


Beim "Reden" gehört groß geschrieben. Du solltest "drüber" nicht verwenden; ich glaube, dass allzu umgangssprachliche Worte für Kinder nicht gut verständlich sind (das betrifft auch den "Erdbeergatsch", den du weiter oben erwähnt hast).

Im großen und ganzen gefällt mir deine Geschichte und ich bin schon auf den zweiten Teil neugierig.

LG,
Doris
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Re: Freddis Erdbeersuche, eine Entengeschichte Teil I

Beitragvon tomatto » 17.03.2012, 01:21

Freut mich, dass dir die Geschichte gefällt. Natürlich wünsche ich mir auch noch einige Geschichten, mit denen ich mich hier an die Öffentlichkeit wage. Die meisten deiner Hinweise habe ich angenommen und eingebaut. Danke!
tomatto
 
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