Pro und Contra - Schreibratgeber

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Kachwurzt » 30.07.2014, 08:36

@DMP: Vielen Dank - ein sehr hilfreicher Beitrag.

@mylife: In deinem Fall kann ich dir auch ohne Schreibratgeber sagen, dass ab und zu ein Absatz sowie Satzzeichen äußerst hilfreich sind, den Text leserlicher zu machen. (von korrekter Rechtschreibung mal abgesehen)

@Tops: Dir auch vielen Dank. Sind ein paar gute Tipps dabei.


So ganz allgemein - wenn ich mal alle Hinweise, Tipps und Bewertungen über Schreibratgeber zusammennehme - kommt man mit James N. Frey auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, oder?! :|
Wer dämlich mit "h" schreibt, ist nämlich ...
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Akirai » 31.07.2014, 10:11

Kachwurzt hat geschrieben:Mich würde viel mehr mal interessieren, welche Schreibratgeber noch zu empfehlen sind und vor allem "weshalb".


Also ich schwöre ja immer noch auf Fritz Gesing, Kreatives Schreiben (für Anfänger und Fortgeschrittene) (der Herr schreibt historische Romane).
Im ersten gehts um die Grundlagen (und ein schönes Beispiel, wie man erfolgreich E-literatur schreibt :mrgreen: ). In letzterem untersucht er... *nachdenk* hautpsächlich Dan Browns Sakrileg, es ist aber auch Harry Potter dabei und Herr Lehmann. Also für jeden etwas. :dasheye:

LG
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon RainerMann » 31.07.2014, 10:31

Es kommt immer darauf an, wie gut die eigenen Vorkenntnisse sind, wie die Belesenheit, welchen Schreibstil man anwendet und ob dieser zum Genre passt.

Man kann (meines Erachtens nach sollte man) einen Ratgeber zu Rate ziehen.

Hierbei ist die Bandbreite vielfältig, welche Art von Ratgebern man hinzuzieht:

Ob es nur ein Duden - vielleicht die Ausgabe zu denn sinn- und sachverwandten Worten - ist.
Oder ein Schreibstilratgeber.

Ein genereller Ratgeber, wie Fritz Gesings "Kreativ Schreiben".
Oder das Werk eines berühmten Autors, wie Stephen Kings "Das Leben und das Schreiben" (persönlich finde ich das Werk herausragend).
Oder einfach nur Tipps & Tricks online, wie z.B. auf Andreas Eschbachs Homepage.


Letzten Endes wird aber auch derjenige, der mit einem Jahrhunderttalent gesegnet ist, nicht darum herumkommen sich in die Niederungen der Grammatik, des Stils und der Korrektur herabbegeben zu müssen.

Es ist meines Erachtens dann nur eine Frage der persönlichen Präferenz und der genauen Analyse, worin die eigenen Stärken und Schwächen liegen.


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Julchen hat geschrieben:
magico hat geschrieben:... vorschreiben zu lassen, wie sie zu schreiben haben.


Das war meine Meinung. Nach 1.300 DinA4-Seiten und seit einem Jahr wöchentlicher niederschmetternder Kritik von seiten meiner Lektorin, habe ich sie revidieren müssen.
Gerade ein Schreiberling, der wie ich, nicht genügend Rüstzeug in der Schule betreffend den Anforderungen von Literatur mitbekommen hat, stellen Schreibratgeber eine echte Hilfe dar.
Ich habe mir mehrere zugelegt, aber nur einen von diesen ziehe ich immer wieder heraus, wenn ich auf ein Problem treffe.

Gruß Julchen


Sind die 1300 DIN A 4-Seiten ein einziger Roman oder wird dieser noch in mehrere Teile aufgeteilt?

1300 Seiten sind ja knapp 2600 Norm-Seiten. Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" hatte in seiner Original-Ausgabe 2141 Seiten (auf drei Bände aufgeteilt).
Die Länge für einen Roman allein wäre, gelinde ausgedrückt, sehr viel.

Du merkst auch an, dass man in der Schule nicht das notwendige Rüstzeug für Literatur mit auf den Weg bekommt.

Worauf beziehst du dich da genau? Welche Schwierigkeiten sind denn in deinem Roman aufgetaucht bzw. über was moniert sich denn deine Lektorin, wenn man fragen darf?

Ich fände es für mich (vllt. auch die anderen) hilfreich zu wissen, worauf zB die Lektorin besonderen Wert legt und was ihrer Meinung nach durchgeht und was nicht.
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Maggi1417 » 31.07.2014, 11:10

Oder das Werk eines berühmten Autors, wie Stephen Kings "Das Leben und das Schreiben" (persönlich finde ich das Werk herausragend).

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich gerade Stephen King für einen von der Sorte "es geht nur so wie ich es mache und nicht anders!" halte. Er plottet zum Beispiel nicht und hält das auch für den einzig richtigen Weg. Dummerweise merkt man das seinen Büchern an. Ist einfach so. Er kann toll schreiben, sehr spannend, aber vor allem beim Enden merkt man einfach, dass er sich oft in Sackgassen schreibt und seine Bücher dann mit einem Deus-Ex-Machina beenden muss. Das finde ich als Leser immer sehr enttäuschend und als Schreiber halte ich es nicht gerade für nachahmungswürdig.

Man sollte eben auch die Ratschläge in Schreibratgebern kritisch prüfen und wenn möglich vergleichen. Wie ich schon gesagt habe, ein Ratgeber ist kein Regelwerk. Man kann einen guten Rat annehmen, wenn man aber das Gefühl hat, so klappt es nicht, dass passt nicht zu einem oder zum Projekt, dann macht man es so, wie man es selbst für richtig hält.
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon RainerMann » 31.07.2014, 11:14

Ich habe über den Ratgeber von Stephen King geschrieben, nicht über seinen generellen Schreibstil.

In seinem Ratgeber ermutigt er gerade seinen eigenen Stil zu finden, stellt seine eigene Herangehensweise aber auch explizit vor, da er sich mit dieser "am besten auskennt".

Er mekrt auch an, dass es nicht "den einen Stil" gibt.

Deshalb finde ich auch den Ratgeber so gut.
Gerade auch die Einblicke, wie entbehrlich und manchmal entmutigend das Schreibhandwerk sein kann, stellt er ausführlich dar.
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Paisley » 24.02.2015, 18:11

Die Bücher von Frey habe ich bereits, aber ehrlich gesagt finde ich sie nicht so toll. Immer wenn ich sie las, hatte ich das Bild von einem cholerischen Dozenten vor Augen. Generell suche ich nicht nach etwas, das mir diktiert wie ich etwas zu machen habe, sondern mir Möglichkeiten und Anregungen bietet.

Im September ist das Buch "Der Roman: Planen - Schreiben - Veröffentlichen" von Arwed Vogel rausgekommen, der selber bereits Romane veröffentlicht hat, Beispiele im Buch auf ihnen aufbaut und einen sachlichen und neutralen Ton hat (also kein: Das ist der ultimative Weg, so und nur so geht es!). Das lässt mich gerade darüber nachdenken es zu kaufen, zumal die Rezensionen nicht schlecht klingen und der Auszug den ich gelesen habe, einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Die Rezensenten meinten, das es gut geeignet ist, wenn man sich mal gerade beim Schreiben festfährt oder andere Probleme beim Entstehungsprozeß hat und dafür auch nicht das ganze Buch lesen muß, sondern gezielt zur Problemlösung darin nachschlagen kann.

Hat es schon jemand von euch gelesen, wenn ja, wie fandet ihr es?

Liebe Grüße,
Paisley
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Samira-Jessica » 27.08.2015, 22:03

Ich hab mir am Wochenende auch mal einen gekauft, einfach um mal zu sehen, was dort über die einzelnen "Bausteine" drinsteht, Kreatives Schreibe von Fritz Gesing, und finde ihn bisher sehr gut.
Bisher hab ich immer gedacht “Wozu brauche ich einen Schreibratgeber, wenn ich alles im Internet nachlesen kann?”, doch jetzt habe ich gemerkt, dass ein solcher doch ganz praktisch ist, weil er, wie ich finde, teilweise mehr zu den Bausteinen und es einfacher erklärt, als ich bisher im Internet gefunden habe.
Und ich finde ihn auch deswegen gut, weil man so alles Wichtige zusammengefasst in einem Buch hat und nicht (nur) x Internetseiten zu einem Thema ...
Schöne Grüße Samira-Jessica
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon orangelunar » 27.08.2015, 23:28

Ob und welcher Schreibratgeber, das ist Geschmackssache.
Mir hat James N. Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" von denen, die ich gelesen habe (waren fünf oder sechs), am besten gefallen. Ich finde gut, dass er kurz und präzise zum Punkt kommt. Kein langes Geschwafel, dafür passende Beispiele. Übungen fehlen in dem Buch, aber das ist mir persönlich lieber so.
Den zweiten Band fand ich nicht so prickelnd. Langatmig und weniger interessant.
Habe von einigen Leuten gelesen, die von "Über das Schreiben" von Sol Stein begeistert waren. Ist nicht schlecht, aber der Mann redet mir zu viel. Was bei Frey ein paar Absätze einnimmt, füllt bei ihm mehrere Seiten. Schlecht ist das Buch nicht, keinesfalls, aber einmal durchlesen hat mir gereicht.
"Aufzucht und Pflege eines Romans", ebenfalls von Stein, hat mir wesentlich besser gefallen. Weniger trocken als das oben erwähnte Buch.
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Ankh » 30.08.2015, 12:17

Ich habe aus einigen Schreibratgebern hier und da Erkenntnisse gezogen, aber zwei die ich vn vorne bis hinten gelsenen habe und wirklich jedem empfehlen kann sind (leider Englisch):

How NOT to Write a Novel von S. Newman und H. Mittelmark - 200 Beispiele schlechten Schreibens, überspitzt und witzig, mit jeweils einer Erklärung warum man das lassen sollte


Don't Murder Your Mystery von Chris Roerden - das ist hart, wirklich hart zu lesen, da es aus der Sicht eines Editors geschrieben ist, die teilweise schon nach wenigen Sätzen ein Manuskript auf den Stapel legt. Aber es ist auch ein guter Tritt in den Arsch (nicht nur für Krimischreiber), sein eigenes Manuskript so zu polieren, dass es Roerdens Junkstapel entgehen könnte.
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Paisley » 09.11.2015, 17:13

Ich hab jetzt vier Bücher durch und so sieht mein Urteil aus:

-"Die Überarbeitung : Wie Geschichten packender, Charaktere plastischer, Dialoge stärker und Beschreibungen anschaulicher werden" von David M. Kaplan.

Bisher das beste Buch, das ich zu diesem Thema gelesen habe. Auf das Wesentliche reduziert, gibt einem Kaplan kurz und bündig, wirklich brauchbare und genaue Tipps und Beispiele, also eine richtige Anleitung, die sofort angewendet werden kann. Kein philosphisches Geschwafel, mit ellenlangen Überlegungen, aus dem man erst mühsam rausfiltern muß, was der Autor sagen will. In diesem Buch habe ich bisher den höchsten Informationsgehalt gefunden.

-"Kreativ schreiben : Handwerk und Techniken des Erzählens" von Fritz Gesing.

Deutlich weniger kompakt in der Vermittlung seines Wissens, man muß mehr lesen um an die Informationen zu kommen, aber definitiv brauchbar.

-"Kreativ schreiben für Fortgeschrittene : Geheimnisse des Erfolgs" von Fritz Gesing.

Ganz ehrlich? Spart euch das Geld und die Zeit. Da ich diesen Band gleich nach seinem Vorgänger durchgearbeitet hab, wurde deutlich, das der Inhalt des Nachfolgers zu 95% 1:1 dem ersten entnommen wurde. Copy and Paste und keinen Cent wert.

-"Die Odyssee des Drehbuchschreibers : Über die mythologischen Grundmuster des amerikanischen Erfolgskinos" von Christopher Vogler.

Ein sehr interessantes Buch. Der Autor hat selber für Disney gearbeitet, an der Entstehung der Star Wars Filme mitgewirkt und jahrzehntelang Hollywoods Filmemacher beraten. Sein Buch basiert auf dem Modell der Heldenreise und ist damit nicht nur für Drehbuchautoren geeignet.
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Maggi1417 » 09.11.2015, 21:20

Ich habe hier auch noch mal einen richtig guten Tipp für alle die Englisch sprechen:

Writing for Emotional Impact von Karl Iglesias.

Ich habe schon viel, viele Schreibratgeber gelesen und dieser ist definitiv der Beste (zumindest für Fortgeschrittene). Das Buch richtet sich eigentlich an Drehbuchautoren, allerdings sind 95% der Ratschläge und Techniken auch auf das Romane schreiben anwendbar.
Thema: Wie schreibt man etwas, dass funktioniert? Das den Leser packt? Karl Iglesias betrachtet dabei alle notwendigen Komponenten, nämlich folgende: Konzept, Thema, Figuren, Story, Plot-Struktur, Szenenaufbau,Beschreibungen und Dialoge.

Das besondere an diesem Ratgeber: Nicht nur Rumgelaber von der Sorte "man sollte dies und man muss das" sondern ganz handfeste Techniken, Tricks und Kniffe. Er sagt einem nicht nur, was man machen muss, sondern erklärt einem genau wie man es macht. Und nicht nur wie man es macht, sondern wie man es so macht, das es funktioniert.
Kapitelüberschriften wie "12 Ways to increase your idea’s appeal", "Nine theme techniques to show, not tell", "Techniques for instant character appeal and empathy", "Techniques to craft fascinating scenes" oder "Techniques for subtle exposition". Und das sind nicht nur leere Überschriften. Dahinter verbirgt sich tatsächlich ein Sammlung von Tricks, Kniffen und Techniken die allesamt aus erfolgreichen Filmen und Bücher stammen.

Die Kindle-Version kostet gerade mal 5 € und dafür bekommt man ein Buch, dass so umfassend und gut ist, dass es sich schon fast wie Schummeln anfühlt, es zu benutzen.

Hier ist der Amazon Link (Fantastische 4,6 von 5 Sternen bei 110 Bewertungen):
http://www.amazon.de/Writing-Emotional-Impact-Techniques-Fascinate/dp/1595940286
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Kari » 11.11.2015, 15:54

Hallo Maggi,

was verstehst du unter "Fortgeschrittene"? Leute, die schon ein längeres Projekt beendet haben?
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Maggi1417 » 11.11.2015, 16:16

was verstehst du unter "Fortgeschrittene"? Leute, die schon ein längeres Projekt beendet haben?

Leute, die mit den grundlegenden Schreibtechniken vertraut sind. Der Karl reißt die zwar alle kurz noch mal an, aber er verschwendet nicht viel Zeit damit, zu erklären, was eine Szene ist, wie die 3 Akt Struktur aufgebaut ist, was Show, don't tell genau bedeutet, oder warum Figuren Stärken und Schwächen brauchen.
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Kari » 12.11.2015, 09:07

Vielen Dank für die Erklärung, Maggi :)
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Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Dingelchen » 12.11.2015, 15:00

Schreibratgeber hab ich mir nie zugelegt - wenn ich mal in der Klemme gesteckt hab, hab ich mir hilfreiche Ratgeber-Blogs von Autoren herausgesucht und da entsprechende Beiträge gelesen, die oftmals recht inspirierend waren. Meistens muss(te) da Waldscheidt herhalten :girl: .

Ansonsten finde ich eine zu hohe Orientierung an Schreibratgebern irgendwie seltsam. Ich kann das "Das macht man immer so, weil im Ratgeber steht drin, dass ..." irgendwie nicht mehr hören, weil man vieles so pauschal nicht sagen kann. Zum Beispiel, um einen populären Ratschlag zu nennen, der Tipp "Adjektive streichen" - Ja, klar, Adjektive "behindern" einen flüssigen Text oft. Aber andererseits gibt es auch Texte, die LEBEN von Adjektiven.
Auch, was Charakterisierungen angeht, wird man da manchmal wohl doch zum Stereotyp animiert - ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich las da mal was in nem Buch darüber, wo ich aus psychologischer Sicht irgendwie nur den Kopf schütteln konnte.
Ich finde Schreibratgeber grundsätzlich nicht schlecht - so als Inspiration für Anfänger, wenn man noch gar keinen Plan hat. Als Stereotyp, wie es laufen kann / meistens funktioniert. Ich war selbst froh, als ich mal was vom Akte-Schema, von Spannungsbögen und von bösen Adjektiven gehört hab ;) .
Aber ich seh halt die Gefahr, dass man sich Dinge, die darin stehen, zu pauschalisierend zu Herzen nimmt. Manchmal sind es gerade Regelbrüche, die einen Roman auszeichnen. Aber natürlich muss man da erst mal mit dem Grundlegendsten vertraut sein. So schließt sich wohl der Kreis.
Jedenfalls ist das einzige Buch, das ich mir dzt. tatsächlich grad als Hilfe herbei hole (weil ich bin ja auch noch lang entfernt vom supertollen Schreiben ^^), "Einführung in die Erzähltheorie" - weil es wissenschaftlich-trocken beschrieben ist und da persönliche Vorlieben oder ein "Das macht man so und so" wegfällt, man aber eine gute Übersicht über verschiedenste Stilmittel und deren mögliche Wirkung erhält und auch darüber, in welchen Büchern sie angewendet werden, wie häufig, etc. Hier kann ich mir dann selbst meine Gedanken dazu machen und abwägen, in welche Richtung ich möchte.

LG
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"Im Mondlicht drehten sich die Paare. Die Feigheit mit der Tugend, die Lüge mit der Gerechtigkeit, die Erbärmlichkeit mit der Kraft, die Tücke mit dem Mut.
Nur die Vernunft tanzte nicht mit."

(Horváth - Jugend ohne Gott)
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