Pro und Contra - Schreibratgeber

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon magico » 28.07.2014, 15:02

Hallo zusammen,

mich würde mal eure Meinung zu den Pros und Contras bezüglich Schreibratgebern interessieren.
Es gibt ja einige Autoren, die darauf schwören. Andere halten gar nichts davon, sich vorschreiben zu lassen, wie sie zu schreiben haben.

Was spricht für und was gegen Schreibratgeber?


Ich bin gespannt - magico


P.S. Habe das Forum durchsucht und keinen vergleichbaren Thread gefunden. Nur Ähnliche, die aber nicht auf dasselbe abzielten.
Neuester Artikel (30.11.): Das Gutmensch-Experiment: Ngana & Klaus

“Don’t go where the path may lead, go instead where there is no path … and leave a trail” - Ralph Waldo Emerson
Benutzeravatar
magico
 
Beiträge: 2094
Registriert: 01.05.2008, 22:23
Wohnort: habe ich

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Maggi1417 » 28.07.2014, 19:45

Andere halten gar nichts davon, sich vorschreiben zu lassen, wie sie zu schreiben haben.

Das tun Ratgeber doch nun wirklich nicht. Deshalb heißen sie Ratgeber und nicht Regelwerk. Man findet dort lediglich Dinge, die bei anderen Autoren in anderen Werken bereits funktioniert haben und Hinweise darauf, welche Dinge eben nicht funktioniert haben.
Schreiben und Geschichten erzählen tun die Menschen seit tausenden von Jahren. Man muss das Rad nicht neue erfinden, deshalb finde ich es gut, sich zumindest mal einen Überblick zu verschaffen.
Jeder darf so schreiben, wie er lustig ist, aber wenn das ganze lesbar sein soll, wird man nicht drum herum kommen, ein paar "Regeln" zu erlernen und anzuwenden. Musiker bekommen ja während ihrer Ausbildung auch musiktheoretischen Unterricht. Da würde auch keiner auf die Idee kommen zu sagen: "Ich lasse mir aber nicht vorschreiben, wie ich Geige zu spielen habe." (und das ekelhafte Gequietsche, dass dabei heraus kommt auch noch ihren persönlichen Stil nennen.) ;)

Also meiner Meinung nach: Erst wer die technischen Grundlagen sicher beherrscht, ist überhaupt zu sowas wie künstlerischer Leistung fähig. Deshalb kann ich jedem nur raten, sich zumindest einen, guten Schreibratgeber zu Gemüte zu führen (der Markt ist ja mittlerweile auch mit allerlei Schnickschnack vollgestopft).
Benutzeravatar
Maggi1417
 
Beiträge: 897
Registriert: 29.11.2013, 23:11

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Julchen » 28.07.2014, 21:56

magico hat geschrieben:... vorschreiben zu lassen, wie sie zu schreiben haben.


Das war meine Meinung. Nach 1.300 DinA4-Seiten und seit einem Jahr wöchentlicher niederschmetternder Kritik von seiten meiner Lektorin, habe ich sie revidieren müssen.
Gerade ein Schreiberling, der wie ich, nicht genügend Rüstzeug in der Schule betreffend den Anforderungen von Literatur mitbekommen hat, stellen Schreibratgeber eine echte Hilfe dar.
Ich habe mir mehrere zugelegt, aber nur einen von diesen ziehe ich immer wieder heraus, wenn ich auf ein Problem treffe.

Gruß Julchen
Das Problem an der Gschicht ist halt, dass man kaum dabei war -frei nach Gerhard Polt-

julebloggdwaeng
Julchen
 
Beiträge: 507
Registriert: 01.03.2011, 14:28
Wohnort: Oberfranken
Blog: Blog ansehen (2)

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Weltatlas » 28.07.2014, 22:09

Hallo Julchen,

kannst Du mir vielleicht den Ratgeber nennen, den Du immer wieder zu Rate ziehst? Ich würde mich gern einlesen, weiß aber nicht welcher Ratgeber taugt.

Danke und
Beste Grüße.

PS. damit ist meinerseits die Frage auch beantwortet. :D
Nur weil man nicht alles richtig machen kann, muss man noch lange nicht alles falsch machen.
Benutzeravatar
Weltatlas
 
Beiträge: 64
Registriert: 30.03.2014, 16:00

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Milch » 29.07.2014, 01:17

Maggi1417 hat geschrieben:Schreiben und Geschichten erzählen tun die Menschen seit tausenden von Jahren. Man muss das Rad nicht neue erfinden, deshalb finde ich es gut, sich zumindest mal einen Überblick zu verschaffen.
Jeder darf so schreiben, wie er lustig ist, aber wenn das ganze lesbar sein soll, wird man nicht drum herum kommen, ein paar "Regeln" zu erlernen und anzuwenden. Musiker bekommen ja während ihrer Ausbildung auch musiktheoretischen Unterricht. Da würde auch keiner auf die Idee kommen zu sagen: "Ich lasse mir aber nicht vorschreiben, wie ich Geige zu spielen habe." (und das ekelhafte Gequietsche, dass dabei heraus kommt auch noch ihren persönlichen Stil nennen.) ;)


Doch, man sollte das Rad neu erfinden, indem man das Rad neu interpretiert. Das Rad wird ständig neu erfunden. Ein Eisenbahnrad unterscheidet sich von einem Fahrradrad oder Autorad oder Kutschrad.

Geigenspielerinnen sind Interpreten, Schreiben sind keine Interpreten, sondern Kreative. Klassische Komponisten erlernen eher die Musikgeschichte, lernen, wie man früher Musik gemacht hat, warum was in Mode war. Die Analog wäre dazu die Literaturgeschichte, die man in groben Zügen kennen soll.
Schreibratgeber sind eher zu Ratgeber zu vergleichen, wie schreibe ich einen Nummer-Eins-Hit. So etwas sollte man immer kritisch hinterfragen, gerade die Grundannahmen sind nicht einfach so hinzunehmen. Es schadet sicherlich nicht, hilft vielleicht, aber nur dann, wenn man es mit Abstand betrachtet.
Milch
 
Beiträge: 716
Registriert: 29.03.2014, 18:25

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Maggi1417 » 29.07.2014, 07:04

Das Rad wird ständig neu erfunden. Ein Eisenbahnrad unterscheidet sich von einem Fahrradrad oder Autorad oder Kutschrad.

Sie sind aber alle rund ;)

Jetzt ist aber genug mit den Allegorien.
Benutzeravatar
Maggi1417
 
Beiträge: 897
Registriert: 29.11.2013, 23:11

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon VickieLinn » 29.07.2014, 07:18

Ich stimme Maggi und Milch zu, vor allem Maggis Beispiel mit der Geige :XD:
Die Prinzipien bleiben die gleichen - man muss das Rad nicht neu erfinden, aber man sollte es der Zeit gemäß anpassen. Wenn ich mit meinem Porsche über die deutsche Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung donnern möchte, kann ich kein Kutschrad benutzen. Aber wenn ich dafür so ein schönes Autorädchen entwickelt habe, sage ich aber auch nicht, dass ich das Rad neu erfunden habe. Auuuuuuuußer ich ich will es vermarkten und versuche, meinen Geschäftsparter mit allen Künsten der Rhetorik um den Finger zu wickeln.
Wo ich von Rhetorik spreche: In der Antike(?) erfunden, gelten die Prinzipien heute immer noch. Und bei Handlungen teilt man immer noch gerne in 3 Akte auf (je nach Genauigkeit auch in 5 oder 7 ...).
Nun wird der auktorialer Erzähler oder der Epos heutzutage nicht mehr gerne gelesen. Und jetzt können wir langatmige Diskussionen darüber führen, ob die personale Erzählsituation ein neu erfundenes Rad oder ein weiterentwickeltes ist.


Und noch mal zur Musik zurückgekommen. Zwölftonmusik war vielleicht innovativ, aber damit erreicht man bestimmt kein Nummer-Eins-Hit. Ganz im Gegenteil. In mancher Hinsicht sind altbewährte Sachen doch besser. Pop- oder Rockmusik basieren immer noch auf einfachen Kadenzen, das hat auch schon Mozart kapiert. Und bei stupider Partymusik werden immer noch gerne Leitmotive benutzt. Menschen freuen sich, wenn sich etwas wiederholt (und sie schnell mitgröhlen können) - vor ein paar tausend Jahren und heute.
Benutzeravatar
VickieLinn
 
Beiträge: 710
Registriert: 30.06.2013, 15:27
Wohnort: Berlin

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Mindelu » 29.07.2014, 12:02

Ich habe die Erfahrung gemacht, das man sich erstmal gegen Schreibratgeber und Hilfe im Allgemeinen sträubt.

Das ist in meinen Augen völlig normal. Man will erstmal selbst sehen, wie es so läuft und was man daraus macht, was man schon kann und weiß. Eben seine Grenzen austesten.

Aber irgendwann kommt man in Schwierigkeiten und wenn man sich dann irgendwann richtig verrannt hat, sucht man sich dann auch Hilfe. :)

Obwohl ich mir diese Hilfe lieber aus dem Forum geholt habe, als aus Schreibratgebern.

Aber ich habe auch einen gelesen, den ich sehr gut fand. Grade weil es nicht so trocken daher kam wie: Du musst das so machen. Mit Punktepläne usw. Das ist mir immer zu theoretisch und kann das nicht so gut umsetzten.

"Vier Seiten für ein Halleluja" heißt er und man liest die ersten 4 Seiten eines Romaanfangs.

Meist fällt einem selbst schon auf, was einem als Leser nicht gefallen hat.
Ich fand das ein viel besseres Lernen, da lernen durch Anwendung.

Aber ich bin auch kein Fan davon, sich mit allen möglichen Ratgebern geistig zuzumöhlen. Denn dann läuft man Gefahr die Dogmen wie Mantras aufzusagen und überhaupt nicht mehr zu "kreativen" Schreiben kommt.
Benutzeravatar
Mindelu
NaNoWriMo 2015
NaNoWriMo 2015
 
Beiträge: 260
Registriert: 12.09.2013, 11:42

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Kachwurzt » 29.07.2014, 12:48

"Vier Seiten für ein Halleluja" heißt er und man liest die ersten 4 Seiten eines Romaanfangs.


Gerade über diesen "Ratgeber" gehen die Meinungen sehr stark auseinander. Zum einen kommt der Autor gar nicht aus der Belletristik und zum anderen, sind die meisten Beispiele so offensichtlich, dass man hierfür keinen Ratgeber benötigt. Zudem sind Gegenbeispiele des Autors enthalten, die schlechter sind, als der Originaltext.

Aber wem's was bringt ...

Mich würde viel mehr mal interessieren, welche Schreibratgeber noch zu empfehlen sind und vor allem "weshalb".
Wer dämlich mit "h" schreibt, ist nämlich ...
Kachwurzt
Inaktiv
 
Beiträge: 161
Registriert: 24.07.2014, 10:16

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Maggi1417 » 29.07.2014, 13:41

Mich würde viel mehr mal interessieren, welche Schreibratgeber noch zu empfehlen sind und vor allem "weshalb".

Ich glaube, mein erster Schreibratgeber war damals "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" von James Frey. Teil 1 und Teil 2. Ist schon ne Weile her, aber ich glaube als Einstieg ist der ziemlich gut. Danach kann man die größten Hindernisse und Stolperfallen, auf die man als aufstrebender Schreiberling trifft, schon ganz gut meistern.
Benutzeravatar
Maggi1417
 
Beiträge: 897
Registriert: 29.11.2013, 23:11

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon DMP » 29.07.2014, 14:56

Servus,

um das Rad neu zu erfinden, schadet es aber nicht, erstmal zu wissen, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Wer nur mit Holz arbeitet, dürfte kaum ein Stahlrad schmieden, obwohl es vielleicht für die Situation geeigneter wäre.

Pro:

-) Schreibratgeber sind die Versuche von Fachleuten, die gemeinsamen Nenner aus erfolgreichen Werken zu ziehen. Meist bedient sich der Autor auch noch an Erkenntnissen, die Vorgänger gewonnen haben, erkennbar an den Quellenangaben. Hinter so einem Werk steht deshalb nicht selten das Hirnschmalz dutzender Lektoren, hunderter Erfolgsautoren und das Bauchgefühl von Millionen Lesern.

-) Sie bieten gute Hinweise, worauf man beim Lesen achten kann. Wer erkennt schon von allein, dass indirekte Dialoge oft besser klingen? Klar kann man sagen, diese Passage fühlt sich lebendiger an als jene, aber häufig ist es nur ein vages Gefühl. Erst nach einem Fingerzeig kommt die Erleuchtung.

-) Damit verbunden: Man hat Leitfäden, nach denen man sich beim Schreiben richten kann. Ohne Ratgeber muss man auf sein Gefühl vertrauen, ob eine Textstelle gelungen ist.

-) Bei Schreibblockaden können sie die entscheidende Idee liefern.

-) Ratgeber stammen meist von erfahrenen Lektoren oder Autoren, die ein ganzes Buch mit ihrem Wissen füllen. Zudem wurden sie von einem Verlag geprüft und auf Lesbarkeit getrimmt. Auch wenn gern Gegenteiliges behauptet wird, Foren und Internetseiten sind idR keine Alternative. (Aber eine gute Ergänzung :wink: )

Contra:

-) Es gibt Leute, denen es einfach mehr liegt, aus Fallbeispielen zu lernen statt nach einem Regelwerk.

-) Die Qualität der Ratgeber kann mitunter schwanken. Wenn man Pech hat, erwischt man einen, der mehr Schaden anrichtet als Hilfe bietet. Entweder hält man sich an Altbewährtes, oder es bleibt nichts anderes übrig, als mehrere Ratgeber zu lesen und die Inhalte zu vergleichen.

-) Gefahr des Dogmatismus. Wer sich sklavisch an jede Vorgabe hält, geiselt sich unnötig. Es sind schließlich Ratgeber und keine Regelgeber. Außerdem ist nicht jedes Stilmittel für jede Geschichte geeignet.


Fazit:

Schreibratgeber können unheimlich viel bringen - wenn sie richtig eingesetzt werden. Dazu zählt vor allem, selbst zu denken.
Kinder schämen sich zum Glück noch nicht, wenn sie auf die Nase fallen. Sonst würden sie nie laufen lernen ;-)

(Nur als Hinweis für den Urlaub: Ihr findet mich in Sofians Kreativschreibstube.)
Benutzeravatar
DMP
 
Beiträge: 280
Registriert: 27.11.2009, 01:19

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Maggi1417 » 29.07.2014, 19:54

DMP bekommt heute den Award für den besten Beitrag des Tages, oder? Da kann man ja eigentlich nichts hinzufügen. :)
Benutzeravatar
Maggi1417
 
Beiträge: 897
Registriert: 29.11.2013, 23:11

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon mylive » 29.07.2014, 23:49

Ich finde es gut, wenn die Ratgeber wirklich sinnvoll und vorallem hilfreich sind. Es bringt mir nichts wenn ein Ratgeber zu allgemein oder gar am Thema vorbei geschrieben wird. Auch sollte man sich überlegen ob der Titel wirklich zum Inhalt des Ratgebers passt um Verwirrung bei den Lesern zu vermeiden. Ein Ratgeber ist nur in sofern hilfreich wenn der Verfasser sich auch wirklich etwas dabei gedacht hat und es nicht einfach so hingeschrieben hatt, weil er lange Weile hatte. Kontras kann ich also in diesem Fall nicht wirklich finden. Der Verfasser sollte nur diese Punkte im Auge behalten wenn er einen Ratgeber verfassen will. Alles in einem finde ich diese meist hilfreich und finde es super. So können zum Beispiel erfahrenere Autoren dem "Nachwuchs" ihre Erfahrungen nahe legen ohne immer wieder neu auf Nachrichten zu antworten. Diese Ratgeber können dann allen im Forum helfen ihre Texte besser zu gestallten und können auch helfen um Schreibblokaden zu lösen oder den Ideenfluss wieder anzuregen. Ratgeber haben den Vorteil das nicht alle User die diese Frage haben immer neu danach suchen müssen. In einem Ratgeber hat man dann alles auf einen Blick und kann jeder Zeit wieder darauf zugreifen. Man kann mit allen seine Erfahrungen und Erkenntnisse, die man im Laufe der Zeit sammelt, teilen und kann anderen damit helfen.
Also um es zusammendfassend noch einmal zu erläutern finde ich Ratgeber in jeglicher Hinsicht super, sie sollten nur hilfreich gestalltet sein.
mylive
 
Beiträge: 4
Registriert: 28.06.2014, 15:09

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon lunedai » 30.07.2014, 00:00

Gibt es eigentlich Schreibratgeber von (halbwegs erfolgreichen) Autoren, die anhand ihres eigenen Romans beschreiben/erklären, wieso sie diese Szenen, Dialoge etc. so geschrieben oder aufgebaut haben? Was sie jetzt anders machen würden? Sozusagen Analyse von eigenen Textauschnitten....
Benutzeravatar
lunedai
 
Beiträge: 195
Registriert: 10.12.2012, 16:42
Wohnort: Österreich

Re: Pro und Contra - Schreibratgeber

Beitragvon Tops » 30.07.2014, 05:23

lunedai hat geschrieben:Gibt es eigentlich Schreibratgeber von (halbwegs erfolgreichen) Autoren, die anhand ihres eigenen Romans beschreiben/erklären, wieso sie diese Szenen, Dialoge etc. so geschrieben oder aufgebaut haben? Was sie jetzt anders machen würden? Sozusagen Analyse von eigenen Textauschnitten....


Hallo!

Elizabeth George; Wort für Wort oder die Kunst ein gutes Buch zu schreiben
Sie bringt Beispiele aus ihren eigenen Romanen, aber auch von anderen Autorinnen und Autoren.

Eine konkrete Analyse der eigenen Texte kenne ich nur von Arne Hoffmann (Dirty Writing).

Kachwurzt hat geschrieben:Mich würde viel mehr mal interessieren, welche Schreibratgeber noch zu empfehlen sind und vor allem "weshalb".


Persönlich viel gebracht haben mir:
Wolf Schneider; Deutsch für Kenner
... ist ein Stilkunde.

Roy Peter Clark; Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben
Ist auch eher eine Stilkunde und bringt viele Beispiele aus dem journalistischen Bereich. Dies war mein erster Ratgeber neben Peter Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt".

Lajos Egri; Dramatisches Schreiben
Er analysiert zwar Theaterstücke, ist für Romanschreiber aber dennoch lohnend, vor allem in Bezug auf die Figurenentwicklung.

Ähnlich, aber "moderner" ist Syd Field; Das Drehbuch

Erst angefangen habe ich Alexander Steele (Hg.); Romane und Kurzgeschichten schreiben. Zumindest in dem von mir gelesenen Kapitel (Die fünf Sinne) gibt es auch Schreibübungen, und eine hat mich immerhin zu einer Kurzgeschichte animiert.

Aus dem Bereich Erotik kenne ich auf Deutsch bloß zwei; neben den oben erwähnten Hoffmann noch von Elizabeth Benedict "Erotik schreiben". Beide gehen aber auch stark auf die Grundlagen des Schreibens ein, sodass das Lesen explizieter Beispielliteratur wohl mehr bringt.

Generell zum Thema finde ich, dass Schreibrater sehr lohend sein können. Sie sind, wie vor mir schon jemand angemerkt hat, Derivate, haben im anglo-amerikanischen Raum eine lange Tradition und helfen, den eigenen Horizont zu erweitern. Man darf sich nur nicht sklavisch daran halten, denn es gibt immer wieder Beispiele, dass genau das Gegenteil das bessere Stilmittel gewesen ist. Und sie sind auch kein Freibrief, um auf das Lesen von Romanen/Kurzgeschichten bzw. dem eigenen Experimentieren zu verzichten.

lg,
Tops
Tops
 
Beiträge: 78
Registriert: 21.01.2013, 09:52
Wohnort: Wien

Nächste

Zurück zu Kreatives Schreiben

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste