[Gedichte] Probleme mit dem Metrum

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[Gedichte] Probleme mit dem Metrum

Beitragvon JMakai » 25.06.2013, 21:08

Hallo,

ich weiß grad nicht, ob das hier der richtige Bereich des Forums ist, es geht nämlich um Gedichte - bzw. um das Schreiben von Gedichten und meine generellen Probleme dazu.
Es geht vor allem um das Metrum - hätte da ein paar Fragen:

1. Werden manche Wörter oder Satzteile immer betont? Welche Silben (etwa bei zwei- oder dreisilbigen Wörtern)?
2. Kann es sein, dass ein und dasselbe Wort in einem Vers betont ist, im nächsten aber nicht (wenn das Metrum wechselt)? (ICH und DU für IMmer / ich LIEbe NIE)?

Vor allem hab ich auch Probleme bei dreisilbigen Wörtern, da die betonte Silbe zu finden. Nur ein paar Beispiele (sind jetzt irgendwelche dreisilbigen Wörter, ohne Zusammenhang): Kleiderschrank (ist das áaá von der Betonung, also KLEIderSCHRANK oder eher áaa KLEIderschrank oder halt je nach Vers unterschiedlich?)
Dunkelheit (DUNkelHEIT oder DUNkelheit)
Arbeitsamt (selbes Spiel...)

Auch schwierig: eingedeutschte Wörter.
Wie ist es mit dem Teddybär? (TEDdyBÄR, TEDdybär, tedDYbär)? Und Phantasie?
Zuletzt geändert von Julestrel am 25.06.2013, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel angepasst.
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Re: Probleme mit dem Metrum...?

Beitragvon BenP » 25.06.2013, 22:29

Einsilbige Wörter sind im Metrum sozusagen die Joker. Stehen sie dort, wo das Metrum eine Betonung verlangt, betont man sie, stehen sie dort, wo eine unbetonte Silbe hingehört, werden sie nicht betont. Dass ein einsilbiges Wort für sich genommen keine natürliche Betonung haben kann, versteht sich ja von selbst, denn es hat ja eben nur eine Silbe, und eine Betonung ist immer eine relative Größe.

Bei dreisilbigen musst du einfach richtig hinhören, schließlich kennst du die Wörter doch. Es gibt im Deutschen vor allem solche, die auf der ersten Silbe betont sind. Durch Vorsilben enstehen einige, die auf der zweiten Silbe betont sind (betrügen), wieder andere sind auf der ersten und der dritten Silbe betont. Es gibt Regelmäßigkeiten, aber die aufzuführen würde einigen Platz beanspruchen. Also, laut sprechen und hinhören.
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Re: [Gedichte] Probleme mit dem Metrum

Beitragvon JMakai » 26.06.2013, 12:50

Gut, ich versuch dann mal genauer hinzuhören. Nur zur Überprüfung, ob ich das verstanden habe: Ist das nicht zufälliger Weise so, dass alle dreisilbigen Wörter, die ich oben aufgeführt habe auf der ersten und der letzten betont werden?
Man sagt doch KLEIderSCHRANK und auch ARbeitsAMT. Oder ist das wieder nur mein krummer Dialekt? :)
Nur bei Teddybär sagt man eher TedDYbär oder nicht?

Tschuldigt, wenn ich nerve, aber da fehlt mir wohl ein bisschen das Gehör für...
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Re: [Gedichte] Probleme mit dem Metrum

Beitragvon BenP » 26.06.2013, 13:02

Alle drei haben ihren Schwerpunkt auf der ersten Silbe und eine leichte Zusatzbetonung auf der dritten. Das gilt also auch für Teddybär.
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Re: [Gedichte] Probleme mit dem Metrum

Beitragvon JMakai » 26.06.2013, 13:10

Ok, danke - das muss ich wohl noch üben; wie auch immer man das übt.
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Re: [Gedichte] Probleme mit dem Metrum

Beitragvon fmfk86 » 26.06.2013, 17:46

Im Zweifelsfall einfach nachschlagen, im Duden steht es, genauso im Internet.

http://www.duden.de/rechtschreibung/Kleiderschrank

Mit der Zeit bekommt man auch ein Gefühl dafür. In diesem Beispiel kannst du auch sehen, dass Kleider von Kleid kommt, fast immer werden die Silben, die aufgrund der Grammatik dastehen, nicht betont.

BenP spricht auf die schwache Betonung der dritten Silbe an, weil es ja ein zusammengesetztes Wort ist, und Schrank, als einsilbiges Wort, im Alleingang betont werden würde. Im Grunde gilt aber, jedes Wort hat eine betonte Silbe.
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