Rahmenhandlung für Geschichte

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Rahmenhandlung für Geschichte

Beitragvon Blauekuh » 29.04.2015, 20:38

Hallo :D
Ich beginne gerade eine erste längere Geschichte zu schreiben und plane diese gerade.
Das ganze soll ähnlich wie der Name des Windes werden.
Es soll also die Lebensgeschichte des Charakters erzählt werden.
Meine Frage besteht nun darin, welchen Grund mein Charakter haben sollte seine Geschichte zu erzählen.
Ich hatte die Idee, ihn alles im Laufe einer Gerichtsverhandlung erzählen zu lassen, welche mehrere Straftaten behandelt, die er in seinem Leben begangen haben soll. Bei dieser Variante stellt sich mir aber die Frage, warum er so offen sein komplettes Leben darstellen sollte.
Oder ist es überhaupt die beste Idee das ganze aus der Zukunft zu erzählen ?

Ich würde mich über Ideen freuen,
Vielen Dank im voraus.
Blauekuh
 
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Re: Rahmenhandlung für Geschichte

Beitragvon magico » 30.04.2015, 10:21

Hallo Blauekuh,

grundsätzlich ist es deine Geschichte und da kannst du es halten wie du möchtest.
Um dir konkrete Hilfe zu geben, wissen wir zu wenig von deiner Idee.
Welches Genre? Worum geht es? (usw.)

warum er so offen sein komplettes Leben darstellen sollte.


Vielleicht plagen ihn Schuldgefühle und er möchte sich einfach alles von der Seele reden.
Es muss ja nicht die Gerichtsverhandlung, sondern könnte auch eine vorherige Vernehmung sein.

Oder ist es überhaupt die beste Idee das ganze aus der Zukunft zu erzählen?


Geht natürlich auch. Er lässt sein Leben Revue passieren. Kann auch in Schriftform sein (Stichwort: Memoiren).


Grüße - magico
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Re: Rahmenhandlung für Geschichte

Beitragvon Tsaphyre » 30.04.2015, 14:41

Hallo Blauekuh,

ich finde die Idee mit der Gerichtsverhandlung toll. Allerdings würde ich es so machen, daß er dort eigentlich recht wenig von sich preisgibt und natürlich versucht, alles so darzustellen, daß er im besten Licht dasteht. Eigentlich spricht eher der Verteidiger für einen Angeklagten, als der Angeklagte selbst. Du könntest also einen Teil der Geschichte auch in Gespräche mit dem Verteidiger packen. Mit dem kann er schon wesentlich offener sprechen, wird ihm aber sicherlich auch nicht alles erzählen wollen. Gerade die gefühlvollen, kleinen, für die Gerichtsverhandlung unwichtigen Dinge, die einem Charakter die richtige Tiefe verleihen, gehören nicht in diese Gespräche.

Aber die Spannung entsteht ja sicherlich auch dadurch, daß der Leser am Anfang gar nicht weiß, ob er wirklich ein Verbrecher ist oder aufgrund sehr ungünstiger Verwicklungen oder Intrigen verdächtigt wird. So könntest Du den ganz intimen Teil gestalten als gedankliche Erinnerungen und erzählte Rückblenden, in die der Protagonist beim Warten in der Untersuchungshaft eintaucht. Äußere Impulse wie Besuche von Menschen, die in seine Lebensgeschichte verwickelt waren und jetzt auftauchen, um alte Rechnungen zu begleichen, Dinge zu klären, Gefühle auszusprechen, können diese Rückblenden und Erinnerungen weiter inspirieren und neue, überraschende Wendungen in die Geschichte bringen.

So einen Roman würde ich mir extrem spannend vorstellen. Du könntest sogar eine zweite Erzählspur einführen, z.B. seine Frau, sein uralter Vater, sein Sohn oder seine Tochter, die aus einer anderen Perspektive ihr Erinnerungslicht auf seine Geschichte werfen.

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Re: Rahmenhandlung für Geschichte

Beitragvon Anchesa » 30.04.2015, 19:21

Theoretisch ginge es ja auch, dass er im Sterben liegt und klassisch sein Leben Revue passieren lässt. Wieso muss er sterben? Was ist ihm bis dahin passiert?

Oder du hängst seine Lebensgeschichte an einem Gegenstand oder einer Person auf, die er alle 5 oder 10 Jahre wieder trifft und mit der er interagiert.

Oder, erinnere dich an Forrest Gump: er sitzt einfach auf einer Bank und erzählt seine Lebensgeschichte, dabei sitzen immer andere Leute neben ihm, aber es ist ihm egal, er möchte einfach nur erzählen, was ihn belastet.
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Re: Rahmenhandlung für Geschichte

Beitragvon Libelle » 30.04.2015, 19:36

Vielleicht mal ein anderer Ansatz: Warum sollte der Leser diese Geschichte lesen wollen? Menschen fallen immer Gründe ein, sich mitzuteilen, folglich auch deinem Protagonisten.

Spontan gefällt mir deine Idee mit der Gerichtsverhandlung sehr gut. Aber warum sollte er es den Anwesenden im Gerichtssaal erzählen? Wollen die seine Lebensgeschichte überhaupt hören?
Er könnte es aus irgendeinem Grund dem Leser schildern, so dass sich vielleicht aus seinen Erzählungen ein anderes Bild ergibt als im Gerichtssaal.

Wie die anderen schon angemerkt haben, bräuchte man mehr Infos, worum es überhaupt in deiner Geschichte gehen soll.
»Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.«
Karl Kraus (1874 – 1936)
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Re: Rahmenhandlung für Geschichte

Beitragvon SmilingSeth » 02.05.2015, 10:08

Oder er erzählt aus dem Off, in dem Du aus seiner Perspektive schreibst, während er im Gericht nur Oberflächlichkeiten rezitiert.

Dh. weder im Gericht, noch mit dem Verteidiger, weder im Alltag noch sonst wo sagt er, was geschehen ist.
Es gibt ein Buch, an dessen Name ich mich nicht erinnere, in welchem der Täter nur dem Lesen seine Beweggründe offenbart, aber allen anderen Personen im Buch nicht.
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