Was sagst du zu dem Thema?
Da hab ich mir schon total oft Gedanken drüber gemacht. Ein Grund, warum ich Liebesfilme und Bücher nicht abkann....

Kann das Zeug nicht ausstehen. Ich hab noch so einem Film immer total schlechte Laune und bin mega down. Ich denk dann immer: Ja klar, ist sicher! Passiert mir nie im Leben!
Deswegen sind wohl meine Bücher etwas düsterer angehaucht und ich mach gerne mal einen / mehrere meiner Charaktere unglücklich. XD *fies*
Allerdings, ich merke, dass manchmal die Geschichten solche Happy Ends erfordern. Wir wollen doch alle gewinnen und das Gute siegen lassen, auch wenn es nicht immer wahr ist.
Wecken Geschichten in uns unerfüllbare Erwartungen?
Total und absolut. Siehe Frage 1. Ich kann mir solche Schnulzsachen schon gar nicht mehr angucken, weil ich davon mega gereizt werde, erstens und zweitens ich mich dann voll minderwertig und schlecht fühle und mich frage, warum das Leben so besch****en ist.
Ich hab mich allerdings damit angefunden, dass es perfekt nicht gibt. Ich suche eher jemanden, wo mir die "schlechten Eigenschaften" nichts ausmachen und die guten Eigenschaften gefallen. Also jemand der zu mir passt, mich ergänzt, dazu muss er nicht perfekt sein. Ich kann mit viel Inperfektion leben, wenn die wichtigen Dinge stimmen. (*verlegen an jemand bestimmtest denk und dann traurig bin*)
Diese Haltung kann man auch auf nicht romantische Sachen beziehen, das ganze Leben.
Allerdings, wenn es Geschichten sind, wo es eben nicht zuallererst um Liebe und Beziehung geht, reizen diese mich auch nicht so sehr, wenn sie total unrealistisch sind. Herr der Ringe könnte man auch zu so einer Geschichte dazu zählen (ein Hobbit besiegt den schlimmsten Feind der Erde?! Ja, klar!) Trotzdem ist es eine gute Geschichte die mir gefällt und von der ich mich gerne davontragen lasse. Ich glaube welche Art von Unrealismus uns auf den Zeiger geht, hängt von uns ab. Man könnte diese Sache wie gesagt, von Beziehungskisten wegübertragen auf alles was man will...
Wissen die Leser, dass es solche Menschen nicht gibt?
Vielleicht. Vielleicht mögen sie auch daran glauben, dass sie vielleicht doch mal das Glück haben. So wie es Menschen gibt, denen es an allem fehlt, gibt es ja vielleicht auch Menschen, denen es an nichts mangelt. Yin und Yang oder göttlicher Ausgleich sind da Stichpunkte. Und wenn man an sowas nicht glaube, reicht es ja vielleicht, dass es bei so vielen Menschen auf der Erde einfach eine bestimmte Wahrscheinlichkeit gibt, dass soetwas passieren könnte.
Ich warte nur nicht darauf, dass es mir passiert. Dazu bin ich im Moment zu sehr Realist.
Ist es den Lesern auch bewusst?
Was ist der Unterschied zur Frage davor? Wenn ich etwas weiß, wie kann es mir nicht bewusst sein?
Oder ist das alles völliger Humbug, über den man sich keine Gedanken machen sollte?
Das Gedanken machen bezieht sich wo drauf? Dass ich meinen Leser vielleicht etwas vormache, wenn ich so eine Geschichte schreiben? Oder ob ich mich damit für mich beschäftige?
Wie gesagt, setzte ich meinen Lesern eher Geschichten vor, wo nicht alles so rosig ist. Das liegt aber an mir, dass ich es in die Welt hinausschreien will und so damit die Menschen bewegen will. Es gibt Dramatik und die ist nicht immer schön.
Ich beschäftige mich intensiv damit. Ich denke, dass Menschen sich auch ohne Geschichten genug vormachen und sich "anpassen" und "in der Gesellschaft" funktionieren, weil sie denken, dass es so sein muss. Ich gehörte auch zu denen, die das dachten und oft versucht haben. Deswegen: Meine Gedanken bestehen eigentlich nur daraus, was wahr ist und was nicht. Ich schätze Geschichten aber als das, was sie sind: Geschichten. Ablenkung, Kurzeweile. Auch in meinen Geschichten kommt es mal zum Happy End und manchmal, obwohl ich das gar nicht so geplant hatte... Geschichten sind eben eine Sache für sich.
Gab es nicht mal einen Artikel: Man soll das Maximum heruasholen? Charaktere sind in Geschichten immer schlagfertig, weil der Autor sich tagelang um den Satz Gedanken gemacht hat? Ist es dann nicht auch ok, eine Maximum an Erzählun, Dramtik, Freude und Leid heraus zu holen? Ist es nicht das, weswegen wir Geschichten mögen und sie uns ablenken und verzaubern können? Wer würde schon eine langweilige Geschichte lesen?
Von daher, ist es eine Sache von: Wie stehe ich dazu und als was sehe ich es an.
Sollten Geschichten und Charaktere genau so sein?
*lol* Ok, ich hab in der Frage davor vorgegriffen. Klaro. Deswegen sind Büche Bücher und Filme Filme. Da hat sich jemand mega viele Gedanken gemacht im Vorwege um etwas auf den Punkt zu bringen. Ein Statement, eine Moral, eine Freude...
Da möchte man nicht wissen, wie oft der Autor zum Kaffeautomaten laufen musste, um auf die Idee zu kommen. XD
Es sind Zeichen, Symbole. Man muss sowas mit Verstand betrachten und abwägen. Was ist real uns was nicht, was soll mir das sagen und was lerne ich daraus. Oder einfach: Mann, das waren mal eineinhalb Stunden knallharte Action und sie sind vergangen wie im Fluge! Guter Film! XD
Betrachtet die Dinge mit Verstand, dann ist alles in Ordnung.
Oder sollten wir mehr Realität in unsere Geschichten einbauen?
Schadet nicht. Ich finde gerade Geschichten mit tragische Helden sehr sehr gut. Weil ich mich diesen Charakteren näher fühle, ich fühle vielleicht sogar genau wie sie. Es ist nicht alles perfekt und staubfrei. Ich möchte endlich mal eine gute Geschichte lesen, wo das Böse gewinnt und man am Ende denkt: Yeah, genauso hat es sein müssen! Ich liebe auch Geschichten, wo der Gute böse Züge hat und der Böse gute und wo man dann dem Bösen fast doch noch den siegt gönnt. *haarrrr* Unglaublich gut!
Aber, die anderen Geschichten sind eben auch gut und erfüllen ihren Zweck.
Hast du dich schon einmal in (d)eine Romanfigur verliebt?
Oft. Heute tue ich das nicht mehr. Ich frage mich eher, was es war, was mich so fasziniert hat und versuche es mir als Vorbild zu nehmen. Eine Essenz für mich daraus zu ziehen und es für mich umzusetzen. Ich "verliebe" mich in Figuren auch oft nicht, weil sie gut aussehen oder der Hauptcharakter sind, sondern wegen ihren Wesenszügen.
Findest du das bedenklich/normal/herrlich?
Unsere Gesellschaft finde ich total bedenklich. Allerdings weiß ich auch nicht, wie man das noch ändern soll. Die Welt ist schlecht und wird es immer bleiben.... das finde ich normal.
Herrlich finde ich es, das zu wissen und damit umgehen zu können, mehr oder minder gut.
Wow, aus Buch Fantasie vs Realität ist bei mir Gesellschaftskritik geworden. Krass...
Also, der Versuch nochmal zurück zu Büchern zu kommen. Klar ist das irgendwie bedenklich, wie viel wir Menschen und gerne vormachen und vormachen lassen wollen. Aber so sind wir, Menschen sind Träumer. Wir müssen nur immer aufpassen, dass wir unseren Kopf benutzen. Ich kann nichts dafür, wie jemand mein Buch interpretiert oder kann ich es doch und ich trage die Verantwortun, wenn ich jemandem damit schade? Ich glaube, das wäre eine krasse philosophie Diskussion, wo es kein klares Ergebnis gibt, deswegen lass ich das jetzt. Ich bin für: Augen auf, beim Eierkauf! Pass auf dich selber auf, dann muss es kein anderer für dich tun, der vielleicht nicht da ist oder es nicht richtig macht.
Andererseits kann ich sehr gut den Kopf abschalten mit Büchern und Filmen. Ich bin eine von denen, die mitweinen, mitfreuen, mitfiebern und das nicht zu knapp. Man entflieht der Realität für eine Weile und hat Ruhe vor dem, was einen gerade stresst, nervt., was auch immer oder man macht einfach nur einen Ausflug, wenn einen eben nichts nervt. Es ist Entspannug für den Kopf. Während man in einer Geschichte ist, wie auch immer sie geartet ist, vergisst man die Realität um sich herum. Zeitvertreib. Man muss nur aufpassen, das für einen die Grenzen nicht verschwimmen.