Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon Ankh » 21.10.2015, 00:14

Es geht nicht um zwei oder drei Zeilen, sondern um 23 Zeilen Anschuldigungen und 75 Zeilen Antwort drauf. Die würde ich doch ganz gerne strukturieren. Warum sind Absätzen innerhalb von wörtlicher Rede grundsätzlich schlecht? Andere Text gliedert man ja auch in Sinneinheiten. Ich fände es halt blöd, da jedesmal einen Beat dazwischenzusetzen, nur damit ich Absätze vermeide.
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon Zwielicht » 21.10.2015, 00:58

Ich kann dir nur sagen, was ich bisher schon gesehen habe:
Absätze innerhalb der wörtlichen Rede OHNE schließendes Anführungszeichen oben, am Ende eines Absatzes - aber MIT öffnendem Anführungszeichen unten am Anfang des neuen Absatzes. Also genau so, wie du geschrieben hast.

Scheint zumindest bei einigen so Usus zu sein. Sieht aber tatsächlich ... extrem doof aus. Und ich muss Maggi absolut beipflichten: Meiner Meinung nach haben Absätze innerhalb von wörtlicher Rede nichts verloren. Textwand, klar. Aber du kannst doch auch ne Anschuldigungsliste zumindest hier und da durch Aktion unterbrechen ... und sei es mit einer Banalität wie "Er holte Luft." Da könnte ich mir dann durchaus einen Absatz vorstellen.
Zuletzt geändert von Zwielicht am 21.10.2015, 10:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon Ankh » 21.10.2015, 08:32

*seufz* Danke, dann werd ich darüber nochmal meditieren. :|
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon MissPelled » 08.11.2015, 11:44

Ich bin noch ganz neu hier und ich finde ihr habt ein tolles Forum. Ich hoffe sehr,dass man mir meine oft "dummen" Fragen nicht verübeln wird. Da wie ich schon in der Vorstellungsrunde geschrieben habe ich Deutsch nie in der Schule gelernt habe, ich bin in Russland zur Schule gegangen und habe das was vor der Schule war, alles vergessen, habe ich oft noch mit der deutschen Sprache Probleme. Es gibt einige Wörter wo ich mir nie sicher bin ob ich sie richtig schreibe, weil es die gleichen ausgesprochen Wörter noch einmal gibt und die ganz anders geschrieben werden. Könnte mir vielleicht jemand helfen zu verstehen, worin der Unterschied ist.

tod und tot
gerade und gerate
seit und seid
viel und fiel
warum schreibt man todmüde und nicht totmüde?

Ich möchte es halt gern verstehen, damit ich es nicht immer wieder falsch schreibe.

Ich hoffe ihr schimpft jetzt nicht mit mir, ich weiß das sind Babyfragen, aber ich habe niemanden der mir das erklären kann.

Lg Missy
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon orangelunar » 08.11.2015, 13:24

"Tod" ist das Substantiv, "tot" ist ein Adjektiv. - Jemand ist gestorben, also tot. Der Tod geht um, weil die Pest im Dorf umgeht.
Das Wort "gerade" bezeichnet eine Zeiteinheit (etwas ist gerade erst geschehen) oder eine Richtung (nicht links, nicht rechts, sondern geradeaus) oder beschreibt eine Eigenschaft (die Banane ist krumm, der Ast ist gerade). Das Wort "gerate" kommt von "geraten", das ist ein Verb.
Das Wort "seit" steht in Zusammenhang mit einer Zeiteinheit (seit vier Jahren). Das Wort "seid" ist eine Form des Verbes "sein" (ihr seid zur Schule gegangen).
Das Wort "fiel" kommt von "fallen", das ist ein Verb. Das Wort "viel" bezeichnet eine unbestimmte Anzahl von Dingen/Lebewesen. - Er fiel vom Dach. Sie kannte viele Leute.

Warum es "todmüde" und nicht "totmüde" heißt, kann ich nicht beantworten, das weiß ich nicht. Jede Antwort wäre reine Spekulation.
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon Padrion » 08.11.2015, 13:41

MissPelled hat geschrieben:tod und tot

Tod ist das Substantiv und wird großgeschrieben (Beispiel: Der Tod trat um 15:00 Uhr ein). Tot ist das Adjektiv und wird (außer am Satzanfang) klein geschrieben (Beispiel: Er ist schon lange tot).
Da beides tatsächlich gleich ausgesprochen wird, bringen das auch viele Muttersprachler durcheinander.

MissPelled hat geschrieben:gerade und gerate

Gerade ist das gegenteil von schief bedeutet aber auch so viel wie jetzt/unmittelbar, je nach Kontext.(Beispiel: gerade eben habe ich noch eine gerade Linie gezeichnet)
Gerate kann eigentlich nur vom Verb geraten kommen (Beispiel: ich gerate oft in Schwierigkeiten).Wird jeweils anders ausgesprochen und hat auch sonst nichts miteinander zu tun. Hier soltlen Verwechslungen eigentlich ausgeschlossen sein.

MissPelled hat geschrieben:seit und seid

Seit hat immer zeitlichen Bezug (Beispiel: Ich war hier seit Jahren nicht mehr).
Seid kommt vom Verb sein. (Beispiel: Ihr seid die besten Freunde).
Das ist ein sehr beliebter Fehler auch unter Muttersprachlern. Ganze Internetseiten beschäftigen sich damit z.B. http://seitseid.de

MissPelled hat geschrieben:viel und fiel

Viel ist das Gegenteil von wenig, bezeichnet also eine Menge (Beispiel: Das ist mir zu viel Arbeit)
Fiel kommt vom Verb fallen. (Beispiel: Er fiel in den Graben)

MissPelled hat geschrieben:warum schreibt man todmüde und nicht totmüde?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Totmüde fände ich logischer, aber Sprache ist eben nicht immer logisch...
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon Deirdre » 08.11.2015, 13:51

Keine Sorge, MissPelled, das sind Wörter, die auch Leute, die am Deutschunterricht teilgenommen haben, oft falsch schreiben. Ich versuch mich mal an einer Erklärung.
Edit: Jetzt sehe ich, dass schon zwei Leute die gleichen Erklärungen gegeben haben. Ich versuch mich also kürzer zu fassen ;)

tot und Tod
tot "Thomas ist tot. Er wurde getötet."
Tod "Der Tod gehört zum Leben dazu."
todmüde oder tödlich sind Adjektive, die von Tod abgeleitet sind.

gerate und gerade
gerate Geraten kann auch gelungen bedeuten: "Der eine Kuchen ist gut geraten, der andere ist missraten."
gerade kommt im allgemeinen Sprachgebrauch viel öfter vor. Es gibt in der Geometrie auch die Gerade. Das ist eine gerade Linie, die unendlich weitergeht.

seit und seid
seit "Seit tausend Tagen" oder "seitdem ich Thomas traf"
seid ist die zweite Person Plural von sein. "Ihr seid doch doof." Warum man das mit d schreibt, hab ich nie begriffen, da andere Wörter in II.P Plural ja auf ein t enden ("ihr wollt", "ihr müsst",...), aber sein ist eben einfach unregelmäßig. Das muss man wohl so akzeptieren.

fiel und viel
fiel "Fritz fiel auf den Fußboden. Das gefiel ihm nicht."
viel "viel oder wenig". "Ich muss viel Violine üben."
Im Kontrast: "Vor vielen Jahren fielen viele Sterne vom Himmel."
Für alle, die einen Hafen suchen, wenn die Werkstatt schließt: http://die-schreibstube.phpbb8.de/forum
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon IPatricia » 08.11.2015, 14:31

Die anderen haben ja eigentlich schon alles Super erklärt, deshalb wollte ich nur mal eben was zu der Sache mit dem "Warum todmüde und nicht totmüde?" sagen. Ich denke, das kommt daher, dass man damit nicht sagt "Ich bin so müde, als ob ich gleich tot wäre", sondern es kommt von "des Todes müde sein." Ich tippe darauf, dass es einfach einen anderen Ursprung hat als das, was man damit heute ausdrücken will, sicher weiß ich es aber auch nicht. Wäre die naheliegendste Vermutung.
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Re: Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon MissPelled » 08.11.2015, 16:00

Danke an euch alle, das hilft mir sehr. Ich hab mir das mal kopiert, wenn es für euch in Ordnung geht, dann kann ich das bei mir immer nachlesen. Danke für eure Mühe. Lg und ein schönes Wochenende noch Missy
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