Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Rechtschreibung & Grammatik / Ausdruck

Beitragvon Kim Possilbe » 15.03.2007, 20:46

Ihr wisst nicht, wie ihr etwas richtig schreibt?
Ihr hadert mit den Zeiten?
Ihr sucht nach einem bestimmten Ausdruck oder Wort?

Dann seid ihr hier richtig. :) Das hier ist ein Sammelthread für alle kleineren Fragen um Rechtschreubung und Grammatik sowie Ausdruck.

gez. Zitkalasa (24.05.2009)


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IDS, „Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis“ - Überarbeitetes Regelwerk (Fassung 2006)
Von der Originalseite http://rechtschreibrat.com/

Da erfährt man alles über Grammatik und Rechtschreibung, was man schon immer wissen wollte, sich aber nie zu fragen getraut hat *zwinker*
Zuletzt geändert von Kim Possilbe am 16.03.2007, 09:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Ben » 15.03.2007, 20:54

Ein wirklich sehr guter Hinweis, danke Kim.
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"Neue" Rechtschreibung

Beitragvon Kim Possilbe » 24.03.2007, 11:04

Die Neue Rechtschreibung ist ja jetzt eigentlich schon alt. Aber bisher habe ich mich immer geweigert, mir dieses besch****** Gewirr von Regeln anzuschauen, geschweige denn zu lernen.

Aber ich glaube, als Schriftsteller kommt man da irgendwie nicht wirklich durm rum.

Deshalb hab ich Google Mal ein bisschen gequält, und rausgekommen ist dieser Link hier: (es war noch mehr, aber der hat mir am besten gefallen)
akademie.de: hier gibt es einen kleinen Test (nach Gefühl schreiben ist nicht immer richtig), und eine Art Kurs mit Anwendungsübungen.
Ich bin noch nicht ganz durch, aber der ist wirklich gut, kann man sich wirklich Mal antun, und man bekommt sogar das Gefühl, dass es so schwer gar nicht ist ;)
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Beitragvon Erik » 25.03.2007, 09:54

Das ist echt ein verdammt guter Link, ich muss nämlich zugeben, dass ich in Rechtschreibung noch sie so eine besondere Leuchte war.
Ich huldige der automatischen Rechtschreibprüfung. 8)
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Satzzeichen, Kommata in Gedichten?

Beitragvon Sten » 24.11.2007, 07:25

Hallo...

eine Frage, die ich schon länger habe.

Als ich hierher kam, sah ich es öfters.

Anders herum: Ich setze keine Satzzeichen in Gedichten. Nur Komma bei Notwendigkeit direkt in einer Zeile (Aufzählung, Zeilensatzunterteilung) also nicht am Ende jeder Zeile. Setze auch keinen Punkt.Wenn bei mir ein neuer Satz im Gedicht beginnt, schreibe ich das erste Wort groß.
Manche verwenden Satzzeichen, Komma am Zeilenende, ein Punkt bei beendetem Satz.

Wie ist es "richtig"? Oder ist das einfach Gefallenssache?
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Beitragvon Zitkalasa » 24.11.2007, 21:06

Wie du schon sagst - es ist Sache des eigenen Geschmacks.

Die Verwendung von Satzzeichen bzw die Großschreibung sind Dinge, bei denen du bei Gedichten freie Hand hast. Genauso wie du bei Gedichten reimen kannst wie du willst oder auch nicht, wo du mit Rythmus schreiben kannst oder nicht.
Gedichte sind wohl die einzige Möglichkeit für einen Schriftsteller völlig narrenfrei zu schreiben.

Allerdings kannst du dir auch bestimmte Vorgaben machen, wie du mit dem Charakter, dem Rythmus und der Verteilung von Vers und Strophe umgehst; Beispiele wären wohl Balladen, Lieder, Sonette etc.. Alle sind in der Literaturwissenschaft mit verschiedenen Merkmalen versehen, was oben genannte Punkte angeht - was folglich bedeutet, dass es sich zBsp. als schwieriger erweisen kann eine Ballase zu verfassen als ein völlig freies Gedicht.

Jedoch, wie gesagt, liegt es völlig bei dir wie du deine Gedicht schreibst. ;3
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Beitragvon Sten » 24.11.2007, 21:13

Prima... danke Zitkalasa,

war mir ne "wichtige" Frage. Falls ich mal irgendwo was hinsenden wollen würde, daß ich dann nicht wegen fehlerhafter Gestaltung gleich auf dem Zurück-Stapel wandere. Danke für Deine Antwort : ). Habe mir das mit der Nichtzeichensetzung lediglich irgendwo unbewußt abgeguckt und dann so gemacht. Hätte ich Gedichte mit Zeichensetzung gelesen, würde ich diese vermutlich verwenden.
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Beitragvon sarah » 20.12.2007, 17:08

Die Frage war echt gut!
Hat mich auch seid längerem beschäftigt!

Jetzt weiß ich bescheid!

lg sarah
Lebe jeden Tag als wäre es der Letzte in deinem Leben!
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Hilfe! In Vergangenheit schreiben - mit Schwierigkeiten!?

Beitragvon Reni1982 » 25.03.2008, 18:31

Hi,

ich bin heute neu zu diesem suuuuuuuper Forum gestoßen und war sooo erleichtert als ich gesehen habe in welchem Umfang hier genau die Probleme (und ich meine wirklich GENAU AUF DEN PUNKT GEBRACHT) die ich beim schreiben habe zum Thema gemacht werden und wieviel hilfreiche Antworten dabei rum kamen! Nun ist mir schon vieles bentwortet worden, aber eine Frage bleibt mir irgendwie und die hindert mich so mega daran eine Geschichte weiter zu schreiben...das ich sie letzten Endes manchmal echt verwerfe obwohl es eine (erst mal meiner Meinung nach) gute Idee war.

Und zwar, schreibe ich gerade an einer Geschichte die aus der Position einer 19jährigen Amerikanerin erzählt wird. Dabei ist mir schon so oft aufgefallen (wie in meinen Geschichten vorher auch) das ich wieder ins Stocken gerate wegen der Zeitenform. Irgendwie passiert es mir, dass ich das Gefühl habe zwar in Vergangenheit zu schreiben, aber totzallem in verschiedenen Formen. Oder ein noch besseres Beispiel fällt mir ein...

BEISPIEL...

Tom wohnte schon seit dem Kindergarten direkt nebenan. Im Klartext heißt das (ERSTE FRAGE, kann ich hier nun das heißt lassen oder muss ich hieß das schreiben????) wir kennen (bei dem Wort kennen ist es genauso) uns schon ein lebenlang.

Worauf ich hier hinaus will...ist die Frage...schreibe ich in einer Story die in Vergangenheitsform geschrieben wird auch manchmal in Gegenwartsform??? Zum Beispiel erzählt sie dann "Ich war 19 Jahre alt und lebte schon seit dem ich denken konnte in total öden Nest" ???
Weil ich möchte die Geschichte nicht als eine nachträgliche Biographie schreiben sondern aus der Warte heraus, dass das Erlebte zwar nachträglich erzählt wird, aber so, als ob es gerade vor ein paar Wochen geschehen ist. Das heißt die Hauptfigur ist immer noch 19!!

Echt kompliziert, ich weiß *grins*

Und wie ist es mit meinem persönlichen UNWORT --> HATTE!!!!!
Ahhh, da könnte ich schon schreiend davon laufen...weil ich Vergangenheitsform so viele Sätze bei mir mit HATTE enden. Und wenn ich die Sätze dann zwar in eine andere Vergangenheitsform ändere...scheint mir das alles irgendwie grammatischer Müll zu sein...liege ich da richtig oder is das nur der "innere Lektor" der mit dem Zeigefinger wedelt???

Beispiel:

Als sie die letzte Stufe erklomme hatte, war sie fix und fertig. Ganze Bäche an Tränen rannen ihr die Wangen hinunter. Nur zu gut sah man ihr an das sie die ganze Geschichte wirklich mit genommen hatte.

oder könnte ich auch schreiben:

Als sie die letzte Stufe erklomm, war sie fix und fertig. Ganze Bäche an Tränen rannen ihr die Wangen hinunter. Nur zu gut sah man ihr an das sie die ganze Geschichte wirklich mitnahm.

Und bin ich dann irgendwie auf dem ganzen falschen Dampfer????
Könnte ich dann drauffolgend wieder mit "hatte" arbeiten oder sind das irgendwie Zeitensprünge! Ich war immer gut in Deutsch...aber irgendwie is mir das jetzt so viel zu hoch. Ich komm da in meinem eignen Gedanken-Wirr-War nimmer zurecht! Kann mir BIIIIIIIIIITTE JEMAND HELFEN????

Gaaaaanz liebe Grüße und vielen Dank...

Reni
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Beitragvon Zuckerblüte » 25.03.2008, 20:48

Hallo Reni,

Tom wohnte schon seit dem Kindergarten direkt nebenan. Im Klartext hieß das, dass wir uns schon ein Leben lang kannten.
___________________________________________________________

Als sie die letzte Stufe erklomme hatte, war sie fix und fertig. Ganze Bäche an Tränen rannen ihr die Wangen hinunter. Nur zu gut sah man ihr an das sie die ganze Geschichte wirklich mit genommen hatte.

oder könnte ich auch schreiben:

Als sie die letzte Stufe erklomm, war sie fix und fertig. Ganze Bäche an Tränen rannen ihr die Wangen hinunter. Nur zu gut sah man ihr an das sie die ganze Geschichte wirklich mitnahm.

Hier sind beide Texte in der Vergangenheitsform geschrieben. Wären sie in der Gegenwart geschrieben müssten sie so aussehen:

Als sie die letzten Stufen erklimmt, ist sie fix und fertig. Ganze Bäche an Tränen rennen ihre Wangen hinunter. Nur zu gut sieht man ihr an, wie sie ganze Geschichte mitnimmt.
______________________________________________________________

Da Du schreibst, dass worüber Du schreibst, ist circa eine Woche her. Ergo musst Du in der Vergangenheitsform schreiben. Wenn Du einen Dialog einbaust, muss es aber in der Gegenwartsform geschehen.


Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

Liebe Grüße
Zuckerblüte.
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Beitragvon Nogitsune » 25.03.2008, 21:45

Hach ja, die guten alten Zeiten... das ist so eine Angelegenheit, die mich selbst regelmäßig aus dem Konzept bringt.
Da gibt es nämlich diese ganz bösartigen Feinheiten, die mir in einigen Büchern aufgefallen sind und die mich immer mal wieder zweifeln lassen.
Denn offenbar kann man sehr wohl das Präsens benutzen, wenn man eigentlich in der Vergangenheit schreibt - dann nämlich, wenn etwas allgemein gültig ist.
Das wäre dann so etwas wie: "In ihren Augen lag jenes Funkeln, das sich auch in den Augen einer Katze finden lässt, kurz bevor sie sich auf ihre nichtsahnende Beute stürzt."
Wobei das wohl eher ein Stilmittel ist und es nicht schaden kann, erst einmal die Finger davon zu lassen. Zumal du so etwas dann auch konsequent durchziehen und dir deiner Sache einigermaßen sicher sein müsstest.
Im Zweifelsfall würde ich mich auch einfach an das Präteritum halten. Früher oder später bekommst du ein Gefühl dafür und kannst kleine Fehler dann noch im Nachhinein beseitigen.
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Re: Hilfe! In Vergangenheit schreiben - mit Schwierigkeiten!

Beitragvon schreiberling » 26.03.2008, 00:14

Reni1982 hat geschrieben:Tom wohnte schon seit dem Kindergarten direkt nebenan. Im Klartext heißt das (ERSTE FRAGE, kann ich hier nun das heißt lassen oder muss ich hieß das schreiben????) wir kennen (bei dem Wort kennen ist es genauso) uns schon ein lebenlang.

Worauf ich hier hinaus will...ist die Frage...schreibe ich in einer Story die in Vergangenheitsform geschrieben wird auch manchmal in Gegenwartsform??? Zum Beispiel erzählt sie dann "Ich war 19 Jahre alt und lebte schon seit dem ich denken konnte in total öden Nest" ???
Weil ich möchte die Geschichte nicht als eine nachträgliche Biographie schreiben sondern aus der Warte heraus, dass das Erlebte zwar nachträglich erzählt wird, aber so, als ob es gerade vor ein paar Wochen geschehen ist. Das heißt die Hauptfigur ist immer noch 19!!


Lass ihn sich an irgendeine Begebenheit aus den Kindergartentagen erinnern. zB wie er bei seinem Freund beim Kindergeburtstag eingeladen war. Irgendwas das mit der heutigen Handlung in Verbindung steht und etwas erzählt über die beiden, meinetwegen unterschiedliche soziale Herkunft etc...
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Hilfe bei der Verbform

Beitragvon Kröte » 18.04.2008, 21:33

Ich hätte da eine Frage, die manchen womöglich vollkommen unnötig erscheint, da die Antwort an und für sich klar wie Kloßbrühe sein müsste. Doch trage ich sie schon allzu lange mit mir herum und dies scheint mir der richtige Ort, sie zu stellen. Also:

Das Verb "schleifen". Einfache Vergangenheitsform: "schliff".
So weit so gut. Steht in jedem Duden. Stimmt ja auch.
Für mich persönlich aber nur in Bezug auf etwas, das in Form geschliffen wird - ein Diamant, ein Schwert et cetera. Er schliff den Diamanten.

Wenn ich nun aber schreiben würde: "Er schleift ihren Körper über den Boden", würde ich in der Vergangenheit schreiben: "Er schleifte ..."
Warum? Wie kommt es, dass ich bei einem Verb, dessen Formen im Duden festgelegt sind, anhand des Kontextes entscheide, wie es geschrieben wird?

Ich finde nur "Er schliff ihren Körper ..." seltsam. Ich stelle sofort einen Zusammenhang zu geschliffenen Materialien her. Das mag mir einst falsch vorgelegt worden sein und ich habe es so weit verinnerlicht, dass ich nun "schleifte" schreibe, obgleich es nicht einmal stimmt.

Also ... Kommt es nun tatsächlich auf den Kontext an, oder heißt es definitiv "schliff", ganz gleichgültig, um was es sich handelt?

Es grüßt die Kröte
Lathe biosas.
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Beitragvon Tiny » 18.04.2008, 21:50

Hallo,

schau mal im wiktionary nach. Ich habe schleifen und Präteritum in google eingegeben und es kam ein Eintrag von wiktrionary (Wörterbuch von Wikipedia). Ich fand deine Frage nämlich auch sehr interessant und hätte sie genauso beantwortet wie du - und letztendlich hattest du ja auch recht!

LG
Tiny
Sobald wir lernen uns selbst zu vertrauen fangen wir an zu LEBEN.
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Beitragvon sleepless_lives » 19.04.2008, 06:32

Hallo Kröte,
es handelt sich hier um zwei verschiedene Wörter, die nur im Präsenz genauso ausgesprochen und geschrieben werden.

Eine Geschichte von Bastian Sick (Autor von "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod") über die starken Verben und auch 'schleifen' ist hier und die Erklärungen dazu hier.

Schön auf den Punkt gebracht ist die Schleifproblematik auch in diesem Posting hier auf der Website einer Software-Firma, die unter anderem hier einen online Verbformengenerator hat.

Grüße,

- sleepless_lives
Es sollte endlich Klarheit darüber bestehen, dass es uns nicht zukommt, Wirklichkeit zu liefern, sondern Anspielungen auf ein Denkbares zu erfinden, das nicht dargestellt werden kann. (Jean-François Lyotard)
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