Reicht eine einzige Idee für einen ganzen Roman?

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Reicht eine einzige Idee für einen ganzen Roman?

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus Jackys Blog zu diskutieren:
Reicht eine einzige Idee für einen ganzen Roman?

Wieviele Ideen sammeln sich in deinem Projekt?
Hast du vielleicht wirklich nur EINE Idee verarbeitet?

von © Alessa

 
So, nachdem ich meine Moderatoren-Hiwi-Tätigkeit erfolgreich ausgeführt habe, muss ich gleich mal selber was zum Thema schreiben.

Ich habe ja noch nicht viele Projekte angefangen, aber ich merke doch, dass die Projekte am meisten Probleme bereiten, wo ich nur eine Grundidee "verwurste". Es scheint tatsächlich so, dass man mit einer Idee selbst nicht weit kommt.

Also versuche ich jetzt auch mal, weitere Ideen für mein Projekt zu sammeln, dass Eichhörnchen will schließlich was zu futtern haben. In diesem Sinne Jackie vielen Dank für die tolle Anregung!

lg Steffi

von © Alessa

 
Um so besser, wenn es hilft :D
Kannst ja Mal bescheid geben, ob's am Ende funktioniert hat.

lg
Jacky ;)

PS: Übrigens vielen Dank für deine Unterstützung!! 8)

von © Jacky

 
N´Abend.

Also ich weiß garnicht, ob ich mehrere Ideen habe oder eine große...

Wie erkennt man das in so einem Fall?? Ich hab halt ne Idee gehabt und inzwischen ist daraus der GROBE Plot für eine Trilogie geworden.

Jetzt weiß ich nichtmehr, ob das eine Idee ist, die den Protagonisten diese Handlung durchführen lässt, oder ob es mehrere einzelne Ideen/ Handlungen sind...

Auf jeden Fall ist die Planung noch lange nicht fertig, der Plot kann noch wachsen und sich verändern... meistens fällt mir irgendwas ein, was ihn verändert und dann denke ich, dass es so eh viel besser ist als vorher...

Also bis demnächst.

Mit freundlichen Grüßen,

Drachenreiter

von © Drachenreiter

 
"Ein Geschäftsmann verliebt sich in eine Nonne" (mein Georg Sandman Beispiel), das ist eine Idee. Nur daraus einen ganzen Roman zu machen, wird eher schwierig werden.

"Er erhascht versehentlich einen Bilck auf ihren blanken Knöchel als sie nicht aufpasst, daraus erwächst ein langes Gespräch über nackte Haut, Verführung, Männer und Frauen. Ein philosophischer Austausch über ganz verschiedene Ansichten". Das passt definitiv zur ersten Idee, ist eigentlich nur eine Ausarbeitung. Aber mit ihr, wird aus der ersten Idee etwas besonderes, sie reift zu etwas anderem heran. Ohne diesen Zusatz, ist die erste Idee nur ein Klischee.

"Eine intrigante Mutter Oberin spinnt ihre Fäden, um eine ihrer Nonnen zu retten. Sie erfindet Lügen (wie entschuldigt sie diese Sünde?? Doppelmoral!)" Mit dieser Idee entwickelt sich ein komplett neuer Handlungsstrang und eröffnet Möglichkeiten für viele Gespräche und begebenheiten ...

Was wäre denn dann keine neue Idee ... gute Frage, ... wahrscheinlich etwas, das komplett innerhalb der Möglichkeiten der ersten Idee bleibt ohne neue Möglichkeiten zu schaffen, ohne neue Perspektiven aufzuzeigen. Vielleicht ein Gespräch zwischen Der verliebten Nonne und ihrer Schwester, wobei die Schwester einfach nur als Zuhörer dient, bzw auf ihre Sünde hinweist. Dieser Konflikt ist schon in der ersten Idee vorhanden und wird durch diese Szene "nur" dargestellt, es ist aber keine neue Idee.

Was wäre für euch eine neue Idee? Was wäre keine? Und vor allem warum?

von © Jacky

Das Lawinen-Prinzip

 
Bis ich den Artikel las, hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wieviele Ideen man braucht, um einen Roman zu schreiben. Ich dachte immer, gute Ideen seien doch wirklich das kleinste Problem, daß es beim Schreiben gibt.

Trotzdem habe ich den Artikel zum Anlaß genommen, einmal darüber nachzudenken, wie ich an meine Ideen komme. Und die Antwort ist absolut eindeutig: EINE Kernidee für einen Roman. Versucht man mehrere Ideen zu verknüpfen, führt das unweigerlich zu einem unentwirrbaren Knäuel. Nein, definitiv nur eine Kernidee!

Diese Kernidee ist in den meisten Fällen bereits eine vage Vorstellung von einer Figur, dem Protagonisten. Wenn nicht, dann ist der erste und wichtigste Schritt, die Idee in einen Charakter umzuformulieren. Dies kann oder besser sollte mit nur einem Satz passieren. Z.B. Ein alter Mann, der nach Jahrzehnten in sein Heimatdorf zurückkehrt. – Klingt ziemlich langweilig, oder? Aber das war der erste Schritt auf dem Weg zu meinem Roman.

Steht dieser grobe Umriß eines Protagonisten, beginnt erst die eigentliche Ideenentwicklung. Um diesen Charakter herum baue ich mir – wenn möglich sogar per Mind-mapping – ein Fragengerüst. Lauter W-Fragen. Wer? Was? Wann? Wieso? Warum? Woher? Wohin? Womit? … Entsprechend der Idee für den Protagonisten sollte man die Fragen natürlich präzisieren. Z.B. Wohin ging der Protagonist, als er in seiner Jungend sein Heimatdorf verließ? Warum ging er damals weg? Warum kommt er nun wieder? Was hat er in der Zwischenzeit gemacht? (Das sind konkrete Beispiele von den ersten Überlegungen zu meinem Roman.)

Auf jede dieser Fragen kann es mehrere Antworten geben. Jede dieser Antworten wirft wieder neue Fragen auf. Darauf gibt es wieder jeweils mehrere mögliche Antworten. Die führen zu neuen Fragen. usw. usw.

Wahrscheinlich hast Du schon gemerkt worauf ich hinaus will: Es gibt einen Lawineneffekt. Nach drei bis vier Runden hast Du bereits eine solche Fülle von Optionen, daß Du daraus locker fünf oder zehn Romane machen könntest, ohne irgendeine Idee zu wiederholen. Jetzt brauchst Du nur noch die Optionen durchzugehen und dir die Punkte rauszupicken, die Dir am besten gefallen oder am vielversprechensten erscheinen. Natürlich mußt Du dabei darauf achten, daß die Auswahl auch harmonisch zusammenpaßt. Aber sollte mal etwas nicht so gut passen, dann hast Du sofort einen riesigen Katalog an Alternativen.

Im Artikel heißt es: „Es gab insgesamt vier Charakteren und ein magischen Objekt, zumindest im Wesentlichen.
Das waren wenigstens die Teile die mir wirklich wichtig waren und die ich unbedingt behalten wollte.“
Die Schlußfolgerung daraus war, daß die Geschichte nur aus einer Idee bestand und diese eine Idee einfach nicht ausreichte.

Meine Analyse ist genau umgekehrt: Es gab zu viele Ideen. Bei vier Charakteren MUSS es mehr als nur eine Idee geben. Und vermutlich war das Problem eher, daß diese Ideen einfach nicht zueinander paßten. Reduzier die Idee auf EINEN Protagonisten und starte die Lawine. – Wenn die Lawine im Tal angekommen ist, wirst Du bis zum Lebensende genug Material haben.

Wenn Du es ausprobieren willst, wünsche ich viel Spaß. Aber paß auf, daß Du nicht unter die Lawine kommst.

von © Richard K.

 
Ich verarbeite eigentlich NUR einzelne Ideen. Früher hatte ich eine Zeit lang dauernd neue Ideen - hauptsächlich für Charaktere, nicht für Geschichten - und hab versucht, sie alle im Genre Fantasy in eine Geschichte zu packen. Aus keiner davon ist jemals was richtiges geworden, einer Freundin von mir gehts genauso. Aber jetzt hab ich ungefähr zwölf einzelne Ideen gespeichert, die alle überhaupt nicht zusammenpassen, in zweien davon geht es ausschließlich um einen Charakter, dem ich irgendwann eine Geschichte schreiben möchte. Ich glaube, es bringt nichts, einfach alle Ideen, die man hat, in eine Geschichte zu packen.

von © naemi

 
ich glaube, ein roman entwickelt sich einfach. wenn ich etwas schreibe, dann ist da meist eine einzelne idee am anfang, die mir in einer bestimmten situation gekommen ist. dann entwickeln sich einzelne sätze, textpassagen und so setzt sich die handlung dann fort. ich wweiß nicht immer wenn ich zu schreiben anfange was dann am ende dabei rauskommen wird, und das ist dann eigentlich ein richtig spannender prozess, wie aus einer einzelnen idee eine geschichte, ein ganzer roman entstehen kann...

von © Concorde

 
Das sehe ich genauso.

Bei mir gibt es am Anfang immer irgendeine einzelne Idee. Eine bestimmte Situation, die ich gerne verwenden würde (das war bei meinem aktuellen Projekt so - da wollte ich unbedingt eine erotische Spannung zwischen einer Kundin und ihrer Frisörin beschreiben), daraus entwickelt sich dann mehr. Manchmal steht auch ein Charakter am Anfang oder ein bestimmtes Thema (zum Beispiel, dass es Weihnachten spielen soll).

Natürlich muss man diese Idee dann noch gehörig erweitern, sonst wäre es natürlich dürftig. Aber normalerweise baut sich das bei mir dann so ganz langsam auf.

von © jule17

Re: Reicht eine einzige Idee für einen ganzen Roman?

 
Ich habe eine Idee für einen Roman und im Moment steht sie noch ganz alleine da. Aber dank dieser Fragestellung ist mir endlich klar geworden, warum ich nicht weiter komme^^
Aber ich möchte mit dieser "Idee" auf etwas hinaus und habe Angst, dass, wenn ich noch mehr hinzufüge, ich von wesentlichen abkomme/ablenke. Das ist ein ziemlich dummer Teufelkreis :?

von © Pusteblume

Re: Reicht eine einzige Idee für einen ganzen Roman?

 
Kennt ihr diese Gefühl, wenn ein imaginärer Knoten platzt? :mrgreen: Zu schade, dass ich diesen Blogeintrag nicht früher gefunden hab.

von © Foxy

Re: Reicht eine einzige Idee für einen ganzen Roman?

 
Bei mir fing es mit einer ganz großen Idee an, ich könnte ja über ein bestimmtes Thema schreiben.

Dann habe ich mir gedacht, wie wäre es denn mit diesem Hauptthema. Also erst einmal aufgeschrieben. Danach überlegte ich mir die Figuren und dadurch entstanden neue Ideen und so weiter und so fort.

Ich arbeite daher mit einer großen Grundidee, worauf meine Geschichten bauen. Und danach entstehen immer wieder kleine Ideen, die ich einbaue um das Buch hoffentlich lebendiger zu gestalten und interessantere Dinge erleben zu lassen.

Bei mir reicht also eine Idee nicht aus.

von © Stadthexe

Re: Reicht eine einzige Idee für einen ganzen Roman?

 
Hm.
Ich schätze es kommt auf die Ausmaße an, die die Idee annimmt.
Bei mir fängt es mit Ideen meist klein ein, ein Spruch, ein Dialog, ein Charakter. Im Kopf gehe ich dann ein wenig nach dem Schneeflockenprinzip vor, dort kommt noch was dazu, die Idee die ich dort und da hatte passt eigentlich auch und ehe ich mich versehe ist die kleine Idee zu einem riesengroßen Haufen geworden, der sortiert, geordnet und in die gescheite Reihenfolge gebracht werden muss.
Insofern denke ich, dass eine Idee zwar den Anfang machen kann und auch eine zentrale Rolle behält, man aber ohne weitere Ideen einfach nicht viel weiter kommt :D

von © Miststück