[SciFi]Reparaturarbeiten

[SciFi]Reparaturarbeiten

Beitragvon DraconRa » 23.07.2014, 15:04

Kurz vorab, ich sehe es mehr als Science Fantasy, aber ins Urban Fantasy Forum passt es noch weniger, also stelle ich es mal hier ein.

Es gehört zu meinem Geschreibsel, aber die Handlung spielt in einem Zeitraum, zwischen dem Prolog und dem ersten Kapitel.
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Quirran schreckte hoch, der schrille Alarmton hatte ihn aus seinem tiefen Schlaf gerissen.
Er brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Das Medizindeck des Raumschiffes wurde von den rot blinkenden Alarmleuchten nur spärlich erleuchtet. Er tastete nach dem Computertablett, es musste irgendwo rechts neben ihm liegen. Hier. Vorsichtig schaltete er es ein, um es nicht noch weiter zu zerkratzen.
Im bläulichen Leuchten des Computerbildschirms konnte er seinen Atem sehen. Das war ein schlechtes Zeichen, die Temperatur sollte nicht unter 5° Grad absinken.
Er streckte seine Flügel, etwas fiel klirrend zu Boden. Im schwachen Licht des Bildschirms sah er, dass die langen Schwungfedern komplett vereist waren. Verflucht.

Er sprang auf, mit einem dumpfen Knall stießen seine Hörner gegen die Decke. Er knurrte, nicht schon wieder. Die völlig verbeulte Deckenplatte würde er austauschen müssen, bevor die Crew aus ihrer Stasis erwachte.
Mittlerweile zeigte ihm der Bildschirm den aktuellen Status an. Ein Defekt in der Hauptenergieleitung. Großartig. Betroffen waren die Lebenserhaltung, das Licht und der Antrieb. Soweit, so schlecht. Wenigstens wurden die Stasiskapseln von einem anderen System versorgt.
Wie viel Sauerstoff hatte er noch? Genug für 10 Stunden, das sollte reichen. Somit war sein größtes Problem die Schiffstemperatur, sie war auf Minus 20 °Grad abgesunken, Tendenz fallend. Das war Gift, für die empfindliche Elektronik. Er schaltete den Alarm ab, endlich Ruhe. Dafür stand er jetzt in völliger Dunkelheit. Langsam tastete er sich vorwärts, bis er an den Metalltisch stieß.

Es widerstrebte ihm, bei dieser Kälte seine menschliche Gestalt anzunehmen. Aber das enge Treppenhaus war nicht für seine Ausmaße ausgelegt. Er schloss seine Augen. Materie zu Energie, Wärme durchflutete ihn. Dieses Gefühl der Körperlosigkeit war einerseits angenehm, andererseits verlor es für ihn auch nach vielen Tausend Jahren nicht seinen Schrecken. Seine menschliche Form materialisierte sich, das leichte Kribbeln wurde von der beißenden Kälte abgelöst. Er schlang seine Arme um den Oberkörper, ein Reflex, nutzlos aber zu stark, um ihn zu ignorieren. Zitternd tastete er nach seiner Kleidung und zog sich an.
Langsam ging er zurück zu Nathaniels Stasiskapsel. Er legte eine Hand auf das Glas. Nathaniel fehlte ihm. Er seufzte, das ließ sich nicht ändern.
Wo hatte er diesen Werkzeugkasten hingestellt? Er stieß mit dem Stiefel dagegen, der Kasten rutschte mit einem scharrenden Geräusch zur Seite.
Mit klammen Fingern wühlte er sich durch seinen Inhalt. Hoffentlich hatten die Akkus der Taschenlampe noch saft. Da, ganz unten. Wo sonst. Aber sie funktionierte. Er schnappte sich sein Werkzeug und stemmte sich gegen die schwere Tür, die nur langsam nachgab. Endlich war der Spalt groß genug, damit er sich durchzwängen konnte.

Im Maschinenraum angekommen, musste er nicht lange suchen. Direkt an der Maschine schlug eine Leitung funken. Er nahm sie vom Strom und besah sich den Schaden. Die Isolierung war geschmolzen und die blanken Kabel berührten sich, was den Kurzschluss zur Folge hatte.
Im Lichtkegel der Taschenlampe sah er auch den Grund dafür, der intakte Teil des Kabels war rot gestreift, aber hier hätte ein gelbes Starkstromkabel verbaut sein müssen.
Fluchend ging er zur hinteren Wand und quetschte sich erneut durch einen viel zu engen Türspalt.
Er starrte einige Augenblicke auf das Gewirr, das sich vor ihm auf dem Boden ausbreitete, die Kabel lagen überall im Raum verstreut, ein einziges, großes Knäuel.
Quirran schüttelte den Kopf, wenn Julian ihm in die Finger kam…
Wütend sortierte er in der eisigen Kälte die Kabel, entwirrte sie und rollte sie wieder ordentlich auf. Es dauerte fast zwei Stunden, bis er endlich fertig war. Nur um festzustellen, dass sie hier keine Starkstromleitungen mehr hatten.
Frustriert schlug er mit der Faust gegen die Wand und wandte sich dem nächsten Raum zu. Dort herrschte kein so großes Chaos, aber auch hier wurde er nicht fündig.
Also trabte er zitternd die Treppen runter, in der Hoffnung, im Frachtcontainer mehr Glück zu haben.
Im großen Hauptraum wirkten die 200 Stasiskapseln ihrer Passagiere verloren. Er warf einen kurzen Blick auf die Statusanzeige. Alles in Ordnung, gut.
Dann ging er in einen der kleineren Frachträume und wühlte sich durch den Schrott, den sie dort lagerten. Auf dem museumsreifen Schiff wusste man nie, was man noch brauchen konnte.
Er fand einen kleinen Generator, an ihm aufgerollt einige Meter Kabel mit gelber Isolierung, die gesuchten Starkstromleitungen.
Erleichtert schulterte er das Kabel und joggte zurück in den Maschinenraum.

Die eigentliche Reparatur war schnell erledigt, keine 10 Minuten später hatte er endlich wieder Licht und die Temperatur stieg langsam an.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Kantine, ging er zurück auf das Medizindeck. Dort stellte der den Werkzeugkoffer wieder auf seinen Platz, neben Nathaniels Stasiskapsel.
Die Tür zur Brücke hatte heute Erbarmen mit ihm, er wusste nicht mehr, wie oft er sie schon repariert hatte.
Ohne die holografische Sternenkarte in seiner Mitte, wirkte der Raum zu groß und zu leer.
Quirran setzte sich auf den Pilotensessel, und starrte durch das große Fenster ins All. In vier Jahren würden sie die Scannerreichweite der Marsstation verlassen. Dann konnten sie endlich durch ein Portal in seinen Heimatquadranten reisen. Vorsichtig trank er einen Schluck, sein Tee schmeckte schon etwas muffig. Die abgestandene Luft auf dem Schiff war nicht so trocken, wie sie sein sollte. Die Luftentfeuchter waren schon lange ausgefallen.
Das wirkte sich negativ auf die Technik aus, und auf seinen Tee.
Seufzend griff er nach dem Tablett und las sich die Statusmeldungen durch, 8 Monate seit dem letzten Alarm. Wenn das in dieser Rate weiterging, würden ihnen bald die Ersatzteile ausgehen.
Nichts Gravierendes in der Zwischenzeit, es warteten keine weiteren Überraschungen auf ihn.
Er stellte die leere Tasse auf die Konsole. Da es nichts mehr zu tun gab, konnte er weiterschlafen.

Quirran streckte sich und wechselte die Gestalt. Er verharrte einige Momente im Zustand der reinen Energie, bis seine Kleidung zu Boden gefallen war.
So gerne er ein Mensch war, nichts ging über seine wahre Form. Sie fühlte sich, richtig an.
Er bewegte die Klauen und streckte seine Flügel aus. So unpraktisch sie sein konnten, ohne sie fühlte er sich nackt.
Achtlos warf er seine Kleidung auf den Tisch, dann gab er dem Computer den Befehl, das Licht auszuschalten und die Lebenserhaltung zu drosseln.
Vorsichtig bewegte er sich durch die Dunkelheit, vor Nathaniels Stasiskapsel blieb er stehen. Er lehnte sich mit der Stirn gegen das Glas, er konnte Nathaniels Aura spüren. Die Sehnsucht würde nachlassen, in ein paar Jahrzehnten. Vorsichtig setzte er sich wieder vor die Kapsel, seine Flügel rahmten sie ein, schützten sie. Näher würde er Nathaniel nie wieder kommen können.
Er legte den Kopf zurück und schloss die Augen. Mal sehen, wie lange der Schrotthaufen ihn diesmal schlafen ließ.
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Re: Reparaturarbeiten

Beitragvon RayhamGreen » 24.07.2014, 16:07

Servus DraconRa,

wie du bereits einleitend erwähnt hast merkt man schon deutlich die Fantasy-Elemente, wobei die Idee einen geflügelten Gestaltenwandler mit Hörnern als Protagonisten zu verwenden noch lange nicht heißt, dass man daraus kein Science-Fiction machen kann.

Am Anfang schaffst du es sehr schön Atmosphäre zu erzeugen.

Das Medizindeck des Raumschiffes wurde von den rot blinkenden Alarmleuchten nur spärlich erleuchtet

er seinen Atem sehen

Er schaltete den Alarm ab, endlich Ruhe. Dafür stand er jetzt in völliger Dunkelheit.


Man kann sich, wie ich finde sehr gut vorstellen, wie es auf dem Schiff aussieht.


Hoffentlich hatten die Akkus der Taschenlampe noch Saft.



Mein erstes Bild von deinem Raumschiff ist, das es ein kleiner, alter, verrosteter, erdrückend enger, unordentlicher,selbst zusammengebastelter Kahn ist, der droh jeden Augenblick auseinander zu fallen.

völlig verbeulte Deckenplatte

das enge Treppenhaus

Direkt an der Maschine schlug eine Leitung funken.
offene Leitungen im Maschinenraum :shock: und der Fehler scheint auch noch ganz Offensichtlich zu sein, also wirklich von Amateuren zusammengeflickt.
der intakte Teil des Kabels war rot gestreift, aber hier hätte ein gelbes Starkstromkabel verbaut sein müssen




Im Kontrast dazu stehen für mich einerseits die wohl so empfindliche Technik, von der man angesichts des "antiken" Charakters nicht viel mitbekommt.

Das war Gift, für die empfindliche Elektronik.


Sowie dieser Satz:

Im großen Hauptraum wirkten die 200 Stasiskapseln ihrer Passagiere verloren.


Hier weiß ich nicht mehr, was ich genau von dem Schiff denken soll, denn wenn ich mir vorstell, das ganze 200 Stasiskapseln in einem Raum einfach mal verloren wirken stelle ich mir diese Halle riesig vor. Entweder, hast du das nicht beabsichtigt, oder du verschenkst hier Potential. Sollte das Schiff wirklich so groß sein wäre es meiner Meinung nach angebracht mehr davon zu erwähnen, als nur eine Andeutung in einem Nebensatz.

Auch liest es sich an dieser Stelle etwas holprig.
Das liegt vor allem daran, dass dien Protagonist bevor ich mich in einen Raum überhaupt hineingedacht habe diesen schon wieder Verlässt. Du bist in einem Absatz in acht Räumen.

Im Maschinenraum

quetschte sich erneut durch einen viel zu engen Türspalt ... Kabel lagen überall im Raum

wandte sich dem nächsten Raum zu

die Treppen

im Frachtcontainer

Im großen Hauptraum

in einen der kleineren Frachträume

zurück in den Maschinenraum


auch danach geht es ähnlich weiter

Kantine

Medizindeck

Brücke


Du arbeitest um es persönlicher zu gestallten viel mit den Gedanken deines Protagonisten, hier könntest du ihn zum Beispiel auch einige Gedanken über einen Raum verlieren lassen bevor er gleich wieder weiter läuft. Sonst wirkt es so wie eine Aufzählung.


Etwas seltsam wirkt jedoch, das er sich bei minus 20° Tendenz fallend, als Mensch, die Arbeit macht zwei Stunden lang Kabel zu sortieren und ordentlich aufzuwickeln, ohne dabei irgendeinen Erfolg zu erzielen.

Wütend sortierte er in der eisigen Kälte die Kabel, entwirrte sie und rollte sie wieder ordentlich auf. Es dauerte fast zwei Stunden, bis er endlich fertig war. Nur um festzustellen, dass sie hier keine Starkstromleitungen mehr hatten.


Das macht für mich etwas den Eindruck, dass du, warum auch immer, versuchst unbedingt Zeit tot zu schlagen. Oder willst du uns damit sagen, das er extrem kälteresistent ist?
Warum beschwert er sich aber dann über diese?

Es widerstrebte ihm, bei dieser Kälte seine menschliche Gestalt anzunehmen.



Auch, wenn das jetzt alles recht kritisch war interessiere ich mich doch dafür, wie es weitergeht.
Ich möchte wissen, warum sich die Menschen in den Kapseln befinden und wohin sie gebracht werden.
Auch stelle ich mir die Frage, warum er Nathaniel nicht mehr näher kommen kann.
Näher würde er Nathaniel nie wieder kommen können.


Also ich bin mal gespannt, wie es weiter geht.
Was ich geschrieben habe stellt nur meine Wahrnehmung dar. Du kannst etwas veränder musst du aber nicht. Auch möchte ich dein Werk nicht schlecht reden, sondern finde es gut, das du dich getraut hast es hochzuladen.
In Rechtschreibung und Grammatik bin ich selber nicht so gut und kann dir leider wenig weiterhelfen.

MfG Rayham Green
Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert.
-Marvin
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Re: Reparaturarbeiten

Beitragvon DraconRa » 24.07.2014, 17:22

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Zunächst muss ich gestehen, ich habe die Geschichte um gute 800 Wörter gekürzt, das hat ihr einerseits gut getan, andererseits fehlen dadurch auch die Dinge, die z.B. auf die Größe des Schiffes eingehen.
Es ist ein alter Frachter, den sie vom Schrott geholt und irgendwie zum laufen gebracht haben. Die Crew ist Fähig, aber unterbesetzt und es fehlten an allen Ecken und Enden die richtigen Teile.

Der Punkt, zwei Stunden in Eiseskälte aufräumen und dann feststellen, alles für die Katz, soll etwas Mitleid mit dem armen Kerl erwecken.

Dieses Werk ist, wie in der Einleitung kurz erwähnt, ein Ausschnitt aus einer längeren Geschichte. Die Erde ist nach einer Umweltkatastrophe nicht mehr wirklich bewohnbar. Einige Außerirdische *hustDrachenhust* die viel Zeit auf der Erde verbracht haben, starten eine Rettungsmission.
Die von Anfang an nicht so läuft, wie geplant. Wäre ja sonst langweilig ;-)

Und die Sache mit Nathaniel, die Crew weiß nicht, das sie Gestaltwandler an Bord hat. Und Quirrans leidvolle Erfahrung zeigt, Liebe schlägt schnell in Hass um, wenn man erfährt, das der Partner in Wirklichkeit eine Art geflügelte Echse ist.
Somit lautet sein Plan, wenn die Crew aus der Stasis aufwacht, wird Ryu, sein menschliches Alterego, für tot erklärt. Statt dessen will er als Quirran über die Menschen wachen. Vorzugsweise aus einiger Entfernung.
Theoretisch ein guter Plan :twisted:

Sonst, noch mal vielen Dank für das Feedback, der Finger ist genau in der Wunde, ich tue mich schwer mit Beschreibungen. Ich muss mir wirklich mehr Gedanken darüber machen, wie alles aussieht...
Auch wenn ich als Leserin Beschreibungen selber meist überspringe. . .
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Re: Reparaturarbeiten

Beitragvon Amazia » 24.07.2014, 20:00

Huhu DraconRa :)

Also von meiner Seite erst einmal ein ganz allgemeines Lob: Es hat mir Spaß gemacht deinen Text zu lesen, und eigentlich hätte ich jetzt gerne mehr davon :) Das erwähne ich deswegen so groß und breit, weil ich absolut kein Freund von Raumschiffen bin, es gibt wirklich sehr sehr wenig Science Fiction die mir gefällt. Das liegt wahrscheinlich einfach an deinem Schreibstil, den ich persönlich sehr lebendig finde. Ab und zu war es ein bisschen Stakkatomäßig, weil du so viele sehr kurze Sätze benutzt, aber das ist nun wirklich reine Geschmackssache, finde ich. Außerdem passt es irgendwie gut zur beschriebenen Situation und wahrscheinlich auch zum Charakter. Er geht eben methodisch vor und tut so effektiv wie möglich was getan werden muss.
Der Stil erinnert mich sehr an den Film Mister Nobody von Jaco van Dormael und zwar speziell an die Geschichte über eine Reise zum Mars, die der Protagonist des Films in einem seiner vielen leben schreibt. (das aber nur so als funfact)

DraconRa hat geschrieben:Er streckte seine Flügel, etwas fiel klirrend zu Boden. Im schwachen Licht des Bildschirms sah er, dass die langen Schwungfedern komplett vereist waren. Verflucht.


Einerseits gefällt es mir gut, wie du ihn beschreibst, ohne ihn zu beschreiben. Andererseits wundert es mich (mit Blick auf die Stelle weiter hinten an der er feststellt dass die Luft feuchter ist, als sie sein sollte), dass seine Schwingen vereist sind. Setzt das nicht voraus, dass die Luft ziemlich feucht ist? Ich gehe ja mal davon aus, dass sich dort Eiskristalle in Raureifmanier gebildet haben. Dazu muss aber Feuchtigkeit in der Luft sein. Ich bezweifele, dass das was geklirrt hat ein teil seines Flügels war.

Etwas, das mir ganz besonders gut gefallen hat:
DraconRa hat geschrieben:Er sprang auf, mit einem dumpfen Knall stießen seine Hörner gegen die Decke. Er knurrte, nicht schon wieder.

Selbst ohne dass du es später noch mal explizit erwähnst merkt man sofort: Das Schiff ist eindeutig nicht für die größe deines Protas ausgelegt, also ist es entweder ein sehr kleines Schiff, oder ein sehr großer Charakter :) Außerdem hast du es sehr charmant rübergebracht, dass ihm das öfter passiert, dadurch wirkt es superauthentisch finde ich. Auch verstärkt es meiner meinung nach noch einmal den Eindruck dass er ein bisschen orientierungslos ist, als er aufwacht. ich konnte ihn mir fast bildlich vorstellen, ohne irgendetwas über ihn zu wissen.
DraconRa hat geschrieben: der Kasten rutschte mit einem scharrenden Geräusch zur Seite.

Hier hätte ich vermutlich der kasten rutschte scharrend zur Seite geschrieben. So wie es jetzt ist, gefällt es mir aber auch.

DraconRa hat geschrieben:So gerne er ein Mensch war
... und kurz danach dann
DraconRa hat geschrieben:So unpraktisch sie sein konnten


ich hätte Auch wenn sie manchmal unpraktisch waren... geschrieben, so kurz hintereinander die Formulierung mit dem so finde ich zu viel.

ich kann mich meinem Vorredner übrigens nicht anschließen, ich hatte nicht den Eindruck dass das Schiff klein ist (also im Gesamten) ich hatte schon das Bild von einem alten, aber großen Schiff im Kopf. Vielleicht wegen der offensichtlichen Dauer der Reise die man vermutet. Da stelle ich mir einfach automatisch ein großes Schiff vor. Trotzdem kannst du da ja vielleicht noch ein wenig dran schrauben wenn du möchtest :)

Ich finde deinen Text im Ganzen wirklich sehr gelungen (und das von jemandem der normalerweise nicht auf die Idee kommen würde eine Science Fiction Story zu lesen) Du hattest mich sofort :)

Viele liebe Grüße,
Amy
“I’ve always liked Saturn. But I also have some sympathy for Pluto because I heard it’s been downgraded from a planet, and I think it should remain a planet. Once you’ve given something planetary status it’s kind of mean to take it away.”

- Jared Leto
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Re: Reparaturarbeiten

Beitragvon DraconRa » 25.07.2014, 13:26

Hallo Amazia,

ich versuche gerade, mir die viel zu langen Schachtelsätze abzugewöhnen. Statt dessen werden sie dann zu kurz, hoffentlich werde ich irgendwann mal ein Mittelmaß finden...

Danke, es erforderte unglaublich viel Selbstdisziplin, an dieser Stelle in der richtigen Perspektive zu bleiben und ihn nicht ausführlich zu beschreiben...
Ja, die vereisten Federn sind grenzwertig, aber, wer weiß wieviel Feuchtigkeit so ein Drache abgibt *hust*
Ok, ich gebs zu, ich brauchte etwas um ihn zumindest ein wenig zu beschreiben und es passt zur Atmosphäre. :oops:

Qurirran ist so um die 2,50 m, ohne Hörner.
Und da ist so ein Raumschiff das auf Menschen ausgelegt ist, wirklich etwas klein.

Vielen, vielen Dank für den Kommentar, ich freue mich, das es Dir gefällt.
Interessanter Weise war das der häufigste Kommentar unter meinen Beta-Lesern, "Eigentlich lese ich ja keine Fantasy/Sci-Fi, aber das mochte ich!"
Ich hoffe, das heißt nicht, das ich an der Zielgruppe vorbei schreibe... :thinking:

Ich werde Eure Kommentare etwas sacken lassen und das ganze auf jeden Fall noch mal überarbeiten.
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Re: Reparaturarbeiten

Beitragvon CraX » 31.07.2014, 22:48

Hallo DraconRa,

Erst mal hat mir der Ausschnitt gefallen. Man könnte ihn aber auch als Kurzgeschichte gerade so abschließen, dachte ich mir beim letzten, gelungenen Satz.

Nun zu einigen Kleinigkeiten meinerseits:

Die Sätze sind mir teilweise zu kurz geraten, einige könnte man etwas ausbauen.
Dass es sich um einen (alten) Frachter handelt, sollte irgendwo erwähnt werden.
Die Atmosphäre am Anfang ist schön dunkel, wie schon angemerkt wurde, später bei der Reparatur flacht die Atmosphäre dann ein wenig ab.

Quirran schreckte hoch, der schrille Alarmton hatte ihn aus seinem tiefen Schlaf gerissen.

Ohne „seinem“ klingts besser.

Das Medizindeck des Raumschiffes wurde von den rot blinkenden Alarmleuchten nur spärlich erleuchtet.

Blinkende Lichter leuchten nicht, sondern sie erhellen den Raum in Intervallen für einige Sekunden oder -Bruchteile. Aus dem ganzen Deck würde ich nur den Raum, also die Medstation machen, in der er sich befindet.

Er tastete nach dem Computertablett, es musste irgendwo rechts neben ihm liegen. Hier. Vorsichtig schaltete er es ein, um es nicht noch weiter zu zerkratzen.

Das Computertablett erinnert mich sehr stark an die handelüblichen Tabletts und klingt für mich nicht so futuristisch. Vielleicht fällt dir dazu ein besserer Begriff ein, der nach Zukunft klingt.


Im bläulichen Leuchten des Computerbildschirms konnte er seinen Atem sehen.

Ich würde eher schreiben, dass der Atem den Bildschirm beschlägt, dann hat man seine Atemwolke besser vor Augen. (Trotzdem ein schönes Bild)


Im schwachen Licht des Bildschirms sah er, dass die langen Schwungfedern komplett vereist waren.

Ich würde mal behaupten, dass er sich dann nicht mehr bewegen dürfte, ohne dass die Flügel Gefahr laufen, zu zerspringen, z.B. in der nächsten Szene, in der er aufspringt.


Hier.
Verflucht.
Er knurrte, nicht schon wieder.
Großartig.
Soweit, so schlecht.
endlich Ruhe
Da, ganz unten. Wo sonst.
...

Diese eingeschobenen Gedanken von Quirran, die an Comicsprache erinnern, lassen ihn in meinen Augen zu einem ungeduldigen Teenager schrumpfen und ich weiß nicht, ob das so beabsichtig ist. Ein etwas reiferer und 2,5m großer Wechselbalg würde seine Gedanken etwas besser (erwachsener) ausformulieren. Es klingt ein bisschen so, als würdest du schreiben: Er fiel der Nase nach hin, bumm.


Er sprang auf, mit einem dumpfen Knall stießen seine Hörner gegen die Decke. Er knurrte, nicht schon wieder. Die völlig verbeulte Deckenplatte würde er austauschen müssen, bevor die Crew aus ihrer Stasis erwachte.

Wie schon andere angemerkt haben, ist diese Szene schön bildlich, gefällt mir (außer dem roten Satz) gut.


Ein Defekt in der Hauptenergieleitung. Großartig. Betroffen waren die Lebenserhaltung, das Licht und der Antrieb.

Lebenserhaltung und Licht an einem Strang lasse ich mir noch eingehen, aber der Antrieb? Ich würde mir hier eine eigene Technik ausdenken, da auch das Starkstromkabel, das noch folgt, für einen SciFi sehr antiquiert wirkt.
(Fällt mir gerade noch auf: Das Licht der Alarmanlage ist dann scheinbar an einer anderen Leitung?)


Wie viel Sauerstoff hatte er noch? Genug für 10 Stunden, das sollte reichen.

So eine Frage stellt man eher, wenn man in einem Raumanzug steckt, oder warum gibt es nur so wenig Sauerstoff auf dem Schiff?


Aber das enge Treppenhaus war nicht für seine Ausmaße ausgelegt.

Treppenhaus kling noch antiquierter.
Akkus und Taschenlampe sind weitere Begriffe, die man sicher moderner, futuristischer (und trotzdem abgewrackt) bezeichnen könnte.


Er schlang seine Arme um den Oberkörper, ein Reflex, nutzlos aber zu stark, um ihn zu ignorieren.

Hier musste ich zweimal lesen, um zu verstehen, was er hier zu ignorieren versucht. Vielleicht kann man diese Geste fließender formulieren.

Langsam ging er zurück zu Nathaniels Stasiskapsel.

zurück? War er da schon mal? Ich denke, er ist immer noch im Medbereich und wie wir weiter unter erfahren, sind die Stasiskapseln im Frachtraum?
Sorry – noch weiter unten lese ich, dass Nathaniels Kapsel aus irgendwelchen Gründen nicht bei den anderen ist, sondern im Medbereich. Hat mich nur ein wenig gewundert. Sollte vielleicht geklärt werden.


und stemmte sich gegen die schwere Tür, die nur langsam nachgab. Endlich war der Spalt groß genug, damit er sich durchzwängen konnte.

und stemmte sich gegen die schwere Tür, die nur langsam nachgab, bis der Spalt groß genug war, damit er sich durchzwängen konnte. (besser ?)


Im Lichtkegel der Taschenlampe sah er auch den Grund dafür, der intakte Teil des Kabels war rot gestreift, aber hier hätte ein gelbes Starkstromkabel verbaut sein müssen.

Neben der altertümlichen Stromversorgung frage ich mich hier, ob bei einem so falsch zusammenverbauten Kabel der Schaden/Ausfall bereits von Anfang an hätte bestehen müssen?

und quetschte sich erneut durch einen viel zu engen Türspalt.

Das ist schon der zweite Türspalt. Lass ihn zur Abwechslung über ein paar heruntergefallene Streben klettern.

Er starrte einige Augenblicke auf das Gewirr, das sich vor ihm auf dem Boden ausbreitete, die Kabel lagen überall im Raum verstreut, ein einziges, großes Knäuel.

Verstreut oder als Knäul?
Ich würde hier erwähnen, dass er in ein Ersatzteillager (oder ähnliches) geht, um nach Ersatz zu suchen, da ich erst beim zweiten Mal kapiert habe, was er da 2 Stunden umsonst gemacht hat.

Quirran schüttelte den Kopf, wenn Julian ihm in die Finger kam…

Hier dachte ich beim Lesen, da treibt sich außer ihm noch jemand anderes außerhalb der Stasiskammern herum.

Es dauerte fast zwei Stunden, bis er endlich fertig war. Nur um festzustellen, dass sie hier keine Starkstromleitungen mehr hatten.

Es dauerte fast zwei Stunden, bis er feststellte, dass sie hier keine Starkstromleitungen (dreifach umhüllte Alkloidenleiter) mehr hatten.

und wandte sich dem nächsten Raum zu.

Wie wäre es mit Ersatzteillager 2b oder so?

Im großen Hauptraum wirkten die 200 Stasiskapseln ihrer Passagiere verloren.

Wer hier "ihrer" ist, ist nicht klar. Der Satz ist irgendwie unglücklich formuliert.
Spätestens hier sollte der Frachter erwähnt werden, sonst stellt man sich ein Raumschiff der 70er Jahre vor, die unsinnig riesige Raüme hatten.


Ohne die holografische Sternenkarte in seiner Mitte, wirkte der Raum zu groß und zu leer.

Das macht Stimmung!

Dann konnten sie endlich durch ein Portal in seinen Heimatquadranten reisen.

Aus „ein Portal“ würde ich „das Portal“ machen (auch wenn es mehrere gibt).
Dann konnten sie endlich durch das Portal reisen, welches ihn in seinen Heimatquadranten bringen wird.


Nichts Gravierendes in der Zwischenzeit, es warteten keine weiteren Überraschungen auf ihn.

In welcher Zwischenzeit? Ist mir nicht klar. Oder sollte in den 2 Stunden nochmal was passiert sein? Wahrscheinlich meinst du:
Für heute gab es ansonsten nichts Gravierendes mehr.


Oben hatte ich gelesen:
Es widerstrebte ihm, bei dieser Kälte seine menschliche Gestalt anzunehmen.

Und unten:
So gerne er ein Mensch war, nichts ging über seine wahre Form.

Und hat mich dann verwirrt. Die Betonung lag auf „bei dieser Kälte“,
Er ist also normalerweise schon gerne Mensch, nur nicht bei Kälte (warum auch immer). Vielleicht sollte man das im obigen Satz klarer sagen.


Achtlos warf er seine Kleidung auf den Tisch

Kleine Choreografie: Zuvor waren sie auf den Boden gefallen, und um genau zu sein, müsste er sie jetzt erst aufheben, um sie dann auf den Tisch zu werfen.

Die Sehnsucht würde nachlassen, in ein paar Jahrzehnten.

In ein paar Jahrzehnten würde die Sehnsucht nachlassen. (?)

Vorsichtig setzte er sich wieder vor die Kapsel, seine Flügel rahmten sie ein, schützten sie.

„wieder“ streichen.


Medizindeck
Hauptenergieleitung.
Maschinenraum
Brücke
sein Tee

Diese Begriffe erinnern mich sehr stark an Star Trek und da passt der Tee dann auffällig mit hinein. Klar sind das die Standarträume eines Schiffes, aber man kann sie mit etwas Fantasie auch anders benennen.


Lass dich bitte nicht erschrecken von den vielen Anmerkungen, im Großen und Ganzen hat es mir ganz gut gefallen. Hier noch ein wenig schrauben, löten, reparieren, dann kann das was werden.
Der letzte Abschnitt gefällt mir am besten, wie gesagt, hier könnte auch es auch als Kurzgeschichte schön enden.




Grüße
CraX
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Re: Reparaturarbeiten

Beitragvon ACri » 27.08.2014, 23:38

Hallo,

DraconRa hat geschrieben:Im Maschinenraum angekommen, musste er nicht lange suchen. Direkt an der Maschine schlug eine Leitung funken. Er nahm sie vom Strom und besah sich den Schaden. Die Isolierung war geschmolzen und die blanken Kabel berührten sich, was den Kurzschluss zur Folge hatte.
Im Lichtkegel der Taschenlampe sah er auch den Grund dafür, der intakte Teil des Kabels war rot gestreift, aber hier hätte ein gelbes Starkstromkabel verbaut sein müssen.


bis zu diesem Punkt war die Geschichte echt Klasse.

Sie hatte einen Konflikt und man war Neugierig. Doch das mit dem Kabel macht sie unglaubwürdig.

Warum? Nun: in jedem Flugzeug, teilweise auch in Autos, werden lebenswichtige Schaltungen oder Verkabelungen doppelt und teilweise dreifach ausgelegt, falls ein wichtiges System ausfällt.

Bei einem Raumschiff, das über diverse Techniken wie Schwerkraft, Statis etc. verfügt - also hochtechnisiert ist und unserer Technik weit überlegen - soll ein popliges Kabel ein Hauptsystem lahm legen? Das ist etwas weit hergeholt findest du nicht auch?

DraconRa hat geschrieben:Wütend sortierte er in der eisigen Kälte die Kabel, entwirrte sie und rollte sie wieder ordentlich auf. Es dauerte fast zwei Stunden, bis er endlich fertig war. Nur um festzustellen, dass sie hier keine Starkstromleitungen mehr hatten.


Hmmmm - versuch dir die Situation mal vorzustellen: es ist -20°C und du suchst nach Kabel. Nach zwei Stunden wären meine Hände vermutlich so kalt, daß ich nichts mehr spüren würde.

DraconRa hat geschrieben:Frustriert schlug er mit der Faust gegen die Wand


Und gegen eine Wand würde ich mit Eisigen Fingern auch nicht hauen. Stell es dir vor. Dir frieren die Finger ab - da haut niemand gegen eine Wand.

Außerdem: ich hätte nach fünf Minuten aufgehört zu suchen und erstmal ein anderes Kabel eingesetzt. Mein logischer Menschenverstand hätte mir gesagt "Pah - das hat jetzt lange genug auch so gehalten. Ich bau jetzt ein anderes Kabel ein, fahr die Temperatur wieder hoch und suche dann in aller Ruhe und Wärme nach dem richtigen Kabel".

Die Geschichte ist wirklich sehr gut (auch der Schluß) - nur der Grund bzw. Schaden ist mir zu weit hergeholt. Auch die offenen Fragen, die am Ende entstehen sind gut gewählt, weil der Leser drüber nachdenkt (Wer ist das? Was für eine Beziehung hat er zu Nathaniel? etc.).

Ich würde versuchen, den Konflikt anders zu erklären und zu lösen. Und auch die Dramaturgie dabei nicht vergessen. Laß uns mitfühlen, wie die Finger langsam absterben vor Kälte. Ich will mitfrieren und mitleiden. Laß es ihn mit letzter Kraft schaffen. Oder er muß sich wieder in seine ursprüngliche Form verwandeln, um neue Kräfte zu holen etc. Genial wäre es natürlich, wenn neben unserem Protagonist vielleicht auch ein Antagonist vorhanden ist. Z.B. ein Saboteur oder ein Alien, das sich eingeschlichen hat oder ein Spion.

Ansonsten hat es Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen.
ACri
 
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