Roman oder Kurzgeschichte

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Roman oder Kurzgeschichte

Beitragvon Melody » 01.09.2007, 22:05

Hallo liebe Schreibgemeinde,

ich bin die Neue und komme jetzt sicher öfter :lol:

Denn wie Ihr alle hier, würde auch ich so gern schreiben und das eigentlich auch schon seit Jahren, aber ich komme einfach nicht dazu.

In der Teeniezeit war das alles kein Problem, ich habe mir einen DinA4-Block geschnappt und drauflos geschrieben, fast zwei ganze Blöcke voll und wenn ich das heute nochmal lese, bin ich mächtig stolz darauf, weil ich es noch immer sehr lustig finde :)

Und nun kribbelt es seit bestimmt einem Jahr schon wieder mächtig in mir, in der Zwischenzeit (so knapp fünfzehn Jahre!!!) habe ich Gedichte geschrieben und das war es. Da meine Tochter nun bald in den Kindergarten kommt, habe ich mir fest vorgenommen, endlich wieder zum Stift zu greifen und zu schreiben, aber nun habe ich ein ganz großes Fragezeichen vor mir, weil ich nicht weiß, womit ich anfangen sollte.

Es mangelt mir nicht an Ideen, Personen, Themen, Anfängen, die Frage ist eher, fange ich besser mit einer Kurzgeschichte an damit ich schneller Erfolge sehe oder soll ich meine Gedanken gleich in einen Roman schreiben, weil ich mich selten kurz fassen kann ... :lol:

Vielleicht habt Ihr für einen Neuling des Schreibens einen guten Rat? Außerdem würde mich mal interessieren, ob ihr noch mit der Hand schreibt und dann übertragt oder ob ihr gleich alles in den PC "hämmert"?

LG
Melody Star (wißt ihr was lustig ist? Mit ungefähr fünf habe ich mir dieses Pseudonym ausgedacht unter dem ich später mal Bücher rausbringen wollte, mein Wunsch zu Schreiben besteht also seit der Kindheit...)
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Beitragvon Chablis » 01.09.2007, 22:21

Hallo Melody,
ich glaube, Deine Frage kann eigentlich nur jeder für sich beantworten. Es gibt geduldige Menschen, die hartnäckig ein Ziel verfolgen, bis sie es erreicht haben und weniger geduldige, die bald Ergebnisse sehen möchten.

Ich persönlich gehöre zu denen, die nicht lange an einer Sache dran bleiben können. Manchmal erst Tage später geht's wieder für ein paar Seiten. Daher schreibe ich gerne zwischendurch Kurzgeschichten und Gedichte. Zu Beginn würde ich auch so verfahren, unter anderem deshalb, weil man diese in's Forum stellen kann. So bekommt man schon einmal ein paar Hinweise, ob der Stil ankommt, die Idee gut umgesetzt wurde, der Spannungsbogen stimmt usw.

Geht es Dir nur darum, für Dich selbst zu schreiben, spielt es eigentlich keine große Rolle. Möchte man seine Texte anderen zugänglich machen schon. Daher kommt ein Roman von mir erst im Frühjahr, das erste Buch mit Kurzgeschichten und Gedichten schon im September heraus.

Aber nochmal, alles eine Frage des Autoren-Typs.

Liebe Grüße
Chablis
Hatte ein schlimmes Jahr 2008. Melde mich mal vorsichtig zurück, auch wenn ich immer noch wenig Zeit habe.
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Beitragvon Zitkalasa » 01.09.2007, 22:42

"[...]fange ich besser mit einer Kurzgeschichte an damit ich schneller Erfolge sehe[...]"

Erfolg ist egal - mehr zählt, dass du Spaß an dem hast, was du machst. So wie ich sehe, ist dem jedoch sicher so. ^^

Nun ja, ich würde dir eher raten mit Kurzgeschichten anzufangen. Dabei kannst du nämlich so viele verschiedene Dinge ausprobieren. Mal ist es eine juge Mutter, die sich im Alltag langweilt, mal ein Teenager, der über seine heimliche Liebe sinniert. Außerdem ist es alles andere als einfach in einer Kurzgeschichte, die Figuren mit so wenigen Worten wie möglich treffend zu charakterisieren. Kurzgeschichten zu schreiben bietet eben viel mehr Abwechslung und fordert zum Großteil auch keine großartige Recherche wie es bei einem Roman ist. Du musst nicht über Kapitel hinweg einen Spannungsbogen aufbauen und so weiter. Zumal es ja auch eine Kunst für sich ist, sich kurz zu fassen und doch eine Geschichte zu erzählen und unterhaltsam zu sein.

In einem Roman hingegen kannst du ja mehr auf die Figuren eingehen, kannst sie über einen längeren Zeitraum eine Entwicklung durchleben lassen (was ja zwangsläufig kommt, da die Geschichte sonst stagniert). Auch kannst du eine vielschichtigere Geschichte schreiben mit mehreren Nebenhandlungen. Allerdings muss man früher oder später dafür recherchieren. Sich in den verschiedenen Handlungen nicht zu verlieren, ist auch eine Kunst. Was aber doch das schwierigste am Romane-Schreiben ist, ist die unendliche Geduld und Energie die du aufbringen musst dafür. Ein gut ausgedachter Roman schreibt sich nicht an einem Tag. Besonders nicht für einen, der 15 Jahre lang nur Gedichte verfasste. ;3

Es ist vielleicht erstmal besser, wenn du deinen Stil findest. Nach eben einer so langen Zeit schreibst du sicher nicht mehr so wie als junger Spund. ;3 Kurzgeschichten bieten sich dafür an, da sie eben kurz sind und nicht wie ein Roman verlangen für eine sehr lange Zeit in der gleichen Art zu schreiben. Ich denke, besonders als "Wieder-Anfänger" ist das nicht möglich. Dein Stil wird sich in nächster Zeit erst einmal verändern und entwickeln. Hast du letztlich einen gefunden, würde ich dir dazu raten Romane zu schreiben. ;3

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"[...]Außerdem würde mich mal interessieren, ob ihr noch mit der Hand schreibt und dann übertragt oder ob ihr gleich alles in den PC "hämmert"?[...]"

Mal so, mal so. Sitze ich abends im Bett, habe ich keine Lust den PC anzumachen, also schreibe ich per Hand. Sitze ich gerade am PC, schreibe ich es gleich in Word.

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"[...]Melody Star (wißt ihr was lustig ist? Mit ungefähr fünf habe ich mir dieses Pseudonym ausgedacht unter dem ich später mal Bücher rausbringen wollte, mein Wunsch zu Schreiben besteht also seit der Kindheit...)"

Könnte Probleme bergen, da es zum einen eine CD mit dem Namen Melody Star gibt und auch eine Mundharmonika mit diesem Namen. Zudem gibt es eine Manga-Reihe die Mermaid Melody Pichi Pichi Pitch heißt; könnte daran erinnern. ^^"
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Beitragvon Melody » 02.09.2007, 21:58

Vielen lieben Dank für Eure Antworten.

Obwohl ich anfangs von einem tollen, langen Roman überzeugt war, hatte ich doch einige Bedenken und Ihr habt eigentlich auch genau das geschrieben, worüber ich nachgedacht habe.

Wenn ich eine Kurzgeschichte schreibe, ist diese "relativ" schnell fertig und ich kann mich Neuem widmen. Aufgrund des notorischen Zeitmangels, den ich als junge Mutter natürlich habe, ist die Kurzgeschichte sicher auch die sinnvollerer Variante.

Wie ich bereits geschrieben hatte, mangelt es mir nicht an Themen, Personen und Ideen, aber ich kann diese ebenso in Kurzgeschichten packen und vielleicht sogar noch viel besser, weil ich eventuell in einem Roman viel zu sehr hin- und herspringen würde. Außerdem verbietet mir ja niemand eine Kurzgeschichte auch mal ein wenig länger werden zu lassen.

Zitkalasa, ich werde mich ganz sicher nicht Melody Star nennen, auch wenn ich früher als Kind sehr überzeugt von dem Namen war, so ändern sich auch die Zeiten. Nein, ich wollte damit eigentlich nur deutlich machen, daß ich schon im Kindesalter schreiben wollte und ich diesen Wunsch leider immer mehr oder weniger untergraben habe. Könnte ich etwas verändern in meiner Vergangenheit dann sicher das.

Was ich jetzt als nächstes tun werde ist also folgendes: ich werde mir eine wunderschöne Kladde aus meinem Schrank nehmen (die sammel ich genauso seit Jahren für meine Werke...), einen wunderschönen Stift dazu, werde mir Gedanken über meine erste Kurzgeschichte machen und beides, die Kladde und den Stift, zukünftig immer dabei haben und dann natürlich schreiben. Will versuchen meinen eigenen Stil zu finden, obwohl ich fast schon meine, den bereits gefunden zu haben, weil ich schon immer gern und lange Briefe und Mails schreibe und die Leser immer schier begeistert sind und "gar nicht aufhören wollen zu lesen", weil ich immer so einen witzigen und lebendigen Schreibstil habe. Aber Mails und Kurzgeschichten sind vielleicht doch ein wenig unterschiedlich .... :roll:

Desweiteren will ich mich sobald die erste Kurzgeschichte fertig ist, an den Fingerübungen beteiligen, um Kritik von Euch zu bekommen. Ich denke meine Freunde sind da mit dem Urteilen nicht ganz so unvoreingenommen wie sie sein sollten....

Ich danke Euch herzlich und freu mich auf das was kommt!
Liebe Grüße
Melody
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Beitragvon Zitkalasa » 02.09.2007, 22:44

Ah so, es hörte sich nur so an, als wenn du dieses Pseudonym beibehalten willst. ^^"

Wtf is eine Kledde? x___X
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Beitragvon Timbo » 03.09.2007, 00:28

Wikipedia hat geschrieben:Eine Kladde (seit dem 17. Jahrhundert im Niederdeutschen belegt, eigentliche Bedeutung ‚Schmutz‘, ‚Schmiererei‘) ist ein vorläufiger Entwurf, ein Konzept und davon abgeleitet, vermutlich als Kurzform von Kladdebuch, ein Schmier-, Skizzen-, Notiz- oder vorläufiges Geschäftsbuch (Vorbuch)


;)
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Beitragvon sternchen » 03.09.2007, 10:02

Hallo Melody,

willkommen.
Wenn du erstmal die Kurzgeschichten hier im Forum gelesen hast, dann fällt es dir bald ganz leicht, dich auchmal kurz zufassen. :wink:
Ich hatte das selbe Problem und mittlerweile bin ich sehr gut in der Lage mich auch mal nur auf das wesentliche zu beschränken.
Du kannst auch viele Kurzgeschichten über ein und das selbe Thema verfassen und diese später dann zu einem Roman zusammenfügen.

lg
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Freunde sind Engel, die uns auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben wie man fliegt.
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Beitragvon Melody » 03.09.2007, 13:41

Hallo,

ich hätte das Wort Kladde nicht besser erklären können :D Genau, ich will nämlich erstmal per Hand schreiben und dann übertragen, mein Notebook überall mit hin zu schleppen ist mir doch ein wenig zu schwer und umständlich, auch wenn ich das 10-finger-System einigermaßen sicher beherrsche...

DANKE sternchen, ich bin schon fleißig am lesen und habe sowohl den Titel als auch den Inhalt meiner ersten Kurzgeschichte bereits als Idee im Kopf. Die Geschichte wird "Zeitumstellung" heißen und davon handeln, wie eine Mutter lernt ihre Tochter für den Kindergartenbesuch "freizugeben".... Ich stecke ja genau in der Situation und da denke ich, daß ich das dadurch vielleicht gleich besser verarbeiten kann?!

LG aus dem nun sonnigen Berlin
Melody
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keine Geschichten mehr

Beitragvon Axel » 28.09.2007, 09:23

hallo melody,

also ich würde dir empfehlen, einen Roman zu schreiben, vor allem wenn du das Buch mal verkaufen möchtest. Kurzgeschichten verkaufen sich eher schlechter, ausserdem musst du bei mehreren Kurzgeschichten jedesmal die Charaktere wieder vollkommen neu aufbauen, was auch mühsam sein kann. Ich habe die Kurzgeschichten schon durch, baue mir nun lieber ein Haus als eine Hundehütte ;-)
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Beitragvon Holly » 17.01.2008, 21:02

Hey Melody!

Wieso musst du dich eigentlich entscheiden? Mach doch beides! :wink:
Du kannst ja gleichzeitig Kurzgeschichten verfassen und an einem Buch arbeiten oder zumindest einem Konzept.
Als junge Mutter bist du wahrscheinlich sehr im Stress, aber lass es doch einfach mal draufankommen, du wirst sehen, es eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten und deine Geschichte wird Einfluss auf dein Leben nehmen - und umgekehrt.
Wenn dich also die Muse küsst (und anscheinend tut sie das ja, denn Ideen hast du, wie du sagst, ja genug), dann mach "was Großes" draus und stell dich einer neuen Herausforderung.
Es ist nämlich ein riesiger Unterschied zwischen einer "kleinen Nummer" oder einer langfristigen Beziehung. :P
Mach einfach, worauf du Lust hast, ungeachtet von kommerzieller Vermarktung oder sonstigen Gedanken!

LG Holly :wink:
Die traurige Nachricht zuerst: Ich bin tot.
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