Ich möchte hier mal meine etwas sehr eigenwillige Geschichte einbringen. Mal sehen ob jemand Interesse dran hat.
----------------------------------------------------------------------------------------------------
Sonntag, 7:30 Uhr
Rika wälzte sich in ihrem im Bett herum. Sie hatte schon die ganze Nacht unruhig geschlafen und war andauernd wach gewesen. „Warum kann ich nicht einfach wieder einschlafen?“, fragte sie sich. Sie stand auf, ging auf die Toilette und schaute auf dem Rückweg zu ihrem Zimmer bei Robin vorbei, in der Hoffnung, dass auch er wach läge. Aber Robin schlief tief und fest. Enttäuscht und todmüde legte sie sich wieder in ihr Bett. Umsonst, denn an Schlafen war nicht mehr zu denken. Sie entschied, sich den Sonnenaufgang durch ihre Glasfront im Zimmer anzuschauen. Das war immer noch besser, als um diese unmögliche Zeit durch das Haus zu geistern. Gerade als sie wieder am Einschlafen war, ertönte eine äußerst bekannte Stimme in ihrem Kopf: „Schwesterchen, ich muss mit dir reden.“ Rika saß vor Schreck kerzengerade im Bett. Linea hatte schon sehr lange nicht mehr mit ihr gesprochen, vor allem nicht auf diese Weise. Sie waren zwar Zwillingsschwestern, hatten aber fast nichts gemeinsam und vor allem hatten sie sich nichts zu sagen. „Mein Gott Linea, du lebst? Ich habe seit unserem Absturz nichts mehr von dir gehört. Wir dachten du wärest tot. Wo bist du? Wie geht es dir?“ Zögerlich schickte Rika diese Worte an ihre Schwester. Rika hielt sich ihren Kopf als prompt eine Antwort folgte: „Seit wann machst gerade du dir Sorgen um mich? Um mich muss sich keiner Sorgen machen. Mir geht es prächtig. Aber genug mit der Gefühlsduselei. Ich bin rein zufällig in der Nähe von deinem hübschen Haus. Ich werde dich besuchen kommen. Da ich ja scheinbar sehr vermisst wurde, wünsche ich mir einen würdigen Empfang. Deshalb füge deinem Haus ein Zimmer hinzu. Dort werde ich in einer Stunde auf dich warten. Du kannst ja sowieso nicht schlafen...“. Ein schallendes Lachen hallte durch Rika’s Kopf. Plötzlich war es ruhig. „Na toll. Sie steckt hinter meiner schlaflosen Nacht.“
Sie warf sich schnell etwas über und lief hinunter in die Küche. Im Erdgeschoss war komischerweise schon Licht. Leise öffnete sie die Tür zu Tobis Zimmer. Der aber schlief. Auch aus dem Zimmer von ihrem Bruder Robin hörte sie leise Schnarchgeräusche. Dann kam nur noch der dritte im Bunde in Frage. „Robby wird doch nicht etwa wach sein und trainieren?“, fragte sie sich. Und tatsächlich. Als sie ins Untergeschoss kam, sah sie dass im großen Trainingsraum Licht war. Leise öffnete sie die Tür und sah Robby, wie er sich auf dem Laufband abmühte. Er war schweißgebadet und es war unnormal warm in dem Trainingsraum. Vorsichtig schloss sie wieder die Tür und ging in das Überwachungszimmer des Fitnessraums und sah das Robby einen PC hochgefahren hatte und das Programm zum Regeln der Raumtemperatur war geöffnet. „40 °C, oh, Mann, ich glaube der hat verdammt schlechte Laune. So einen Schwachsinn macht der nur, wenn es ihm nicht gut geht“.
Rika schaltete das Programm aber nicht ab, sondern schaltete die Kameras und das Mikro ein, die um das Laufband postiert waren. Sie setzte sich gemütlich in ihren schwarzen Bürosessel, lehnte sich zurück und beobachtete ihn. Laut PC-Anzeige lief er schon über eine Stunde auf dem Laufband, was ihm auch schon anzusehen war. Sein graues Muskelshirt klebte ihm am Oberkörper und der Schweiß rann ihm über die Stirn, die Schläfen hinunter zum Hals. Rika liebte diesen Anblick. Dieser Mann war so unglaublich sexy. Trotz täglichem stundenlangen harten Trainings waren seine Muskeln wohl geformt, aber auf keinen Fall übertrieben ausgebildet. Unter dem schweißnassen Shirt zeichnete sich ein Muskelspiel ab, welches jede Frau schwach werden lassen könnte. Seine dunkelbraunen Haare standen ungebändigt in jede erdenkliche Richtung ab und seine strahlend grünen Augen blickten sie an. Besser gesagt schaute er auf die Anzeige des Laufbandes, in der sich auch eine kleine Kamera befand. Sie kannte Robby sein ganzes Leben lang, doch war sie täglich aufs Neue von ihm fasziniert. Und der Umstand, dass er sich gerade auf dem Laufband austobte löste ein erregendes Kribbeln in ihrem ganzen Körper aus. Hier zeigte sich die einzige Gemeinsamkeit, die sie mit ihrer Schwester teilte. Beide waren vernarrt, ja fast süchtig, nach diesem Anblick. Auch wenn Rika das niemals zugeben würde, weder vor ihrer Schwester, noch vor ihren Brüdern oder Tobi.
In solchen Augenblicken wurde ihr wieder bewusst dass sie froh sein konnte nicht von der Erde zu stammen. Auf der Erde war es ungehörig sexuelle Gefühle für seinen Bruder zu hegen. Auf ihrem Geburtsplaneten Rotantino galt zum Glück eine andere Moral.
Sie schreckte aus ihren Gedanken auf, weil der Computer einen kurzen Ton von sich gab. Sie schaute auf das Trainingsprogramm und sah, dass Robby die Geschwindigkeit des Laufbandes nochmal erhöht hatte. Bevor sie sich darüber Gedanken machen konnte, fiel ihr Blick auf die Uhr. „Ohje, schon so spät!“ Ihr fiel ein, dass sie ja noch ein Zimmer erschaffen sollte. Sie konzentrierte sich kurz und machte sich danach auf den Weg zu dem neuen Zimmer im Erdgeschoss. Noch immer waren die beiden Anderen am schlafen. Sie hätte jetzt gerne Robin zur Unterstützung an ihrer Seite gehabt, aber da musste sie wohl jetzt alleine durch. Das Gefühl der Erleichterung, dass ihre Schwester lebte, hatte nur kurz angehalten. Sie ahnte, dass Linea nicht nur wegen eines kleinen Schwätzchens unter Geschwistern gekommen war. Da steckte mehr dahinter und sie kannte ihre Schwester lange genug um zu wissen, dass es nichts Gutes sein würde.
