[Histo]Rückzug (1/X) Überarbeitet

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[Histo]Rückzug (1/X) Überarbeitet

Beitragvon truluc » 25.01.2015, 21:30

Hi Leute,

ich habe mal wieder etwas auf die Finger bekommen. Denn nach meiner Überarbeitung, wies mein Text stolze 1900 Wörter auf, wo doch nur max. 1000 erlaubt sind. :oops:
Deshalb ist hier erst einmal der erste Teil, des ersten Teils. Aber die Geschichte geht weiter. Nur leider habe ich zur Zeit keine Zeit zum Kommentieren anderer Werke, was meine Chancen mehr zu Posten nicht gerade erhöht.

Aber vielen Dank an alle, die sich dennoch mit diesem Auszug befassen.

Lieben Gruß!

truluc

Rückzug

„Sei still!“, zischelte jemand.
Tom kam zu Bewusstsein, war aber unerklärlicherweise nicht im Stande die Augen zu öffnen.
„Nimm seine Stiefel. Seine Stiefel, du Trottel!“
Unsanft wurden ihm seine Stiefel von den Füßen gezerrt. Als nächstes war ein listiges Kichern zu hören, dann vernahm er einen unangenehmen Mundgeruch dicht an seinem Gesicht.
„Mach’s gut, Idiot“, sagte eine rauchige männliche Stimme. Und eine andere fügte belustigt hinzu,
„Armer Tor…bald kommen die Wölfe“.
Bevor Tom sich bewusst war, was gerade geschehen ist, hörte er nur noch wie sich das Lachen der Männer zügig entfernte. Das letzte vernommene Wort löste jedoch kalte Angst in ihm aus. Doch so stark er auch versuchte sich aus seiner momentanen Lage zu befreien, sein Körper schien jeglicher Bewegung unfähig zu sein. Seine Gedanken drehten sich wirr um die Frage, wo er sich gerade befand. Grässliche Vorstellungen von einem Wolfsrudel, welches an seinen Beinen -und Armen reißt, mischten sich mit beschwichtigenden „Das ist nur ein Traum“ Sätzen.
Doch der vermeintliche Traum hielt an.
Der Wind nahm hörbar zu und das nächste Gefühl war auch nicht gerade beruhigender, denn lautlos berührte etwas kaltes erst seine Zehen, dann seine Hände und schließlich auch sein Gesicht. Schnee. Kleine feine Nadelstiche, vor denen er sich nicht schützen konnte. Tom führte sich vor Augen, wie er so da lag, wusste aber weder wo, noch wieso er in diesem Zustand war. Seine Füße wurden kälter und kälter.„Wo war ich vorher?“, versuchte er sich zu erinnern. „Autoradio“, schoss es ihm durch den Kopf in Begleitung der Melodie eines Songs der 80er. Einer dieser Songs, die ständig gespielt wurde, die man beinah auswendig kannte, aber nicht besonders mochte. Er sieht in seiner Erinnerung, seine Hand am Radio drehen.„Ich wollte den Sender wechseln. Und dann…?“
Seine Gedanken wurden von einem Geräusch abgeschnitten,welches seinen Körper sich sofort in den Fluchtmodus einstellen lies: sein Bauch zog sich zusammen, sein Herz hämmerte in seiner Brust und kalter Schweiß benetzte seine sowieso schon kalte Stirn. Nur seine Muskeln verwehrten weiterhin ihren Dienst. „Wie zynisch von dir“, sagte Tom zu seinem bewegungslosen Körper und lauschte weiter dem Geräusch. Zunächst war da ein Knacken von Gehölz, noch zu fern um gefährlich zu sein. Stille. Dann ein leises Hecheln.
„Bitte nicht“, flehte er leise in sich hinein. Stille. Und als das unverkennbare Knurren hinzukam, verfiel er in Panik: seine Atmung beschleunigte sich, die Augenbewegung nahm zu, nur die Lider blieben geschlossen. Doch als würden seine Angreifer befürchten, er läge nur zur Tarnung so leblos da, musste Tom zuhören, wie sich die Wölfe langsam von allen Seiten näherten. Er wartete auf den feuchten Atem eines Tieres und den ersten Biss. „Nun macht schon“, schrie Tom lautlos in sich hinein und konnte Tränen von seinen Augen herabfließen spüren.
„Das kann doch nicht wahr sein“, hörte er noch einen Gedanken, als ein starker Schmerz seinen linken Fuß durchbohrte. Da war er, der erste Biss. Da ein zweiter, an seinem rechten Schienbein.
Was Tom erstaunte war, dass seine Panik schlagartig verfloss und sich in ihm eine Sehnsucht nach einem schnellen Tod umwandelte.
Dann geschah alles sehr schnell, denn ein plötzliches Pfeifen ging durch die Luft. Tom dachte, dies sei nun die Melodie des Sterbens, jene befreiende Musik, von der Menschen mit Nahtoderfahrung immer sprachen. Dem Pfeifen folgte aber das sofortige Jaulen eines seiner Angreifer und mit einem dumpfen Poltern, spürte er einen warmen felligen Körper auf sein verwundetes Bein fallen. Ein weiteres Jaulen, welches sich zügig entfernte, sagte ihm, dass der Angriff wohl überstanden sei. Zumindest der, der Wölfe. Was blieb war der beißende Schmerz, der ihm mehr und mehr schwächte. Ein regelmäßiges Knirschen von Schritten im Schnee, lenkte ihn von diesem ab. Die Schritte drangen dicht an sein Ohr heran und verstummten. Stille.
Er war sich nun sicher, dass Jemand direkt neben ihm hockte. Die fühlbarer Präsenz einer Person.
„Danke“, formulierte Tom geschwächt noch in seinem Kopf, dann spürte er eine warme Hand zart seine Stirn berühren, woraufhin er sofort einschlief.

Mit einem Ruck richtete sich Tom zum Sitzen auf. Er wurden von einem erneuten Jaulen geweckt und schlug panisch um sich. Etwas zersprang, das er getroffen hatte. Seine Augen schienen immer noch nicht im Stande zu sein, sich zu öffnen. Ihm wurde vom schnellen Aufrichten schwindelig, bis dieselben Hände ihm wieder zum Hinlegen verhalfen, welche ihm schon im Schnee begegneten.
Er lies sich sinken. Sein Atem wurde langsam ruhiger und Tom fing an, sich auf die Wahrnehmung seiner Umgebung zu konzentrieren. Erst jetzt begriff er, dass seine Bewegungslosigkeit vorüber war. Er lag weich gebettet, in der Wärme eines nahen Feuers. Jemand räumte den Schaden auf. Der Duft eines würzigen Gerichts stieg in seine Nase, sein Magen knurrte prompt. Nun verstand er, dass seine Augen durch einen Verband geschlossen gehalten wurden. Eine warme feuchte Paste war da spürbar. Auch der Schmerz seiner Bissverletzungen war beinah verschwunden. Da wo er die Wunden vermutete, war nur noch ein Druck zu merken, der wohl von einem Verband herrührte. Da stieg eine unangenehme Erkenntnis in ihm hoch, sein ganzer Körper war nur durch ein leichtes Laken bedeckt, er war darunter völlig nackt.
Erneut waren es die helfenden Hände, die ihm von dieser Scham ablenkten, indem sie seinen Körper zum Trinken jenes Gerichtes stützten, welches er gerade gerochen hatte. Die Botschaft seines Magens wurde also verstanden. Er gab sich Mühe die Hände einfach gewähren zu lassen. Sie waren weich und zart, während sie zugleich fest und entschlossen zupackten. Tom berührte den Verband seiner Augen, die fremden Hände wiesen ihn an, sich besser wieder hinzulegen. Kaum war die warme Speise in seinem Magen angekommen, sank sein Körper schwer und müde, wieder in einen tiefen Schlaf.
Das nächste Erwachen war ebenso unangenehm, denn dieses mal schleckte eine feuchte Zunge an seinen Füßen. Instinktiv trat er aus, was ein leidvolles Jaulen auslöste, welches Tom zunächst wieder in Alarmbereitschaft versetzte. „Ich kann dieses Geräusch nicht mehr hören“, sagte Tom wütend und war verwundert, seine eigene Stimme gehört zu haben. Er setzte sich langsam auf und fühlte, wie die Sonne auf seinem Gesicht schien. Der Verband seiner Augen war frisch und trocken. Vorsichtig wickelte er die Binde von seinem Gesicht. Beim kurzen Versuch die Augen zu öffnen schreckte er vor der Helligkeit zurück und schloss sie schnell wieder. „Langsam Tom“, mahnte er sich. Sein Körper fühlt sich wieder ausgeruht und kraftvoll an. Tom ertastete sein rechtes Bein, der Verband war verschwunden, auch unter seinem linken Fuß, konnte Tom den erdigen Boden spüren. Scheinbar waren seine Wunden verheilt. „Gott, wie lange liege ich hier schon?“, doch als Antwort auf seine Frage war nur ein leises Knurren zu hören.
Zuletzt geändert von truluc am 09.03.2015, 21:29, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Rückzug

Beitragvon George2307 » 27.01.2015, 21:57

Hallo truluc,

habe soeben deinen Text gelesen und möchte dich gern ermutigen, daran weiter zu schreiben, denn ich muss sagen, dass er mir gut gefallen hat. Die Handlung ist spannend und weckt Interesse nach mehr. :)
Überhaupt ist die Ausgangssituation interessant: Ein Mann, der plötzlich irgendwo aufwacht und nicht weiß, was passiert ist - Amnesie ist schon immer ein Garant für Spannung gewesen! :wink:

Nichtsdestotrotz sind mir beim Lesen aber auch einige Dinge aufgefallen, auf die ich dich aufmerksam machen möchte:

An diversen Stellen im Text springst du im Tempus hin und her bzw. bleibst im Präteritum, obwohl Perfekt angesagt wäre. Ein Beispiel:
Ihm wurde schummerig, alles drehte sich, bis dieselbe warme Berührung ihm wieder zum Hinlegen verhalf, welche ihm schon im Wald begegnete.

Dieser Satz ist zudem schwer nachzuvollziehen: Etwas, das ihm zum Hinlegen "verhilft"? Rational betrachtet dürfte eigentlich niemand, der sich machtlos einer Bedrohungssituation ausgesetzt fühlt, es als "Hilfe" betrachten, wenn ihn etwas zu Boden bringt. Was hälst du von folgendem Änderungsvorschlag:
Da war es wieder - das Gefühl einer warmen Berührung, die ihm bereits zuvor im Wald begegnet war. Ihm wurde schummrig, und als er spürte, wie sich alles drehte, ging er erneut zu Boden.

Dann ist mir folgender Satz aufgefallen:
Sie (die Hände der Frau) fühlten sich weich und warm an, gleichzeitig fest und entschlossen.

Diese Formulierung könnte beim Leser Verständnisprobleme hervorrufen. Hände, die weich und gleichzeitig fest sind? Vermutlich wolltest du Folgendes ausdrücken:
Sie fühlten sich warm und weich an, während sie zugleich fest und entschlossen zupackten.


Ich empfehle dir, die Wortwechsel innerhalb der Dialoge möglichst durch Absätze darzustellen. Dadurch wirken sie lebendiger und sind leichter zu lesen. Beispiel:
„Gut. Ihr hattet Glück.“
„Was ist passiert?“, fragte er.
„Ich bin bereit euch alles zu berichten, was ich weiß", entgegnete die Unbekannte. "Aber bitte bekleidet euch zunächst.“
„Natürlich. Bitte entschuldigt.“, sagte Tom beschämt und sah noch einmal in das amüsierte Gesicht jener wohltuenden Gesellschaft.


Insgesamt ist es ein prima Text, auch wenn ich dir ehrlicherweise den Tipp geben muss, dass du Grammatik und Satzbau hier und da noch etwas verbessern könntest :| . Solltest du dazu konkretere Fragen haben, können wir den Text gerne noch einmal gemeinsam durchgehen :P . Bitte versteh' mich nicht falsch: Ich möchte hier nicht wie der Oberlehrer vom Dienst auftreten, zumal ich ja selbst blutiger Anfänger bin. Aber gerade deshalb bin ich der Meinung, dass ich meine Schreibe nur dann weiterentwickeln kann, wenn ich hier auf Leute stoße, die mich in Frage stellen und kritisieren.

Ich finde auf jeden Fall, dass du Potenzial hast, aus dem du etwas machen solltest.
Deshalb: Weitermachen! :P
George2307
 
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Re: Rückzug

Beitragvon truluc » 27.01.2015, 23:22

Hey George2307,

vielen Dank für dein Feedback -und die Zeit, die du darin investiert hast.

habe soeben deinen Text gelesen und möchte dich gern ermutigen, daran weiter zu schreiben, denn ich muss sagen, dass er mir gut gefallen hat. Die Handlung ist spannend und weckt Interesse nach mehr

Das motiviert - danke!

Ihm wurde schummerig, alles drehte sich, bis dieselbe warme Berührung ihm wieder zum Hinlegen verhalf, welche ihm schon im Wald begegnete.

Dieser Satz ist zudem schwer nachzuvollziehen: Etwas, das ihm zum Hinlegen "verhilft"? Rational betrachtet dürfte eigentlich niemand, der sich machtlos einer Bedrohungssituation ausgesetzt fühlt, es als "Hilfe" betrachten, wenn ihn etwas zu Boden bringt.

Nun, eigentlich soll diese warme Berührung (die Hände der Frau), etwas Positives -und somit wohltuendes darstellen. Da die Helferin bemerkt, dass dem Protagonist noch die Kontrolle über seinen Körper fehlt - verhilft sie ihm mit einem charmanten Zwang :lol: sich wieder hinzulegen. Puh - das ist wohl zu kompliziert um verständlich zu sein... :cry:

Sie (die Hände der Frau) fühlten sich weich und warm an, gleichzeitig fest und entschlossen.

Diese Formulierung könnte beim Leser Verständnisprobleme hervorrufen. Hände, die weich und gleichzeitig fest sind? Vermutlich wolltest du Folgendes ausdrücken:
Sie fühlten sich warm und weich an, während sie zugleich fest und entschlossen zupackten.

Ja - viel besser! Danke!

Insgesamt ist es ein prima Text, auch wenn ich dir ehrlicherweise den Tipp geben muss, dass du Grammatik und Satzbau hier und da noch etwas verbessern könntest :| . Solltest du dazu konkretere Fragen haben, können wir den Text gerne noch einmal gemeinsam durchgehen :P .

:oops: Also ich bitte darum - gern!

Bitte versteh' mich nicht falsch: Ich möchte hier nicht wie der Oberlehrer vom Dienst auftreten, zumal ich ja selbst blutiger Anfänger bin. Aber gerade deshalb bin ich der Meinung, dass ich meine Schreibe nur dann weiterentwickeln kann, wenn ich hier auf Leute stoße, die mich in Frage stellen und kritisieren.

Keine Sorge - ich bin echt dankbar für diese Art von Kritik! Das habe ich gesucht -und damit komme ich weiter.

Ich habe auch von Justin ein Feedback bekommen. Zusammen mit deinen Anmerkungen und den (hoffentlich) noch Folgenden, werde ich den Text demnächst noch einmal bearbeiten.

Vielen Dank!

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Re: Rückzug

Beitragvon tattoo99 » 01.02.2015, 14:58

Hallo :),
Tom spürte ein Zerren und Rütteln, ungeschickt versucht es unbemerkt zu tun.

-> Ich habe den Satz drei Mal gelesen und ihn immer noch nicht verstanden. Der erste Teil ist klar, aber nach dem Komma bin ich irgendwie nicht her gekommen. Was meinst du damit?

„armer Tor…bald kommen die Wölfe…“.

-> „Armer Tor… bald kommen die Wölfe…“.

Er spürte den Wind zunehmen.

-> Ich finde es klingt schöner, wenn du schreibst: Er spürte wie der Wind zunahm.

„ich wollte den Sender wechseln. Und dann…?“.

-> „Ich wollte den Sender wechseln. Und dann…?“

Der Charakter:
Man erfährt noch nicht so viel über Tom, was ich nicht schlimm finde. So lernt man den Charakter dann (hoffentlich;)) Teil für Teil kennen. Vielleicht wäre es noch schön, wenn du so Sätze einbringst wie zum Beispiel: Er fuhr sich durch sein braunes Haar oder Seine blauen Augen wanderten neugierig umher. Mit diesen Sätzen kann man dann das Aussehen von Tom beschreiben, damit man sich wenigstens ein bisschen den Jungen vorstellen kann und du verrätst nicht zu viel :)

Die Handlung:
Zu der Handlung kann ich jetzt noch nicht viel sagen, da ja nicht viel passiert ist, aber es hört sich auf jeden Fall spannend an.
Das Ende hast du schön gewählt, das ist ein toller Cliffhänger :)

Fazit:
Kann es sein, dass du einen kleinen Tick für Bindestriche hast? Teilweise hast du Bindestriche gesetzt, wo ich gedacht habe, wer setzt denn da Bindestriche? O.o :D
Es könnte also eine wirklich gute Geschichte werden, wenn du weiter daran schreibst. Allerdings solltest du nochmal deine wörtliche Rede überarbeiten, wegen der Groß- und Kleinschreibung :)

Liebe Grüße
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Re: Rückzug

Beitragvon truluc » 01.02.2015, 21:06

Hallo tattoo99,

vielen Dank für dein Feedback! Ich gebe zu - (!) :wink: dem Text fehlt noch einiges, aber euer aller Feedback schafft da Abhilfe! Danke!

Tom spürte ein Zerren und Rütteln, ungeschickt versucht es unbemerkt zu tun.

-> Ich habe den Satz drei Mal gelesen und ihn immer noch nicht verstanden. Der erste Teil ist klar, aber nach dem Komma bin ich irgendwie nicht her gekommen. Was meinst du damit?

Ja, dieser Satz ist ein Meisterwerk für sich. :D Also es geht darum, dass jemand zu ungeschickt ist, um unbemerkt die Stiefel meines Protagonisten zu klauen. Aber in der Neuauflage ist er schon verschwunden. :oops:

Man erfährt noch nicht so viel über Tom, was ich nicht schlimm finde. So lernt man den Charakter dann (hoffentlich;)) Teil für Teil kennen.

Genau, so wie sich Tom neu kennen lernt, soll auch der Leser ihn kennen lernen. Aber das sollte er schon noch mehr können, während dieses Textabschnitts, das stimmt!

Kann es sein, dass du einen kleinen Tick für Bindestriche hast? Teilweise hast du Bindestriche gesetzt, wo ich gedacht habe, wer setzt denn da Bindestriche? O.o :D
Es könnte also eine wirklich gute Geschichte werden, wenn du weiter daran schreibst. Allerdings solltest du nochmal deine wörtliche Rede überarbeiten, wegen der Groß- und Kleinschreibung :)


Jaa - ich liebe Binde-
striche - mehr als Kommas. :lol: Ich glaube das es daran liegt, dass ich mir bei der Kommasetzung auch recht unsicher bin, da habe ich als Kompensation den Bindestrich gefunden. An welchen Stellen ist dir das besonders aufgefallen?

Lieben Gruß!

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Re: Rückzug

Beitragvon Justin » 03.02.2015, 11:10

Jaa - ich liebe Binde-
striche - mehr als Kommas. :lol: Ich glaube das es daran liegt, dass ich mir bei der Kommasetzung auch recht unsicher bin, da habe ich als Kompensation den Bindestrich gefunden. An welchen Stellen ist dir das besonders aufgefallen?

ÜBERALL!

Ein Bindestrich ersetzt ein Komma nicht. Ich mag sie auch sehr gern aber sie sind dann verwirrend wenn sie zwei Sätze, die zwei eigenständige Ideen verbindet.

Toms Gedanken drehten sich nun wirr um die Frage, ob er in diesen Zustand gefangen bleiben würde -und grässliche Bilder von einem Wolfsrudel, welches an seinen Beinen und Armen reißt, mischten sich mit beschwichtigenden „Das ist nur ein Traum“- Sätzen.

Diese Konstruktion z.B. ist an sich sehr verschachtelt und benötigt ein wenig Entrümpelung, aber die Bindestriche machen den Satz noch einen Tick verwirrender als es ohnehin schon ist.

Er sieht(sah) seine Hand am Radio drehen(.)(-) „(I)ich wollte den Sender wechseln. Und dann…?“(.)(,)dachte er sich.

Hier sind einige Fehler zusammen gekommen. Noch dazu schwächt der Bindestrich die ganze Konstruktion erheblich.

Es war das sich nähernde Knacken von Stöcken, -Rascheln von Blättern.

Hier verwendest du sowohl ein Komma, als auch einen Bindestrich - was keinen Sinn macht.

Tom wartete auf den feuchten Atem eines Tieres, - den ersten Biss.

Wieder die Kombination aus Komma und Bindestrich.

Tom wartete auf den feuchten Atem eines Tieres. Auf den ersten Biss - eine schaurige Gedanke.

Ein Bindestrich sollst du verwenden, um die Aussage eines Satzes zu erhöhen: Nicht als Kommaersatz.
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Re: Rückzug

Beitragvon truluc » 05.02.2015, 21:37

Hallo Justin,

ich danke dir für dein konstruktives Feedback. Es hilft mir wirklich sehr, auch wenn es mir vor Augen führt, wie viele peinliche Fehler ich noch auszuräumen habe.
Was hältst du von meiner Überarbeitung? Das interessiert mich wirklich.

Lieben Gruß!

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Re: Rückzug (1/X) Überarbeitet

Beitragvon Justin » 06.02.2015, 10:34

Grüße truluc,

den Besen hast du sehr gut angesetzt bei deiner "Aufräumaktion". Insgesamt hat deiner Geschichte die Überarbeitung sehr gut getan. Man stolpert nicht ständig durch irgendwelche merkwürdigen Satzkonstruktionen, die nur verwirrend sind. Der Lesefluss ist fast durchgehend ununterbrochen.

Klar, wie du dir selber vorstellen kannst, sind unzählige Kleinigkeiten, an denen man immer feilen kann.

Mir sind grob gesagt, drei oder vier Struktur... Elemente(?), aufgefallen, die du vielleicht ein wenig genauer anschauen kannst.

1. Ein Mann liegt im Schnee, wacht auf und ist in einer Hütte, hübsche Kräuterfrau hat in gesundgepflegt. An sich alles Klar - wenn nicht diese kleine Sache mit dem Radio nicht wäre... Irgendwie geht diese Element in dem Fluss unter. Ich finde gerade diese Element das Spannende an der Situation. Spielt das ganze in dem Hier und Jetzt, oder in der Vergangenheit oder ganz wo anders? das ist zu nächst egal und auch das Spannende - man will es ja herausfinden - aber in WELCHER Zeit steckt TOM? Wenn ich mir vorstelle, dass ich im Auto durch die Gegend fahre und plötzlich im Schnee liege, wurde ich ein wenig panisch werden. Wenn ich bei einer Kräuterhexe auch noch aufwache, dann ist die Verwirrung bei mir vollendet - Tom nimmt es sehr, sehr cool. Als ob er sowas jeden Tag erlebt- Vielleicht tut er das - wer weiß?

2. Die Ganze Geschichte ist als ein Block geschrieben. Ohne Absätze, Ohne Unterbrechung. a) Dass macht das Lesen somit anstrengend, b) kannst du auch mit dem Tempo/Spannung spielen wenn du Ideen, Szenen oder Gedanken wechselst.

3. Der Blick im Spiegel - Irgendwie typisch. Klar willst du den Leser ein Bild geben aber es musst nicht so sein, und auch nicht so plump gewesen. Und zurück zum Punkt 1 - das lässt ihn auch völlig kalt. Sieht er immer so aus? Ist die Gesicht neu oder anders als sein soll? Er scheint so als ob er es erwartet hätte, dass er so aussieht. Ich hätte das ganze ein wenig herausgezögert - das Kratzige am Kinn entdecken, die Locken am Kopf und dann irgendwann beim Feuerholz holen, das Gesicht im zugefrorenen Wasseroberfläche "zufällig" gesehen und dann leicht schockiert- wenn das Gesicht völlig anders ist, oder erklärt, warum er damit vertraut ist.

4. Dialog - ist schwer, das weiß fast jeder, der mit dem Schreiben gerade angefangen hat, aber da muss man durch. Gute Dialog ist das A und O von Storytellen! Dialog ergibt sich nicht einfach, da musst du auch genauso dran arbeiten wie alles anders in der Geschichte. Sie musst natürlich und gleichzeitig nicht banal klingen.

Ich hoffe, dass die Geschichte weiter geht, und du die Spannung und Neugier, die du hier aufgebaut hast, weiterführen kannst.

Viel Spaß noch beim Schreiben - denn Es soll nicht nur Arbeit sein!
Lg J.
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Re: Rückzug (1/X) Überarbeitet

Beitragvon truluc » 06.02.2015, 22:03

Hallo Justin,

den Besen hast du sehr gut angesetzt bei deiner "Aufräumaktion". Insgesamt hat deiner Geschichte die Überarbeitung sehr gut getan. Man stolpert nicht ständig durch irgendwelche merkwürdigen Satzkonstruktionen, die nur verwirrend sind. Der Lesefluss ist fast durchgehend ununterbrochen.

Danke für deine Inspiration! Es fühlte sich während der Bearbeitung auch gleich verständlicher an.

1. Ein Mann liegt im Schnee, wacht auf und ist in einer Hütte, hübsche Kräuterfrau hat in gesundgepflegt. An sich alles Klar - wenn nicht diese kleine Sache mit dem Radio nicht wäre... Irgendwie geht diese Element in dem Fluss unter. Ich finde gerade diese Element das Spannende an der Situation. Spielt das ganze in dem Hier und Jetzt, oder in der Vergangenheit oder ganz wo anders? das ist zu nächst egal und auch das Spannende - man will es ja herausfinden - aber in WELCHER Zeit steckt TOM? Wenn ich mir vorstelle, dass ich im Auto durch die Gegend fahre und plötzlich im Schnee liege, wurde ich ein wenig panisch werden. Wenn ich bei einer Kräuterhexe auch noch aufwache, dann ist die Verwirrung bei mir vollendet - Tom nimmt es sehr, sehr cool. Als ob er sowas jeden Tag erlebt- Vielleicht tut er das - wer weiß?

Ja, das Radio. Genau das ist das Geheimnis, welches ich jetzt noch nicht lüften wollen würde. Und wenn es dich beschäftigt, ist es vielleicht genau richtig dosiert. :wink:

2. Die Ganze Geschichte ist als ein Block geschrieben. Ohne Absätze, Ohne Unterbrechung. a) Dass macht das Lesen somit anstrengend, b) kannst du auch mit dem Tempo/Spannung spielen wenn du Ideen, Szenen oder Gedanken wechselst.

Stimmt! Ich habe erstmal diesen einen Strang verfolgt, obwohl die Geschichte 2 oder 3 oder vielleicht noch mehr Stränge besitzen wird. Meinst du ich sollte schon innerhalb des ersten Teils einen Szenenwechsel einfügen oder würde es (dir) reichen, wenn du wüsstest, dass die Szene beim nächsten Teil wechselt?

3. Der Blick im Spiegel - Irgendwie typisch. Klar willst du den Leser ein Bild geben aber es musst nicht so sein, und auch nicht so plump gewesen. Und zurück zum Punkt 1 - das lässt ihn auch völlig kalt. Sieht er immer so aus? Ist die Gesicht neu oder anders als sein soll? Er scheint so als ob er es erwartet hätte, dass er so aussieht. Ich hätte das ganze ein wenig herausgezögert - das Kratzige am Kinn entdecken, die Locken am Kopf und dann irgendwann beim Feuerholz holen, das Gesicht im zugefrorenen Wasseroberfläche "zufällig" gesehen und dann leicht schockiert- wenn das Gesicht völlig anders ist, oder erklärt, warum er damit vertraut ist.

Interessanter Punkt, ich werde mal überlegen, wie ich das am besten gestallten kann. Danke auch dafür!

So und jetzt muss ich mal wieder an meinem Text arbeiten - natürlich mit Spaß! :lol: (jetzt passt doch der Bindestrich, oder? :thinking: ) :lol:

Lieben Gruß!

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Re: Rückzug (1/X) Überarbeitet

Beitragvon TallyLC » 09.03.2015, 16:26

Hallo truluc!
Ich fand diese Geschichte, oder den Anfang einer Geschichte, sehr spannend und interesant.
Es werden viele Fragen aufgeworfen (Wo ist er? Was hat es mit dem Radio auf sich? Wer ist die Kräuterfrau? Wer waren die zwei Menschen am Anfang der Geschichte? usw.), aber auch ein paar Antworten gegeben, was ich immer gut finde. Schließlich wäre es ziemlich blöd wenn nur Fragen aufgeworfen werden, aber keine einzige Antwort kommt, oder? :wink:

Das was er sah, war wie diese Umgebung, unwahr und bekannt zugleich. Es zeigte ein kantiges Gesicht, mit einem kräftigen Kiefer, an dem ein schwarzer dichter Bart wuchs. Dicke lockige Haare rahmten den Kopf ein und tiefblaue Augen blickten Tom entgegen. „So siehst du also aus“, sagte Tom sich entgegen und strich sich durch die Haare und durch den Bart.


Ich finde an der Stelle ist es sehr unklar ob es sein gewohntes Aussehen ist, oder er sich plötzlich verändert hat. Würd ich im Spiegel einem völlig fremden Menschen in die Augen blicken, würde ich mich doch arg erschrecken, verstehst du? :lol:
Und wie auch andere vor mir bereits erwähnt haben, ist das mit dem Spiegel doch ein wenig schwach...

3. Der Blick im Spiegel - Irgendwie typisch. Klar willst du den Leser ein Bild geben aber es musst nicht so sein, und auch nicht so plump gewesen. Und zurück zum Punkt 1 - das lässt ihn auch völlig kalt. Sieht er immer so aus? Ist die Gesicht neu oder anders als sein soll? Er scheint so als ob er es erwartet hätte, dass er so aussieht. Ich hätte das ganze ein wenig herausgezögert - das Kratzige am Kinn entdecken, die Locken am Kopf und dann irgendwann beim Feuerholz holen, das Gesicht im zugefrorenen Wasseroberfläche "zufällig" gesehen und dann leicht schockiert- wenn das Gesicht völlig anders ist, oder erklärt, warum er damit vertraut ist.


Dies hast du leider bei der Überarbeitung nicht geändert, was ich Schade finde :(
Aber es ist letztendlich deine Geschichte, und somit auch deine Entscheidung^-^ Wollte ich nur nochmal erwähnt haben...

Sie hatte feines tiefrotes Haar, welches offen über ihren Schultern hing. Sie trug ein einfaches waldgrünes Leinenkleid. Um ihre Hüften hing ein ledernes Bündel.


Das ist eine Stelle die mich die Nase rümpfen lässt... :sigh:
Denn da beschreibst du einfach ihr Aussehen in drei Sätzen, aber soetwas kann ich mir persönlich nicht wirklich merken.
Vor allem musst du nicht alles auf einmal sagen, damit überrumpelst du den Leser nur.
Im ersten Moment reicht es wenn du nur den Satz schreibst:

Da erschien über ihm das schönste Gesicht, welches Tom jemals sich zu erinnern vermochte.


Später kannst du dann Nebensätze einfügen, die das Aussehen ein wenig beschreiben.
Beispiel:
...und als sie lachte wippte ihr tiefrotes Haar mit...

Sehr schlechtes Beispiel das nicht zum Rest des Schreibstils passt, aber ich hoffe so verstehst du was ich meine. :wink:

Noch einmal zum Anfang der Geschichte, da gibt es eine Stelle die ich nicht so ganz verstehe:

Seine Gedanken wurden von einem Geräusch abgeschnitten,welches seinen Körper sich sofort in den Fluchtmodus einstellen lies: sein Bauch zog sich zusammen, sein Herz hämmerte in seiner Brust und kalter Schweiß benetzte seine sowieso schon kalte Stirn. Nur seine Muskeln verwehrten weiterhin ihren Dienst. „Wie zynisch von dir“, sagte Tom zu seinem bewegungslosen Körper und lauschte weiter dem Geräusch.


Was soll daran zynisch sein, das sein Körper sich "weigert" zu bewegen?
Zynismus ist eine bestimmte negative Einstellung, deswegen verstehe ich die Stelle nicht so ganz.
Vielleicht bin ich ja auch einfach nur zu blöd. :wink:

Ansonsten habe ich keine Kritik, der Schreibstil ist spannend und unterhaltsam, ich hatte wirklich Spaß beim lesen!

Gibt es schon einen zweiten Teil? Wenn ja, könntest du ihn verlinken?
Und wenn nein, wird ein zweiter Teil kommen? Wann?
Ich würde sehr gerne wissen wie es weitergeht! :reading:

Liebe Grüße,
Tally :girl:
Man erkennt den Autor aus der Schrift vielleicht deutlicher als aus dem Leben. -Johann Wolfgang von Goethe
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