[Liebe]Sankt-Nimmerleinstag

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Sankt-Nimmerleinstag

Beitragvon beatrice » 07.07.2015, 19:53

Kopfschüttelnd bummelte er durch die Straßen der Stadt. An ihm vorbei rasten die Passanten, so schnell, dass sie zu Farbstreifen verschwammen.
‚Bedeutet Leben nicht den Augenblick auszukosten? Warum hetzen die dann alle?‘ , fragte er sich. Er hätte es auch laut aussprechen können, ihm hätte sowieso niemand Beachtung geschenkt.
Irgendwie störte ihn das. Sonst machte ihm die Einsamkeit nichts aus, aber heute spürte er, dass er nicht dazu gehörte.
Zwischen den Eilenden fühlte er sich verloren, darum schlich er noch langsamer.
Dummerweise rempelte ihn in diesem Moment eine Buckelhexe von hinten an und drückte sich an ihm vorbei.
„He, kannst du nicht aufpassen?“, brüllte er ihr nach, aber sie war schon um die Ecke verschwunden.
In die Straße bog eine andere Dame und stolzierte auf ihn zu. Kurz bevor sie ihn erreicht hatte, begann es zu schütten. Die Dame zückte den Schirm, um ihrer Frisur willen, auch wenn sie mit der sowieso schon aussah wie ein Pudel. Die Spitze des Schirms stach ihm dabei fast ins Auge.
‚Das ist ja nicht auszuhalten.‘ , dachte er.
Um sich Trost zu spenden, sank er in einen Tagtraum.
Die Welt trat in den Hintergrund, verfloss im Regen. Die Fratzen der Passanten verschmolzen mit den Laternen und den Leuchtbuchstaben zum Lichtsmog der Nacht.
Obwohl er seine Einsamkeit nun mit jeder Zelle spürte, war ihm warm ums Herz geworden.
Seine Nase witterte den Duft von Vanille und Rosen und ignorierte den Geruch des Hundehaufens, in den er fast getreten wäre.
Sein Ohr blendete das Hupen des Lastwagens neben ihm aus und vernahm stattdessen das Rascheln eines Rockes.
An Stelle des Ubahnschildes erblickten seine Augen eine Hand mit kirschrot lackierten Nägeln, die an einer Tasche nestelte und einen Kamm daraus hervorholte.
Die Angebete fuhr sich damit durch die Lockenmähne.
Aus Angst die Vorstellung von ihr könne platzen wie eine Seifenblase, wagte er nicht zu atmen.
Sie, in der Allee, neben ihm…gar um bei ihm zu sein.
‚Nein, das wär‘ unmöglich!‘ , trieb er sich die Flausen aus dem Kopf, doch die Hoffnung hatte ihn schon gefangen, wie die Spinne eine Fliege im Netz. Die Sehnsucht sponn den Faden weiter.
Wie es wohl wäre?
Bestimmt würde auch sie durch den Großstadtdschungel schlendern. Bestimmt würde auch sie über die Hetzer den Kopf schütteln. Bestimmt würde sie ihn verstehen.
Sein Herz machte einen Hüpfer, als er weiterdachte.
Gemeinsam könnten sie über die Hetzenden lachen, denn die betrogen sich nur selbst um ihre Zeit. Ihm stockte der Atem.
Verschwunden war die Einsamkeit, gewichen einer vertrauten Zweisamkeit. Welche Lebensfreude darin verborgen lag! Er spürte ihre feine Hand in der seinen ruhen.

Unter einen riesigen Schirm gekuschelt, spazierte das Liebespaar über die Allee.
Die Masse, die sich an ihnen vorbeischob, bot ihnen Unterhaltung. Keiner von beiden wäre auf die Idee gekommen, sich von dem Treiben um sie herum die Laune verderben zu lassen. Dafür war es viel zu amüsant.
Ein Geschäftsmann flitzte an ihnen vorbei. Die Angebete knuffte ihrem Liebsten in die Seite.
„Was macht der denn da?“
Während der Geschäftsmann einen Burger verschlang, biss er sich vor lauter Hektik fast in die Hand. Zu allem Unglück stolperte er und flog der Länge nach auf die Schnauze.
Doch das beirrte ihn nicht. Der Geschäftsmann musste weiter.
In dem Versuch sein Tempo zu halten, robbte er bäuchlings bis zum U-Bahn-Schacht und purzelte die Treppe hinunter. Hinterher wehte eine Krümelwolke. Begleitet von einem letzten Stöhnen, spritzte ein Kleks Ketchup aus der Schwärze, dann war der Geschäftsmann fort.

Zurück blieb das Lachen der Angebeteten, so glockenhell, dass ihr Liebster nicht anders konnte, als einzustimmen.
Mitten in der Menge hielten sie sich den Bauch, gackerten und prusteten, wie noch nie in ihrem Leben.
Aber keiner der Passanten drehte auch nur den Kopf.

Erst als ihm der Bauch weh tat, bemerkte er, dass er alleine lachte. Seine Flamme war nirgendwo neben ihm, alles nur Augenwischerei.
Die Seifenblase war geplatzt! Es roch wieder nach Hundekot und eine Sirene heulte ihm in den Ohren. Einsamkeit beschwerte sein Herz, dass er das Gefühl bekam im Erdboden zu versinken.
Mit der Erkenntnis, dass alles nur ein Traum war, kamen die Zweifel.
‚Was ist, wenn sie den Anderen gleicht? Was ist wenn sie mich gar nicht versteht? Und sich stattdessen lieber vom Geschäftsmann in die Ubahn entführen lässt?‘ Während er sich das fragte, weiteten sich seine Augen vor Entsetzen.
Ein neues Bild formte sich in seinem Kopf. Sofort hielt er sich die Hände vors Gesicht, aber es nützte nichts, das Grauen blieb

Einen einzigen Blick erhaschte der Verliebte auf das zornentstellte Antlitz seiner Angebeteten, als sie ihn in den Dreck schubste. Nur, weil sie überholen wollte.
Kreischend rannte die Furie dem Geschäftsmann nach. Ihre zerzausten Locken peitschten im Wind, doch egal, wie sehr sie sich bemühte, sie bekam nicht einmal den Hemdzipfel zu fassen. Dafür saute der Ketchupspritzer ihre Hose ein. Polternd versank sie im Schacht.

‚Nein, das ist fürchterlich!‘ , schnaufte der Verliebte, als er sich aufrappelte und in der Realität wiederfand.
‚Gut, dass das nur ein Traum war und so soll es auch bleiben!‘ Ein Entschluss war schnell gefasst.
‚Die Sehnsucht will ich mir bewahren, schließlich ist sie das Schönste an der Liebe.‘
Im Geiste schmollte sie vor ihm, doch er beschwichtigte sie:
‚Mein Engel, verzage nicht! Ich werde von dir träumen, bis zum Sankt-Nimmerleinstag.‘






[alteversion=]Wer hetzt, der hat vergessen, dass Leben bedeutet, den Augenblick auszukosten; d’rum bummelt er.
Auch sie, da ist er sich sicher, würde, ganz unbeirrt, durch den Großstadtdschungel schlendern.
In seinem Kopf formt sich ein Bild, das das kleine Herz hüpfen lässt. Aus Angst der Gedanke könne platzen wie eine Seifenblase, wagt er es nicht zu atmen.
Sie, in der Allee, neben ihm…gar um bei ihm zu sein.
‚Nein, das wär‘ unmöglich!‘ , treibt er sich die Flausen aus dem Kopf, doch die Sehnsucht hat ihn schon gefangen, wie die Spinne eine Fliege im Netz.
Wie es wohl wäre?
Gewiss würden sie über die Hetzenden lachen, denn die betrügen sich nur selbst um ihre Zeit.
Da, schon wieder einer! Mit seinem Finger deutet er auf den Geschäftsmann.
Während dieser stolpert, versucht er einen Burger zu verschlingen, dabei beißt er sich fast in die Hand. Zu allem Unglück verknoten sich die Beine und der Geschäftsmann fliegt der Länge nach auf die Schnauze.
Doch er gibt nicht auf und robbt bäuchlings weiter, bis er in den U-Bahn-Schacht purzelt. Hinterher weht eine Krümelwolke. Begleitet von einem letzten Stöhnen, spritzt ein Kleks Ketchup aus der Schwärze, dann ist der Geschäftsmann fort. Für immer.
Zurück bleibt ihr Lachen, so glockenhell, dass er nicht anders kann, als einzustimmen.
Mitten in der Menge hält er sich den Bauch, gackert und prustet, wie noch nie in seinem Leben.
Keiner der Passanten dreht auch nur den Kopf, als sie vorbeieilen; daher ist es er selbst, der merkt, dass er alleine lacht.
Die Blase ist geplatzt! Nirgendwo ist seine Flamme. Mit der Erkenntnis kommen die Zweifel.
‚Und wenn wir uns nun nicht verstehen würden?‘
‚Wenn sie sich lieber vom Geschäftsmann in die U-Bahn entführen lässt?‘
Ein neues Bild formt sich in seinem Kopf, sofort schließt er die Augen, aber es nützt nichts, das Grauen bleibt.
Einen einzigen Blick erhascht er auf ihr zornentstelltes Gesicht, als sie ihn in den Dreck schubst. Und das nur, weil sie ihn überholen will!
Kreischend rennt die Furie dem Geschäftsmann nach, doch egal, wie sehr sie sich bemüht, sie bekommt nicht einmal den Hemdzipfel zu fassen. Dafür saut das Ketchup ihre Hose ein. Polternd versinkt sie im Schacht.
‚Nein, das ist fürchterlich!‘ , schnauft er, als er sich aufrappelt und fasst einen Entschluss.
‚Lieber bewahr‘ ich mir die Sehnsucht, schließlich ist sie das Schönste an der Liebe.'
Daraufhin sieht er sie schmollen, weshalb er sie beschwichtigt:
'Aber nein, mein Engel, verzage nicht! Ich werde auf dich warten, bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.‘[/alteversion]
Zuletzt geändert von beatrice am 08.07.2015, 22:03, insgesamt 2-mal geändert.
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein
beatrice
 
Beiträge: 29
Registriert: 30.05.2015, 16:01

Re: Sankt-Nimmerleins-Tag

Beitragvon KatieScarlett » 07.07.2015, 22:51

Hallo Beatrice :)

Ich werde mich mal an einer Kritik versuchen. Vielleicht hilft es dir ja ein bisschen weiter.
Ich fange mal an und werde zum Schluss noch ein Fazit ziehen.

Wer hetzt, der hat vergessen, dass Leben bedeutet, den Augenblick auszukosten; d’rum bummelt er.

Auch nach mehrmaligem Lesen habe ich diesen Satz nicht verstanden. Bis zum Strichpunkt ist ja noch alles klar, aber ich verstehe nicht, was du mit "d'rum bummelt er" ausdrücken willst. Erstens irritiert mich das d'rum, weil du zuvor ja auch in Hochdeutsch geschrieben hast. Zweitens finde ich widersprechen sich die beiden Aussagen: Es geht ja um Menschen, die hetzen da ist bummeln ja genau das Gegenteil dazu. Deswegen verstehe ich das "darum bummelt er" nicht. Vielleicht stehe ich ja bloß auf der Leitung, aber das hat mich wirklich irritiert.

Auch sie, da ist er sich sicher, würde, ganz unbeirrt, durch den Großstadtdschungel schlendern.

Dieser Satz ist mir persönlich zu verschachtelt. Wie wäre es mit: Auch sie würde ganz unbeirrt durch den Großstadtdschungel schlendern. Da ist er sich sicher.

In seinem Kopf formt sich ein Bild, das das kleine Herz hüpfen lässt.

Wieso klein? Ist er noch ein Kind? Das finde ich hier unpassend: vielleicht eher ..., das sein Herz hüpfen lässt. Dann wäre es auch noch persönlicher.

Aus Angst der Gedanke könne platzen wie eine Seifenblase, wagt er es nicht zu atmen.

Ohne "es" finde ich es besser. Ansonsten kam es mir so vor, als würde er es nicht wagen das kleine Herz zu atmen. Ich musste den Satz zweimal lesen, um ihn zu verstehen.

Sie, in der Allee, neben ihm…gar um bei ihm zu sein.

Das "gar" würde ich hier weglassen. Das ist im Gegensatz zu dem anderen Text so umgangssprachlich.

doch die Sehnsucht hat ihn schon gefangen, wie die Spinne eine Fliege im Netz.

Das hat mir gut gefallen.

Mit seinem Finger deutet er auf den Geschäftsmann.

Wieso deutet er auf ihn? So wie ich es verstanden habe, ist die Frau oder das Mädchen ja gar nicht bei ihm. Oder sonst irgendwer. Da erscheint es mir seltsam einfach so auf jemanden zu deuten.


Doch er gibt nicht auf und robbt bäuchlings weiter, bis er in den U-Bahn-Schacht purzelt.

Ok, hier war ich dann komplett verwirrt. Erstens habe ich ja noch gar keine Ahnung, wo dein Protagonist sich befindet. Durch den U-Bahn-Schacht, nehme ich jetzt an in einer U-Bahn-Station und zweitens kann ich mir das ganze Szenario nur schwer vorstellen. Dazu fehlen mir mehr Details. Der Mann ist also in einer u-Bahn-Station. Ein Geschäftsmann fällt hin. Aber wieso "robbt er bäuchlings weiter" und steht nicht einfach wieder auf? Und dann fällt er auch noch in den U-Bahn-Schacht. Wie das? Selbstmord? Ich bin verwirrt.

Hinterher weht eine Krümelwolke.

Meinst du hinter ihm hier? Eine Krümelwolke kann ich mir bei einem einzigen Burger (ich nehme mal an, daher kommt diese Woke) nur sehr schwer vorstellen. Was ist mit dem Fleisch, den Tomaten oder was auch immer sonst noch darin ist?

Begleitet von einem letzten Stöhnen, spritzt ein Kleks Ketchup aus der Schwärze

Wie das? Kann Ketchup von so weit unten spritzen? Das bezweifle ich. Außerdem befinde ich mich in meiner Vorstellung immer noch in einer U-Bahn-Station, daher irritiert mich die Schwärze. Normalerweise würde man ja dort etwas sehen.



Keiner der Passanten dreht auch nur den Kopf, als sie vorbeieilen

Obwohl sich gerade einer umgebracht hat oder wie auch immer er jetzt gestorben ist? Das würde doch einen riesigen Aufruhr geben.

;
daher ist es er selbst, der merkt, dass er alleine lacht.

Das finde ich überflüssig. Natürlich merkt er es von alleine, dass er der einzige Lachende ist. Und dass er dies ist, impliziert ja meiner Meinung nach schon der vordere Satz.

Die Blase ist geplatzt! Nirgendwo ist seine Flamme.

Was? Jetzt bin ich vollends verwirrt. Was denn auf einmal für eine Blase? Was für eine Flamme?


‚Wenn sie sich lieber vom Geschäftsmann in die U-Bahn entführen lässt?‘

Aber der ist doch jetzt tot oder?


Einen einzigen Blick erhascht er auf ihr zornentstelltes Gesicht, als sie ihn in den Dreck schubst. Und das nur, weil sie ihn überholen will!

Auf einmal ist "sie" da. Ich dacht er wäre alleine dort (plus irgendwelchen Passanten).

Kreischend rennt die Furie dem Geschäftsmann nach,

Aber er ist doch tot????? Ich glaube ich verstehe hier etwas komplett falsch.

Polternd versinkt sie im Schacht.

Also ist sie ihm jetzt nachgesprungen? Aber vorher ist sie ihm doch schon hinterher gerannt? Wenn er im U-Bahn-Schacht liegt, kann sie das doch gar nicht.

‚Nein, das ist fürchterlich!‘ , schnauft er, als er sich aufrappelt und fasst einen Entschluss.

Den Satz würde ich auch wieder trennen. Vorschlag: "Nein, das ist fürchterlich",schnauft er und rappelt sich auf. Dabei fasst er einen Entschluss. Das ist natürlich keine perfekte Lösung, aber so etwas in der Richtung vielleicht.


Daraufhin sieht er sie schmollen,

War sie nicht auch im U-Bahn-Schacht?


Also wie du wahrscheinlich schon an meinen ganzen Fragen gemerkt hast, hat mich dein Text ziemlich verwirrt. Das liegt meiner Meinung nach einfach daran, dass ich kein klares Bild von der Situation am Anfang bekomme? Wo sind sie? Wie sieht es dort aus? Wer sind die Beteiligten? Wie stehen sie zueinander in Beziehung? etc.
Ich verstehe im Grunde genommen gar nicht, um was es in deinem Text überhaupt geht. Man erfährt so gut wie nichts über die Charaktere, außer, dass der Mann scheinbar in eine Frau verliebt ist, die er nicht bekommen kann. (So zumindest meine Interpretation).
Aufgrund der unzureichenden Informationen fiel es mir sehr schwer deinem Text zu folgen. Es wäre schön, wenn du noch mehr Details einbauen könntest.

Das ist natürlich nur meine Meinung und du kannst sie auch einfach ignorieren, aber ich hoffe es hilft dir vielleicht ein bisschen weiter ;)

Lg KatieScarlett
" Oh there's more to life than books you know, but not much more, not much more..."
KatieScarlett
 
Beiträge: 14
Registriert: 25.06.2015, 22:00

Re: Sankt-Nimmerleins-Tag

Beitragvon Diavolo » 08.07.2015, 18:13

Hallo Beatrice

Schön mal wieder etwas von dir zu lesen. Darf ich meine Meinung dazu kundtun? Habe den vorherigen Kommentar nicht gelesen, vielleicht ist dann einiges im Doppelpack.

beatrice hat geschrieben:Wer hetzt, der hat vergessen, dass Leben bedeutet, den Augenblick auszukosten; d’rum bummelt er.


Hier würde ich schreiben:

Wer hetzt, der vergisst.

Aber vielleicht wolltest du mit der Vergangenheit etwas anderes ausdrücken, könnte ja sein. :oops:

Danach würde ich einen Punkt machen.

Dann würde ich eine Frage stellen, etwa so:

Bedeutet Leben nicht den Augenblick auszukosten?

D'rum bummelt er, würde ich in einem neuen Absatz ein bisschen ausschmücken und auf deinen Prota zugehen, etwa so.

Dies hat er erkannt und deshalb bummelt er durch die Straßen der Stadt.

beatrice hat geschrieben:Auch sie, da ist er sich sicher, würde, ganz unbeirrt, durch den Großstadtdschungel schlendern.


Das würde ich weiter hinten im Text platzieren, gehe erst auf ihn ein und was so wo beim Bummeln denkt. Vielleicht wie er aussieht, dick, dünn, Pickel auf der Nase, etc. Hat er deswegen vielleicht Probleme eine Frau kennenzulernen :?:

beatrice hat geschrieben:In seinem Kopf formt sich ein Bild, das das kleine Herz hüpfen lässt. Aus Angst der Gedanke könne platzen wie eine Seifenblase, wagt er es nicht zu atmen.


Dies würde besser zur Wirkung kommen, wenn du zuvor seine Gedanken genauer beschreibst, wenn du seine Sehnsucht nach einer Frau oder was auch immer beschrieben hast. Hier müsste es könnte heißen, meines Wissens nach, bin aber nicht sicher.

Auch das Ende mit dem aussetzenden Atem wirst du dann sicher noch umgestalten.

beatrice hat geschrieben:Sie, in der Allee, neben ihm…gar um bei ihm zu sein.


Auch das ein bisschen später. Du wechselst zu viel zwischen ihm und ihr in jedem Satz. Vielleicht versuchst du dich zuerst auf ihn einzustimmen als Protagonist und dann kommt sie als Antagonist.

beatrice hat geschrieben:Sie, in der Allee, neben ihm…gar um bei ihm zu sein.


Sind das Gedanken? Dann in kursiv für meinen Geschmack.

beatrice hat geschrieben:‚Nein, das wär‘ unmöglich!‘ , treibt er sich die Flausen aus dem Kopf, doch die Sehnsucht hat ihn schon gefangen, wie die Spinne eine Fliege im Netz.


Auch hier, das sind Gedanken, bin vielleicht ein bisschen altmodisch, würde diese in kursiv schreiben und nicht mit Anführungszeichen oder redet er laut mit sich selber :oops:

Nach aus dem Kopf, wieder einen Punkt.

Sehnsucht treibt für mich und hier findest du sicher eine besser Variante wie die Spinne im Netz gefangen.

beatrice hat geschrieben:Gewiss würden sie über die Hetzenden lachen, denn die betrügen sich nur selbst um ihre Zeit.


Das müsstest du klarer zum Ausdruck bringen, denn dein Anfang des Textes beginnt mit dieser Hetze. Also hast du hier zwei Themen oder vielleicht auch mehr. Einmal diese Hetzerei, der solltest du eine gewisse Aufmerksamkeit schenken, bevor du über deine Antagonistin schreibst, und deinen Protagonisten darüber nachdenken lässt, über was sie beide lachen könnten.

beatrice hat geschrieben:Da, schon wieder einer! Mit seinem Finger deutet er auf den Geschäftsmann.


Hier werde ich erneut aus der Bahn geworfen und zwar sehr abrupt. Vielleicht hier so oder ähnlich: Wie er so dahin schlendert, sieht er schon wieder einen und zwar einen Geschäftsmann.

Wer sieht, dass er auf den mit dem Finger zeigt?

beatrice hat geschrieben:Während dieser stolpert, versucht er einen Burger zu verschlingen, dabei beißt er sich fast in die Hand. Zu allem Unglück verknoten sich die Beine und der Geschäftsmann fliegt der Länge nach auf die Schnauze.


Hier vielleicht so oder ähnlich:

In seiner Hektik stolpert er, während er seinen Burger verschlingt. Der Länge lang landet er auf der Schnauze.

Das mit den Beinen, die sich verknoten, kannst du weglassen, es könnte ja auch ein Hindernis gewesen sein.

beatrice hat geschrieben:Doch er gibt nicht auf und robbt bäuchlings weiter, bis er in den U-Bahn-Schacht purzelt.


Ich würde ihn gleich in den U-Bahn-Schacht purzeln lassen und nicht sich dort hin robben. Aber wie wäre es statt mit dem U-Bahn-Schacht mit einem Gully :?: :oops:

beatrice hat geschrieben:Hinterher weht eine Krümelwolke. Begleitet von einem letzten Stöhnen, spritzt ein Kleks Ketchup aus der Schwärze, dann ist der Geschäftsmann fort. Für immer.


Auch das finde ich nicht wirklich spannend. Ich glaube nicht, dass Burger krümeln, grins. Warum stöhnt der nur, der hat doch Schmerzen und dass ein Klecks (schreibt man übrigens so) aus der Schwärze spritzt, ist auch nicht stimmig, aber das ist nur meine Meinung.

beatrice hat geschrieben:Zurück bleibt ihr Lachen, so glockenhell, dass er nicht anders kann, als einzustimmen.


Ok, hier ist deine Antagonistin nur eine Vorstellung von ihm, oder :?:

beatrice hat geschrieben:Mitten in der Menge hält er sich den Bauch, gackert und prustet, wie noch nie in seinem Leben.


Ab hier habe ich das Gefühl, dass er geisteskrank ist. Willst du das rüberbringen in deinem Text?

beatrice hat geschrieben:Keiner der Passanten dreht auch nur den Kopf, als sie vorbeieilen; daher ist es er selbst, der merkt, dass er alleine lacht.


Hier sind sie beide zusammen, doch geisteskrank :oops:

beatrice hat geschrieben:Die Blase ist geplatzt!


Musste er oder sie plötzlich auf die Toilette? :D Oder spielst du hier weiter mit Geisteskrankheit :?:

beatrice hat geschrieben:‚Und wenn wir uns nun nicht verstehen würden?‘


Auch hier habe ich erneut, das Gefühl, dass du über den Geisteszustands deines Protas schreiben willst. Auch hier redet er sich nicht laut mit sich selber, somit in kursiv, wie auch der nächste Satz.

Entschuldige bitte, aber hier ist mein Kommentar zu Ende, denn ich weiß wirklich nicht mehr auf was du hinauswillst. Es wird unklar :oops: Ich kann nicht mehr folgen.

Vielleicht noch eine kleine Hilfe für Dich. Kurzgeschichten haben eine kurze Einleitung, die dem Leser zeigt, um was es geht. Also hier hatte ich deinen Anfang, so gedeutet, dass es um die Hetzerei im Alltag geht. Dann im Hauptteil würde ich deinen Protagonisten sehen, der das wo erleben will und auf der Suche nach einer Kommilitonin ist, aber Probleme mit andern Sachen hat. Darin kann auch der gestolperte und in den Schacht gefallene Geschäftsmann eingepackt werden. Vielleicht haben die zwei sich dann bei der Gelegenheit kennengelernt und im Schlussteil kommen sie auf einen grünen Zweig oder es stellt sich heraus, dass er nur fantasiert hat.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Gedanken etwas helfen. viel war es ja nicht, aber es wird schon. Keine Sorge. :D

Liebe Grüße
Diavolo
Wie viele Leute schreiben und schreiben und auf dem Papier steht immer nichts!
(Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf)
Benutzeravatar
Diavolo
 
Beiträge: 413
Registriert: 23.02.2011, 19:33
Wohnort: Down Under /Australien

Re: Sankt-Nimmerleins-Tag

Beitragvon beatrice » 08.07.2015, 21:52

Liebe KatieScarlett, lieber Diavolo,

erst einmal vielen Dank für eure Kommentare. Ich habe mich noch einmal mit der Geschichte auseinandergesetzt. Ehrlich gesagt habe ich mit ihr ein wenig Neuland betreten, die beabsichtigte Richtung war Surrealismus und Satire. Vielleicht ist das Forum "Romanzen" unglücklich gewählt, denn in meiner Geschichte prallen zwei Handlungsstränge aufeinander - die Satire über die hetzenden Stadtbewohner und die Sehnsucht des Protagonisten nach seiner Angebeteten.
Ehrlich gesagt ist die erste Version nur eine Handlungsskizze gewesen, ich wollte austesten, wie es ankommt, ob jemand durchblickt, worauf ich hinauswill. Schade, leider hat das nicht funktioniert. Aber gut, daraus kann ich lernen.


Wer hetzt, der hat vergessen, dass Leben bedeutet, den Augenblick auszukosten; d’rum bummelt er.


Auch nach mehrmaligem Lesen habe ich diesen Satz nicht verstanden.


Du hast Recht KatieScarlett, schon der Anfang ist schwierig! Ich hole den Leser nicht ab!

Dann würde ich eine Frage stellen, etwa so:

Bedeutet Leben nicht den Augenblick auszukosten?


Diavolo, dein Tipp ist gold wert, vielen Dank! Deine Verbesserung hat meine Fantasie beflügelt!

"In seinem Kopf formt sich ein Bild, das das kleine Herz hüpfen lässt. "


Wieso klein? Ist er noch ein Kind? Das finde ich hier unpassend: vielleicht eher ..., das sein Herz hüpfen lässt. Dann wäre es auch noch persönlicher.


Damit wollte ich eigentlich Abstand zum Protagonisten herstellen und ihn vielleicht auch charakterisieren, im Sinne von kleinlich, eventuell eine beschränkte Weltsicht, die dann einen Hinweis auf das Ende vorgibt. Ist mir nicht gelungen, auch in Ordnung, ich habe die Geschichte mittlerweile sowieso umgeändert.

Aus Angst der Gedanke könne platzen wie eine Seifenblase, wagt er es nicht zu atmen.


Ohne "es" finde ich es besser. Ansonsten kam es mir so vor, als würde er es nicht wagen das kleine Herz zu atmen. Ich musste den Satz zweimal lesen, um ihn zu verstehen.




Tatsächlich klingt das besser! Danke!

Ok, hier war ich dann komplett verwirrt. Erstens habe ich ja noch gar keine Ahnung, wo dein Protagonist sich befindet. Durch den U-Bahn-Schacht, nehme ich jetzt an in einer U-Bahn-Station und zweitens kann ich mir das ganze Szenario nur schwer vorstellen. Dazu fehlen mir mehr Details. Der Mann ist also in einer u-Bahn-Station. Ein Geschäftsmann fällt hin. Aber wieso "robbt er bäuchlings weiter" und steht nicht einfach wieder auf? Und dann fällt er auch noch in den U-Bahn-Schacht. Wie das? Selbstmord? Ich bin verwirrt.


Die Übertreibung war beabsichtigt, ich wollte damit die Eilenden in der Stadt ins Lächerliche ziehen. Aus Perspektive des Protagonisten könnte es sich so ereignet haben. Mir ging es nicht darum, dass es ein realitätsnahes Szenario abbildet, im Gegenteil. Es sollte überzogen wirken, denn Realität ist immer subjektiv.

Natürlich habt ihr beide recht, dass der Geschichte wesentliche Teile fehlen, wie eine Einleitung, die die Situation näher darstellt und beleuchtet. Außerdem kann ich nicht zwischen den Handlungsfäden umherspringen, wie du richtig erkannt hast, Diavolo, denn das wirft den Leser aus dem Text. Immer wieder. Bevor er sich einfühlen kann.

Mittlerweile ist die Geschichte über 800 Wörter lang, ich werde sie erneut hier hinein stellen und hoffe, dass sie verstanden wird. Mich würde interessieren, ob die beiden Handlungsfäden sich mittlerweile ergänzen oder ob sie immer noch aufeinanderprallen und eigentlich unvereinbar sind.

Nun ja, ein fehlgeschlagenes Experiment, aus dem ich durch eure Kritik lernen konnte.
Deshalb vielen Dank!

Liebe Grüße,

Bea
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein
beatrice
 
Beiträge: 29
Registriert: 30.05.2015, 16:01


Zurück zu Romanzen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste