Schädel-Hirn-Trauma/Koma

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Schädel-Hirn-Trauma/Koma

 
Hallo!

Ich habe da mal ein paar Fragen. Meine Hauptperson erleidet in meiner Geschichte ein Schädel-Hirn-Trauma. Ich habe mich zwar schon im Internet ein wenig schlau gemacht, konnte mir aber auch noch nicht alle Fragen beantworten.

Also soweit bin ich schon:
1.Sie springt von einer Klippe
2.Schädel-Hirn-Trauma 3.Grades
3.Es wurde das Langzeitgedächnis (episodisches) beschädigt.
4.Somit der rechte Stirnlappe (?)
5.Sie hat dann eine retrograde Amnesie.
6.Fällt ins Koma für (?) Wochen

Meine Fragen:
1.Wie muss sie den Kopf angeschlagen haben, um den rechten Stirnlappen beschädigt zu haben? Ich dachte mir schon, dass sie, als sie gesprungen ist, im Meer auf dem Untergrund angekommen ist, dann irgendwie "ausgerutscht" durch den Sand und mit dem Kopf (an dieser Stelle ungefähr, wo das Ohr sitzt?) an einen Stein geprellt ist. Klingt das logisch?
2.Wie lange liegt man danach (künstlich) im Koma?
3.Ist man nach einem Schädel-Hirn-Trauma ein anderer Mensch, als man es zuvor war?
4.kann man sich mit Hilfe von früheren Tagebüchern, im Laufe der Zeit, oder durch eine Situation, die einem prägenden Ereignis gleicht (oder einem daran erinnern würde), wieder nach und nach an das vor dem Unfall erinnern?
5.Nach wieviel Wochen im Koma liegen, kann man seinen Körper danach wie gut/schlecht wieder bewegen?
6. Wie lange wird man nach einem Schädel-Hirn-Trauma betreut und was genau macht man z.b in so einer Therapie?

Entschuldigt die vielen Fragen. Da habe ich gleich das Gefühl, ich habe selber zu schlecht recherchiert :( dabei war ich ziemlich lange dran.
Auf jeden Fall wäre ich ungeheuer froh, wenn mir jemand diese Fragen beantworten könnte, oder zumindest 1-2 davon. :mrgreen:
Liebe Grüsse, ION

von ION

Re: Schädel-Hirn-Trauma/Koma

 
Hallo ION,

ein guter Bekannter) von mir ist mal bei einem Fußballspiel ziemlich übel zusammengeschlagen worden. Bei ihm wurde ebenfalls ein Schädelhirntrauma diagnostiziert. Allerdings hatte er danach keine Amnesie und konnte sich an alles erinnern. Er sagt allerdings, sein Hirn hätte sich angefühlt, als wäre es ein mit Helium gefüllter Ballon und würde ihm davon Schweben... (er ist manchmal ein wenig theatralisch... ;-))


2.Wie lange liegt man danach (künstlich) im Koma?

Also bei ihm war es so, dass er eine Woche im künstlichen Koma lag, bis sie ihn zurück geholt haben. Das kommt aber wohl darauf an, wie schnell das Gehirn abschwillt. Er hat mehrere massive Schläge auf den Kopf gekriegt und sein Gehirn ist gut abgeschwollen. Das kann aber, von Fall zu Fall verschieden sein. Denke, dass ist eine Sache der körperlichen Konstitution.

3.Ist man nach einem Schädel-Hirn-Trauma ein anderer Mensch, als man es zuvor war?

Auch hier denke ich, dass es eher damit etwas zu tun hatte, wie man eh schon getickt hat. Bei Pasi war das so, dass er in den ersten Tagen, nach dem Koma irgendwie auf einem
"ich- ändere-mein-Leben-und-alles-wird-total-geil"-Trip war. Er wollte sich arbeit suchen, einen Therapeuten finden, mit dem Trinken aufhören und die Drogen aus dem Kopf lassen - was soll ich dir sagen, die guten Vorsätze haben nichts gebracht, er ist wieder der Alte - und das ging relativ fix innerhalb von 2-3 Wochen.

Zu Deinen anderen Fragen kann ich nichts sagen, weil er ja wie gesagt, volles Erinnerungsvermögen hatte.
Insgesamt war er vier Wochen und ein paar Tage im Krankenhaus und sollte dann in die REHA. Da ist er aber nie aufgetaucht.

Allerdings meldet er sich aber auch bei keinem von uns mehr, weil er halt wieder total in seine alten Verhaltensmuster gefallen ist und auch niemand mehr an ihn rankommt. Das war aber auch schon vor der Schlägerrei so. Ich würde sagen, er hat einfach eine kleine Pause von seinem Leben gemacht und hat dann genau da weiter gemacht, wo er aufgehört hatte.

Hoffe es hilft wenigstens ein wenig?
Lg
Nicole

von nicole7180

Re: Schädel-Hirn-Trauma/Koma

 
Hallo Nicole7180!

Ja klar! Auch wenn du nicht alle beantworten konntest. Jede noch so kleine Information, die mit meinen Fragen zu tun hat, kann mir irgendwie irgendwann helfen. Werde aber sowieso nochmals selber ein bisschen im Internet suchen müssen.
Trotzdem; vielen Dank! :D

Liebe Grüsse,
ION

von ION

Re: Schädel-Hirn-Trauma/Koma

 
Hey ION,
mal schauen, ob ich dir helfen kann.
Erstmal zum Abgleich. Deine retrograde Amnesie bedeutet, dass dein Protagonist Dinge vor dem Unfall vergessen hat. Zu unterscheiden wäre hier zwischen der partiellen (teilweise) und totalen(alles vergessen) retrograden Amnesie. Dann sagst du episodisches Langzeitgedächtnis, also hat er nur persönliche Erfahrungen vergessen.

Zur Auswahl hättest du dann noch die lakunäre Amnesie. Somit würde dein Protagonist für kürzere Zeit bestimmte zeitliche Ereignisse vergessen. Fals das in deiner Geschichte passt.
Eine weitere Geschichte wären Paramnesien. Das heißt, der Betroffene hat Erinnerungen, die eigentlich gar nicht geschehen sind. Also sozusagen Halluzinationen als Erinnerungen. Er glaubt bestimmte Dinge erlebt zu haben, obwohl das nicht der fall ist.

Eine letzte Sache wären Konfabulationen. Dies heißt wiederum, dass der Betroffene Erinnerungslücken, die ihm nicht einfallen ausfüllt mit Erinnerungen, die nicht geschehen sind. Er reimt sich sozusagen etwas zusammen, wie es gewesen sein könnte.
So, ich hoffe ich habe dich nicht verwirrt, aber vielleicht kannst du etwas davon in der Geschichte gebrauchen.

So, dann schreibst du Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass die Folgen schlimmer sind. Ein lang andauerndes Koma ist ziemlich wahrscheinlich und es ist zu vermuten, dass der Protagonist danach Langzeitfolgen wie zum Besipiel zerebrale Krampfanfälle hätte. Oder verschiedenste Arten von Wahrnehmungsstörungen. Also die Chance, dass er irgendwann aus seinem Koma aufwacht und so wie zuvor weiterlebt, ist ziemlich gering. Auszuschließen jedoch nicht.

Therapie würde aber bestimmt erfolgen. Ich denke Physiotherapie und Gedächtnistraining mit hoher Wahrscheinlichkeit. Dazu kann Logopädie oder Bewegungstherapie kommen. Je nachdem, was am Gehirn noch beschädigt ist und wie lange er im Koma liegt. Bei lange andauerndem Koma kann er auch Bewegungsabläufe verlernen. Generell ist auch medikamentöse Behandlung möglich. Aber die Therapiemöglichkeiten sind einfach sehr sehr vielfältig und wie gesagt von den Beschädigungen des Gehirns abhängig.

Wenn er auf einen Stein fällt, muss er schon ziemlich unglücklich und doll stürzen um ein Schädelhirntrauma dritten Grades erleiden soll. Also wenn sie von der Klippe springt darf da nicht viel Wasser sein, bevor der Stein/Fels kommt. Meeresgrund ist ziemlich tief, da sollte dann eher ein Riff oder so sein.

So, ich hoffe, ich konnte dir vielleicht ein wenig helfen.

lg marverick

von quiet marverick

Re: Schädel-Hirn-Trauma/Koma

 
Hallo Marverick!

Sicher! Das hat mich auch schon ein Stück weitergebracht. Vielen Dank für die
Informationen :D
Liebe Grüsse
ION


@all: Natürlich bin ich aber auch froh, wenn ihr noch ein paar Infos bezüglich meinen Fragen hättet :)

von ION