[Nachdenk]Schicksal...(überarbeitet)

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk]Schicksal...(überarbeitet)

Beitragvon Arnulf » 16.01.2015, 13:41

Schicksal

Es begegnet jedem Menschen wieder und wieder im Leben. Ihm zu entfliehen ist nicht möglich. Dabei zeigt es sich von guten oder gefährlichen Seiten in einem für uns unergründlichen Mix. Es kann stärken oder belasten, Leben spenden oder beenden. Keiner weiß, wann es kommt. Nicht immer ist klar, was es von uns will. Wie es endet, steht oft in den Sternen. Schlecht Begonnenes kann ebenso schlecht oder gut enden wie umgekehrt eine glücklich geglaubte Situation. Es lässt uns hoffen und bangen und so manchen Ungläubigen Stoßgebete in den Orbit senden, wenn es seine Macht demonstriert und uns in die Ohnmacht entlässt - das Schicksal.

Tritt es auf die Bühne des Lebens, so geschieht immer etwas Besonderes. Unübersehbar stark und zur Zäsur geeignet. Es kommt den meisten Menschen so vor, als haben da Mächte ihre Hände im Spiel, die Fäden unseres Geschickes auf raffinierte Weise zu ziehen wissen. Als seien wir Wachs in ihren Fingern und völlig hilflos einer Situation ausgeliefert, von der wir oftmals nicht einmal wissen, wie wir hinein geraten sind.

Wer sein Schicksal anzunehmen vermag, ohne sich selbst und seine Möglichkeiten aufzugeben, hat wohl die größte Chance auf Wendung in einer unliebsamen, gar gefährlichen Situation. Er hat nämlich die innere Akzeptanz zum einen und muss keine unnötigen Kräfte des Widerstandes verschleudern. Diesen Kräftegewinn kann man durch kluge Ressourcenhandhabung in die Hoffnung stecken und in die Zuversicht. Diese wiederum bewirken Ideenreichtum, weil sie sich nicht abgeschnitten wissen von umsetzbaren Möglichkeiten und mögliche Handlungsbereitschaften bewusst machen.

Ich habe den Schicksalsschlag schmerzhaft vernommen und nehme nun die Konsequenzen daraus hoffentlich mit der notwendigen Kraft auf mich........
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Re: Schicksal...

Beitragvon Einsiedler » 16.01.2015, 22:12

Hallo Arnulf!.

Schon lange denke ich über diese Fragen nach. Wer oder was ist Schicksal, Fügung, Gottes Handeln und was es da noch für religiöse Begriffe gibt? Steckt wirklich eine "höhere Macht" dahinter, oder steckt alles in mir. Ist es von einer undefinierbaren Macht gesteuert, oder nur Ursache und Wirkung? Wobei wir meist mir der Wirkung ein Problem haben, besonders wenn wir sie von der Ursache trennen wollen.
Daraus entstehen unbeantwortete Fragen und für alles, was wir nicht erklären können, gibt es religiöse Begriffe und den Gott, bzw. für andere die Götter.

Begegnet uns das Schicksal wirklich, oder fordern wir es heraus, durch Ursache und Wirkung.
Es kann stärkend oder belastend sein, Leben spendend oder tödlich.
Hier erst einmal zwei Anmerkungen. Die Aufzählung von "stärkend - belastend - spendend" finde ich nicht so glücklich. Wie wäre es so:
"Es stärkt oder belastet, spendet Leben oder bringt den Tod."
Tritt es auf die Bühne des Lebens, so passiert immer etwas Besonderes.
Denke bitte nicht, es wäre Krümelkackerei, aber mit gefällt "passiert" nicht so richtig, ich würde "geschieht" besser finden.

In deiner Aufzählung personifizierst du das Schicksal und das möchte ich gern hinterfragen, wie ich auch hinterfrage ob das Schicksal wirklich von außen kommt, oder ob nicht doch Dinge in mir geschehen, die ich dann Schicksal nenne. Man braucht ja "einen Schuldigen", wenn man nicht erkennt woher die plötzlichen Änderungen im Leben kommen.

Und wenn das Schicksal wirklich so eine Macht ist, dann könnte es uns ja, wie Gott der es auch nicht tut, vor den misslichen Dingen bewahren. Doch wenn es das täte, dann hätten wir nichts und niemand, den wir für Ursache und Wirkung verantwortlichen machen könnten.

Der vorletzte Abschnitt enthält mir zu viele Fremdworte, bei denen man durchaus weiß was gemeint ist, die in mir aber ein eigenartiges Gefühl hervor riefen. Irgendwie denke ich, dass diese wie eine wissenschaftliche Abhandlung klingenden Sätze nicht zu den selischen Eindrücken passen, die vorher zu lesen waren.

Zu deiner Schlussbemerkung kann ich nur sagen, dass ich sie sehr gut verstehe - meine Lebenswende fand vor fast genau 10 Jahren statt. In ihr habe ich im Laufe der ersten Jahre und durch einen sehr guten Freund, der mir begegnete erkannt, dass es nicht Schicksal, sondern die Ursache ist, die mein Leben aus der Bahn schleuderte. Mein Freund half mir, die Wirkung anzunehmen, weil die Ursache aus mir kam und das verhalf mir zu neuem Leben.

Lieben Gruß vom Einsiedler.

Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!

habe Einfälle wie ein altes Haus, nur nicht so schnell.
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Re: Schicksal...

Beitragvon ithiliel64 » 17.01.2015, 15:19

Hallo Arnulf,

mir gefallen deine Gedanken zum Thema Schicksal sehr gut. In einigen Passagen finde ich mich selbst, meine eigenen Gedanken und Schlussfolgerungen. Mir gefällt ganz besonders der dritte Absatz. Hier zeigst du, dass man seinem Schicksal nicht ausgeliefert ist. Wir haben etwas ganz essentielles in uns, was wir nur nutzen und einsetzen müssen. Nämlich unseren Menschenverstand und unseren freien Willen.

Wie Einsiedler bin ich der Meinung, dass das Schicksal nichts ist, was willkürlich irgendwie passiert oder von irgendwas oder irgendwen gesteuert wird, sondern alles aus uns selber kommt. Wer dem Leben und den Menschen gegenüber negativ eingestellt ist, dem wird auch viel Negatives widerfahren und umgekehrt. Wer den Nervenkitzel und riskante Entscheidungen liebt, dem werden blaue Flecken oder gar schlimmeres nicht erspart bleiben.
Mit unserer Einstellung und unseren Entscheidungen stellen wir die Weichen für unser Schicksal, bzw. für das, was uns und mit uns passiert. Wir entscheiden, wen und was wir in unser Leben lassen oder auch nicht. Nicht immer sind die Entscheidungen und Handlungen richtig und manchmal sind wir einfach auch mit Blind- und Taubheit gegenüber den Dingen geschlagen, die uns weiterbringen, helfen, unterstützen oder auch einfach nur gut tun würden. Aber für all das und was daraus resultiert sind wir selber verantwortlich.

Das, was passiert als Herausforderung annehmen, um daraus zu lernen, zu wachsen und letzten Endes gestärkt daraus hervor gehen, ist sicher die beste Möglichkeit, mit seinem Schicksal umzugehen. Das braucht und kostet Kraft. Dem kann ich aus eigener Erfahrung uneingeschränkt zustimmen. Deine Signatur drückt das auch in wenigen Worten hervorragend und absolut passend aus :-)

Eine Anmerkung zum Text habe ich noch:
Arnulf hat geschrieben:Es kann stärkend oder belastend sein, Leben spendend oder tödlich.

Dieser Satz kommt mir etwas unglücklich / holprig vor. Ich würde ihn so formulieren: Es kann stärken oder belasten, Leben spenden oder beenden.

Dir wünsche ich auf deinem Weg für alle Unwägbarkeiten und Herausforderungen immer die nötige Kraft sowie die Weisheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder auch einfach nur, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Liebe Grüße
Ithiliel
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Re: Schicksal...

Beitragvon unkompliziert » 18.01.2015, 00:03

Hallo Arnulf,

Gott gebe mir die Kraft die Dinge anzupacken, die ich ändern kann,
die Geduld die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann
und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Philosophisch gesehen unterscheidet man den Fall, dass alles vorbestimmt ist. In dem Fall sind sogar unsere Gedanken vorbestimmt. Unseren freien Willen - in dem Sinn uns selbst - gibt es gar nicht.
Das ist jetzt eigentlich nicht der Standpunkt der christlichen Kirchen.

Oder es gibt Naturgesetze mit deren statistischer Wahrscheinlichkeit man halbwegs abschätzen kann und auf grund dessen entscheiden, ob es besser ist, sich zu der einen oder anderen Handlung zu entschließen.

Meine Anregungen im Detail:
Arnulf hat geschrieben:Schicksal

Es begegnet jedem Menschen wieder und wieder im Leben.

Wie gesagt. Wenn es etwas wie ein Schicksal gibt, dann sind nicht nur die spannenden, besonders guten oder besonders schlechten Dinge, sondern eben auch die langweiligen und durchschnittlichen Dinge schicksalhaft vorbestimmt.

Ihm zu entfliehen ist nicht möglich. Dabei zeigt es sich von guten oder gefährlichen Seiten in einem für uns unergründlichen Mix. Es kann stärkend oder belastend sein, Leben spendend oder tödlich.

Gefällt mir gut. Inhaltlich wie sprachlich.

Keiner weiß, wann es kommt. Nicht immer ist klar, was es von uns will.

Gut. Das ist die Frage, ob es überhaupt einen Willen hat und ob es auf unsere Kooperation angewiesen ist. Wenn man dem Schicksal einen eigenen Willen zuspricht. Handelt es sich dann nicht bereits um eine Gottheit?

Wie es oft endet, steht in den Sternen.
Wie es endet, steht oft in den Sternen.

Schlecht Begonnenes kann ebenso schlecht oder gut enden wie umgekehrt eine glückliche Fügung.

Besser wäre "etwas, das schlecht begonnen hat". Denn sonst könnte man es verwechseln mit "etwas, das jemand schlecht begonnen hat". "Fügung" ist ein anderes Wort für "Schicksal". Das ist sehr irreführend.
Vielleicht: "Etwas das schlecht begonnen hat, kann ebenso gut oder schlecht enden, wie ein freudiges Ereignis.


Es lässt uns hoffen und bangen und so manchen Ungläubigen Stoßgebete in den Orbit senden, so es seine Macht demonstriert und uns in die Ohnmacht entlässt - das Schicksal.

"Uns in die Ohnmacht entlassen" finde ich sehr cool. Viele werden Ohnmacht als unangenehm empfinden. Manche würden sagen, dass es erleichternd sein kann, die Verantwortung für etwas los zu sein. - Oder dass es den Blick auf andere Dinge frei gibt, wenn man sich nicht mehr damit beschäftigen muss, die Kontrolle zu erringen und zu behalten.

Ich würde "so" gerne durch "wenn" ersetzt sehen.


Tritt es auf die Bühne des Lebens, so passiert immer etwas Besonderes.

Das bezweifle ich. Langeweile kann ein Schicksal sein. Manche reagieren auf immer diesselben "Schicksalsereignisse" auf immer diesselbe Weise.

Unübersehbar stark und zur Zäsur geeignet. Es kommt den meisten Menschen so vor, als haben da Mächte ihre Hände im Spiel, die die Fäden unseres Geschickes auf raffinierte Weise zu ziehen wissen. Als seien wir Wachs in ihren Fingern und völlig hilflos einer Situation ausgeliefert, von der wir oftmals nicht einmal wissen, wie wir hinein geraten sind.

Wer sein Schicksal anzunehmen vermag, ohne sich selbst und seine Möglichkeiten aufzugeben, hat wohl die größte Chance auf Wendung in einer unliebsamen, gar gefährlichen Situation. Er hat nämlich die innere Akzeptanz zum einen und muss keine unnötigen Kräfte des Widerstandes verschleudern. Diesen Kräftegewinn kann man durch kluge Ressourcenhandhabung in die Hoffnung stecken und in die Zuversicht. Diese wiederum bewirken Ideenreichtum,

Bis dahin gefällt mir der Absatz sehr gut. Aber bitte vergiss nicht, warum du das schreibst. Für dich selber. Um zu sehen was du kannst. -- Aber vielleicht auch um eine Botschaft rüber zu bringen?
Wenn du jetzt im Übereifer zu geheimnisvoll wirst, dann verpufft deine Botschaft.

Der Punkt ist, man kann die Handlungsmöglichkeiten, die einem das Schicksal lässt, bestmöglich nutzen. Oder?


weil sie sich nicht abgeschnitten wissen von potentiellen Möglichkeiten und mögliche Handlungsbereitschaften wissend machen.

potentiell = möglich, potentielle Möglichkeiten ist also doppelt gemoppelt und völlig ohne Inhalt.
Handlungsbereitschaft = willens und fähig sein zu handeln
Wer soll denn noch erfahren, dass man willens ist zu handeln?
Was willst du mit "wissend machen" sagen? Meinst du "bewusst machen"?

Das man mit Hoffung herausfinden kann, zu was man sich noch alles überwinden kann?
Was an Persönlichkeiten noch alles in einem steckt?


Ich habe den Schicksalsschlag schmerzhaft vernommen und nehme nun die Konsequenzen daraus hoffentlich mit der notwendigen Kraft auf mich........


Vielen Dank, dass du dein Innerstes mit uns geteilt hast. Ich glaube, manche werden daran wachsen und die Welt wird sich ein kleines Stück weit verwandeln.

Alles Gute für die Zukunft und noch viel Freude am schreiben!

Unki
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Re: Schicksal...(überarbeitet)

Beitragvon Arnulf » 22.01.2015, 14:26

Ich danke euch allen dafür, dass ihr Anteil an meiner kleinen Eingabe genommen und mir weiter geholfen habt. :D
@Einsiedler: Diese Eingabe hier hat einen ganz besonderen und hoffentlich einmaligen Hintergrund: vor zwei Jahren hatte ich einen schweren Motorradunfall. Nicht nur die Tatsache, dass ich vorher 30 Jahre unfallfrei die teilweise haarsträubendsten Situationen auf den Straßen Europas gemeistert habe, nicht nur der Umstand, dass ich an diesem einen Tag meine sonst immer vollständige Schutzkleidung NICHT anhatte und nicht nur das Ergebnis, dass ich NUR meinen rechten Unterschenkel bei diesem Unfall verloren habe, lässt mich an sowas wie einer Vorbestimmung, einem Schicksal glauben. Seit diesem tragischen Tag vergeht kein einziger, an dem ich das Wirken der Schnüre nicht merke, welche mein Leben und meine Geschicke vermeintlich führen und vorbestimmen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass irgend eine Macht es wollte, dass sich mein Leben so wie es eingeschlagen war ändert. Das tat es dann auch gewaltig. Seither habe ich vieles hinterfragt. Wenn ich die mentale Kraft hätte, würde ich, auch mit 51 Jahren noch, von vorne beginnen. Aber das Fleisch ist bekanntlich schwach!
Ich habe eine Nahtoderfahrung gemacht, die mich trotz allem nicht an den Gott glauben lässt wie ihn die Kirche uns fürchten lassen will. Dennoch erahne ich eine Kraft die uns alle lenkt. Trotz allem bin ich ein Kopfmensch und fühle mich total überfordert, wenn ich mir die Unendlichkeit der möglichen Verstrickungen meines Lebens mit all den anderen Leben die mir begegnen vorstellen soll.

@ithiliel64 :D
Ich freue mich, dass du mit meiner Eingebung etwas anfangen und dich ein wenig selbst wiederfinden kannst. Es ist wie du schreibst: man ist dem Schicksal nicht vollends ausgeliefert. Das Schicksal passiert - ohne Zweifel, aber es entlässt uns dann in ein (neues) Leben das wir selbst in den Griff bekommen und vielleicht neu strukturieren müssen (bei sogenannten harten Schicksalsschlägen). Für mich wird uns das Schicksal von außen aufgebürdet. Mag sein, dass ich eine innere Kraft nur nicht erkennen kann. Ganz grrundsätzlich bin ich ein Optimist der das Leben bejat - sonst wäre ich nicht mehr :wink:
Wie du ganz richtig bemerkst, können solche Schläge uns stärken - bei mir hat es das, zumindest psychisch!

@Unki: danke auch dir für deine Verbesserungsvorschläge. Habe einiges davon umgesetzt :D Es ist meine Botschaft an die Welt. Allerdings bin ich mir bewusst, dass nur derjenige mir Glauben schenken kann, dem ähnliches widerfahren ist. Schicksal wie ich es meine ist nie langweilig, man reagiert auch nicht immer gleich darauf, da es manchmal tief einschneidende Ereignisse sind - sei es nun ein Unfall der glimpflich ausging, die (unvorhergesehene) Trennung oder andere, meist sich für uns Menschen plötzlich ergebende Änderungen.
Ich habe die Herausforderung angenommen - was blieb mir auch anderes übrig, wollte ich mein Leben nicht gleich auf der Intensivstation der Unfallklinik beenden?
siehe auch "1xLeben, neu bitte!"
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Re: Schicksal...(überarbeitet)

Beitragvon ithiliel64 » 22.01.2015, 20:04

Hallo Arnulf,
deine Lebensweisheit hat durch die Überarbeitung sehr gewonnen. Es liest sich jetzt viel leichter und flüssiger, während die Aussage und der Sinn dahinter unangetastet geblieben sind. Eine Gratwanderung, die nicht immer gelingt - hier schon :-)

Arnulf hat geschrieben:Trotz allem bin ich ein Kopfmensch und fühle mich total überfordert, wenn ich mir die Unendlichkeit der möglichen Verstrickungen meines Lebens mit all den anderen Leben die mir begegnen vorstellen soll.
So tief und in aller Konsequenz habe ich darüber auch noch nie nachgedacht. Noch nicht einmal ansatzweise! Eigentlich überhaupt noch nicht :thinking: Durch diesen Satz von dir hat sich gleich mein Kopfkino eingeschaltet und ich fing an darüber nachzudenken, welche Menschen mir mit welchen Optionen in welchen Situationen begegnet sind, welche Optionen ich ihnen hätte bieten können, was sich daraus dann ergeben hätte ... Ne - da schwirrt mir jetzt noch der Kopf!! :groggy: Sollten wir uns einmal über den Weg laufen, schuldest du mir eine Packung Kopfschmerztabletten :mrgreen:
Arnulf hat geschrieben:Ich bin der festen Überzeugung, dass irgend eine Macht es wollte, dass sich mein Leben so wie es eingeschlagen war ändert. Das tat es dann auch gewaltig. Seither habe ich vieles hinterfragt.
So hat dein Schicksal dich dann gründlich wachgerüttelt, nicht wahr? Es ist eigenartig, dass es oftmals solch gravierender Maßnahmen bedarf, die uns aus unserem alltäglichen Trott reißt, der uns nicht gut tut, den wir aber aus Bequemlichkeit :?: und wider besseren Wissens, weiter gehen.
Es gibt viele Arten von Schicksalsschlägen, die uns dazu bringen inne zuhalten und den Status Quo zu betrachten. Da ist das Schicksal mitunter ziemlich Ideenreich ;-) Es freut mich für dich, dass du daraus deine Konsequenzen ziehen und einen Weg einschlagen konntest, der dich persönlich weiter und anderen, dir wichtigen Dingen, näher bringt, statt verbittert mit dir und deinem Schicksal zu hadern.
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Re: Schicksal...(überarbeitet)

Beitragvon AuroraBorealis » 23.01.2015, 22:34

Hallo Arnulf,

Arnulf hat geschrieben:Es begegnet jedem Menschen wieder und wieder im Leben. Ihm zu entfliehen ist nicht möglich. Dabei zeigt es sich von guten oder gefährlichen Seiten in einem für uns unergründlichen Mix.

Kann das Schicksal wirklich gefährlich sein? Und wenn dem so wäre, dann wäre der Gegensatz harmlos. Gut / schlecht. Wobei das eine Wertung ist, die wir Menschen ihm geben. Im Prinzip ist es neutral. Zumindest aus meiner Sicht, das mag jeder anders empfinden. Aber egal wie wir es sehen, es ist lehrreich.
Anstelle von Mix würde ich ein anderes Wort verwenden, aber auch das ist Geschmackssache. Mischung/ Sammelsurium/ Gemisch.

Arnulf hat geschrieben:Wer sein Schicksal anzunehmen vermag, ohne sich selbst und seine Möglichkeiten aufzugeben, hat wohl die größte Chance auf Wendung in einer unliebsamen, gar gefährlichen Situation. Er hat nämlich die innere Akzeptanz zum einen und muss keine unnötigen Kräfte des Widerstandes verschleudern.

Ist nicht auch diese scheinbar sinnlose Aufwendung von Kraft eine Erfahrung, die wir machen müssen, um am Ende daran zu wachsen? Das Schicksal bietet uns die Möglichkeit und wir können entscheiden. Aber wie du schon sagtest müssen wir zuvor erst das IST akzeptieren.


Ich bin der Meinung, dass wir viele Erfahrungen, die wir im Leben machen, durch unser Verhalten heraufbeschwören. Das Schicksal selbst ist, wie ich bereits erwähnte, für mich neutral, im Sinne von Gut/Böse. Für mich ist es auf unseren Wachstum ausgelegt. Wir werden immer wieder dieselben / ähnlichen Erfahrungen machen (oder enorme Einschnitte in unser Leben), bis wir irgendetwas daraus gelernt haben. Wir haben in jeder Situation eine Wahlmöglichkeit und wenn es „nur“ unsere Einstellung dazu ist. Jedoch bleibt am Ende die Frage offen, ob nicht eben das auch schon Schicksal und von vornherein bestimmt war.

ithiliel64 hat geschrieben: und ich fing an darüber nachzudenken, welche Menschen mir mit welchen Optionen in welchen Situationen begegnet sind, welche Optionen ich ihnen hätte bieten können, was sich daraus dann ergeben hätte ...

Ebenfalls bin ich der Meinung, dass jede Begegnung nicht ohne Grund geschieht. Es ist nicht nur das, was wir ihnen bieten können, sondern auch das, was sie uns bieten. Wobei bieten für mich in dem Fall das falsche Wort wäre. Und die Frage wäre nicht, was sich daraus ergeben hätte, sondern was sich daraus ergeben hat. :wink:

Lieber Arnulf, danke, dass du uns daran hast teilhaben lassen.

Liebe Grüße
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