[Liebe]Schönheit, nicht Liebe (Ich sehe dich V2.0)

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Schönheit, nicht Liebe (Ich sehe dich V2.0)

Beitragvon Fafharad » 25.09.2013, 21:00

Manchmal, wenn ich aus dem Fenster des Vorortzuges sehe, kommt es mir vor, als lebte ich zwei Leben. Ein privates, meiner Familie und ausgesuchten Freunden vorbehaltenes, das ich mir in intimer Abgeschiedenheit errichtet habe, und mein Arbeitsleben, mein funktionales Dasein, das ich mit einem Minimum an emotionalem Aufwand absolviere.
Die halbstündige Zugfahrt dazwischen empfinde ich als Zustand der Transformation von einem ins andere Leben, den ich mit gedankenleerem Starren in das Niemandsland entlang der Bahnstrecke oder lustlosem Blättern in der Zeitung überbrücke.
So war es bis heute.

Der Halt im Hauptbahnhof spülte eine menschliche Flutwelle in den Zug und verteilte sie über die freien Sitzplätze. Diesen Moment hektischer Migration verbrachte ich in konzentrierter Lektüre, um den neidvollen oder resignierten Blicken jener zu entgehen, die Pech in der Lotterie gehabt hatten.
Ein Stoß gegen mein Knie konfrontierte mich unversehens mit der Realität.
„Oh! Entschuldigen Sie!“
Ich hätte den Rempler mit einem gelassenen Nicken zu den Akten gelegt, doch der melodische Akzent und das Timbre ehrlichen Bedauerns zwangen mich aufzusehen.
Sie war dunkelhäutig. Die Haare, schwarz wie Kaffee, umflossen ein ebenmäßiges Gesicht mit schmaler Nase und vollen Lippen. Ihre Augen fingen meinen Blick ein wie die Gravitation eines Schwarzen Lochs das Licht.
Ich verfolgte gebannt jede ihrer Bewegungen, während sie sich setzte und eine prall gefüllte Plastiktüte auf ihren Knien abstellte.
Dann erst bemerkte sie, dass ich sie immer noch ansah. Sie riss die Augen auf und hob zwei Finger an ihre Unterlippe.
„Wirklich, das wollte ich nicht! Habe ich Ihnen weh getan?“
Ich fühlte mich ertappt.
„Nein! Nein, alles in Ordnung. Tut mir leid, dass ich Sie …“
Ich räusperte mich und ließ den Satz unvollendet.
Sie lächelte, und die Welt verlor Länge, Breite und Höhe und schrumpfte auf die Singularität ihres Mundes zusammen. Ein konzentriertes Datenkonvolut schlug in meinen Sehnerv ein, wurde vom Hypothalamus willig in die Sprache der Hormone übersetzt und in alle Winkel meines Körpers zugestellt.
Ich war machtlos.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin seit neunzehn Jahren glücklich verheiratet. Sie würden, wenn Sie ein Mann sind, sich auf der Straße vielleicht nicht nach meiner Frau umdrehen, aber ich verliere mich immer noch regelmäßig in der Betrachtung ihres Gesichts. Sie ist schön, auf eine sanfte und beruhigende Weise, die ihrem Naturell entspricht.
Sie ist das Fundament, auf dem ich mein Leben gegründet habe.
All das wurde buchstäblich binnen eines Augenblicks infrage gestellt.
Ich vergrub mich reflexartig in meine Zeitung und kämpfte die körperlichen Symptome des Schocks nieder – Schwindel, Herzrasen, Hitze und etwas, das sich wie Hunger anfühlte.
Lies den verdammten Artikel weiter!, befahl ich mir.
Ich fand ihn nicht wieder.
In fünfzehn Sekunden hatten ein Blick und ein Lächeln meine komplette Wahrnehmung überlagert.
Es gelang mir nicht einmal, das Bild meiner Frau heraufzubeschwören!
Immerhin kühlte mich der Ärger darüber soweit ab, dass ich die Situation rational bedenken konnte.
Natürlich hatte ich mich nicht Hals über Kopf verliebt. Ich war lediglich unvorbereitet mit weiblichen Schlüsselreizen geflutet worden.
So war das.
Ich fand eine fettgedruckte Überschrift und hielt mich an ihr fest. Von ihr hangelte ich mich behutsam zum kleineren Schriftsatz darunter. „Neu Delhi“, stand da.
Sie kam aus Indien, vermutete ich. Oder Sri Lanka?
Bevor mein analytisches Ich einen Warnruf ausstoßen konnte, ruckte mein Kopf hoch.
Sie sah aus dem Fenster und lächelte still in sich hinein. Es interessierte mich überhaupt nicht mehr, woher sie kam. Ihre Schönheit machte mich leicht und entzog mich dem Lauf der Zeit. Ich schwelgte geradezu im Schwung ihrer Lippen, im warmen Haselnussbraun ihrer Haut. Meine Augen fuhren die weichen Linien ihres Gesichts nach und meißelten sie in mein Gedächtnis. Ihre Augen …
Ich stürzte aus zwei Kilometern Höhe ungebremst in meine Zeitung. Sie hatte bemerkt, dass ich sie ansah!
Hastig blätterte ich um, strich die Haare nach hinten und nestelte an meinem Kragen. Ich gab das perfekte Lehrbeispiel für Übersprunghandlungen ab.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass Frauen über eine erweiterte periphere Sicht verfügten, die es unmöglich machte, sie anzuschauen, ohne selbst gesehen zu werden. Warum zum Teufel erinnerte ich mich erst jetzt daran?
Die nächsten Minuten wälzte ich mich in pubertären Schamgefühlen. Die Hand eines Riesen drückte auf meinen Hinterkopf und würde dort verharren, bis ich der letzte Mensch in diesem Zug war und mich ungesehen davonschleichen konnte.

Im Lautsprecher wurde der nächste Halt angesagt. Ich hörte am Rascheln ihrer Tüte, dass sie sich zum Aufstehen bereit machte.
Als der Zug langsamer wurde, erhob sie sich. Ich fühlte einen Stich in meiner Brust. In Gedanken sah ich eine Karikatur meiner selbst aufspringen, ihre Hand festhalten und „Geh nicht!“ flehen.
Darüber konnte ich sogar grinsen. Was war ich doch für ein Idiot! Ich sollte froh sein, dass sie ausstieg und der Spuk damit ein Ende fand.
„Wiedersehen!“
Der unerwartete, warme Klang ihrer Stimme ließ die Mauer, die ich mühsam zwischen uns hochgezogen hatte, wie Wachs schmelzen.
Von unsichtbaren Fäden gezogen blickte ich auf. Sie erwiderte den Blick und lächelte in einer verwirrenden Melange aus Koketterie und Schüchternheit.
„Ja, Wiedersehen!“
Mehr brachte ich nicht heraus, obgleich mein innerer Regieassistent aufgeregt mit dem Drehbuch herumfuchtelte.

Ich behielt sie im Auge, bis sie von der Menschentraube am Ausstieg verschluckt wurde.
War es jemals vorgekommen, dass ein Mitreisender sich verabschiedet hatte? Ich schürfte im Sediment meiner Erinnerung und fand lediglich die Einzigartigkeit dieses Ereignisses, dieser Offenbarung, bestätigt.
Und dann begriff ich. Sie hatte mich als Menschen gesehen, meine Sehnsucht nach Schönheit, nach Leben, gespürt und respektiert. Sie hätte mich für meinen Voyeurismus und meine Schamhaftigkeit verachten können. Stattdessen hatte sie mir ihre Zuneigung zum Geschenk gemacht.
Eine selbstlose Tat. Eine reine, wertvolle Seele.
Die Erkenntnis war wie ein Sonnenstrahl, der an einem verhangenen Novembertag durch die Wolkendecke brach.
Wärme durchströmte mich.
Vielleicht interpretierte ich zu viel in diese Begegnung hinein, doch durch sie war ich aus dem Niemandsland herausgetreten und befand mich mitten im Leben. Meinem dritten Leben.
Ich lehnte mich entspannt zurück. Mein Gedächtnis war mit Schönheit gesättigt, ich konnte jederzeit davon zehren.
Ich schloss die Augen …
Und meine Frau lächelte mir zu.
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Re: Schönheit, nicht Liebe (Ich sehe dich V2.0)

Beitragvon lisa-s » 26.09.2013, 17:16

Hallo Thomas!

Toll, dass du es nochmal versucht hast.
Hier nun, wie sollte es anders sein, mein Kommentar dazu.

Die Ausgangssituation aus "Ich sehe dich V2.0" hast du übernommen: die Zugfahrt. Allerdings liegen die Motive ein wenig anders und sind mir klarer. Vor allem ist dieser Protagonist nicht mehr so verklemmt; nein, er spricht sogar, es gibt eine kleine Handlung in deinem Text. Das finde ich sehr gut!

Aber nun schauen wir mal unter die Lupe :wink:

Schönheit, nicht Liebe


Der Titel spricht mich nicht an. Ich verstehe ihn, und er passt auch zum Text, hätte mich jedoch unter normales Umständen nicht zum Lesen animiert. Ich würde mir etwas gefühlvolleres wünschen, was Geschmackssache ist, vielleicht "Es muss nicht immer Liebe sein"... naja... :?

Manchmal, wenn ich aus dem Fenster des Vorortzuges sehe, kommt es mir vor, als lebte ich zwei Leben.


Ein schöner Anfang. Kann ich mir gut vorstellen.

Ein privates, meiner Familie und ausgesuchten Freunden vorbehaltenes, das ich mir in intimer Abgeschiedenheit errichtet habe, und mein Arbeitsleben, mein funktionales Dasein, das ich mit einem Minimum an emotionalem Aufwand absolviere.


"ausgesuchten" könntest du weglassen. Ich verstehe in diesem Zusammenhang nicht, was du mit "intimer Abgeschiedenheit" meinst. So etwas wie "für mich selbst"? Ich mag die Beschreibung seines Arbeitslebens. Man spürt, dass arbeitet, weil er muss.

Die halbstündige Zugfahrt dazwischen empfinde ich als Zustand der Transformation von einem ins andere Leben, den ich mit gedankenleerem Starren in das Niemandsland entlang der Bahnstrecke oder lustlosem Blättern in der Zeitung überbrücke.
So war es bis heute.


Hier würde ich nur "empfinde ich als Transformation, die ich..." schreiben. Schöner Übergang.

Der Halt im Hauptbahnhof spülte eine menschliche Flutwelle in den Zug und verteilte sie über die freien Sitzplätze. Diesen Moment hektischer Migration verbrachte ich in konzentrierter Lektüre, um den neidvollen oder resignierten Blicken jener zu entgehen, die Pech in der Lotterie gehabt hatten.


Auch diese Situation spielt sich deutlich in meinem Kopf ab. Ich würde vielleicht statt "Migration" durch "Bewegung" ersetzen. "Platzlotterie"?

Ein Stoß gegen mein Knie konfrontierte mich unversehens mit der Realität.
„Oh! Entschuldigen Sie!“


Handlung bzw. wörtliche Rede! :) Hier könntest du einen Absatz machen, neue Szene.

Ich hätte den Rempler mit einem gelassenen Nicken zu den Akten gelegt, doch der melodische Akzent und das Timbre ehrlichen Bedauerns zwangen mich aufzusehen.


Hmmm. Jetzt könnte man sich mMn wieder fragen, ob es zu viel ist, wegen eines Remplers "ehrliches Bedauern" zu empfinden. In einer normalen Bahnsituation rempelt man, entschuldigt sich im Besten Fall der Höflichkeit halber... Wenn, dann würde ich es so schreiben: "... der melodische Akzent und das Bedauern in dieser Stimme zwangen mich..."

Sie war dunkelhäutig. Die Haare, schwarz wie Kaffee, umflossen ein ebenmäßiges Gesicht mit schmaler Nase und vollen Lippen. Ihre Augen fingen meinen Blick ein wie die Gravitation eines Schwarzen Lochs das Licht.
Ich verfolgte gebannt jede ihrer Bewegungen, während sie sich setzte und eine prall gefüllte Plastiktüte auf ihren Knien abstellte.
Dann erst bemerkte sie, dass ich sie immer noch ansah. Sie riss die Augen auf und hob zwei Finger an ihre Unterlippe.


Ein sehr starkes Bild - zu stark für meinen Geschmack. Außerdem passt das so mMn nicht zum Fortgang der Handlung. Denn wenn ihre Augen seinen Blick einfangen, stelle ich mir das so vor, als schauten sie sich tief in die Augen, was ja offensichtlich nicht der Fall ist, weil sie sich in ihrem Sitz zurechtrückt und erst dann merkt, dass er sie noch anstarrt. Du könntest also schreiben "Vor allem ihre Augen faszinierten mich. Mein Blick klebte auf ihr."
"ansah" - besser anstarrte, beobachtete.
Ich überlege gerade, ob jemand dann so reagiert oder ob das nicht übertrieben ist. Ich könnte es mir besser vorstellen, wenn du so etwas sagen würdest wie: "Sie lächelte verlegen."

„Wirklich, das wollte ich nicht! Habe ich Ihnen weh getan?“
Ich fühlte mich ertappt.


"Ich hoffe ich habe Ihnen nicht wehgetan?"

„Nein! Nein, alles in Ordnung. Tut mir leid, dass ich Sie …“
Ich räusperte mich und ließ den Satz unvollendet.


Hier könnte der Gute wenigstens mal ein bisschen Charakter beweisen und sagen:
"Nein! Nein, alles in Ordnung. Tut mir leid, dass ich Sie beobachtet habe." Ich räusperte mich und schaffte ein schiefes Grinsen.
So hat der Mann wenigstens mal eine andere Facette. Nur eine Idee ;-)

Sie lächelte, und die Welt verlor Länge, Breite und Höhe und schrumpfte auf die Singularität ihres Mundes zusammen. Ein konzentriertes Datenkonvolut schlug in meinen Sehnerv ein, wurde vom Hypothalamus willig in die Sprache der Hormone übersetzt und in alle Winkel meines Körpers zugestellt.
Ich war machtlos.


Aaalso... da gibt's mir persönlich zu viele Fremdworte, die mich beim Lesen rausreißen. Es kommt wohl darauf an, für wen du schreibst. Ich bin eher für klare, einfache Ausdrücke, die ich gleich verstehe bzw. über die ich nicht stolpere. "Schrumpfte auf ihren Mund zusammen." Den Rest... um die genaue Bedeutung von Konvolut zu bekommen, müsste ich jetzt sogar erstmal den Duden befragen, muss ich ehrlich zugeben. Also platt gesprochen könntest du es einfach so sagen: "Ich nahm außer diesem Mund nichts anderes mehr wahr, meine Hormone gerieten regelrecht in Wallung, jeder Winkel meines Körper schien zu kribbeln." 8)
Übrigens dachte ich dann: oh, da passiert was bei ihm!

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin seit neunzehn Jahren glücklich verheiratet. Sie würden, wenn Sie ein Mann sind, sich auf der Straße vielleicht nicht nach meiner Frau umdrehen, aber ich verliere mich immer noch regelmäßig in der Betrachtung ihres Gesichts. Sie ist schön, auf eine sanfte und beruhigende Weise, die ihrem Naturell entspricht.
Sie ist das Fundament, auf dem ich mein Leben gegründet habe


Einerseits ist dies ein sehr tiefer Einschnitt, weil es gerade anfing spannend zu werden.
Andererseits finde ich diese Beschreibung, vielleicht an anderer Stelle, wirklich ansprechend.

All das wurde buchstäblich binnen eines Augenblicks infrage gestellt.


oooh :-)

Ich vergrub mich reflexartig in meine Zeitung und kämpfte die körperlichen Symptome des Schocks nieder – Schwindel, Herzrasen, Hitze und etwas, das sich wie Hunger anfühlte.
Lies den verdammten Artikel weiter!, befahl ich mir.
Ich fand ihn nicht wieder.
In fünfzehn Sekunden hatten ein Blick und ein Lächeln meine komplette Wahrnehmung überlagert.
Es gelang mir nicht einmal, das Bild meiner Frau heraufzubeschwören!


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Immerhin kühlte mich der Ärger darüber soweit ab, dass ich die Situation rational bedenken konnte.
Natürlich hatte ich mich nicht Hals über Kopf verliebt. Ich war lediglich unvorbereitet mit weiblichen Schlüsselreizen geflutet worden.


Schade. Hier habe ich das Gefühl, als hättest du mir mit dem Holzhammer auf den Kopf geschlagen. Plötzlich ist alles wieder so nüchtern. Der Gute scheint ja ziemlich durch den Wind zu sein, von unerwarteten Gefühlen überrollt. Ob man sich dann ärgern kann... Dann steht's da schwarz auf weiß, er ist nicht verliebt. Ok... ich kann es schwer beschreiben, aber es fühlt sich nicht gut an, das so zu lesen. Lass doch den Satz weg. Der Leser kann sich seinen Teil denken, wenn du schreibst, dass er den Reizen erlegen ist. Finde ich.

Sie sah aus dem Fenster und lächelte still in sich hinein. Es interessierte mich überhaupt nicht mehr, woher sie kam. Ihre Schönheit machte mich leicht und entzog mich dem Lauf der Zeit. Ich schwelgte geradezu im Schwung ihrer Lippen, im warmen Haselnussbraun ihrer Haut. Meine Augen fuhren die weichen Linien ihres Gesichts nach und meißelten sie in mein Gedächtnis. Ihre Augen …


Wenn jemand in sich hineinlächelt (ohne still, das erklärt sich von selbst), ist das unsichtbar für die Außenwelt ;-)
"Sie sah aus dem Fenster und lächelte."
Ich verstehe, was du hier wieder erklären möchtest: er ist von ihrer Schönheit hingerissen. Es geht ja auch aus dem Titel hervor. Trotzdem empfinde ich es als seltsam, dass er so extrem reagiert, diese Frau seine Welt aus den Angeln zu reißen scheint, er stellt sein bisheriges Weltbild selbst in Frage. Verstehst du, was ich meine? Es fühlt sich nicht authentisch an; zu lesen, dass seine Frau sein Fundament ist, diese Dame ihn dann so "fertig macht". Die Reaktion ist zu extrem. Es fehlen für mich andere Gefühle. Denn wenn ich jemanden auch noch so attraktiv finde, sonst keine weiteren Absichten hege, meißelt sich davon nichts in mein Gedächtnis. Es bleibt höchstens kurz hängen.

Ich stürzte aus zwei Kilometern Höhe ungebremst in meine Zeitung. Sie hatte bemerkt, dass ich sie ansah!
Hastig blätterte ich um, strich die Haare nach hinten und nestelte an meinem Kragen. Ich gab das perfekte Lehrbeispiel für Übersprunghandlungen ab.


Gutes Bild. Übersprunghandlung?

Irgendwo hatte ich gelesen, dass Frauen über eine erweiterte periphere Sicht verfügten, die es unmöglich machte, sie anzuschauen, ohne selbst gesehen zu werden. Warum zum Teufel erinnerte ich mich erst jetzt daran?


Frauen haben immer noch die erweiterte periphere Sicht :wink: Richtig heißt es:
"Irgendwo habe ich gelesen, dass Frauen über eine erweiterte periphere Sicht verfügen, die es unmöglich macht, sie anzuschauen, ohne gesehen zu werden."
Den Satz an sich könnte man auch ändern, zu viele Kommas. "Irgendwo habe ich gelesen, dass Frauen über eine erweiterte Periphere Sicht verfügen. Diese macht es unmöglich..."

Die nächsten Minuten wälzte ich mich in pubertären Schamgefühlen. Die Hand eines Riesen drückte auf meinen Hinterkopf und würde dort verharren, bis ich der letzte Mensch in diesem Zug war und mich ungesehen davonschleichen konnte.


"Die Hand eines Riesen schien auf meinen Hinterkopf zu drücken"... Was macht der Riese da? Warum? Warum muss der Mann bis zum Ende da sitzen?

Im Lautsprecher wurde der nächste Halt angesagt. Ich hörte am Rascheln ihrer Tüte, dass sie sich zum Aufstehen bereit machte.
Als der Zug langsamer wurde, erhob sie sich. Ich fühlte einen Stich in meiner Brust. In Gedanken sah ich eine Karikatur meiner selbst aufspringen, ihre Hand festhalten und „Geh nicht!“ flehen.
Darüber konnte ich sogar grinsen. Was war ich doch für ein Idiot! Ich sollte froh sein, dass sie ausstieg und der Spuk damit ein Ende fand.


Jetzt fleht er sie im Geiste an zu bleiben... seltsam.
Das sieht er dann selbst auch ein.

„Wiedersehen!“
Der unerwartete, warme Klang ihrer Stimme ließ die Mauer, die ich mühsam zwischen uns hochgezogen hatte, wie Wachs schmelzen.
Von unsichtbaren Fäden gezogen blickte ich auf. Sie erwiderte den Blick und lächelte in einer verwirrenden Melange aus Koketterie und Schüchternheit.


"Der unerwartet warme Klang..." Er hat doch ihre Stimme schon gehört. Also könntest du auch sagen "Ihre Stimme ließ..."
Das Bild mit den Fäden gefällt mir. Schöner finde ich "Sie erwiderte meinen Blick und lächelte in einer verwirrenden Mischung aus..."

Mehr brachte ich nicht heraus, obgleich mein innerer Regieassistent aufgeregt mit dem Drehbuch herumfuchtelte.


:-)

Ich behielt sie im Auge, bis sie von der Menschentraube am Ausstieg verschluckt wurde.


:-)

War es jemals vorgekommen, dass ein Mitreisender sich verabschiedet hatte? Ich schürfte im Sediment meiner Erinnerung und fand lediglich die Einzigartigkeit dieses Ereignisses, dieser Offenbarung, bestätigt.


Wenn es schon das Sediment sein muss ;-) "Ich schürfte im Sediment meiner Erinnerung und erkannte: Nein."

Und dann begriff ich. Sie hatte mich als Menschen gesehen, meine Sehnsucht nach Schönheit, nach Leben, gespürt und respektiert.


Warum sehnt er sich nach Schönheit? Lebt er sonst nicht? Wie kann ein fremder Mensch das spüren und respektieren? Wie kann dieser Mann das wissen?

Sie hätte mich für meinen Voyeurismus und meine Schamhaftigkeit verachten können. Stattdessen hatte sie mir ihre Zuneigung zum Geschenk gemacht.


Ich empfinde sein Verhalten weder als voyeuristisch noch als schamhaft. Und ihr Verhalten würde ich auch nicht als Zuneigung empfinden. Dann hätte sie versucht mit ihn ins Gespräch zu kommen.

Eine selbstlose Tat. Eine reine, wertvolle Seele.


Tut mir leid, dass ich hier wieder an dem Punkt angelangt bin, dass es mir zu viel des Guten ist. Es ist für mich nicht echt.

Die Erkenntnis war wie ein Sonnenstrahl, der an einem verhangenen Novembertag durch die Wolkendecke brach.
Wärme durchströmte mich.


Ich hätte gerne schon früher gewusst, dass ein fieser Novembertag ist. Das Bild an sich ist schön.

Vielleicht interpretierte ich zu viel in diese Begegnung hinein, doch durch sie war ich aus dem Niemandsland herausgetreten und befand mich mitten im Leben. Meinem dritten Leben.


Dritten Leben? Kommt eine Fortsetzung? Ich will doch wissen, welches drittes Leben.

Ich lehnte mich entspannt zurück. Mein Gedächtnis war mit Schönheit gesättigt, ich konnte jederzeit davon zehren.
Ich schloss die Augen …
Und meine Frau lächelte mir zu.


Ok, nach all dem gefühlsmäßigen Wahnsinn kehrt er auch gedanklich zu seiner Frau, seiner Liebe zurück.

Mein Fazit:
Diesmal war der Charakter stimmiger als in der ersten Version. Er war nicht ganz so heftig verklemmt, das wirkt nachvollziehbarer. Es steckt viel Gefühl in deinem Schreiben, das mag ich sehr.
Trotzdem muss ich nach wie vor sagen, dass mir die Reaktion deines Protagonisten zu extrem ist. Das passt für mich alles nicht so recht zusammen, was ich oben bereits versuchte zu erklären.
Du könntest ihn sich wirklich verknallen lassen. Dann wird der Konflikt noch größer. Oder du milderst seine Reaktion ein wenig ab. Oder aber du lässt die beiden miteinander ins Gespräch kommen und dabei bemerkt er, dass sich in ihm Gefühle regen. Und ehe es zu heftig wird, ruft seine Frau an und er ist total durch den Wind...
Ach so: ich würde dir raten, dich einfach und präzise auszudrücken, nicht so viele Fachausdrücke und Fremdwörter zu verwenden. Das kann den Lesefluss stören.

Mein Roman hier ist fertig ;-) Nicht böse sein, dass ich schon wieder einiges verbessern würde. Aber es ist immerhin weniger als in der ersten Version 8)
Bleib dran!

Liebe Grüße
Silvia
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lisa-s
 
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Re: Schönheit, nicht Liebe (Ich sehe dich V2.0)

Beitragvon Fafharad » 26.09.2013, 21:48

Hallo Silvia!

Da hast du dir wirklich Mühe gemacht, dankeschön! :)
Einige allgemeine Punkte wollte ich zu dem Text noch anmerken: Für mich war es eine Fingerübung, hinter der die Frage stand, ob man in 1000 Worten eine stimmige und herzerwärmende Liebesgeschichte schreiben kann, ohne ausgereizte sprachliche Klischees zu bemühen .
Für mich selbst muss ich die Frage mit einem Nein beantworten. Ich kann mit die Gefühle der Charaktere nur dann wirklich nachvollziehen, wenn ich sie gut kenne, und dafür reichen m.E. 1000 Wörter nicht aus.
Die von mir verwendeten Bilder und Fremdwörter zeugen von meiner krampfhaften Vermeidung von Versatzstücken. Das Ergebnis stört natürlich den Aufbau einer romantischen Stimmung, aber das ist Absicht - es sollte kein romantischer, sondern eher ein ironischer Text werden.
Vielleicht gelingt mir nach zehn Jahren Übung etwas, was sowohl romantisch als auch unverbraucht ist :wink: . Aber ganz im Ernst: Ich glaube, Liebesgeschichten sind nicht meine Sache.

Was mir noch aufgefallen ist: Du nimmst vieles für bare Münze, was der Prota von sich gibt. In Wirklichkeit ist er ein "unzuverlässiger Erzähler", wenn auch in abgemilderter Form. Ich gebe mal einige Beispiele:
Natürlich hatte ich mich nicht Hals über Kopf verliebt. Ich war lediglich unvorbereitet mit weiblichen Schlüsselreizen geflutet worden.
So war das.

Das ist typisch Mann :mrgreen: . Weltmeister im Selbstbelügen. Fällt unter die gleiche Kategorie wie "Sie wollte es doch auch!"
Die Hand eines Riesen drückte auf meinen Hinterkopf und würde dort verharren, bis ich der letzte Mensch in diesem Zug war und mich ungesehen davonschleichen konnte.

Im Ernst? Nenn den Riesen meinetwegen "Freud'sches Über-Ich". Natürlich muss er nicht bis zum Ende im Zug sitzen - es ist lediglich eine bildhafte Projektion seiner Schamgefühle.
Und dann begriff ich. Sie hatte mich als Menschen gesehen, meine Sehnsucht nach Schönheit, nach Leben, gespürt und respektiert.

Das vielleicht klarste Beispiel: Dies ist ein innerer Monolog des Protas, nicht das, was in der Frau wirklich vorgeht. Das kann er nämlich in der Tat nicht wissen.
Ich hätte gerne schon früher gewusst, dass ein fieser Novembertag ist. Das Bild an sich ist schön.

Nein, kein Novembertag, sondern nur ein Bild :wink: .
Dritten Leben? Kommt eine Fortsetzung? Ich will doch wissen, welches drittes Leben.

Schau mal an den Anfang des Textes. Da findest du Leben 1 und Leben 2. *grins*

Beim Verhalten der Frau habe ich mich an realen Personen mit ausländischer Herkunft orientiert. Auch wenn das keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat, habe ich oft erlebt, dass sie höflicher als die durchschnittliche deutsche Frau sind und mehr darauf bedacht, in der Öffentlichkeit keinen Fehler zu begehen. Das kann natürlich jeder anders erlebt haben.

Sonstiges:
Schönheit, nicht Liebe

Yep. Kein toller Titel. Wenn jemand einen guten findet, möge er ihn bitte bei mir abgeben. :)
Übersprunghandlung?

Das kann ich nicht in wenigen Worten erklären, deshalb: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbersprunghandlung
Richtig heißt es:
"Irgendwo habe ich gelesen, dass Frauen über eine erweiterte periphere Sicht verfügen, die es unmöglich macht, sie anzuschauen, ohne gesehen zu werden."

Das sieht nur so aus. "Habe ich" wäre nur richtig, wenn ich im Präsens erzähle.
Danach habe ich den Konjunktiv II gewählt, weil der Prota hier etwas zitiert, von dessen Wahrheitsgehalt er nicht hundertprozentig überzeugt war.
Eine selbstlose Tat. Eine reine, wertvolle Seele.

:( Mit dieser Stelle habe ich mich am längsten rumgequält, und ganz ehrlich: ich finde sie auch nicht gut. Das waren genau die Klischees, die ich vermeiden wollte. Aber (*ganz-kleinlaut-werdend*): Mir ist einfach nichts eingefallen. :oops:

Du könntest ihn sich wirklich verknallen lassen. Dann wird der Konflikt noch größer. Oder du milderst seine Reaktion ein wenig ab. Oder aber du lässt die beiden miteinander ins Gespräch kommen und dabei bemerkt er, dass sich in ihm Gefühle regen. Und ehe es zu heftig wird, ruft seine Frau an und er ist total durch den Wind...

Das ist dann wieder eine ganz andere Geschichte ... Und die sollen andere schreiben. :D

Das alles klingt jetzt hoffentlich nicht so, als wollte ich dich runterputzen - Bloß nicht! :nohappy:
Ich nehme mir deine Anregungen zu Herzen, und vieles trifft genau den Punkt. Ich kann nur nicht versprechen, dass ich mich noch mal an den Text setze, weil ich schon viel zu lange meine übrigen Projekte vernachlässigt habe.
Also, vielen Dank nochmals!

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Re: Schönheit, nicht Liebe (Ich sehe dich V2.0)

Beitragvon Coprophage » 27.09.2013, 09:56

Hallo Fafharad,

normalerweise habe ich nicht so viel Hintergrundwissen, wenn ich eine Kurzgeschichte betrachte. Das große Problem Deiner Geschichte ist, dass sie eine Liebesgeschichte (1) in weniger als tausend Wörtern (2) und eine Kurzgeschichte (3) mit mindestens einer nachvollziehbaren gefühlvollen Hauptfigur (4) sein soll, die von Schönheit, nicht Liebe handelt (5). Vor allem der letzte Punkt widerspricht der Liebesgeschichte. Hinzukommen die alte Version, die Wünsche, Anregungen der alten Kommentatoren, der Umstand, dass es nur eine Übung ist und Du es zum letzten Mal abschließen möchtest.
Fafharad hat geschrieben:„Oh! Entschuldigen Sie!“
Ich hätte den Rempler mit einem gelassenen Nicken zu den Akten gelegt, doch der melodische Akzent und das Timbre ehrlichen Bedauerns zwangen mich aufzusehen.
Hier sollte die Kurzgeschichte anfangen. Unvermittelter Einstieg und kein Charakter-erklärender innerer Monolog. Du beschreibst vor diesem Text sehr ausführlich, was man sich aus dem nachfolgenden Text herleiten kann.
Fafharad hat geschrieben:Im Lautsprecher wurde der nächste Halt angesagt.
Eine Kurzgeschichte funktioniert als ganzes. Man muss nicht zu Beginn wissen, wo die Handlung spielt, wenn es irgendwo im Text steht, reicht das vollkommen. Es kann auch nirgendwo stehen und sich nicht erschließen (Bedeutung und Bedeutungslosigkeit des Ortes).
Fafharad hat geschrieben:Sie lächelte, und die Welt verlor Länge, Breite und Höhe und schrumpfte auf die Singularität ihres Mundes zusammen. Ein konzentriertes Datenkonvolut schlug in meinen Sehnerv ein, wurde vom Hypothalamus willig in die Sprache der Hormone übersetzt und in alle Winkel meines Körpers zugestellt.
Ausschweifend geschrieben und meiner Meinung nach am Thema vorbei. Anstatt von verlorenen Dimensionen zu reden, sollte er ihren Mund beschreiben und sich in dieser Beschreibung verlieren (Zeigen, nicht erzählen/Show, don't tell).
Fafharad hat geschrieben:Verstehen Sie mich nicht falsch.
Wer ist Sie? Der Leser? Warum wird der hier angesprochen?
Fafharad hat geschrieben:All das wurde buchstäblich binnen eines Augenblicks infrage gestellt.
Er hat die Schönheit seiner Frau als Fundament für sein erstes Leben gewählt? Andernfalls könnte Schönheit das nicht in Frage stellen.
Fafharad hat geschrieben:„Ja, Wiedersehen!“
Genau hier sollte Deine Kurzgeschichte enden! Nur den Satz "War es jemals vorgekommen, dass ein Mitreisender sich verabschiedet hatte?" dürfte irgendwo vor dem "Ja, Wiedersehen!" auftauchen. Doch genau das wäre die Stelle an der Deine Kurzgeschichte enden sollte, damit sich die Leserin/der Leser damit auseinandersetzen kann. Stattdessen folgt etwas, das man die Interpretation der Geschichte durch die Hauptfigur nennen könnte. Diese Interpretation sollte eigentlich von der Leserin/dem Leser vorgenommen werden, das wird verhindert, indem sich Deine Hauptfigur rechtfertigt. Es entsteht der Eindruck als wollte der Autor genau erklären, was er mit dieser Geschichte zeigen möchte. Und wofür rechtfertigt sie sich? Aus dem Titel und der Erklärung Deiner Hauptfigur geht hervor, dass es hier nicht um Liebe sondern um Schönheit geht, dadurch geht der Konflikt der Geschichte verloren. Als Leserin/Leser kann jetzt nur noch unterstellen und die Glaubwürdigkeit der Hauptfigur anzweifeln.

Die zweite Version ist der bessere Text aber die schlechtere Kurzgeschichte. Es wird dem Aspekt der Liebesgeschichte nicht gerecht, da es nicht um Liebe geht. Mir gefällt die Tausend-Wörter-Vorgabe nicht. Nach wie vor versteckt sich darin aber eine gute Kurzgeschichte.

Viele Grüße,
Coprophage
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Re: Schönheit, nicht Liebe (Ich sehe dich V2.0)

Beitragvon CharlySemmel » 27.09.2013, 18:08

Hallo Fh!

Was mich echt beschäftigt - nach dem Lesen deiner überarbeiteten Fassung - ist, dass ich eigentlich keine Geschichte ausmachen kann in deinem Text. Ich will das mal näher erklären:
1. Ein Mann glaubt glücklich zu sein mit seiner Frau, mit der er schon 19 Jahre zusammen ist. Bis sich die "schönste Frau aller Zeiten" im Zugabteil ihm gegenüber setzt. Er lernt sie in einem zwanglosen Gespräch kennen und sie verabreden sich.
Das wäre mMn ein Plot für eine Kurzgeschichte.
2. Ein Mann ist glücklich verheiratet (wie er glaubt) und in einem Zugabteil setzt sich eine Frau ihm gegenüber. Er ist von ihrem Anblick total überwältigt und fängt ein Gespräch mit ihr an. Er stellt sich vor, wie es mit ihr im Bett wäre. Ob sie so leidenschlaftlich ist, wie sie aussieht. Kurz bevor sie aussteigt, sieht sie ihn mit einem auffordernden Blick an - aber er verabschiedet sich nur von ihr. Er liebt seine Frau und hat sich mit der anderen nur die Zeit vertrieben - was er in dem Moment erkennt.
In diesem Sinne, finde ich, ist deine Geschichte nicht greifbar. Man kann sie mMn nicht in ein paar Sätzen zusammen fassen. Von daher meine Frage: Was wolltest du mit dem Text aussagen? :wink:

Gruß, CS
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Re: Schönheit, nicht Liebe (Ich sehe dich V2.0)

Beitragvon Fafharad » 27.09.2013, 20:22

Hallo, geschätzte Kommentatoren!

@Coprophage: Ich glaube, ich habe noch nie so viel über Kurzgeschichten gelernt wie aus deinem Kommentar. Da spricht der Profi, und der Laie verneigt sich tief.
Bisher habe ich eine Kurzgeschichte mehr als "kurze Geschichte" gesehen und nicht als Kunstform, die bestimmten Regeln folgt. Insofern kommt mir meine Übung (und erst recht die selbst auferlegten Rahmenbedingungen), die ich ohne das geringste Wissen über Kurzgeschichten angegangen bin, im Nachhinein reichlich sinnlos vor :( .
Vielen Dank für deine scharfe Analyse. Vielleicht bekomme ich es ja eines Tages hin :wink: .

@CharlieSemmel: Gut erkannt - meiner Geschichte fehlt schlicht der Plot. :)
Was wolltest du mit dem Text aussagen? :wink:

Ganz ehrlich? Nichts. Ich bin relativ ideenlos mit der Geschichte losgefahren und hatte die vage Hoffnung, dass unterwegs noch eine Aussage zusteigt. Aber die Fahrt war entweder zu kurz, oder der Fahrer (ich) hat die entscheidende Haltestelle verpasst.

Besten Dank euch beiden und viele Grüße,
fafharad
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Fafharad
 
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