Schreibblockade ...

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Paisley » 02.11.2015, 12:03

Hallo nurmir,
ich habe gelernt, das der größte Teil der Arbeit eines Schriftstellers darin besteht, zu Überarbeiten. Den ersten Entwurf (!) zu schreiben, ist der kleinste (denn mehr ist es nicht, nur ein erster Entwurf). Erst durch mehrmaliges Überarbeiten, Probelesen lassen, wieder Überarbeiten ... also ständiges Schleifen und Polieren, wird dein Werk zu dem, was du dir erträumst. Wenn du die Rohmasse dafür aber ständig verwirfst, wirst du gar nicht erst die Chance zum Schleifen und Polieren kommen.

Ein Werk zu beenden und "Ende" darunter schreiben zu können, ganz besonders bei einem Buch, ist der schwierigste Teil. Ich war und bin immer noch Perfektionistin, doch inzwischen habe ich gelernt, weiterzuschreiben. Anders werde ich mein Ziel sonst nicht erreichen. Und darum geht es doch?
Geduld, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, erzählerisches Talent und Sprachgefühl - die Heilige Fünffaltigkeit der Schriftstellerei. Andreas Eschbach
Benutzeravatar
Paisley
 
Beiträge: 650
Registriert: 18.07.2010, 20:54
Blog: Blog ansehen (9)

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Nigromantia » 02.11.2015, 13:17

Paisley hat geschrieben:Hallo nurmir,
ich habe gelernt, das der größte Teil der Arbeit eines Schriftstellers darin besteht, zu Überarbeiten. Den ersten Entwurf (!) zu schreiben, ist der kleinste (denn mehr ist es nicht, nur ein erster Entwurf). Erst durch mehrmaliges Überarbeiten, Probelesen lassen, wieder Überarbeiten ... also ständiges Schleifen und Polieren, wird dein Werk zu dem, was du dir erträumst.


Du hast Recht, aber zugleich ist das seit Jahren mein großes Problem. Ich habe keine Ahnung wie ich das machen soll. Wie ich den Text "packen" soll und etwas besseres daraus machen soll, weiß ich einfach nicht. :( Nicht einfach nur daran herumdoktorn. Manche schreiben ihn ja komplett neu, aber der Gedanke schreckt mich komplett ab. Ich hab mir auch schon tausende Strategien überlegt, wie es gehen könnte, aber nichts scheint das richtige zu sein. Daher habe ich vollkommen das Vergnügen am Schreiben verloren.
o~ You've been critisizing yourself for years and it has't worked. Try approving of yourself and see what happens. (Louise Hay) ~o

:nano:
Benutzeravatar
Nigromantia
 
Beiträge: 3189
Registriert: 11.09.2008, 14:26
Wohnort: Sol III

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Ankh » 02.11.2015, 13:29

Also erstmal, schreiben ist natürlich ein Hobby, das Freude machen soll, aber wenn du einen richtig guten, professionellen Text haben willst, dann ist das auch Arbeit, und manchmal gar kein Vergnügen. Zunächst mal solltest du dir also überlegen, ob du schreibst, weil du einfach Spaß am Schreiben haben willst (was völlig in Ordnung ist, und wenn das so ist, dann bleib dabei!), oder weil du irgendwann einen Text haben willst, den du an einen Verlag schicken kannst.

Die Fehler im eigenen Text zu finden ist nicht leicht. Dafür gibt es ja Foren wie dieses hier, wo du einen Text reinstellen kannst, und dann hagelt es Kritik :mrgreen: Dabei geht es nicht darum, deinen Text schlechtzumachen, sondern ihn besser zu machen; all die kleinen Ecken zu finden, an denen es hakt, wo es blöd klingt, wo es unlogisch wird. Dein Text wird von anderen Augen begutachtet, und durch die Rückmeldung kannst du ihn danach auch mit anderen Augen sehen. Und dann musst du eben beginnen, die ganzen Scharten auszuwetzen und es im nächsten Durchgang besser zu machen. Das ist ahrte Arbeit, aber dabei lernst du auch unglaublich viel, und bei deinem 20sten Text machst du bestimmte Fehler im ersten Entwurf gar nicht mehr, dann wirst du feststellen, dass sich deine Schreibe durch dieses Training, das bewusstere Hinschauen, enorm verbessert hat.
Benutzeravatar
Ankh
 
Beiträge: 461
Registriert: 05.07.2015, 12:27

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Paisley » 02.11.2015, 13:44

Das war auch meins, Nigromantia. Deshalb hab ich mir vier Bücher zu diesem Thema aus der Bücherei ausgeliehen (eins steht noch aus, weil's ständig ausgeliehen ist) und sie auf das Wesentliche reduziert abgetippt. In den nächsten Wochen werd ich mir daraus eine Checkliste zusammenstellen, worauf ich achten muß. Dann werd ich das Manuskript ausdrucken lassen (ich muß noch kucken wo. Bei dem Umfang muß man schon auf die Preise achten) und durchlesen. Dann den Text um die Punkte ergänzen, die ich mir schon während des Schreibens und später notiert habe (eine Figur braucht mehr Raum, einen Subplot ausführlicher behandeln, neue Ideen, Logik prüfen usw).

Danach lese ich ihn noch einmal durch und mache Randnotizen zum Text (zu kurz, zu lang, abgeschweift, indirekter Erzähler- oder Autorenkommentar im Text, Spannungsbogen, Vernetzung zwischen einzelnen Punkten prüfen usw). Nachdem die abgearbeitet sind, geht es an die Korrektur von Rechtschreibung und Grammtik, Bandwurmsätze, Textrhythmus usw. Wenn das alles erledigt ist, kommen Feinschliff und Politur dran. Dann werde ich Probeleser suchen. Nachdem ich ihre Anmerkungen erhalten und ausgewertet habe, werd ich mir überlegen, was ich übernehme oder nicht. Fehler die aufgefallen sind, werden korrigiert, letzte Ergänzungen und Streichungen gemacht und dann wird der Text noch einmal an Probeleser verschickt. Nach der letzten Korrektur kann ich, wenn nötig, noch einen abschließenden Blick auf das Manuskript werfen und wenn dann alles gut ist, steht die Suche nach einem Literaturagenten an.

Das ist die Zusammenfassung meiner Pläne, zusammen mit dem, was die Ratgeber empfehlen. Klingt einfacher als es ist. Die Überarbeitung ist ein Riesenhaufen Arbeit, aber auf verschiedene Durchgänge oder Stufen verteilt, kann man es systematisch angehen. Das einzige, das man so nicht in den Griff kriegt, sind die eigenen Zweifel am Schrieb. Aber spätestens dann, wenn man ihn an Probeleser rausgibt, sollte sich auch das (hoffentlich) legen.

Momentan bin ich noch in der Erholungs- und "Kreativität-wieder-aufladen"-Pause vom Schreiben, aber im neuen Jahr geht es los.
Geduld, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, erzählerisches Talent und Sprachgefühl - die Heilige Fünffaltigkeit der Schriftstellerei. Andreas Eschbach
Benutzeravatar
Paisley
 
Beiträge: 650
Registriert: 18.07.2010, 20:54
Blog: Blog ansehen (9)

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Nigromantia » 02.11.2015, 13:51

Du widersprichst dir ja selbst, Ankh. Wenn ich einen Text haben will, den ich einem Verlag schicken will, kann ich ihn schlecht hier einstellen, danach gilt er als veröffentlicht.

Wenn du mal schaust, wirst du sicherlich sehen, dass ich schon ein paar mehr Texte hier eingestellt habe. Daran liegt es also nicht. Ich bin auch kein Anfänger, weder in diesem Forum, noch beim Schreiben. In der Theorie weiß ich das meiste, würde ich behaupten.

Das ist aber auch, was ich mit herumdoktorn meine, das was die SWS tut. Das ist fuckeln, das sind einzelne Stellen. Das ist eigentlich das, was kurz vor der VÖ kommen sollte (s.u.) Aber aus dem Großen und Ganzen etwas besseres machen. Was ist damit?

Zudem dachte ich immer, man überarbeitet erst und dann schickt man an Probleser, sodass man danach noch einmal überarbeitet und dann an die Verlage geht. Man mutet doch niemandem die Rohfassung zu.

Vielleicht sehe ich dieses Überarbeiten aber auch als etwas größeres als es in Wirklichkeit ist :thinking:

@ Paisley: Ja, dein Text bestätigt mich irgendwie noch darin. Das ist auch das, was ich in der Theorie weiß. Aber so richtig wieß ich immer noch nicht, wie ich es anfangen soll.
o~ You've been critisizing yourself for years and it has't worked. Try approving of yourself and see what happens. (Louise Hay) ~o

:nano:
Benutzeravatar
Nigromantia
 
Beiträge: 3189
Registriert: 11.09.2008, 14:26
Wohnort: Sol III

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Paisley » 02.11.2015, 14:06

Fang damit an, deinen Text durchzulesen und dir alles aufzuschreiben, was "irgendwie nicht passt". Egal was. Eine Passage die sich nicht flüssig liest? Aufschreiben. Ein Logikfehler? Aufschreiben. Ein Charakter kommt zu kurz, eine Beschreibung ist zu leblos, Dialoge zu langweilig, etwas zu langatmig? Aufschreiben. Wenn du genug Abstand zu deinem Text hast und ihn mit den Augen eines potentiellen Lesers sehen kannst, der Erwartungen an ein Buch hat (und damit deine Zielgruppe kennst, was sehr wichtig ist), dann wirst du auch die Schwachstellen erkennen.

Der erste Schritt ist zu verstehen, was dein Text braucht oder wovon er zuviel hat. Erst wenn du weißt, welche Schwächen und Stärken er hat, kannst du ihn auch richtig überarbeiten. Und du musst dir darüber klar werden, was du mit ihm vermitteln willst. Was ist die Botschaft? Bringst du die rüber oder nicht?

Was die Botschaft angeht, kenne ich meine schon. Und ich muß ich bei der Überarbeitung darauf achten, das dieser rote Faden auch immer in der Geschichte sichtbar bleibt. Mir sind die (möglichen) Schwächen meiner Geschichte bewusst, definitiv muß ich an Szenen mit Schwertkämpfen arbeiten, die sind mir noch zu ungelenk. Aber ich kenne auch die Stärken. Und die sollte man sich immer vor Augen halten.
Geduld, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, erzählerisches Talent und Sprachgefühl - die Heilige Fünffaltigkeit der Schriftstellerei. Andreas Eschbach
Benutzeravatar
Paisley
 
Beiträge: 650
Registriert: 18.07.2010, 20:54
Blog: Blog ansehen (9)

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Julestrel » 02.11.2015, 14:45

Ich mach es wie der oben genannte Bildhauer: Erst die groben Fehler raus (Plot, Charaktermotivation) sowie die Handlung grob überarbeiten (Spannung, Kürzen, Verlängern), dann immer mehr auf die Details runter: Erst nochmal über die Charakter gehen, Stimmigkeit überprüfen und am Ende erst die Sprache.

Versucht man das alles auf einmal, dann übernimmt man sich und hat erst recht keinen Bock bzw. "Schreibblockade".

Wenn ich nun die Fehler nicht selbst sehen würde, würde ich mir ein oder zwei Testleser suchen und denen mal das Werk vorlegen. Damit kann man dann garantiert arbeiten.

Das andere ist: Überarbeiten (gerade die erste Runde) ist eine Scheißarbeit. Da hilft nur sich hinsetzen und anfangen. Da muss man durch.


Julestrel
Benutzeravatar
Julestrel
 
Beiträge: 3288
Registriert: 02.06.2010, 14:11

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Tinki » 02.11.2015, 15:03

Buch schreiben, im besten Falle zuende bringen = Stufe 1 (Anfänger & Hobby Schreiber)
Überarbeiten, wirklich überarbeiten = Stufe 2 (Fleißige Bienchen, Fortgeschrittene)
Betaleser & nochmaliges Überarbeiten - Fine Tuning Stufe 3. (Fortgeschrittene auf dem Weg zum Profi)

So unterteile ich das. :mrgreen: (Das Theoretische hab ich jetzt bewusst raus gelassen, weil sind wir mal ehrlich ... Theorie ist Theorie. Nur weil man ein Wasserkopf ist, heißt das nicht, dass man wirklich Ahnung von der Materie hat. (Seh ich jeden Tag bei meinem Mann auf Arbeit. :XD: ) Auf einem Stück Papier sieht vieles toll aus, nur wenns praktisch nicht umsetzbar ist (umgewandelt=unlogisch), dann kann selbst das schönste Papier mit dem schönsten Inhalt kein Krönchen bekommen.

Hab ich schonmal erwähnt, dass ichn Problem mit kurzfassen habe? :XD:
Ich bin ein Kühlschrank-Zwilling!

Mich zu verstehen ist so, als würde man versuchen Wackelpudding an die Wand zu nageln.
Benutzeravatar
Tinki
 
Beiträge: 8294
Registriert: 28.12.2007, 18:37
Blog: Blog ansehen (1)

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Paisley » 02.11.2015, 15:05

Ich kann mich all dem anschließen, aber ganz besonders diesem.

Julestrel hat geschrieben:Das andere ist: Überarbeiten (gerade die erste Runde) ist eine Scheißarbeit. Da hilft nur sich hinsetzen und anfangen. Da muss man durch.


Deshalb hab ich mir auch eine Pause bis Jahresende erlaubt. Auch damit ich mir über die Schwachstellen klar werden und Lösungen für bereits erkannte Probleme finden kann. Und im neuen Jahr ... tja, da hilft nur kapitelweise vorwärts kommen.

Was mir noch hilft, ist ein Plan der Geschichte. Wer wann dazustößt, wie lange die Charaktere schon unterwegs sind, welcher Monat gerade ist, welche Verknüpfungen es zwischen bestimmten Charakteren und Ereignissen gibt, welche Ereignisse in welchem Kapitel vorkommen usw. Das hilft unglaublich, den Überblick nicht zu verlieren.
Geduld, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, erzählerisches Talent und Sprachgefühl - die Heilige Fünffaltigkeit der Schriftstellerei. Andreas Eschbach
Benutzeravatar
Paisley
 
Beiträge: 650
Registriert: 18.07.2010, 20:54
Blog: Blog ansehen (9)

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Nigromantia » 02.11.2015, 15:59

Ich denke, ich werde es nach dem Nano mal mit einer alten Nano-Geschichte und Paisleys Methode versuchen. Zum Testen. Julestrels Methode habe ich schon so ähnlich probiert, das klappt für mich nicht.

Ich frag mich nur: haben die alten Meister überarbeitet? Hat Goethe ohne einen Computer das ganze bis zu 8 Mal abgeschrieben und neu formuliert? :thinking: Könnte mir höchstens vorstellen, dass die Schriftsteller des Schreibmaschinen-Zeitalters ihre Sachen beim Übertragen auf die Schreibmaschine neu geschrieben haben.

Blöd ist nur, dass meine Nano-Geschichte sich zum Dreiteiler ausgewachsen hat :girl: woopsie!
o~ You've been critisizing yourself for years and it has't worked. Try approving of yourself and see what happens. (Louise Hay) ~o

:nano:
Benutzeravatar
Nigromantia
 
Beiträge: 3189
Registriert: 11.09.2008, 14:26
Wohnort: Sol III

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Paisley » 02.11.2015, 16:44

Frag mich bitte nicht, wer es war, aber in den Büchern die ich gelesen habe, wurden solche Beispiele genannt. Manche Schriftsteller haben ihre Manuskripte fast schon zwanghaft in X Versionen geschrieben und das war lange vor dem Zeitalter der Schreibmaschinen oder Computer. Selbst Gustave Flaubert soll für ein Manuskript so vernichtende Kritik von seinen Freunden eingesteckt haben, das er es komplett umgeschrieben hat und daraus der Klassiker der Weltliteratur Madame Bovary entstanden ist.

Sicher haben auch die Großen der Literatur überarbeitet. Auch wenn anders lautende Legenden und Gerüchte kursieren, hat keiner von ihnen auf Anhieb perfekte Literatur geschrieben. Insofern sollte man sich von der Vorstellung freimachen, das Überarbeitung nur dem schlechten Schrieb vorbehalten ist. Jeder muß überarbeiten, egal wie gut der erste Entwurf ist.
Geduld, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, erzählerisches Talent und Sprachgefühl - die Heilige Fünffaltigkeit der Schriftstellerei. Andreas Eschbach
Benutzeravatar
Paisley
 
Beiträge: 650
Registriert: 18.07.2010, 20:54
Blog: Blog ansehen (9)

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Nigromantia » 02.11.2015, 17:01

Um Gottes willen, ich wollte mich auch nicht mit Goethe vergleichen und mich damit rausreden, dass ich so gut bin wie er und nicht überarbeiten muss.

Aber wenn ich den ganzen Mist nochmal abschreiben müsste und das von Hand und nicht nur einmal - ich glaub, dann hätte ich es schon lange drangegeben.
o~ You've been critisizing yourself for years and it has't worked. Try approving of yourself and see what happens. (Louise Hay) ~o

:nano:
Benutzeravatar
Nigromantia
 
Beiträge: 3189
Registriert: 11.09.2008, 14:26
Wohnort: Sol III

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon grit » 02.11.2015, 17:02

Tolstoi hat von "Krieg und Frieden" fünf verschiedene Fassungen geschrieben - allein vom Anfang soll es über 15 Varianten gegeben haben, bis er sich für eine entschieden hat. ( Und alles mit der Hand ... )
Natürlich haben auch die Großen überarbeitet - und nicht zu knapp. Nur erfährt der Leser davon meistens nichts, es sei denn, der Autor hat sich darüber ausgelassen.
grit
 
Beiträge: 270
Registriert: 19.11.2011, 16:11

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon Paisley » 02.11.2015, 17:07

Nigromantia hat geschrieben:Um Gottes willen, ich wollte mich auch nicht mit Goethe vergleichen und mich damit rausreden, dass ich so gut bin wie er und nicht überarbeiten muss.


So hab ich dich auch nicht verstanden. Ich wollte nur aufzeigen, das Überarbeitung für alle Schriftsteller zum täglichen Brot gehört, egal wie gut oder schlecht sie sind.

Nigromantia hat geschrieben:Aber wenn ich den ganzen Mist nochmal abschreiben müsste und das von Hand und nicht nur einmal - ich glaub, dann hätte ich es schon lange drangegeben.


Das bleibt dir im Computerzeitalter ja erspart. :mrgreen:

grit hat geschrieben:Natürlich haben auch die Großen überarbeitet - und nicht zu knapp. Nur erfährt der Leser davon meistens nichts, es sei denn, der Autor hat sich darüber ausgelassen.


Ganz genau. Und ich denke das es uns ganz gut tut, uns ab und zu daran zu erinnern.
Geduld, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, erzählerisches Talent und Sprachgefühl - die Heilige Fünffaltigkeit der Schriftstellerei. Andreas Eschbach
Benutzeravatar
Paisley
 
Beiträge: 650
Registriert: 18.07.2010, 20:54
Blog: Blog ansehen (9)

Re: Schreibblockade ...

Beitragvon KleineLady1981 » 02.11.2015, 20:37

Ich bin auch kein Anfänger, weder in diesem Forum, noch beim Schreiben. In der Theorie weiß ich das meiste, würde ich behaupten.


Theorie bringt dir leider nicht viel, wenn du keine Praxis ausübst. Einem Fahrschüler der die Theorie zwar bestanden hat, aber nur ein-zweimal gefahren ist, würde ich mein Auto nicht anvertrauen.

Wenn du dich an dein erstes Werk nicht setzen magst, akzeptiere es und starte ein neues Projekt. Das erste ist meistens nicht ausgereift genug, um zu bestehen. Und eine Idee soll einen lange fesseln können, weil man sich lange und immer wieder damit befasst. Wenn deine eigene Geschichte dich in der ersten Überarbeitung nervt und dich nicht mit Vorfreude erfüllt, taugt sie wahrscheinlich nichts. Einen Leser wird sie dann auch nicht fesseln. Nicht lang genug um sie weiter zu empfehlen.

:2cents:
"You only cry for help if you believe there’s help to cry for." - Wentworth Miller
Was du als Autor von Film und Fernsehen lernen kannst
Benutzeravatar
KleineLady1981
NaNoWriMo 2015
NaNoWriMo 2015
 
Beiträge: 2121
Registriert: 11.05.2011, 13:08

VorherigeNächste

Zurück zu Kreatives Schreiben

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste