[Humor]Schröder

Komödie, Satire, Parodie

[Humor]Schröder

Beitragvon Heribertpolta » 16.03.2015, 14:32

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Nein, nein, Schröder, sage ich zu ihm, nein, nein, ich sage Ihnen was, Sie bücken sich jetzt hinab zu meinem Papierkorb und sehen nach, wo die Unterlagen geblieben sind, die Papiere, die Sie verschlampt haben! Sie, Schröder, hatten Auftrag meinen Schreibtisch zu leeren und Sie, Schröder, bücken sich jetzt hinab zu meinem Papierkorb und sehen nach, ob die Dokumentationen sich darin befinden. Und Schröder sagt ok und beugt sich tatsächlich hinab zu meinem Mistkübel.

Und dann steht er da, mit dem Papierkorb im Anschlag; ja, er hält das Ding im Arm, wie ein kleiner Junge seinen Teddybären, oder ein Mädchen seine Puppe festhält, und dazu hat er noch einen ganz und gar dunkelroten Kopf vom Bücken. Und ständig dieser fettige Glanz in seiner Visage! Immer, wenn ich Schröder ansehe, dann muss ich an Seife denken, an Seife und Hautcreme, an Rasierwasser und frische, harte Handtücher, an Peelings. Diese ewige Unreinheit in und unter seiner Haut: rote Stellen am Hals, an den Schläfen und an seiner porigen Nase. Unterirdische Weinflecken. Unter den Augenbrauen lösen sich Hautschuppen und sein schütteres Haar hat einen öligen Schimmer, so, als frisiere er sich mit Schuhcreme, und jetzt hält er auch noch einen Papierkorb im Arm... Passend.

Na, was stehen Sie da, Schröder?, habe ich zu ihm gesagt; - sehen Sie schon nach, wo die Papiere sind, Schröder, ich brauche meine Unterlagen… - Und da schickt sich Schröder doch wirklich an, den Papierkorb auf meinen Schreibtisch zu stellen, um ihn dann dort auszuräumen!
Schröder!, sage ich, Schröder!, was tun sie da, frage ich und Schröder entgegnet: ok.
Nehmen Sie den Müll von meinem Tisch! Nehmen sie das Zeug und gehen Sie damit hinüber zum Fensterbrett oder was weiß ich, rege ich mich auf und siehe da, Schröder nimmt den Papierkorb wieder in den Arm und läuft mit ihm hinüber zum Fensterbrett.

Klasse!, denke ich mir, was werden die Leute sagen, wenn sie jetzt von draußen den Schröder am Fenster sehen, wie er gerade in Abfällen wühlt…
Schröder, sage ich beschwörend und falte meine Hände, gehen Sie vom Fenster weg; was, wenn Sie jemand sieht, dort am Fenster, mit dem Papierkorb, denken Sie doch nach!, und Schröder sagt ok.

Dann schaut er sich um. Und sieht die Ablage neben der Tür und ich sehe, dass er sie sieht, die Ablage neben der Tür, und so sage ich zu Schröder, dass er doch zur Ablage gehen solle, um die Papiere zu suchen und Schröder sagt ok und geht hinüber zur Ablage gleich neben der Eingangstür, stellt das Behältnis dort ab und beginnt damit, Dinge hervorzuzaubern:

Da ist ein einzelnes Blatt Papier. Jetzt ein gefaltetes. Ein zerknülltes. Nun einen gefalteten Getränkekarton Gemüsesaft und dann wieder Blätter. Schröder sieht alles durch; faltet auf und entknüllt, zerknüllt wieder und legt alles beiseite. Er schwitzt. Dann holt er eines meiner Papiertaschentücher hervor, und den Getränkekarton Milch, den ich am Vormittag geleert habe; und hinterher den Deckel des Getränkekartons Milch; dann ein Blatt mit Milchflecken darauf und wieder einen flachen Stoß Papier, auch mit Milchflecken; und noch ein Papiertaschentuch von mir, nämlich das, das ganz unten am Grund des Eimers lag, das, das ich gleich bei Dienstbeginn benutzt habe, um den morgentlichen Nasenschmalz loszuwerden. Und dann dreht sich der Kerl zu mir um und sagt: „Hier sind Ihre Unterlagen nicht“
Zuletzt geändert von Heribertpolta am 17.06.2015, 07:05, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Schröder

Beitragvon DrJones » 19.04.2015, 21:08

Hallo Heribertpolta,

Das kann ja wohl nicht wahr sein, dass Dein Text hier so lange
unkommentiert blieb! Sorry, dass ich nicht schon früher usw...
ich hielt den Text für jenen mit Schröders Bruder bzw. Nordwand.
:oops:

Heribertpolta hat geschrieben:Möchte mal wissen, was ich mit dieser Geschichte angestellt habe, dass sie seit Wochen nicht kommentiert wird...

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Nein, nein, Schröder, sage ich zu ihm, nein, nein, ich sage Ihnen was, Sie bücken sich jetzt hinab zu meinem Papierkorb und sehen nach, wo die Unterlagen geblieben sind, die Papiere, die Sie verschlampt haben! Sie, Schröder, hatten Auftrag meinen Schreibtisch zu leeren und Sie, Schröder, bücken sich jetzt hinab zu meinem Papierkorb und sehen nach, ob die Dokumentationen sich darin befinden. Und Schröder sagt ok und beugt sich tatsächlich hinab zu meinem Mistkübel.

Schöner Quasi-Bewusstseinsstrom! Da bist Du gerade echt auf der Höhe der Zeit! Derartige
Werke sahnen momentan reihenweise Preise ab. Du setzt hier wenigstens noch Satzzeichen.
Also jetzt inhaltlich: Der Chef fordert Schröder auf, bestimmte Unterlagen zu suchen. Er
suhlt sich in seiner Macht. Die männliche, dominante Seite ist vorherrschend. Ein kleiner Sadist?
Egozentriker?
Ich glaube, es schreibt sich okay und nicht ok.
:wink:

Und dann steht er da, mit dem Papierkorb im Anschlag; ja, er hält das Ding im Arm, wie ein kleiner Junge seinen Teddybären, oder ein Mädchen seine Puppe festhält, und dazu hat er noch einen ganz und gar dunkelroten Kopf vom Bücken. Und ständig dieser fettige Glanz in seiner Visage! Immer, wenn ich Schröder ansehe, dann muss ich an Seife denken, an Seife und Hautcreme, an Rasierwasser und frische, harte Handtücher, an Peelings. Diese ewige Unreinheit in und unter seiner Haut: rote Stellen am Hals, an den Schläfen und an seiner porigen Nase. Unterirdische Weinflecken. Unter den Augenbrauen lösen sich Hautschuppen und sein schütteres Haar hat einen öligen Schimmer, so, als frisiere er sich mit Schuhcreme,

Sehr geil! Und neuartig...


und jetzt hält er auch noch einen Papierkorb im Arm... Passend.

Du machst hier sehr schöne und unappetitliche Bilder auf. Gleichzeitig zeichnest Du den Charakter
des Chefs als einen Menschenverächter, als einen wahrscheinlich einsamen Menschen. Einen modernen
Scrooge. Schön, schön...


Na, was stehen Sie da, Schröder?, habe ich zu ihm gesagt; - sehen Sie schon nach, wo die Papiere sind, Schröder, ich brauche meine Unterlagen… - Und da schickt sich Schröder doch wirklich an, den Papierkorb auf meinen Schreibtisch zu stellen, um ihn dann dort auszuräumen!

Eine dominante Persönlichkeit. Kann er seinen Papierkorb nicht selbst durchsuchen? Das
läßt mich echt grübeln. Der Typ widert mich an.


Schröder!, sage ich, Schröder!, was tun sie da, frage ich und Schröder entgegnet: ok.
Nehmen Sie den Müll von meinem Tisch! Nehmen sie das Zeug und gehen Sie damit hinüber zum Fensterbrett oder was weiß ich, rege ich mich auf und siehe da, Schröder nimmt den Papierkorb wieder in den Arm und läuft mit ihm hinüber zum Fensterbrett.

Er scheucht ihn. Er hat fast keine Empathie. Schwache feminine Anteile kommen nun? Skrupel oder Externalisierung von Schuld?:

Klasse!, denke ich mir, was werden die Leute sagen, wenn sie jetzt von draußen den Schröder am Fenster sehen, wie er gerade in Abfällen wühlt…

Ich würde besser schreiben "Na toll!" anstatt Klasse!, um seinen Ärger besser zum Ausdruck zu bringen.
So würde seine Externalisierung von Schuld auch deutlicher. Du zeichnest immer mehr einen Psychopathen. Einen Kontrollfreak.


Schröder, sage ich beschwörend und falte meine Hände, gehen Sie vom Fenster weg; was, wenn Sie jemand sieht, dort am Fenster, mit dem Papierkorb, denken Sie doch nach!, und Schröder sagt ok

Das Falten der Hände ... wunderbares Detail. Ein Narzist! Du füllst nach und nach die Psychopathenkriterien.

Dann schaut er sich um. Und sieht die Ablage neben der Tür und ich sehe, dass er sie sieht, die Ablage neben der Tür, und so sage ich zu Schröder, dass er doch zur Ablage gehen solle, um die Papiere zu suchen und Schröder sagt ok und geht hinüber zur Ablage gleich neben der Eingangstür, stellt das Behältnis dort ab und beginnt damit, Dinge hervorzuzaubern:

Du hast einen ungemein guten Sprachgroove hier! Fast schon lyrisch der Anfang mit der Tür. Wie eine Bibelstelle. Episch. Dreimal kommt die Tür. Die magische drei...
Er schreibt am Ende "Eingangstür". Zeichen seiner Pedanz. Der Typ sieht die Welt nicht komplett und hat null Mitgefühl.


Da ist ein einzelnes Blatt Papier. Jetzt ein gefaltetes. Ein zerknülltes. Nun einen gefalteten Getränkekarton Gemüsesaft und dann wieder Blätter. Schröder sieht alles durch; faltet auf und entknüllt, zerknüllt wieder und legt alles beiseite. Er schwitzt. Dann holt er eines meiner Papiertaschentücher hervor, und den Getränkekarton Milch, den ich am Vormittag geleert habe; und hinterher den Deckel des Getränkekartons Milch;

Schröder rekapituliert mit dem Durchsuchen des Mülls den Tag des Chefs. Ich denke mir, dass der Chef nur
Müll produziert. Das passt auch zu seinem Charakter, dass er groß im Kleinen (Demütigung seines Mitarbeiters,
Suchen irgendeines, wahrscheinlich unwichtigen Dokuments) und dann klein im Großen ist.



dann ein Blatt mit Milchflecken darauf und wieder einen flachen Stoß Papier, auch mit Milchflecken;

Kann man Milchflecken auf weißem Papier sehen? Ich würde eher von gewelltem Papier sprechen, dass durch
getrocknete Milch herrührt oder so...


und noch ein Papiertaschentuch von mir, nämlich das, das ganz unten am Grund des Eimers lag, das, das ich gleich bei Dienstbeginn benutzt habe, um den morgentlichen Nasenschmalz loszuwerden. Und dann dreht sich der Kerl zu mir um und sagt: „Hier sind Ihre Unterlagen nicht“


Okay, offenes Ende. Für eine Kurzgeschichte gut. Moral braucht es da auch keine.
Hast Du das Ende als Pointe geplant?

Insgesamt gute Charakterzeichnung. Der Schröder ist der Affe des Chefs. Sehr devot. Sagt zu allem immer okay. Ich hatte am Ende eine kleine Pointe erahnt.

Vielen Dank für diesen gelungenen Text!

DrJones
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Re: Schröder

Beitragvon Heribertpolta » 21.05.2015, 20:14

Hallo, liebe Kommentateros, hallo DrJones,

jetzt will ich doch endlich einmal antworten, nicht zuletzt, weil dann meine Geschichte wieder nach oben rutscht - haha!

Derartige
Werke sahnen momentan reihenweise Preise ab.


Das wusste ich nicht. Ehrlich!

Du setzt hier wenigstens noch Satzzeichen.


Ja, ein Anliegen von mir. Die meisten kennen bloß noch den Punkt und dass man ein Komma sogar mehr als einmal im Satz setzen kann, glaubt auch kaum noch jemand. Ein Semikolon zum Beispiel, unterbricht den Gedanken nicht so jäh, wie ein Punkt. Wenn die Schreiberlinen und Schreiberleins, die nach allen fünf Wörtern einen Punkt setzen, sich ihre verkorksten Texte laut vorlesen würden, dann würden sie vielleicht sogar merken, was sie da für einen elenden Stuss schreiben.

Der Typ widert mich an.


Ziel erreicht!

Du hast einen ungemein guten Sprachgroove hier! Fast schon lyrisch der Anfang mit der Tür. Wie eine Bibelstelle. Episch. Dreimal kommt die Tür. Die magische drei...


Sätze die mir am Herzen liegen, versuche ich zu singen. Gut wenn man vorm Schreiben Musik gemacht hat.

Kann man Milchflecken auf weißem Papier sehen? Ich würde eher von gewelltem Papier sprechen, dass durch
getrocknete Milch herrührt oder so...


DrJones, du hast völlig recht, aber wie soll ich das jetzt noch umsetzen!

Hast Du das Ende als Pointe geplant?


Nein, das tue ich nie. Weil es ständig in die Hose geht.

Vielen Dank für diesen gelungenen Text!


Aber bitte doch!
Zuletzt geändert von KleineLady1981 am 23.05.2015, 09:02, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Bezug auf gelöschten Kommentar entfernt
Grüße,

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Re: Schröder

Beitragvon Waldrapp » 16.06.2015, 20:57

Dieser namenlose Ätzknochen ist das Destillat aus allen bösen Eigenschaften, die ein Chef nur haben kann. Obwohl das Set-Up sehr einfach ist, gelingt es dir hier, eine clevere Struktur in einen kurzen Text zu packen: Eine perfide Demütigung in drei Akten.

Heribertpolta hat geschrieben:Und dann steht er da, mit dem Papierkorb im Anschlag; ja, er hält das Ding im Arm, wie ein kleiner Junge seinen Teddybären, oder ein Mädchen seine Puppe festhält, und dazu hat er noch einen ganz und gar dunkelroten Kopf vom Bücken. Und ständig dieser fettige Glanz in seiner Visage! Immer, wenn ich Schröder ansehe, dann muss ich an Seife denken, an Seife und Hautcreme, an Rasierwasser und frische, harte Handtücher, an Peelings. Diese ewige Unreinheit in und unter seiner Haut: rote Stellen am Hals, an den Schläfen und an seiner porigen Nase. Unterirdische Weinflecken. Unter den Augenbrauen lösen sich Hautschuppen und sein schütteres Haar hat einen öligen Schimmer, so, als frisiere er sich mit Schuhcreme, und jetzt hält er auch noch einen Papierkorb im Arm... Passend.


Demütigung Nr.1: Schröder muss sich mit dem Mülleimer präsentieren, während der Chef sich genüsslich an seinen optischen Macken weidet. Schon an dieser Stelle hatte ich das Verlangen, den Kübel diesem Drecksack über den Kopf zu stülpen.

Heribertpolta hat geschrieben:Klasse!, denke ich mir, was werden die Leute sagen, wenn sie jetzt von draußen den Schröder am Fenster sehen, wie er gerade in Abfällen wühlt…
Schröder, sage ich beschwörend und falte meine Hände, gehen Sie vom Fenster weg; was, wenn Sie jemand sieht, dort am Fenster, mit dem Papierkorb, denken Sie doch nach!, und Schröder sagt ok.


Demütigung Nr.2: Schröder wird vom Chef zuerst an das Fenster gelotst, um dort den Müll zu durchwühlen, und dann wird ihm das noch als eigene Dummheit untergeschoben. Habe ich schon erwähnt, dass dieser Chef echt ätzend ist?

Heribertpolta hat geschrieben:Da ist ein einzelnes Blatt Papier. Jetzt ein gefaltetes. Ein zerknülltes. Nun einen gefalteten Getränkekarton Gemüsesaft und dann wieder Blätter. Schröder sieht alles durch; faltet auf und entknüllt, zerknüllt wieder und legt alles beiseite. Er schwitzt. Dann holt er eines meiner Papiertaschentücher hervor, und den Getränkekarton Milch, den ich am Vormittag geleert habe; und hinterher den Deckel des Getränkekartons Milch; dann ein Blatt mit Milchflecken darauf und wieder einen flachen Stoß Papier, auch mit Milchflecken; und noch ein Papiertaschentuch von mir, nämlich das, das ganz unten am Grund des Eimers lag, das, das ich gleich bei Dienstbeginn benutzt habe, um den morgentlichen Nasenschmalz loszuwerden. Und dann dreht sich der Kerl zu mir um und sagt: „Hier sind Ihre Unterlagen nicht“


Der Klimax: Schröder begibt sich in die tiefsten Niederungen des Unrats seines Vorgesetzten, nur um am Ende zu entdecken, dass er die Papiere wahrscheinlich doch nicht verlegt hat. Hätte mich nicht gewundert, wenn dem Chef noch eingefallen wäre, dass er die Papiere mit daheim hatte.

Alles flüssig in einem Rutsch zu lesen. Das ist (Real-)Satire, wie ich sie mag. Nur eine Frage noch: Gab es eine Inspiration zu diesem Chef-Monster? Rudolf Augstein vielleicht, oder Wolfgang Schäuble ("Herr Offer, reden sie nicht!")?
»O wär' ich doch ein Narr! Mein Ehrgeiz geht auf eine bunte Jacke.« (aus "Leonce und Lena")
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Re: Schröder

Beitragvon Diavolo » 19.06.2015, 19:17

Hallo heribertpolta

Ich habe die anderen Kommentare zu deinem Text nicht gelesen. Dies ist meine eigene Meinung und ich hoffe, vielleicht hilft sie dir! Nicht nur weil du mit deinen Antworten auf Kommentare erwartest deinen Text wieder in die ersten Reihen zu bekommen. Du solltest besser mehr an deinem Text feilen.

Hier meine Bemerkungen zu deinem Text.

Heribertpolta hat geschrieben:Nein, nein, Schröder, sage ich zu ihm, nein, nein, ich sage Ihnen was,


Die wörtliche Rede wird mit " am Anfang und " am Ende markiert. Das gilt für den ganzen Text mit wörtlicher Rede und ich will mich hier nicht wiederholen. Danach folgt normalerweise ein Absatz. Dann kommt ein Punkt. Das ist Uso!

Heribertpolta hat geschrieben:Sie bücken sich jetzt hinab zu meinem Papierkorb und sehen nach, wo die Unterlagen geblieben sind, die Papiere, die Sie verschlampt haben! Sie, Schröder, hatten Auftrag meinen Schreibtisch zu leeren und Sie, Schröder, bücken sich jetzt hinab zu meinem Papierkorb und sehen nach, ob die Dokumentationen sich darin befinden.


Das mit den Anführungszeichen sollte auch hier so sein! Das wiederholen, dass er sich bücken soll, ist auch nicht stimmig, denn davor sollte er den Schreibtisch laut Auftrag räumen und jetzt muss er die Papierkörbe danach durchforsten. Hier bekomme ich ein paar gedankliche Verwirrungen. :oops:

Heribertpolta hat geschrieben:Und Schröder sagt ok und beugt sich tatsächlich hinab zu meinem Mistkübel


"ok", klar?

Und so auch in den nächsten Absätzen, die ich hier nicht mehr dokumentieren will. :roll:

Heribertpolta hat geschrieben:Klasse!, denke ich mir, was werden die Leute sagen, wenn sie jetzt von draußen den Schröder am Fenster sehen, wie er gerade in Abfällen wühlt…


Klasse!, Das Denken wird in der Literatur normalerweise kursiv geschrieben. Danach eine Punkt. Dann groß weiter, am Schluss nach den … ein Fragezeichen und auch das Ganze kursiv!

Den weiteren Text werde ich noch einmal lesen, wenn diese Punkte mit Anführungszeichen und kursiv korrigiert sind, denn so ist es eher mühsam.

Du hast ja schon genug Anregungen bekommen, den Text zu verbessern, die habe ich nicht gelesen. vielleicht komme ich deshalb nicht darauf, was du wirklich damit sagen willst und finde es auch nicht besonders spannend. Sorry :oops:

Meine kleine Anregung wegen den Ausrufezeichen bei wörtlicher Rede und kursiver Schrift bei Gedanken hilft dir vielleicht, ansonsten werfe es in den Runden Kübel.

Liebe Grüße

Diavolo
Wie viele Leute schreiben und schreiben und auf dem Papier steht immer nichts!
(Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf)
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Re: Schröder

Beitragvon DrJones » 06.07.2015, 18:50

@ Diavolo,

Ich denke, die offizielle Schreibweise ist okay und nicht ok.
Ich habe das bis vor etwa einem Vierteljahr auch nicht gewusst. :oops:
Aber es ist wirklich so.

Hier kann man es nochmal nachlesen:


http://www.belleslettres.eu/blog/okay-ok-ko-schreibung.php

Die Regel mit den Anführungszeichen... Ich denke, man kann es auch mit
einfachen Anführungszeichen schreiben, wenn man es als Zitat versteht.
In Heribertpoltas Text sehe ich die wörtliche Rede mehr als Zitat.
Ich stelle mir den Chef vor, wie er am Abend an seinem Stammtisch die
Story seinen Kumpeln erzählt:

Und dann sage ich 'Schröder, treten sie ans Fenster...' usw.

Das ist auch von der Perspektive her sauber. Ich habe sowieso ein Problem
mit der Ich-Perspektive. Bei dem Schröder-Text hier funktioniert es sehr gut für mich,
da ich mir diese "Stammtisch-Szene" gut vorstellen kann. Was ich aber in vielen anderen
Texten nicht verstehe, ist: Ich-Perspektive im Präsens. Wer reflektiert auf so eine Art das,
was gerade geschieht bzw. was er macht? Unnatürlich kommt das für mich rüber und ich
bekomme einen großen Abstand zu den Protagonisten.

Ich hatte mich etwas gewundert, dass Du nur auf das Formale im Text eingegangen bist. :o
Das Inhaltliche ist bei Heribertpoltas Text doch eigentlich viel interessanter und auch Aspekte wie Stil, Sprache, usw.
Das ist jetzt nur meine persönliche Meinung - ich halte es für hilfreich, wenn man
sich auf das Spiel des Autoren ein Stück weit einlässt, auch wenn man mal mit dem Sujet oder
der Art, wie es geschrieben ist usw. nicht unbedingt vertraut ist bzw. es einem nicht 100%
zusagt.
Wenn ich zu einem Text gar keinen Zugang habe, dann schreibe ich dazu auch nichts.
Ich hätte dann das Gefühl, ich verschwendete nur meine Zeit bzw. von anderen.
Daher ist für mich nicht wirklich deutlich, welche Informationen ich aus Deinem Kommentar
ziehen könnte.
Ich bin in der Hinsicht auch nicht immer 100% konsequent, aber ich arbeite daran... :wink:
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Re: [Humor]Schröder

Beitragvon Heribertpolta » 19.10.2015, 11:37

Danke, mein lieber Herr doktor Jones, dass du hier noch einmal für mich in die Bresche gesprungen bist.

Dein Kommentar ist schon wieder eine Weile her, habe einfach vergessen, noch einmal hier vorbeizusehen. Und jetzt rutscht der Schröder wieder ein Stück nach oben!

Huiiii...
Grüße,

Heribert Polta
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