[Fanty] Schutzengel - Kapitel 2 - Die neue Gefangenschaft

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[Fanty] Schutzengel - Kapitel 2 - Die neue Gefangenschaft

Beitragvon LittleDreamer » 12.07.2015, 20:37

Sei erneut gegrüßt lieber Leser. Bei diesem Kapitel bin ich mir ziemlich unsicher. Ich weiß nicht, ob man alle Handlungen nachvollziehen kann und sich die Charaktere passend verhalten. So, jetzt bist du gefragt! Wenn dir alles gefällt, kannst du das natürlich auch schreiben :)

Kapitel 2 - Die neue Gefangenschaft

„Warte“, sagte eine raue Stimme, „das ist sie.“ Ich öffnete meine Augen wieder. Mehrere Männer standen vor mir. Sie betrachteten mich. „Du meinst, sie könnte einen guten Preis einbringen?“, fragte ein Anderer. Wieder einmal war ich dankbar dafür, so viel Zeit inmitten von Büchern verbracht zu haben. Ich verstand jedes Wort der Menschen. Ihre Sprache klang hart.
Der mit der rauen Stimme redete wieder: „ Ja. Genau so eine Elfe wollt´ er haben. Dann hat sich der ganze Aufwand doch noch gelohnt. Du!“ ,er deutete auf einen mit einem seltsamen Werkzeug in der Hand, „mach sie los. Der Rest erledigt die restlichen Spitzohren und schnappt ihre Waffen und auch alles andere was wertvoll sein könnte.“
Nur zwei Handgriffe mit dem seltsamen Werkzeug und ich war von meinen Fesseln, die mich mit den anderen in der Kutsche verbunden hatten, befreit. Inzwischen hatten die Banditen alle Elfen in der Kutsche getötet. Ich hatte es kaum mitbekommen, so starr war ich vor Angst gewesen. Der Mann, der die Fesseln magisch versiegelt hatte, musste ebenfalls tot sein, sonst hätte man sie nicht so leicht öffnen können. Auch das Tuch vor meinem Mund wurde von dem Mann mit dem Werkzeug entfernt. Nur die Fesseln um meine Hände blieben. Ich war froh wieder durchatmen zu können.

„Kannst du reden?“, fragte der Mann in einem schroffen Ton. Sprachen alle Menschen so laut? Ich sah ihn prüfend an, fragte mich ob er darauf wirklich eine Antwort haben wollte. „Bist du taub? Ich hab‘ dich gefragt ob du reden Kannst!“, brüllte er. Ich zuckte zusammen. Ich wurde nie angeschrien. Doch, einmal, vor einigen Jahren als Kind. Von Eldorin.
Damals hatte ich etwas Verbotenes getan. Ich hatte einen Fehler gemacht. Jetzt jedoch nicht. Doch ich war gerade einfach nicht in der Lage klar zu denken. Wahrscheinlich wussten sie es nicht, doch diese Leute hatten mich vor dem sicheren Tod bewahrt. Ich war mir nur noch nicht sicher, ob ich mich darüber freuen sollte.
Langsam nickte ich: „Ja... Ich kann reden“, meine Stimme zitterte. „Na also, war doch gar nicht so schwer“, erwiderte der Mann und lachte laut auf. Ich verstand nicht, was er so lustig fand. Doch ehe ich darüber nachdenken konnte, hatte er mich schon gepackt und hochgezogen.
Vom langen sitzen waren meine Beine taub und klappten einfach wieder weg. Mein Sturz wurde von einem der Toten abgefangen. Wieder kamen mir Tränen. Ich lag auf einer Leiche. Ich hatte die ganze Fahrt lang neben ihm gesessen. Schulter an Schulter. Und jetzt bedeckte sein Blut meine Kleidung. Ich hielt den Atem an, wollte den Geruch des Toten nicht einatmen. Ohne meine Hände war ich vollkommen wehrlos und konnte mich nicht einmal wieder aufrichten. Doch diese Aufgabe übernahm der Mann für mich, wobei er mich dieses Mal einfach über seine Schulter warf. Ich wehrte mich nicht, ließ es einfach geschehen.

Neue Kraft floss durch meinen Körper, als ich frische Luft einatmete. Es war Abend, die Sonne stand tief. Nun sah ich auch, was sich hier draußen abgespielt hatte. Tote Wachen und Menschen lagen auf dem Boden. Und Blut, so viel Blut. Schnell kniff ich die Augen zusammen. Ich wollte das alles nicht sehen. Ich konnte nicht.
Der Mann trug mich ein Stück und setzte mich dann auf einem großen Tier ab. Es hatte braunes Fell und eine lange Mähne. In meinem Kopf brummte es. In meinem Land waren diese Tiere sehr selten. Selbst die Kutsche wurde von Rasus, Hirschähnlichen Tieren gezogen. Wie hieß dieses Reittier der Menschen nochmal? Pf...Pfor…Pferd! Genau! Ich saß wirklich auf einem Pferd.
Auch mein Befreier schwang sich auf das Tier. „Ich wäre dann soweit, “ sagte er, an den Mann mit der rauen Stimme gerichtet. Ich begriff, dass er der Anführer von den Banditen sein musste. „Gut. Wir treffen Boral bei Einbruch der Nacht an der Grenze.“

Die Reise durch den dichten Wald ging schnell voran, worüber ich erleichtert war. Früher oder später würden die Elfen die überfallene Kutsche finden. Sie würden die vielen Toten sehen und sie würden bemerken, dass eine Gefangene fehlt. Würden sie mich verfolgen? Natürlich würden sie das.
Umso besser, dass wir uns Richtung Grenze bewegten. Aber wollte ich das wirklich? Ich hatte immer versucht meinen Tod zu akzeptieren. Er machte mir keine Angst mehr. Ich hatte mich damit abgefunden. War es falsch weiterleben zu wollen? Doch eine Wahl hatte ich sowieso nicht…
Plötzlich blieben wir stehen, mitten im nichts. Vielleicht erwartete ich auch einfach zu viel von einer Grenze zwischen zwei Ländern. Wir verharrten eine Weile. Ich erinnerte mich an den Namen. Boral. Der Mann hatte irgendetwas mit mir zu tun, so viel war sicher. Die Frage war, was?

Als die ersten Sterne am Nachthimmel aufblitzen erschien ein Mann. Klein für einen Menschen mit einem langen Umhang. Er war vollkommen lautlos aufgetaucht. Der Banditenanführer nickte ihm zur Begrüßung zu. Der kleine Mann suchte mit seinen Augen alle Banditen ab und sein Blick blieb an mir haften. „Wie ich sehe ward ihr erfolgreich. Boral wird zufrieden sein.“
Der Banditenanführer grinste. „Wie viel bekomm´ ich für sie?“
„Fünf Goldstücke.“ Die Antwort kam überraschend schnell.
„Zu wenig. Wir mussten n´ Duzend Spitzohren umbringen. Die war´n gut bewaffnet. Zehn!“
Der Mann rollte mit den Augen. „So viel zahlt Boral nicht.“
„Wir können ihr auch einfach die Kehle durchschneiden und die Sache ist erledigt.“
„Dafür ist sie zu selten. Es wäre reine Verschwendung“

Selten? Wie viel wusste dieser Mensch über mich? Zwischen den beiden Männern ging es noch einige Male hin und her. Schließlich einigten sie sich auf sechs Goldstücke. Dafür bekam der kleine Mann eine Eskorte zu Borals Lager. Sechs Goldstücke und eine Eskorte. Gar nicht Mal so schlecht. Ich musste ein wenig darüber Lächeln.
Das Lager war umgeben von Bäumen, auf einer kleinen Lichtung. Es bestand aus Zelten und einfachen Hütten. Inmitten davon brannte ein Lagerfeuer.
Bevor ich mich weiter umsehen konnte, wurde ich vom Pferd gezerrt und mit den Worten „Träum süß“ und von lautem Gelächter begleitet in eine Kammer verfrachtet. Die Tür wurde von außen verriegelt. Schon wieder gefangen. Da bemerkte ich, dass sich noch jemand in der Kammer befand. Ein junger Elf.


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Re: Schutzengel - Kapitel 2 - Die neue Gefangenschaft

Beitragvon Ankh » 13.07.2015, 15:51

Dann will ich mal :)

Vorweg: Mir hat die Geschichte gut gefallen, sowohl stilistisch als auch vom Inhalt. Ein paar Fragen haben sich beim Lesen ergeben (hab auch den vorherigen Teil angeschaut), die du vielleicht genauer beschreiben solltest.

Ich hab die Absätze neu formatiert, ansonsten hab ich Schreib- und Kommafehler rot markiert.


„Warte“, sagte eine raue Stimme. „Das ist sie.“
Ich öffnete meine Augen wieder. Mehrere Männer standen vor mir. Sie betrachteten mich.
„Du meinst, sie könnte einen guten Preis einbringen?“, fragte ein anderer.
Wieder einmal war ich dankbar dafür, so viel Zeit inmitten von Büchern verbracht zu haben. Ich verstand jedes Wort der Menschen. Ihre Sprache klang hart. Wenn es das erste Mal ist, dass sie Menschen sieht, was sind dann die anderen Gefangenen in der Kutsche? Auch Elfen?
Der mit der rauen Stimme redete wieder: „ Ja. Genau so eine wollt´ er haben. Dann hat sich der ganze Aufwand doch noch gelohnt. Du!“ Er deutete auf einen mit einem seltsamen Werkzeug in der Hand. „Mach sie los. Der Rest schnappt sich die Waffen von den Spitzohren und auch alles andere was wertvoll sein könnte.“
Nur zwei Handgriffe(Komma) und ich war von meinen Fesseln, die mich mit den anderen in der Kutsche verbunden hatten, befreit. Der Mann, der sie magisch versiegelt hatte, musste tot sein, sonst hätte man sie nicht so leicht öffnen können. Auch das Tuch vor meinem Mund wurde von dem Mann mit dem Werkzeug entfernt. Nur die Fesseln um meine Hände blieben. Ich war froh(Komma) wieder durchatmen zu können.

„Kannst du reden?“, fragte der Mann in einem schroffen Ton.
Sprechen Da die Geschichte durchweg im Präteritum ist, würde ich "Sprachen" schreiben. Oder du setzt es kursiv als direkte Gadanken alle Menschen so laut? Ich sah ihn prüfend an, fragte mich(Komma) ob er darauf wirklich eine Antwort haben wollte.
„Bist du taub? Ich hab‘ dich gefragt ob du reden Kannst!“, brüllte er. Ich zuckte zusammen. Ich wurde nie angeschrien. Doch. Einmal. Vor einigen Jahren als Kind. Von Eldorin. Hier würde ich nicht ganz so viele Punkte setzen. Wenn du rüberbringen willst, dass sie sich langsam erinnert, würde ich schreiben: "Ich wurde nie angeschrien ... Doch, einmal, vor einigen Jahren als Kind. Von Eldorin." Das wirkt dann nicht ganz so zerstückelt.
Damals hatte ich etwas Verbotenes getan. Ich hatte einen Fehler gemacht. Jetzt jedoch nicht. Doch ich war gerade einfach nicht in der Lage(Komma) klar zu denken. Wahrscheinlich wussten sie es nicht, doch diese Leute hatten mich vor dem sicheren Tod bewahrt. Ich war mir nur noch nicht sicher, ob ich mich darüber freuen sollte.
Langsam nickte ich (Punkt) „Ja... Ich kann reden(Punkt)Meine Stimme zitterte.
„Na also, war doch gar nicht so schwer“, erwiderte der Mann und lachte laut auf. Ich verstand nicht, was er so lustig fand. Doch ehe ich darüber nachdenken konnte, hatte er mich schon gepackt und hochgezogen.
Vom langen Sitzen waren meine Beine taub und klappten einfach wieder weg. Mein Sturz wurde von einem der Toten abgefangen. Im ersten Teil der Geschichte beobachtet sie, wie einer ihrer Mitgefangenen umgebracht wird, bevor sie selbst bedroht wird. Nun sind plötzlich alle tot? Wann ist das passiert? Die haben sich doch bestimmt nicht alle stumm abschlachten lassen?
Wieder kamen mir Tränen. Ich lag auf einer Leiche. Ich hatte die ganze Fahrt lang neben ihm gesessen (Komma) Schulter an Schulter. Und jetzt bedeckte sein Blut meine Kleidung. Ich hielt den Atem an, wollte den Geruch des Toten nicht einatmen. Ohne meine Hände war ich vollkommen wehrlos und konnte mich nicht einmal wieder aufrichten. Doch diese Aufgabe übernahm der Mann für mich, wobei er mich dieses Mal einfach über seine Schulter warf. Ich wehrte mich nicht, ließ es einfach geschehen.

Neue Kraft floss durch meinen Körper, als ich frische Luft einatmete. Nun sah ich auch, was sich hier draußen abgespielt hatte. Tote Wachen und Menschen lagen auf dem Boden. Und Blut, so viel Blut. Schnell kniff ich die Augen zusammen. Ich wollte das alles nicht sehen. Ich konnte nicht.
Der Mann trug mich ein Stück und setzte mich dann auf einem großen Tier ab. Es hatte braunes Fell und eine lange Mähne. In meinem Kopf brummte es. In meinem Land waren diese Tiere sehr selten. Wie hieß es nochmal? Pf...Pfor…Pferd! Genau! Ich saß wirklich auf einem Pferd. Wenn sie noch nie Pferde gesehen hat, von was für Tieren wurde die Kutsche gezogen? Klar, das können auch Ochsen oder sowas sein, es klingt hier nur irgendwie seltsam. Vielleicht könntest du im ersten Teil bei den Hufgeräuschen "der Ochsen" einfügen, dann stolpert man hier nicht.
Auch mein Befreier schwang sich auf das Tier.
„Ich wäre dann soweit, “ sagte er, an den Mann mit der rauen Stimme gerichtet. Ich beschloss begriff, dass er der Anführer von den Banditen sein musste.
„Gut. Wir treffen Boral vor Einbruch der Nacht an der Grenze.“

Die Reise ging schnell voran, worüber ich erleichtert war. Früher oder später würden die Elfen die überfallene Kutsche finden. Sie würden die vielen Toten sehen und sie würden bemerken, dass eine Gefangene fehlt. Würden sie mich verfolgen? Natürlich würden sie das.
Umso besser, dass wir uns Richtung Grenze bewegten. Aber wollte ich das wirklich? Hast du eine Wahl? Bisher geht es nicht wirklich darum, was du willst, oder? Ich hatte immer versucht(Komma) meinen Tod zu akzeptieren. Er machte mir keine Angst mehr. Ich hatte mich damit abgefunden. War es falsch(Komma) weiterleben zu wollen?
Plötzlich blieben wir stehen(Komma) mitten im Nichts. Vielleicht erwartete ich auch einfach zu viel von einer Grenze zwischen zwei Ländern. Wir warteten eine Weile. Ich erinnerte mich an den Namen. Boral. Er hatte irgendetwas mit mir zu tun, so viel war sicher. Den Satz verstehe ich nicht. Warum soll der Name etwas mit ihr zu tun haben? Das ist doch der Auftraggeber, der sie entführen ließ?
Dann erschien ein Mann. Klein für einen Menschen(Komma) mit einem langen Umhang. Der Banditenanführer nickte ihm zur Begrüßung zu. Der kleine bleib bei der Beschreibung, es sind ja offenbar alles Männer Mann suchte mit seinen Augen alle Banditen ab(Komma) und sein Blick blieb an mir haften.
„Wie ich sehe(Komma) ward ihr erfolgreich. Boral wird zufrieden sein.“
Der Banditenanführer grinste. „Wie viel bekomm´ ich für sie?“
„Fünf Goldstücke.“ Die Antwort kam überraschend schnell.
„Zu wenig. Wir mussten ´nen 'n Duzend Schlitzohren meinten Sie: SPitzohren? umbringen. Die war'n gut bewaffnet. Zehn!“
Der Mann rollte mit den Augen. „Nein.“
Der Anführer schnaubte. Hier solltest du abwechseln, wo du die Beschreibungen unterbringst. Zweimal direkt vor der wörtlichen Rede klingt zu steif. „Wir können ihr auch einfach die Kehle durchschneiden(Komma) und die Sache ist erledigt.“
„Dann verdient ihr noch weniger. Außerdem sehe ich an euch die Ausrüstung der Elfen. Ihr habt an der Sache schon genug Gewinn gemacht.“
Es ging zwischen den Beiden noch einige Male hin und her. Borals Mann war viel schlauer als die Banditen und hatte sie in der Hand. Womit? Beide haben etwas, beide wollen etwas. Klingt doch nach einem üblichen Deal? Schließlich einigten sie sich auf sechs Goldstücke. Dafür bekam der kleine Mann eine Eskorte zu Borals Lager.
Sechs Goldstücke und eine Eskorte. Gar nicht mal so schlecht. Ich musste ein wenig darüber lächeln.
Im Lager, das aus Zelten und einfachen Hütten bestand(Komma) angekommen, wurde ich vom Pferd gezerrt und mit den Worten „Träum süß“ und lautem Gelächter begleitet in eine Kammer verfrachtet. Der Satz ist ziemlich lang, vor allem für deinen sonst eher knappen Stil. Ich würde ihn in zwei Teile aufteilen. Die Tür wurde von außen verriegelt.
Schon wieder gefangen. Auf einmal Da bemerkte ich, dass sich noch jemand in der Kammer befand. Ein junger Elf.
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Re: Schutzengel - Kapitel 2 - Die neue Gefangenschaft

Beitragvon weltenschreiberin » 14.07.2015, 12:09

Hi LittleDreamer,
Deine Geschichte hat mir, genau wie der vorhergehende Teil gut gefallen. Auch dein kurzer Schreibstil von Sätzen gefällt mir.
Ich bin eher schlecht im finden von Kommafehlern, deswegen überlasse ich das eher anderen und wende mich mehr dem Inhaltlichen zu.

LittleDreamer hat geschrieben:„Du meinst, sie könnte einen guten Preis einbringen?“, fragte ein anderer.

Anderer wird groß geschrieben.
LittleDreamer hat geschrieben:Du!“ ,er deutete auf einen mit einem seltsamen Werkzeug in der Hand

Jetzt machst du mich neugierig, was ist das für ein Werkzeug?
LittleDreamer hat geschrieben:Sprechen alle Menschen so laut?

Sprachen alle Menschen so laut?
LittleDreamer hat geschrieben:Ich wurde nie angeschrien. Doch. Einmal. Vor einigen Jahren als Kind. Von Eldorin.

Das sind mir zu viele Sätze hintereinander, am besten du setzt nicht ganz so viele Punkte und verbindest mehr. Ich würde es so schreiben:
Ich wurde noch nie angeschrien. Doch, einmal. Vor einigen Jahren als Kind, von Eldorin.
LittleDreamer hat geschrieben:Nun sah ich auch, was sich hier draußen abgespielt hatte. Tote Wachen und Menschen lagen auf dem Boden. Und Blut, so viel Blut.

Ich kann mich gerade Ankh anschließen. Wann wurden die Anderen umgebracht?
LittleDreamer hat geschrieben:Aber wollte ich das wirklich?

Eigentlich hat sie doch keine Wahl zu bestimmen, was mit ihr passiert oder?
LittleDreamer hat geschrieben:Dann erschien ein Mann.

Mitten aus dem Nichts, wo kommt er her?
LittleDreamer hat geschrieben: Der Mann suchte mit seinen Augen alle Banditen ab und sein Blick blieb an mir haften.

Wer sucht mit Augen die Banditen ab? Bis jetzt sind es doch alles nur Männer? Ich denke du meinst den Neuankömmling.
Sag dann vielleicht, Der Kleine suchte mit seinen Augen ...
LittleDreamer hat geschrieben:Wir mussten ´nen Duzend Schlitzohren umbringen.

Da fehlt das t, Dutzend
Was sind Schlitzohren? Du meinst sicher Spitzohren oder?
LittleDreamer hat geschrieben:Borals Mann war viel schlauer als die Banditen und hatte sie in der Hand. Schließlich einigten sie sich auf sechs Goldstücke.

Durch was wirkt Borals Mann schlauer als die anderen Banditen und womit hat er sie in der Hand?
Ich würde es eher anders herum sehen, der Banditenanführer hat ihn in der Hand, denn er könnte sie umbringen und hat im Notfall noch die Ausrüstung der Elfen, wenn er nicht bekommt, was er will.
LittleDreamer hat geschrieben:Im Lager, das aus Zelten und einfachen Hütten bestand angekommen, wurde ich vom Pferd gezerrt und mit den Worten „Träum süß“ und lautem Gelächter in eine Kammer verfrachtet.

Der Satz ist mir zu lang. Außerdem finde ich gehst du viel zu wenig auf das Lager oder den Weg dorthin ein. Mir kommt es so vor, als willst du das schnell beenden.
LittleDreamer hat geschrieben:Auf einmal bemerkte ich, dass sich noch jemand in der Kammer befand.

Ich mag diese Wendung nicht so. Vielleicht nimmst du eher, Dann bemerkte ich ... oder Im nächsten Moment bemerkte ich ...

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.
Grüße Weltenschreiberin
Viel zu spät erst begriff mancher: Die wirklichen Feinde trifft man nicht in der Fremde. Und kein Krieg ist heilig. (aus Sabine Ebert - Der Fluch der Hebamme)
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Re: Schutzengel - Kapitel 2 - Die neue Gefangenschaft

Beitragvon Padrion » 14.07.2015, 15:09

Hallo,

Ich wurde gebeten meinen Kommentar etwas ausführlicher zu gestalten. Ich werde auch kurz einen Aspekt aus dem ersten Kapitel aufgreifen, da dies eng mit dem zusammenhängt, was ich hier anzumerken habe. Legen wir mal los:

Alles in allem finde ich, deine Geschichte beginnt recht vielversprechend. Ein Protagonist mit einem schrecklichen Geheimnis, dessen Schicksal eine unerwartete Wendung nimmt: das weckt Interesse. Dass er dabei gleich zu Beginn in akuter Gefahr schwebt, erzeugt Spannung. Die eingestreuten Erinnenrungen an die Vergangenheit fand ich dabei besonders gelungen. Man will weiterlesen und herausfinden, was es mit dem Charakter auf sich hat.

Ich war beim Lesen von Kapitel 1 jedoch etwas verwirrt, dass ständig von Menschen die Rede ist, bis ich begriffen habe, dass der Erzähler selbst kein Mensch (sondern vermutlich ein Elf) ist. Zwar fällt irgendwo der Satz: "ich hatte noch nie welche {Menschen} gesehen", aber das hat mich an der Stelle eher noch mehr verwirrt.
Beim Lesen des zweiten Kapitels war ich dann ebenfalls überrascht, dass der Erzähler weiblich ist. Hätte ich auch erstmal angesichts des Szenarios nicht direkt vermutet. Ich schätze es sehr, wenn solche äußerlich sichtbaren Informationen, möglichst früh im Text an den Leser transportiert werden, da sich sonst falsche bildliche Vorstellungen in seinem Kopf einnisten. Werden diese revidiert, führt das zu einem unschönen Bruch in der Immersion, bei dem der Leser gezwungen wird, das falsche Bild in seinem Kopf rückwirkend durch ein anderes zu ersetzen.
In einem Film würde man es auch in der ersten Kameraeinstellung sehen, also kein Grund ein Geheimnis draus zu machen :)

Und wo wir gerade bei äußerlich sichtbaren Informationen sind - diese Stelle:
LittleDreamer hat geschrieben:Die Reise ging schnell voran, worüber ich erleichtert war.

...wäre wunderbar geeignet um ein- zwei Sätze über die Umgebung zu verlieren. Wie sieht es dort aus? Wo steht die Sonne (Tageszeit)? Ist es warm oder kalt (Jahreszeit)? etc.
Das sorgt zum einen für eine dichtere Atmosphäre und verhindert zum anderen, wie oben beschrieben, das Einnisten falscher Annahmen im Kopf des Lesers. Wenn ich jetzt die ganze Zeit denke, sie seien im Wald unterwegs (weil Elfen ja oft im Wald leben), und nach 50 Seiten stellt sich heraus, sie sind in Wahrheit in der Wüste, dann bedeutet das wieder einen Bruch in der Immersion.

Davon abgesehen habe ich im Grunde nur einen wirklichen Kritikpunkt: Das Gefeilsche am Ende fand ich nämlich etwas hölzern:
LittleDreamer hat geschrieben:Der Banditenanführer grinste. „Wie viel bekomm´ ich für sie?“
„Fünf Goldstücke.“ Die Antwort kam überraschend schnell.
„Zu wenig. Wir mussten ´nen Duzend Schlitzohren umbringen. Die war ‘n gut bewaffnet. Zehn!“
Der Mann rollte mit den Augen. „Nein.“
Der Anführer schnaubte. „Wir können ihr auch einfach die Kehle durchschneiden und die Sache ist erledigt.“
„Dann verdient ihr noch weniger. Außerdem sehe ich an euch die Ausrüstung der Elfen. Ihr habt an der Sache schon genug Gewinn gemacht.“


Das geht zu sehr nach dem Schema:
"Nein!"
"Doch!"

ohne dass es mir inhaltlich besonders wichtig erscheint. Den Dialog würde ich entweder abkürzen (Sie begannen zu feilschen und einigten sich schließlich auf 6 Goldstücke), oder ausbauen und die Persönlichkeiten der beiden Männer dabei besser herausarbeiten, falls diese später noch wichtig sein sollten. Wenn der eine von beiden nämlich "viel schlauer ist", sollte man das auch im Auftreten merken. Je nach dem in welcher Position er sich befindet, könnte er den Räuberhauptmann einschüchtern, ihm schmeicheln oder auch einfach bluffen. "Ihr habt schon genug verdient", halte ich aber nicht für ein überzeugendes Argument - jedenfalls nicht gegenüber einem solch gewissenlosen Halunken :wink:
Zuletzt geändert von Padrion am 14.07.2015, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schutzengel - Kapitel 2 - Die neue Gefangenschaft

Beitragvon LittleDreamer » 14.07.2015, 19:11

@Padrion, @weltenschreiberin und @Ankh
Hey, vielen Dank für eure Kritik. Ich habe die Stellen nochmal hier verbessert und hoffe, dass sie jetzt mehr Sinn ergeben. Hier habt mich auf Sachen aufmerksam gemacht, die mir gar nicht aufgefallen sind, was ich sehr toll finde.

Liebe Grüße
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