Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

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Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

 
Guten Abend allerseits :)

Der Titel meines Themas klingt wohl etwas seltsam und keine Sorge ich will hier keine moralische Debatte entfachen (wäre ich hier auch irgendwie im falschen Forum)

Es geht um eine meiner Figuren.

Sie ist derzeit verheiratet. Da sie einen "Prinzen" (wobei er einer unter vielen ist) zum Mann hat, sind ihr bestimmte gesellschaftliche Zwänge auferlegt. Unter anderem für Nachwuchs zu sorgen. Da sie ursprünglich nicht zu diesem Volksstamm gehört, ist der Druck umso größer. Ein Kind würde sie gewissermaßen auch in die Gesellschaft erst richtig integrieren.
Sie selbst ist von Kindern nicht übermäßig begeistert, weiß nichts mit ihnen anzufangen.
Letztendlich wird sie doch schwanger. Jedoch hat sie nicht nur an sich mit Kindern weniger am Hut, sondern schon eine Schwangerschaft an sich versetzt sie in Panik.

Mein Gedanke an sich war, dass sie die Schwangerschaft abbrechen wird. Dafür habe ich verschiedene Versionen im Kopf.

Das Problem ist nur welche ist die "richtige"? Welche klingt realistisch und logisch genug?

Deshalb stelle ich einfach mal jede Version kurz vor und hoffe auf eure Hilfe *liebschau*
(wobei sich die einzelnen Versionen nur in Kleinigkeiten unterscheiden)

Version 1:

Aufgrund des für sie ungewohnten Klimas (Wüste) ist sie öfters mal etwas kränklich und ihr Mann schickt sie daraufhin zu ihrer Freundin (=Königin in einem anderen Land) um sich eine Weile zu erholen (Grund: Ermöglichung einer baldigen Schwangerschaft)
Dort bemerkt sie schließlich, dass sie schon schwanger ist. Es kommt zum Abbruch. Danach wird ihr klar, dass sie jedoch irgendwann ihrem Mann ein Kind gebären muss. Mit Hilfe ihrer
Freundin täuscht sie eine Schwangerschaft vor.

Version 2:

Zusätzlich zum Grund es Klimas gibt es nun auch den einer Fehlgeburt (unverschuldet), weshalb sie schließlich zu ihrer Freundin geschickt wird. Sie vertraut sich dieser Freudin an und sie beschließen eine Schwangerschaft vorzutäuschen.

Version 3:

Die Faktoren ungewohntes Klima und Fehlgeburt (unverschuldet) bleiben bestehen. Jedoch wird sie erst bei erneuter Schwangerschaft zu ihrer Freundin geschickt um eine weitere Fehlgeburt zu verhindern. Wieder die Situation: Abbruch
Wieder der Beschluss eine Schwangerschaft vorzutäuschen, da eine zweite Fehlgeburt aufgrund der Zeit die sie schon verheiratet ist gesellschaftlich indiskutabel ist bzw. fürchtet sie sich zu sehr vor den Konsequenzen.

Das Problem ist natürlich woher das Kind nehmen??

Hierbei habe ich ebenfalls zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Waisenhaus

Möglichkeit 2:

Hier muss ich etwas ausholen, da ihr die Charaktere ja nicht kennt:

die helfende Freundin (=Königin) hat einen Sohn (=Thronerbe) der eine Geliebte hat (er durfte sie nicht heiraten). Sie, die Königin, ahnte dies schon eine Weile und bekommt schließlich heraus, dass diese Geliebte von ihrem Sohn Zwillinge erwartet. Da sie es zu spät erfährt, ist es ihr nicht mehr wirklich möglich etwas dagegen zu tun.
Nya, ihr errät meinen Gedanken sicher schon. Die Königin kommt auf die Idee eines der Kinder (vllt auch beide???) als die Kinder ihrer Freundin auszugeben. (Grund: die Geliebte besitzt mit diesen Kindern ein Druckmittel und die Neugeborenen zu töten, schafft sie dann doch nicht)

Fragen:
- zu verrückt?

- bzw. stellt sich auch die Frage ob es nicht auffallen würde, dass der "Vater" eben nicht der
Erzeuger ist (Wüstenmenschen sind ja meist etwas dunkelhäutiger....)


Bin wirklich gespannt was ihr davon hält und hoffe auf Entwirrung in meinem Kopf :?


ps: vllt sollte ich noch erwähnen, dass meine Geschichte in einer fiktiven Welt mit durchaus fantastischen Zügen spielt, ich jedoch bestrebt war/bin kontroverse themen und verschiedene "zwickmühlen" darzustellen (also nicht nur fantasy).

von Vianne

Re: Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

 
Hallo Vianne,

ich finde das nicht sonderlich glaubwürdig.
Der Frau muss doch schon zum Zeitpunkt der Eheschließung klar sein, dass von ihr erwartet werden wird, einen Erben zu produzieren. Genauso, dass ihre Lage prekär ist, bis es so weit ist. In der Situation eine Schwangerschaft mutwillig abzubrechen, nur um hinterher eine vorzutäuschen ist doch absolut dämlich. Auf die Idee würde sie höchstens kommen, ihr kurz nach dem Abbruch gesagt wird: "Euer Gnaden, sie haben noch vier Monate Zeit schwanger zu werden, wenn es bis dahin nicht klappt, wird ihre Ehe annuliert und sie erwartet dann der Scheiterhaufen, denn unfruchtbare Frauen sind ein verhexter Fluch, der nur durch das Feuer von unserem Volk genommen werden kann."

Dann fehlen mir ein paar Informationen, um dem Rest einschätzen zu können. Zunächst mal, das technologische Niveau: Was Du hier so schilderst, klingt für mich ganz stark nach einer Zeit vor Erfindung der Dampfmaschine. Wenn ich mich da irren sollte, sind ein paar meiner Einwände hinfällig. (Der Gedanke an Abtreibung ist kein Hilfsmittel zur zeitlichen Einordnung. Abtreibungen, bzw. künstlich erzeugte Fehlgeburten gab es schon in der Antike; der Codex Hammurapi 18. Jahrhundert vor Christus enthält schon ein Abtreibungsverbot.
Wie definierst Du "Prinz"? Sind Prinzen bei Dir einfach Fürsten, wie etwa in England oder im französischen Sprachgebrauch, oder sind das männliche Nachkommen des Königs, wie der Ausdruck in Deutschland oft verstanden wird? Bei Nachfahren des Königs wird tierisch aufgepasst, dass nur legitime Nachkommen produziert werden, denn selbst wenn sie in der Thronfolge weit hinten stehen, sie könnten durch unglückliche Umstände tatsächlich auf den Thron gelangen. Bei einem Fürsten ohne Erbansprüche auf den Thron ist das nicht so wichtig, aber die Eifersucht des Ehemannes dürfte das Vortäuschen einer Schwangerschaft schon genug erschweren, um das Ganze praktisch unmöglich zu machen, schließlich will auch so jemand legitime Erben seines eigenen Blutes in seiner Nachfolge wissen.
Dazu kommt, der Moment der Geburt; das war früher ein recht öffentliches Ereignis und da waren eine Menge Leute nahe genug dran (der Vater des Kindes, Ärzte, Verwandte, Höflinge, Würdenträger, Dienstpersonal...) dass ihnen auffallen müsste, wenn das Kind nicht aus der Mutter sondern aus einem Bündel in ihrer Nähe gezogen wird... Die müsste die Frau alle vorher kennen, und in ihr Komplott integrieren. Schwer zu realisieren, wenn ihre Position wackelig ist.

Wie sieht das Hofprotokoll aus, dem sie zu unterwerfen hat? Wenn Du Dich da an historischen Vorbildern der Erde orientierst, hat sie sehr schlechte Karten, eine Schwangerschaft oder gar eine Geburt vorzutäuschen. Zumindest kann sie das nicht tun, ohne eine ganze Menge Leute ins Vertrauen zu ziehen, die ihr helfen, einiges zu verschleiern. Schon im Mittelalter waren alle, die auch nur an der Thronfolge schnupperten nie alleine; zumindest nie alleine genug, um so etwas massives wie eine Schwangerschaft dauerhaft türken zu können.
Dazu kommt, dass Gesellschaften, die Wert darauf dass "das richtige Blut" auf den Thron kommt, ziemlich paranoid gegenüber Bastarden sind. Und die ganzen Mechanismen, die eine legitime Erbfolge sichern sollen, stehen auch einer vorgetäuschten Schwangerschaft im Weg. Diese Paranoia hat in Europa dazu geführt dazu, dass bei allen, deren Nachfahren auf der Liste der Thronfolger stehen würden, alles was irgendwie mit Vermehrung zu tun hatte, ein Staatsakt war, der bezeugt werden musste. Wenn der König mit seiner Königin zur Sache kam, waren Familienmitglieder und einige höhere Beamte dabei. Nicht vor der Tür, sondern im Zimmer. Bei Prinzen war es im Prinzip genauso, nur dass die Zeugen vielleicht etwas weniger hochrangig waren. Und bei der Geburt dürften die kaum diskreter gewesen sein, als bei der Zeugung.
Weil es so schön heißt: "mother's baby, father's maybe" waren Frauen durch das Hofprotokoll so scharf überwacht, dass heimliche Seitensprünge im Prinzip unmöglich waren (wenn eine Frau ihrem Mann schon mehrere Thronfolger geschenkt hat, wurden Seitensprünge eventuell toleriert, aber sie nicht unbemerkt geblieben. Vor dem ersten Kind war so was aber absolut nicht drin; man hätte die Frau in Schimpf und Schande vom Hof gejagt.). Wenn schon ein zwanzig-Minuten Seitensprung nicht verheimlicht werden kann, wie soll man dann bei neun Monaten Schwangerschaft und vor allem später bei Geburt (die ja auch vor hochrangigen Zeugen stattfand), falsches Spiel treiben können?

Außerdem würde eine solche Gesellschaft der Frau niemals erlauben, das Land zu verlassen; schon gar nicht alleine. Das hat verschiedene Gründe: 1.: Wie soll es zu legitimen Nachkommen kommen, wenn die Eheleute voneinander getrennt sind? 2.: Wie sollen Gesundheit der Frau während einer anstrengenden Reise gesichert sein, wenn sie ohnehin schon schwächlich ist? Wenn sie schwanger ist, gilt das Ganze noch einen Tick schärfer. Man würde befürchten, die Anstrengungen der Reise könnten zu einer Fehlgeburt führen. Zumal; wenn es in ein anderes Klima gehen soll, ist das eine sehr lange Reise, die mit damaligen Mittel Wochen, wenn nicht gar Monate dauert. Kränkliche oder schwangere Menschen schickt man nicht auf solche Expeditionen.
Von Sicherheitsbedenken in Bezug auf Räuber, Schiffbruch und dergleichen ganz zu schweigen. Sie ist zu wertvoll, um sie solchen Risiken auszusetzen und wird daher im Land behalten. Das einzige, was vielleicht drin wäre, um sie zu schonen, wäre, wenn sie vom zentralen Palast zu einem kleineren, etwas abseits gelegenen Lustschloss umziehen dürfte. Das aber natürlich nur mit Mann und Personal vom Haupthof. Das wäre schon eine enorme Entlastung, weil erstens viel weniger Leute (und damit "bessere Luft"; verglichen mit Versailles unter Louis XIV war Woodstock eine hygienische Angelegenheit), zweitens weniger strenges Protokoll, was einem Wellnessurlaub entspricht.


Du schreibst von Wüstenländern. In Asien und Nordafrika haben die Fürsten oft Harems unterhalten. Da waren die Frauen in bestimmte Räumlichkeiten eingesperrt, zu denen ausschließlich der Herrscher Zutritt hatte. Aber das ist ein ganz anders Biotop als das, was bisher bei Dir angeklungen ist. Die Kurzfassung: Auch da ist das Vortäuschen einer Schwangerschaft und vor allem der Geburt im Prinzip unmöglich, weil das Überwachungsnetz, dem die Frauen darin unterworfen sind, für solche Nummern doch entschieden zu dicht ist.

Schließlich: Wenn sie eine Schwangerschaft vortäuscht, und ihrem Mann ein Kind unterjubelt, das nichts mit dem königlichen Blut zu tun hat, wäre das Hochverrat (die königliche so zu verunreinigen ist für eine monarchische Gesellschaft fast schlimmer, als den König direkt umzubringen). Wenn das rauskommt (und die Gefahr ist, wie geschildert sehr groß) würde die Frau offiziell "nach plötzlicher, schwerer Krankheit" (bedeutet: de facto an einer Vergiftung) mitsamt ihrer Leibesfrucht sterben. Wegen des Verrates darf sie nicht leben, aber man kann ihr auch schlecht den Prozess machen und sie aufs Schafott bringen, ohne sich Ärger mit ihrem Heimatland einzuhandeln; deshalb wäre in einem solchen Fall Gift das Mittel der Wahl.

Aus ihrer Sicht wäre es rationaler, nach einer Fehlgeburt (also einer echten, nicht einer künstlich herbeigeführten) und einer entsprechenden Erholungszeit, alles daran zu setzen, tatsächlich schwanger zu werden und wenn es nicht klappt, zu hoffen, dass ihr Gatte so in Liebe für sie entflammt, dass er trotz Kinderlosigkeit an ihr festhält. Letzteres ist allerdings nur eine sehr entfernte Chance, denn dynastische Heiraten haben mit Liebe oder lustvoller Sexualität nichts zu tun. Eine etwas aggressivere Methode, ihre Stellung zu sichern, wäre, ihren Gatten so zu vergiften, dass er den Zeugungsakt nicht mehr zustande bringt (dazu braucht es nicht annähernd so viele Vertraute, wie bei einer vorgetäuschten Schwangerschaft). Wegen der Zeugen, wäre klar, dass es nicht an ihr liegt, sondern an dem Schlappschwanz von Prinzen und sie wäre aus dem Schneider; vorausgesetzt, niemand kommt ihr mit dem Hängolin auf die Schliche...

Fazit: Alleine kann Deine Figur so etwas unmöglich durchziehen. Sie braucht eine Menge enge Vertraute, die sie dabei decken und unterstützen.

Ich hoffe, Du bist mir nicht böse, weil ich Dein Szenario so zerlegt habe. Aber kommt Dir ja anhand meiner Kritik eine bessere, glaubhaftere Idee.

Gruß

Anby

von anby77

Re: Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

 
erst mal danke für deine antwort anby :D

Der Frau muss doch schon zum Zeitpunkt der Eheschließung klar sein, dass von ihr erwartet werden wird, einen Erben zu produzieren.


In dem Fall nicht wirklich. Da er wie gesagt nur ein "Prinz" unter vielen ist. (Das Wort "Prinz" habe ich nur aus Ermangelung eines besseren Wortes verwendet und meinte damit nur, dass er kein einfaches Stammesmitglied ist. Die Bezeichnung "Fürst" ist wohl angebrachter) Er steht in der Erbfolge demnach ziemlich weit hinten und da er in seiner Familie auch nicht der Erstgeborene ist, besteht objektiv gesehen kein Grund für sofortige bzw. viele Erben.
Außerdem ist die Heirat aus Liebe zustande gekommen, wodurch sie selbst nicht sofort an die "Kinderfrage" gedacht hat.
Das Thema wurde erst präsent, als beide bemerkten, dass sie nicht wirklich akzeptiert, sondern nur toleriert ist, weil sie eben immer noch kein Kind vorweisen kann. Diese Kinderlosigkeit wiederum ist nur aufgrund ihrer Abstammung (sie kommt vom Nachbarland) ein Problem.
Ich hoffe, ich konnte es verständlich darlegen. Hätte anscheinend schon vorher mehr Details nennen müssen *_*



In der Situation eine Schwangerschaft mutwillig abzubrechen, nur um hinterher eine vorzutäuschen ist doch absolut dämlich.


An sich natürlich schon. Der Punkt ist aber, dass sie die Schwangerschaft, seinen Verlauf etc. nicht will bzw. in Panik versetzt (psychischer Knacks ?!)
Sie aber ein Kind benötigt um endgültig vom Volk ihres Mannes respektiert zu werden.



Dann fehlen mir ein paar Informationen, um dem Rest einschätzen zu können. Zunächst mal, das technologische Niveau: Was Du hier so schilderst, klingt für mich ganz stark nach einer Zeit vor Erfindung der Dampfmaschine.


Technologien, wie wir sie gewohnt sind, gibt es dort nicht, wie du schon vermutet hast. Ein Zeitalter kann ich dir nicht nennen, da alles rein fiktiv ist, somit auch die Orte und die Zeit.
Deshalb orientiere ich mich auch nicht strikt an die Gegebenheit von historischen Vorbildern.
Das heißt konkret, dass es z.B. diese von dir geschilderte Verfahrensweise bei mir nicht gibt:
...bei allen, deren Nachfahren auf der Liste der Thronfolger stehen würden, alles was irgendwie mit Vermehrung zu tun hatte, ein Staatsakt war, der bezeugt werden musste. Wenn der König mit seiner Königin zur Sache kam, waren Familienmitglieder und einige höhere Beamte dabei.


Dadurch wäre eine Reise auch kein Problem.
Nur (was ich vorher nicht bedacht hatte), würde es bei Version 1 & 2 für sie sicher Probleme geben. Grund: Gesellschaft misstraut ihr noch und wenn sie dann mit einem Kind zurückkommt, obwohl überhaupt niemand wusste, dass sie bei der Abreise schwanger gewesen war...

An sich wäre also die dritte Version die bessere. Wobei dein Fazit schon stimmt. Das Vortäuschen einer Schwangerschaft würde noch funktionieren, nur die Geburt selbst wird dann ein Problem, da hier meist doch relativ viele anwesend sind. Und natürlich die Frage: woher das Kind nehmen?

Ich hoffe, Du bist mir nicht böse, weil ich Dein Szenario so zerlegt habe.


Kein Thema. Ich wollte ja auch Meinungen darüber hören. Außerdem hattest du ja 'ne relativ freundliche Wortwahl :wink:

Hat sonst noch jemand konstruktive Kritik? Wäre wirklich dankbar hierfür. =)

lg Vianne

von Vianne

Re: Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

 
Nochmals hallo, Vianne

In dem Fall nicht wirklich. Da er wie gesagt nur ein "Prinz" unter vielen ist. (Das Wort "Prinz" habe ich nur aus Ermangelung eines besseren Wortes verwendet und meinte damit nur, dass er kein einfaches Stammesmitglied ist. Die Bezeichnung "Fürst" ist wohl angebrachter) Er steht in der Erbfolge demnach ziemlich weit hinten und da er in seiner Familie auch nicht der Erstgeborene ist, besteht objektiv gesehen kein Grund für sofortige bzw. viele Erben.
Außerdem ist die Heirat aus Liebe zustande gekommen, wodurch sie selbst nicht sofort an die "Kinderfrage" gedacht hat.


Ich fürchte, da musst Du noch etwas Denkarbeit investieren.
Zunächst: "Stamm" und "Fürst" das sind Begriffe, die absolut nicht zusammen gehen. Von Stammesgesellschaften spricht man, solange die Fiktion auferhalten wird, das ganze Volk sei irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert. Systematische Ungleichheit (wie Adel) gibt es in Stammesgesellschaften nicht. Soziale Hierarchie wird vor allem anhand von Alter und persönlichen Verdiensten (die natürlich nicht vererbbar sind) konstruiert. Das heißt: Die Sohn des Häuptlings oder Stammesführers haben keinerlei privilegierten Zugriff auf die Nachfolge. Wenn ein Häuptling stirbt (oder aus Altersgründen an einen jüngeren übergeben möchte), wird ein großes Palaver veranstaltet, um aus den Männern, die im richtigen Alter sind, den Würdigsten auszusuchen. Keine Erbstrukturen = kein Grund, sich über Erben Gedanken und Dynastien aufzubauen.
Dazu kommt: In Stammesgesellschaften spielt die Kernfamilie, wie wir sie kennen, oft nur eine sehr untergeordnete Rolle; sie existiert vor allem als Schlafarrangement. Der Alltag in Stammesgesellschaften sieht meistens so aus: Die Männer machen ihr Ding (sagen wir mal Jagd, Werkzeuge machen oder faul abhängen wenn gerade genug Fleisch da ist und die Werkzeuge in gutem Zustand sind), die Frauen ihr davon getrenntes Ding (meistens alles außer Jagd und faul abhängen), die Kinder sind bis zu einem gewissen Alter bei den Frauen und irgendwo treiben sich noch die halbstarken Jungs rum (also die, die ihr Milchgebiss verloren haben, aber noch keine Männer sind.)
Wenn eine Stammesgesellschaft eine gewisse Größe erreicht, denken sich die Menschen komplizierte Heiratsregeln aus, die festlegen, wer wen heiraten darf/muss, um die Verschwägerungsverbindungen zwischen den einzelnen Klans und die Verwandtschaftsfiktion, die den Stamm zusammenhält zu sichern. Jemand, der da völlig außen vor steht und in den Stamm einheiratet, bringt da alles durcheinander und wird schon deshalb nie wirklich akzeptiert werden. Die einzig mögliche Ausnahme wäre, wenn ein Mann ohne Frau bleibt, weil es keine den Heiratsregeln entsprechende Kandidatin für ihn gibt. In solchen Fällen kommt es in Stammesgesellschaften öfters mal zum Frauenraub. Die unfreiwilligen Jungesellen rotten sich zusammen, überfallen in einer Nacht und Nebelaktion den Nachbarstamm und jeder entführt sich eine Frau. Auch das hat, wie Du Dir sicher vorstellen kannst, mit Liebe nicht so viel zu tun; eher mit Geilheit.

Langer Rede kurzer Sinn: Einer Frau, die eine Freundin hat, die irgendwo Königin ist, steht ein ganz fieser Kulturschock bevor, wenn sie in eine Stammesgesellschaft einheiratet. Erwartungen an ihre Fruchtbarkeit sind da ein untergeordnetes Problem, weil sie keinen Schimmer haben dürfte, wie man sich als Frau in einer solchen Gesellschaft zu bewegen hat...
Ein solches Projekt wäre sicher interessant, aber um das wirklich hinzukriegen, müsstest Du schon einiges an ethnographischem und antrhologischem Material lesen...

Gruß

Anby

von anby77

Re: Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

 
Vianne hat geschrieben:An sich wäre also die dritte Version die bessere. Wobei dein Fazit schon stimmt. Das Vortäuschen einer Schwangerschaft würde noch funktionieren, nur die Geburt selbst wird dann ein Problem, da hier meist doch relativ viele anwesend sind. Und natürlich die Frage: woher das Kind nehmen?


Ich habe das nicht ganz verstanden: Du sprichst einmal von einem Abbruch und dann von einer Fehlgeburt (wobei ich das erste als künstlich hervorgerufene "Fehlgeburt" interpretiere). Ist das soweit richtig?

Ich weiß nicht, welches Dilemma dir am wichtigsten ist. Eine ungewollte Schwangerschaft oder die Tatsache, keinen Erben zu gebären?

Ich unterstelle einfach mal das Zweite. Entweder ist ihr also das Unglück einer Fehlgeburt passiert oder sie hat unüberlegt gehandelt und ist sich erst später der Konsequenzen bewusst.
So oder so könnte sie eine Schwangerschaft vortäuschen und eine gefakte Geburt gleich hinterherschieben:

a) Der Prinzgemahl hat sicherlich ein großes Interesse daran, dass es seiner Frau und der Produzentin seines Sohnes gut geht. Ich unterstelle rege Kommunikation durch Boten/Brieftauben etc.. So erfährt er von der Schwangerschaft und wie lange sie bereits besteht (er ist ja nicht dumm und möchte sicherstellen, dass er kein Kuckucksei ins Nest gelegt bekommt).

b) Sie besticht/erpresst/bedroht eine Mutter mit einem Säugling im passenden Alter, ihr das Kind zu überlassen. Die gefälschte Geburt könnte dann auf einer Reise (oder auf der Rückreise in ihre Heimat) passieren. Man kann eine Situation inszenieren, in der die Protagonistin von ihrem Gefolge getrennt wird. Dazu bedarf es entweder ein oder zwei Vertraute (die man später verschwinden lassen kann? Wie weit will sie eigentlich gehen?).

Dadurch kann man im Laufe der Geschichte Verwicklungen und Problematiken einbauen.
- Bleibt die wahre Mutter des Säuglings als Amme? (Du musst bedenken, dass das Kind ernährt werden muss)
- Wird die richtige Mutter getötet oder verbannt?
- Wie entwickelt sich das Kind? Hat es ein bestimmtes Merkmal (ich denke da gerade an das Erkennungszeichen des Säuglings in "Willow")?
- Spielt die Herkunft des Kindes überhaupt eine Rolle?
- usw.

von Lyfja

Re: Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

 
Habe ich das jetzt richtig verstanden, das Mädchen hat einfach nur panische Angst vor einer Schwangerschaft (die deswegen abgebrochen wird)? Also eine Schwangerschaftsphobie? Was hält sie davon ab, einfach ein Jährchen zu warten, andere Schwangere kennen zu lernen etc?
Oder hat sie Angst vor Kindern? DAnn hat sie von einer Vortäuschung nichts gewonnen, muss ja dann trotzdem das adoptierte Kind aufziehen.

von Angioletta

Re: Schwangerschaft - Abbruch - woher ein Kind??

 
Hallo Vianne,

korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber orientiert sich dein Plot an Liebesromanen, wie sie z.B. im Cora-Verlag erscheinen?

Vielleicht hast du einige Cora-Heftchen gelesen; "Wüstenprinzen" gehören dort mit zu den beliebten Archetypen. Ein Plot, wie er dir vorschwebt, wäre (meiner Erkenntnis nach) allerdings undenkbar, da zumindest die Hauptfiguren "sauber" sein und bleiben müssen und anscheinend auch das Konzept bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf (ist mein persönlicher Eindruck).

Mein Vorschlag: Verarbeite deinen Plot zu einem Treatment oder einer Kurzgeschichte. Du hast sicher Freunde oder Verwandte, die für dich "gegenlesen". Ihre Kritik kann dir dabei helfen zu erkennen, ob dein Plot gegebenenfalls (zu) konstruiert wirkt usw.
Verliere nicht deine (zukünftigen) Leser aus den Augen!


Liebe Grüße,
Greta

von Greta