Schweigepflicht während Mordermittlung ( Ärzte )

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Schweigepflicht während Mordermittlung ( Ärzte )

Beitragvon Erotomania » 25.10.2015, 20:10

Hallo ihr Lieben,

mich treibt momentan eine Frage umher:

In meiner Geschichte ( mein erster Thriller, ohje ) gibt es Indizien, dass der Mörder eine bestimmte Zwangsstörung hat. Jetzt frage ich mich, wie es bei der Ermittlung weiter geht. Für mich wäre es naheliegend Psychiater und Psychologen in der Gegend zu befragend, ob jemand ihrer Patienten so eine Zwangsstörung aufweißt. Aber ist das legal und sinnvoll? Erstens stehen Ärzte unter Schweigepflicht und dürfen diese, soweit ich weiß entweder mit einem richterlichen Beschluss brechen, oder wenn Gefahr für Leib und Leben herrscht und zweitens würde wirklich die Polizei hergehen und umliegende Ärzte befragen? Ich bin mir da nicht sicher.

Hintergrund: aufgrund der Tathergänge ergibt sich ein bestimmtes Muster, welches auf eine Zwangsstörung hindeutet. Diese ist in meiner Geschichte aktuell der einzige richtige Hinweis auf den Täter, ansonsten tappt die Polizei im Dunkeln, es gibt keine Zeugen und keine Briefe, oder andere Bekenntnisse. Ebenso hat die Polizei DNA-Spuren, aber niemanden, mit denen sie diese abgleichen könnten.

Ich bin für jeden Tipp und Verbesserungsvorschlag dankbar =)

Grüße, Erotomania
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Re: Schweigepflicht während Mordermittlung ( Ärzte )

Beitragvon Ankh » 25.10.2015, 20:41

Ich bin kein Arzt, aber soviel ich weiß kann die Polizei nicht einfach eine Liste aller Patienten mit einer passenden Zwangsstörung verlangen, das fällt unter die ärztliche Schweigepflicht. Erst, wenn die Polizei einen begründeten Verdacht gegen eine Person hat, kann sie Einblick in die Patientenakte dieses einen Verdächtigen beantragen, und selbst dann ist der wohl alles andere als leicht zu bekommen. Wenn sie die Person schon unter Gewahrsam haben, könnten sie auch einen Gutachter hinzuziehen, der die Person dann nochmal befragt und von der Schweigepflicht entbunden wird.
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Re: Schweigepflicht während Mordermittlung ( Ärzte )

Beitragvon Erotomania » 25.10.2015, 23:05

Ja, das dachte ich mir. Dann muss ich mir was anderes einfallen lassen, wie es in meiner Geschichte weiter geht. Vielleicht hat ja jemand eine Idee, denn ich hänge grade an dieser Stelle fest.

Danke Ankh für die schnelle Antwort :)
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Re: Schweigepflicht während Mordermittlung ( Ärzte )

Beitragvon DodoHH » 29.10.2015, 17:53

Wenn der Mörder mit seiner Krankheit bei einem Psychiater war, kann er sich nur so lange auf dessen Schweigepflicht verlassen, solange der Arzt nichts von seinen Morden weiß. Ich gehe jetzt einmal von einem Serientäter aus. Dann wird der Psychiater hoffentlich, in Abwägung höheren Rechtsgutes (dem Leben der anderen), von sich aus den Schritt zur Polizei machen. Das ist Ärzten erlaubt, wird sogar gefordert (Kindesmißhandlung ist da ein gutes Beispiel) bzw. gesetzlich festgelegt (u.a. gibt es namentlich meldepflichtige Erkrankungen - an das Gesundheitsamt). Der Psychiater könnte ja auch ein wenig Sorge über seinen Patienten entwickelt haben, liest über den Mord und denkt sich, na ja, der Meier ... Vielleicht wird auch noch der Psychiater umgelegt.
Wie kommen die Ermittler denn darauf, dass der Täter aus der "Gegend" stammt? (Sonst wäre das Befragen der anliegenden Ärzte ja Quatsch). Es müsste dann ja doch mehr Spuren und Hinweise geben... Die Polizei befragt doch sicher die Anwohner, die vielleicht einen seltsamen Vogel in der Nachbarschaft haben oder von Nachbarn gehört haben, die einen auffälligen Typen in der Gegend kennen. Möglicherweise hilft auch ein Profiler weiter, insbesondere bei Serientätern.
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Re: Schweigepflicht während Mordermittlung ( Ärzte )

Beitragvon Erotomania » 05.11.2015, 21:04

Danke für die Antwort =)

Er stammt aus der Nähe, da alle Morde recht schnell in der selben Gegend stattfinden. Es gibt keine Beziehung zwischen den Opfern, weshalb es schwierig ist Verdächtige einzugrenzen.

Aber du hast mich auf eine gute Spur gebracht, danke jedenfalls =)
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