Science Fitkion und andere Fragen...

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Science Fitkion und andere Fragen...

Beitragvon Firewolf » 05.10.2015, 09:52

Hallo ihr lieben!
Falls diese Frage nicht hierhin gehören sollte, dann entschuldigt mich bitte, aber ich bin noch nicht lange hier Mitglied. Ich habe ein paar Fragen an euch.
Erstens: Könntet ihr mir vielleicht sagen, was genau eine Schreibblockade ist?
Und zweitens: Ich habe vor, einen Science-Fiktion Roman zu schreiben. Allerdings weiß ich nicht in welcher Zeitform ich schreiben sollte.. Vergangenheit oder Gegenwart? Oder vielleicht doch Zukunft?
Ich würde mich sehr über Antworten freuen.
Liebe Grüße, Firewolf :|
Firewolf
 
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Re: Science Fitkion und andere Fragen...

Beitragvon Rabenfeder » 05.10.2015, 16:55

Ersteinmal zu der Science-Fiction:
Ich als leser würde die VZukunftsform sehr unangenehm finden.
Beispiel:
"Ich werde zu mir nach Hause gehen, werde mich umziehen und dann aufs Sofa lümmeln. Danach werde ich duschen."
Oder noch besser:
"Ich würde nach Hause gehen, würde mich umziehen und mich dann aufs Sofa lümmeln. Danach würde ich duschen." <- Das ginge, wenn du es im Kontext schreibst, also:
"Ich dachte nach, was wäre, wenn heute ein ganz normaler Sonntag wäre. Ich würde nach Hause gehen, würde mich umziehen und mich dann aufs Sofa lümmeln. Danach würde ich duschen."

Verstehst du was ich meine?
Du kannst ein Buch zwar in Zukunftsform schreiben, aber ob es lesbar wäre und wie groß die Nachfrage wäre, ist eine andere Geschichte.
Grundsätzlich würde ich sagen: Nein.

Aber dafür lässt sich auch im SciFi sehr gut die Vergangenheit anwenden, wie bei Seelen. Ist bei dem Buch, finde ich, soger noch lobenswerter, als wenn es im Präsens geschrieben wäre. Mich spricht allgemein die Vergangenheit mehr an.

Allerdings ist, wenn gut geschrieben, auch die Gegenwart eine gute Schreibzeit. Dann bevorzuge ich Bücher aber aus der Ich-Perspektive. Liest sich einfach besser als
"Er steht auf und geht zu Vanessa. Sie schaut hoch, wird rot und schaut schnell wieder weg."
Schöner wäre:
"Ich fasse mir ans Herz und beschließe, aufzustehen und schlendere zu Vanessa hinüber. Sie sieht mich kurz an und ich merke, wie sie rot wird. Dann schaut sie schnell weg und ich muss mir ein Grinsen verkneifen."
Das ist jedoch einfach Geschmackssache.

Fazit:
Du kannst ein Buch in der Zeitform schreiben, wie du willst, aber die Zukunftsform ist nicht gerade geeignet, es seiden, du planst dein Wochenende etc.
Die Vergangenheitsform ist auch im SciFi eine schön anwendbare Zeit und die Gegenwartsform ist schon komplexer, warum kann ich dir auch nicht sagen.
Ich finde jedoch selten ein Buch gut, dass in der Gegenwartsform geschrieben ist.
Das ist jedoch Geschmackssache.


Zu der Schreibblockade:

Wikipedia sagt:
Eine Schreibblockade ist ein psychisches Phänomen, bei dessen Auftreten die Autoren dauerhaft oder vorübergehend nicht in der Lage sind zu schreiben. Darunter leiden besonders Schriftsteller[1], Journalisten[2] und Studierende beim Schreiben von Haus- und Examensarbeiten

Das erklärt es eigentlich auch.
Bei einer Schreibblockade ist man nicht in der Lage zu schreiben.

Warum man gerade blockiert ist, ist unterschiedlich.
Einfach gesagt:
Wenn man eine Schreibblockade hat kann es sein, dass man plötzlich keine Idee mehr hat. Das kann passieren, wenn man vorher nicht schaut, ob die Idee dehnbar ist, ob sie genügend Stoff gibt. D.h., wenn die Zündidee lautet: Ein Mann klaut ein Auto.
Dann wird es vermutlich ein Krimi oder eine Romanze.
Die Krimivariante sähe so aus: Der Mann klaut ein Auto.
Aber das kann nicht alles sein, also muss noch eine Idee her.
Der Mann klaut ein Auto in dem Dope versteckt ist und wird von der Polizei gejagt.
Das ist die Grundidee.
Wenn man aber plötzlich keine, gar keine Idee mehr hat wie es in der Geschichte weiterhat, nennt man das eine Schreibblockade.
Das ist zumindest die Definition die mir bekannt ist.
Es kann auch sein, dass man jeden Satz den man schreibt in den Müll kloppt. Man kommt nicht weiter. Das ist auch eine Blockade.
So, jetzt hab ichs ziemlich umständlich erklärt.

Aber es gibt auch noch andere Gründe. Vielleicht bricht man immer wieder ab wenn man bei einem bestimmten Punkt angelangt ist, zum Beispiel wenn man mit dem Outlinen, dem Planen, fertig ist.
Das würde ich auch als Schreibblockade bezeichnen.

Eine Schreibblockade ist, wenn man beim Schreiben nicht weiterkommt, also blockiert ist, weil man keine Idee mehr hat oder aus anderen Gründen!

Ich hoffe ich hab es dir richtig erklären können,
Liebe Grüße,
rave
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Re: Science Fitkion und andere Fragen...

Beitragvon Ankh » 05.10.2015, 17:32

Die allermeisten Bücher, ob Science Fiction oder sonstwas, sind im Präteritum geschrieben. Nicht umsonst nennt man das auch "Erzählzeit", weil wir einfach daran gewöhnt sind, dass Geschichten in dieser Zeitform erzählt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geschichte in der Vergangenheit, in der Zukunft oder in einem von unserer Zeitrechnung losgelösten Fantasieuniversum spielt. Das hat sich einfach so etabliert, vielleicht nachdem aus den ersten wahren Erzählungen am Lagerfeuer der Menschheit irgendwann ausgeschmückte Erzählungen und schließlich komplett fiktionale Erzählungen entwickelt haben. Wir betrachten die Handlung, als sei sie tatsächlich geschehen und würde nun lediglich nacherzählt.

Das heißt nicht, dass du das Präteritum verwenden musst. Es ist einfach das, was die meisten Leute gewohnt sind, und daher auch am neutralsten empfunden und breitesten akzeptiert wird. Wenn du mit deiner Zeitform nicht etwas ganz bestimmtest bezweckst, dann ist Präteritum das Mittel der Wahl.

Zunehmend werden Geschichten auch im Präsens geschrieben, das hat irgendwie etwas Unmittelbares. Du kannst praktisch "live" mitfiebern. Man muss da aber den richtigen Ton treffen, damit es "richtig" wirkt. Wie das geht kann ich dir nicht sagen, ich verwende es ungern. Du musst dir auch bewusst sein, dass es nicht jedermanns Sache ist.

Ansonsten kannst du jede andere Zeitform verwenden, wenn sie deinem Zweck dient. Perfekt klingt salopp. Futur klingt ... befremdlich. Wie eine Prophezeihung. Könnte sicher interessant sein, aber ich glaube nicht, dass ich ein ganzes Buch so lesen möchte. Du musst dir bei jeder Wahl bewusst sein, dass alles, was von der Norm abweicht, potentielle Leser abschrecken kann. Er wurden auch schon Bücher in der Du-Form geschrieben, aber durchgesetzt hat es sich nicht. "Ich" oder "er" sind vertraut, da können wir uns auf die Geschichte konzentrieren. Wenn du etwas ungewöhnlicheres wählst, läufst du Gefahr, dass die äußere Form den Inhalt überschattet und erdrückt.
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Re: Science Fitkion und andere Fragen...

Beitragvon brehb » 06.10.2015, 16:33

Hallo Firewolf,

erst einmal: Herzlich willkommen in der Schreibwerkstatt.

Du fragst:
Könntet ihr mir vielleicht sagen, was genau eine Schreibblockade ist?

...und ich wundere mich. Dein Profil sagt, du bist 13 und neu hier angemeldet. Da kann ich mir kaum vorstellen, dass dich (aus Betroffenheit) die Definition von "Schreibblockade" interessiert. Schreibblockade heißt, jemand möchte gerne schreiben und tut das auch manchmal/oft/dauernd aber jetzt, in diesem Moment kommt nichts aus ihm/Ihr haraus. Diesen Zustand, wenn er länger (Tage/Wochen) anhält, nennt man Schreibblockade. Wer gerade mit Schreiben anfängt, wird keine Schreibblockade haben, sondern handwerkliche oder intellektuelle Defizite, die sich (auch) darin äußern, "nicht recht voran" zu kommen. Das gibt sich durch Übung.

dann:
Ich habe vor, einen Science-Fiktion Roman zu schreiben. Allerdings weiß ich nicht in welcher Zeitform ich schreiben sollte.. Vergangenheit oder Gegenwart? Oder vielleicht doch Zukunft?

...und ich wundere mich erneut. Einen ganzen Roman im Futur schreiben? Wer sollte denn da der Erzähler sein? Der liebe Gott? ein Hellseher? Solche Figuren gibt es in SciFi typischerweise nicht.

Wie Ankh schon schreibt, die gebräuchlichste aller Erzählzeiten ist das Imperfekt/Präteritum/unvollendete Vergangenheit: Wir flogen... sie sagte... er war... viele starben... das gilt auch für SciFi. Blätter einmal durch die Bücher bei dir zu Hause, du wirst sehen, die meisten sind so gemacht. (Und um das ganze in der Zukunft anzusiedeln überschreibt man sein Kapitel einfach mit: "24. Dezember 2078... Es schneite...)"
Diese Erzählzeit (zusammen am einfachsten mit er/sie als Protagonisten) birgt für den Autor die wenigsten Fallen und geht leicht von der Hand.

Zu beachten dabei: Wird in solch einem Text eine Rückblende eingebaut (...wir flogen wieder und ich konnte mich daran erinnern, wie wir zum ersten Mal geflogen waren...), so muss diese Rückblende im Plusquamperfekt geschrieben werden. Das ist diese (im Deutschen) so holperige Konstruktion mit ... wir hatten gegessen... sie waren gestorben...)

Ganz anders jedoch bei wörtlicher Rede ("Hy, kann mir mal einer sagen, wo es zur Schleuse geht?") Da verwendet man höchst selten das Imperfekt, da das im geprochenen Deutsch am aussterben ist. Niemand sagt mehr in einem Tischgespräch: "Gestern gingen wir auf eine Party und aßen ein Wildschwein" Jeder sagt "Wir sind auf eine Party gegange und haben Wildschwein gegessen) Das ist (für ein Gespräch in der Gegenwart richtigerweise) die vollendete Vergangenheit/Perfekt.

LG brehb
[SigNat] Zu spät. Sich sputen bringst nichts
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