Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Diskussion zum Schriftsteller-werden.de Blog

Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Jacky » 21.12.2007, 09:18

Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Sex, drugs and Rock'n Roll

Was für Vorlieben hat dein Charakter?
Wie kommst du auf seine Gewohnheiten?
Wie entscheidest du, welche Vorlieben er haben soll?
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
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Beitragvon Liyah » 07.11.2008, 19:12

Cool!

Das ist ein richtig toller Teil!

Bei vielen Sachen müsste ich echt überlegen, wie ich selber das überhaupt sehe.... bei manchen Punkten denke ich so: Öhm... :roll: noch nie drüber nachgedacht...

Das ist echt knifflig!

Am besten gefällt mir: 1 Million - was machst du damit!
Das sollte ein wichtiger Punkt sein meiner Meinung nach, auch in den Charakterbögen. Also neben Ziele und Träume der 1-Million-Punkt. Weil es total spannend ist, seinen Charakter vollkommen verrückt mit Geld um sich verwerfen zu lassen. :D

LG Liyah
Liebe ist wie aufwärts fallen.

Was zu dir gehört, kannst du nicht verlieren, alles andere, kannst du nicht festhalten.
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Zauberzunge » 06.05.2012, 21:03

Wow, dieser Teil des Charakterkurses ist wirklich sehr schwach kommentiert. Übersehe ich etwas, was allen klar ist? Oder ist es sogar umgekehrt? :thinking:


Wenn du deinen Charakter wirklich kennen willst, wirklich voraussagen möchtest, was er als nächstes tut. Dann musst du wissen was er über die Dinge denkt.


Ich fand diesen Teil besonders schwierig, den schwierigsten Teil der Charakterentwicklung bisher überhaupt (was natürlich bei 5 von 15 Teilen nicht viel heißt, aber trotzdem). Das liegt vor allem daran, dass mir der „Wozu brauch ich das überhaupt“ Teil besonders bewusst und auch wichtig ist: Kommt es in einer Geschichte nicht ganz besonders darauf an, dass man weiß, wie jemand reagieren würde? Ich stelle mir gerne „optimale“ Reaktionen auf bestimmte Situationen vor; also was das Beste wäre, was man machen könnte. Das läuft dann meistens auf „ruhig und respektvoll bleiben“ hinaus, was im Umgang mit mächtigen Figuren aus Geschichten (z.B. ein(e) König(in)) unweigerlich zu schleimiger Unterwürfigkeit führt. Ob das dann so perfekt ist, ist dann natürlich die nächste Frage. Doch wer will schon eine Geschichte lesen, in der der Charakter alles perfekt macht und scheinbar keine eigene Gesinnung hat? Natürlich keiner, ist ja klar, und ich schon gar nicht. Ohne Fehler ist man einfach flach und langweilig. Und nicht zuletzt hätte ich dann keine Möglichkeit mehr, mir eine „perfekte“ Reaktion zu überlegen.

Die Reaktion muss also zuallererst zum Charakter passen – und danach kommt nichts mehr (es sei denn man fügt das Passen in die Handlung hinzu, aber das kann ja auch umgekehrt vom Charakter bestimmt sein – naja, eigentlich beides). Ohne eine passende Gesinnung, die ja dann die Reaktion bestimmt, kann man die Geschichte vermutlich knicken oder sie wird eben nicht mehr so toll.

Ich kann hier längst nicht alle Fragen abdecken, aber ich bin mir sicher, du weißt selbst am Besten, was wichtig für deinen Charakter ist.

Und wie gestalte ich jetzt die Gesinnung? Stimmt ich sollte wohl wissen, was wichtig für meinen Charakter ist. Aber weiß ich das auch wirklich? Weiß ich das schon? Oder: Wann werde/kann ich es wissen? Weiß ich es vielleicht, ohne es zu wissen? Oder, einfacher: Hilfe, wie geht’s weiter? :?: :?: :?:

Diese Fragen sind nur kleine Anregungen. Wenn du damit durch bist, dann solltest du wissen, wie dein Charakter zu allen wichtigen Dingen im Leben steht. Es ist ein erster Schritt um in seine Gedankenwelt hinein zu finden und herauszufinden wie er tickt.

Selbstverständlich, Selbstverständlich. Das ist ja sicher ein wichtiges Ziel des ganzen Charakterkurses (oder?). Aber wie definiert man „wichtige Dinge im Leben“? Blöde Frage, das ist bei jedem Anders. Also: Was ist für meinen Charakter wichtig im Leben? Wie sieht seine Gedankenwelt denn nun aus? Dazu müsste man theoretisch irgendwie alle Bereiche des Lebens (bzw. des Lebens des Charakters) überblicken und einordnen, was für ihn/sie wie wichtig oder unwichtig ist. Theoretisch. Obwohl ich Gott meiner eigenen Welt und Geschichte sein mag, bin ich immer noch nur ein Mensch? Wie soll ich da auch nur einen blassen Schimmer haben, wie man alle Bereiche des Lebens erkennt, geschweige denn einordnet? :shock: :roll: :?: :?:


Ich würde mich wirklich freuen, wenn mir jemand helfen könnte oder diesen Teil des Charakterkurses kommentieren würde.

Viele Grüße, Zauberzunge
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Jacky » 06.05.2012, 21:18

Zauberzunge hat geschrieben:
Ich kann hier längst nicht alle Fragen abdecken, aber ich bin mir sicher, du weißt selbst am Besten, was wichtig für deinen Charakter ist.

Und wie gestalte ich jetzt die Gesinnung? Stimmt ich sollte wohl wissen, was wichtig für meinen Charakter ist. Aber weiß ich das auch wirklich? Weiß ich das schon? Oder: Wann werde/kann ich es wissen? Weiß ich es vielleicht, ohne es zu wissen? Oder, einfacher: Hilfe, wie geht’s weiter? :?: :?: :?:

Wichtig vor allem im Sinne von: Wichtig für den Charakter innerhalb der Geschichte ... hmmm, wie sag ich das ... okay, sagen wir dein Charakter ist ein Vampir in einem historischen Setting. Dann ist seine Einstellung gegenüber seiner Unsterblichkeit, gegenüber der Sterblichkeit der Rest der Menschheit und gegenüber dem aktuell existierende Monarchen (so es den gibt) genauso wichtig, wie seine Einstellung zum "töten von Menschen für Blut" oder "was ist eine Frau 'wert'".

Handelt es sich dagegen um einen Captain auf einem Raumschiff im Jahr 2417 sind alle diese Fragen (wahrscheinlich) völlig irrelevant ^^

Diese Fragen sind nur kleine Anregungen. Wenn du damit durch bist, dann solltest du wissen, wie dein Charakter zu allen wichtigen Dingen im Leben steht. Es ist ein erster Schritt um in seine Gedankenwelt hinein zu finden und herauszufinden wie er tickt.

[...] Wie soll ich da auch nur einen blassen Schimmer haben, wie man alle Bereiche des Lebens erkennt, geschweige denn einordnet? :shock: :roll: :?: :?: [/quote]
a) Damit war so etwas gemeint wie: Gesundheit, Partnerschaft, Sozial/Freunde/Familie, Finanzen, Arbeit, Geist/Seele/Spiritualität/Glauben (wenn du ein paar Selbstfindungsbücher gelesen hast, weißt du was ich meine, falls nicht reicht auch "ins Blaue raten" 8) )
b) Ich arbeite gerade an einem etwas ausführlicheren Fragebogen (ja, noch ausführlicher als die 100 Fragen zum Charakter ^^ ), kann aber noch nicht abschätzen, wie lange ich brauche bis ich fertig bin, weil ich dank meinem *stern* nur recht wenig Zeit dazu finde. Wenn dir so etwas also helfen würde, dann musst du dich noch eine Weile gedulden :mrgreen:

Hilft das weiter?

lg
Jacky ;)
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Nagual » 07.05.2012, 12:11

Aloha Zauberzunge! Aloha Jacky!

Ich bin vorhin über diesen Eintrag gestolpert und hab diesen Teil des Charakterkurses gleich gemacht. Vielleicht hilft es dir ja, Zauberzunge, wenn ich mal über meine gerade eben gemachte Erfahrung laber :mrgreen:

Zunächst mal fand ich das ganze sehr interessant! Über gewisse Punkte hatte ich mir bis jetzt noch keine Gedanken gemacht, während andere schon lange festgelegt waren und ich sie ebenso aus der Pistole beantworten konnte, als hätte man mir die Frage gestellt (und nicht meiner Prota). Das war, glaube ich, schon mal eine gute Sache.

Was ich mir aber am Schluss gedacht habe: Ich hätte all diese Fragen niemals beantworten können, als ich erst bei der Vorbereitung zum Plot war. Ich lerne meine Charas am besten beim Schreiben selbst kennen. Wenn ich erst einmal den Plot soweit hab, kann ich schon anhand von Szenen viele Fragen beantworten. Es dauert eben seine Zeit, bis man für die Leute ein gewisses Gefühl bekommt. Vieles habe ich erst über meine Prota erkannt, als ich hier ins Forum Texte gestellt und Kommis bekommen hab. Das hat mir irrsinnig geholfen, meine Charas auszubauen und kennenzulernen.
So ergeben sich die Fragen "Wie kommst du auf seine Gewohnheiten? Wie entscheidest du, welche Vorlieben er haben soll?" eigentlich bei mir aus dem Schreiben heraus. Liegt vielleicht daran, dass es mir so am meisten Spaß macht. Ich schreibe um des Schreibens willen, weil ich es einfach gerne mache. Darum ist diese Methode (alles über das Schreiben herausfinden) vielleicht die beste für mich. Ich plane zwar auch viel im Vorraus (Plot, grobe Chara-Sachen etc), aber davon verwerfe ich auch irre viel wieder, weil es sich im Schreiben einfach anders ergibt und dann viel besser wird.

Ich muss Jacky zudem zustimmen. Viele Fragen sind variabel, für gewisse Genres kaum verwendbar (die Frage mit dem Fernseher in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt? :mrgreen: ). Wenn man sich aber damit auseinandersetzt, wie die Welt aufgebaut ist bzw was man schreiben will (Sci-Fi, Vampir, bla bla...) ergeben sich gewisse Fragen von allein. ZB herrschen in meiner Welt Machtkämpfe zwischen Priestern und Alchemisten. Daraus ergibt sich die Frage, auf welcher Seite meine Prota steht. Hat sie überhaupt eine Meinung dazu? Was denkt sie darüber? Verteidigt sie vlt sogar eine der beiden Gruppierungen rigoros? Nur als BSP :wink:

Man kann quasi aus jeder Idee eine Frage machen. Aus jeder Szene eine Frage, aus jedem Aspekt, der irgendwie von Belang sein könnte. Und man kann sich am "realen" eigenen Leben orientieren. In gewissen Situationen, die ich erlebe, denke ich mir manchmal: "Wie hätte XYZ jetzt wohl reagiert?"

Danke an Jacky für die tollen Hilfestellungen! Es macht immer wieder Spaß, deinen Blog zu lesen und die Tipps anzuwenden :hooray: :flowers: :hug:

Liebe Grüße,
Nagual
Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Alibabe » 08.05.2012, 16:14

Bei den super, hochglanz Helden wo der Char "alles perfekt" macht, da mag so etwas wie Gesinnung oder Einstellung unwichtig erscheinen und auch oftmals fehl am Platz sein. Aber Anti-Helden sind ein gutes Beispiel für diesen Teil von Jackys Charakterkurs. Dieser Typus von Charakter LEBT gerade zu davon. Niemand wird von jetzt auf nachher Alkohol- oder Drogenabhängig, weil er gerade Lust darauf hat. Schuldgefühle, chronische Schmerzen (physisch als auch psychisch) zeichnen einen Menschen. Einem Selbstmord geht immer eine Geschichte voraus, der Verlust eines geliebten Menschen etc.

Der Leser betrachtet einen Charakter am Punkt X. An diesem Punkt hat der Char als Individuum eine Entwicklung durchgemacht. Was hat er erlebt, welche Gefühle hat er empfunden, wie hat er in einer Situation reagiert? So wie wir Menschen auch, ist er an diesem Punkt X eine Summe seiner Erfahrungen.
Schreibe jeden Satz so, dass man neugierig auf den nächsten wird. (William Faulkner)
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Zauberzunge » 11.05.2012, 20:05

Hallo Jacky, Nagual und Alibabe

leider kann ich mich erst jetzt melden, da in letzter Zeit viel für die Schule zu tun war (Klausurhochsaison, etc.). Dafür kommt aber jetzt ein längerer Beitrag.

Zuerst einmal vielen Dank für die schnellen, ausführlichen und ganz besonders hilfreichen Antworten! :hooray: Das ist doch nicht schlecht: Ein Thread hat etwa vier Jahre keinen neuen Beitrag bekommen, dann komme ich und am nächsten Tag hat sich die Beitragszahl geradezu verdoppelt! Um da weiter mitzuhalten aber vor allem, um vielleicht doch noch etwas mehr als einen Hilferuf beizusteuern, gehe ich hier noch einmal auf die Beiträge ein. Das ist gleichzeitig auch eine längere Version von einem ganz dicken Dankeschön. :hug:



Wichtig vor allem im Sinne von: Wichtig für den Charakter innerhalb der Geschichte.

Das klingt nicht nur logisch, sondern ist es auch. Womöglich bin ich eine der Wenigen, die das nicht ganz gepeilt haben. Gut, dass das jetzt da steht.

okay, sagen wir dein Charakter ist ein Vampir in einem historischen Setting. Dann ist seine Einstellung gegenüber seiner Unsterblichkeit, gegenüber der Sterblichkeit der Rest der Menschheit und gegenüber dem aktuell existierende Monarchen (so es den gibt) genauso wichtig, wie seine Einstellung zum "töten von Menschen für Blut" oder "was ist eine Frau 'wert'".

Gutes Beispiel, so geht das viel besser in meinen Schädel. Es kommt also vor allem auf die Umwelt des Charakters an. Vielleicht sollte ich da ansetzten? Also z.B. ein paar Zukunftsvorstellungen einbauen oder – einfacher – die Zeit der Geschichte von 2050 auf 2013 ändern. Aber selbst dann bleibt da genug übrig: In meiner Welt „wimmelt“ es vor Angehörigen magischer Völker. Die Einstellungen zu ihnen, genauer den Elfen, kommen bisher nur im Punkt „Vorurteile“ vor. Das ist zwar bezeichnend für meine Hauptfigur, da sie möglichst Vorurteilen aus dem Weg geht und absolut notwendig für die Handlung, aber – das ist eigentlich eines der Wichtigsten Elemente der Geschichte überhaupt. Und gerade diesen Teil habe ich bisher eher grob bearbeitet !
Zwischenergebnis: Völkerentwicklung und Schaffung einer Fantasywelt und Plot nebenher zur Charakterentwicklung laufen lassen

Damit war so etwas gemeint wie: Gesundheit, Partnerschaft, Sozial/Freunde/Familie, Finanzen, Arbeit, Geist/Seele/Spiritualität/Glauben (wenn du ein paar Selbstfindungsbücher gelesen hast, weißt du was ich meine, falls nicht reicht auch "ins Blaue raten" )

Da habe ich nicht nur etwas über’s Schreiben sondern auch über Selbsteinschätzung und eigene Fähigkeiten gelernt. Manche Sachen bleiben im Hirn, manche länger, manche kürzer, und einiges verschwindet mit erschreckender Geschwindigkeit aus den Gedanken oder zumindest aus dem Bewusstsein. Diese Ansatzpunkte verknüpfen für mich sofort die Erinnerung über das fünf Säulen Modell der Identität nach H.G. Peztold (http://www.ifp-finanzen.de/downloads/petzold.pdf ). Da ich über meine Seminararbeit über Identitätskrise (anhand von Schöne Neue Welt von Aldous Huxley; Leitthema des Seminars: Film und Literatur der Moderne - yeah!) schreibe, hätte ich da eigentlich auch irgendwie selbst drauf kommen müssen. Wie definiert man Identität anhand von Literatur? Die Frage gehört sowohl in meine wissenschaftliche Seminararbeit als auch in eine (jede) gute Charakterentwicklung für eine Geschichte – wobei es hier natürlich mehr auf die literarische und sprachliche Umsetzung als auf die wissenschaftliche Analyse derselben ankommt. Auf‘s „ins Blaue raten“ (könnte ich auch mal probieren, einfach so) bin ich also gar nicht mehr angewiesen.

Ich arbeite gerade an einem etwas ausführlicheren Fragebogen (ja, noch ausführlicher als die 100 Fragen zum Charakter ^^ )

Super! :2thumbs: Die 100 Fragen sind etwas ganz besonders für die Charakterentwicklung, finde ich jedenfalls (so weit ich durch bin). Manches deckt zwar den Charakterkurs ab (was auch nicht schlecht ist), aber einiges erweitert ihn sogar, wie z.B. Wenn du nur einen Koffer hättest, in dem du deinen gesamten Besitz packen dürftest, was würdest du hineinpacken? (passt doch zur Gesinnung, oder?) Das Besondere daran ist vor allem, dass man sich richtig mit seinem Charakter „unterhalten“ kann bzw. ihn/sie interviewen kann. Dabei lernt man ihn/sie viel besser kennen. Man arbeitet schon für seine Geschichte, ohne Angst haben zu müssen, dass man schlecht schreibt (dazu gab es auch einen Artikel, ich weiß aber leider nicht, wo er erschienen ist oder wie er heißt). Außerdem erinnert mich das an einen Artikel, in dem Sie geschrieben haben, dass Sie sich gerne mit den Charakteren unterhalten und einer Sie sogar angeschrien hat! Leider weiß ich auch von diesem Artikel weder Titel noch „Standort“.

kann aber noch nicht abschätzen, wie lange ich brauche bis ich fertig bin, weil ich dank meinem *stern* nur recht wenig Zeit dazu finde. Wenn dir so etwas also helfen würde, dann musst du dich noch eine Weile gedulden

Damit habe ich nicht das geringste Problem! Einerseits habe ich dann noch etwas zum drauf-freuen-und-weil-es-neu-ist-noch-interessanter-finden :D ; andererseits bin ich auch beeindruckt, wie Sie es überhaupt schaffen, so viel für die Schreibwerkstatt zu machen. Vielleicht ist das nur eine Sache des Zeitmanagements, aber trotzdem: WOW, großen Respekt von meiner Seite. Ich fühle mich zeitweise schon von der Schule überfordert, aber es muss sicher etwas ganz Anderes sein, etwas zu tun, was Viele lesen und nach dem sich Viele richten.



Zunächst mal fand ich das ganze sehr interessant! Über gewisse Punkte hatte ich mir bis jetzt noch keine Gedanken gemacht, während andere schon lange festgelegt waren und ich sie ebenso aus der Pistole beantworten konnte, als hätte man mir die Frage gestellt (und nicht meiner Prota)
.
So ähnlich ging es mir bisher auch an manchen Stellen. Schritt 1 und 2 (Stereotyp und Name) z.B. hatte ich auch bei den Nebencharakteren schon abgeschlossen, als ich die Schreibwerkstatt entdeckte. Auf der anderen Seite wäre ich nie auf so viele Dinge, die die Äußerlichkeit betreffen gekommen, wenn nicht durch den Charakterkurs. Das trifft sicher auch auf viele andere Aspekte zu, aber ich bin nun mal noch nicht so weit gekommen. So ähnlich verhält sich das auch mit dem Völkerbogen, obwohl ich den bisher nur gelesen und nicht bearbeitet habe.

Ich hätte all diese Fragen niemals beantworten können, als ich erst bei der Vorbereitung zum Plot war. Ich lerne meine Charas am besten beim Schreiben selbst kennen. Wenn ich erst einmal den Plot soweit hab, kann ich schon anhand von Szenen viele Fragen beantworten. Es dauert eben seine Zeit, bis man für die Leute ein gewisses Gefühl bekommt.

"Wie kommst du auf seine Gewohnheiten? Wie entscheidest du, welche Vorlieben er haben soll?" eigentlich bei mir aus dem Schreiben heraus.

Die Erfahrung konnte ich bisher noch nicht so richtig machen. Ich arbeite schon etwa zwei Jahre an Plot, Charakteren, Hintergründen, etc. von meiner Geschichte, habe aber bisher kaum etwas geschrieben (geniale Taktik für einen Autor...) – und vieles fehlt noch, auch was den Plot, die Charaktere und die Hintergründe (v.a. bei den Völkern) betrifft. Einfach mal Schreiben ist sicher eine gute Idee; wenn ich doch Mal schreibe habe ich immer mein Notizbuch neben mir liegen. Manche Dinge braucht man eben, merkt es aber wohl erst beim Schreiben, manches entwickelt sich erst aus neuen Ideen, die wiederum beim Schreiben umgesetzt und gesammelt werden. Und falls es doch nicht klappt, hat man eben noch Mal Schreiben geübt.
Zwischenfazit: neben Charakterentwicklung weiter plotten und – vor allem – schreiben.

Viele Fragen sind variabel, für gewisse Genres kaum verwendbar (die Frage mit dem Fernseher in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt? ). Wenn man sich aber damit auseinandersetzt, wie die Welt aufgebaut ist bzw was man schreiben will (Sci-Fi, Vampir, bla bla...) ergeben sich gewisse Fragen von allein. ZB herrschen in meiner Welt Machtkämpfe zwischen Priestern und Alchemisten. Daraus ergibt sich die Frage, auf welcher Seite meine Prota steht. Hat sie überhaupt eine Meinung dazu? Was denkt sie darüber? Verteidigt sie vlt sogar eine der beiden Gruppierungen rigoros?

Fernseher und High Fantasy? So ein Quatsch. Fernseher und Fantasy allgemein? Mal überlegen... :thinking: Meine Geschichte spielt in einer Fantasywelt, aber in der Gegenwart bzw. nahen Zukunft. Die Einstellung der Protagonisten zu Medien wäre also noch hinzuzufügen. Der Weltaufbau hingegen hängt vor allem mit den Völkern zusammen, oft jedenfalls, würde ich sagen. Dazu müssen die Völker nicht aus Fantasiewesen bestehen – so wie bei mir – verschiedene ethnische Gruppen und ihre Einstellung zueinander sind oft genug hoch interessant. Ganz spontan fällt mir dazu Isabell Allendes Die Insel unter dem Meer ein: Es geht unter Anderem um die Sklavenhaltung in Haiti, was erheblichen Einfluss auf die Einstellung der Schwarzen (Bürger aus Haiti) gegenüber den Weißen (Reiche, Plantagenbesitzer, Sklavenhalter) und umgekehrt haben.
Das führt gleich zum nächsten Punkt, dem Machtkampf zwischen Priestern und Alchemisten – oder verschiedensten anderen Gruppen. ( :yoda: vs :darthvader:) Was, wenn ein Volk ein Anderes ausrotten oder vertreiben will, weil dieses Volk angeblich nicht kompromissbereit genug ist? In meinem Fall eine Gruppe Menschen, die es auf die Elfen abgesehen hat. Natürlich darf man nicht „schwarz-weiß“ malen, nach dem Schema „das sind die Guten und die sind böse“. Was lässt den Leser das Volk, das die Anderen vertreiben will, verstehen? Natürlich indem auch das Andere Volk seine schlechten Seiten hat. Gibt es z.B. auch unter ihnen Fanatiker? Als Mensch steht meine Hauptfigur natürlich auf der Seite der Menschen (ebenfalls ein Mittel, um sie gut dastehen zu lassen), bis sich herausstellt, dass eben diese Menschen sich eigentlich schrecklich verhalten. Hier ist nicht nur die Einstellung zu Politik wichtig, sondern auch wie, wie schnell und warum sich die Einstellung in welche Richtung ändert. Ist das nicht genau das, was mit Charakterentwicklung gemeint ist? :roll:

Und man kann sich am "realen" eigenen Leben orientieren. In gewissen Situationen, die ich erlebe, denke ich mir manchmal: "Wie hätte XYZ jetzt wohl reagiert?"

Keine so schlechte Idee, ich mache das auch die meiste Zeit mit meiner Hauptfigur. Für mich ergibt sich dann leider das Problem, dass ich das Gefühl habe, dass sie genauso wird wie ich – das möchte ich eigentlich nicht. Natürlich könnte ich Eigenschaften spiegeln (schlau – dumm, hübsch – hässlich, groß – klein, etc.), aber es gibt so viele Nuancen! Die müssten eigentlich locker zwischen die Gegenteile passen, leider fällt mir dazu nicht unbedingt so viel ein.




Niemand wird von jetzt auf nachher Alkohol- oder Drogenabhängig, weil er gerade Lust darauf hat. Schuldgefühle, chronische Schmerzen (physisch als auch psychisch) zeichnen einen Menschen. Einem Selbstmord geht immer eine Geschichte voraus, der Verlust eines geliebten Menschen etc.

Der Leser betrachtet einen Charakter am Punkt X. An diesem Punkt hat der Char als Individuum eine Entwicklung durchgemacht. Was hat er erlebt, welche Gefühle hat er empfunden, wie hat er in einer Situation reagiert?

Das betrifft, würde ich sagen, vor allem den vierten Teil des Charakterkurses, die Vergangenheit. Hierzu schrieb Jacky:
Sicher gibt es verschiedene Möglichkeiten auf so etwas zu reagieren. Darauf werden wir später noch zu sprechen kommen.

Ist dies also eben jener Teil, wo es um die Verarbeitung der Vergangenheit geht? Ich denke ja. Da ich aber die anderen Teile des Charakterkurses noch nicht kenne, könnte das aber genauso gut in einem späteren Teil oder über alle folgenden Teile verteilt kommen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mein Charakter noch so zu bieten hat.

Gesamtfazit: Weitermachen, weitermachen. Schreiben, plotten, Welt kreieren, Charakterkurs. Da gibt es genug zu tun. Vielen Dank noch Mal für die vielen ausführlichen Beiträge.

Viele liebe und dankbare Grüße von Zauberzunge :dasheye:
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Jacky » 12.05.2012, 12:51

1. Ich bin ein "du" :)
2. Der gesuchte Artikel über schlechtes Schreiben lernen heißt übrigens: Schlecht schreiben lernen 8)

Freut mich, dass dir der Kurs und auch die Antworten hier so helfen und gefallen.
lg
Jacky ;)
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Zauberzunge » 12.05.2012, 19:13

1. Ich bin ein "du" :)
2. Der gesuchte Artikel über schlechtes Schreiben lernen heißt übrigens: Schlecht schreiben lernen 8)

1. Danke. Ich fange prinzipiell erstmal mit Sie an, vielleicht ist da was an mir vorbeigegangen, aber es fühlt sich für mich ein bisschen komisch an (mangelde Facebook-Mitgliedschaft? Oder... Nein, da komm ich auch bei mir nicht mehr mit :groggy: ), Alle von vorn herein zu duzen. Bloß nicht sauer sein!
2. Eigentlich habe ich einen Anderen Artikel gemeint, aber das kannst du (hehe, es klappt :wink: ) ja nicht wissen. Ich dachte an einen in die Richtung "Viele sind vor ihrem ersten Projekt verstört - ach, das mach ich, wenn ich besser schreibe, später vielleicht... - Schreib etwas, was zu deinen Figuren/Zeit/Welt/etc. passt, aber nicht in die Geschichte gehört (z.B. Alltag einer Figur, Vorgeschichte, etc.) - Hilft in vielerlei Hinsicht: a) man lernt die Charaktere/Zeit/Welt/etc. besser kennen, b) Schreibübung, c)Gefühl, schon für die Geschichte zu schreiben, motiviert
Aber wenn ich es mir recht überlege, hilft der Schlechtes Schreiben Artikel vielleicht noch besser... Wenn ich was Schreibe, dann (bisher) (fast) immer per Hand. Spätestens beim Tippen kam dann die erste Überarbeitung. Fazit: Bisher etwa 10300 Wörter, die schon überarbeitet, aber wohl sicher nicht perfekt sind...

Das gibt sich hoffentlich beizeiten. Bis dahin noch Mal Danke für den Tipp mit dem Schlechten Schreiben. :fool:

Viele Grüße von Zauberzunge :mrgreen:
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Jacky » 13.05.2012, 10:22

Freut mich zu hören.
Trotzdem noch mal ein paar Tipps ins Blaue, was du vielleicht gemeint haben könntest 8)

Anfangsprobleme überwinden – Ein Blick in die Vergangenheit
Der Alltag – Das erste Mal [Teil 11 Charakterkurs]
Achtung! Hochspannung! – Im Konflikt [Teil 12 Charakterkurs]
100 Fragen für deine Charaktere

Und hier noch eine ganze Liste an Linktipps, wo definitiv auch noch was dabei sein könnte:
Inspiration und Ideen
vielleicht insbesondere der Teil zu den Schreibblockaden??

lg und viel Erfolg
Jacky ;)
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Zauberzunge » 13.05.2012, 22:18

Trotzdem noch mal ein paar Tipps ins Blaue, was du vielleicht gemeint haben könntest

Anfangsprobleme überwinden – Ein Blick in die Vergangenheit
Der Alltag – Das erste Mal [Teil 11 Charakterkurs]
Achtung! Hochspannung! – Im Konflikt [Teil 12 Charakterkurs]
100 Fragen für deine Charaktere

Und hier noch eine ganze Liste an Linktipps, wo definitiv auch noch was dabei sein könnte:
Inspiration und Ideen


Danke für die Tipps! Der Artikel "Anfangsprobleme überwinden – Ein Blick in die Vergangenheit" war genau der, den ich gemeint habe :hooray: . Die Teile des Charakterkurses habe ich auch schon fest eingeplant, aber ich bin erst bei Schritt 5. Auch die 100 Fragen sind schon in meinem Charakterbogen und teilweise beantwortet. Die Inspirationen und Ideen habe ich noch nicht angeschaut, ich dachte bisher, dass ich damit am wenigsten Probleme habe. Aber man kann ja nie wissen, die Artikel sind es bestimmt wert. :coofee:

Liebe Grüße und Danke nochmal,
Zauberzunge :D
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Zauberzunge » 16.05.2012, 22:52

einen Artikel, in dem du geschrieben hast, dass du dich gerne mit den Charakteren unterhältst und einer dich sogar angeschrien hat!


Den Artikel habe ich mittlerweile auch gefunden, es war Tipps und Tricks - Brauch ich das alles wirklich beim Charakterkurs. Schön, wenn sich dann nach und nach alles aufklärt... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon ElizaBlack » 10.02.2014, 22:16

Hmmh, sich alle Einzelheiten einzeln zu überlegen...Ich finde es ein bisschen schwierig, aus dem Nichts heraus jede Kleinigkeit zu entschiden - ob mein Charakter Kekse mag, ob er normlerweise Kaffee trinkt oder nicht. Das sind so viele Kleinigkeiten, da erscheint es mir fast unmöglich, alle kleinen Macken und Gewohnheiten aller meiner Charaktere (und das sind ganz schön :lol: ) zu überblicken. Ich benutze jedenfalls die Methode von Elizabeth George - ich überlege mir erst einmal das Kernbedürfnis (oder ich habe bereits eine gewisse Vorstellung davon). Und das Kernbedürfnis bestimmt all seine Handlungen. Wenn sein Kernbedürfnis zum Beispiel daraus besteht, Erfolg im Leben zu haben, indem er recih wird, plant er die Termine an seinem Tag vielleicht erst einmal sorgfältig. Er trinkt Kaffee in Maßen (denn zu viel ist schlecht für seine Gesundheit), seine Wohnung hält er sauber, er spart viel. Er ist (ehr)geizig. Manche anderen Einstellungen lassen sich auch aus seiner Vergangenheit ableiten. Vielleicht hasst der Charakter Rasenmäher, weil er am Wochenende als Jugendlicher nie ausschlafen konnte :XD:
Alles, was er macht, dient jedenfalls einem bestimmten Ziel, das er bewusst oder unbewusst, zu erreichen versucht.
So mache ich das jedenfalls :)
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon Tikita » 11.02.2014, 00:37

Ich bin der Ansicht, jede Frage die man mir stellen könnte auch im Sinne meines Protagonisten beantworten zu können.

Ich arbeite aber auch seit 5 Jahren an/mit dieser fiktiven Person.

Ich glaube aber nicht das man sowas für absolut jede Figur braucht. Nur die wichtigsten und selbst da hab ich Abstufungen...
Jeden Morgen entscheide ich, wer ich den Rest meines Lebens sein möchte.
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Re: Sex, drugs and Rock'n Roll [5]

Beitragvon magico » 08.05.2014, 11:54

Na ja... wenn ich alles zu sehr durchplane, verliere ich irgendwann die Lust am Schreiben und an der Figur. Es ist alles zu vorhersehbar. Ein paar Eigenschaften sollten sich erst während des Schreibens ergeben. So ist es zumindest bei mir.

Zu den Fragen (ich nehme jetzt mal meinen Detektiv):

Was für Vorlieben hat dein Charakter?

* lange und ausgiebig schlafen
* Eiskaffee aus Tetrapacks
* Ranger (Beef'n Bacon-Riegel von Bifi)
* er hasst es zu telefonieren
* Selbstironie und Sarkasmus

Wie kommst du auf seine Gewohnheiten?

Natürlich enthält der Charakter ein paar autobiografische Züge (zumindest grob).
Der Eiskaffee dient als Ersatz für Alkohol. Ich fand es irgendwie bescheuert, dass alle hard boiled Detectives ständig am Saufen sind.
Die Ranger-Riegel betonen die ungesunde Lebensweise, der er zwangsweise unterliegt.
Vorteil an autobiografischen Elementen ist natürlich, dass man sich noch besser in seine Figur hineinversetzen kann.

Wie entscheidest du, welche Vorlieben er haben soll?

Es gibt eine herausstechende Grundeigenschaft. In diesem Fall ist es Chaotismus.
Natürlich kein absoluter Chaotismus, aber überall dort, wo es möglich ist.
Diese Eigenschaft bringt weitere Eigenheiten/Vorlieben mit sich.
Verzettelung, Verspätung, Hektik (wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist) usw.
Neuester Artikel (30.11.): Das Gutmensch-Experiment: Ngana & Klaus

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