Show, don't tell!

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Show, don't tell!

Beitragvon Lykos » 10.12.2013, 18:58

Hi :D
Natürlich lässt sich über die Notwendigkeit und über die Dosis von show don't tell streiten ( :roll: ). Aber in den meisten Fällen klingt show "professioneller", wie ich finde. Machen wir doch eine Schreibübung draus!
Man bekommt einen Begriff, und den muss man umschreiben.
Am einfachsten geht das, in dem man sich kurz eine Figur aus den Fingern saugt ("Er spürte das leichte Beben der Erde, noch bevor er es sah"). Die Antworten können beliebig lang sein, manchmal reicht sogar ein einziger Satz ;)
Ich geb mal das erste Wort rein:

Sommer

Zeigt!
Lg,
Lykos

PS: Ihr könnt auch einen tell-Satz reingeben, den man dann umschreiben muss :D
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Liyah » 10.12.2013, 19:57

Uh, einen Tell-Satz habe ich nicht, aber es gibt sooo viele da draußen.

Er war heldenhaft, ist wohl einer der schlimmsten. :roll: Bzw. einer, wo man am einfachsten mit show arbeiten könnte. :)

Wie wäre es damit, viel Platz für Fantasie.

"Heldenhaft rettete er sie."

LG Liyah
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Lykos » 10.12.2013, 22:27

Tell: Heldenhaft rettete er sie.

Show: Er sprang hinunter und landete er vor den Augen der Meute. Mit einem raschen Schwertstreich durchtrennte er ihre Fesseln, spuckte dem Anführer vor die Füße und rannte mit ihr von dannen.

"Es war ein kalter Herbsttag."
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon CharlySemmel » 11.12.2013, 00:16

Humor: Er sprang hinunter und landete vor den blauen, grünen und braunen Augen der Meute. Mit einem raschen Schwertstreich durchtrennte er ihre strammen Fesseln, spuckte dem Anführer auf die ungewaschenen Füße und rannte händchenhaltend und laut lachend mit ihr davon (und wenn sie nicht gestorben sind ...) :mrgreen:
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Liyah » 11.12.2013, 08:43

Vielleicht wäre es gut, wenn es irgendwann sehr viele Beiträge gibt, dass man als erstes immer den Ausgangssatz in seinen Post schreibt. Noch ist es übersichtlich. Aber wenn später jemand nen Satz von oben nimmt weiß man so schnell nicht worauf sich das bezieht. ;). LG liyah
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Ballater » 11.12.2013, 10:51

Tell: "Es war ein kalter Herbsttag."

Die meisten Bäume hatten ihr Blätterkleid schon verloren und über dem Stoppelfeld hingen noch letzte Nebelfetzen. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, als ein Windstoß gelbe Blätter um sie aufwirbelte und sie vergrub ihr Gesicht noch etwas tiefer in den Kragen ihres Wollmantels.

Neuer Tell-Satz: In der Dunkelheit bekam er Angst.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon BurningSun » 11.12.2013, 11:20

Tell: In der Dunkelheit bekam er Angst.

Show: Die Dunkelheit umzingelte ihn und auch der Mond hatte keine Chance, die Nacht zu durchdringen. Er drehte sich um seine eigene Achse, um rechtzeitig auf jede Gefahr reagieren zu können und jedes Geräusch klang in seinen Ohren wie ein Pistolenschuss. Sein Körper zitterte vor Erregung, Anspannung und Angst.

Tell: Er stapfte durch den Schnee.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Marybess » 11.12.2013, 11:33

Tell: Er stapfte durch den Schnee.

Show: Schneeklumpen klebte an seiner Hose und seinen Stiefeln und langsam drang die Feuchtigkeit durch das dünne Leder. Seine Spuren waren weithin sichtbar und er kam einfach nicht schnell genug voran. So hatte er keine Chance ihnen zu entkommen.

Tell: Sie stieg in den kalten See.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Schnuddel » 11.12.2013, 12:37

Tell: Sie stieg in den kalten See.

Show: Sie hielt unwillkürlich den Atem an, als ihr Fuß ins Wasser tauchte. Sofort begann ihr Bein zu kribbeln und sich gegen die Zumutung zu wehren. Dann folgte der zweite Fuß. Kleine Kiesel drifteten unter ihren Sohlen weg wie glitschige Fische. Noch ein Schritt - und noch einer. Ihr rechter Fuß begann, taub zu werden, während die Kälte ihr Bein hinaufkroch.
Das Kleid klebte bereits an den nackten Beinen, doch immer noch versuchte sie ängstlich, nicht mit den Händen die Wasseroberfläche zu berühren.
"Das hat so keinen Sinn", dachte sie. "Bei drei tauche ich unter!"
Ihr Puls schien sich verlangsamt zu haben. Vielleicht blieb er stehen, wenn sie jetzt einfach eintauchte? Sie merkte nicht, wie ihre Zähne aufeinander schlugen. Ihr Unterleib gehörte ihr nicht mehr, er war eins geworden mit dem eisigen Element. Es musste sein.
"Eins, zwei, drei...!"


Tell: Er war wütend, weil er sich verraten fühlte.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon CharlySemmel » 11.12.2013, 15:09

Tell: Frank war bekannt dafür, dass er auf dem Klo immer lange brauchte.

Show: Franks Kopf war vom Drücken hochrot angelaufen. Hätte er sich im Spiegel betrachten können, was vom Klo aus natürlich nicht ging, hätte er die dick geschwollene Ader gesehen, die sich oben an der Seite seines Schädels gebildet hatte. Er musste an Leute denken, die auf dem Klo gestorben waren, ein Religionsführer war auch dabei. Schon drückte er weniger, weil er Angst hatte, dass ihm daselbe passieren könnte. Aber es kam nichts auf die Art. Er hatte immer einen harten Stuhl, den man mit aller Macht herauspressen musste. So stellte er sich eine Geburt vor - schrecklich!
Er drückte wieder, wenn auch nicht so vehement wie zuvor. Die Ader durfte ihm nicht platzen, so wollte er nicht enden. Er ging nicht gerne auf Toilette, er hasste es. An manchen Tagen aß es sogar weniger, um sich einen oder zwei dieser Gänge vielleicht zu ersparen. Aber um einmal pro Tag kam er, trotz aller Anstrengungen, nicht herum. Und wenn es dann vorbei war, kam das Abwischen. Da musste er immer vier oder fünf Mal Klopapier nehmen. Und am Ende war der After wund gescheuert und das Papier färbte sich rot.
"FraaaannnK!" rief eine Frauenstimme von draußen, "du sitzt schon wieder über eine Viertelstunde."
Frank drückte wieder stärker, aber das Zeug wollte noch immer nicht raus.
"So lang muss doch kein Mensch!"
Frank betastete die linke Seite seines Schädels . Die geschwollene Ader schien noch mehr hervorgetreten zu sein. Ob er es riskieren konnte, stärker zu drücken? Seine Schwester polterte inzwischen draußen an die Tür. "Jetzt mach endlich auf, du Scheißkerl, ich muss auch!"
Zuletzt geändert von CharlySemmel am 11.12.2013, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Schnuddel » 11.12.2013, 18:52

Hey, Charly, richtig gut geschrieben. Respekt. :2thumbs:
Sehr lebendig. :lol:
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon CharlySemmel » 11.12.2013, 21:26

Danke! :wink:
Sorry auch, dass ich die Regel verletzt habe - gelobe aber Besserung! :wink:
Zuletzt geändert von CharlySemmel am 11.12.2013, 23:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Lykos » 11.12.2013, 22:11

Tell: Er war wütend, weil er sich verraten fühlte.

Er ballte die Hand zur Faust.
"Warum denn?". Seine Stimme zitterte. Er versuchte vergeblich, die Luft anzuhalten. Er musste alles rauslassen, hier und jetzt. "Du Arschloch!".
Etwas warmes rann über seine Wange und er wunderte sich, warum die Träne nicht verdampfte. Sein Gesicht fühlte sich an als würde es schmelzen.
Vielleicht hätte er es verhindern können, wäre er doch nur aufmerksamer gewesen! Er wollte doch nur Ehrlichkeit! Am liebsten hätte er auf sie eingeschlagen. Wenn sie es jetzt wagte, den Mund zu öffnen, dann würde sie ihn nie wieder mit allen Zähnen schließen.

Tell: Markus ist 26 Jahre alt, hat eine kleine Tochter und lebt in einer engen Wohnung. Gerade bereiten er und seine Freundin alles für den kommenden Umzug vor.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon Averia » 13.12.2013, 17:17

Tell: Markus ist 26 Jahre alt, hat eine kleine Tochter und lebt in einer engen Wohnung. Gerade bereiten er und seine Freundin alles für den kommenden Umzug vor.

Show: Markus kämpfte sich, mit einem Karton bepackt, durch die Wohnung und musste darauf achten nicht hängen zubleiben oder die wenigen Reste ihrer Innenausstattung zu zerstören. Er stieß fast mit seiner Freundin zusammen, als er aus der Wohnung gehen wollte, um den Karton in das Fahrzeug zu stellen. Das Glas klierte im Inneren und er hoffte, es würde nichts zu Bruch gehen bis sie aus ihrer Wohnung waren und in das Einfamilienhaus ziehen würden, indem auch ihre Tochter endlich das Spielzimmer haben konnte, welches sie sich so sehr wünschte. Mit ganz vielen Puppen und Barbies. Aber er war guter Dinge, schließlich schien alles glatt zulaufen. Manchmal konnte er es selbst nicht fassen. Anfangs hatte man ihn schließlich gewarnt, er sei viel zu jung für eine Familie. Aber worauf hätte er warten sollen? Mit sechsundzwanzig konnte er schließlich mit seiner Tochter noch lange herumtollen, ohne sich über Schmerzen im Rücken zu beklagen.

Tell: Sophie ist krank, sie hat die Grippe.
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Re: Show, don't tell!

Beitragvon CharlySemmel » 13.12.2013, 19:11

Show: "Kannst du mir meinen Kamillentee bringen?"
Sophie lauschte, ob sie etwas hören konnte. Aber in der Küche waren die Geräusche gleich geblieben und im Flur, auf dem Weg zu ihrem Zimmer, waren gar keine zu hören. Dabei ist doch die Tür sperrangelweit offen. Und sie weiß auch, dass ich krank bin. Sophie mobilisierte all ihre Kräfte, die sie in der Situation noch hatte und probierte es noch einmal. "Kannst du mir mir jetzt endlich den verdammten Tee bringen, bevor ich hier vor Durst drauf gehe?"
Danach waren Schritte im Flur zu hören. Mutter erschien mit fragendem Gesicht in ihrem Zimmer.
"Was schreist du denn so?"
"Ich hab ´n ganz trockenes Maul und will meinen Tee!"
"Den kriegst du doch, deshalb brauchst du nicht zu schreien und dich so unflätig auszudrücken."
"Ich hab schon vor ner halben Stunde gesagt, dass du mir dann meinen Tee bringen kannst."
"Und wann ist dann?"
"Dann ist jetzt!"
Mutter schüttelte unverständlich den Kopf, ging zurück in die Küche und brühte eine Kanne Kamillentee auf. Nicht viel später kam sie mit einer Tasse zurück.
"Trink langsam, er ist noch heiß."
"Warum hast du kein kaltes Wasser dazu getan? Ich hab einen Saudurst, ich will ihn sofort runterstürzen. Wenn man Temperatur hat, wie ich, trocknet man aus wie ein Flussbett im Hochsommer."
Mutter ging zurück in die Küche, schüttete die Hälfte des Tees aus und goss kaltes Wasser dazu. Dann ging sie zurück zu Sophie. Sophíe trank einen Schluck und spuckte das Zeug gleich wieder aus, voll über die Bettdecke.
"Bäh, schmeckt ja wie Spülwasser!"
"Aber du wolltest doch ..."
"Ich wollte einen gut temperierten Kamillentee. Willst du mich noch kranker machen, als ich eh schon bin?"
Mutter nahm die Tasse und ging zurück in die Küche. Vielleicht sollte ich dieser verwöhnten Rotznase etwas Arsen beimischen. Sie kicherte bei dem Gedanken. Dann spülte sie die Tasse aus, goss sie nochmal mit Tee voll und stellte sie in den Kühlschrank. Drei Minuten müssten reichen, dachte sie und sah auf die Uhr.


Tell: Großvater hat sich das Bein gebrochen und liegt im Krankenhaus.
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