[Nachdenk]So muss es gewesen sei - Teil 1

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk]So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon Diavolo » 15.07.2015, 18:42

Hallo,ihr Alle!

Ich will Euch hier ein neues Werk von mir vorstellen, ob es euren Geschmack trifft, steht in den Sternen. Ich werde sehen. Über eure Kommentare werde ich mich sicher freuen. Es gibt wie immer auch ein :flowers:


So muss es gewesen sein


An die Zeit, als ich in der Fruchtblase meine Schwimmübungen absolviert habe, kann ich mich nicht mehr erinnern.

Wer kann das schon?

Angedockt an eine Versorgungsleitung wurde mir das Notwendigste zugeführt. Größer und größer werdend, drängte ich nach neun Monaten ans Licht. Das Hindernis, das sich mir in den Weg stellte, war dieser enge Tunnel. Mit Schwung kämpfte ich mich vorwärts, musste mehrmals zurück, um es erneut zu versuchen. Nach einigen Anläufen endlich geschafft, bekam ich zum Dank einen Klaps auf mein zartes Hinterteil. Der Schmerz formte die ersten Laute, die über meine Lippen kamen.

Die Krankenschwestern gaben mir den Spitznamen Napoleon. Das erfüllte mich Jahre später noch mit Stolz, als ich diesen Kaiser in Geschichtsbüchern kennenlernte.

Das Durchschneiden der Nabelschnur trennte mich unweigerlich von meiner Mutter.

Frisch gebadet, in wärmende Tücher gewickelt, erholte ich mich von dieser kräftezehrenden Prozedur. Wenn ich die Augen aufschlug, blendete mich grelles Licht. Das Gluckern des Fruchtwassers war schrillen Geräuschen gewichen, die mich zusammenzucken ließen.

Nach einer Woche erfolgte mein erster Quartierwechsel. Aus dem sterilen, lichtdurchfluteten Zimmer des Krankenhauses in eine Waschküche, die zu einer Wohnung umfunktioniert worden war. Die Funzel, die von der Decke baumelte, erhellte nur schwach den Raum. Es war feucht und kalt. Ein neues Gesicht tauchte auf, kitzelte mich an der Nase oder ärgerte mich mit anderen Dingen, bis ich anfing zu weinen.

Mein Bruder


Die Tage vergingen. Während ich die meiste Zeit mir selber überlassen blieb, wurde ich zum Langschläfer.

Dem täglichen Trott Milch trinken, Windeln gewechselt bekommen, gewaschen werden, folgte eine Unterbrechung. Jemand spritzte mir Wasser auf die Stirn. Meinen Missmut darüber tat ich mit einem lauten Krähen kund. Ich stand im Mittelpunkt, wurde herumgereicht, jeder wollte mich in seinen Armen wiegen. Fremde Menschen blickten mich an. Bei ihren Worten: „Bist du eine Schönheit, ganz der Vater oder ganz die Mutter “ und dem anschliessenden „Kille Kille“, fing ich ob so viel Schwachsinn unweigerlich an zu lachen.

Der Alltag mit seiner Monotonie kehrte zurück.

Das Stillsitzen auf dem Thron, auf den ich mehrmals am Tag gesetzt wurde, war ausgesprochen langweilig. Ich fand heraus, dass ich mich mit ihm fortbewegen konnte. Ich erkor den Topf zu meinem Ross. Zusammen unternahmen wir Ausritte durch die Gegend.

Meinem Bewegungsdrang folgend, krabbelte ich auf allen Vieren in der Wohnung herum, die so klein war, dass ich überall an Grenzen stieß. Meine Versuche in die Höhe zu kommen, scheiterten, ich fiel umgehend auf die Nase, gab nicht auf und ließ mich von der Erdanziehungskraft nicht unterkriegen. Endlich klappte es. Ich entdeckte Neues.

Mein innerer Kompass

An Sonntagen unterbrach das tägliche Einerlei die Spaziergänge. Die vielen Treppenstufen hinunter auf die Straße getragen, in den Kinderwagen gesetzt, schoben sie mich auf verschlungenen Wegen zu einem Aussichtspunkt. Dort konnten meine Eltern und mein Bruder einen Blick auf die Stadt im Talkessel werfen. Mir, dem Dreikäsehoch, blieb dieser Anblick durch die Mauer verwehrt. Während sie die Aussicht genossen, spielte ich ‚Tippeln - Boden küssen - Aufrappeln‘. Das fand ich solange lustig, bis ich jedes Muster des Gehwegs in- und auswendig kannte.

Es wurde eintönig!

‚Wie lange dauert es diesmal, bis sie mich einfangen?‘ machte ich zu meinem neuen Spiel.

So schnell mich meine Füße tragen konnten, lief ich weiter und weiter.

Eines Tages schaffte ich es bis nach Hause.

Mit meinen kleinen Händen patschte ich gegen das Holz, die Haustüre blieb verschlossen. Angst kroch in mir hoch - furchtbare Angst.

Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich dort, von Gott und der Welt verlassen, heulend gesessen hatte, bis eine vertraute Stimme meinen Namen rief.

„Susanne, Susanne“, das Rufen kam näher.

Mein Vater stand in voller Größe vor mir, nahm mich in die Arme. Uns beiden fiel ein riesiger Stein vom Herzen.

Wie ich den weiten Weg alleine nach Hause gefunden hatte, bleibt für immer ein Rätsel.


Winter

Wenn meine Mutter gut gelaunt war, trällerte sie: ‚Maikäfer flieg, Der Vater ist im Krieg, die Mutter ist in Pommerland und Pommerland ist abgebrannt….‘,holte eine Persilschachtel vom Schrank und lehnte sie an die Wand. Ich krabbelte hinein und rasant rutschte ich darin nach unten.
Die meiste Zeit des Winters verbrachte ich fiebernd in meinem Bettchen. In der zur Wohnung umgebauten Waschküche war es bitterkalt, die Feuchtigkeit setzte mir zu. Nach einer überstandenen Grippe folgte der Keuchhusten und aller guten Dinge waren drei, eine akute Bronchitis. Das wiederholte sich Jahr für Jahr. Ich freute mich über die täglichen Besuche des Hausarztes, er erzählte mir schöne Geschichten, brachte mich damit zum Lachen.  Die Kinderkrankheiten, wie Scharlach, Mumps, Röteln und Windpocken stoppten in den anderen Jahreszeiten meinen Bewegungsdrang.

Die eindringlichen ernsten Gespräche, die er mit meinen Eltern führte, gaben den Ausschlag, dass wir, bevor ich in den Kindergarten kam, umzogen.

____

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen, weitere Teile werden folgen. Freue mich über eure Rückmeldungen.

Liebe Grüße

Diavolo
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Re: So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon Sasskia » 23.07.2015, 10:17

Noch kein Kommentar? Das wird sofort geändert :dasheye:

An die Zeit, als ich in der Fruchtblase meine Schwimmübungen absolviert habe, kann ich mich nicht mehr erinnern.


Hm. Wenn du dich nicht mehr daran erinnern kannst, weshalb schilderst du es dann so genau?
Woher stammt dieses Wissen?

Mein Vorschlag:

Im Gegensatz zur gängigen Meinung, man kann sich an die Zeit im Mutterleib nicht mehr erinnern, weiß ich noch ganz genau, wie das damals war. ... oder so.

Da es deine Geschichte ist, kann dir auch niemand das Gegenteil beweisen :mrgreen:

Damit wäre auch der folgende Text wesentlich "stimmiger".

Die Krankenschwestern gaben mir den Spitznamen Napoleon. Das erfüllte mich Jahre später noch mit Stolz, als ich diesen Kaiser in Geschichtsbüchern kennenlernte.


Den Spitznamen würde ich zwischen Anführungszeichen "Napoleon" setzen.
Wobei, Napoleon hat mich auf die Idee gebracht, es handelt sich bei dieser Geschichte um einen Jungen.

Das Durchschneiden der Nabelschnur trennte mich unweigerlich von meiner Mutter.


Nun, nicht von der Mutter, hoffe ich, sondern "nur" von deren Körper.

Nach einer Woche erfolgte mein erster Quartierwechsel.


Woher hast du gewusst, dass eine Woche vergangen ist? Superkind?

Aus dem sterilen, lichtdurchfluteten Zimmer des Krankenhauses in eine Waschküche, die zu einer Wohnung umfunktioniert worden war.


Hm, auch das kannst du in deinem "Zustand" nicht definieren.
Es war nicht mehr so hell und warm, sondern viel dunkler.... oder so. Schließlich schilderst du aus der Sicht eines Neugeborenen!

Die Tage vergingen.


Und woran hast du das erkannt? Da ist keine Rede von Fenstern, nur von einer "Funzel".

Das Stillsitzen auf dem Thron, auf den ich mehrmals am Tag gesetzt wurde, war ausgesprochen langweilig. Ich fand heraus, dass ich mich mit ihm fortbewegen konnte. Ich erkor den Topf zu meinem Ross. Zusammen unternahmen wir Ausritte durch die Gegend.


Das gefällt mir! Schade, dass ich mich an meine "Ausritte" nicht mehr erinnern kann. :dasheye:

Die vielen Treppenstufen hinunter auf die Straße getragen, in den Kinderwagen gesetzt, schoben sie mich auf verschlungenen Wegen zu einem Aussichtspunkt.


Ich bin verwirrt. Liegen Waschküchen nicht im Erdgeschoss bzw. Keller? Welche Treppenstufen hinunter auf die Straße?


Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich dort, von Gott und der Welt verlassen, heulend gesessen hatte, bis eine vertraute Stimme meinen Namen rief.

„Susanne, Susanne“, das Rufen kam näher.


Also doch kein Junge. Napoleon ist ein Mädchen :shock:

Mein Vater stand in voller Größe vor mir, nahm mich in die Arme. Uns beiden fiel ein riesiger Stein vom Herzen.


Ähm, in halber Größe schafft er es wohl kaum. Und woher weißt du vom Stein auf seinem Herzen?
Da gehört mehr "Gefühl" anstatt Schilderung rein :thinking:

Fazit:

Ja, ich hatte Spaß beim Lesen :dasheye:
Wenn du aus der Sicht eines Neugeborenen schreibst, das allmählich heranwächst, solltest du jedoch darauf achten, was es erkennen kann und was nicht ... und wie das für das Würmchen aussehen muss.
Um den Leser in die Sichtweise deines Protas eintauchen zu lassen, sollte das Setting stimmig sein. Ebenso wie die Gefühlswelt und die Wahrnehmung.
Das kriegst du aber sicher hin :dasheye:


Liebe Grüße aus Wien

Sasskia :girl:
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Re: So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon Mondenkind » 25.07.2015, 21:06

Hallo!
Ich versuch's auch mal.

Diavolo hat geschrieben:Die Krankenschwestern gaben mir den Spitznamen Napoleon. Das erfüllte mich Jahre später noch mit Stolz, als ich diesen Kaiser in Geschichtsbüchern kennenlernte.


Warum? Weil die Ich-Erzählerin eine Eroberin ist? Soll das später noch vertieft werden, dann ist die Andeutung in Ordnung. Ansonsten ist es m.E. nicht unbedingt ein Kompliment ein Napoleon zu sein und sollte deshalb vielleicht erklärt werden, warum es als solches aufgefasst wird bzw. so gemeint war.

Diavolo hat geschrieben:Mein Bruder


Hmm, da die anderen fett hervorgehobenen Ellipsen im Text irgendwie eine Überschriftfunktion zu haben scheinen, hat es mich hier überrascht, in dem folgenden Absatz gar nichts über den Bruder zu lesen.

Diavolo hat geschrieben:An Sonntagen unterbrach das tägliche Einerlei die Spaziergänge.


Ich glaube, du meinst hier, dass der Alltag durch Spaziergänge unterbrochen wurde. Der zitierte Satz ist ein bisschen missverständlich, da sich das Verb auf die Spaziergänge bezieht, die eine Abwechslung zum Alltag bringen. Da du aber Spaziergänge, also im Plural schreibst, muss auch das Verb entsprechend angepasst werden. Wenn du also im Aktiv schreibst, müsste es richtigerweise "unterbrechen" heißen. Dann klingt der Satz allerdings komisch. Vor allem weil du "die Spaziergänge" schreibst und nicht einfach "Spaziergänge". Am besten formulierst du den Satz noch einmal neu.

Überhaupt ist mir aufgefallen, dass du wenig unbestimmte Artikel verwendest. Hier z.B.
Diavolo hat geschrieben: Ich erkor den Topf zu meinem Ross.


Welchen Topf? Der Satz hat mich beim Lesen irritiert.

Diavolo hat geschrieben:Mir, dem Dreikäsehoch,


Hier soll wieder die Parallele zu Napoleon gezogen werden, oder? Ich finde nur, dass das bisherige Verhalten des Ich-Erzählers jetzt noch nicht typische Charakterzüge offenlegt. So eine Sturm- und Drangphase haben Kleinkinder schon mal öfter, denke ich. Wenn das jedoch ein dauerhaftes Thema der Geschichte, auch in den folgenden Teilen ist, ist das Verhalten, dass du beschreibst, natürlich schon ein erkennbarer Wesenszug. Für diesen Teil fand ich das Verhalten des Ich-Erzählers jedoch nicht außergewöhnlich.

Diavolo hat geschrieben:holte eine Persilschachtel vom Schrank und lehnte sie an die Wand. Ich krabbelte hinein und rasant rutschte ich darin nach unten.


Was ist das für eine riesige Persilschachtel, dass man darin herunterrutschen kann? :shock:

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich den Ansatz deiner Geschichte zunächst interessant finde. Ich mag es, wenn "Kinder" Geschichten erzählen und das Verhalten der Erwachsenen aus kindlicher Sicht beschreiben. Das kann auf eine bestimmte Art dramatisch sein, da der Leser als Erwachsener der kindlichen Sicht folgen muss, zugleich aber ein höheres Wissen hat als der Ich-Erzähler. So versteht der Leser die Hintergründe, z.B. hier für die vielen Krankheiten des Ich-Erzählers, die auf das Leben in der kalten Waschküche zurückzuführen sind. Sobald du solche Informationen eingestreut hast, wurde ich hellhörig. Lassen die Eltern das Kind verwahrlosen? Kommen sie ihren Sorgfaltspflichten nicht nach? Besonders der letzte Satz impliziert dies. Das hat mir also gefallen.

Ich denke, du legst auch nahe, dass die Ich-Erzählerin durch ihre Art selbst dazu beiträgt. Dass die Eltern bei ihren Sonntagsausflügen zwar nicht so genau auf ihre Tochter achten, aber die Tochter auch selbst, ihrem Freiheitsdrang folgend, dazu beiträgt, dass es nach außen hin wie eine Aufsichtspflichtverletzung aussieht. Dass die Eltern dann allerdings umziehen wollen, als sie Stress bekommen, zeigt, dass die Hauptschuld wohl bei ihnen liegt.

Problematisch ist an der Geschichte allerdings, dass du die Perspektive des Kleinkinds/Babys, wie meine Vorrednerin schon sagte, nicht stringent eingehalten hast. Die Beschreibungen übersteigen hier das dem Kind mögliche. Ich glaube schon, dass selbst Säuglinge mehr "mitkriegen" als man meint. Und Misshandlungen daher eine ganz schlimme Sache sind. Dennoch denke ich, geschieht das mehr unbewusst.

Vielleicht sollte deine Ich-Erzählerin älter sein. Auch so könntest du die besondere Dramatik beibehalten.

Viele Grüße!
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Re: [Nachdenk]So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon Diavolo » 26.08.2015, 16:30

Hallo Sasskia

Erstmal ein recht herzliches Dankeschön, dass du meinen Text kommentiert hast. Leider bekam ich keine Mitteilung, aber jetzt dafür meine Antwort darauf, wenn es Recht ist.

Sasskia hat geschrieben:Hm. Wenn du dich nicht mehr daran erinnern kannst, weshalb schilderst du es dann so genau?
Woher stammt dieses Wissen?


Ja, man wird langsam älter und fragt sich, was passiert ist oder was passiert. :)

Sasskia hat geschrieben:Im Gegensatz zur gängigen Meinung, man kann sich an die Zeit im Mutterleib nicht mehr erinnern, weiß ich noch ganz genau, wie das damals war. ... oder so.

Da es deine Geschichte ist, kann dir auch niemand das Gegenteil beweisen


Danke recht herzlich dafür, werde mich genauer damit befassen.

Sasskia hat geschrieben:Damit wäre auch der folgende Text wesentlich "stimmiger".

Die Krankenschwestern gaben mir den Spitznamen Napoleon. Das erfüllte mich Jahre später noch mit Stolz, als ich diesen Kaiser in Geschichtsbüchern kennenlernte.

Den Spitznamen würde ich zwischen Anführungszeichen "Napoleon" setzen.
Wobei, Napoleon hat mich auf die Idee gebracht, es handelt sich bei dieser Geschichte um einen Jungen.


Die Anführungszeichen werde ich setzen,, danke. Aber ich frage mich warum dich Napoleon an einen Jungen erinnert, gibt es nicht auch starke Frauen?

Sasskia hat geschrieben:Nun, nicht von der Mutter, hoffe ich, sondern "nur" von deren Körper.


Du hoffst falsch, denn sie wurde von ihrer Mutter abgenabelt.

Sasskia hat geschrieben:Woher hast du gewusst, dass eine Woche vergangen ist? Superkind?


Blick zurück vielleicht, Superkind sicher nicht :) Werde über die Formulierung nachdenken

Sasskia hat geschrieben:Hm, auch das kannst du in deinem "Zustand" nicht definieren.
Es war nicht mehr so hell und warm, sondern viel dunkler.... oder so. Schließlich schilderst du aus der Sicht eines Neugeborenen!


Aber vielleicht aus Erinnerungen, wie dieses Wesen es empfunden hat.

[quote="Sasskia"]Das gefällt mir! Schade, dass ich mich an meine "Ausritte" nicht mehr erinnern kann.[quote] :flowers:

So ich werde hier deinen Kommentar zu beantworten beenden, werde über die anderen Punkte nachdenken und danke Dir auf jedenfalls für deine Bemühungen, sie waren sehr hilfreich.

Liebe Grüße
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Re: [Nachdenk]So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon Beast » 27.08.2015, 15:06

Hallo Diavolo,

Deinen Text fand ich sehr interessant und kurzweilig. Durch die Art der Schilderung entstand vor meinem geistigen Auge das Bild eines besonderen Kindes, ein Held in der Tradition eines Oskar Mazerath.

Auch ich hielt das Kind zunächst für einen Jungen. Dazu veranlasste mich ebenfalls der Spitzname "Napoleon", den das Neugeborene im Kreißsaal erhält. Ich dachte dabei sofort an einen ungewöhnlich kleinen, aber äußerst temperamentvollen Jungen. Auch der spätere Stolz im Schulalter auf diesen Spitznamen bestärkte mich in dieser Annahme.
Wenn es ein starkes Mädchen sein soll, finde ich persönlich einen weiblichen Spitznamen passender. "Calamity Jane" z.B. Ich kann mir wirklich schwer vorstellen, dass Krankenschwestern ein neugeborenes Mädchen "Napoleon" nennen.

Soll die Wohnung tatsächlich eine ehemalige Waschküche sein? Oder ist das eher bildhaft zu verstehen? Wenn es tatsächlich einmal eine Waschküche war, schließe ich mich Sasskia an, dann passt es nicht, dass man von der Wohnung viele Treppenstufe zur Straße hinab muss. Waschküchen liegen i.d.R. im Keller.

Die Episode, wie das Kind nach hause läuft, halte ich, so wie beschrieben, für wenig glaubwürdig.
Das Kind sitzt stundenlang, bitterlich weinend, vor der verschlossenen Haustür.
Die Familie wohnt in einer Stadt, in einem Mehrfamilienhaus - da würde ein weinendes Kleinkind auffallen und nicht über Stunden auf der Türschwelle sitzen gelassen werden.
Vielleicht könntest Du schreiben, dass es Susanne wie Stunden vorkam, der Vater ihr aber relativ dicht auf den Fersen war.

Die riesige Persilschachtel, in der ein Kind rutschen kann, ist mir, wie Mondenkind, auch aufgefallen. Ich mußte sehr grinsen.

Der Bruder kommt, für meinen Geschmack, zu kurz in der Geschichte. Nach seiner Einführung hatte ich den Eindruck, er könnte Napoleons Nemesis werden. Aber dann durfte er nur mit spazieren gehen...

Ich würde mich über eine Fortsetzung der Geschichte freuen.
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Re: [Nachdenk]So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon wolihops » 31.08.2015, 22:42

Hallo Diavolo,

Deine Geschichte liest sich in einem Rutsch einfach und stringent, so wie jedes Baby bzw. Kleinkind die ersten Lebensjahres erlebt. Habe ich gerne gelesen, Dein Stil gefällt mir. Dann überlegte ich, soll das nun ein besonderes Kind gewesen sein oder sollte das ein armes, gelangweiltes Kind sein? Hat dieses Kind keine Besonderheiten gehabt? Anekdoten wünsche ich mir, um das Ganze aufzulockern.
Weiter würde ich die soziale Lage ausbauen, weil die Familie in einer ehemaligen Waschküche lebt.
Bei Deiner Geschichte habe ich " Zille" vor meinem geistigen Auge.

So muss es gewesen sein
An die Zeit, als ich in der Fruchtblase meine Schwimmübungen absolviert habe, kann ich mich nicht mehr erinnern.
Wer kann das schon?
Angedockt an eine Versorgungsleitung wurde mir das Notwendigste zugeführt. Größer und größer werdend, drängte ich nach neun Monaten ans Licht. Das Hindernis, das sich mir in den Weg stellte, war dieser enge Tunnel. Mit Schwung kämpfte ich mich vorwärts, musste mehrmals zurück, um es erneut zu versuchen. Nach einigen Anläufen endlich geschafft, bekam ich zum Dank einen Klaps aufmein zartes Hinterteil. Der Schmerz formte die ersten Laute, die über meine Lippen kamen.

Diavolo hat geschrieben: Die Krankenschwestern gaben mir den Spitznamen Napoleon. Das erfüllte mich Jahre später noch mit Stolz, als ich diesen Kaiser in Geschichtsbüchern kennenlernte
.
(Das verstehe ich nicht. Warum ist das so?)

Das Durchschneiden der Nabelschnur trennte mich unweigerlich von meiner Mutter.
Frisch gebadet, in wärmende Tücher gewickelt, erholte ich mich von dieser kräftezehrenden Prozedur. Wenn ich die Augen aufschlug, blendete mich grelles Licht. Das Gluckern des Fruchtwassers war schrillen Geräuschen gewichen, die mich zusammenzucken ließen.

Diabolo hat geschrieben: Nach einer Woche erfolgte mein erster Quartierwechsel. Aus dem sterilen, lichtdurchfluteten Zimmer des Krankenhauses in eine Waschküche, die zu einer Wohnung umfunktioniert worden war. Die Funzel, die von der Decke baumelte, erhellte nur schwach den Raum. Es war feucht und kalt
.


(Hier würde ich noch mehr in die sozialen Verhältnisse eingehen, warum lebt dieFamilie dort?)

Ein neues Gesicht tauchte auf, kitzelte mich an der Nase oder ärgerte mich mit anderen Dingen, bis ich anfing zu weinen.
Mein Bruder
Die Tage vergingen. Während ich die meiste Zeit mir selber überlassen blieb, wurde ich zum Langschläfer.
Dem täglichen Trott Milch trinken, Windeln gewechselt bekommen, gewaschen werden, folgte eine Unterbrechung. Jemand spritzte mir Wasser aufdie Stirn. Meinen Missmut darüber tat ich mit einem lauten Krähen kund. Ich stand im Mittelpunkt, wurde herumgereicht, jeder wollte mich in seinen Armen wiegen. Fremde Menschen blickten mich an. Bei ihren Worten: „Bist du eine Schönheit, ganz der Vater oder ganz die Mutter “ und dem anschliessenden „Kille Kille“, fing ich ob so viel Schwachsinn unweigerlich an zu lachen.
Der Alltag mit seiner Monotonie kehrte zurück.
Das Stillsitzen aufdem Thron, aufden ich mehrmals am Tag gesetzt wurde, war ausgesprochen langweilig. Ich fand heraus, dass ich mich mit ihm fortbewegen konnte. Ich erkor den Topf zu meinem Ross. Zusammen unternahmen wir Ausritte durch die Gegend.
Meinem Bewegungsdrang folgend, krabbelte ich aufallen Vieren in der Wohnung herum, die so klein war, dass ich überall an Grenzen stieß. Meine Versuche in die Höhe zu kommen, scheiterten, ich fiel umgehend aufdie Nase, gab nicht aufund ließ mich von der Erdanziehungskraft nicht unterkriegen. Endlich klappte es. Ich entdeckte Neues.
Mein innerer Kompass
An Sonntagen unterbrach das tägliche Einerlei die Spaziergänge.

Diavolo hat geschrieben: Die vielen Treppenstufen hinunter auf die Straße getragen,
.

(Das widerspricht sich, wo die Familie in einer ehemaligen Waschküche wohnt. Waschküchen sind immer im Keller!)

in den Kinderwagen gesetzt, schoben sie mich auf verschlungenen Wegen zu einem Aussichtspunkt. Dort konnten meine Eltern und mein Bruder einen Blick aufdie Stadt im Talkessel werfen.Mir, dem Dreikäsehoch, blieb dieser Anblick durch die Mauer verwehrt. Während sie die Aussicht genossen, spielte ich ‚Tippeln - Boden küssen - Aufrappeln‘. Das fand ich solange lustig, bis ich jedes Muster des Gehwegs in- und auswendig kannte.
Es wurde eintönig!
‚Wie lange dauert es diesmal, bis sie mich einfangen?‘ machte ich zu meinem neuen Spiel.
So schnell mich meine Füße tragen konnten, lief ich weiter und weiter.


Diabolo hat geschrieben: Eines Tages schaffte ich es bis nach Hause.

.

( Das finde ich erstaunlich und einmal aussergewöhnlich, endlich eine Anekdote, siehe oben, wie ich vorgeschlagen habe, um die Geschichte lebendiger zu machen!)

Mit meinen kleinen Händen patschte ich gegen das Holz, die Haustüre blieb verschlossen. Angst kroch in mir hoch - furchtbare Angst.
Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich dort, von Gott und der Welt verlassen, heulend gesessen hatte, bis eine vertraute Stimme meinen Namen rief.

Diabolo hat geschrieben:
„Susanne, Susanne“, das Rufen kam näher.
.
(Aus Napoleon wird Susanne, da würde ich oben das mit dem Napoleon entfernen)

Mein Vater stand in voller Größe vor mir, nahm mich in die Arme. Uns beiden fiel ein riesiger Stein vom Herzen.
Wie ich den weiten Weg alleine nach Hause gefunden hatte, bleibt für immer ein Rätsel.
Winter

Diabolo hat geschrieben: Wenn meine Mutter gut gelaunt war, trällerte sie: ‚Maikäferflieg, Der Vater ist im Krieg, die Mutter ist in Pommerland und Pommerland ist abgebrannt….‘,holte eine Persilschachtel vom Schrank und lehnte sie an die Wand. Ich krabbelte hinein und rasant rutschte ich darin nach unten.
.

(Das verstehe ich in diesem Zusammenhang in Bezug auf 'Winter' nicht)

Die meiste Zeit des Winters verbrachte ich fiebernd in meinem Bettchen. In der zur Wohnung umgebauten Waschküche war es bitterkalt, die Feuchtigkeit setzte mir zu. Nach einer überstandenen Grippe folgte der Keuchhusten und aller guten Dinge waren drei, eine akute Bronchitis.

Diabolo hat geschrieben: Das wiederholte sich Jahr fürJahr
.

( Den Satz würde ich streichen, ist überflüssig. Weiter unten geht es noch weiter um andere Jahreszeiten)

. Ich freute mich über die täglichen Besuche des Hausarztes, er erzählte mir schöne Geschichten, brachte mich damit zum Lachen. Die Kinderkrankheiten, wie Scharlach, Mumps, Röteln und Windpocken stoppten in den anderen Jahreszeiten meinen Bewegungsdrang.

Diabolo hat geschrieben: Die eindringlichen ernsten Gespräche, die er mit meinen Eltern führte, gaben den Ausschlag, dass wir, bevor ich in den Kindergarten kam, umzogen.
.


(Wenn Du oben auf die soziale Verhältnisse eingegangen bist, wie ich es Dir vorgeschlagen habe, kannst Du hier auch noch einmal Bezug nehmen, ob sich doch inzwischen die sozialen Verhältnisse eventuell geändert haben. Vielleicht hat Papa wieder Arbeit und sie können endlich umziehen?)

Hoffe, ich kann Dich noch ein bisschen mit meinen Anmerkungen inspirieren,




Liebe Grüße
Wolihops
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Re: [Nachdenk]So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon Diavolo » 09.09.2015, 18:05

Hallo Beast

Endlich komme ich dazu, Deinem Kommentar mit einem :flowers: zu danken. Bei mir ist das Internet manchmal nicht gut, andererseits habe ich zu viele andere Dinge um die Ohren. C'est la vie.

Beast hat geschrieben:Deinen Text fand ich sehr interessant und kurzweilig. Durch die Art der Schilderung entstand vor meinem geistigen Auge das Bild eines besonderen Kindes, ein Held in der Tradition eines Oskar Mazerath.


Danke. Vielleicht hast du damit auch Recht.

Beast hat geschrieben:Auch ich hielt das Kind zunächst für einen Jungen. Dazu veranlasste mich ebenfalls der Spitzname "Napoleon", den das Neugeborene im Kreißsaal erhält. Ich dachte dabei sofort an einen ungewöhnlich kleinen, aber äußerst temperamentvollen Jungen. Auch der spätere Stolz im Schulalter auf diesen Spitznamen bestärkte mich in dieser Annahme.


Warum kann es kein Mädchen sein? Gilt immer noch das uralte Klischee, dass Jungen mit der Eisenbahn spielen und Mädchen mit ihren Puppen? Es ist ja nur ein Spitzname.
Können Mädchen nicht auch äusserst temperamentvoll sein?

Beast hat geschrieben:Ich kann mir wirklich schwer vorstellen, dass Krankenschwestern ein neugeborenes Mädchen "Napoleon" nennen.


Vielleicht, weil es eine bestimmte Eigenart von Napoleon zur Schau gestellt hat.

Beast hat geschrieben:Soll die Wohnung tatsächlich eine ehemalige Waschküche sein? Oder ist das eher bildhaft zu verstehen? Wenn es tatsächlich einmal eine Waschküche war, schließe ich mich Sasskia an, dann passt es nicht, dass man von der Wohnung viele Treppenstufe zur Straße hinab muss. Waschküchen liegen i.d.R. im Keller.


Vielleicht gibt es Wohnungen auf einem Berg oder Hügel, die Waschküche ist immer noch im Keller, aber bis man zu der Wohnung kommt muss man ein bisschen Stufen erklettern. Aber ich werde mir darüber Gedanken machen, es besser zu formulieren.

Beast hat geschrieben:Die Episode, wie das Kind nach hause läuft, halte ich, so wie beschrieben, für wenig glaubwürdig.
Das Kind sitzt stundenlang, bitterlich weinend, vor der verschlossenen Haustür.
Die Familie wohnt in einer Stadt, in einem Mehrfamilienhaus - da würde ein weinendes Kleinkind auffallen und nicht über Stunden auf der Türschwelle sitzen gelassen werden.


1. Wie kommst du auf ein Mehrfamilienhaus?
2. Die Geschichte spielt nicht heutzutage, sondern viel früher. Also damals fiel das keinem auf, denn es gab noch nicht so viele Verbrechen mit Kindern. Auch war das, ich will nicht sagen eine Villa, aber das Einfamilienhaus, nicht von der Straße sichtbar.

Beast hat geschrieben:Vielleicht könntest Du schreiben, dass es Susanne wie Stunden vorkam, der Vater ihr aber relativ dicht auf den Fersen war.


War er leider nicht, denn er suchte an anderen Orten.

Beast hat geschrieben:Der Bruder kommt, für meinen Geschmack, zu kurz in der Geschichte. Nach seiner Einführung hatte ich den Eindruck, er könnte Napoleons Nemesis werden. Aber dann durfte er nur mit spazieren gehen...


Der wird dann in der Fortsetzung noch zu Wort und zu Taten kommen, keine Sorge.

Bin schon an der Arbeit für die Fortsetzung. Werde mir über deine Kommentare auch noch Gedanken machen, die haben mir gezeigt, wie meine Geschichte vielleicht in eine falsche Richtung triften.

Also noch mal herzlichen Dank für Deine Kommentare.

Liebe Grüße

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Re: [Nachdenk]So muss es gewesen sei - Teil 1

Beitragvon Heribertpolta » 07.10.2015, 07:48

Hallo Diavolo, mein lieber, alter Freund,

ich bin hier auf deine Geschichte gestoßen und ich werde mir nicht nehmen lassen, sie ein wenig zu kommentieren. Die anderen Kommentare habe ich lediglich überflogen, dabei aber festgestellt, dass alle Kommentatoren auf dieselben Sachen stoßen.

Nun möchte ich, auch für den Fall, dass ich mich für die anderen wiederhole, die Sachen ansprechen, die mir besonders auffallen.

Du beschreibst im Anschluss ziemlich genau, wie du deine Geburt erlebt hast - bzw. dein Prota. Also verliert die Überschrift So muss es gewesen sein etwas an Sinn.

An die Zeit, als ich in der Fruchtblase meine Schwimmübungen absolviert habe, kann ich mich nicht mehr erinnern.


Später im Text beschreibst du das Blubbern im Bauch der Mutter. Doch ein paar Erinnerungen?

Wer kann das schon?


Dieser Satz ist etwas überflüssig; man setzt voraus, dass sich der Leser das selbst fragt, ohne dass ihm auf die Sprünge geholfen wird.

Es wäre für die Geschichte besser, dass du von Anfang an einräumst, dass du alles genau mitbekommen hast. Ein Autor darf dem Leser einen solchen Schwindel vorsetzen.

Die Krankenschwestern gaben mir den Spitznamen Napoleon. Das erfüllte mich Jahre später noch mit Stolz, als ich diesen Kaiser in Geschichtsbüchern kennenlernte.


Diesen Satz würde ich komplett entfernen. Ein Mädchen namens Napoleon... Und der Stolz... Ich weiß ja nicht, ob er für den zweiten Teil deiner Geschichte von schwerer Bedeutung ist. Natürlich gibt es da einen gewissen Reiz zur Herausforderung, als Autor einen Mädchen-Charakter zu formen, der tatsächlich Napoleon-Züge aufweist, aber würde ich mich da rantrauen?

Das Durchschneiden der Nabelschnur trennte mich unweigerlich von meiner Mutter.


Ich finde das etwas anachronistisch. Den Satz kätte ich früher erwähnt. Und wie schon angesprochen: er ist nicht ganz sinngemäß.

Mein Bruder


Ich kann den Bruder im nächsten Teil nicht finden. Das müsstest du bitte erklären.

Der Alltag mit seiner Monotonie kehrte zurück.


Ich hätte es bei Alltag oder Monotonie gelassen. Ist aber Geschmackssache. Kritikpunkt von mir wäre noch, dass es Säuglingen und KLeinkindern so gut wie nie monoton wird. Sie erleben ständig Neues.

Es wurde eintönig!


Schon wieder?

Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich dort, von Gott und der Welt verlassen, heulend gesessen hatte, bis eine vertraute Stimme meinen Namen rief.


Kam denn über Stunden nicht einmal ein Nachbar vorbei?

Die eindringlichen ernsten Gespräche, die er mit meinen Eltern führte, gaben den Ausschlag, dass wir, bevor ich in den Kindergarten kam, umzogen.


Ich schätze, dass im zweiten Teil der Umzug in eine weniger feuchte Wohnung bevorsteht?

Nun zum Handwerklichen:

Ich habe mir deinen Text laut vorgelesen und ich finde, dass die Sätze auf Dauer zu kurz sind. Ich weiß, dass diese Kurzsatzschreiberei gerade "modern" zu sein scheint; aber nicht alles was modern ist, ist auch gut. Ich selbst bin ein erklärter Feind von dieser Schreibweise und das tue ich gern immer wieder kund. Bekäme man ein Hörbuch in diesem Stil zu hören, dann würde man sicher verzweifeln. Hier ist kein Raum für Melodie, die für einen Text so wichtig ist.

Habe ihn gern gelesen und für dich kommentiert.

UNd nun zum zweiten Teil!

Wiederhörn.
Grüße,

Heribert Polta
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Heribertpolta
 
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