[Kind] Sockenfresser 3.Teil, für Arya 14 und Karin

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[Kind] Sockenfresser 3.Teil, für Arya 14 und Karin

Beitragvon eilandei » 26.03.2015, 15:08

Also, ich schreib doch weiter daran.

Ein logisches Problem hatte ich im Text, aber vielleicht fällt es ja gar nicht auf. :mrgreen:

Auf einmal verstand Timmy. „Duuu“, fauchte er. „Du frisst meine Socken.“
Als seine Augen sich an das Dunkel gewöhnt hatten, erkannte er eine hamsterähnliche Gestalt.
Er streckte die Hand danach aus.
„Ich habe sie nicht gefressen“, wisperte das Etwas und hob zugleich eine Kralle, um ungeschickt rote Wollfäden von Timmys nagelneuer Socke aus einer Zahnlücke zu puhlen.
Sekundenlang war Timmy sprachlos.
„Wie du lügst! Und was hängt da in deinen Zähnen.“
Das, was wie die Nase des Unbekannten schien, zuckte.
„Du träumst mich nur, Timmy“, änderte das Etwas seine Argumentation, „ gleich wachst du auf und alles ist vorbei.“
„Das werden wir sehen“, murmelte Timmy, streckte sich weiter vor, um den Kleinen fassen zu können, verlor das Gleichgewicht und machte einen Überschlag auf den Teppich.
Statt unters Bett sah er jetzt an die Decke und dann in das erschrockene Gesicht von Roy, der sich über ihn beugte.
„Was ist passiert? Alles okay mit dir?“
„D d d da! Unterm Bett …“
Roy bückte sich.
„Da ist nichts, Kleiner. Du hast schlecht geträumt. Komm, schlaf weiter und lass mich auch schlafen.“
Das Monster war weg, musste Timmy zugeben.
Er lag wieder im Bett, überlegte und horchte. War das wirklich nur ein Traum gewesen?
Er sah wieder unters Bett. Nichts. Er holte die Taschenlampe, die jedes Kind nachts braucht, und leuchtete: Wieder nichts. Fast. Ein zersplissener Wollfaden. Und Reste einer einsamen rot-blauen Socke. Der Beweis!
Doch nur für ihn. Wen sollte er damit überzeugen? An Schlaf war jetzt endgültig nicht mehr zu denken. Ein Plan musste her. Wie konnte er den Sockenfresser fangen? Logisch, wie die Mäuse mit Käse so den Sockenfresser mit Socken. Das unbekannte Wesen war ja offensichtlich wählerisch, da es von jedem Socken nur einen fraß und dann zu einem neuen überging. aber wie konnte er verhindern, dass das Biest schneller war als er? Prinzip Angel! Prinzip Netz! Er lachte lauf auf und schlug ins Kissen, dann wälzte er sich auf die Seite und schlief sofort ein.

Am nächsten Abend präparierte er alles: er schnitt ein Loch in eine Socke, dröselte die Wolle auf und band sich das Wollende um das Handgelenk. An der Bettunterseite befestigte er ein Moskitonetz so, dass er es mit einem Griff herunterfallen lassen konnte. Die Socke selbst wurde unter dem Bett drapiert.
Nicht einschlafen! kämpfte er abends im Bett gegen die Müdigkeit, wach bleiben, wach, wach. Plötzlich stand das kleine Monster vor ihm, sah direkt in seine Augen und sagte: Ich fresse nicht nur Socken, sondern auch Menschenfleisch. Heute will ich deine Hand“. Es schnappte nach Timmy Hand und zerrte daran.
Timmy schrie auf, ehe er kapierte, dass es ein Traum war und der Faden an seinem Handgelenk ruckelte.
„Ha!“
Jetzt galt Vorsicht.
Er ließ das vorbereitete Mückennetz fallen und zog den Faden zu. Ein verzweifeltes Fieben signalisierte ihm, dass sein Vorhaben geglückt war.
Er rollte aus dem Bett und schob sich zu dem gefangenen Sockenfresser.
„Na? Wer träumt jetzt?“ fragte er genüsslich das zitternde Wesen im Netz. Eigentlich tat es ihm fast Leid.
Bloß nicht weich werden, zügelte er sich.
„Tu mir nichts, bitte. Was habe ich schon gemacht? Nur ein paar Socken gefressen. Was sind schon Socken?“
„Das kann ich dir sagen: Verschwundene Socken, das heißt schimpfende Eltern. Dann Geschwister, die einen auslachen. Genauso in der Schule.“
„Es sind doch nur Socken“, wiederholte das Wesen zähneklappernd und ein paar türkisfarbene usel flogen dabei aus seinem Maul..
Timmy erzählte von dem Ärger, den er bekommen hatte, und der Sockenfresser wurde ruhiger.
„Timmy. Das tut mir Leid, ehrlich, das wollte ich nicht. Was können wir tun?“
„Du musst ihnen alles erzählen.“
„Und dann? Sie werden mich töten. Man hält mich für Ungeziefer, wie Ratten.“
„Ich rede mit ihnen. Ich rette dich.“
„ Aber dann müssen sie zu mir unters Bett kommen. Ich ertrage kein Licht. Meine Augen, weißt du.“
„Das glaubst du wohl selbst nicht, dass meine Mutter unters Bett kriecht, wenn ich ihr sage, dass da einer sitzt und meine Socken frisst. Ach übrigens, wie heißt du?“
„Ich? Mich hat noch nie einer mit Namen angeredet.“
„Ich nenne dich Sof, Abkürzung von Sockenfresser.“
Sof verzog sein türkisfarben blitzends Fuselmaul in die Breite, fast bis zu den Ohren.
„Ein Name! Danke, Timmy.“
„Keine Ursache.“ Timmy zog sich die Bettdecke von oben, weil ihm langsam kühl wurde.
„Lass uns nachdenken.“ Doch die Müdigkeit zog ihn weg. Als eine fünfköpfige türkisfarbene Sockenfamilie vor ihm zu tanzen begann, stupste ihn der Sockenfresser an die Nase. Im ersten Moment dachte Timmy wieder, nur zu träumen, doch der Mundgeruch, mit dem Sof ihn anhechelte, war zu intensiv, um nur Traum zu sein.
„O geh weg. Du stinkst bestialisch.“
Beleidigt dreht ihm Sof den Rücken zu.
„Nicht ich stinke. Das sind deine Socken. Solltest sie halt öfter wechseln.“
„Ich hab´s!“ Timmy war wieder hellwach.
„Du frisst ab jetzt die Socken der anderen.“
Sof schien nicht begeistert.
„Ich fresse nicht alles, weißt du. Ich bin schon wählerisch. Der Geruch macht´s. Hab mich ja nicht zufällig für deine Socken entschieden.“
„Auch das noch“, stöhnte Timmy. „Delikatesssocken!“
„Also gut. Wir machen das so: ich werde die Socken und Strümpfe der anderen eintragen. Meinetwegen nachts im Bett, werde die Füße extra nicht waschen, dann haben sie meinen Geruch, du frisst sie und lässt meine in Ruhe. Einverstanden?"
„Hmmm“, Sof wackelte mit dem Köpfchen. „Aber nicht die Nylons deiner Mutter. Und auch keine Mischprodukte. Ich nehme nur Naturreines zu mir. Mein Magen, weißt du.“
„Himmel, ein ökologischer Sockenfresser.“ Timmy verdrehte die Augen. „Meinetwegen. Ich werde darauf achten.“
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Re: Sockenfresser 3.Teil, für Arya 14 und Karin

Beitragvon Arya14 » 18.06.2015, 12:42

Hallo eilandei,

so, jetzt mache ich mich doch mal über deinen dritten Teil her.

Er streckte die Hand danach aus.

Okay, hier streckt er die Hand nach dem Wesen aus, aber weder nimmt er es in die Hand, noch versucht der kleine Sockenfresser ihm auszuweichen. Wenn du keines von beidem geschehen lassen möchtest, dann könntest du ja stattdessen so etwas wie "Er wollte die Hand danach ausstrecken, entschied sich dann jedoch dagegen. Wer wusste schon, ob dieses Wesen nicht beißen würde?" schreiben? Das würde auch eher zu einem Kind passen.

„Ich habe sie nicht gefressen“,

Hier fehlt der Punkt nach "gefressen".

um ungeschickt rote Wollfäden von Timmys nagelneuer Socke aus einer Zahnlücke zu puhlen.

zwischen "ungeschickt" und "rote Wollfäden" fehlt meiner Meinung nach ein Wort. Vielleicht solltest du noch etwas einfügen in der Richtung "...ungeschickt ein paar rote Wollfädenreste...".
So allerdings passt der Satz nicht richtig. Man stolpert beim Lesen immer darüber.

Sekundenlang war Timmy sprachlos.
„Wie du lügst! Und was hängt da in deinen Zähnen.“

An sich sehr gut so, allerdings ist Timmy sprachlos und dann fehlt der Übergang zu dem Gesagten. Vielleicht kannst du schreiben:
Sekundenlang war Timmy sprachlos, dann rief er wütend: "Wie du lügst! Und was hängt da in deinen Zähnen?" (Ach ja, der Punkt nach "Zähnen" müsste noch in ein Fragezeichen umgewandelt werden)

„Das werden wir sehen“,

Hier fehlt wieder nur der Punkt nach "sehen".

Roy bückte sich.

Den Satz könntest du noch etwas weiter ausführen. So ist er ein wenig nichtssagend.
z.B.: Roy bückte sich um besser unter das Bett sehen zu können.

Das Monster war weg, musste Timmy zugeben.

Woher weiß er das? Hier solltest du ihn erst ebenfalls unter das Bett sehen lassen, bevor er das feststellen kann. Und dann würde eher passen, wenn du schreibst: ...musste Timmy nun auch zugeben.
Aber wie gesagt, er muss erst selbst nachsehen, denn aktuell schaut er noch immer an die Decke, da er ja auf dem Boden liegt.

Er lag wieder im Bett, überlegte und horchte.

Hier ist der Sprung zu schnell. Sonst müsstest du einen Absatz einbauen. Dann könntest du vielleicht schreiben: Kurz darauf lag er wieder im Bett, überlegte und horchte.
Aber schließlich lag er gerade noch auf dem Boden. Eine Absatz wäre auf jeden Fall nicht schlecht.

Er sah wieder unters Bett.

Da dieser Satz fast unmittelbar auf "Er lag wieder im Bett..." folgt, hört sich das sehr wie eine Wiederholung an. Vielleicht solltest du diesen Satz ändern, denn kurz darauf schaut er ja noch einmal unters Bett mit der folgenden Aussage "Wieder nichts."
Wenn du statt "Er sah wieder unters Bett." eher so etwas wie "Prüfend beugte er sich über den Bettrand um noch einmal einen Blick darunter zu werfen." schreibst, klingt es nicht so sehr nach einer Wiederholung.

Wieder nichts. Fast.

Diese beiden Aussagen würde ich mit einem Gedankenstrich trennen. Erst sieht er nichts doch dann - ah ja, die Überreste der Wollsocke. Ich hoffe du verstehst was ich meine... ;)

Logisch, wie die Mäuse mit Käse so den Sockenfresser mit Socken.

Hier würde ich zwei Sätze daraus machen. Erst die Aussage "Logisch." Und dann erst als zweiten Satz den Lösungsansatz.

zu einem neuen überging. aber wie konnte er verhindern,

Das "aber" nach dem Punkt müsste groß geschrieben werden.

Am nächsten Abend präparierte er alles: er schnitt ein Loch in eine Socke,

Hier wieder: nach dem Doppelpunkt muss das "er" groß geschrieben sein.

Nicht einschlafen! kämpfte er abends im Bett gegen die Müdigkeit, wach bleiben, wach, wach. Plötzlich stand das kleine Monster vor ihm, sah direkt in seine Augen und sagte: Ich fresse nicht nur Socken, sondern auch Menschenfleisch. Heute will ich deine Hand“.

Das "Plötzlich" würde ich in einer neuen Zeile beginnen. Schließlich ist da zeitlich ein kleiner Unterschied.
Und vor "Ich fresse" müssten noch Anführungsstriche gesetzt werden.

Timmy schrie auf, ehe er kapierte, dass es ein Traum war und der Faden an seinem Handgelenk ruckelte.
„Ha!“
Jetzt galt Vorsicht.

Okay, diesen Abschnitt fand ich fast etwas unglaubwürdig. Das ließt sich so, als würde Timmy nicht nur im Traum schreien, sondern auch in echt. Und danach macht er noch den Ausruf "Ha!"
Jemand der allerdings ein Monster oder sonst etwas einfangen möchte würde versuchen so leise wie möglich zu sein. Spätestens nach dem Aufschrei wäre das kleine Monster auf und davon. Schließlich hast du selbst geschrieben, dass das kleine Kerlchen wahnsinnig flink ist.

Ein verzweifeltes Fieben signalisierte ihm,

Nur ein Rechtschreibfehler: Statt "Fieben" --> "Fiepen"

Er rollte aus dem Bett und schob sich zu dem gefangenen Sockenfresser.

Hier kann ich mir nicht richtig vorstellen, was er eigentlich genau macht. Schiebt er sich unters Bett um mit dem kleinen Wesen auf einer Höhe zu sein, oder legt er sich bäuchlings vor das Bett, um das Kerlchen besser sehen zu können?

Bloß nicht weich werden, zügelte er sich.

Zügelte, ist hier meiner Meinung nach nicht das passende Wort. Er ist ein Kind. Du könntest eher so etwas schreiben wie: "..., mahnte er sich, während er sich davon zurückhielt das kleine Wesen wieder zu befreien." Okay, das war jetzt nicht wirklich gut, aber so etwas in der Art. Du kannst den Leser ruhig sehen lassen, dass es ihm schwierig fällt den Sockenfresser gefangen zu halten und, dass das traurige Fiepen ihn weich werden lässt.

wiederholte das Wesen zähneklappernd und ein paar türkisfarbene usel flogen dabei aus seinem Maul..

Hier nur zwei Kleinigkeiten: Das müsste "türkisfarbene Fussel" heißen. Nicht "usel" ;)
Und nach "Maul" ist ein Punkt zu viel.

„Timmy. Das tut mir Leid, ehrlich, das wollte ich nicht. Was können wir tun?“

Hier müssten die Satzzeichen ein wenig umgeändert werden. Vielleicht so:
"Timmy, das tut mir Leid. Ehrlich, das wollte ich nicht. Was können wir tun?"

Und mir ist aufgefallen, dass der kleine Sockenfresser immer noch in der Fall steckt. Sollte Timmy ihn nicht spätestens, als er ihm seine ganze Geschichte erzählt, wieder freilassen?

„Keine Ursache.“ Timmy zog sich die Bettdecke von oben, weil ihm langsam kühl wurde.

Hier fehlt etwas im Satz. "Timmy zog sich die Bettdecke von oben (herunter?)" / "Timmy (holte) sich die Bettdecke von oben" --> wobei sich mir hier wiederum die schon angesprochene Frage stellt: Liegt er unter dem Bett / vor dem Bett? Oder sitzt er auf dem Boden?

„Lass uns nachdenken.“ Doch die Müdigkeit zog ihn weg. Als eine fünfköpfige türkisfarbene Sockenfamilie vor ihm zu tanzen begann, stupste ihn der Sockenfresser an die Nase. Im ersten Moment dachte Timmy wieder, nur zu träumen, doch der Mundgeruch, mit dem Sof ihn anhechelte, war zu intensiv, um nur Traum zu sein.

Hier bin ich ein wenig verwirrt.
Träumt er das mit der fünfköpfigen Sockenfamilie? Das ist nicht ganz ersichtlich.
Damit klar wird, dass er wirklich eingeschlafen ist, solltest du es eher so in der Richtung schreiben:

"Lass uns nachdenken..."
Doch die Müdigkeit war zu groß und noch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, begann er schon zu träumen. Gerade als er anfing von einer fünfköpfigen türkisfarbenen Sockenfamilie zu träumen, stupste ihn etwas an der Nase an.

So in der Richtung wäre es verständlicher. Sonst verwirrst du, denke ich, deine jungen Leser zu sehr.

Beleidigt dreht ihm Sof den Rücken zu.

Falsche Zeitform: "drehte" müsste es heißen.

„Ich hab´s!“ Timmy war wieder hellwach.
„Du frisst ab jetzt die Socken der anderen.“

Würde ich komplett in einer Zeile lassen. Sonst denkt man erst, dass Sof den zweiten Satz sagt.

„Auch das noch“, stöhnte Timmy. „Delikatesssocken!“
„Also gut. Wir machen das so: ich werde die Socken und Strümpfe der anderen eintragen. Meinetwegen nachts im Bett, werde die Füße extra nicht waschen, dann haben sie meinen Geruch, du frisst sie und lässt meine in Ruhe. Einverstanden?"

Entweder du fasst die zwei letzten Aussage in einen Monolog zusammen: "Delikatesssocken! Also gut. Wir..."
Oder du lässt Timmy erst noch einmal kurz grübeln, bevor er seinen Vorschlag ausspricht.

„Hmmm“, Sof wackelte mit dem Köpfchen. „Aber nicht die Nylons deiner Mutter. Und auch keine Mischprodukte. Ich nehme nur Naturreines zu mir. Mein Magen, weißt du.“

Genial! Fand ich super die Aussage. :)

Auch dein dritter Teil hat mir wieder sehr gefallen. Bleibst du an dem Projekt dran?
Wenn ja, ich fände es auf jeden Fall interessant weiter zu lesen.
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig mit den Korrekturvorschlägen helfen und habe dich nicht allzu sehr damit erschlagen. Meiner Meinung nach ist das eine wirklich schöne Geschichte.

Liebe Grüße
Arya
Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen.
Werner Finck
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Re: Sockenfresser 3.Teil, für Arya 14 und Karin

Beitragvon Heribertpolta » 05.07.2015, 19:59

Servus,

ich habe letztlich selbst versucht eine Kindergeschichte zu schreiben und es ist mir nicht gelungen. Es ist ein ganz eigenes Fach für sich, das man lange erlernen muss, schätze ich. Auch deine Geschichte überzeugt mich nicht, kindgercht zu sein; genausowenig wie meine auch.

Ich stelle mir bei einer Kindergeschichte immer den Erzähler oder die Erzählerin vor. Ich habe sie immer im Ohr, und wenn ich deinen Text gelesen habe, so hat sich der Erzähler immer mit der Sprache übernommen. Ich habe gelernt, dass Kindergeschichten sehr einfach geschrieben sind, einfach und übersichtlich.

Schauen wir einmal:

Auf einmal verstand Timmy. „Duuu“, fauchte er. „Du frisst meine Socken.(!)
Als seine Augen sich an das Dunkel gewöhnt hatten, erkannte er eine hamsterähnliche Gestalt.
Er streckte die Hand danach aus.


Hier haben wir es schon. Ich schätze, dass Kinder lieber eine Gestalt sehen wollen, die fast wie ein Hamster aussieht. Ausrufezeichen vergessen.

Sekundenlang war Timmy sprachlos.
„Wie du lügst! Und was hängt da in deinen Zähnen.“
Das, was wie die Nase des Unbekannten schien, zuckte.
„Du träumst mich nur, Timmy“, änderte das Etwas seine Argumentation, „ gleich wachst du auf und alles ist vorbei.“
„Das werden wir sehen“, murmelte Timmy, streckte sich weiter vor, um den Kleinen fassen zu können, verlor das Gleichgewicht und machte einen Überschlag auf den Teppich.


Das "sekundenlang" ist überflüssig: Timmi war sprachlos.
Du hättest besser daran getan, dem "Wesen" (hamsterähnlich) gleich einen Namen zu geben. Außerdem wäre es deine Aufgabe gewesen, dem Ding gleich ein exaktes Äußeres zu schenken. Autoren machen das so, sie zeichnen ihre Figuren genau vor. Davon abgesehen: die meisten wissen, wo beim Hamster die Nase sitzt...
Das Wort Argumentation hat in einer Kindergeschichte nichts zu suchen.
Kinder machen keinen Überschlag, sondern sie purzeln.

Er holte die Taschenlampe, die jedes Kind nachts braucht, und leuchtete


Zu viel Erklärung. Lass Timmi einfach nur seine Taschenlampe holen.

Am nächsten Abend präparierte er alles: er schnitt ein Loch in eine Socke, dröselte die Wolle auf und band sich das Wollende um das Handgelenk. An der Bettunterseite befestigte er ein Moskitonetz so, dass er es mit einem Griff herunterfallen lassen konnte. Die Socke selbst wurde unter dem Bett drapiert.
Nicht einschlafen!(,) kämpfte er abends im Bett gegen die Müdigkeit, wach bleiben, wach, wach. Plötzlich stand das kleine Monster vor ihm, sah direkt in seine Augen und sagte: Ich fresse nicht nur Socken, sondern auch Menschenfleisch. Heute will ich deine Hand“. Es schnappte nach Timmy Hand und zerrte daran.
Timmy schrie auf, ehe er kapierte, dass es ein Traum war und der Faden an seinem Handgelenk ruckelte.


Das alles ist nichts für Kinder. Kinder drapieren nichts. Und kapieren auch nichts; sie begreifen nämlich. Das Ausrufezeichen mitten im Satz geht nicht.

„Es sind doch nur Socken“, wiederholte das Wesen zähneklappernd und ein paar türkisfarbene usel flogen dabei aus seinem Maul..
Timmy erzählte von dem Ärger, den er bekommen hatte, und der Sockenfresser wurde ruhiger.
„Timmy. Das tut mir Leid, ehrlich, das wollte ich nicht. Was können wir tun?“
„Du musst ihnen alles erzählen.“
„Und dann? Sie werden mich töten. Man hält mich für Ungeziefer, wie Ratten.“
„Ich rede mit ihnen. Ich rette dich.“
„ Aber dann müssen sie zu mir unters Bett kommen. Ich ertrage kein Licht. Meine Augen, weißt du.“
„Das glaubst du wohl selbst nicht, dass meine Mutter unters Bett kriecht, wenn ich ihr sage, dass da einer sitzt und meine Socken frisst. Ach übrigens, wie heißt du?


Wie hat das Wesen Timmis Namen erfahren? Ist es nicht albern, dass Timmi so nebenbei nach dem Namen fragt? Achte auf deine Zeichensetzung.

„Himmel, ein ökologischer Sockenfresser (!).“ Timmy verdrehte die Augen. „Meinetwegen. Ich werde darauf achten.“


Also, ich habe mit deiner Geschichte zwei große Probleme: Erstens hast du es komplett versäumt, dem Sockenfresser ein Gesicht zu geben, obwohl das die Hauptherausforderung des Autors ist. Und zweitens hast du konsequent keine Kindersprache angewendet. Aber auch keine für Erwachsene. Wenn ich dir jetzt sagen würde, für welches Publikum mir die Schreibweise zu sein scheint, dann wärst du und wahrscheinlich das ganze Forum sauer auf mich.

Der Text scheint mir ein Schnellschuss gewesen zu sein. Er ist scheinbar nicht noch einmal korrigiert worden zu sein und wurde gleich eingestellt. Es wimmelt von kleineren und größeren Ungereimtheiten und auf Sprache wurde nicht geachtet.
Tut mir leid, hat mir nicht sonderlich gefallen.
Grüße,

Heribert Polta
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Re: [Kind] Sockenfresser 3.Teil, für Arya 14 und Karin

Beitragvon Tintenklexxx » 24.08.2015, 11:30

Hallo, ich habe mich einmal durch Deine Geschichte gelesen.
Ich versuchte auf diesem Forum die anderen Teile zu finden, das war jedoch nicht möglich, sodass ich die wesentlichen Dinge, die es braucht um eine Geschichte zu beurteilen, kommentieren, nicht fand.

Deshalb generalisiere ich:

0. Die Idee ansich ist hübsch. Ein Sockenfresser. Da wir aber wissen, dass es den nur im Märchen gibt, oder es sich tatsächlich um ein Tier handelt, dass Socken zum Auspolstern seines Nestes benutzt, sollte durch die Sprachstruktur sichtbar sein, ob wir von einem Traum in einem Traum reden oder tatsächlich ein Märchen vor uns haben oder eine reale Geschichte, die sich aufklärt.

1. Mir ist das Alter des Knaben Jimmy unklar. Seine Sprache, seine Fremdworte und die Satzstruktur entsprechen einem Kind, das wenigstens die 3. oder 4. Klasse besucht. Seine Träume und sein Denken entsprechen dagegen eher einem Vorschulkind bis Schulanfänger.

Die "Hinterhältigkeit"
eilandei hat geschrieben:„Also gut. Wir machen das so: ich werde die Socken und Strümpfe der anderen eintragen. Meinetwegen nachts im Bett, werde die Füße extra nicht waschen, dann haben sie meinen Geruch, du frisst sie und lässt meine in Ruhe. Einverstanden?"


mit der er plant, seine Socken zu retten, gehören bereits in die Altersgruppe 11 bis12 Jahre.

2. Daraus ergibt sich für mich das nächste Frage. Für welche Altersgruppe schreibst Du? Ich sehe die Zielgruppe Deiner Leser oder Zuhörer nicht, wenn sie noch nicht lesen können.

3. Durch teilweise sehr lange Sätze geht die Spannung, die solch eine Albtraum-Geschichte haben kann, verloren. Manche Sätze kannst Du teilen, Sie werden übersichtlicher und logischer.
Beispiele:

eilandei hat geschrieben:„Ich habe sie nicht gefressen“, wisperte das Etwas und hob zugleich eine Kralle, um ungeschickt rote Wollfäden von Timmys nagelneuer Socke aus einer Zahnlücke zu puhlen.


eilandei hat geschrieben:Das unbekannte Wesen war ja offensichtlich wählerisch, da es von jedem Socken nur einen fraß und dann zu einem neuen überging. aber wie konnte er verhindern, dass das Biest schneller war als er?




4. Sowohl Timmy als auch das Monster haben die selbe Sprachstruktur. Wenn Du jedem der Beiden eine eigene Sprachstruktur gibst, werden es getrennte Wesen und das Sockenfresserchen hat ein Eigenleben. Wenn die Beiden dieselbe Sprachstruktur haben, weist es auf eine Traumsituation, also eine Bewußtseinsebene von Jimmy hin. Dann müsste sich irgendwann aufklären, WARUM er solche Träume hat. (Will jetzt nicht mit Traumdeutung und Familienstress anfangen, aber hinter Albträumen steckt eine Problemsituation.) Damit will ich sagen, hier fehlt mir die tiefere geistige Durchdringung der Figuren durch den Autor, die in der Sprachgestaltung sichtbar würde.

4. Beim Durchlesen ist mir aufgefallen, dass einige Satzzeichen nicht stimmen. Es gibt auch dazu den Online-Duden. Der kann Dir helfen. Muß ich auch machen, bin auch nicht sattelfest :-)

5. Schade ist auch, dass du Deinen Text nicht Korrektur gelesen hast. Viele Faselfehler schmücken ihn. Dafür gibt es in "Word" die Rechtschreibhilfe. Sie wird Dir das Gröbste anzeigen. (Rechtschreibung, vor allem die Neue, da habe ich auch Probleme, ich habe eine Freundin, die ist Deutschlehrerin und hilft mir.)

Ja.. das wärs erstmal. In Deinem Text werde ich nicht rumdoktern. Es ist Dein Text und Du solltest die Worte finden und die Struktur Deiner Sprache (Deiner Figuren) und Deinen eigenen Stil entwickeln. Deshalb gibt es nur einen Kommentar. Auch kein Korrektorat. Dafür gibt es Onlinehilfen. Diese sollten erst ausgeschöpft sein. Und ich sehe, dass das nicht geschah.
Aber summarisch.
Die Idee des Sockenfressers ist witzig.
Sie hat pädagogisches Potential.
Sie ist fantastisch und hat mehrere Dimensionen, um pointenreich und spannend entwickelt zu werden.
Und wenn ich sehe, was die Geschichte ist, kann ich gern vertiefend unterstützen. Habe viele Jahre fürs Kinderfernsehen geschrieben. :-) viel Erfolg vom Tintenklexxx :wink:
ich kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen
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Re: [Kind] Sockenfresser 3.Teil, für Arya 14 und Karin

Beitragvon Arya007 » 29.10.2015, 15:16

Hey Eilandei,
Ein echt toller Text, dass kann ich sagen auch ohne die anderen Texte gelesen zu haben. Hatte nicht mal Verständnisprobleme ohne den Backround. Das geschieht selten! :D
Dafür schon mal einen riesigen Pluspunkz :2thumbs:

eilandei hat geschrieben:Und was hängt da in deinen Zähnen.“

Da fehlt glaub ich ein Fragezeichen. :dasheye:

eilandei hat geschrieben:Komm, schlaf weiter und lass mich auch schlafen.

Die Wiederholung von schlafen lässt sich vermeiden. "Komm, schlaf weiter" Reicht auch oder "Ich bin müde und du solltest auch schlafen" So etwas in der Art, fände ich passender.

eilandei hat geschrieben:„Ich? Mich hat noch nie einer mit Namen angeredet

"Mir hat nie jemand einen Namen gegeben" Das bringt noch mehr Mitleidspunkte und gefällt mir persönlich besser.

Mehr konnte ich nicht finden! Also mir gefällt dein Text, er ist echt gut.
Jetzt habe ich endlich herausgefunden, was mit meinen Socken passiert :D

Lg Arya (die Andere)
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