Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sein?

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Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sein?

Beitragvon Lykos » 01.12.2013, 15:07

Hi :D
Ich glaube meine Überlegungen zeigen sich schon in der Überschrift, ich führe sie hier aber nochmal näher aus^^
Ich weiß nicht, ob es euch auch aufgefallen sind, aber in vielen Erfolgsfilmen- und Büchern sind die Nebencharaktere deutlich ausgeprägter als die Hauptcharaktere!
Wie tiefgründig ist zum Beispiel Frodo? Überhaupt nicht. Und Gollum? Der hat einen soliden inneren Konflikt, er ist schizophren. Oder Faramir: Er tut alles, um die Anerkennung seines Vaters zu gewinnen.
Wie viele Eigenschaften hat Luke Skywalker aus Star Wars? Keine. Und C3PO? Feige, Ängstlich, vorsichtig, zurückhaltend. Han Solo? Eigennützig, charmant, ist aber nicht völlig unloyal. Luke Skywalker reagiert immer, wie es der Durchschnitt aller Menschen tun würde. Ist vielleicht genau das ein Erfolgsgeheimnis von Star Wars? Das durchschnittliches Handeln Identifikation erweckt, ein Tor zur Geschichte öffnet, und die Nebenfiguren dann genug Tiefe bieten, um den FIlm nicht als flach abzutun?
Ich würde gerne mal eure Gedanken dazu hören!
Lg,
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Writey » 01.12.2013, 17:28

Han Solo ist ein Protagonist und C3POs Eigenschaften, die du aufgezählt haben (feige, änstlich, vorsichtig) beschreiben quasi alle das Gleiche und der handelt meines Wissens nach immer so, weshalb er jetzt nicht der rundeste Charakter ist.
Beim Herr der Ringe gebe ich dir jedoch Recht und auch viele andere Filme/Bücher sind so.

Ich nehme an, dass es daran liegt, dass der Hauptcharakter sich oft (zumindest denken die Autoren das) gewiss verhalten muss und nicht zu negative Seiten zeigen darf. Nehmen wir wirklich mal Han Solo als Beispiel. Er ist zwar ein Hauptcharakter, aber nicht "DER" Held (der ist ja Luke) und darf sich deswegen auch erlauben ein Schurke zu sein und mal zuerst zu schießen (*hust* das darf er ja leider doch nicht mehr *hust*). Aber wenn der Weltenretter plötzlich moralische inkorrekte Züge aufweist, sind sich die Autoren sicherlich nicht mehr so ganz sicher, ob das gut wirkt...

Keine Ahnung ob du meine Gedanken dazu verstehst, aber besser formulieren kann ich mich zu dem Thema nicht.
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Rutana » 01.12.2013, 17:32

Wenn man es sich genau überlegt, und ich weiß ich gehe da etwas in die kontroverse, könnte man durchaus behaupten, dass sowohl Frodo als auch Luke Skywalker nichts anderes sind als Mary Sues, bzw Gary Stus.

Sie haben relativ wenig eigenen Charakter und eigenen Konflikt, haben jedoch eine besondere Begabung, die sie als Held herausstechen lässt.
Das dient einzig und allein dem Zweck, dass sich jeder in sie rein versetzen kann, und sich selber als diese Person fühlen kann. In dem Zusammenhang erfüllen sie den selben Zweck wie Bella, die auch so dünn geschrieben ist, dass jeder im Kopf ihre Position einnehmen kann.

Der Unterschied ist jedoch, dass alles andere drum herum deutlich besser geschrieben ist, als zB Twilight. Die Welt stimmt, die Nebencharaktere stimmen, und all das lenkt von dem Hauptcharakter ab.
Ändert aber nix daran, dass beide, Frodo und Luke, als "Kostüm" dienen, die sich der Leser/Zuschauer anziehen kann, wenn er denn möchte :)

Das ist zumindest meine Ansicht, aber ich bin mir sicher, dass viele anders denken ^^
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon grit » 01.12.2013, 19:17

Ich glaube, mit einer Hauptfigur, die eigentlich völlig durchschnittlich ist, kann der Leser sich einfach besser identifizieren. Spontan fällt mir da Harry Potter ein. Er ist ein mittelmäßiger Zauberer, er hat keinerlei besondere Fähigkeiten und doch trägt die Figur über 7 Bände.
Andererseits gibt es auch Bücher mit recht tiefgründigen Hauptfiguren ( mir fällt jetzt auf die Schnelle die Millenium-Trilogie ein - Lisbeth Salander ist nun wirklich nicht einfach ).
Funktionieren kann beides gut, nur dürfen nicht alle Figuren gar so einfach gestrickt sein.
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Lykos » 02.12.2013, 18:20

Die Eigenschaften die die meisten Helden haben sind: Gutmütigkeit, Opferbereitschaft, Zuneigung, Beliebtheit, Heroismus, Gerechtigkeitssinn.
Das dient alles für die Moral der Geschicht, aber auch als Tor zur Geschichte. Vielleicht identifiziert man sich mit moralisch guten Figuren einfach besser; Niemand sagt gern von sich, dass er ein Schurke ist, und identifikation ist das Widerfinden von sich selbst in der Figur.
Als populärstes Gegenbeispiel bring ich einfach mal Game of Thrones. Das hat sehr komplexe Hauptfiguren. Allerdings sind die Nebenfiguren auch gut gestaltet, besonders in hinsicht auf den "Marker", das Kennzeichen: Es gibt den Bluthund mit seiner Brandwunde, den Eunuch der alles weiß, den riesigen Berg, den niemand besiegt...
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon LucretiaLancetta » 02.12.2013, 18:33

Ich denke, man muss hier auch differenzieren nach Geschichten, die hauptsächlich von den Charakteren und denen, die hauptsächlich vom Plot getrieben werden.
In "Der Herr der Ringe" bleiben alle Figuren, und das bei allem Respekt vor Tolkiens Werk, ziemlich blass. "Harry Potter" ist vielleicht ein Mischding, es gibt sehr vielschichtige Charaktere, aber eben auch ein paar blasse (dass da gerade Held und Gegenspieler dazu gehören, naja ...); "A Song of Ice and Fire" hingegen lebt von den Charakteren.
Bei plotgetriebenen Geschichten ist es gar nicht schlimm, wenn die Charaktere nicht so vielschichtig sind wie in charaktergetriebenen; deshalb glaube ich nicht, dass man pauschal sagen sollte: Helden müssen ein- und Nebencharaktere dreidimensional sein. Das hat sicher auch was mit persönlicher Präferenz zu tun, ich zum Beispiel arbeite gern charaktergetrieben, mich enttäuscht es, wenn Charaktere flach bleiben (Trotzdem habe ich den Herrn der Ringe gern gelesen).
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Kelpie » 02.12.2013, 19:18

Hey Lykos!

Bevor ich auf deinen Beitrag eingehe muss ich noch etwas anderes loswerden: Meine Güte, bist du schreibwütig :D Innerhalb von 2 Monaten mehr als 350 Beiträge :O Und dabei nicht einmal Einzeiler oder sinnlose Spams ... Meinen Respekt hast du!

Ich finde es interessant, was du sagst. Ich habe häufig das Gefühl, dass die Lieblingsperson der Autoren nicht der Protagonist, sondern dessen bester Freund o.Ä. ist. Zumindest in jenen Geschichten, in denen nicht aus mehreren Sichten geschrieben wird (so weiß man von Martin, dass seine Lieblinge Arya und Tyrion sind, obgleich er diese beschreibt). Aber wenn ich mir mein Bücherregal so anschaue, stelle ich fest, dass ich in den meisten Fällen finde, dass ein Nebencharakter oder der Antagonist besser herausgearbeitet ist als der Protagonist: Die Bücherdiebin (Rudi), Eine Reihe betrüblicher Ereignisse (Graf Olaf), Die Wikingersaga von Robert Low (Einar), Die Drachenkämpferin (Senna), Please don't hate me (Charlie) usw. usf.
Ich glaube sogar, dass ich selbst diesen Hang habe ^^

Viele Grüße,
Kelpie
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Maggi1417 » 02.12.2013, 19:43

Ich glaube das Protagonisten oft so farblos sind, liegt daran, dass die Autoren sich scheuen ihnen wirklich ein paar heftige Schwächen zu verpassen. Charaktere die nur positive Charaktereigenschaften haben (häufig ist dann die einzige Schwäche: Er/Sie ist zu nett), wirken blass.
Ich finde das aber nicht nachahmungswürdig. Es klappt oft, weil der Protagonist so viel äußere Konflikte löst, dass das Fehlen von inneren Konflikten nicht so auffällt, aber anders ist es besser.
Mein Lieblingscharakter ist Miles Vorkosigan aus der Barrayar Serie. Miles ist mutig, clever und verdammt charmant, aber: er ist auch bucklig, ausgewachsen nur etwa 1,40 groß und hat extrem brüchige Knochen. Und damit hat er ganz schön zu kämpfen sowohl physisch (nicht die besten Eigenschaften für einen Frontsoldaten) als auch psychisch.
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Capt'n Spoony » 02.12.2013, 20:20

Hallo!

Vielleicht liegt es auch daran, dass man beim schreiben selbst viel mehr - als Autor - in der Rolle des Hauptprotas steckt (und man beschreibt sich selbst soooo oft) und daher auch ganz einfach mehr über die Figuren nachdenkt, mit der die Hauptfigur (also der Autor beim schreiben) interagiert.
...zumindest könnte es auch daran liegen, dass das überhaupt passiert, mit den flachen Helden und den schmucken Nebencharas.

Mir selbst fällt es ja schon bei meinen eigenen Charakteren auf: Meine Hauptprota ist immer noch ein bisschen flach, obwohl ich mir alle Mühe gebe, sie wirklich interessant werden zu lassen, während viele meiner Nebencharas in voller Pracht strahlen und sie doch glatt in den Schattten stellen.

Ich denke auch, dass viele Helden ersteinmal dafür da sind, zu funktionieren, um die Geschichte voran zu bringen, wenn es denn z.B. eine richtige Abenteuergeschichte ist, während aber die "Helden" einer Geschichte mit bspw. vielen inneren Monologen viel interessanter sind.
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Lykos » 02.12.2013, 20:31

deshalb glaube ich nicht, dass man pauschal sagen sollte: Helden müssen ein- und Nebencharaktere dreidimensional sein. Das hat sicher auch was mit persönlicher Präferenz zu tun, ich zum Beispiel arbeite gern charaktergetrieben, mich enttäuscht es, wenn Charaktere flach bleiben.

Und deshalb hab ich den Titel als Frage formuliert ;)
Bevor ich auf deinen Beitrag eingehe muss ich noch etwas anderes loswerden: Meine Güte, bist du schreibwütig :D Innerhalb von 2 Monaten mehr als 350 Beiträge :O Und dabei nicht einmal Einzeiler oder sinnlose Spams ... Meinen Respekt hast du!

Vielen Dank :oops:
Ich glaube das liegt daran, dass ich seit monaten nicht mehr regelmäßig geschrieben habe... und das hat sich halt angestaut. Warte nur, bis ich bei meinem Projekt mit dem ersten Entwurf beginne, dann is bei mir zappenduster ;D

@topic: Stimmt, die Unterscheidung zwischen Plot- und Charaktergetrieben ist notwendig für das Thema. Abgesehehen davon, dass in plotgetriebenen Geschichten die Protagonisten immer flacher sind, ist doch die Differenz zwischen Prota und Nebenfiguren da... siehe Gollum. Er ist eine der tiefgründigsten Figuren in Herr der Ringe^^
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon LucretiaLancetta » 03.12.2013, 12:46

Gollum bedient allerdings auch einen völlig anderen Typus als zum Beispiel Frodo oder Sam. Während Frodo insgesamt recht unklar gezeichnet ist, eher ein Getriebener als ein Held; und Sam eher den Posten des "Helden" einnimmt (wie im "Hobbit" Bilbo), bedient Gollum eher den "Anti-Bösewicht" und bildet damit eine der wenigen Figuren, die aus Tolkiens Scherenschnitt-Moral herausfallen. Dazu kommt dann noch die Filminterpretation, die aus seinen ständigen Selbstgesprächen (wie sie im Buch zum Beispiel auch Sam führt) einen eher Fight-Club-artigen Ausgang macht, indem Gollum und Sméagol viel stärker voneinander abgegrenzt werden. Vermutlich war diese dissoziative Persönlichkeitsstörung von Tolkien nicht einmal in diesem Maße beabsichtigt.

Wie viele Eigenschaften hat Luke Skywalker aus Star Wars? Keine. Und C3PO? Feige, Ängstlich, vorsichtig, zurückhaltend. Han Solo? Eigennützig, charmant, ist aber nicht völlig unloyal. Luke Skywalker reagiert immer, wie es der Durchschnitt aller Menschen tun würde.

Hier ist es ähnlich. Luke bedient den Typus des Helden, Han Solo den des Anti-Helden, am Anfang mehr als am Ende.

Gehen wir zu Harry Potter: Auch er bedient den Typus des Helden. Auf der anderen Seite - auch Ron und Hermione sind nicht wirklich umfassend charakterisiert, von Voldemort fange ich gar nicht erst an. Snape schneidet, was die Charakterisierung angeht, noch am besten ab.

[...] Dass durchschnittliches Handeln Identifikation erweckt, ein Tor zur Geschichte öffnet, und die Nebenfiguren dann genug Tiefe bieten, um den FIlm nicht als flach abzutun?

Ich glaube, die durchschnittlichen Figuren erlauben vielen Menschen, sich mit ihnen zu identifizieren, aber ich glaube nicht, dass deshalb die Nebenfiguren mehr "Tiefe" bieten. Sie stellen einfach andere Typen dar, was sie interessant(er) erscheinen lässt. Wie schon angemerkt wurde, ist auch C3PO nicht wirklich "rund".
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon BlinkyBill » 03.12.2013, 13:56

Ich finde, dass kommt auf auf die Geschichte an. Sollte der Protagonist in der Geschichte ein
Mensch mit einem geringen IQ sein, könnte der nicht so tiefgründig und "klug" wie ein Nebencharakter sein der einen IQ von 150 hat.
Oder es kann ja auch mal vorkommen, dass Nebencharaker für den Verlauf der Geschichte wichtiger sind.
Sprich der Protagonist steht bloß daneben und guckt zu und die Anderen machen die Drecksarbeit.
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon Hurri » 03.12.2013, 14:18

Ich glaube nicht, dass Tiefgründigkeit irgendetwas mit dem IQ zu tun hat. Man sehe sich nur mal "Ich bin Sam" an ...

Ich glaube, hier werden zum Teil auch unterschiedliche Dinge angesprochen. Ich sehe nämlich einen Unterschied darin, ob ein Charakter "nur" gut ausgearbeitet oder auch tiefgründig ist.

Harry Potter ist zum Beispiel gut ausgearbeitet. Er ist in sich schlüssig, man erfährt sehr viel von ihm, aber er ist doch der "Durchschnitts-Junge" (zumindest auf Hogwarts).

Lisbeth Salander dagegen ist nicht nur gut ausgearbeitet, sondern auch sehr tiefgründig und ein komplizierter Charakter.

Beides will ich gar nicht bewerten, beides hat in der jeweiligen Geschichte seinen Grund. Von daher könnte ich mich auch nicht entscheiden, ob Nebenfiguren generell blass bleiben müssen. Wenn es die Geschichte es erfordert ja, wenn nicht, dann eben nicht.
Zuletzt geändert von Hurri am 03.12.2013, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon BurningSun » 03.12.2013, 14:37

Hallo!
Ich verfolge diese Diskussion gepsannt, muss mich aber zu einer bestimmten Aussage mal zu Wort melden.

BlinkyBill hat geschrieben:Sollte der Protagonist in der Geschichte ein Mensch mit einem geringen IQ sein, könnte der nicht so tiefgründig und "klug" wie ein Nebencharakter sein der einen IQ von 150 hat.


In diesem Punkt muss ich dir defintiv widersprechen. Natürlich kann ein Prota mit geringem IQ nicht klug, das steht außer Frage, aber er kann genauso tiefgründig sein wie ein Protagonist, der ein Genie ist.
Die Tiefgründigkeit eines Charakters misst sich nicht in Intelligenz, dann wäre bereits so mancher Protagonist untergegangen. Nein, sie misst sich in seinem Charakter und seiner Vergangenheit, seinen Handlungsweisen, die sich darauf beziehen.

Liebe Grüße sunny
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Re: Sollten Nebenfiguren tiefgründiger als Protagonisten sei

Beitragvon LucretiaLancetta » 03.12.2013, 15:39

Hurri hat geschrieben:Ich glaube, hier werden zum Teil auch unterschiedliche Dinge angesprochen. Ich sehe nämlich einen Unterschied darin, ob ein Charakter "nur" gut ausgearbeitet oder auch tiefgründig ist.

Harry Potter ist zum Beispiel gut ausgearbeitet. Er ist in sich schlüssig, man erfährt sehr viel von ihm, aber er ist doch der "Durchschnitts-Junge" (zumindest auf Hogwarts).

Lisbeth Salander dagegen ist nicht nur gut ausgearbeitet, sondern auch sehr tiefgründig und ein komplizierter Charakter.

Aaaaah, ich wusste die ganze Zeit, dass da noch irgendwas war, was ich sagen/ausdrücken wollte ... |D (auch wenn das vermutlich untergegangen ist ...) Jedenfalls stimme ich dir hier völlig zu, auch wenn ich mir immer noch denke, dass auch bei Harry Potter noch Platz nach oben in der Charakterisierung wäre (ich meine, Harry ist zwar gut ausgearbeitet und in sich schlüssig, um dich noch mal zu zitieren, aber ich denke, gerade in den ersten Bänden gibt es da noch Luft, was sicher auch mit der langen Zeit zusammenhängt, über die die Serie gelaufen ist).
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