[Spannung/Roman]Sommeralbtraum 12 A von X

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[Spannung/Roman]Sommeralbtraum 12 A von X

Beitragvon Samis » 23.10.2015, 12:38

Sonntag, 30. Juli, Mittagszeit

Natürlich wusste Jonas, was die Männer hier draußen vor hatten. Ebenso wusste er, dass es illegal war und hieß es weiß Gott nicht gut. Die Jagt nach Mantarochen war nicht Jonas Sache, aber er stellte sich blind und schipperte die Wilderer zur Insel. Das er ein Säufer war, war bekannt. Manche Leute glaubten mit Geld alles kaufen zu können und was ihn anging, hatten sie recht damit. Was sollte er machen? Die Zeiten waren nun einmal schlecht.
Was das Weibstück im Schilde führte, blieb Jonas ein Rätsel. Er würde sich jedoch an ihren Rat halten und sich um seine eigenen Mist kümmern. Vor wenigen Minuten waren sie losgezogen, in zwei oder drei Tagen wollten sie zurück sein. Zum Abschied hatte sie Jonas mit einem Blick bedacht, der ihn erneut hatte erschaudern lassen. Das Weib jagte ihm eine Heidenangst ein. Jonas nahm einen kräftigen Schluck aus der nur mehr halb vollen Flasche und schaute aufs Meer hinaus.
Er wird hier auf sie warten, sie zurück zum Hafen bringen und keine weiteren Fragen mehr stellen. Wieder zu Hause wird er sich gründlich besaufen und so Gott will, keinen von ihnen jemals wieder sehen.


Dienstag, 01. August, lange nach Einbruch der Dunkelheit

»Wir sollten nicht länger warten«, meinte Liam und stand auf. Ich sah seine Silhouette vor mir aufragen, am Himmel waren Wolken aufgezogen, nur vereinzelt zeigten sich blass funkelnde Sterne. Nach kurzem Zögern erhob auch ich mich und Natalie tat es mir gleich. Schweigend liefen wir zum Wasser und mit einmal hielt ich unser Vorhaben für keine gute Idee mehr. Ich wollte nicht im nächtlichen Meer schwimmen, plötzlich fielen mir unzählige Gründe ein, die dagegen sprachen. Was, wenn die Leichen inzwischen Haie angelockt haben? Was, wenn wir an der Flussmündung ankommen, aber keinen Weg ins Landesinnere finden? Und was, wenn längst schon nach uns gesucht wird? War es dann nicht besser, an Ort und Stelle zu bleiben? Liams Stimme rieß mich aus meinen Gedanken: »Zieht eure Sachen aus, knotet sie zusammen und bindet sie auf dem Rücken fest.«
Ich behielt meine Bedenken für mich und öffnete die Schnalle meines Gürtels. Für einen Moment beschäftigte mich tatsächlich die Frage, welche Unterwäsche ich trug und ob sie Liam wohl gefallen wird? Und dann, dass das alles nicht fair war! Wir waren doch nur Teenager, beinahe noch Kinder! Und Kinder sollten nicht vor solche Entscheidungen gestellt werden! Das war einfach nicht richtig! Tränen sammelten sich in meinen Augen, trotzdem machte ich weiter. Als ich alles ausgezogen und zusammengeschnürt hatte, half ich Natalie mit ihrem Bündel, sie wirkte unerwartet gefasst. Wir vermieden es, uns direkt in die Augen zu schauen, wahrscheinlich waren alle froh darüber, dass die Dunkelheit unsere angsterfüllten Gesichter verbarg.
Eine Minute später verließen wir den Strand und mir kam es wie der Abschied von einem Ort vor, an dem ich mich geborgen gefühlt hatte. Nur dass das nicht stimmte. Hier verhieß nichts Geborgenheit und ich wünschte nichts sehnlicher, als schnellstmöglich von hier verschwinden zu können. Nur angesichts dessen, was uns erwartete, die Ungewissheit und der abscheuliche Weg dort hin, der zudem eine Vielzahl unvorhersehbarer Gefahren barg, belog mich mein Verstand und vermittelte mir dies trügerische Gefühl.
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralbtraum 12 A von X

Beitragvon Velvet Huhn » 11.11.2015, 00:24

Hallo Samis!

Ich habe mich mal überraschen lassen und an stelle 12 A von x mit dem Roman angefangen. Ich kann jetzt daher wenig zu den Protagonisten sagen, oder zum Aufbau- aber ich hätte einige Anmerkungen:

folgende Belobigungen:

1. Du hast gute Namen für deine Protagonisten gefunden was hilft sich in die Story einzufinden.
2. Jonas hat moralische Ansichten (er heißt das Rochenjagen nicht gut) und hilft dennoch passiv bei unmoralischen Aktionen indem er die Menschen befördert die dies seiner Meinung nach tun.
Das verleiht dem Charakter etwas Lebendiges.
3. Guter Spannungsaufbau im unteren Teil.
Nach kurzem Zögern erhob auch ich mich und Natalie tat es mir gleich. Schweigend liefen wir zum Wasser und mit einmal hielt ich unser Vorhaben für keine gute Idee mehr.

4. Interessante Stelle besonders hier:
Ich behielt meine Bedenken für mich und öffnete die Schnalle meines Gürtels. Für einen Moment beschäftigte mich tatsächlich die Frage, welche Unterwäsche ich trug und ob sie Liam wohl gefallen wird?
Klingt nach schwärmerischem Interesse an Liam, aber da für mich nicht hervorgeht ob es ein weiblicher oder männlicher Protagonist ist, fand ich die Stelle natürlich doppelt interessant. Vielleicht geht es auch nur um Bandenzugehörigkeit unter Männern.Ich weiß nicht was vorher schon war und habe trotzdem Vorstellungen was werden könnte.

Was du Verbessern könntest:

AUch bei der letzten zitierten Stelle beginnt schon etwas das du überarbeiten solltest. DU neigst leider dazu in den Zeiten hin und her zu springen bzw. falsche Verbformen einzusetzen. Ein Zeitwechsel kann sinnvoll sein. Aber du beginnst oft in der Vergangnenheit und springst plötzlich in die Gegenwart:
Jonas nahm einen kräftigen Schluck aus der nur mehr halb vollen Flasche und schaute aufs Meer hinaus.
Er wird hier auf sie warten, sie zurück zum Hafen bringen und keine weiteren Fragen mehr stellen.

Ich würde zudem "würde" statt "wird" verwenden bei beiden zuletzt zitierten Stellen.

Viele Grüße
Velvet
Velvet Huhn
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