[Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Krimi, Thriller, Horror, Geistergeschichten, Abenteuer und alles andere, was die Nackenhaare zu Berge stehen lässt.

[Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Beitragvon Samis » 08.10.2015, 13:17

Hallo zusammen,
anbei der Beginn des Romans, an welchem ich gerade arbeite. Freue mich auf jede Antwort und bin gespannt, ob es gefällt.

Beste Grüße,
Samis


Sommeralptraum

Dienstag, 25. Juli

»Das ist es? Sie schlagen sich?«
»Ja! Ist das nicht irre?«
»Das ist bescheuert!«
»Aber nein, das ist wie in dem Film, du weißt schon, der mit dem geilen Typen!«
»Das ist bescheuert, mir reicht’s.« Sarah gefiel es nicht und sie hatte längst beschlossen, zu gehen, somit folgten ihr die anderen. Sie waren zu dritt gekommen: Sarah, Lisa und Mel. Mel schien begeistert, ihre Augen funkelten und sie hüpfte beim Sprechen. Aber Sarah hatte bereits entschieden und Lisa ohnehin keine eigene Meinung.
Ich fand es einerseits widerwärtig, andererseits faszinierte es mich. Eben hatte Ronny, ein kleiner, ziemlich dicker Junge aus der Parallelklasse, Richard Branden zum Weinen gebracht. Hallo? Richard Branden! Schülersprecher unserer Schule seit ich denken kann. Zunächst hatte Richard klar die Oberhand behalten. Er hatte Ronny ausgelacht, ihn herumgeschupst und in den Hintern getreten. Aber dann war Ronny urplötzlich ausgerastet. Laut schreiend war er auf Richard zugestürmt, hatte ihn umgeworfen und sich nach kurzem Gerangel auf seine Brust gesetzt. Mit den Knien hatte er Richards Arme fixiert und unter lauten Anfeuerungen der Umstehenden damit begonnen, Richard ins Gesicht zu schlagen. Zunächst waren es nur harmlose Ohrfeigen gewesen, die sicher mehr Richards Stolz verletzt, als ihm tatsächlich wehgetan hatten. Aber aufgestachelt durch das Gejohle der anderen, hatte sich das rasch gesteigert. Zuletzt hatte Ronny, zwar noch immer mit der flachen Hand, jedoch mit voller Kraft zugeschlagen. Über Richards feuerrote Wangen waren Tränen gelaufen und ein letzter, irgendwie verunglückter Schlag, hatte seine Nase getroffen, was sie tatsächlich hatte bluten lassen. Drei Mal hatte Richard Branden mit der flachen Hand auf den Boden geklopft. Das Zeichen, dass er aufgab.
Schon klar, dass Sarah Dickerson das nicht sonders gefallen hatte. Richard war nun einmal einer von ihnen, einer der Reichen und Schönen. Ronny hingegen – wahrscheinlich kannte sie noch nicht einmal seinen Namen – nur ein kleiner, fetter Niemand.
Während Ronny und Richard, begleitet von Schulterklopfen und ungläubigem Kopfschütteln, von der Menge verschluckt wurden, beobachtete ich, wie die drei Mädchen Richtung Ausgang stolzierten. In sieben Schuljahren hatte Sarah Dickerson vermutlich keine zehn Worte mit mir gewechselt; und mit Sicherheit kein einzig freundliches. Ich meine, ich kenne sie bereits mein halbes Leben und habe ihr nie etwas getan! Aber in Sarahs Augen war ich einfach nicht gut genug.
Die drei erreichten eben die Tür, als Liam, Sarahs Freund oder Exfreund, so genau kannte niemand den aktuellen Stand, laut vernehmen ließ: »Kirk, was meinst du, wollen wir als nächste?«
»Spinnst du!«, entfuhr es Ned, Liams bestem Freund und Schatten. Sarah blieb jäh stehen und fuhr herum. Der Schrecken stand ihr überdeutlich ins Gesicht geschrieben.
Spinnst du!, dachte auch ich. Niemand, absolut niemand legte sich freiwillig mit Kirk McDance an. Der Typ tickte nicht richtig! Kirk McDance war ein waschechter Irrer! Bereits zweimal sitzengeblieben und folglich zwei volle Jahre älter und zwei Kopf größer als die meisten. Kirk McDance prügelte sich andauernd und verlor nie! So hieß es zumindest; obgleich auch er einmal mit leuchtend violettem Veilchen zur Schule gekommen war und ihm seither ein Schneidezahn fehlte.
»Bist du verrückt geworden?«, blaffte Sarah Liam an; in Windeseile war sie zurückgekehrt, Mel und Lisa im Schlepptau.
»Mach dir keine Sorgen, SQu, ist doch nur Spaß«, erwiderte Liam lächelnd.
Ich hasste es, wenn er sie SQu nannte! Sie war keine verdammte SQu – aber wen interessierte das schon?
»Nicht McDance«, fügte Liam etwas lauter hinzu, »wir machen nur Spaß.«
Kirk McDance saß etwas abseits und rauchte. Zunächst hatte es den Anschein, als hätte er Liam nicht gehört. Dann stand er schwerfällig auf, warf die Zigarette weg, kratzte sich beiläufig am Schädel und meinte: »Sicher. Lass uns etwas Spaß haben.«
»Liam!«, kreischte Sarah hysterisch, aber er küsste sie auf die Stirn und schob sie beiseite. Jetzt baute Ned sich vor Liam auf und ich konnte ihn flüstern hören: »Das ist keine gute Idee, Liam. Eine ganz beschissene ist das, Buddy!« Aber Liam tätschelte ihm wortlos die Wange und drängte sich vorbei.
Inzwischen hatte Kirk die Mitte der alten, ausrangierten Sporthalle erreicht, wo rund vierzig aufgebrachte Schüller und Schülerinnen einen Kreis von etwa sechs Meter Durchmesser bildeten. Liam Basile maß 1,82m, hatte breite Schultern und war Capitan des Footballteams. Neben McDance wirkte er jedoch geradezu schwächlich. Sarah verbarg ihr Gesicht in den Händen, als McDance eine großen Schritt auf Liam zu machte und dann krachte es.
»Was ist hier los?«, brüllte O´Grady, seines Zeichens Schuldirektor. Unmittelbar neben im stand Hausmeister Fouley. Fouley hatte die Seitentür mit so lautem Krachen aufgeschlagen, dass es den Anschein machte, er hätte sie eingetreten. Ein Reflex ließ Kirk McDance sogleich in der Menge untertauchen. Weder der Rektor, noch der Hausmeister waren gut auf ihn zu sprechen und weiterer Ärger das Letzte, was er gebrauchen konnte. Auch Liam zog den Kopf ein, auch er wollte einer unnötigen Konfrontation mit den beiden aus dem Weg gehen. Im letzten Augenblick jedoch, kurz bevor sich die beiden aus dem Staub machten, packte Liam Kirk am Arm und zischte: »Das ist noch nicht vorbei, McDance!«
Ich befand mich keine drei Meter entfernt und konnte mit ansehen, wie Kirk Liam kurz mit undurchschaubarer Miene fixierte, »Okay« zischte, ehe er sich losriss und endgültig verschwand. Gebannt beobachtete ich die Geschehnisse, bis auch Liam durch die Umkleiden verschwunden war, erst dann besann ich mich und konnte gerade noch rechtzeitig unerkannt entkommen.

Am nächsten Morgen verbreitete sich die Nachricht bereits vor der ersten Pause. Der Kampf sollte schon heute Abend nachgeholt werden, drüben in Barnetbees Choclate Wonder.
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Beitragvon brehb » 08.10.2015, 18:03

Hallo Samis,

ich habe mir deinen Text angesehen, hier meine Eindrücke:

Nach der Datumsangabe beginnst du mit direkter Rede. Gut, finde ich. Bis hier her:
»Aber nein, das ist wie in dem Film, du weißt schon, der mit dem geilen Typen!«

Das wirkt mir zu gewollt oberflächlich. Entweder sollte hier der Filmtitel stehen oder der Name des "geilen Typen". Beides im Nebel zu lassen überzeugt mich als Leser davon, dass es weder den Film noch den Typen gab und hier der Autor nur etwas erfindet.

...und sie hatte längst beschlossen, zu gehen, somit folgten ihr die anderen. Sie waren zu dritt gekommen...:

Obwohl völlig klar, verwirrt mich diese Abfolge. Ginge das nicht einfacher?

Das ist bescheuert, mir reicht’s.« Sarah gefiel es nicht und sie hatte längst beschlossen, zu gehen, somit folgten ihr ihre zwei Begleiterinnen. Mel schien zwar begeistert, ihre Augen funkelten und sie hüpfte beim Sprechen. Aber Sarah hatte bereits entschieden und Lisa ohnehin keine eigene Meinung.

Dann kündigst du eine rasante Szene an:
Aber dann war Ronny urplötzlich ausgerastet

und es kommt das hier:
Laut schreiend war er auf Richard zugestürmt, hatte ihn umgeworfen und sich nach kurzem Gerangel auf seine Brust gesetzt. Mit den Knien hatte er Richards Arme fixiert und unter lauten Anfeuerungen der Umstehenden damit begonnen, Richard ins Gesicht zu schlagen. Zunächst waren es nur harmlose Ohrfeigen gewesen, die sicher mehr Richards Stolz verletzt, als ihm tatsächlich wehgetan hatten. Aber aufgestachelt durch das Gejohle der anderen, hatte sich das rasch gesteigert. Zuletzt hatte Ronny, zwar noch immer mit der flachen Hand, jedoch mit voller Kraft zugeschlagen. Über Richards feuerrote Wangen waren Tränen gelaufen und ein letzter, irgendwie verunglückter Schlag, hatte seine Nase getroffen, was sie tatsächlich hatte bluten lassen.


Das ist eine Rückblende und richtigerweise schreibst du sie im Plusquamperfekt. Der hölzernsten, holperigsten (und für Fremdsprachler unverständlichsten) Erzählzeit, die das Deutsche kennt. Und da du dabei auch noch im gleichen ausladendem Erzählstiel schreibst, wie am Anfang, geht der Szene jedes Tempo jede Spannung verloren, meine ich. Da trickst man besser mit der Erzählzeit, schreibt Elipsen, fasst zusammen...

Laut schreiend war er auf Richard zugestürmt. Er warf ihn um, ein kurzes Gerangel und er thronte auf dessen Brust. Mit den Knien fixierte er Richards Arme und klatschte ihm mehrfach ins Gesicht. "Gib's ihm, schlag zu!", wurde er angefeuert. Anfangs nur harmlose Ohrfeigen, die sicher mehr Richards Stolz verletzten, als ihm tatsächlich weh zu tun. Aber aufgestachelt durch das Gejohle der anderen, verfiel er fast in Raserei. Bis er, zwar mit der flachen Hand, jedoch mit voller Kraft zuschlug. Über Richards feuerrote Wangen schossen Tränen . Und dann ein letzter, irgendwie verunglückter Schlag, vollrohr auf die Nase. Da floss Blut!

Meine Lieblingssatz:
In sieben Schuljahren hatte Sarah Dickerson vermutlich keine zehn Worte mit mir gewechselt; und mit Sicherheit kein einzig freundliches.


Ab hier dann...
Die drei erreichten eben die Tür, als Liam, Sarahs Freund oder Exfreund, so genau kannte niemand den aktuellen Stand, laut vernehmen ließ: »Kirk, was meinst du, wollen wir als nächste?«
»Spinnst du!«, entfuhr es Ned, Liams bestem Freund und Schatten. Sarah blieb jäh stehen und fuhr herum. Der Schrecken stand ihr überdeutlich ins Gesicht geschrieben.
Spinnst du!, dachte auch ich. Niemand, absolut niemand legte sich freiwillig mit Kirk McDance an

...habe ich den Text dann kurz weggelegt, weil ich den Überblick über die Namen und wer was sagt verloren hatte. Und als dann noch die hier kamen
»Was ist hier los?«, brüllte O´Grady, seines Zeichens Schuldirektor. Unmittelbar neben im stand Hausmeister Fouley.

habe ich aufgegeben. Aber außer, dass sich Liam und Kirk zu einer weiteren Schlägerei verabredeten, habe ich auch nichts versäumt, meine ich.

Fazit:
Das ist sehr präzise geschrieben, grammatisch, sprachlich. Aber die monotone, selbstbeherrschte, unemotionale Erzählweise gepaart mit einer Unzahl Namen schreckt mich ab.

LG brehb
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Beitragvon Samis » 08.10.2015, 20:23

Hallo brehb,

vielen Dank für deine rasche Antwort. Ich werde mir deine Anmerkungen zu Herzen nehmen und meinen Text darauf hin überdenken.

Beste Grüße,
Samis
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Beitragvon Winchest » 10.10.2015, 15:48

Hey :)

Ich wollte mich dann mal für deinen ausführlichen Kommentar revanchieren. :)

Kurze Bemerkung: Ich habe mir die andere Rezi noch nicht durchgelesen, also verzeih' wenn ich etwas wiederhole.

Mir gefällt dein Titel sehr und er macht mich auch neugierig auf den Text.
Natürlich ist er nichts komplett neues, aber auf mich wirkt er interessant und auch nicht allzu 0815.

»Das ist es? Sie schlagen sich?«
»Ja! Ist das nicht irre?«
»Das ist bescheuert!«
»Aber nein, das ist wie in dem Film, du weißt schon, der mit dem geilen Typen!«


Auf der einen Seite gefällt es mir, dass du mit der wörtlichen Rede beginnst aber irgendetwas stört mich an dem Gespräch.
Ich habe daheim bestimmt drei oder vier Bücher die ähnlich anfangen und das mit den 'geilen Typen' empfinde ich als Leser sehr oberflächlich und uninteressant.
Vielleicht könnte die Sprecherin etwas wie:

<< "Aber nein, das ist wie bei Spartacus, dem Film mit den heißen Soldaten!" sagen.
Damit habe ich als Leser einen realen Bezug und heiße Männer in Rüstung vor meinem innerem Auge.
Wahlweise bieten sich auch Jensen Ackles, Chris Evans oder Misha Collins als 'heiße Typen' an. :XD:


Sie waren zu dritt gekommen: Sarah, Lisa und Mel. Mel schien begeistert, ihre Augen funkelten und sie hüpfte beim Sprechen. Aber Sarah hatte bereits entschieden und Lisa ohnehin keine eigene Meinung.

Ich finde hier hast du es noch ganz gut gelöst und mir einen Bezug zu den Personen gegeben, mit dem mein Kopfkino arbeiten kann.
Mel stelle ich mir rothaarig vor, vielleicht mit ein paar Sommersprossen und einem Lippenpiercing. Sie ist jemand, der vor der Schule raucht und schon Mal schwänzt, eine, die sich für Actionfilme begeistern kann. Außerdem kann ich mir gut vorstellen das sie ein bisschen hibbelig ist, laut ist und durchaus aneckt. Eben eine echte Charakterperson.
Bei Sarah habe ich ein blondes, schlankes Mädchen vor Augen. Eben so das 'typische' Highschollqueen Klischee. Ich bin gespannt ob du sie noch ein bisschen tiefsinniger machst.
Lisa ist in meiner Vorstellung ein graues Mauerblümchen mit straßenköterblonden Haaren, wässrig blauen Augen - eventuell mit Brille - und immer top gekleidet. Praktisch der Klischee Mitläufer.
Auf den ersten Blick sticht hier also nur Mel heraus, zumindest für mich.

Die Kampfszene finde ich teilweise gelungen.
Mir gefällt wie du beschreibst, dass Ronny zuerst nur Richards Stolz mit den Ohrfeigen verletzt und nach und nach härter wird.
Die Schreibweise ist mir persönlich zu unpackend, es ist eben einfach nur eine Nacherzählung und ich habe kein wirkliches Bild vor Augen. Schade, da kann man bestimmt mehr daraus machen.
Außerdem fällt es mir sehr schwer mit den ganzen Namen umzugehen, zumal sie sich auch noch sehr ähnlich sind.
Sind die Namen wirklich relevant für die Geschichte?

Die drei erreichten eben die Tür, als Liam, Sarahs Freund oder Exfreund, so genau kannte niemand den aktuellen Stand, laut vernehmen ließ...

Hier finde ich es auch sehr klischeehaft. Das Superhübsche Mädchen mit der On-Off Beziehung, schon hundert Mal gesehen und auch gelesen...

Jetzt kommt es auch noch zu einem Kampf mit einem Außenseiter, den wirklichen Grund für den Kampf erfährt man aber nicht.
Ich denke, wenn Liam doch genau weiß das Kirk soviel stärker ist, dann lässt er sich doch nicht aus Jux und Tollerei auf so einen Fight ein?
Das wirkt alles ein bisschen unüberlegt und bemüht um extra Spannung miteinzubringen.

Alles in Allem:

Dein Schreibstil wirkt auf mich sehr nüchtern und mir fehlt die Lockerheit im Text.
Wenn dein Protagonist jedoch das Wort ergreift - z.B. 'In sieben Schuljahren hatte Sarah Dickerson vermutlich keine zehn Worte mit mir gewechselt; und mit Sicherheit kein einzig freundliches. Ich meine, ich kenne sie bereits mein halbes Leben und habe ihr nie etwas getan! Aber in Sarahs Augen war ich einfach nicht gut genug.' gefällt mir das sehr gut. :)

Auf mich wirkt es so als seist du extrem versessen etwas herausragendes zu präsentieren und bemühst dich deswegen alles korrekt auszuformulieren. Bau doch ein paar lockere Witze ein, beispielsweise vor dem 'Fast-Kampf' zwischen Liam und Kirk ein paar witzige Provokationen, die dein Ich Erzähler in seinen Gedanken noch kommentieren kann.

Bis jetzt finde ich die Geschichte sehr klischeelastig, allerdings versuche ich noch nicht zu urteilen, weil ich nicht weiß wie sich der Plot und die Charaktere entwickeln. Ich kann mir nämlich eigentlich nicht vorstellen, dass du in die Mary/Gary Sue Falle tappst - dafür hast du dich ganz augenscheinlich zu gründlich informiert. :)

Die Namen stellen für mich nach dem zweiten Mal lesen kein allzu großes Problem mehr dar, beim ersten Mal war es allerdings durchaus störend. Ist es wirklich wichtig zu wissen wie Kirk mit Nachnamen heißt? Genauso bei Liam.
Der Hausmeister und der Direktor interessieren mich auch nicht so sehr, als das ich unbedingt ihren Vornamen wissen will.
Hier reicht es, meiner Meinung nach, voll und ganz einfach nur 'Direkter' und 'Hausmeister' zu sagen.

LG!:)

PS: Während ich deinen Text gelesen habe, habe ich das Lied: 3 Doors Down - Kryptonite gehört und überrascht festgestellt das es für mich wirklich mega zu dem Text passt :D
Leicht melancholisch, weil so dein Ich Prota auf mich wirkt, und mit Bezug auf Superman - was entweder Kirk oder Liam sein könnte. :)

Um ein paar Stellen zu zitieren:

'And if I go crazy then will you still call me Superman?'

'You call me strong, you call me weak
But still your secrets I will keep'
Winchest
 
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Beitragvon Jonas_dls » 10.10.2015, 19:56

Ein paar Sachen die mir auffiehlen:
Samis hat geschrieben:
»Das ist es? Sie schlagen sich?«
»Ja! Ist das nicht irre?«

Das klingt zunächst, als seien die Beiden nicht dabei, sondern woanders. Hier aber,

Samis hat geschrieben:Schon klar, dass Sarah Dickerson das nicht sonders gefallen hatte. Richard war nun einmal einer von ihnen, einer der Reichen und Schönen. Ronny hingegen – wahrscheinlich kannte sie noch nicht einmal seinen Namen – nur ein kleiner, fetter Niemand.
Während Ronny und Richard, begleitet von Schulterklopfen und ungläubigem Kopfschütteln, von der Menge verschluckt wurden, beobachtete ich, wie die drei Mädchen Richtung Ausgang stolzierten.

wird deutlich, dass sie direkt daneben standen.

Samis hat geschrieben:Die drei erreichten eben die Tür, als Liam, Sarahs Freund oder Exfreund, so genau kannte niemand den aktuellen Stand, laut vernehmen ließ: »Kirk, was meinst du, wollen wir als nächste?«
Hier dachte ich zunächst, Liam wollte Kirk dazu einladen, gemeinsam auf Richard ein zu prügeln. Was auch passend wäre, wenn Kirk Ned und Liam zusammen mit Sarah die Antagonisten zum Ich Erzähler darstellen.
Warum sollte dieser Liam aus einer Laune heraus, einen älteren Jungen zu einer Prügelei einladen? Wenn die beiden ein Problem miteinander haben, kommt das hier nicht rüber, es klingt fast schon freundschaftlich. Das stellt Liam auf eine ähnliche Stufe wie Kirk, der in der Schule als gewalttätig bekannt ist.
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Beitragvon Helfstyna » 14.10.2015, 02:11

Auf der einen Seite hat die Szene sehr viel Potential wie ich finde.
Du beginnst ohne große Vorreden und Erklärungen direkt in der Handlung, was Vor- aber eben auch Nachteile hat. Man fragt sich sehr schnell, was genau passiert und vor allem wieso die Jungs sich prügeln. Das dürfte reichen um das erste Interesse zu wecken und Leser zum Weiterlesen zu bewegen.

Etwas problematisch sehe ich aber die Kombination von sehr vielen Charakteren und den zahlreichen Dialogen, die sofort präsentiert werden. Auf den Leser kommt gleich eine ganze Riege zu, die zwar relativ schnell zwei Gruppen zugeordnet werden
Richard war nun einmal einer von ihnen, einer der Reichen und Schönen. Ronny hingegen – wahrscheinlich kannte sie noch nicht einmal seinen Namen – nur ein kleiner, fetter Niemand.

aber diese sehr grobe Einteilung hilft wenig den Überblick bei all den Namen zu behalten.

Und diese sind auch der Punkt, den ich persönlich am wenigsten gelungen finde.
Die Mädchen heißen noch, wie die Töchter von Nebenan - zumindest bis Sarah einen Nachnamen bekommt -, Richard und Ronny bewegen sich dann schon Richtung Grauzone, Ned und Liam klingen dann schon sehr nach Teenie-Roman und bei Kirk McDance muss ich gestehen, leuchten bei mir alle Klischee-Alarmglocken.

Der Beginn hat sicher Potential, allerdings würde ich gerade bei der Entwicklung der Charaktere genau darauf achten, dass die vorhandenen Klischeeansätze der Charaktere (Lisa die hübsche Reiche mit ihrem Gefolge und dem tollen Mal-ja-Mal-nicht-Lover, die Ich-Erzählerin als Gegenstück dazu, Kirk der geheimnisvolle Rebell) nicht zu sehr manifestieren und du dich vom gern präsentierten Teenie-Schul-Cliquen-Schema wie man es aus zig Büchern und Serien kennt, entfernst.
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And the stars winked back, for Peter's smile is a most contagious thing"
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 1 von X

Beitragvon Samis » 14.10.2015, 20:24

Hallo zusammen,

bitte entschuldigt, dass ich erst jetzt reagiere. Bin zeitweise beruflich länger unterwegs, weswegen es zuweilen dauern kann, ehe ich antworte.

Herzlichen Dank für eure Kritiken, Gedanken und Ratschläge!

Nun aber zum Text. Zuvorderst möchte ich anmerken, dass die Geschichte letztlich einen Umfang von etwa 150 Normseiten haben soll, wovon rund 130 mehr oder weniger fertig sind. Mancher Einwand würde sich wahrscheinlich von selbst ausräumen, oder käme vielleicht gar nicht erst auf, hättet ihr den Text in vollem Umfang vorliegen. Wegen der 2:1 Regel (die ich im Grunde gut finde) ist es mir aus Zeitgründen jedoch nicht möglich, so viele Seiten zeitnah einzustellen.

Hier und da steht zu lesen, dass Kommentatoren die Anmerkungen ihrer "Vorkritiker" nicht gelesen haben und sich deshalb für eventuelle Wiederholungen entschuldigen. Um vollkommen unbeeinflusst zu bleiben, halte ich es sogar für wichtig, diese nicht zu lesen. Denn wiederholte Kritik zeigt dem Verfasser, dass es sich nicht allein um die subjektive Meinung eines Einzelnen handelt, was mich zum ersten Punkt bringt, den ich in meinem Text abändern werde: Aus »Aber nein, das ist wie in dem Film, du weißt schon, der mit dem geilen Typen!« wird »Aber nein, das ist wie in dem Film, du weißt schon, der mit Brad Pitt und Edward Norton!« werden.

Als nächstes muss ich mir wohl der vielen Namen auf den ersten Seiten wegen Gedanken machen. Ihr habt natürlich recht, dass es ein paar zu viele sind, aber auch hier glaube ich, dass sich beim Weiterlesen rasch zeigen würde, wer von Bedeutung ist und wen man schnell wieder vergessen kann. Ich finde es schlicht unschön, Charaktere, egal wie unwichtig, nur ihrer Funktion nach (der Taxifahrer, die Freundin, ...) zu betiteln. Dennoch erwäge ich, den Rektor und Hausmeister auf diese Weise zu degradieren.
Zur Namensgebung möchte ich noch anmerken, dass ich während der »Rohfassung« diesbezüglich sehr nachlässig und unkreativ bin und nicht selten erst ganz zum Schluss mir passend erscheinende vergebe. (Ein Hoch auf die "Suchen und Ersetzten" Funktion)
Darüber hinaus sind US-Amerikanisch klingende Namen gewollt, ebenso die Klischees, die den Leser gedanklich an eine amerikanische Highschool/Teenie/Lovestory erinnern sollen. Die Geschichte nimmt dort ihren harmlosen, scheinbar vorhersehbaren Anfang und erfährt bald eine drastische Wendung.

Dass die Turnhallenschlägerei im Plusquamperfekt umpackend geschildert sei, kann ich einerseits nachempfinden und mir sind die Kniffe, mit welchen sich diese, meiner Meinung zu Unrecht verteufelten Zeitform, umschiffen lässt durchaus bekannt. Da ich jedoch generell ein Freund von korrekt angewendeter Sprache bin (was nicht heißen soll, dass ich dem selbst auferlegten Anspruch ausnahmslos gerecht werde – teilweise fällt es mit regelrecht schwer, aber ich bemühe mich) und der kleine Kampf bezogen aufs Ganze nicht sonders wichtig ist, scheue ich mich nicht, ihn in der vollendeten Vergangenheit zu erzählen. Würde es sich hingegen um eine Kurzgeschichte handeln und beim Kampf um ein zentrales Ereignis, gäbe ich euch vollkommen recht und würde die Vorvergangenheit nur kurz einleiten und dann in einer anderen Zeitform weitererzählen.

Auch wurde wiederholt angemerkt (was mich durchaus zum Grübeln veranlasst hat), dass mein Art zu erzählen der (über)korrekten Schreibweise wegen zu nüchtern oder gar monoton sei. Mag sein. Nur wie heißt es noch gleich: Jeder hat seinen eigenen Schreibstil und das ist der meine. Bitte versteht das nicht miss. Damit möchte ich nicht sagen, so ist es und damit PUNKT. Vielmehr bin ich der Meinung, dass man sich weitgehend treu bleiben sollte und so schreiben, dass man sich damit wohl fühlt. Sich all zu sehr zu verbiegen, bringt selten Gutes hervor. Daneben finde ich die Kombination aus korrekter, "gehobener" Sprache, flapsigen Dialogen und drastisch geschilderten Ereignissen sehr reizvoll. Und drastische Ereignisse wird es noch geben, soviel sei verraten.

Nochmals vielen Dank für eure Anmerkungen und Ratschläge!

Beste Grüße,
Samis

@ Winchest: Filme sind eine meine großen Leidenschaften, weswegen während des Schreibens Leinwand füllende Bilder samt passender musikalischer Untermalung in meinem Kopf ablaufen – und Kryptonite würde tatsächlich ausgezeichnet zur Eröffnungsszene passen.
Auch finde ich es genial, wie sich einzelne Charaktere bereits in deinem Kopf verselbstständig haben, da ich kein großer Freund von detaillierten Beschreibungen der Äußerlichkeiten bin – nur eben kurz die Richtung vorgeben, alles Weitere sollte sich im Kopf des jeweiligen Lesers entwickeln.
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Samis
 
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