[Spannung/Roman]Sommeralptraum 4 von X

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[Spannung/Roman]Sommeralptraum 4 von X

Beitragvon Samis » 15.10.2015, 14:42

[Spannung/Roman]Sommeralptraum 4 von X

Als sie außer Sicht- und Hörweite waren, stand ich auf und lief wie selbstverständlich zu Kirk hinüber. Natürlich gehört es zu meinem Selbstverständnis, Menschen, die in Not geraten waren, zu helfen. Aber dort am Boden lag noch immer Kirk McDance. Und nur weil sie ihm eben arg zugesetzt hatten, machte ihn das kein Stück sympathischer.
Bei ihm angelangt musste ich gegen den zunehmenden Drang ankämpfen, augenblicklich kehrt zu machen und davonzulaufen. Kirk bemerkte mich, schreckte zusammen und sah zu mir auf. Aber das war nicht mehr der harte Kerl, den ich zu kennen glaubte. Aus seinem Blick war alles harte oder coole verschwunden. Mich sah ein Junge an, der verletzt worden war und Hilfe bedurfte. Als er mich erkannte, verschwand dieser Junge sofort. Aber nur kurz. Ich versuchte zu Lächeln und streckte ihm beide Hände entgegen. McDance wirkte verwirrt, ergriff sie jedoch und ließ sich von mir aufhelfen.
Er sah fürchterlich aus! Sein Gesicht war noch stärker angeschwollen, die Nase doppelt so groß und seine Zahnlücke umfasste nun eineinhalb Zähne. Unschlüssig darüber, was ich nun machen sollte, vernahm ich plötzlich rasch näherkommende Stimmen und Schritte. Ich fuhr herum und entdeckte Liam und einige andere Jungs meiner Schule. Kirk, der sich eben noch von mir hatte stützen lassen, tat zwei Schritte von mir weg und seine Miene versteinerte.
»Da ist er!«, rief Liam schon von Weitem und als er mich erkannte: »Was hat die hier –« Aber er verstummte mitten im Satz, als er Kirk’s Gesicht gewahr.
Ohne darüber nachzudenken stellte ich mich vor Kirk, der mich jedoch beiseite stieß und einen Schritt auf Liam zu machte. Liam interpretierte die Situation vollkommen falsch. Das Entsetzen Kirk’s Zustands wegen stand ihm und den anderen deutlich in ihre Gesichter geschrieben. Sie begriffen sehr wohl, dass hier etwas vorgefallen war, das ihre albernen Fightclubspielchen bei weitem übertraf. Es machte ihnen unverkennbar angst, aber Liam war kein Feigling. Offenkundig glaubte er, mich beschützen zu müssen. Auch er setzte sich in Bewegung, ging jedoch nicht auf Kirk los. Er schob sich an ihm vorbei, ergriff meinen Arm und zog mich von ihm weg. »Ist mit dir alles in Ordnung?«, wollte er wissen und sah mich besorgt an.
»Sicher«, entgegnete ich verdutzt, »mir geht es gut.« Einen Augenblick lang sah er mich an, dann wandte er sich um und brüllte: »Was soll der Scheiß, McDance!« Er packte ihn am Kragen und Kirk holte trotz seines ledierten Armes zum Schlag aus. Wieder vernachlässigte ich das Denken, ließ alle Vernunft saußen und warf mich zwischen die beiden. »Es reicht!«, brüllte ich, so laut ich nur konnte. Und zu meiner Verwunderung hörten sie auf mich. Vielleicht war Liam erleichtert, seiner heroischen Geste nicht wirklich Taten folgen lassen zu müssen und Kirk hatte wahrhaftig schon genug abbekommen.
»Es reicht«, sagte ich noch einmal, diesmal ohne zu schreien und konnte sie ohne großen Kraftaufwand voneinander trennen. Kirk hielt Liam mit seinem einen intakten Auge fixiert und Liam sah mich verwundert an.
»Geht nach Hause!«, sagte ich und wunderte mich, über die Bestimmtheit, die meinen Worten beiklang. Und nach kurzem Zögern bewegten sie sich tatsächlich. Zunächst Kirk, dann Liam und die anderen. Es dauerte unendlich lange, bis sie endlich weg waren. Keiner ließ den anderen aus den Augen, aber letztlich stand ich allein im Hof von Barnetbees und mit einmal wurde mir kalt. Plötzlich war ich unendlich müde und mein Kopf vollkommen leer. Ich wollte nur mehr nach Hause und schlafen.
Am Zaun angelangt zwängte ich mich durch das Loch und erstarrte mitten in der Bewegung, als unmittelbar neben mir eine Gestalt aus der Dunkelheit trat. Es war Kirk. Er öffnete den Mund, sagte jedoch kein Wort. Dann hob er zögerlich die Hand, wie zum Gruß. Ich verstand und nickte. Er ließ die Hand wieder fallen, senkte den Blick und verschwand.
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 4 von X

Beitragvon Jonas_dls » 15.10.2015, 16:40

Kaum bin ich fertig, gibt es Nachschub :o
Wenn ich dich nicht verschreckt habe, hier gleich der nächste Teil.

Samis hat geschrieben:Als sie außer Sicht- und Hörweite waren, stand ich auf und lief wie selbstverständlich zu Kirk hinüber. Natürlich gehört es zu meinem Selbstverständnis, Menschen, die in Not geraten waren, zu helfen. Aber dort am Boden lag noch immer Kirk McDance. Und nur weil sie ihm eben arg zugesetzt hatten, machte ihn das kein Stück sympathischer.

Obwohl sie nicht vergessen hat, wer da liegt, geht sie selbstverständlich zu ihm? Das klingt unlogisch. Besser wäre es, wenn du die Reihenfolge umdrehst. Erst reflektiert sie, wer da liegt, dann aber wird deutlich, dass sie sich davon nicht abhalten lässt einem verletzten zu helfen.
"Dort am Boden lag Kirk McDance. Und nur weil sie ihm eben arg zugesetzt hatten, machte ihn das kein Stück sympathischer. Aber es gehörte zu meinem Selbstverständnis, Menschen, die in Not geraten waren, zu helfen. Als sie außer Sicht- und Hörweite waren, stand ich daher auf und lief zu Kirk hinüber."
Abgesehen davon kommt es mir unpassend für eine Jugendliche vor, mit Begriffen wie "Selbstverständniss" über sich selbst nach zu denken.

Samis hat geschrieben:Bei ihm angelangt musste ich gegen den zunehmenden Drang ankämpfen, augenblicklich kehrt zu machen und davonzulaufen.

Sollte sie gegen diesen Drang nicht bereits während der Annäherung ankämpfen? Oder fühlt sie diesen Drang wirklich erst, nachdem sie ihn erreicht hat? Wenn ja, könnte sein Aussehen der Anlass sein, dann solltest du das aber auch deutlich machen.

Samis hat geschrieben:Ich versuchte zu Lächeln und streckte ihm beide Hände entgegen. McDance wirkte verwirrt, ergriff sie jedoch und ließ sich von mir aufhelfen.

Er ist derjenige mit dem frisch gebrochenen Arm, er kann ihr zwar den anderen Arm entgegenstrecken, aber sie muss die Aktive sein, die zupackt.

Samis hat geschrieben:Ohne darüber nachzudenken stellte ich mich vor Kirk, der mich jedoch beiseite stieß und einen Schritt auf Liam zu machte.

Soll Kirk so Dumm sein wie er hier gerade rüberkommt? Will er, trotz seiner Verletzungen, bereitwillig einen weiteren Kampf austragen? In der Schule schienen die Beiden keinen besonderen Grund für den Kampf zu haben, es klang eher nach langeweile. Falls er dagegen keine Fluchtmöglichkeit sieht und noch nicht mitbekommen hat, dass sein Zustand Liam erstmal den Wind aus den Segeln genommen hat, sollte er Angst zeigen, zumindest für die Protagonistin sichtbar.

Samis hat geschrieben:Liam interpretierte die Situation vollkommen falsch. Das Entsetzen Kirk’s Zustands wegen stand ihm und den anderen deutlich in ihre Gesichter geschrieben. Sie begriffen sehr wohl, dass hier etwas vorgefallen war, das ihre albernen Fightclubspielchen bei weitem übertraf. Es machte ihnen unverkennbar angst, aber Liam war kein Feigling. Offenkundig glaubte er, mich beschützen zu müssen.

Wenn sie die Situation Begriffen haben, egal ob sie die Protagonistin oder einen dritten für den Angreifer halten, wie kann Liam dann gleichzeitig alles falsch interpretieren?

Samis hat geschrieben:Auch er setzte sich in Bewegung, ging jedoch nicht auf Kirk los. Er schob sich an ihm vorbei, ergriff meinen Arm und zog mich von ihm weg. »Ist mit dir alles in Ordnung?«, wollte er wissen und sah mich besorgt an.
»Sicher«, entgegnete ich verdutzt, »mir geht es gut.« Einen Augenblick lang sah er mich an, dann wandte er sich um und brüllte: »Was soll der Scheiß, McDance!«

Warum sorgt sich der Typ der in Sarah verliebt ist, um ein unverletztes Mädchen, dessen Name er womöglich(bislang ist das unklar) nicht einmal kennt? Ist er ausserdem der Typ, der einen Verletzten angreift, obwohl es bei den Beiden um eine freundschaftliche Prügelei gehen sollte?

Samis hat geschrieben:Er packte ihn am Kragen und Kirk holte trotz seines ledierten Armes zum Schlag aus.

Der Arm ist nicht lädiert, er ist frisch gebrochen, da kann er allenfals aus der Schulter heraus versuchen den Arm leicht an zu heben, mehr geht meiner unprofessionellen Meinung nach nicht.

Samis hat geschrieben:Keiner ließ den anderen aus den Augen, aber letztlich stand ich allein im Hof von Barnetbees und mit einmal wurde mir kalt. Plötzlich war ich unendlich müde und mein Kopf vollkommen leer. Ich wollte nur mehr nach Hause und schlafen.

Mir gefällt das Bild das du hier vermittelst.
Statt "mit einmal wurde" besser "auf einmal wurde" oder "mit einem Mal wurde".

Wieder viel Kritik, ich weiß, dass ich kaum mal eine gute Stelle lobe, aber das heißt nicht dass ich alles schlecht finde, nur dass ich mich auf die Kritik konzentriere.
Jonas_dls
 
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 4 von X

Beitragvon Samis » 15.10.2015, 17:27

Hallo Jonas,

bin nach wie vor begeistert, wie sehr du dich ins Zeug legst. Im Großen und Ganzen gilt, was ich dir zum letzten Kapitel geschrieben habe. Darüber hinaus erkenne ich, Dank dir, hier Unstimmigkeiten, die mich tatsächlich stören.
Beispielsweise hier:

Ich versuchte zu Lächeln und streckte ihm beide Hände entgegen. McDance wirkte verwirrt, ergriff sie jedoch und ließ sich von mir aufhelfen.

Hier merkst du zu recht an, dass er seines gebrochenen Armes wegen nicht wirklich zupacken kann, zumindest nicht mit beiden Händen. Zwar ist er sehr wohl passiv (er lässt sich ja aufhelfen), da sie ihm jedoch beide Hände entgegen streckt, klingt das nicht stimmig.

Ich versuchte zu Lächeln und streckte ihm beide Hände entgegen. McDance wirkte verwirrt, ließ sich jedoch von mir aufhelfen.

Wird es von nun an hier heißen. Und schon bestätigt sich, was ich zu Teil 3 angedeutet habe. Jede Kritik kann von Nutzen sein, auch wenn es anfangs nicht so erscheinen mag.
Herzlichen Dank dafür, freue mich jetzt schon, deine kritische Stimme erneut zu lesen.

Beste Grüße,
Samis
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