[Spannung/Roman]Sommeralptraum 7 von X

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[Spannung/Roman]Sommeralptraum 7 von X

Beitragvon Samis » 16.10.2015, 18:50

[Spannung/Roman]Sommeralptraum 7 von X

Samstag, 29. Juli

Normalerweise komme ich bestens allein zurecht. Ich weiß mich zu beschäftigen, aber diesen Samstag wurden mir die Stunden lang. Natürlich hätte ich zu Natalie gehen können, aber wir hatten bereits stundenlang telefoniert und allmählich fiel mir nichts mehr ein, worüber wir noch hätten reden können. Abgesehen davon herrschte extrem dicke Luft im Hause Potter, das musste ich nicht unbedingt hautnah miterleben. Nach dem Abendbrot beschloss ich ein wenig Spazieren zu gehen, rein zufällig schlenderte ich Richtung Westen. Zwanzig Minuten später fand ich mich am Ufer des Buffalo Bayou River wieder, auf der anderen Seite erstreckte sich Barnetbees.
Was glaubte ich dort vorzufinden? Oder besser gefragt: Wen glaubte ich dort anzutreffen?
Zur Fußgängerbrücke waren es mehr knapp drei Minuten, bereits nach zweien klingelte mein Handy. Natürlich war es Natalie, sie war außer sich. Während des Abendessens hatte das Gespräch der Familie Potter angesichts des baldigen Termins zwangsläufig zum Thema Integrationsprojekt gefunden und Natalie sich unkluger Weise dazu hinreisen lassen, ihren Unmut über den diesjährigen Aufenthaltsort überschwänglich kund zu tun. Ihre Mutter hatte sie einen Moment lang schweigend angesehen und dann die Bombe platzen lassen. Nein, nein, nein, mein Fräulein, davor wirst du dich diesmal nicht drücken! Falls du erneut vorhaben solltest, liegen zu bleiben und krank zu spielen, kannst du das gleich wieder vergessen. Du wirst dort hinfahren, du wirst teilnehmen! Selbst wenn du jetzt vor Zorn tatsächlich krank werden solltest, werde ich dich höchstpersönlich ins Flugzeug setzen!
»Die meint das verdammt ernst, Beth!« Natalie schluchzte, offenbar hatte sie geweint. »Wo bist du? Kannst du herkommen?«
Mit dem Telefon am Ohr stand ich mittlerweile auf der Brücke. In der Nähe des Loches im Zaun standen zwei junge Frauen und stritten sich. Auf der Schotterpiste davor joggte ein Mann mit seinem Hund. »Gib mir eine halbe Stunde, ich muss nur noch beim Abspülen helfen.«

Ich erzählte Natalie nichts von meinem kleinen Ausflug; ich verstand ja selbst kaum, was ich mir davon versprochen hatte. Eine geschlagene Stunde verbrachten wir damit, Natlies Mum zu verfluchen. Wir wünschten ihr nichts wirklich böses, zumindest tat ich das nicht. Ich hielt Natalies Mum für eine tolle Frau. Ich mochte sie wirklich, aber da sie ihre Tochter zu der Reise zwang und dadurch auch mich, viel es mir im Augenblick schwer, ein gutes Wort für sie zu finden. Im Grunde verstand ich sie und war vollkommen ihrer Meinung. Es war wirklich an der Zeit, dass Natalie sich nicht andauernd vor allem Unliebsamen drückte. Nur warum musste sie ausgerechnet jetzt damit anfangen, ihrer Tochter diese Tugend näher zu bringen, wo ich unmittelbar davon betroffen war?
Für mich klang Isla Clarión auch nicht eben verlockend und die vielen Horrorgeschichten das Integrationsprojekt betreffend machten mir wirklich angst. Zugleich reizte es mich aber seit langem herauszufinden, was tatsächlich dahintersteckte. Der wahre Grund, warum ich dennoch in Natalies Hasstiraden mit einstieg, war, dass ich im Moment einfach nicht von hier fort wollte.
Nach Ablauf dieser Stunde wandten wir uns Wichtigerem zu. Wir inspizierten Natalies Kleiderschrank und diskutierten, was sie mitnehmen sollte.

Der Sontag war eine einzige Katastrophe. Nachdem wir erfolglos versucht hatten, Natalies Mum davon zu überzeugen, dass Natalie unbedingt zu mir kommen musste, um nun auch mir beim Packen helfen zu können, hatte Natalie sich so sehr mit ihr gestritten, dass ich nicht einmal mehr zu ihr kommen durfte. Zudem hatte sie ihr das Handy weggenommen.
Bis zum Mittag hatte ich gepackt und alle notwenigen Vorbereitungen erledigt. Von da an starrte ich Löcher in die Luft. Stunde um Stunde widerstand ich der Versuchung, erneut zu Barnetbees zu laufen. Was jedoch angesichts der Tatsache, dass es den gesamten Tag über wie aus Eimern goß, nicht zwangsläufig meiner Willensstärke anzurechnen war. Dabei scheute mich weniger der starke Regen, vielmehr war ich davon überzeugt, dass sich außer mir niemand freiwillig dem aussetzen würde. Was wiederum einen Ausflug dort hin sinnlos erscheinen ließ.
Nach dem Abendbrot riet mir meine Mutter, bald schon schlafen zu gehen, was mir des frühen Fluges wegen nur vernünftig erschien. Um 6:36 Uhr würden wir vom Georg Bush International abheben, bereits um 4:00 Uhr sollte man sich am Flughafen einfinden.
Zwar war ich dem Rat meiner Mutter gefolgt und bereits vor 9 Uhr abends zu Bett gegangen, dennoch spiegelten meine offenen Augen selbst weit nach 2 Uhr nachts noch immer die grünen Leuchtziffern meines Weckers wider.
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 7 von X

Beitragvon RebeccaMaria » 17.10.2015, 14:22

Hallo Samis,

da ich grad Zeit hab, bekommst du noch einen Kommentar :mrgreen:

Abgesehen davon herrschte extrem dicke Luft im Hause Potter, das musste ich nicht unbedingt hautnah miterleben.

das "extrem" finde ich unschön

Nach dem Abendbrot beschloss ich ein wenig Spazieren zu gehen, rein zufällig schlenderte ich Richtung Westen.

spazieren

Zur Fußgängerbrücke waren es mehr knapp drei Minuten, bereits nach zweien klingelte mein Handy.

der erste Halbsatz passt irgendwie nicht

Während des Abendessens hatte das Gespräch der Familie Potter angesichts des baldigen Termins zwangsläufig zum Thema Integrationsprojekt gefunden und Natalie sich unkluger Weise dazu hinreisen lassen, ihren Unmut über den diesjährigen Aufenthaltsort überschwänglich kund zu tun.

was für ein Satz :mrgreen:
abgesehen davon, dass es mehr nach Zeitungsartikel als nach Erzählung klingt, würde ich den kürzen und in mehrere Sätze aufteilen ;)
wenn du ihn so lässt, fehlt hinter Natalie ein "hatte"

Ihre Mutter hatte sie einen Moment lang schweigend angesehen und dann die Bombe platzen lassen. Nein, nein, nein, mein Fräulein, davor wirst du dich diesmal nicht drücken! Falls du erneut vorhaben solltest, liegen zu bleiben und krank zu spielen, kannst du das gleich wieder vergessen. Du wirst dort hinfahren, du wirst teilnehmen! Selbst wenn du jetzt vor Zorn tatsächlich krank werden solltest, werde ich dich höchstpersönlich ins Flugzeug setzen!

würde ich weglassen
und stattdessen Natalie das erzählen lassen
zB: Am Telefon war Natalie.
"Die zwingen mich dazu, mitzufahren!", schluchzte sie in den Hörer, ohne mich zu begrüßen.
So in der Art. ;) Aber es ist natürlich deine Geschichte!

Mit dem Telefon am Ohr stand ich mittlerweile auf der Brücke. In der Nähe des Loches im Zaun standen zwei junge Frauen und stritten sich. Auf der Schotterpiste davor joggte ein Mann mit seinem Hund. »Gib mir eine halbe Stunde, ich muss nur noch beim Abspülen helfen.«

ist das wichtig?

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ich verstand ja selbst kaum, was ich mir davon versprochen hatte.

würde ich weglassen. Das kann sich der Leser aus dem vorigen Satz auch so ableiten.

Eine geschlagene Stunde verbrachten wir damit, Natlies Mum zu verfluchen. Wir wünschten ihr nichts wirklich böses, zumindest tat ich das nicht.

Ich hielt Natalies Mum für eine tolle Frau. Ich mochte sie wirklich, aber da sie ihre Tochter zu der Reise zwang und dadurch auch mich, viel es mir im Augenblick schwer, ein gutes Wort für sie zu finden. Im Grunde verstand ich sie und war vollkommen ihrer Meinung. Es war wirklich an der Zeit, dass Natalie sich nicht andauernd vor allem Unliebsamen drückte. Nur warum musste sie ausgerechnet jetzt damit anfangen, ihrer Tochter diese Tugend näher zu bringen, wo ich unmittelbar davon betroffen war?
Für mich klang Isla Clarión auch nicht eben verlockend und die vielen Horrorgeschichten das Integrationsprojekt betreffend machten mir wirklich angst. Zugleich reizte es mich aber seit langem herauszufinden, was tatsächlich dahintersteckte. Der wahre Grund, warum ich dennoch in Natalies Hasstiraden mit einstieg, war, dass ich im Moment einfach nicht von hier fort wollte.

das ist alles "tell" - mach daraus "show" ;)

Der Sontag war eine einzige Katastrophe.


Dabei scheute mich weniger der starke Regen, vielmehr war ich davon überzeugt, dass sich außer mir niemand freiwillig dem aussetzen würde.

entweder "scheute ich mich vor dem Regen" oder "hinderte mich weniger der Regen"

Was wiederum einen Ausflug dort hin sinnlos erscheinen ließ.

damit wiederholst du das eben Ausgeführte

Um 6:36 Uhr würden wir vom Georg Bush International abheben, bereits um 4:00 Uhr sollte man sich am Flughafen einfinden.

die "man"-Konstruktion finde ich nicht so schön


Also so generell: dass du schreiben kannst, hab ich dir ja schon gesagt :)
inhaltlich passiert in diesem Abschnitt nicht wirklich viel, finde ich. Ich würde diese Natalie-und-ihre-Mutter-PAssage um einiges kürzen. Oder ist sie wichtig für die Handlung? Z.B. könnte Natalie schon beim ersten Telefongespräch davon erzählen, dass sie Hausarrest hat.

und ich fände ein paar mehr Dialoge nicht schlecht.

So, ich hoffe, dass dir auch dieser Kommentar hilft! Ich hab mich bemüht, extra kritisch zu sein :mrgreen:

Liebe Grüße,
RebeccaMaria
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Re: [Spannung/Roman]Sommeralptraum 7 von X

Beitragvon Samis » 17.10.2015, 17:59

Hallo RebeccaMaria!

Habe ich tatsächlich geschrieben, ich würde mich über weitere Kritik von dir freuen? :? :lol:

Du hast ein scharfes Auge, findest zuverlässig Fehler, über welche ich zigfach hinweggelesen habe und deckst zudem gnadenlos meine Schwächen auf – weiter so! Bitte!

Stimme dir in fast allem zu – es gibt noch viel zu tun!

Beste Grüße,
Samis
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