[SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

[SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Rebirz » 11.10.2015, 17:37

Hallo zusammen,

dieses "Projekt" ist eigentlich noch nicht ansatzweise ausgearbeitet, aber ich brauchte dringend einen Tapetenwechseln von meiner anderen Geschichte. Da ich selbst eigentlich keine SciFi Bücher lese, bin ich umso gespannter, wie sich dieses Projekt entwickeln wird. Aber bis es überhaupt so weit ist, wollen wir mal sehen, was euch so zu meinem Prolog einfällt.
Zur Info: Die Absätze sind eigentlich Einzüge, aber hier sollte es so besser für die Übersicht sein.

PROLOG (1. Überarbeitete Version)

Als die Sonne sich verdunkelte, fragte ich meine Mutter, ob wir denn jetzt sterben müssten. Ich erinnere mich noch gut an sie. Ihre warme, schützende Umarmung, während sich der unnatürliche Schatten auf unsere Haut legte und die Angst in ihr heranwuchs. Sie schmiegte mich so fest an sich, als wollte sie mich am liebsten wieder zurück in den Mutterleib pressen, um so die drohende Gefahr von mir abwenden zu können. Mit meinen damals sechs Jahren verstand ich all das noch nicht, aber ich spürte die kommende Veränderung. Ich wusste, dass etwas Großes passieren würde.

Dieser Tag im Jahre 2031 leitete eine neue Ära in der Geschichte der Menschheit ein. Eine Zeit des Lichts und der rasanten Entwicklung. Das gewaltige Mutterschiff der Sonnenläufer verfinsterte nur für kurze Zeit den Himmel, bevor sie uns auf eine Art erleuchteten, wie es den Menschen alleine in hunderten, ja vermutlich sogar tausenden von Jahren nicht möglich gewesen wäre. Die Furcht, welche sie mit ihrem plötzlichen Erscheinen in uns erweckt hatten, hielt sich nicht lange. Wie strahlende Götter stiegen sie vom Himmel herab und brachten nie dagewesenen Wohlstand mit sich. Sie teilten Wissen und Technologien, durch die regelrechte Wunder gewirkt wurden. Für meine damals kindlichen Augen war all das wie Magie.

Doch unsere edlen Spender kamen nicht nur, um unserer Art bei der Entwicklung unter die Arme zu greifen. Sie kamen, um uns vor einer drohenden Gefahr zu warnen, die uns in naher Zukunft drohen würde. Gefahr durch eine weitere Macht aus dem All, welche unseren Gästen in vielen Dingen ähnlich und doch so anders ist. Hoch entwickelt, doch im Gegenteil zu den friedfertigen Sonnenläufern kriegerisch, aggressiv und stets angetrieben von dem Drang zu erobern. Sie nennen sich Mondläufer und haben nur ein einziges Ziel: Absolute Dominanz. Sobald eine Welt sich weit genug entwickelt hat, dass die Mondläufer sie als Gefahr erachten, greifen sie an. Es gibt keinen Warnschuss. Keine Verhandlungen. Keine Gnade. Das ist das Leben der Mondläufer. Zahllose aufstrebende Zivilisationen sind so vom Antlitz der Galaxien verschwunden, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, sich vollständig zu entfalten. Niemand konnte sich bisher aus eigener Kraft den Mondläufern und ihrem Vorsprung in Wissen, Feuerkraft und Kriegskunst erfolgreich wiedersetzen. Niemand außer den Sonnenläufern.

Sie sind Meister der Verteidigung und durchsuchen auf einer endlosen Reise die Galaxien nach Zivilisationen wie der unseren, um sie frühzeitig vor der Auslöschung zu bewahren. Mit ihrer Unterstützung konnten schon viele Welten gerettet werden und sich nun ungestört weiterentwickeln. Diesmal sollten es wir sein, die ihren Schutz erhielten. Doch kaum wurde all dies bekannt, begann das Bild der großen Retter zu bröckeln. Zweifel und Unmut waren die Folge. Warum zerschlagen die mächtigen Sonnenläufer diesen Feind nicht einfach? Warum all die Mühen ein paar Welten zu schützen, wenn sie sämtliche Galaxien retten könnten? Was haben diese Aliens wirklich vor?

Aus Geflüster wurden lautstarke Diskussionen. Proteste von wissbegierigen, als auch ängstlichen Menschen zwangen die damaligen Politiker dazu die Sonnenläufer zu konfrontieren und Antworten zu verlangen. Sie nannten uns den Grund, doch Zeit ihn richtig zu verdauen blieb uns nicht.
Sie kamen an meinem fünfzehnten Geburtstag. Der Angriff war genauso, wie es uns beschrieben wurde. Brachial, gnadenlos und ohne Warnschuss. Wäre ich ein gläubiger Mann, hätte ich es so beschrieben: Und der Teufel zerriss seine Fesseln, öffnete die Pforten seiner Welt und ließ den Tod auf die Menschheit herabregnen. Doch ich bin nicht religiös. Es waren einfach nur mordlüsternde Aliens, die sich an ihren Erzfeinden die Zähne ausbissen.

Der Schutz der Sonnenläufer, eine gewaltige Barriere, die unseren gesamten Planeten einhüllte wie ein schützender Kokon, schirmte uns ab. Die Mondläufer versuchten alles. Tausende ihrer Kriegsschiffe zerschellten in der Erdatmosphäre, Bombenteppiche verpufften im Nichts und selbst die mächtigen Hauptgeschütze ihrer Schlachtenkreuzer ließen unseren Kokon kalt. Trotzdem ebbten die Angriffe nicht ab. Unermüdlich stürzten sich die Gegenspieler der Sonnenläufer auf die Erde. Wie Motten zum Feuer wurden sie von uns angezogen. Sie wollten uns und sie würden nichts unversucht lassen, um uns zu bekommen. Mit jeder Bombe wuchs die Angst in den Herzen der Menschen zu einem unkontrollierbaren Monster. Wie lange sollte das noch so weiter gehen? Durchbricht das nächste Feuer einer Bordkanone unseren Schild? Warum tun die mächtigen Sonnenläufer nichts weiter?

Doch die Menschen waren noch nie dafür bekannt, sich gerne von jemand anderem abhängig zu machen und sie schmiedeten einen eigenen Plan um die Angreifer loszuwerden. Nachdem die erste Rakete ihren Weg ins Herz der Schlachtenkreuzer fand, zogen die Mondläufer überraschend schnell ab. Die Allianz zwischen Menschen und Sonnenläufern hatte etwas vollbracht, das selbst von unseren Verbündeten für unmöglich befunden wurde. Heute würde ich sagen, die Mondläufer haben einen Fehler gemacht. Sie hätten alles daran setzen sollen, die neue, heranwachsende Macht im Keim zu ersticken.


Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
PROLOG

Als die Sonne sich verdunkelte, fragte ich meine Mutter, ob wir denn jetzt sterben müssten. Ich erinnere mich noch gut an sie. Ihre warme, schützende Umarmung, während sich der unnatürliche Schatten auf unsere Haut legte und die Angst in ihr zu mutieren begann wie ein Krebsgeschwür. Dennoch schmiegte sie mich so fest an sich, als wollte sie mich am liebsten wieder zurück in den Mutterleib pressen, um so die drohende Gefahr von mir abwenden zu können. Mit meinen damals sechs Jahren verstand ich all das noch nicht, aber ich spürte die kommende Veränderung. Ich wusste, dass etwas Großes passieren würde.

Dieser Tag im Jahre 2031 leitete eine neue Ära in der Geschichte der Menschheit ein. Eine Zeit des Lichts und der rasanten Entwicklung. Das gewaltige Mutterschiff der Sonnenläufer verfinsterte nur für kurze Zeit den Himmel, bevor sie uns auf eine Art erleuchteten, wie es den Menschen alleine in hunderten, ja vermutlich sogar tausenden von Jahren nicht möglich gewesen wäre. Die Furcht, welche sie mit ihrem plötzlichen Erscheinen in die menschlichen Adern gepumpt hatten, wurde uns ebenso schnell auch wieder ausgesaugt. Wie strahlende Götter stiegen sie vom Himmel herab und brachten nie dagewesenen Wohlstand mit sich. Mit ihren außerordentlich fortschrittlichen Technologien, Medikamenten und neuen Behandlungsmethoden, ermöglichten sie es uns Krankheiten auszumerzen, die über den Verlauf unserer Geschichte hinweg zahllose Leben gefordert hatten. Krebs, Aids und tödliche Viren gehören seither der Vergangenheit an. Neue, sowohl für die Erde, als auch für die Menschen gesündere Antriebstechniken wurden in Zusammenarbeit mit den Sonnenläufern erforscht und binnen kürzester Zeit umgesetzt. Unser Planet wurde erneuert. Geheilt von der extremen Umweltbelastung, die trotz der großen Bemühungen unserer damals noch existierenden Regierungen immer schlimmer wurde. Selbst die zerfledderte Ozonschicht konnten die Sonnenläufer mit ihrer atemberaubenden Technologie wiederherstellen. Für meine damals kindlichen Augen war das Schauspiel wie Magie. Täglich wurden Wunder gewirkt, die mich völlig mit Reizen überfluteten und nicht mehr aus dem Staunen herauskommen ließen. Für die Erwachsenen war all das ein Geschenk des Himmels, für die Kinder eine regelrechte Droge. Ich konnte mich nicht daran sattsehen. Wollte immer mehr und mehr.

Doch unsere edlen Spender kamen nicht nur, um unserer Art bei der Entwicklung unter die Arme zu greifen. Sie kamen, um uns vor einer drohenden Gefahr zu warnen, die uns in naher Zukunft drohen würde. Gefahr durch eine weitere Macht aus dem All, welche unseren Gästen in vielen Dingen ähnlich und doch so anders ist. Sie gaben sich selbst den Namen Mondläufer, um sich damit eindeutig von ihren Erzfeinden zu distanzieren. Sie sind das genaue Gegenteil der friedfertigen Sonnenläufer. Kriegerisch, aggressiv und stets angetrieben von dem Drang zu erobern. Nur eine einzige Regel ist für sie Gesetz: Es gibt keinen leichten Kampf. Dieses Grundgesetz halten sie strickt ein und damit ist es auch der einzige Schutz von unterentwickelten Spezies. Sobald eine Welt sich weit genug entwickelt hat, dass die Mondläufer sie als würdige Gegner erachten, greifen sie an. Es gibt keinen Warnschuss. Keine Verhandlungen. Keine Gnade. Das ist das Leben der Mondläufer. Zahllose aufsteigende Zivilisationen sind so vom Antlitz der Galaxie verschwunden, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, sich vollständig zu entfalten. Niemand konnte sich bisher aus eigener Kraft den Mondläufern und ihrem Vorsprung in Wissen, Feuerkraft und Kriegskunst erfolgreich wiedersetzen. Niemand außer den Sonnenläufern.

Sie sind Meister der Verteidigung und durchsuchen auf einer endlosen Reise die Galaxien nach Zivilisationen wie der unseren, um sie frühzeitig vor der Auslöschung zu bewahren. Mir ihrer Unterstützung konnten schon viele Welten gerettet werden und sich ungestört weiterentwickeln. Diesmal sollten es wir sein, die ihren Schutz erhalten. Doch kaum wurde all dies bekannt, begann das Bild der großen Retter zu bröckeln. Zweifel und Unmut fingen langsam an zu köcheln wie ein Topf voller Öl auf einer minimal aufgedrehten Herdplatte. Warum zerschlagen die mächtigen Sonnenläufer diesen Feind nicht einfach? Warum all die Mühen ein paar Welten zu schützen, wenn sie die ganze Galaxie retten könnten? Was haben diese Aliens wirklich vor?

Aus Geflüster wurden lautstarke Diskussionen. Proteste von sogleich Wissbegierden, als auch ängstlichen Menschen zwangen die Politiker dazu die Sonnenläufer zu konfrontieren und Antworten zu verlangen. Einen entscheidenden Grund nannten sie uns, doch für mehr blieb ihnen keine Zeit mehr.

Sie kamen an meinem fünfzehnten Geburtstag. Der Angriff war genauso, wie es uns beschrieben wurde. Brachial, gnadenlos und ohne Warnschuss. Die Mondläufer öffneten das Tor zur Hölle im Himmel. Für Wochen und Monate stand unsere Welt in Flammen und doch tat sie es nicht. Es tobte ein Inferno, dem verwehrt wurde seine Opfer zu verzehren. Und dies machte unseren Feind rasend. Wäre ich ein gläubiger Mann, hätte ich es so beschrieben: Und der Teufel zerriss seine Fesseln, öffnete die Pforten seiner Welt und ließ den Tod auf die Menschheit herabregnen. Tod in der Form von flammenden Ungeheuern und grotesken Dämonen. Doch ich bin nicht heilig. Es waren einfach nur mordlüsternde Aliens, die sich an ihren Erzfeinden die Zähen ausbissen.

Der Schutz der Sonnenwächter, eine monströse Barriere, die unseren gesamten Planeten überzog wie ein schützender Kokon, schirmte uns ab. Die Mondläufer versuchten alles. Tausende ihrer Kriegsschiffe zerschellten, Bombenteppiche verpufften im Nichts und selbst die mächtigen Hauptgeschütze ihrer Schlachtenkreuzer ließen unseren Kokon kalt. Trotzdem ebbten die Angriffe nicht ab. Unermüdlich stürzten sich die Gegenspieler der Sonnenläufer auf die Erde. Wie Motten zum Feuer wurden sie von uns angezogen. Sie wollten uns und sie würden nichts unversucht lassen, um uns zu bekommen. Mit jeder Bombe mutierte die Angst in den Herzen der Menschen zu einem unkontrollierbaren Monster. Wie lange sollte das noch so weiter gehen? Durchbricht die nächste Bordkanone unseren Schild? Warum tun die Sonnenläufer sonst nichts?

Doch die Menschen waren noch nie dafür bekannt, sich gerne von jemand anderem abhängig zu machen und sie schmiedeten einen eigenen Plan um die Angreifer loszuwerden. Nachdem mehrere Atomraketen dank eines mobilen Schutzschildes ihren Weg ins Herz der Schlachtenkreuzer fanden, zogen die Mondläufer ab. Die Allianz zwischen Menschen und Sonnenläufern hatte etwas vollbracht, das selbst von unseren Partner für unmöglich befunden wurde. Die Erde war gerettet und konnte weiter blühen.

Zehn Jahre ist all das nun her.

Zuletzt geändert von Rebirz am 13.10.2015, 19:44, insgesamt 2-mal geändert.
Ich habe keine schlauen Sprüche, aber ich pfelge immer zu sagen: "Wenn's nicht rockt, isses fürn A..."
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon sarjo » 12.10.2015, 12:19

Hi Rebirz,

vorneweg: Dein Prolog bietet viel Potenzial, das gefällt mir. Es werden viele Fragen aufgeworfen und der Konflikt zwischen zwei technologisch überlegenen Gruppen mit der Menschheit dazwischen bietet viel Möglichkeiten für Spannung und Dramatik. Weiterhin kann durch die Dynamik zwischen den Gruppen vielleicht die ein oder andere philosophische/moralische Frage aufgeworfen werden.

die Angst in ihr zu mutieren begann wie ein Krebsgeschwür


Finde "mutieren" hier unpassend, da gar nicht klar ist, wozu die Angst denn mutiert. Glaube zu dem, was du sagen möchtest passt "wachsen" besser.

Das gewaltige Mutterschiff der Sonnenläufer verfinsterte nur für kurze Zeit den Himmel, bevor sie uns auf eine Art erleuchteten, wie es den Menschen alleine in hunderten, ja vermutlich sogar tausenden von Jahren nicht möglich gewesen wäre.


Sehr guter Satz! Da steckt all die Macht und Erhabenheit der Sonnenläufer drin.

Die Furcht, welche sie mit ihrem plötzlichen Erscheinen in die menschlichen Adern gepumpt hatten, wurde uns ebenso schnell auch wieder ausgesaugt.


"ausgesaugt" suggeriert hier eine Kontrolle durch die Sonnenläufer, aber so wie ich das verstehe, sind sie ja Helfer und keine Herrscher. Würde da ein etwas fröhlicheres, wie "die Angst genommen" oder "von Angst befreit" nehmen.

die trotz der großen Bemühungen unserer damals noch existierenden Regierungen immer schlimmer wurde


In dem Einschub steckt eine Menge drin. Warum wurden die Regierungen aufgelöst? Gibt es jetzt eine große Regierung? Kommt die Menschheit ohne eine Führung aus? Sind die Sonnenläufer die neue Regierung? Finde du solltest diese Fragen im Prolog zumindest ein bisschen klären, weil hier die Möglichkeit besteht, dass die Sonnenläufer jetzt die Menschheit kontrollieren, was glaube ich nicht deine Absicht ist.

Täglich wurden Wunder gewirkt, die mich völlig mit Reizen überfluteten


Reize können sowohl positiv, als auch negativ sein, würde den Ausdruck daher austauschen. (vielleicht "erfüllte mich mit unbeschreiblichem Staunen")

Sie sind das genaue Gegenteil der friedfertigen Sonnenläufer.

welche unseren Gästen in vielen Dingen ähnlich und doch so anders ist.


Sind sie ähnlich oder das genaue Gegenteil? Vielleicht meinst du technologisch ähnlich, aber ideologisch das genaue Gegenteil?

zwangen die Politiker dazu die Sonnenläufer zu konfrontieren


Du etablierst weiter oben im Text, dass es keine Regierungen mehr gibt. Woher kommen jetzt die Politiker?

Einen entscheidenden Grund nannten sie uns, doch für mehr blieb ihnen keine Zeit mehr.


Fehlt da der entscheidene Grund? Oder lässt du den absichtlich weg für folgende Handlungen?

Doch ich bin nicht heilig.


Glaube du meinst religiös und nicht heilig.

Der Schutz der Sonnenwächter


Vor lauter Schutz und Schutzschild... :D


Der Prolog bringt Lust auf mehr, ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht, wie die neue Welt der Menschen aussieht und wie du die ganzen offenen Fragen beantwortest. Definitv spannend!


Liebe Grüße
sarjo
 
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Ojinaa » 13.10.2015, 12:28

SF schreiben, ohne je SF gelesen zu haben? Mutig, mutig! Der Prolog klingt vom Duktus her dann auch eher nach Fantasy – angefangen bei "Sonnenläufer" und "Mondläufer" (Mond ist kein Gegenteil zu Sonne! / wieso "Läufer"?) bis hin zum recht schwülstigen Klang.
Sogar die Art des Prologes ist typisch für Fantasy: Es wird lang und breit eine Vorgeschichte erklärt, die - da gehe ich fast jede Wette ein - in kurzen Erklärsätzen an passender Stelle oder durch das gezeigte Set genauso gut im Buch hätte mitgeteilt werden könnte. Denn eigentlich sind nur ganz wenige Infos in dem langen Text: Die Sonnenläufer kamen von zehn Jahren (?), da war der Ich-Erzähler 6. Sie haben die Menschen zur ungeahnter Blüte geführt. Die "bösen" Mondläufer griffen die Erde an, wurden aber geschlagen.


Als die Sonne sich verdunkelte, fragte ich meine Mutter, ob wir denn jetzt sterben müssten. Ich erinnere mich noch gut an sie. Ihre warme, schützende Umarmung, während sich der unnatürliche Schatten auf unsere Haut legte und die Angst in ihr zu mutieren begann wie ein Krebsgeschwür. Dennoch schmiegte sie mich so fest an sich, als wollte sie mich am liebsten wieder zurück in den Mutterleib pressen, um so die drohende Gefahr von mir abwenden zu können. Mit … passieren würde.

Guter erste Satz.
"mutieren" ist das völlig falsche Wort. Es heißt "verändern", nicht "wuchern" – es biebt also offen, wozu sich die Angst verändern (und wodurch), und der Bezug "wie ein Krebsgeschwür" ist falsch (Krebszellen sind schon mutiert, die mutieren nicht erst noch).
Wieso dennoch? Inhaltich wäre "deswegen" richtiger.
Man schmiegt sich an etwas/jemanden, nicht jemanden/etwas an sich.
Das Bild mit dem Mutterleib ist ungewöhnlich - hübsche Idee.
Von der Mutter ist nicht wieder die Rede, passiert im Buch dann hoffentlich.


Dieser Tag im Jahre 2031 leitete eine neue Ära in der Geschichte der Menschheit ein. Eine Zeit … Menschen alleine in hunderten, ja vermutlich sogar tausenden von Jahren nicht möglich gewesen wäre. Die Furcht, welche sie mit ihrem plötzlichen Erscheinen in die menschlichen Adern gepumpt hatten, wurde uns ebenso schnell auch wieder ausgesaugt. Wie strahlende Götter stiegen sie vom Himmel herab und brachten nie dagewesenen Wohlstand mit sich. Mit ihren außerordentlich fortschrittlichen Technologien, Medikamenten und neuen Behandlungsmethoden, ermöglichten sie es uns Krankheiten auszumerzen, die über den Verlauf unserer Geschichte hinweg zahllose Leben gefordert hatten. Krebs, Aids und tödliche Viren gehören seither der Vergangenheit an. Neue, sowohl für die Erde, als auch für die Menschen gesündere Antriebstechniken wurden in Zusammenarbeit mit den Sonnenläufern erforscht und binnen kürzester Zeit umgesetzt. Unser Planet wurde erneuert. Geheilt von der extremen Umweltbelastung, die trotz der großen Bemühungen unserer damals noch existierenden Regierungen immer schlimmer wurde. Selbst die zerfledderte Ozonschicht konnten die Sonnenläufer mit ihrer atemberaubenden Technologie wiederherstellen. Für meine damals kindlichen Augen war das Schauspiel wie Magie. Täglich wurden Wunder gewirkt, die mich völlig mit Reizen überfluteten und nicht mehr aus dem Staunen herauskommen ließen. Für die Erwachsenen war all das ein Geschenk des Himmels, für die Kinder eine regelrechte Droge. Ich konnte mich nicht daran sattsehen. Wollte immer mehr und mehr.

Ein bisschen lang dieser Absatz. Passt aber zum Tonfall, also ok.
Das ausgesaugt vermittelt eine Emotion, die du hier sicher nicht gewollt hast – aussaugen ist immer negativ für den, der ausgesaugt wird.
Auch pumpen ist nicht ideal, das ist ein längerer Prozess - du meinst aber einen schnell vorübergehenden Effekt.
Tödliche Viren gehören der Vergangenheit an? Ok, das nenne ich mal radikale Ausrottung! ;) Was ist mit tödlichen Bakterien?
Über den Verlauf hinweg? Im Verlauf!
Wieso müssen die diese Antriebtechniken erst noch erforschen??
Die zerfleddete Ozonschicht? Du bist nicht auf dem Laufenden - die Ozonschicht mag dünner als vor FCKW sein, aber sie war selbst mit FCKW nicht zerfleddert und ist es seit dem Verbot auch nicht mehr.
Nein: Kinder in dem Alter - die sowieso ständig Neues entdecken - wären viel weniger beeindruckt als die Erwachsenen, denen die Änderungen viel und die dahinter stehende Macht bewusster wären. Deiner Logik nach müssten Kinder sich kaputtstaunen über die Entwicklungen im Computer- und Medien-Hardware-Bereich – in Wirklichkeit benutzen sie das Zeug (auch das jeweils neueste) mit geradezu selbstverständlicher Routine.


Doch unsere edlen Spender kamen nicht nur, um unserer Art bei der Entwicklung unter die Arme zu greifen. Sie kamen, um uns vor einer drohenden Gefahr zu warnen, die uns in naher Zukunft drohen würde. Gefahr durch eine weitere Macht aus dem All, welche unseren Gästen in vielen Dingen ähnlich und doch so anders ist. Sie gaben sich selbst den Namen Mondläufer, um sich damit eindeutig von ihren Erzfeinden zu distanzieren. Sie sind das genaue Gegenteil der friedfertigen Sonnenläufer. Kriegerisch, aggressiv und stets angetrieben von dem Drang zu erobern. Nur eine einzige Regel ist für sie Gesetz: Es gibt keinen leichten Kampf. Dieses Grundgesetz halten sie strickt ein und damit ist es auch der einzige Schutz von unterentwickelten Spezies. Sobald eine Welt sich weit genug entwickelt hat, dass die Mondläufer sie als würdige Gegner erachten, greifen sie an. Es gibt keinen Warnschuss. Keine Verhandlungen. Keine Gnade. Das ist das Leben der Mondläufer. Zahllose aufsteigende Zivilisationen sind so vom Antlitz der Galaxie verschwunden, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, sich vollständig zu entfalten. Niemand konnte sich bisher aus eigener Kraft den Mondläufern und ihrem Vorsprung in Wissen, Feuerkraft und Kriegskunst erfolgreich wiedersetzen. Niemand außer den Sonnenläufern.

Laanger Absatz.
Also ich würde zum eindeutigen Distanzieren ein völlig anderes Wort nehmen, nicht nur das astronomische Objekt austauschen! Nein im Ernst, diese Namensgebung ist reine Fantasy und basiert auf der magischen Zuschreibung Sonne = gut, Mond = böse. Wenn man drauf läuft, ist es aber genau umgekehrt – auf der Sonne verbrutzelt man, auf dem Mond kann man gemütlich spazieren gehen. Außerdem ist nicht nachvollziehbar, warum diese Weltallbewohner ihre Namen ausgerechnet an der unbedeutenden Erde ausrichten sollten, statt sich auf Sterne, schwarze Löcher, Nebel oder dergleichen zu beziehen.
"Es gibt keinen leichten Kampf" mag eine Regel im Sinn von Erfahrung sein, aber nicht im Sinn von Vorschrift oder Gesetz.
strikt hat nichts mit stricken zu tun. / für unterentwickelte Spezies / unterentwickelt heißt, nicht dem Alter entsprechend entwickelt - was soll das im Zusammenhang mit Spezies heißen? / Und: Nicht "Spezies" und "Zivilisationen" verwechseln!
Wenn es weder Warnschüsse noch sonstwas gibt – sie die "Feinde" also überrumpeln -, dann machen sie den Kampf doch leichter. Passt nicht zu dem, was du eben noch zu sagen versucht hast. Auch die Wahl "aufstrebender Ziviliationen" statt tatsächlich ebenbürtiger Gegener fällt in diese Kategorie.
Galaxis, nicht Galaxie // Vom Antlitz der Galaxie verschwunden - welcher Galaxis? Im Folgenden ist davon die Rede, dass die beiden Sonnenläufer (und damit wohl auch auch die anderen) Galaxien durchstreifen.

Sie sind Meister der Verteidigung und durchsuchen auf einer endlosen Reise die Galaxien nach Zivilisationen wie der unseren, um sie frühzeitig vor der Auslöschung zu bewahren. Mir ihrer Unterstützung konnten schon viele Welten gerettet werden und sich ungestört weiterentwickeln. Diesmal sollten es wir sein, die ihren Schutz erhalten. Doch kaum wurde all dies bekannt, begann das Bild der großen Retter zu bröckeln. Zweifel und Unmut fingen langsam an zu köcheln wie ein Topf voller Öl auf einer minimal aufgedrehten Herdplatte. Warum zerschlagen die mächtigen Sonnenläufer diesen Feind nicht einfach? Warum all die Mühen ein paar Welten zu schützen, wenn sie die ganze Galaxie retten könnten? Was haben diese Aliens wirklich vor?

Weiterer Logikbruch dieser Art: Wenn die "geretteten Welten" sich weiterentwickeln – warum greifen die Mondläufer sie nicht einfach wieder und wieder an? Das wäre doch mal ein "schön schwerer Kampf". ;)
Was soll das umständliche Bild des Öl-Topfes und der minimal aufgedrehten Herdplatte? Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich wundere, dass es sowas Archaisches noch in dieser Welt gibt.
Zeitfehler: erhielten

Aus Geflüster wurden lautstarke Diskussionen. Proteste von sogleich Wissbegierden, als auch ängstlichen Menschen zwangen die Politiker dazu die Sonnenläufer zu konfrontieren und Antworten zu verlangen. Einen entscheidenden Grund nannten sie uns, doch für mehr blieb ihnen keine Zeit mehr.

Bei dem Unterstrichnen ist etwas völlig schief gegangen.
Was ist das für ein Grund? Und wieso konnten sie nicht weiterreden - und zwar bis über den Sieg über die Mondläufer hinaus!!
In Sachen Regierung/Politker wurde schon was gesagt

Sie kamen an meinem fünfzehnten Geburtstag. Der Angriff war genauso, wie es uns beschrieben wurde. Brachial, gnadenlos und ohne Warnschuss. Die Mondläufer öffneten das Tor zur Hölle im Himmel. Für Wochen und Monate stand unsere Welt in Flammen und doch tat sie es nicht. Es tobte ein Inferno, dem verwehrt wurde seine Opfer zu verzehren. Und dies machte unseren Feind rasend. Wäre ich ein gläubiger Mann, hätte ich es so beschrieben: Und der Teufel zerriss seine Fesseln, öffnete die Pforten seiner Welt und ließ den Tod auf die Menschheit herabregnen. Tod in der Form von flammenden Ungeheuern und grotesken Dämonen. Doch ich bin nicht heilig. Es waren einfach nur mordlüsternde Aliens, die sich an ihren Erzfeinden die Zähen ausbissen.

beschrieben worden war
Der schwülstige Ton ist mir die ganze Zeit schon etwas viel, hier reicht es jetzt aber wirklich: Die Metaphern zeigen nichts, sie sind eher rätselhaft, und das bessert sich mit der Wiederholung auch nicht - im Gegenteil. Außerdem ergibt es nicht wirklich Sinn: Entweder dieses Inferno herrschte auf der Erde, dann muss es Opfer gegeben haben, oder es herrschte nicht auf der Erde, weil es durch den Schutzschild abgehalten wurde.


Der Schutz der Sonnenwächter, eine monströse Barriere, die unseren gesamten Planeten überzog wie ein schützender Kokon, schirmte uns ab. Die Mondläufer versuchten alles. Tausende ihrer Kriegsschiffe zerschellten, Bombenteppiche verpufften im Nichts und selbst die mächtigen Hauptgeschütze ihrer Schlachtenkreuzer ließen unseren Kokon kalt. Trotzdem ebbten die Angriffe nicht ab. Unermüdlich stürzten sich die Gegenspieler der Sonnenläufer auf die Erde. Wie Motten zum Feuer wurden sie von uns angezogen. Sie wollten uns und sie würden nichts unversucht lassen, um uns zu bekommen. Mit jeder Bombe mutierte die Angst in den Herzen der Menschen zu einem unkontrollierbaren Monster. Wie lange sollte das noch so weiter gehen? Durchbricht die nächste Bordkanone unseren Schild? Warum tun die Sonnenläufer sonst nichts?

monströs klingt nach "böse", ein schützender Kokon ist vom Emotionsgehalt her so ziemlich das Gegenteil
Die Barriere überzog die Erde? Das hieße, sie liegt auf der Oberfläche auf.
Wieder das Problem mit "mutieren
Die werfen mit den Kanonen? ;)

Doch die Menschen waren noch nie dafür bekannt, sich gerne von jemand anderem abhängig zu machen und sie schmiedeten einen eigenen Plan um die Angreifer loszuwerden. Nachdem mehrere Atomraketen dank eines mobilen Schutzschildes ihren Weg ins Herz der Schlachtenkreuzer fanden, zogen die Mondläufer ab. Die Allianz zwischen Menschen und Sonnenläufern hatte etwas vollbracht, das selbst von unseren Partner für unmöglich befunden wurde. Die Erde war gerettet und konnte weiter blühen.

Atomraketen?? Woher hatten die Menschen die, ich denke, die Erde war friedlich? Ja, kann sein, dass die Menschen sie bauten, als sie von den Mondläufern hörten - aber davon war nicht die Rede, man verließ sich offenbar anfangs auf die Sonnenläufer. Wenn das vorab geplant war - warum dann erst so lange warten?
So was simples wie "Atomraketen" bringen sowas wie die Mondläufer zur Strecke??? Eine, im Überraschungsmoment vielleicht – aber mehrere?

Zehn Jahre ist all das nun her.

Was? Die Ankunft der Sonnenläufer oder der "Krieg"?
Das ist kein guter Schlusssatz (für einen Prolog), das ist ein Übergangssatz.

Anmerkung: Kommafehler sind nicht markiert; das kann man nach der Überarbeitung noch ausbessern.
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt. (Klaus Klages)
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Rebirz » 13.10.2015, 14:33

Hallo und erst einmal danke für die Kommentare!

Und es wurde direkt das angesprochen, was ich befürchtet hatte. Ist das überhaupt Scifi? Tja, das ist eine sehr gute Frage und hierbei scheiden sich bei mir generell die Geister. Wo endet Fantasy und wo fängt Scifi an? Ich hatte den Beitrag schon fast im Urban Fantasy Forum gepostet, mich dann aber doch hierfür entschieden. Natürlich lasse ich mich auch eines besseren belehren, aber im Moment tendiere ich dennoch zu Scifi. Es gibt keine Magie, nur Technologie. Es spielt in einer zukünftigen Welt und auch wenn meine Namensgebungen für eingefleischte Leser dieses Genres kitschig klingen mögen, schreibe ich dennoch über fremde Rassen aus dem All. Für mich ist das genug Scifi. Für Berichtigungen bin ich offen :)

Allerdings gebe ich Ojinna auch Recht. Ich bin durchaus etwas ausgeschweift und werde manche "Auswucherungen" stutzen. Den Prolog in die Geschichte einfließen lassen möchte ich jedoch nicht, da man ohne gewisses Vorwissen in bestimmten Situationen immer wieder in Erklärungsnot gerät und dadurch Szenen, welche eigentlich flüssig über die Bühne gehen würden, in die Länge gezogen werden. Stört mich persönlich als Leser sehr häufig wenn ich in eine Szene hineinstolpere die mich interesiert und dann auf einmal in einen Backflash geworfen werde.

Meine Namensgebungen haben übgrigens nichts mit gut oder böse zu tun. In wie fern das alles zusammenhängt passt in keinen 4-seitigen Prolog :)
Sämtliche sprachliche Korrekturen werde ich bei Zeiten anwenden. Hut ab, da seit ihr echt fitt. Viele Dinge sagt man einfach so dahin, ohne wirklich drüber nachzudenken und wenn man dann aufgeklärt wird schlägt man sich die Hand vors Gesicht.

Der schwülstige Ton ist mir die ganze Zeit schon etwas viel

Gegenfrage, damit ich mir darüber klar werde, wie ich diesen Kommentar genau interpretieren soll:
Bist du generell gegen große Ausschweifungen dieser Art, oder ist es nur meine Art zu formulieren?

Die werfen mit den Kanonen?

Das war echt für nen Lacher gut xD

Atomraketen?? Woher hatten die Menschen die, ich denke, die Erde war friedlich?

Habe ich behauptet, dass die Erde friedlich war? :?

So was simples wie "Atomraketen" bringen sowas wie die Mondläufer zur Strecke??? Eine, im Überraschungsmoment vielleicht – aber mehrere?

Ok, hier fehlt definitiv etwas. Hier muss ich nachbessern, denn der Rückzug sollte für alle Beteiligten unerwartet sein.

Unterm Strich sollte der Prolog das bewirken, was sarjo angesprochen hatte. Fragen aufwerfen, zum spekulieren anregen aber dennoch gewisse vorab Informationen liefern. Lücken (bis auf die angesprochenen Logikfehler) sind gewollt und werden im Verlauf der Geschichte gefüllt.

Danke noch mal und Gruß
Rebirz
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Ojinaa » 13.10.2015, 15:55

Ist das überhaupt Scifi?

… wenn es wirklich ohne Magie auskommt, ja. Bei mir schrillen nur immer die Alarmglocken, wenn "Unbeleckte" sich dranmachen und SF schreiben wollen. Generell gilt aber, dass SF durchaus wie Fantasy klingen kann (gern genommenes Beispiel: Star Wars), so wie Fantasy mitunter im SF-Duktus daherkommt (wie X-Men).

und auch wenn meine Namensgebungen für eingefleischte Leser dieses Genres kitschig klingen mögen,

Da hast du mich missverstanden: Es geht nicht um Kitsch, es geht um Muster. In der SF sind Namen entweder höchstens versteckt wertend (wenn es die tatsächlichen Namen sind, dann versucht nur der Autor schon mal was zum Klingen zu brinhem) oder sehr prägnant (wenn die Menschen den Aliens den Namen gaben. Da gibt es auch schon mal "Drachen" - wenn die Aliens so aussehen). Zu diesen Mustern gehört das Gegensatz-Paar Sonne / Mond, das in der Eigenbennung (und du schreibst, sie hätten sich selbst so genannt!) der Erd-Fremden nicht plausibel ist. Bis Sonnenläufer (was immer die Aliens damit meinen) bin ich ja auch noch bei dir, wie man so unschön sagt. Aber Mondläufer als Gegensatz-Name? Ne.


Allerdings gebe ich Ojinna auch Recht. Ich bin durchaus etwas ausgeschweift und werde manche "Auswucherungen" stutzen. Den Prolog in die Geschichte einfließen lassen möchte ich jedoch nicht, da man ohne gewisses Vorwissen in bestimmten Situationen immer wieder in Erklärungsnot gerät und dadurch Szenen, welche eigentlich flüssig über die Bühne gehen würden, in die Länge gezogen werden. Stört mich persönlich als Leser sehr häufig wenn ich in eine Szene hineinstolpere die mich interesiert und dann auf einmal in einen Backflash geworfen werde.

Abgesehen von ein paar interessanten offenen Fragen oder Andeutungen, bietet der Prolog nicht viel Vorwissen – das meiste ist Ausschmückung. Dieses bisschen Vorwissen kann man sehr wohl ohne großen Blackflash unterbringen. Vor allem, wenn du ohnehin die Erzähler hin und wieder ein wenig "neben dem Plot" denken lässt. Mal wild spekuliert:
Ich ging zu Erna rüber. Sie war grade aus dem Medocenter zurückgekommen. Kaum noch vorstellbar, dass Krebs früher oft tödlich endete. Oder andere Krankheiten, für die die Sonnenläufer uns Heilmethoden und Medizin gebracht hatten.
Am Anfangs von Kap. eins des UrbanFanatsy-Buches machst du es ja auch so: Du lässt den Protagonisten Dinge "denken", die er eigentlich so nicht denken würde im Aufwachen, nur um zu informieren, wie das Zimmer/die Wohnung aussieht.
(PS: Fällt mir grade ein: Hier, im Medizinbereich, hätten die Sonnenläufer erst noch forschen müssen, nicht bei den Antrieben.)

Meine Namensgebungen haben übgrigens nichts mit gut oder böse zu tun. In wie fern das alles zusammenhängt passt in keinen 4-seitigen Prolog :)

Dann wären entweder neutrale Namen besser oder du streichst die Behauptung, der Name Mondläufer wäre bewusst als Gegensatz ausgewählt worden. Hier vorn irritiert das nur, den "Gag" kannst du im Buch ja aufgreifen.

Viele Dinge sagt man einfach so dahin, ohne wirklich drüber nachzudenken und wenn man dann aufgeklärt wird schlägt man sich die Hand vors Gesicht.

Das ist normal. Deshalb sollte ja auch der beste Autor immer noch mal einen Lektor ranlassen ;)

Der schwülstige Ton ist mir die ganze Zeit schon etwas viel

Gegenfrage, damit ich mir darüber klar werde, wie ich diesen Kommentar genau interpretieren soll:
Bist du generell gegen große Ausschweifungen dieser Art, oder ist es nur meine Art zu formulieren?

Ich mag es generell kompakter, vor allem kompakter als hier - hier ist wirklich viel des Tonfalls wegen eher ausgeschmückt als auf den Punkt gebracht. Im Prolog würde ich (bis auf die angemerkte Stelle) das aber akzeptieren, ich würde nur nicht gern ein ganzes Buch lang durch diesen Sirup waten müssen (um mal mein Lesegefühl in ein Bild zu packen). Im Prolog zu dem Götter/Halbgötter-Buch z. B. ist der Ton anders, mir um vieles angenehmer.


Atomraketen?? Woher hatten die Menschen die, ich denke, die Erde war friedlich?

Habe ich behauptet, dass die Erde friedlich war? :?

Hatte ich so aufgefasst – "Paradies auf Erden" war das Bild für mich, da gibt es keinen Krieg oder kalten Krieg.

So was simples wie "Atomraketen" bringen sowas wie die Mondläufer zur Strecke??? Eine, im Überraschungsmoment vielleicht – aber mehrere?

Ok, hier fehlt definitiv etwas. Hier muss ich nachbessern, denn der Rückzug sollte für alle Beteiligten unerwartet sein.

Dann würde ich es tatsächlich bei einer Rakete belassen, die (Überraschungsmoment) trifft und ein Löchlein ins Mutterschiff macht. Die Menschen könnten denken, sie hätten die Mondläufer mächtig erschreckt. Sie sind nicht für "wir nehmen das selbst in die Hand" bekannt, sondern auch für gelegentliche Selbstüberschätzung.
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Rebirz » 13.10.2015, 17:21

… wenn es wirklich ohne Magie auskommt, ja. Bei mir schrillen nur immer die Alarmglocken, wenn "Unbeleckte" sich dranmachen und SF schreiben wollen. Generell gilt aber, dass SF durchaus wie Fantasy klingen kann (gern genommenes Beispiel: Star Wars), so wie Fantasy mitunter im SF-Duktus daherkommt (wie X-Men).


Also gut, dann bleibe ich auch bei Scifi. Wie gesagt, das Gesamtbild steht noch nicht und im Moment dient das ganze noch als "Tapetenwechsel" zu meinem anderen Projekt, aber mit meinem bisherigen roten Faden kann ich dir versichern, dass ich in diesem Genre bleiben werde. :)

Bis Sonnenläufer (was immer die Aliens damit meinen) bin ich ja auch noch bei dir, wie man so unschön sagt. Aber Mondläufer als Gegensatz-Name? Ne.


Wenn das Buch als Vollzeitprojekt läuft, kann ich mir über die Namensgebung noch mal Gedanken machen. Allerdings bin ich ein Feind von willkürlichen Namenskreationen, die kein Mensch aussprechen und sich am Ende nur noch mit "Die gute unaussprechliche Rasse" und "Die böse unaussprechliche Rasse" merken kann. Ist leider etwas, über das ich selber öfters stolpere und mich nervt.

Abgesehen von ein paar interessanten offenen Fragen oder Andeutungen, bietet der Prolog nicht viel Vorwissen – das meiste ist Ausschmückung.


Ein bisschen Drumherum ist aber ok, oder? Ich will ja - übertrieben gesagt - keine Stichpunkte abarbeiten.

Am Anfangs von Kap. eins des UrbanFanatsy-Buches machst du es ja auch so: Du lässt den Protagonisten Dinge "denken", die er eigentlich so nicht denken würde im Aufwachen, nur um zu informieren, wie das Zimmer/die Wohnung aussieht.


Oh, du hast also in den alten Threats reingeschaut? Da hat sich auch schon einiges verändert. Nur so zur Info. Aber ich versteh, was du meinst und werde wie gesagt einige Dinge rausschneiden.

Ich mag es generell kompakter, vor allem kompakter als hier - hier ist wirklich viel des Tonfalls wegen eher ausgeschmückt als auf den Punkt gebracht.


Also ich kann dich in der HInsicht hoffentlich etwas beruhigen, dass ich bereits mit Kapitel 1 angefangen habe und mein Prota bei weitem kein Philosoph ist. Ich würde gerne etwas davon posten, aber durch die Begrenzung der Zeichen, würde ich bloß irgendwo abgrenzen müssen, wo es gänzlich ungeschickt ist. Etwas typisches an ihm ist, dass er nach außen hin ruhig und "gutherzig" ist, in Gedanken jedoch regelmäßig das rüberkommt, was er wirklich denkt / fühlt. Da ist nichts mit geschwollen. (Ich habe auch wie in meinem anderen Buch die Ich-Perspektive)

Gruß
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Rebirz » 13.10.2015, 18:42

Ich habe jetzt eine überarbeitete Version eingestellt und tatsächlich ist es besser geworden. Weniger ist in diesem Fall wirklich mehr. :)
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Ojinaa » 14.10.2015, 09:31

Gefällt mir auch deutlich besser. :D

Bei den Namen ist mit dem Entfernen der Aussage, dass die Mondläufer sich selbst so nennen und das auch noch als Gegensatz meinen, das wichtigste Problem eigentlich gelöst.
Es gibt ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten für die Namenswahl für Aliens in der SF: Entweder die Menschen haben den Namen erfunden oder er ist eine Übernahme von den Aliens, wobei da wieder die 1:1-Übernahme möglich wäre (wo dann aber die unaussprechlichnen Namen am plausibelsten wären) oder eine Übersetzung. Dabei nun wieder variiert die Exaktheit der Übersetzung; zum Ersten, weil Namen oft gar keine "Inhalt" haben (dass der Name "Rose" von der Blume Rose kommt, liegt nahe, aber der Begriff "Mensch" oder auch "Deutscher" ist Inhalt an sich), zum Zweiten, weil Namen oft eher mathaphorisch sind (Siegfried = Sieg & Friede = Friede, Schutz ergäbe "Siegesfrieden" oder "Siegesschutz" oder sowas) und zum Dritten, weil Übertragungen immer dem Risiko unterliegen, nicht die exakte Bedeutung wiederzugeben.
Langer Rede kurzer Sinn: "Sonnenläufer" und "Mondläufer" könnten einfach Übersetzungen der Bezeichnungen sein, die die Sonnenläufer benutzen.
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Rebirz » 14.10.2015, 09:50

"Sonnenläufer" und "Mondläufer" könnten einfach Übersetzungen der Bezeichnungen sein, die die Sonnenläufer benutzen.


Ja, mit dieser Möglichkeit kann ich mich anfreunden. Wenn ich jetzt in der Ausarbeitung noch über zwei Namen komme, die keine Zungenbrecher sind, werde ich es auch so umsetzen :)
Danke für die guten Tipps!

Gruß
Rebirz
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon AuroraBorealis » 14.10.2015, 09:53

Guten Morgen Rebirz,

ich hoffe, dass du wirklich nur eine kurze Abwechslung zu deinem ursprünglichen Projekt brauchst, denn es wäre wirklich schade darum.

Das Thema Prolog hatten wir ja bereits, dennoch hier meine Anmerkungen dazu.^^ Die anderen Kommentare habe ich nicht gelesen, von daher sorry falls etwas doppelt sein sollte und wie immer verwende was dir sinnvoll erscheint, den Rest vergess einfach wieder.

Generell würde ich in einem Prolog aus der Perspektive einer Person schreiben. Für mich erschafft das mehr Authentizität und verwirrt den Leser nicht unnötig:
Als die Sonne sich verdunkelte, fragte ich meine Mutter, ob wir denn jetzt sterben müssten. Ich erinnere mich noch gut an sie.

Sicht des Kindes.
Das „denn“ ist in meinen Augen überflüssig und würde ich streichen.
Außerdem stellt sich mir die Frage in wie fern ein sechsjähriges Kind von „verdunkeln der Sonne“ auf „werden wir nun sterben“ schließen kann.

Ihre warme, schützende Umarmung, während sich der unnatürliche Schatten auf unsere Haut legte und die Angst in ihr heranwuchs.

Sicht der Mutter. Das Kind kann erst einmal nicht wissen, dass die Angst in ihr wächst. Es kann es höchstens aus irgendeiner Reaktion von ihr ableiten.

Sie schmiegte mich so fest an sich, als wollte sie mich am liebsten wieder zurück in den Mutterleib pressen, um so die drohende Gefahr von mir abwenden zu können.

Für mich passt „schmiegte“ nicht zu „pressen“. Das Kind schmiegt sich an, die Mutter (aus Angst) presst es an sich, aber beide Verben von einer Person wiedersprechen sich in meinen Augen.
Irgendwie hat mich der Satz an Rammstein „Dalai Lama“ erinnert.^^ Sorry für den Ausflug.
Wenn du aus der Sicht des (sechsjährigen!) Kindes schreibst dürfte das Verständnis von Geborgenheit im Mutterleib nicht vorhanden sein.

Mit meinen damals sechs Jahren verstand ich all das noch nicht, aber ich spürte die kommende Veränderung. Ich wusste, dass etwas Großes passieren würde.

Weil? Den Rückschluss von Sonne verdunkeln und sterben, sowie zurück in den Mutterleib pressen kann es ja auch herstellen. An der Stelle würde ich mir mehr show wünschen (aber dieses Thema hatten wir ja schon :wink: ).

Den ersten Absatz empfinde ich als etwas unglücklich. Was zum einen an der Sichtweise liegt und zum anderen daran, dass er für mich Unstimmigkeiten enthält.

Dieser Tag im Jahre 2031 leitete eine neue Ära in der Geschichte der Menschheit ein. Eine Zeit des Lichts und der rasanten(überflüssig) Entwicklung (kann vieles sein. Würde hier ein passenderes Wort nehmen, wenn es sich auf die geistige Ebene bezieht. Entfaltung; Neu-/Wiedergeburt;… ). Das gewaltige (überflüssig, es konnte den Himmel verdunkeln … oder die Sonne … nebenbei bemerkt, wo eigentlich? Ein Schiff wird das auf der ganzen Erde nicht zustande bringen und gleichzeitig noch als Schiff erkennbar sein.) Mutterschiff der Sonnenläufer verfinsterte nur für kurze Zeit den Himmel, bevor sie uns auf eine Art erleuchteten, wie es den Menschen alleine in hunderten, ja vermutlich sogar tausenden von Jahren nicht möglich gewesen wäre.

Die Wendung selbst ist sehr interessant. Was mir fehlt ist das „Wie“ und der „Auftritt geht mir zu schnell. So wie sich das im Augenblick liest, erscheint das Schiff, die Menschen fürchten sich und *schnips* sie sind erleuchtet. Einfach so? Weil sie es angesehen haben? Was ist mit den Menschen in dem Augenblick geschehen?

Die Furcht, welche sie mit ihrem plötzlichen Erscheinen in uns erweckt hatten(überflüssig, da ersichtlich im ersten Absatz, denke ich), hielt sich (überflüssig) nicht lange(hier fehlt mir wieder show). Wie strahlende Götter stiegen sie vom Himmel herab und brachten nie dagewesenen Wohlstand mit sich. Sie teilten Wissen und Technologien, durch die regelrechte Wunder gewirkt wurden. Für meine damals kindlichen Augen war all das wie Magie.

Die Menschen wurden im vorherigen Absatz schon erleuchtet, warum taucht hier noch mal die Furcht auf? Für mich stimmt die Reihenfolge an der Stelle nicht und (auch wenn die Sätze sich schön lesen lassen und gut anhören – ich kenne sowas auch^^) die Informationen die sie enthalten sind doppelt.^^ (Zeit des Lichts und der Entwicklung = Wohlstand, Wissen, Technologie)

Vorschlag/Anregung bezüglich der Reihenfolge: Das Mutterschiff der Sonnenläufer verfinsterte nur für kurze Zeit den Himmel; die Furcht hielt nicht lange; Wie strahlende Götter … ; Neuer Absatz: Dieser Tag im Jahr …

Doch unsere edlen Spender (das hört sich in dieser Kombination für mich nach Hohn und Spott an, keine Ahnung, ob das beabsichtigt ist) kamen nicht nur, um unserer Art bei der Entwicklung unter die Arme zu greifen(wenn du die Reihenfolge änderst, kannst du diesen Satz -der in meinen Augen überflüssig ist- streichen.). Sie kamen, um uns vor einer drohenden Gefahr zu warnen, die uns in naher Zukunft drohen(Wdh) würde. Gefahr (Wdh) durch eine weitere Macht aus dem All (woher sonst? Und wenn es eine Gefahr ist, muss es eine Macht sein), welche unseren Gästen in vielen Dingen ähnlich und doch so anders ist(Form stimmt nicht). Hoch entwickelt(wenn die Sonnenläufer sie als Gefahr einstufen –und diese bringen den Menschen Erleuchtung- dann müssen die Gegener zwangsläufig hoch entwickelt sein), doch im Gegenteil zu den friedfertigen Sonnenläufern (das diese friedfertig sind wurde schon ersichtlich, daher doppelt) kriegerisch, aggressiv und stets angetrieben von dem Drang zu erobern. Sie nennen sich Mondläufer und haben nur ein einziges Ziel: Absolute Dominanz. Sobald eine Welt sich weit genug entwickelt hat, dass die Mondläufer sie als Gefahr erachten, greifen sie an. Es gibt keinen Warnschuss. Keine Verhandlungen. Keine Gnade. Das ist das Leben (unglücklich, da über das wie sie Leben keine Aussage getroffen werden) der Mondläufer. Zahllose aufstrebende Zivilisationen sind so vom Antlitz der Galaxien verschwunden, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, sich vollständig zu entfalten. Niemand konnte sich bisher aus eigener Kraft den Mondläufern und ihrem Vorsprung in Wissen, Feuerkraft und Kriegskunst erfolgreich wiedersetzen. Niemand außer den Sonnenläufern(die es aber vorziehen durch das All zu reisen und lediglich Minderbemittelten zu helfen, anstatt die eigentliche Gefahr zu bekämpfen).

Heißt zusammenfassend, die Sonnenläufer bringen die Menschen eigentlich erst in die Lage eine Gefahr werden zu können. So liest es sich jetzt zumindest für mich^^ ;-)

Die Einführung der Mondläufer empfinde ich als Info-Dump. Ich würde mehr in Richtung zwei Seiten einer Medaille bla. gehen. Wenn die einen die Guten sind (was durchaus ersichtlich ist), werden die anderen das Gegenstück dazu sein.

Die Namen Sonnen- und Mondläufer würde ich anpassen/ändern. Oder alternativ einen Hinweis reinbringen, dass dies eine Übersetzung in unserem Sinne ist, da die Wahrscheinlichkeit das wir die gleichen Bezeichnungen haben sehr sehr sehr gering ist.

Sie sind Meister der Verteidigung (das sie sich und andere lediglich verteidigen würde ich vorher bringen. Außerdem passt es dann nicht zu der zuvor erwähnen Feuerkraft und Kriegskunst) und durchsuchen auf einer endlosen Reise die Galaxien nach Zivilisationen wie der unseren, um sie frühzeitig vor der Auslöschung zu bewahren(überflüssig). Mit ihrer Unterstützung konnten schon viele Welten gerettet werden und sich nun ungestört weiterentwickeln(Satz überflüssig, da er keine Relevanz für die Situation hat). Diesmal sollten es wir sein, die ihren Schutz erhielten. Doch kaum wurde all dies bekannt, begann das Bild der großen Retter zu bröckeln. Zweifel und Unmut waren die Folge. Warum zerschlagen die mächtigen Sonnenläufer diesen Feind nicht einfach? Warum all die Mühen ein paar Welten zu schützen, wenn sie sämtliche Galaxien retten könnten? Was haben diese Aliens wirklich vor?


Aus Geflüster wurden lautstarke Diskussionen. Proteste von wissbegierigen, als auch ängstlichen Menschen zwangen die damaligen Politiker dazu die Sonnenläufer zu konfrontieren und Antworten zu verlangen. Sie nannten uns den Grund, doch Zeit ihn richtig zu verdauen blieb uns nicht. (Das wiederrum ist eine Info die fehlt, wenn du schon soweit ausholst)
Sie kamen an meinem fünfzehnten Geburtstag. Der Angriff war genauso, wie es uns beschrieben wurde. Brachial, gnadenlos und ohne Warnschuss(doppelt, sie vorheriger Absatz). Wäre ich ein gläubiger Mann(Mann? Er ist 15 ...), hätte ich es so beschrieben: Und der Teufel zerriss seine Fesseln, öffnete die Pforten seiner Welt und ließ den Tod auf die Menschheit herabregnen. Doch ich bin nicht religiös. Es waren einfach nur mordlüsternde Aliens, die sich an ihren Erzfeinden die Zähne ausbissen.

Passt nicht zusammen. Entweder die beißen sich die Zähne aus, dann regnet es aber keinen Tod. Oder es regnet Tod, dann beißen sie sich aber nicht die Zähne aus.^^

Der Schutz der Sonnenläufer, eine gewaltige Barriere, die unseren gesamten Planeten einhüllte wie ein schützender Kokon, schirmte uns ab. Die Mondläufer versuchten alles. Tausende ihrer Kriegsschiffe zerschellten in der Erdatmosphäre, Bombenteppiche verpufften im Nichts und selbst die mächtigen Hauptgeschütze ihrer Schlachtenkreuzer ließen unseren Kokon(Wdh) kalt (die kennen sich seit Ewigkeiten; die werden auch das Abwehrsystem ebenfalls kennen und solche Verluste sind dann unrealistisch/ stehen in keinem Verhältnis. Die decken das Schild wegen mir mit Bomben etc. ein, aber die werden keine Schiffe opfern – warum auch?). Trotzdem ebbten die Angriffe nicht ab. Unermüdlich stürzten sich die Gegenspieler der Sonnenläufer auf die Erde. Wie Motten zum Feuer wurden sie von uns angezogen. Sie wollten uns und sie würden nichts unversucht lassen, um uns zu bekommen. Mit jeder Bombe wuchs die Angst in den Herzen der Menschen zu einem unkontrollierbaren Monster. Wie lange sollte das noch so weiter gehen? Durchbricht das nächste Feuer einer Bordkanone unseren Schild(eigentlich nimmt Angst ab und nicht zu, wenn der Eindruck von Sicherheit entsteht; hält ja offensichtlich. Realistischer ist es, dass die Menschen sich dem auf einmal gewachsen fühlen und eine Art Wut/Hass entsteht.)? Warum tun die mächtigen Sonnenläufer nichts weiter?


Doch die Menschen waren noch nie dafür bekannt, sich gerne von jemand anderem abhängig zu machen und sie schmiedeten einen eigenen Plan um die Angreifer loszuwerden. Nachdem die erste Rakete ihren Weg ins Herz der Schlachtenkreuzer fand, zogen die Mondläufer überraschend schnell ab (…). Die Allianz zwischen Menschen und Sonnenläufern hatte etwas vollbracht, das selbst von unseren Verbündeten für unmöglich befunden wurde(du hast in meinen Augen ein Logikloch^^). Heute würde ich sagen, die Mondläufer haben einen Fehler gemacht. Sie hätten alles daran setzen sollen, die neue, heranwachsende Macht im Keim zu ersticken.


Fazit: Ich weiß leider nicht wohin der Prolog einen bringen soll. Für mich enthält er jedoch zu viele/doppelte Informationen und kommt mehr wie ein Info-Dump rüber. Was mich ebenfalls stört ist die Tatsache, dass alles wunderbar reibungslos geklappt hat. Immerhin sollten das erst einmal gleichwertige Gegner sein, was aber offensichtlich nicht der Fall ist und die Mondläufer ein wenig lächerlich wirken lässt. Da geht mir einfach Spannung verloren – Prolog hin oder her.
Die Idee selbst finde ich hingegen gelungen und vielversprechend. Gerade dir letzten beiden Sätze finde ich äußerst gelungen.

Liebe Grüße
Aurora Borealis

P.S. Ja, man kann es mir nicht Recht machen. Der Prolog deines anderen Werkes war mir zu kurz, dieser hier ist mir zu lang. :XD:
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Ojinaa » 14.10.2015, 11:24

Hallo Aurora Borealis,

der Prolog ist doch gar nicht aus der Sicht eines 6-Jährigen geschrieben, sondern aus der des Erwachsenen (deutlich nach dem Abzug der Mondläufer, denn offenbar war damals (als er 15 war) die Menschheit nur der Keim einer neuen Macht).
Und: Es ist ein persönlicher Rückblick, der Empfindungen von damals wiedergibt, keine neutrale oder psychoanalytische Erzählung, die abfilmt und/oder erklärt, wer warum was fühlt.

Wie die Veränderungen passieren, wäre Stoff für einen eigenen Roman, das hier umreißt nur das Set. Und zu "schnips" sei auf das "Beginn einer neuen Ära" verwiesen - sowohl "Beginn" als auch "Ära" weisen auf einen Zeitraum (und eben nicht auf "schnips") hin.
Es gibt einen Unterschied wischen "Entwicklung" und "rasanter Entwicklung" – das Adjektiv ist also mitnichten überflüssig.


Gefahr muss keine Macht sein, es könnte auch einfach nur die Sonne früher ausbrennen, als wir heute annehmen, Zeitreisende von der Erde könnten kommen (also nicht aus dem All) oder die Gefahr liegt im Wesen der Menschen oder sogar jeder hinreichend weit entwickelten Zivilisation …


Das ist das Leben (unglücklich, da über das wie sie Leben keine Aussage getroffen werden) der Mondläufer.

Doch wird es: Sie leben „ohne Warnschuss, ohne Gnade und ohne Verhandlungen“ – also „druff und los“ bei allem, was sie durchsetzen wollen.


Die Einführung der Mondläufer empfinde ich als Info-Dump. Ich würde mehr in Richtung zwei Seiten einer Medaille bla. gehen. Wenn die einen die Guten sind (was durchaus ersichtlich ist), werden die anderen das Gegenstück dazu sein.

Das verstehe ich nicht. Die Gut-Böse-Teilung ist doch klar (auch wenn sie, wenn ich das richtig verstehe, im Buch selbst dann mindestens relativiert wird). Und: Wenn die Mondläufer nicht eingeführt werden, wo soll denn dann (in dem Prolog, der das Setting umreißt!) das Gegenstück zu den Sonnenläufern herkommen? Aus den Reihen der Menschen? Das wäre dann wohl ein ganz anderes Buch.

Wieso passt "Verteidigung" nicht zu "Feuerkraft" und "Kriegskunst"? Verteidigen ist quasi deren Job! (Ich ziehe jetzt mal keine Parallele zur Bundeswehr …)

Wieso ist es überflüssig, dass sie schon viele andere Welten "gerettet" haben? Ohne das ist die Frage "Warum so umständlich, warum nicht gleich die Mondläufer vernichten?" nicht so brisant.

Und wo ist das Logikloch am Ende?


Sorry, aber ich fürchte, die meisten deiner Anmerkungen würden beim Einarbeiten eher zu Verschlimmbesserungen führen …
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Rebirz » 14.10.2015, 12:10

ich hoffe, dass du wirklich nur eine kurze Abwechslung zu deinem ursprünglichen Projekt brauchst, denn es wäre wirklich schade darum.


Nene, meine Marc Grey Trilogie wird auf jeden Fall vollendet, aber nachdem ich bereits gefühlte 100x selbst über Band 1 gelesen habe, 1000 Korrekturen vorgenommen habe und sich nun auch meine erste Probeleserin dem Ende nähert, bin ich bei der Hälfte von Band 2 einfach über meine eigenen Füße gestolpert. Ich musste viel zu oft nachschauen, was ich den eigentlich schon geschrieben hatte oder sogar wie Personen aussehen. Ich musste einfach mal in ein frisches Setting wechseln um etwas Abstand zu kriegen.

Was mich ebenfalls stört ist die Tatsache, dass alles wunderbar reibungslos geklappt hat. Immerhin sollten das erst einmal gleichwertige Gegner sein, was aber offensichtlich nicht der Fall ist und die Mondläufer ein wenig lächerlich wirken lässt. Da geht mir einfach Spannung verloren – Prolog hin oder her.


Der Rückzug ist ja für alle Parteien überraschend. (was jetzt hoffentlich besser rüber kommt). Weder Sonnenläufer noch die Menschen glaubten, dass es so einfach wäre die Mondläufer zu vertreiben. Auch sage ich mit den letzten Sätzen, dass dies erst der Anfang etwas viel Größeren ist.
Vielleicht ist der Prolog sogar ein bisschen Infodump. Ich will mein Buch nicht über die Ankunft der Sonnen / Mondläufer schreiben, sondern eben was danach kommt. Durch das Vorwissen, das man im Prolog erhält, kann ich ganz anders an meine Erzählung herangehen.

P.S. Ja, man kann es mir nicht Recht machen. Der Prolog deines anderen Werkes war mir zu kurz, dieser hier ist mir zu lang. :XD:

Das ist vielleicht ne halbe Seite Unterschied :shock:

Bei vielen Dingen bin ich bei Ojinaa. Würde ich manche Sachen weglassen, die angemerkt wurden, würde das eine Kettenreaktion auslösen. Irgendwo muss man die Brücke zwischen reiner Info und Ausschmückung schlagen. Ansonsten würde ich eine Präsentation und kein Buch mehr schreiben :)
Mit dem Logikloch am Ende bin ich auch am rätseln. Bitte erklär mir das genauer. :?

der Prolog ist doch gar nicht aus der Sicht eines 6-Jährigen geschrieben, sondern aus der des Erwachsenen (deutlich nach dem Abzug der Mondläufer, denn offenbar war damals (als er 15 war) die Menschheit nur der Keim einer neuen Macht).
Und: Es ist ein persönlicher Rückblick, der Empfindungen von damals wiedergibt, keine neutrale oder psychoanalytische Erzählung, die abfilmt und/oder erklärt, wer warum was fühlt.


Völlig richtig. Ich schreibe aus der Sicht meines erwachsenen Protas.

Mir ist selbst noch eine Frage in den Kopf geschossen:
Mein Prolog ist ja ein Rückblick - also in der Vergangenheit geschrieben - ist das dann in Ordnung, wenn die Geschichte selbst in der Gegenwart (Ich-Perspektive) geschrieben ist? Ich weiß, dass ist ungewöhnlich, aber mir gefällt es so einfach besser und fühlt sich persönlicher an. Ich starte nach dem Prolog (10 Jahre später) und arbeite mich dann erst dorthin vor, wo klar wird, warum die Mondläufer die Allianz zwischen Sonnenläufer und Menschen vernichten hätten sollen als sie konnten.
Ist mir jetzt erst so aufgefallen. Ein bisschen ein Zeitchaos, oder?

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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon AuroraBorealis » 14.10.2015, 12:21

Hey Ojinaa,

meine Kommentare geben lediglich meinen Eindruck wieder und sind rein subjektiv. Was Rebirz davon annimmt, oder nicht ist vollkommen ihm überlassen, aber ich denke das weiß er auch. :wink:

Aber (da einige meiner Anmerkungen zu Verwirrung geführt haben) noch ein paar Ergänzungen (die Wiederrum rein subjektiv sind):

Zum Thema Perspektive: Mir ist (nachdem ich den ganzen Prolog gelesen habe) klar, aus welcher Sicht er sein sollte. Ist er in meinen Augen aber nicht.^^ Was die Mutter fühlt oder nicht, kann der Sohn nicht wissen, höchstens erahnen (nebenbei bemerkt auch nicht in einer Rückblende).

Dass die Veränderungen Stoff für einen eigenen Roman sind, gebe ich dir vollkommen Recht. Darum ging es mir aber auch nicht.

Bezüglich der Gefahr hast du an sich ebenfalls Recht. Wenn jedoch die Rede davon ist, dass es sich um ähnliche Völker dreht und die sich kennen usw. usf. dann müssen sie sich irgendwo (vermutlich im All …) begegnet sein.

„Das ist das Leben der Mondläufer.“ Es ist mir einfach zu weitreichend, weil es sich wirklich auf alles bezieht und diese „Besonderheit“ durchs All zu ziehen und Völker auszulöschen ist nur ein Teil davon. Für mich entspräche das einer Ideologie (neben dieser macht die Rasse aber noch mehr aus und das alles wiederrum zusammengefasst wäre nach meiner Definition „das Leben der…“). Aber wie alles andere, ist das nur meine Meinung.^^

Ich habe nicht gesagt, dass die Mondläufer nicht im Prolog vorkommen sollen! Dass sie für das Setting wichtig sind ist mir auch klar.^^
Mir ging es um das „Wie“ und das empfinde ich als nach wie vor unglücklich. Allein schon wegen der oftmals doppelten Ausführung (und die ist nun einmal da Beispielsweise:
Hoch entwickelt, doch im Gegenteil zu den friedfertigen Sonnenläufern kriegerisch, aggressiv und stets angetrieben von dem Drang zu erobern. Sie nennen sich Mondläufer und haben nur ein einziges Ziel: Absolute Dominanz. Sobald eine Welt sich weit genug entwickelt hat, dass die Mondläufer sie als Gefahr erachten, greifen sie an. Es gibt keinen Warnschuss. Keine Verhandlungen. Keine Gnade. Das ist das Leben der Mondläufer. Zahllose aufstrebende Zivilisationen sind so vom Antlitz der Galaxien verschwunden, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, sich vollständig zu entfalten.

Und wenig später:
Der Angriff war genauso, wie es uns beschrieben wurde. Brachial, gnadenlos und ohne Warnschuss.

).

Dabei ist mir übrigens auch noch aufgefallen, dass es sowohl diese Aussage gibt:
Das ist das Leben der Mondläufer. Zahllose aufstrebende Zivilisationen sind so vom Antlitz der Galaxien verschwunden, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, sich vollständig zu entfalten.

Als auch diese:
Sie sind Meister der Verteidigung und durchsuchen auf einer endlosen Reise die Galaxien nach Zivilisationen wie der unseren, um sie frühzeitig vor der Auslöschung zu bewahren. Mit ihrer Unterstützung konnten schon viele Welten gerettet werden und sich nun ungestört weiterentwickeln.

Für mich relativieren sich die Aussagen. Aber wieder nur mein Empfinden :)
(Klar ist beides möglich, hat aber m.M.n. zusammen in einem Prolog nichts zu suchen. Denn, was ist nun zutreffenderer …)

Das Logikloch bezog sich auf eine friedfertige Rasse, die aber dennoch Kriegswaffen besitzt, sich aber weigert diese anzuwenden. Warum werden dann Waffen benötigt, wenn Schilde/Abwehr so hoch entwickelt ist, dass dies ohnehin nicht notwendig ist? Gut und zugegeben habe ich unterstellt, dass sie nicht bereit sind zu kämpfen, weil das nicht ihrer Mentalität entspricht (das war eine Schlussfolgerung meinerseits, die zutreffen kann, oder auch nicht) = wenn dem konsequent so wäre, würden sie aus Überzeugung keine Waffen bauen.

Für mich trägt ein „damals haben sie dies und jenes schon gemacht“ nicht zur Sache bei. Wieder vollkommen subjektiv und du darfst das gerne anders sehen. Das steht uns beiden frei, denke ich.^^

Liebe Grüße
Aurora Borealis
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Ojinaa » 14.10.2015, 12:31

Ich persönlich mag die ich-Perspektive nicht. Sie wird m. E. zu oft benutzt, ohne dass ein substantieller Unterschied zur personellen Erzählweise entsteht, und dabei sehr oft auch noch nicht gut umgesetzt. Aber das nur nebenbei.

Generell sehe ich kein unüberwindbares Problem, den "Stil" zwischen Prolog und Haupttext zu ändern (das wird sogar sehr oft gemacht, wenn auch selten – oder nie? mir fällt da nichts ein – in der Form). Puristen würden einwerfen, dass der Haupttext nicht "jetzt" stattfinden kann, weil das "danach" erwiesenermaßen bereits eintrat (sonst hätte der Prolog nicht geschrieben werden können). Aber diesen "Perspektiv-Bruch" würde sogar ich akzeptieren und ich bin in diesen Dingen ziemlich puristisch veranlagt …
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Re: [SciFi] Sonne, Mond und Erde (Arbeitstitel) PROLOG

Beitragvon Ojinaa » 14.10.2015, 13:09

Hallo AuroraBorealis,

meine Kommentare geben lediglich meinen Eindruck wieder und sind rein subjektiv. Was Rebirz davon annimmt, oder nicht ist vollkommen ihm überlassen, aber ich denke das weiß er auch.

Ist mir klar, ich will auch nicht so zickig klingen, wie ich klinge. *hüstel* Manchmal finde ich es jedoch hilfreich, wenn um bestimmte Dinge echt diskutiert wird und nicht nur jeder eine „Liste“ an den Autor liefert.

Was die Mutter fühlt oder nicht, kann der Sohn nicht wissen, höchstens erahnen (nebenbei bemerkt auch nicht in einer Rückblende).

Natürlich kann er das, gerade in der Rückblende! Anfangen bei "sie hat es erzählt" bis zum extrem Naheliegenden: Er erinnert sich an ihr Verhalten und erkennt daran, dass sie Angst hatte. Okay, er könnte sich falsch erinnern oder/und die Mutter hat ewas Falsches erzählt. Aber er erzählt ja nicht, was wirklich und ganz echt war (als etwas objektiv Abgefilmtes), sondern er erzählt ja seine Erinnerung – das ist der wesentliche Unterschied beim Ich-Erzähler zu einem "objektiven" Erzähler, zur "Kamera".




Dabei ist mir übrigens auch noch aufgefallen, dass es sowohl diese Aussage gibt:
Das ist das Leben der Mondläufer. Zahllose aufstrebende Zivilisationen sind so vom Antlitz der Galaxien verschwunden, bevor sie überhaupt eine Chance hatten, sich vollständig zu entfalten.

Als auch diese:
Sie sind Meister der Verteidigung und durchsuchen auf einer endlosen Reise die Galaxien nach Zivilisationen wie der unseren, um sie frühzeitig vor der Auslöschung zu bewahren. Mit ihrer Unterstützung konnten schon viele Welten gerettet werden und sich nun ungestört weiterentwickeln.

Für mich relativieren sich die Aussagen. Aber wieder nur mein Empfinden
(Klar ist beides möglich, hat aber m.M.n. zusammen in einem Prolog nichts zu suchen. Denn, was ist nun zutreffenderer …)

Die Aussagen an sich relativieren sich nicht. „Im Erzgebirge brechen Bäume unter der Schneelast zusammen" und „In Leipzig liegt eine dünne Schneedecke" relativieren sich doch gegenseitig auch nicht (beides würde aber "Deutschland im Schneechaos!" relativieren.). – Ich ahne aber, was du meinst: Bei "zahllose Völker" lesen manche gern "fast alle Völker" und da klingt "viele gerettet" plötzlich merkwürdig.
Warum muss eines überwiegen? (Ich gehe mal davon aus, dass du nicht wirklich „zutreffender“ meinst.)


Zum Logikbruch: Ich sehe den nicht zwischen "verteidigen" und "Waffen", aber bei "Schild" und "Waffen" könnte man einen vermuten. Weitergedacht gibt es den auch zwischen "Schild" (also "nicht abschießen") und dass die Sonnenläufer anscheinend mit dem Abschuss durch die Menschen kein Problem gehabt haben. Vielleicht hatten sie es und der Ich-Erzähler führt uns im Prolog mit der anscheinend positiven Reaktion der Sonnenläufer (es steht nicht da, ich weiß, das ist wieder so ein "man liest es schnell mal so"-Ding) gezielt in die Irre. Vielleicht haben sich aber auch die SL damals nicht eindeutig positioniert …
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt. (Klaus Klages)
Ojinaa
 
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