[Fanty]Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon schreiberling » 02.08.2015, 21:00

HannahBoll hat geschrieben:Hier sind wir bei dem Teil, wo ich mich frage, wie sehr man über eine Fantasie-Welt streiten kann.)





Da geht es nicht um Fantasiewelt, sondern, dass du in dem Sonnenabsatz nahtlos zwischen der Perspektive der Sonne, die den Planeten umrundet ohne jemals aus ihrer Sicht irgenwo zu versinken oder aufzugehen und einem Beobachter auf dem Planenten der subjektiv eine aufgehende und versinkende Sonne sehen kann hin und hersrpingst.

Du kannst den Absatz nur ENTWEDER strikt aus der Sicht der Sonne beschreiben, oder strikt aus Sicht eines Beobachters auf der Erde. Beides gemixt kommt sehr schräg rüber.


Und die unklaren/unpassenden Formulierungen und fehlenden Informationen haben nix mit fantastischer oder realer Welt zu tun. Das plötzlich entschwundene Kind wäre auch in Berlin vor dem Kanzleramt als Formulierung unangebracht und auch wenn es um eine wichtige Person in einem Krimi der in Hamburg spielt will ich nicht von einer unbenannten "hohen Frau" hören sondern von der Bürgermeistersgattin xy.


Man kann grundlegende schreiberische Probleme wie sinnvolle Einführung von Charakteren, glaubhaftes Verhalten von Charakteren, Beschreiben von Örtlichkeiten und Erzählperspektive nicht mit "ist halt Fantasy, da geht alles" wegdiskutieren. Ich meine, schau dir Leute wie George RR Martin an. Der schreibt Fantasy und kriegt das trotzdem gebacken.
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon HannahBoll » 02.08.2015, 23:43

Nein, Nein.
Das war so gar nicht gemeint.
Was du mit der Sonne meinst, wird mir jetzt erst irgendwie klar ...
Ansonsten war das mit dem "Über eine Fantasie-Welt streiten", nur im Bezug auf das mit dem Meer, die Fische und dem Nebel bezogen. Ganz klar die Welt also und nicht das Verhalten der Personen.

Bei manchen Punkten verstehe ich einfach nicht, worauf du mit der Kritik hinaus willst, darum habe ich nochmal so ausführlich mit der Zitier-Funktion nachgefragt :XD:

Neben der Korrektur unpassender Formulierungen sind dir also mehr Informationen lieber? (Das ist die Frage, auf die ich die ganze Zeit hinaus will. Es irritiert mich nämlich noch immer leicht, weil andere bei meiner Erstversion meinten, es wären teilweise zu viele Informationen, die den Leser irritieren am Anfang. :oops: )
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Re: [Fanty]Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon Asieral » 05.08.2015, 14:21

Also für mich persönlich sprich eigentlich nichts dagegen, eine Formulierung wie "erschöpfte Augen" zu verwenden. Personifikationen oder Ähnliches ist ja eigentlich sogar üblich.
Ob man es für glaubhaft hält, dass sich Kinder über die Namensbedeutung unterhalten, scheint ja verschieden zu sein.. Ich zumindest halte es für glaubhaft, da ich finde, dass auch der Verlauf des Dialoges Einsicht in die Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Schichten gibt. Damit etwas glaubhaft ist, müssen ja nicht ganz gewöhnliche Charaktere gewählt werden.

Die Formulierung "hohe Frau" ist aber, denke ich, verbesserbar, zumindest würde ich mir hier eine nähere Beschreibung wünschen, was genau die Funktion dieser Frau ist, auch, wenn es vielleicht noch nicht mit der Handlung zu tun haben sollte.

Dass sich die Menschen am "Fisch laben" halte ich aber auch wie schreiberling für recht unwahrscheinlich, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Du schreibst ja, dass die normalen bürgerlichen Menschen eher Wert darauf legen, was ein Mensch geleistet hat.. Daraus würde ich schließen, dass sie sich eben nicht mit den Gegebenheiten zufriedengeben. (Frühere Namensbezeichnungen wurden ja oft aus den Berufen abgeleitet, aber dann auch an die Nachkommen weitergegeben, die dann meist das gleiche Handwerk weiterverfolgten) Um sich aber am Alltäglichen laben zu können, wäre meiner Einschätzung nach ein anderes Weltverständnis vonnöten. Würden die dortigen Menschen an eine Prädestination glauben, hielte ich es für glaubwürdiger, dass sie sich über den täglichen Fisch freuen, aber ich glaube, dass das eher nicht das ist, was dort vorherrscht, weswegen eine Umformulierung nicht schlecht wäre.

Mit freundlichen Grüßen
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Re: [Fanty]Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon lidel » 14.08.2015, 15:16

Heyho :)
Ich habe gerade dieses höchst interessante Werk entdeckt und mich dazu entschlossen, mich daran zu setzten, einmal wieder einen Kommentar zu verfassen (war jetzt ziemlich lange inaktiv). Ich werde mir Mühe geben, so konstruktiv und präzise wie möglich zu arbeiten, aber auch von mir kann man keine all zu hohen Schreibkünste erwarten, denn wie bei dir mangelt es auch mir noch an Erfahrung, vermutlich noch deutlich mehr als bei dir, denn ich bin gerade mal 14 :D

Ich werde den Text in einzelne Teile unterlegen, jeweils markieren, was ich gut, schlecht und was seltsam finde, um danach genauer darauf einzugehen und nach Möglichkeit meine Vorschläge mit einzubringen. Ich hoffe, ich kann dir weiterhelfen und ich hoffe, ich werde nichts wiederholen, was bereits gesagt wurde.


HannahBoll hat geschrieben: Wie es die Sonne schon tausende von Jahren tat, funkelte sie über den Horizont und berührte zuerst die Ostküsten Paberns, dann zog sich das sanfte Licht des Morgens über die ganze Insel und erhellte auch Seyreden, das zum Mittag hin die meiste Hitze zu spüren bekam. Als die Sonne ihren höchsten Punkt erreichte und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben. Die Weinreben funkelten im vergehenden Tau und aus den westlich auf Pabern gelegenen Tiefebenen hoben sich rauchige Schleier empor. In Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der es fast nur eintönige Steppen gab, weiter gespeist.


"funkelte sie über den Horizont und berührte zuerst die Ostküsten Paberns,"

Zuerst zum "funkelte". Es erscheint mir irgendwie nicht ganz das richtige Wort zu sein, immerhin funkelt die Sonne meiner Meinung nach nicht wirklich (ihre Reflektion im Wasser hingegen schon). Ich würde dir also empfehlen, entweder etwas in die Richtung von "Wie es die Sonne schon tausende von Jahren tat, erhob sie sich des Morgens über den Horizont und berührte als erstes die Ostküste Paberns." oder auch, wenn du alles bis auf das "funkeln" beibehalten wollen würdest (was ich auch gut fände, ich finde den weiteren Teil nämlich sehr gut. Er lässt mich förmlich das Gefühl der tastenden Sonnenstrahlen fühlen :love: ) "Wie es die Sonne schon tausende von Jahren tat, strahlte sie über den Horizont und berührte zuerst die Ostküsten Paberns." Ebenfalls möglich wäre es auch, das ganze noch weiter auszubauen, es stärker zu beschreiben und den Leser noch mehr hinein zu ziehen, denn ich finde es eine sehr schöne Anfangsidee und würde gerne noch etwas weiter in diesem Bild der Sonne schwelgen können.


"dann zog sich das sanfte Licht des Morgens über die ganze Insel und erhellte auch Seyreden, das zum Mittag hin die meiste Hitze zu spüren bekam."

Das Einzige, das ich hierbei ändern würde wäre, einen neuen Satz zu beginnen (also alles gleich, nur einen Punkt anstatt einem Komma). Das Grund dazu ist, dass wir von der Szene des Sonnenaufgangs wegkommen und uns in der Zeit relativ schnell vorwärtsbewegen. Ich weiss, absolut bescheuert, aber ich hätte, wenn da ein Komma wäre, viel mehr das Gefühl, von einem Szenario in das nächste wechseln zu können und nicht einfach mitgerissen zu werden.



"Als die Sonne ihren höchsten Punkt erreichte und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben. Die Weinreben funkelten im vergehenden Tau und aus den westlich auf Pabern gelegenen Tiefebenen hoben sich rauchige Schleier empor."

Sehr poetisch, sehr schön zu lesen. Diese stelle finde ich wirklich gut. Ausser, dass ich persönlich nicht die Worte "da strahlte es vor Farben" verwendet hätte, sondern anstatt des allgemeinen "es" etwas wie "das Land" oder sonst etwas verwendet hätte. Es würde der Sache meiner Meinung nach noch etwas mehr den mitreissenden Touch geben und besonders bereits von Beginn an das Bild der Landschaft aufrufen. Ansonsten ist man sich nicht sicher. geht es jetzt um den Himmel oder um das Meer oder was?




"In Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der es fast nur eintönige Steppen gab, weiter gespeist."

Ok, das kommt jetzt nur daher, dass ich Schweizerin bin und wir das Wort "gespiesen" gebrauchen. Trotzdem wollte ich es irgendwie anmerken :embarrassed:



HannahBoll hat geschrieben: So lag das Land Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmtund lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte. Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen. Die Sonne zog weiter bis sie im Westen weit hinter den fruchtbaren Gebieten im Westen im Meer versank und eine dieser lauen Nächte hereinbrechen ließ, in der ihre Anwesenheit nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, und erweckte den Anschein, als stiege sie direkt aus dem Wasser heraus.




"So lag das Land Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte."

Zuerst das "in ihr". Ich würde etwas wie "in ihren Strahlen" empfehlen, da wir ja von der Sonne sprechen und wir uns bei Weitem nicht wirklich in der Sonne drinnen befinden.
"und das umliegende Meer wurde aufgewärmt" gefällt mir deshalb nicht, weil wir hier zu oft das Wort "wärmen" verwenden. Das Land wärmt sich und das Meer wärmt sich und dieses ist warm und jenes wird warm etc. Da du bereits im selben Satz von der "Wärme" sprichst, würde ich dir empfehlen, diesen Vorgang hier zu umschreiben oder mit dem vorherigen zu kombinieren. "So lag das Land Bandarien Tag für Tag da und das Land und das Meer wärmte sich in ihren Strahlen. Unzählige Fischschwärme wurden von den Wassertemperaturen angelockt und das Volk der beiden Inseln konnte sich an ihnen laben." oder so etwas wie "So lag das Land Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihren Strahlen und das umliegende Meer sog die Hitze auf. Unzählige Fischschwärme wurden angelockt, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte.". Mir gefällt jedoch die erste Version irgendwie besser.



"Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, war das Meer zu tief,"

Zwei Dinge. 1. finde ich, dass hier das "Paberns und Seyredens" zu oft vorkommt. An dieser Stelle würde ich es weglassen oder durch "der beiden Inseln" ersetzten.
Und 2. das "war das Meer zu tief". Bitte frage mich nicht warum, aber ich würde schreiben "Nur weit hinter den Küsten des beiden Inseln, da war das Meer tief, zu tief als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen könnte."




"Die Sonne zog weiter bis sie im Westen weit hinter den fruchtbaren Gebieten im Westen im Meer versank und eine dieser lauen Nächte hereinbrechen ließ, in der ihre Anwesenheit nie ganz verschwand."

Wieder sehr schön gemacht. Was mir auffällt ist, dass diese Beschreibungen mir das Gefühl und das Bild einer idyllischen Insel geben, einer warmen Sommerinsel, auf der keiner zu hungern braucht. Eine Insel, die sich aber auch niemals verändert und alles Neue oder Unentdeckte (wie eben das zu tiefe Meer) wird einfach nicht beachtet. Ist das beabsichtigt? Wenn ja, dann extrem gut gemacht! Es ist schwer, so etwas zu vermitteln, ohne es direkt auszusprechen!


HannahBoll hat geschrieben: An diesem Morgen ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und wo alles Gute der Welt sich zu vereinen schien. Da traf sie Angehörige der Familie von Gut Weißbull und achtete einen Augenblick nicht auf ihren Sohn, der in diesem Augenblick entschwand und alleine die umliegenden Gassen und Winkel erkundete. Er sah ein Mädchen, das an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute. Dann verdeckten die dunklen Strähnen ihren Blick wieder und sie ließ den Kopf auf die Brust sinken. Der Junge hörte noch, wie sie erschöpft die Luft durch ihre kindliche Nase blies. Er konnte nicht anders und ging zu ihr hin.
„Was fehlt dir?“, fragte er, setzte sich aber nicht zu ihr.
Das Mädchen musterte ihn aus seinen dunklen Augen. Sie schüttelte kraftlos den Kopf. „Nichts“, murmelte sie, aber der Junge konnte ihr das nicht glauben.
„Wie heißt du?“




"An diesem Morgen ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada"

Ich würde an dieser Stelle "mit ihrem Jüngsten" verwenden, denn ich bezweifle, dass das so eine Art Titel oder Rang ist (im Sinne von "der Rat der Ältesten" etc.).



"wo alles Gute der Welt sich zu vereinen schien"

:2thumbs:



" Er sah ein Mädchen,"

Oh... ok... gut... und jetzt? :D Ne, nur Spass. Der Grund, weswegen mir das nicht gefällt, ist weil es deine hochinteressante Schreibweise einfach nicht ansatzweise enthält. Du beschreibst unbedeutende Sachen so wunderschön, weswegen ist dieser Satz so kalt und gefühlslos, wo er doch ein wichtiges Ereignis zu sein scheint? Ich würde dir also empfehlen, ihn mehr auszuschmücken.


"Dann verdeckten die dunklen Strähnen ihren Blick wieder und sie ließ den Kopf auf die Brust sinken."

Hier ist es mir irgendwie schwer, den logischen Zusammenhang zu finden. Fallen ihr die Strähnen über die Augen, weil sie wieder nach unten blickt oder sind die Strähnen, die sie sich zuvor ( Zitat "wieder") aus dem Gesicht gestrichen hat oder was ist da los? Du solltest da vielleicht etwas mehr darauf eingehen.




"Das Mädchen musterte ihn aus seinen dunklen Augen. Sie schüttelte kraftlos den Kopf."

Hierbei würde ich zum einen die Sätze verbinden ("dann schüttelte sie kraftlos den Kopf.") und zum anderen den ersten Teil verändern. Sie hat ihn bereits zuvor angeblickt, dann weggeschaut und jetzt tut sie es wieder. Der "Blick" hat auf mich seine Besonderheit verloren. Ich würde also auch hier wieder etwas mehr ausschmücken. Sie wendet sie den Blick wieder auf ihn? Oder was hat sich daran geändert, was liest er darin? Oder ist rein gar nichts zu sehen?


aber der Junge konnte ihr das nicht glauben.

Vielleicht eher etwas wie "aber er glaubte ihr nicht" oder "aber sie wirkte alles andere als glaubhaft" oder so. (Ja, meine Antworten werden gegen Ende immer kürzer. Sorry :twiddlethumbs: )



HannahBoll hat geschrieben:Er ließ nicht locker und setzte sich sogar zu ihr auf den Boden. Kurz sah er den Weg zurück, den er gekommen war. Seine Mutter würde ihn schimpfen, wenn sie sah, dass er auf den Boden saß, aber sie war nicht mehr in Sichtweite.
Wieder forschte der müde Blick des Mädchens das Gesicht des Jungen aus, doch als es genug geschaut hatte, antwortete sie schließlich: „Sellit. Ja, mein Name ist Sellit.“
„Das ist aber ein seltsamer Name“, erwiderte der Junge.
„Er ist sehr speziell“, nickte das Mädchen bestätigend.
„Wer gibt dir denn so einen Namen?“, fragte der Junge ungläubig und das Mädchen meinte nur:„Ich selbst habe ihn mir gegeben.“
Es genügte nur ein Blick anstatt weiterer Worte und Sellit verstand. „Mein Name ist aus den Buchstaben des Wortes Stille geformt, denn ich war ein stilles Kind.
Jetzt weißt du meinen Namen, aber ich deinen nicht. Wer bist du?“
„Trocji“, meinte der Junge verlegen.
„Das ist aber auch kein gewöhnlicher Name!“, rief Sellit aus.
„Ja, ich weiß. Meine Mutter hat ihn mir gegeben. Der Name kommt in alten Legenden vor, die meine Mutter so liebt. Man spricht ihn wie Trotschi aus, aber man schreibt ihn ganz anders.“ Da buchstabierte er seinen Namen brav, aber Sellit lachte nur. „Schön, dass du dir solche Mühen machst, aber ich kann nicht schreiben.“




"Seine Mutter würde ihn schimpfen,"

Ihn schimpfen. Ich weiss nicht, ob das wirklich ein Ausdruck ist. Einige Änerdungsvorschläge wären: "ihn schelten" oder "mit ihm schimpfen" oder auch einfach "ihm böse sein"


"doch als es genug geschaut hatte,"

Gefällt mir nicht wirklich. Ich denke nicht, dass sie ein gewisses Mass an schauen hat, bis sie zufrieden gestellt ist oder so. Ich würde eher annehmen, dass sie "nach einer Weile" antwortet.


"„Mein Name ist aus den Buchstaben des Wortes Stille geformt, denn ich war ein stilles Kind."

Diese Stille/Sellit Sache, ICH LIEBE ES! Ich finde Namen, die eine Bedeutung haben extrem gut! Was aber die Erklärung angeht, diese finde ich etwas zu trocken bzw. unnötig. Und "war" sie ein Stilles Kind? ich könnte mir vorstellen, dass sie immer noch eines ist. Sie wirkt auf mich bisher wie ein sehr tapferes, ziemlich kriegerisches Kind, das aber eher verschlossen ist und viel denkt.


HannahBoll hat geschrieben: Trocji stutzte und erzählte weiter: „Eigentlich heiße ich Trocji Simani Lince aus dem Hause Ehrenmann.“
„Das ist aber ein langer Name“, sagte Sellit kopfschüttelnd. „Hat denn weniger nicht gereicht?“
Und Trocji erwiderte lachend: „Was ist denn das für eine Frage? Das ist halt so Brauch bei uns. Simani, so hieß mein Großvater, der Vater meiner Mutter und Lince ist mein Vater. Aber eigentlich nennt man mich nur Trocji. Alles andere muss ich immer dazu sagen, wenn ich mich vorstelle. So hat es mir meine Mutter beigebracht.“
„Und was bedeuten deine Namen denn?“, fragte Sellit weiter.
„Das habe ich dir doch gerade gesagt“, erwiderte Trocji, aber Sellit schüttelte nur den Kopf.
„Du hast nicht alle erklärt. Was bedeutet denn das Haus Ehrenmann?“
Darauf wusste aber Trocji nichts zu erwidern. „Das ist halt so. So heißen alle, die in der Familie geboren werden und der Name zeigt, wer zusammen gehört.“
Sellit war mit der Antwort nicht zufrieden. „Ja, aber der braucht doch irgendeinen Ursprung. Der Name kommt nicht von irgendwoher.“
Trocji schüttelte nur den Kopf und wusste nichts darauf zu antworten, da fragte er nur: „Und weißt du, was dein Beiname bedeutet?“
Sellit lachte auf. „Ich habe keinen. Bei uns ist es Sitte, sich seinen Namen zu verdienen und ihn nicht zu erben.“



"„Hat denn weniger nicht gereicht?“"

Hätte. Ja, das ist alles, was ich dazu zu sagen habe :D Ich weiss nicht einmal, ob es überhaupt stimmt xD

Der Name kommt nicht von irgendwoher.“

Das widerspricht dem, was sie vorher gesagt hat, denn laut ihr muss er ja eben von irgendwoher kommen. Also würde ich das ändern in "Der Name kommt doch irgendwoher" oder "Der Name kommt ja nicht von nirgendwo."



"Trocji schüttelte nur den Kopf und wusste nichts darauf zu antworten, da fragte er nur: „Und weißt du, was dein Beiname bedeutet?“"

Einfach da "da" und einem "also" oder so abändern. Es würde eher in die Situation passen, da es ja seine "Ausflucht" ist, weil er nicht weiss, was zu sagen ist, und nicht einfach so aus dem Nichts gesagt wird.



HannahBoll hat geschrieben: Trocji legte den Kopf schief und musterte Sellit. Wenn sie so sprach, war sie ihm noch fremder.
„Wo kommst du denn her?“
„Aus Seyreden, aber das ist nicht nur bei uns so. Kein Bürgerlicher braucht einen längeren Namen.“
Verwundert schaute Trocji ihr in die braunen Augen.
„Bist du ganz alleine den weiten Weg gekommen?“, wunderte sich Trocji und Sellit nickte als Antwort, noch bevor er seine Frage beendet hatte.
„Ich suche meinen Bruder. Er wurde entführt. Dann ging mein Vater los, um ihn zu retten. Eigentlich sollte ich nicht hier sein. Er meinte, er kommt zurück und ich soll warten, aber ich bin ihm gefolgt, habe dann aber die Spur verloren. Jetzt bin ich hier und auf meiner Reise habe ich meinen Namen geändert und will meinen richtigen nicht mehr nennen, bis ich meine Familie gefunden habe.“
Sellit sah Trocji an, den ihre Geschichte verwirrte, und er wollte schon gehen, da rief sie ihm schwach hinterher: „Denk darüber nach, was Namen bedeuten, denn eines Tages da wirst du ein Mann sein und dann musst du dich fragen, warum du Ehrenmann heißt.“
Alsbald kehrte Trocji zu seiner Mutter zurück, der das Verschwinden ihres einzigen Sohnes kaum aufgefallen war, aber er vergaß Sellit lange nicht und dachte über sie nach.
[/quote]


"„Ich suche meinen Bruder. Er wurde entführt. Dann ging mein Vater los, um ihn zu retten."

Diese Erklärung wirkt auf mich viel zu trocken und vor allem zu abrupt. Das solltest du vielleicht nochmals überarbeiten :)


"(...)und er wollte schon gehen, da rief sie ihm schwach hinterher: „Denk darüber nach, was Namen bedeuten, denn eines Tages da wirst du ein Mann sein und dann musst du dich fragen, warum du Ehrenmann heißt.“"

Ist sie denn wirklich so schwach? Den im vorherigen Gespräch wirkt sie nicht so. Sie spricht viel und scheint sehr interessiert zu sein. Dieses "schwach" hier wirkt auf mich irgendwie... unlogisch. Eine gute Alternative wäre "leise" oder es einfach ganz weglassen.
Diese Aussage hingegen finde ich wieder genial. Sie passt sich interessant in Sellits Verhalten und Charakter, gib dem Gespräch ein gutes Ende und setzt "den Punkt der Veränderung".



"Alsbald kehrte Trocji zu seiner Mutter zurück, der das Verschwinden ihres einzigen Sohnes kaum aufgefallen war, aber er vergaß Sellit lange nicht und dachte über sie nach."

Zuvor wird vom "Jüngsten" gesprochen, hier ist es dann plötzlich der Einzige. Logisch für mich nicht verständlich :)
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Alles in allem bisher interessant zu lesen. Ich werde vielleicht den nächsten Teil auch noch anschauen (aber nicht jetzt gleich, jetzt hab ich erstmal genug! Dieser Kommentar hat mich 2 Stunden gekostet!)
Dein Schreibstil ist übrigens sehr interessant. Er wirkt auf mich wie eine Mischung auf einer Kindergeschichte (bitte frag mich nicht wieso, ich habe nicht die leiseste Ahnung) und aus einer... Alten Erzählung, die Geschichtenerzähler am Lagerfeuer in den Dörfern erzählten. Wirklich nice!


Ich hoffe, ich konnte helfen und meine Eindrücke verständlich machen

Viel Spass weiterhin beim Schreiben

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und mein geflügelt Werkzeug ist das Wort.
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Re: [Fanty]Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon HannahBoll » 23.08.2015, 12:24

Hallo lidel
danke für deinen detaillierten Kommentar. Und es tut nichts zur Sache, dass du erst 14 bist. Es ist schön, wenn ich viele Kommentare von verschiedenen Leuten bekomme.
Im Großen und Ganzen kann ich dir nicht widersprechen. Das meiste sind halt doch noch ein paar patzige Fehler, die mir trotz Korrektur wohl unterlaufen sind. Ich werde mich dem wohl auch mal annehmen müssen. Vielen Dank, dass du mich darauf hingewiesen hast.

Zum Verständnis: Eigentlich sollte es heißen, dass der Junge, Trocji, der jüngste aus der Familie ist (und er ist ein Einzelkind). Das heißt seine Cousinen und Cousins, die auch alle zur Familie gehören, sind älter als er usw. Ich sehe meinen Fehler darin, dass ich das nicht wirklich rüber bringe. Ich weiß :roll:

Wieder sehr schön gemacht. Was mir auffällt ist, dass diese Beschreibungen mir das Gefühl und das Bild einer idyllischen Insel geben, einer warmen Sommerinsel, auf der keiner zu hungern braucht. Eine Insel, die sich aber auch niemals verändert und alles Neue oder Unentdeckte (wie eben das zu tiefe Meer) wird einfach nicht beachtet. Ist das beabsichtigt? Wenn ja, dann extrem gut gemacht! Es ist schwer, so etwas zu vermitteln, ohne es direkt auszusprechen!

Nunja. Ich dachte eher an ein mediterranes Klima, mit einigen phantastischen Zügen. Grundsätzlich sollte halt Seyreden eher unwirtlich sein, weswegen die Bewohner dort eher an den Küsten siedeln und sich auf den Fischfang spezialistiert haben. Pabern hat fruchtbare Ebenen, ist aber auch heiß und trocken, wohl aber fruchtbar. Wenn das wirklich so rüber gekommen ist, dann ... bedanke ich mich für das Lob hihi.

Ja ... mehr kann ich nicht mehr hinzufügen. Wo du recht hast, hast du recht (ich will jetzt nicht den ganzen Text stückweise kopieren, nur um dazu zu schreiben, dass du absolut recht hast)
Ich bedanke mich recht herzlich und nehme es zur Kenntnis :)
HannahBoll
 
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