[Fanty]Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

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[Fanty]Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon HannahBoll » 29.07.2015, 18:32

Huhu :girl:
Ich bin ein begeisterter Schreiblehrling und arbeite gerade an einem einteiligen Fantasy-Roman.
Er handelt von zwei Kindern, die später Hilfe von einem verschrobenen Mann bekommen, um sich in dieser exotischen Welt zurecht zu finden. Ich will auch gar nicht mehr sagen, sondern einfach anfangen.
Bitte spart nicht mit der Kritik, dafür bin ich ja da, aber verlangt mir keinen zu hohen Schreibstil oder Erfahrungen ab mit meinen 17 Jahren :sweet:

Dann viel Spaß und liebe Grüße :dasheye:

Hier das Überarbeitete:

Wie es die Sonne schon tausende von Jahren tat, funkelte sie über den Horizont und berührte zuerst die Ostküsten Paberns, dann zog sich das sanfte Licht des Morgens über die ganze Insel und erhellte auch Seyreden, das zum Mittag hin die meiste Hitze zu spüren bekam. Als die Sonne ihren höchsten Punkt erreichte und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben. Die Weinreben funkelten im vergehenden Tau und aus den westlich auf Pabern gelegenen Tiefebenen hoben sich rauchige Schleier empor. In Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der es fast nur eintönige Steppen gab, weiter gespeist.
So lag das Land Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte. Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen. Die Sonne zog weiter bis sie im Westen weit hinter den fruchtbaren Gebieten im Westen im Meer versank und eine dieser lauen Nächte hereinbrechen ließ, in der ihre Anwesenheit nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, und erweckte den Anschein, als stiege sie direkt aus dem Wasser heraus.

An diesem Morgen ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und wo alles Gute der Welt sich zu vereinen schien. Da traf sie Angehörige der Familie von Gut Weißbull und achtete einen Augenblick nicht auf ihren Sohn, der in diesem Augenblick entschwand und alleine die umliegenden Gassen und Winkel erkundete. Er sah ein Mädchen, das an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute. Dann verdeckten die dunklen Strähnen ihren Blick wieder und sie ließ den Kopf auf die Brust sinken. Der Junge hörte noch, wie sie erschöpft die Luft durch ihre kindliche Nase blies. Er konnte nicht anders und ging zu ihr hin.
„Was fehlt dir?“, fragte er, setzte sich aber nicht zu ihr.
Das Mädchen musterte ihn aus seinen dunklen Augen. Sie schüttelte kraftlos den Kopf. „Nichts“, murmelte sie, aber der Junge konnte ihr das nicht glauben.
„Wie heißt du?“
Er ließ nicht locker und setzte sich sogar zu ihr auf den Boden. Kurz sah er den Weg zurück, den er gekommen war. Seine Mutter würde ihn schimpfen, wenn sie sah, dass er auf den Boden saß, aber sie war nicht mehr in Sichtweite.
Wieder forschte der müde Blick des Mädchens das Gesicht des Jungen aus, doch als es genug geschaut hatte, antwortete sie schließlich: „Sellit. Ja, mein Name ist Sellit.“
„Das ist aber ein seltsamer Name“, erwiderte der Junge.
„Er ist sehr speziell“, nickte das Mädchen bestätigend.
„Wer gibt dir denn so einen Namen?“, fragte der Junge ungläubig und das Mädchen meinte nur: „Ich selbst habe ihn mir gegeben.“
Es genügte nur ein Blick anstatt weiterer Worte und Sellit verstand. „Mein Name ist aus den Buchstaben des Wortes Stille geformt, denn ich war ein stilles Kind.
Jetzt weißt du meinen Namen, aber ich deinen nicht. Wer bist du?“
„Trocji“, meinte der Junge verlegen.
„Das ist aber auch kein gewöhnlicher Name!“, rief Sellit aus.
„Ja, ich weiß. Meine Mutter hat ihn mir gegeben. Der Name kommt in alten Legenden vor, die meine Mutter so liebt. Man spricht ihn wie Trotschi aus, aber man schreibt ihn ganz anders.“ Da buchstabierte er seinen Namen brav, aber Sellit lachte nur. „Schön, dass du dir solche Mühen machst, aber ich kann nicht schreiben.“
Trocji stutzte und erzählte weiter: „Eigentlich heiße ich Trocji Simani Lince aus dem Hause Ehrenmann.“
„Das ist aber ein langer Name“, sagte Sellit kopfschüttelnd. „Hat denn weniger nicht gereicht?“
Und Trocji erwiderte lachend: „Was ist denn das für eine Frage? Das ist halt so Brauch bei uns. Simani, so hieß mein Großvater, der Vater meiner Mutter und Lince ist mein Vater. Aber eigentlich nennt man mich nur Trocji. Alles andere muss ich immer dazu sagen, wenn ich mich vorstelle. So hat es mir meine Mutter beigebracht.“
„Und was bedeuten deine Namen denn?“, fragte Sellit weiter.
„Das habe ich dir doch gerade gesagt“, erwiderte Trocji, aber Sellit schüttelte nur den Kopf.
„Du hast nicht alle erklärt. Was bedeutet denn das Haus Ehrenmann?“
Darauf wusste aber Trocji nichts zu erwidern. „Das ist halt so. So heißen alle, die in der Familie geboren werden und der Name zeigt, wer zusammen gehört.“
Sellit war mit der Antwort nicht zufrieden. „Ja, aber der braucht doch irgendeinen Ursprung. Der Name kommt nicht von irgendwoher.“
Trocji schüttelte nur den Kopf und wusste nichts darauf zu antworten, da fragte er nur: „Und weißt du, was dein Beiname bedeutet?“
Sellit lachte auf. „Ich habe keinen. Bei uns ist es Sitte, sich seinen Namen zu verdienen und ihn nicht zu erben.“
Trocji legte den Kopf schief und musterte Sellit. Wenn sie so sprach, war sie ihm noch fremder.
„Wo kommst du denn her?“
„Aus Seyreden, aber das ist nicht nur bei uns so. Kein Bürgerlicher braucht einen längeren Namen.“
Verwundert schaute Trocji ihr in die braunen Augen.
„Bist du ganz alleine den weiten Weg gekommen?“, wunderte sich Trocji und Sellit nickte als Antwort, noch bevor er seine Frage beendet hatte.
„Ich suche meinen Bruder. Er wurde entführt. Dann ging mein Vater los, um ihn zu retten. Eigentlich sollte ich nicht hier sein. Er meinte, er kommt zurück und ich soll warten, aber ich bin ihm gefolgt, habe dann aber die Spur verloren. Jetzt bin ich hier und auf meiner Reise habe ich meinen Namen geändert und will meinen richtigen nicht mehr nennen, bis ich meine Familie gefunden habe.“
Sellit sah Trocji an, den ihre Geschichte verwirrte, und er wollte schon gehen, da rief sie ihm schwach hinterher: „Denk darüber nach, was Namen bedeuten, denn eines Tages da wirst du ein Mann sein und dann musst du dich fragen, warum du Ehrenmann heißt.“
Alsbald kehrte Trocji zu seiner Mutter zurück, der das Verschwinden ihres einzigen Sohnes kaum aufgefallen war, aber er vergaß Sellit lange nicht und dachte über sie nach.


Zweiter Teil: http://www.schreibwerkstatt.de/stunden-t54904.html

Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
Und wie es die Sonne die letzten tausenden von Jahren schon getan hatte, stieg sie im Osten aus dem glitzernden Wasser empor und streichelte zuerst über das Hoheitsgebiet Arandien, dann zog sich das sanfte Licht des Morgens über ganz Pabern und erhellte auch Seyreden, das zum Mittag hin, die meiste Hitze zu spüren bekam. Als die Sonne prächtig stand und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben. Die Weinreben funkelten im Tau und aus Tirinens Tiefebenen da hoben sich rauchige Schleier empor und in Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der nur wenige Gräser wuchsen, nicht enttäuscht.
So lag Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte. Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, da war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen. Die Sonne aber störte diese Tatsache nicht und so zog sie weiter bis sie im Westen weit hinter dem fruchtbaren Tirinen im Meer versank und eine Nacht hereinbrechen ließ, in der ihre Präsenz nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, tauchte im Osten wieder über den Horizont und erfreute zuerst Arandiens Ostküste an ihrem zarten Licht.

An diesem Morgen da ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und wo es alles Gute der Welt sich zu vereinen schien. Da traf sie Angehörige der Familie von Gut Weißbull und achtete einen Augenblick nicht auf ihren Sohn, der in diesem Augenblick entschwand und alleine die umliegenden Gassen und Winkeln erkundete und da sah er ein Mädchen, dass an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute und als es genug geschaut hatte, da fragte es: „Ich weiß, dass ich in Yllada bin, aber was von der Stadt gehört denn zu Tirinen und was zu Arandien?“
Und der Junge antwortete sofort: „Du bist im Hoheitsgebiet Tirinen. Es ist recht einfach. Alles was östlich der Ither liegt, gehört nach Tirinen und alles, das sich westlich von dem Fluss befindet, gehört zu Arandien.“
Das Mädchen nickte und bedankte sich für die Auskunft, da fragte der Junge: „Wie heißt du denn?“
Und da sah das Mädchen ihn wieder aus ihren braunen Augen, wie sie fast jeder in Bandarien hatte, an, bis sie knapp antwortete: „Sellit. Ja, mein Name ist Sellit.“
„Das ist aber ein seltsamer Name“, meinte der Junge.
„Er ist sehr speziell“, nickte das Mädchen bestätigend.
„Wer hat ihn dir denn gegeben?“, fragte der Junge und das Mädchen meinte nur: „Ich selbst habe ihn mir gegeben.“
Es genügte nur ein Blick anstatt weiterer Worte und Sellit verstand. „Mein Name ist aus den Buchstaben des Wortes Stille geformt, denn ich war ein stilles Kind.
Jetzt weißt du meinen Namen, aber ich deinen nicht. Wer bist du?“
„Trocji“, meinte der Junge verlegen.
„Das ist aber auch kein gewöhnlicher Name!“, rief Sellit aus.
„Ja, ich weiß. Meine Mutter hat ihn mir gegeben. Der Name kommt in alten Legenden vor, die meine Mutter so liebt. Man spricht ihn wie Trotschi aus, aber man schreibt ihn ganz anders.“ Da buchstabierte er seinen Namen brav, aber Sellit lachte nur. „Schön, dass du dir solche Mühen machst, aber ich kann nicht schreiben.“
Trocji stutzte und erzählte weiter: „Eigentlich heiße ich Trocji Simani Lince aus dem Hause Ehrenmann.“
„Das ist aber ein langer Name“, sagte Sellit kopfschüttelnd. „Hat denn weniger nicht gereicht?“
Und Trocji erwiderte lachend: „Was ist denn das für eine Frage? Das ist halt so Brauch bei uns. Simani, so hieß mein Großvater, der Vater meiner Mutter und Lince ist mein Vater.“
„Und was bedeuten deine Namen denn?“, fragte Sellit weiter.
„Das habe ich dir doch gerade gesagt“, erwiderte Trocji, aber Sellit schüttelte nur den Kopf.
„Du hast nicht alle erklärt. Was bedeutet denn das Haus Ehrenmann?“
Darauf wusste aber Trocji nichts zu erwidern. „Das ist halt so. So heißen alle, die in der Familie geboren werden und der Name zeigt, wer zusammen gehört.“
Sellit war mit der Antwort aber nicht zufrieden. „Ja, aber der braucht doch irgendeinen Ursprung. Der Name kommt nicht von irgendwo her.“
Trocji aber schüttelte den Kopf und wusste nichts darauf zu antworten, da fragte er nur: „Und weißt du, was dein Beiname bedeutet?“
Sellit lachte auf. „Ich habe keinen. Bei uns ist es Sitte, sich seinen Namen zu verdienen und ihn nicht zu erben.“
Trocji legte den Kopf schief und musterte Sellit. So war sie ihm noch fremder.
„Wo kommst du denn her?“
„Aus Seyreden, aber das ist nicht nur bei uns so. Kein Bürgerlicher braucht einen längeren Namen.“
Verwundert schaute Trocji ihr in die braunen Augen. Sellit erwiderte seinen Blick stumm und ein müdes Funkeln stand in ihrem.
„Bist du ganz alleine den weiten Weg gekommen?“, wunderte sich Trocji und Sellit nickte als Antwort, noch bevor er seine Frage beendet hatte.
„Ich suche meinen Bruder, der entführt wurde, und meinen Vater, der aufbrach, um ihn zu retten. Und auf dem weiten Weg, da habe ich meinen Namen geändert und will meinen richtigen nicht mehr nennen, bis ich meine Familie gefunden habe.“
Sellit sah Trocji an, den ihre Geschichte verwirrte, und er wollte schon gehen, da rief sie ihm hinterher: „Denk darüber nach, was Namen bedeuten, denn eines Tages da wirst du ein Mann sein und dann musst du dich fragen, warum du Ehrenmann heißt.“
Und alsbald kehrte Trocji zu seiner Mutter zurück, der das Verschwinden ihres einzigen Sohnes kaum aufgefallen war, aber er vergaß Sellit lange nicht und dachte über sie nach.



Hilfe. Wie mache ich das mit der nicht überarbeiteten Fassung? Dx Ich hab das bei den Regeln auch nicht ganz verstanden :thinking: :reading:
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon Tulipina » 29.07.2015, 23:17

Hallo HannahBoll,
bin auch noch "frisch" hier, aber ich gebe mein Bestes :D

Und wie es die Sonne die letzten tausenden von Jahren schon getan hatte, stieg sie im Osten aus dem glitzernden Wasser empor und streichelte zuerst über das Hoheitsgebiet Arandien, dann zog sich das sanfte Licht des Morgens über ganz Pabern und erhellte auch Seyreden, das zum Mittag hin, die meiste Hitze zu spüren bekam.
( Das kann ich mir gerade gut vorstellen. Ich meine, wenn hinter „das“ auch steht, wäre es ok. Oder du nimmst es ganz weg. )

Als die Sonne prächtig ( Sagt man das so? Ich kenne „als sie hoch stand“ oder „im Zernit“. Ich würde das Wort prächtig in diesem Zusammenhang nicht verwenden ) stand und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben. Die Weinreben funkelten im Tau und aus Tirinens Tiefebenen da (Meiner Ansicht nach kann das Wort „da“ dort auch weg) hoben sich rauchige Schleier empor und in Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der nur wenige Gräser wuchsen, nicht enttäuscht. (Mir wird gerade sehr warm...)
So lag Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte. Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, da war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen. Die Sonne aber störte diese Tatsache nicht und so zog sie weiter bis sie im Westen weit hinter dem fruchtbaren Tirinen im Meer versank und eine Nacht hereinbrechen ließ, in der ihre Präsenz nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, tauchte im Osten wieder über den Horizont und erfreute zuerst Arandiens Ostküste an ihrem zarten Licht.

An diesem Morgen da ( s.o.)ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und wo es alles Gute der Welt sich zu vereinen schien. (Ich glaube, hier fehlt ein Wort) Da traf sie Angehörige der Familie von Gut Weißbull und achtete einen Augenblick nicht auf ihren Sohn, der in diesem Augenblick entschwand und alleine die umliegenden Gassen und Winkeln erkundete und da sah er ein Mädchen, dass an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute und als es genug geschaut hatte, da fragte es: „Ich weiß, dass ich in Yllada bin, aber was von der Stadt gehört denn zu Tirinen und was zu Arandien?“
Und der Junge antwortete sofort: „Du bist im Hoheitsgebiet Tirinen. Es ist recht einfach. Alles was östlich der Ither liegt, gehört nach Tirinen und alles, das sich westlich von dem Fluss befindet, gehört zu Arandien.“
Das Mädchen nickte und bedankte sich für die Auskunft, da fragte der Junge: „Wie heißt du denn?“
Und da sah das Mädchen ihn wieder aus ihren braunen Augen, wie sie fast jeder in Bandarien hatte, an, bis sie knapp antwortete: „Sellit. Ja, mein Name ist Sellit.“ (Hier würde ich den zweiten Satz streichen, da sie knapp antwortet)
„Das ist aber ein seltsamer Name“, meinte der Junge.
„Er ist sehr speziell“, nickte das Mädchen bestätigend.
„Wer hat ihn dir denn gegeben?“, fragte der Junge und das Mädchen meinte nur: „Ich selbst habe ihn mir gegeben.“
Es genügte nur ein Blick anstatt weiterer Worte und Sellit verstand. „Mein Name ist aus den Buchstaben des Wortes Stille geformt, denn ich war ein stilles Kind.
Jetzt weißt du meinen Namen, aber ich deinen nicht. Wer bist du?“
„Trocji“, meinte der Junge verlegen.
„Das ist aber auch kein gewöhnlicher Name!“, rief Sellit aus.
„Ja, ich weiß. Meine Mutter hat ihn mir gegeben. Der Name kommt in alten Legenden vor, die meine Mutter so liebt. Man spricht ihn wie Trotschi aus, aber man schreibt ihn ganz anders.“ Da buchstabierte er seinen Namen brav, aber Sellit lachte nur. „Schön, dass du dir solche Mühen machst, aber ich kann nicht schreiben.“
Trocji stutzte und erzählte weiter: „Eigentlich heiße ich Trocji Simani Lince aus dem Hause Ehrenmann.“
„Das ist aber ein langer Name“, sagte Sellit kopfschüttelnd. „Hat denn weniger nicht gereicht?“
Und Trocji erwiderte lachend: „Was ist denn das für eine Frage? Das ist halt so Brauch bei uns. Simani, so hieß mein Großvater, der Vater meiner Mutter und Lince ist mein Vater.“
„Und was bedeuten deine Namen denn?“, fragte Sellit weiter.
„Das habe ich dir doch gerade gesagt“, erwiderte Trocji, aber Sellit schüttelte nur den Kopf.
„Du hast nicht alle erklärt. Was bedeutet denn das Haus Ehrenmann?“
Darauf wusste aber Trocji nichts zu erwidern. „Das ist halt so. So heißen alle, die in der Familie geboren werden und der Name zeigt, wer zusammen gehört.“
Sellit war mit der Antwort aber nicht zufrieden. „Ja, aber der braucht doch irgendeinen Ursprung. Der Name kommt nicht von irgendwo her.“
Trocji aber schüttelte den Kopf und wusste nichts darauf zu antworten, da fragte er nur: „Und weißt du, was dein Beiname bedeutet?“
Sellit lachte auf. „Ich habe keinen. Bei uns ist es Sitte, sich seinen Namen zu verdienen und ihn nicht zu erben.“
Trocji legte den Kopf schief und musterte Sellit. So war sie ihm noch fremder. (Weil er den Kopf schief legt? Das verstehe ich gerade nicht)
„Wo kommst du denn her?“
„Aus Seyreden, aber das ist nicht nur bei uns so. Kein Bürgerlicher braucht einen längeren Namen.“
Verwundert schaute Trocji ihr in die braunen Augen. Sellit erwiderte seinen Blick stumm und ein müdes Funkeln stand in ihrem.
„Bist du ganz alleine den weiten Weg gekommen?“, wunderte sich Trocji und Sellit nickte als Antwort, noch bevor er seine Frage beendet hatte.
„Ich suche meinen Bruder, der entführt wurde, und meinen Vater, der aufbrach, um ihn zu retten. Und auf dem weiten Weg, da habe ich meinen Namen geändert und will meinen richtigen nicht mehr nennen, bis ich meine Familie gefunden habe.“
Sellit sah Trocji an, den ihre Geschichte verwirrte, und er wollte schon gehen, da rief sie ihm hinterher: „Denk darüber nach, was Namen bedeuten, denn eines Tages da wirst du ein Mann sein und dann musst du dich fragen, warum du Ehrenmann heißt.“
Und alsbald kehrte Trocji zu seiner Mutter zurück, der das Verschwinden ihres einzigen Sohnes kaum aufgefallen war, aber er vergaß Sellit lange nicht und dachte über sie nach.

Diese Geschichte erinnert mich an eine orientalische Erzählweise. Liegt das an der Hitze und den Namen? Auf jeden Fall kann ich mir die Gegend gut vorstellen.
Die beiden Protagonisten habe ich mir zunächst als junge Kinder vorgestellt, später hatte ich, durch die Art wie sie reden, das Gefühl, es sind Teenager. Da würde ich mir einen Hinweis wünschen an dem ich das festmachen kann.
Da es gut ist, etwas zu zeigen könntest du z.B. zeigen woran Sellit erkennt, dass er verwirrt war.
Zog er die Stirn kraus? Machte er ein fragendes Gesicht? Trat er unruhig von einem Bein aufs andere? Oder alles zusammen?
Sellit hat ihre Beweggründe dargelegt und sie hat darauf hingewiesen, das Namen wichtig sind. Und er heißt Ehrenmann. Das weißt darauf hin, dass er sich noch beweisen muss.
Nun möchte ich wissen, wie es weiter geht. Es ist dir gelungen, mich neugierig zu machen.


LG
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon HannahBoll » 30.07.2015, 09:01

Oho :dasheye:

Danke für eine so schnelle Antwort und danke für die Kritik. Ich find's super, wenn man auch jedes Wort so richtig auf die Probe stellt. Ich werde mal gucken, wie ich die kleinen Fehler ausbessere, aber mir wäre das nicht aufgefallen. Danke

Irgendwie ist es ein bisschen orientalisch ... vielleicht. Ich kenne mich jetzt nicht unbedingt mit dem Orient aus, dachte aber eher mehr an eine mediterane Umgebung. Wie es später auch erwähnt wird mit bekanntem Obst und Gemüse und es wird auch viel Wein hergestellt in der Gegend. Aber jetzt wo du's sagst ... Es gibt durchaus orientalische Elemente, die auch später eine große Rolle spielen werden (erst gegen Ende, das noch sooooo weit entfernt ist hihi)

Meine zwei Protagonisten sind auch Kinder. In den ersten drei Kapiteln gibt es immer wieder Rückblicke in Sellits Vergangenheit und es wird ersichtlich, warum sie sich manchmal schon so erwachsen verhält, aber sie sind beide noch Kinder. Sellit soll 11 sein und Trocji 9. Ich möchte Sellit auch etwas geheimnisvoll darstellen und nicht ganz erklären. Ich habe keine Ahnung, ob mir das gelingt. Aber ich glaube nicht, dass es in einem so kurzen Ausschnitt gleich so klar gemacht wird, immerhin hat das ja Romanlänge und ich hab ja Zeit, um das klar zu machen. Vielleicht ergibt es sich ja später ;)


Also dankeschön für deinen Kommentar, es wird daraufhin bearbeitet und die Kritik im Hinterkopf behalten :D
Und ich denke, ich stelle in ein paar Tagen den nächsten Teil rein, vielleicht willst du ja weiterlesen hihi xD

Grüße :]
HannahBoll
 
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 10:49

Liebe Hannah,

ich habe Dir mal alle meine Gedanken farbig in den Text reingeschrieben. Vielleicht kannst Du ja was damit anfangen!

Und "Und" als erstes Wort und Satzanfang finde ich nicht so schön, manche sagen sogar, dass man nie einen Satz mit "und" beginnen soll. So schlimm ist es nicht, aber ich fände es hier schöner, wenn Du das "und" einfach weglässt. wie es die Sonne die letzten tausenden von Jahren schon getan hatte, stieg sie im Osten aus dem glitzernden Wasser empor und streichelte zuerst über das Hoheitsgebiet Arandien, <-- Da würde ich einen Punkt machen, der erste Satz ist sonst etwas lang. dann zog sich das sanfte Licht des Morgens über ganz Pabern und erhellte auch Seyreden, das zum Mittag hin, <--kein Komma die meiste Hitze zu spüren bekam. Als die Sonne prächtig stand und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben. Die Weinreben funkelten im Tau und aus Tirinens Tiefebenen da hoben sich rauchige Schleier empor und in Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der nur wenige Gräser wuchsen, nicht enttäuscht.
Du hast als Einstieg eine in meinen Augen recht komplexe Landschaftsbeschreibung gewählt. Das finde ich insofern gut, als dass man so einen guten bildlichen Eindruck bekommt.
Allerdings kommen hier viele dem Leser fremde Namen vor: Arandien, Pabern, Seyreden, Tirinen. Ich kann es mir nicht auf die Schnelle merken und ich weiß nicht, inwiefern es wichtig für die spätere Handlung ist.

So lag Bandarien Tag für Tag in der Sonne und <-- Da könntest du ein Komma setzen, um ein "und" weniger im Satz zu haben. Oder Du machst zwei Sätze draus. wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte. Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, da war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen. Die Sonne aber störte diese Tatsache nicht kann sich die Sonne an etwas stören? und so zog sie weiter bis sie im Westen weit hinter dem fruchtbaren Tirinen im Meer versank und eine Nacht hereinbrechen ließ, in der ihre Präsenz nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, tauchte im Osten wieder über den Horizont und erfreute zuerst Arandiens Ostküste an ihrem zarten Licht.

Der letzte Satz ist sehr schön, gefällt mir gut.

An diesem Morgen da ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada <-- so viele Namen! und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und <-- hier vielleicht auch wieder ein Komma statt "und"wo es alles Gute der Welt sich zu vereinen schien. Da traf sie Angehörige der Familie von Gut Weißbull und achtete einen Augenblick nicht auf ihren Sohn, der in diesem Augenblick entschwand und alleine die umliegenden Gassen und Winkeln erkundete und da sah er ein Mädchen, dass an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute und als es genug geschaut hatte, da fragte es: sechs mal und in einem Satz? :mrgreen: Mach mehrere Sätze draus. „Ich weiß, dass ich in Yllada bin, aber was von der Stadt gehört denn zu Tirinen und was zu Arandien?“
Und der Junge antwortete sofort: „Du bist im Hoheitsgebiet Tirinen. Es ist recht einfach. Alles was östlich der Ither liegt, gehört nach Tirinen und alles, das sich westlich von dem Fluss befindet, gehört zu Arandien.“
Das Mädchen nickte und bedankte sich für die Auskunft, da fragte der Junge: „Wie heißt du denn?“
Und da sah das Mädchen ihn wieder aus ihren braunen Augen, wie sie fast jeder in Bandarien hatte, an, bis sie knapp antwortete: „Sellit. Ja, mein Name ist Sellit.“
„Das ist aber ein seltsamer Name“, meinte der Junge.
„Er ist sehr speziell“, nickte das Mädchen bestätigend.
„Wer hat ihn dir denn gegeben?“, fragte der Junge und das Mädchen meinte nur: „Ich selbst habe ihn mir gegeben.“
Es genügte nur ein Blick anstatt weiterer Worte und Sellit verstand. „Mein Name ist aus den Buchstaben des Wortes Stille geformt, denn ich war ein stilles Kind. <--Muss ich wissen, was das bedeutet?
Jetzt weißt du meinen Namen, aber ich deinen nicht. Wer bist du?“
Also das Gespräch zwischen den beiden finde ich etwas gestelzt. Zuerst geht es darum, was zu welchem Land gehört, was mir etwas wie Exposition vorkommt, dann geht es um ihre Namen. Sind diese beiden Sachen später wichtig?
„Trocji“, meinte der Junge verlegen. Der Name ist zwar tatsächlich ungewöhnlich, aber schwer zu lesen.
„Das ist aber auch kein gewöhnlicher Name!“, rief Sellit aus.
„Ja, ich weiß. Meine Mutter hat ihn mir gegeben. Der Name kommt in alten Legenden vor, die meine Mutter so liebt. Man spricht ihn wie Trotschi aus, aber man schreibt ihn ganz anders.“ Da buchstabierte er seinen Namen brav, aber Sellit lachte nur. „Schön, dass du dir solche Mühen machst, aber ich kann nicht schreiben.“
Trocji stutzte und erzählte weiter: „Eigentlich heiße ich Trocji Simani Lince aus dem Hause Ehrenmann.“
„Das ist aber ein langer Name“, sagte Sellit kopfschüttelnd. „Hat denn weniger nicht gereicht?“
Und Trocji erwiderte lachend: „Was ist denn das für eine Frage? Das ist halt so Brauch bei uns. Simani, so hieß mein Großvater, der Vater meiner Mutter und Lince ist mein Vater.“
„Und was bedeuten deine Namen denn?“, fragte Sellit weiter.
„Das habe ich dir doch gerade gesagt“, erwiderte Trocji, aber Sellit schüttelte nur den Kopf.
„Du hast nicht alle erklärt. Was bedeutet denn das Haus Ehrenmann?“
Darauf wusste aber Trocji nichts zu erwidern. „Das ist halt so. So heißen alle, die in der Familie geboren werden und der Name zeigt, wer zusammen gehört.“
Sellit war mit der Antwort aber nicht zufrieden. „Ja, aber der braucht doch irgendeinen Ursprung. Der Name kommt nicht von irgendwo her.“
Trocji aber schüttelte den Kopf und wusste nichts darauf zu antworten, da fragte er nur: „Und weißt du, was dein Beiname bedeutet?“
Sellit lachte auf. „Ich habe keinen. Bei uns ist es Sitte, sich seinen Namen zu verdienen und ihn nicht zu erben.“
Hm, also aus diesem Gespräch werde ich nicht schlau. Würden sich zwei Kinder wirklich ellenlang über ihre Namen unterhalten? Inwiefern ist das wichtig für die Handlung? Wo liegt hier der Konflikt?
Trocji legte den Kopf schief und musterte Sellit. So war sie ihm noch fremder.
„Wo kommst du denn her?“
„Aus Seyreden, aber das ist nicht nur bei uns so. Kein Bürgerlicher braucht einen längeren Namen.“
Verwundert schaute Trocji ihr in die braunen Augen. Sellit erwiderte seinen Blick stumm und ein müdes Funkeln stand in ihrem. Liest sich komisch. Vorschlag: Sellit erwiderte seinen Blick mit einem müden Funkeln.
„Bist du ganz alleine den weiten Weg gekommen?“, wunderte sich Trocji und Sellit nickte als Antwort, noch bevor er seine Frage beendet hatte.
„Ich suche meinen Bruder, der entführt wurde, und meinen Vater, der aufbrach, um ihn zu retten. Und auf dem weiten Weg, da habe ich meinen Namen geändert und will meinen richtigen nicht mehr nennen, bis ich meine Familie gefunden habe.“
Sellit sah Trocji an, den ihre Geschichte verwirrte, und er wollte schon gehen, da rief sie ihm hinterher: „Denk darüber nach, was Namen bedeuten, denn eines Tages da wirst du ein Mann sein und dann musst du dich fragen, warum du Ehrenmann heißt.“
Und alsbald kehrte Trocji zu seiner Mutter zurück, der das Verschwinden ihres einzigen Sohnes kaum aufgefallen war, aber er vergaß Sellit lange nicht und dachte über sie nach.Ist über sie nachdenken und sie nicht vergessen nicht das selbe?


Also, das sieht jetzt bestimmt erstmal viel aus. Die Kritikpunkte sind aber meiner Meinung nach leicht auszubügeln, wenn Du Dir noch mal überlegst, was Dein erstes Kapitel rüberbringen soll. Das erste Kapitel hat normalerweise nicht nur die Aufgabe, die Welt vorzustellen, sondern auch, den Leser zu fesseln. Das passiert durch einen Konflikt, oder das Versprechen auf einen Konflikt. Den kann ich hier so noch nicht sehen, sie reden ja nur über ihre Namen. Was genau willst du mit Deinem ersten Kapitel erreichen?

Stilistisch finde ich Deinen Text zwar flüssig geschrieben, Du machst kaum Fehler. Aber mitunter sind Deine Sätze schon sehr lang und widerholen sich in ihrer Struktur, Beispiel "da". Versuche, ein bisschen Abwechslung reinzubringen und kurze und lange Sätze zu mischen, dann wird das Lesen angenehmer.

Auch wenn ich glaube, dass man die Landschaftsbeschreibung am Anfang etwas straffen könnte, überzeugt das Setting gut. Neugierig auf Deine Welt bin ich allemal geworden. Wenn Du den Text noch mal etwas überarbeitest, kann er glaube ich noch sehr viel besser werden.

Alles Liebe
after eight
Zuletzt geändert von KleineLady1981 am 31.07.2015, 09:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon HannahBoll » 30.07.2015, 11:15

Hallo after eight,

Auch ein Dankeschön an dich für deine Kritik :girl:

"Die Sonne aber störte diese Tatsache nicht kann sich die Sonne an etwas stören?"
Naja, es geht doch als Personifikation? Wenn man sagt "Die Sonne lacht", dann meint man auch nicht, dass der leuchtende Ball am Himmel umherhüpft und sich vor Prusten und Lachen nicht mehr halten kann.

Zuerst danke für deine Aufwendigen Korrekturhinweise. Ich weiß selber, dass ich so manche Probleme habe (aber, da & und) und brauche es einfach, öfter darauf hingewiesen zu werden. :XD:

Mit dem allerersten Absatz möchte ich vor allem die Stimmung erzeugen und da mein Text ja eigentlich Romanlänge hat, wird das mit den Namen und Ländern usw. noch deutlich.

Diese Welt wird ja hauptsächlich nur im ersten Teil des ersten Kapitels vorgestellt, dann geht es auch mit der Handlung los, mehr hat leider nicht in den ersten Beitrag gebracht.

Zu dem Dialog:
Zuerst fragt Sellit einfach einen fremden Jungen, weil sie sich nicht auskennt, dann kommen sie ins Gespräch und der Junge fragt einfach mal nach ihrem Namen, er ist zwar aus einer hohen Familie, beherrscht noch nicht alle guten Sitten und Manieren perfekt, aber es gehört auch dazu, seinen Namen zu sagen bzw. seinen Gesprächspartner beim Namen zu kennen. Deswegen fragt er. Ich finde es nicht schlimm, dass sie so lange über ihre Namen reden. Als Kind habe ich stundenlang über irgendein Thema oder irgendein Ding philosophieren können, was Erwachsene so gar nicht hinterfragt haben. Keine Ahnung, vielleicht siehst du Kinder ja anders bzw warst als Kind anders als ich oder hast andere Erfahrungen gemacht? Wäre nett zu wissen : )

Ich glaube, der erste Anflug von einem Konflikt gibt es schon zu sehen. Sellit will ihren echten Namen nicht verraten und ist auf der Suche nach ihrem Vater und ihrem Bruder.

Wie siehst du es denn? Ist es gut, wenn man etwas geheimnisvoller schreibt am Beginn oder eher einen klaren Einstieg macht?
Was du meinst, dass dir nicht ganz schlüssig ist (Mit Sellits Namen und was sie damit meint, dass sie ein stilles Kind war), soll ja erst später aufgedeckt werden. Ein bisschen Geheimniskrämerei :lol:

Danke nochmal für die Kritik. Ich hoffe, ich höre doch mal wieder von dir :dasheye:

Grüße ^-^
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon magico » 30.07.2015, 11:53

Hallo Hannah,

du hast ja schon ein paar Anmerkungen zu deinem Text bekommen. Mal sehen, ob ich noch etwas beitragen kann.

Und wie es die Sonne die letzten tausenden von Jahren schon getan hatte


Das "Und" als Satzanfang wurde ja schon angesprochen. Wahrscheinlich würde ich den Satz komplett umstrukturieren und etwas straffen. --> Erneut stieg die Sonne ...
Außerdem stimmt etwas in dem Satz nicht. Das Wort "tausenden" ist in Kombination mit "letzten" nicht zu gebrauchen. Vielleicht: "Und wie es die Sonne seit tausenden von Jahren ..." (dass es die "letzten" und nicht die "nächsten" waren, ist sowieso klar)

stieg sie im Osten aus dem glitzernden Wasser empor und streichelte zuerst über das Hoheitsgebiet Arandien


Steigt die Sonne in deiner Welt tatsächlich aus dem Wasser oder sieht es nur so aus?
"über" würde ich streichen, da der Sinn auch ohne dieses Wort erhalten bleibt.
Außerdem würde ich danach einen Punkt machen und den nächsten auf keinen Fall mit "Dann" beginnen. Das zerstört die ganze, bildlich poetische Stimmung.

über ganz Pabern


Pabern? (Ich weiß nicht weshalb, aber dieser Name ist scheußlich und albern zugleich. Ist natürlich nur meine Meinung. Wahrscheinlich assoziiere ich es mit einer Mischung aus "Labern", "Taverne" und "Pumbaa")

Als die Sonne prächtig stand


Sie stand prächtig? :wary:

Die Weinreben funkelten im Tau und aus Tirinens Tiefebenen da hoben sich rauchige Schleier empor


"da" weg und einen Punkt machen!
Kleiner Tipp: Man sollte jedes "und" meiden, wenn möglich!

in Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der nur wenige Gräser wuchsen, nicht enttäuscht.


Die Trockenheit wurde nicht enttäuscht? :thinking: Wenn du es sagst.

So lag Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt


"wärmte" und "aufgewärmt" klingen zu ähnlich.
Außerdem wieder einen Punkt machen.

eine Nacht hereinbrechen ließ, in der ihre Präsenz nie ganz verschwand.


"Präsenz" finde ich ein viel zu technisches Wort, für dieses Satzkonstrukt. Weshalb hast du es nicht bei "Anwesenheit" belassen?

tauchte im Osten wieder über den Horizont und erfreute zuerst Arandiens Ostküste an ihrem zarten Licht.


Kann man wirklich über etwas tauchen? Oder vielleicht über etwas auftauchen?
Der Schlussteil ist nicht ganz stimmig. "Am Licht erfreuen" könnte sich nur Arandiens Ostküste, aber nicht die Sonne. Die könnte sich höchstens selbst an ihrem Licht erfreuen.


Zwischenfazit zu Absatz 1: Du bemühst dich um eine bildhafte, poetische Sprache und die richtigen Ansätze sind auf jeden Fall vorhanden. Die Idee, deine Welt mittels des Sonnenkreislaufs zu beschreiben finde ich eigentlich ganz gut.
Allerdings reagiere ich allergisch darauf, wenn mir ein Autor schon im ersten Absatz unzählige, komplizierte Namen von Ländern, Hochebenen, Gebirgen und was weiß ich um die Ohren haut, mit denen ich zu diesem Zeitpunkt noch rein gar nix anfangen kann. Der Leser hat in diesem Moment einfach noch keinen Bezug dazu.


An diesem Morgen da ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und wo es alles Gute der Welt sich zu vereinen schien.


Dieses zwischengeschobene "da" musst du dir echt abgewöhnen.
Das ist wirklich wieder ein Satzmonster, aus dem man gut und gerne 2 oder 3 Sätze machen könnte.
Der letzte Teil wäre umgestellt schöner: und wo sich alles Gute der Welt zu vereinen schien.

Da traf sie


und alleine die umliegenden Gassen und Winkeln erkundete und da sah er ein Mädchen, dass an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute und als es genug geschaut hatte, da fragte es:


Das Mädchen nickte und bedankte sich für die Auskunft, da fragte der Junge: „Wie heißt du denn?“
Und da sah das Mädchen ihn wieder aus ihren braunen Augen, wie sie fast jeder in Bandarien hatte, an, bis sie knapp antwortete: „Sellit. Ja, mein Name ist Sellit.“


Davon mal abgesehen, dass dieser Dialog unter Kindern sehr unrealistisch wäre, ist die Antwort von Sellit nicht "knapp".

Da buchstabierte er seinen Namen brav


Ich werde im weiteren Verlauf darauf verzichten, jedes "da" zu markieren. Du weißt es ja nun.
Dieses ständige "da" bewirkt, dass es sich wie eines von Grimms Märchen liest. Ist das deine Absicht?

„Ich suche meinen Bruder, der entführt wurde, und meinen Vater, der aufbrach, um ihn zu retten.


Bis zu diesem Satz fand ich die weitere Unterhaltung ganz interessant. Aber dieser Satz schreit sowas von "KLISCHEE!". :|


Fazit: Wie schon erwähnt, hast du wirklich die richtigen Ansätze. An deinen Satzkonstruktionen kannst du noch arbeiten und vor allem versuchen Füllwörter (Bsp.: "da") wegzulassen. Ebenso solltest du viel weniger das Wörtchen "und" benutzen. Lieber mal ein Punkt machen. Das hilft ungemein.


Weiterhin viel Spaß und Erfolg wünscht - magico
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 12:01

Hey!

Natürlich kann ich in meinen Rückmeldungen nur meine Meinung wiedergeben. Ich sage nicht, dass ich unfehlbar bin oder unvoreingenommen. Ich finde es nur wichtig, dass man auch die Meinungen kennt, die sich von der eigenen unterscheiden.

"Die Sonne aber störte diese Tatsache nicht kann sich die Sonne an etwas stören?"
Naja, es geht doch als Personifikation? Wenn man sagt "Die Sonne lacht", dann meint man auch nicht, dass der leuchtende Ball am Himmel umherhüpft und sich vor Prusten und Lachen nicht mehr halten kann.


Klar geht es als Personifikation. Ich persönlich mag sowas aber nicht, weil ich im Kopf den Satz "Die Sonne aber störte diese Tatsache nicht" sofort mit "Wieso auch?" kommentiere. Abgesehen davon fehlt mir auch etwas der Zusammenhang, mir ist nicht ganz klar, was "diese Tatsache" ist und inwiefern "diese Tatsache" die Sonne betrifft.

Mit dem allerersten Absatz möchte ich vor allem die Stimmung erzeugen und da mein Text ja eigentlich Romanlänge hat, wird das mit den Namen und Ländern usw. noch deutlich.


Die Stimmung gelingt Dir schon, aber mich schreckt dieses "name-dropping" im ersten Absatz etwas ab.

Diese Welt wird ja hauptsächlich nur im ersten Teil des ersten Kapitels vorgestellt, dann geht es auch mit der Handlung los, mehr hat leider nicht in den ersten Beitrag gebracht.


Aber dennoch ist es der Beginn. Du hast mir geraten, gleich mit der Handlung einzusteigen - das würde ich Dir hier auch empfehlen.

Zu dem Dialog:
Zuerst fragt Sellit einfach einen fremden Jungen, weil sie sich nicht auskennt, dann kommen sie ins Gespräch und der Junge fragt einfach mal nach ihrem Namen, er ist zwar aus einer hohen Familie, beherrscht noch nicht alle guten Sitten und Manieren perfekt, aber es gehört auch dazu, seinen Namen zu sagen bzw. seinen Gesprächspartner beim Namen zu kennen. Deswegen fragt er. Ich finde es nicht schlimm, dass sie so lange über ihre Namen reden. Als Kind habe ich stundenlang über irgendein Thema oder irgendein Ding philosophieren können, was Erwachsene so gar nicht hinterfragt haben. Keine Ahnung, vielleicht siehst du Kinder ja anders bzw warst als Kind anders als ich oder hast andere Erfahrungen gemacht? Wäre nett zu wissen : )


Das weißt Du, weil es Dein Buch ist. Mir kommt die Frage, was der Stadt denn wozu gehört, aber nicht vor, wie eine Frage die man stellen würde wenn man sich nicht auskennt. Da würde man doch eher fragen: Wo ist hier die Bäckerei (jetzt mal ganz generisch). So kommt es mir vor wie ein Weg, noch mehr Information zu vermitteln, die (mir) zu dem Zeitpunkt noch nicht wichtig ist.
Zu den Namen: Wenn Namen in Deiner Welt eine besondere Bedeutung haben, okay. Aber ich als Leser weiß das nicht. Ich lese das Gespräch und weiß nicht, inwiefern das wichtig ist. Ich will, dass die Handlung losgeht, dass etwas Spannendes passiert.

Ich glaube, der erste Anflug von einem Konflikt gibt es schon zu sehen. Sellit will ihren echten Namen nicht verraten und ist auf der Suche nach ihrem Vater und ihrem Bruder.


Ja, da hast Du Recht. Aber wie sie es sagt:

„Ich suche meinen Bruder, der entführt wurde, und meinen Vater, der aufbrach, um ihn zu retten. Und auf dem weiten Weg, da habe ich meinen Namen geändert und will meinen richtigen nicht mehr nennen, bis ich meine Familie gefunden habe.“


ist doch etwas Holzhammer-mäßig.

Wie siehst du es denn? Ist es gut, wenn man etwas geheimnisvoller schreibt am Beginn oder eher einen klaren Einstieg macht?
Was du meinst, dass dir nicht ganz schlüssig ist (Mit Sellits Namen und was sie damit meint, dass sie ein stilles Kind war), soll ja erst später aufgedeckt werden. Ein bisschen Geheimniskrämerei :lol:


Geheimniskrämerei ist gut. Gerade deswegen sollte Sellit nicht einem wildfremden Kind ihre komplette Motivation in zwei Sätzen offenlegen. Zeig mir, dass sie eine interessante Figur mit interessanten Zielen ist. Lass sie durch die Straßen streunen, die hohe Familie ausspionieren, irgendetwas, dass sie oder möglichst beide aktiv zeigt. Nimm die Atmosphäre, die Du so gut schreiben kannst und zeige mir die Stadt mit ihren Gassen, Winkeln, Menschen und Gerüchen!

Zu guter Letzt will ich sagen, dass ich das jetzt nicht schreibe um Dir Stunk zu machen. Ich meine es nicht böse! Versuche nur, Deine Texte immer mit etwas Distanz zu betrachten. Ich muss daran auch noch arbeiten.

In dem Sinne, schreib weiter!

Liebe Grüße
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon HannahBoll » 30.07.2015, 13:43

Hallo ihr beiden

Uiui, hier wird ja schnell geantwortet :shock:

magico:
Ja, es sieht nur so aus, als würde die Sonne aus dem Wasser aufsteigen, aber es ist doch unwichtig, wie dieser ganze Aufbau mit Sonnensystem, Planeten usw ist, nicht? Es soll ja eine Stimmung aufbauen oder lässt dieser Teil es so wirken, als gäbe es eine andere Weltordnung, in der die Sonne tatsächlich aus dem Meer kommt?

Danke, ich werde sehen, was sich machen lässt, beim Dialog, mit den ganzen Namen und ja, ich kümmer mich um Monstersätze.

Ich weiß nicht, ich finde Pabern nicht schlimm :XD: Und Präsenz hört sich für mich nicht so technisch an. Hängt das vielleicht mit dem ähnlich klingenden Wort Präzision zusammen? Aber ja, Anwesenheit hört sich besser an, hihi, danke.

Danke für deine Kritik.


after eight:

Ist also der Anfang mit den Namen zu vollgeladen? Sollte ich mich besser hauptsächlich auf die Stimmung konzentrieren?

"Aber dennoch ist es der Beginn. Du hast mir geraten, gleich mit der Handlung einzusteigen - das würde ich Dir hier auch empfehlen."
Naja, da gibt es aber Unterschiede :mrgreen: Du hast eine Kurzgeschichte geschrieben und ich habe hier nur den allerersten Teil meines Romans gepostet. Bei einer Kurzgeschichte hat man eher weniger Zeit und Raum, um groß einen Einstieg zu planen, außerdem geht's ja sofort los o: Ich habe es mir so gedacht, dass man zuerst vor dem inneren Auge diese Welt sieht und diese Atmosphäre ein bisschen aufnimmt (aber nicht zu lange) und dann eigentlich gleich nach Yllada kommt, wo Sellit gerade erschöpft in die Stadt kam und sich nicht auskennt.

"Mir kommt die Frage, was der Stadt denn wozu gehört, aber nicht vor, wie eine Frage die man stellen würde wenn man sich nicht auskennt."
Naja, das käme relativ bald raus, wenn du weiter lesen würdest (ich stelle eh bald den 2. Teil rein C: ), weil sie im tirinischen Teil Ylladas sein muss. Das war nicht so gedacht, wie bei Touristen, die irgendwo rum trampeln und sich ganz gescheit vorkommen wollen, weil sie sich auskennen, sondern auch wieder ein bisschen geheimnisvoll sein. Ich werde glaube ich sowieso diesen Teil noch einmal überarbeiten mit all der Kritik und gucken, was daraus wird. hihi

"Geheimniskrämerei ist gut. Gerade deswegen sollte Sellit nicht einem wildfremden Kind ihre komplette Motivation in zwei Sätzen offenlegen. Zeig mir, dass sie eine interessante Figur mit interessanten Zielen ist. Lass sie durch die Straßen streunen, die hohe Familie ausspionieren, irgendetwas, dass sie oder möglichst beide aktiv zeigt."
Aber man darf nicht vergessen, dass beide noch Kinder sind. Die beiden sollen auch wirken wie Kinder. Die machen keine supertollen Geheimnisse und lügen wie der allerbeste Schurke. Sellit will auch nichts verheimlichen bis auf ihren echten Namen. Der, der hier die Geheimnisse macht, bin ich, weil ich dem Leser nicht sofort in alles einweihe.

Naja, danke. Ich schau, vielleicht folgt heute noch der zweite Teil.

Dankeschön für eure fleißigen Kommentare :girl:

schönen Tag, euch allen C:
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon magico » 30.07.2015, 13:51

Ja, es sieht nur so aus, als würde die Sonne aus dem Wasser aufsteigen, aber es ist doch unwichtig, wie dieser ganze Aufbau mit Sonnensystem, Planeten usw ist, nicht? Es soll ja eine Stimmung aufbauen oder lässt dieser Teil es so wirken, als gäbe es eine andere Weltordnung, in der die Sonne tatsächlich aus dem Meer kommt?


Nun ja ... man kann sich natürlich denken, was du meinst, aber sicher kann sich der Leser an diesem Punkt der Geschichte noch nicht sein.

Ich weiß nicht, ich finde Pabern nicht schlimm


Ich kann nur meine Meinung wiedergeben und mich erinnert es an "Wabern, Labern" und irgendwie an einen Pudding. :fool:

Und Präsenz hört sich für mich nicht so technisch an.


Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich finde einfach, dass ein deutschsprachiges Wort besser in den Satz passt.
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1]

Beitragvon HannahBoll » 30.07.2015, 13:59

Na du hast aber eine Fantasie xD
Ich glaube aber nicht, dass ich trotz aller Liebe zur Kritik den Namen ändern werde :lol: außer hier läuft die ganze Schreibwerkstatt dagegen Sturm. ^^

Und ja, eigentlich mag ich es auch lieber in einer einheitlichen deutschen Sprache zu schreiben ohne Fremdwörter oder so eingedeutschte Sachen. Ich merk's mir.

Danke
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon HannahBoll » 30.07.2015, 15:18

Ich hab's überarbeitet, Leute :P
Lasset neue Kritik vom Himmel regnen!
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 21:23

Ich hab's überarbeitet, Leute :P
Lasset neue Kritik vom Himmel regnen!


Dein Wunsch ist mein Befehl!

Wie es die Sonne schon tausende von Jahren tat, funkelte sie über den Horizont und berührte zuerst die Ostküsten Paberns, dann zog sich das sanfte Licht des Morgens über die ganze Insel und erhellte auch Seyreden, das zum Mittag hin die meiste Hitze zu spüren bekam. Als die Sonne ihren höchsten Punkt erreichte und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben. Die Weinreben funkelten im vergehenden Tau und aus den westlich auf Pabern gelegenen Tiefebenen hoben sich rauchige Schleier empor. In Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der es fast nur eintönige Steppen gab, weiter gespeist.
So lag das Land Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte. <--Satz bitte aufteilen. Das erste "und" kannst Du komplett weglassen und statdessen einen neuen Satz anfangen: "Das umliegende Meer..." Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da <--Ich würde einfach schreiben: "Weit außerhalb blieb es kühl und unzähmbar...Mir gefällt dieses "da" nicht so gut. blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen. Die Sonne zog weiter bis sie im Westen weit hinter den fruchtbaren Gebieten im Westen im Meer versank und eine dieser lauen Nächte hereinbrechen ließ, in der ihre Anwesenheit nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, und erweckte den Anschein, als stiege sie direkt aus dem Wasser heraus.

Alles in allem gefällt mir der neue erste Absatz deutlich besser. Weniger Namen und sehr viel runder! :dasheye:

An diesem Morgen ging eine hohe Frau aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und wo alles Gute der Welt sich zu vereinen schien. Da traf sie Angehörige der Familie von Gut Weißbull und achtete einen Augenblick nicht auf ihren Sohn, der in diesem Augenblick entschwand und alleine die umliegenden Gassen und Winkel erkundete. Er sah ein Mädchen, das an der Straße sah und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute. Dann verdeckten die dunklen Strähnen ihren Blick wieder und sie ließ den Kopf auf die Brust sinken. Der Junge hörte noch, wie sie erschöpft die Luft durch ihre kindliche Nase blies. Er konnte nicht anders und ging zu ihr hin.
Gefällt mir auch wieder gut. Ich frage mich sofort, was es mit dem Mädchen auf sich hat!
„Was fehlt dir?“, fragte er, setzte sich aber nicht zu ihr.
Das Mädchen musterte ihn aus seinen dunklen Augen. Sie schüttelte kraftlos den Kopf. „Nichts“, murmelte sie, aber der Junge konnte ihr das nicht glauben.
„Wie heißt du?“
Er ließ nicht locker und setzte sich sogar zu ihr auf den Boden. Kurz sah er den Weg zurück, den er gekommen war. Seine Mutter würde ihn schimpfen, wenn sie sah, dass er auf den Boden saß, aber sie war nicht mehr in Sichtweite.
Wieder forschte der müde Blick des Mädchens das Gesicht des Jungen aus, doch als es genug geschaut hatte, antwortete sie <--"Das Mädchen" = es schließlich: „Sellit. Ja, mein Name ist Sellit.“
„Das ist aber ein seltsamer Name“, erwiderte der Junge.
„Er ist sehr speziell“, nickte das Mädchen bestätigend. Nicken ist eine bestätigende Geste, das "bestätigen" könntest Du also weglassen.
„Wer gibt dir denn so einen Namen?“, fragte der Junge ungläubig und das Mädchen meinte nur: „Ich selbst habe ihn mir gegeben.“
Es genügte nur ein Blick anstatt weiterer Worte und Sellit verstand. Diese Stelle finde ich schwer. Was für ein Blick ist das? Ist er überrascht, weil sie sich selbst einen Namen gegeben hat? Pikiert, weil das in ihrer Gesellschaft kaum vorkommt? Oder beides? „Mein Name ist aus den Buchstaben des Wortes Stille geformt, denn ich war ein stilles Kind.
Jetzt weißt du meinen Namen, aber ich deinen nicht. Wer bist du?“
„Trocji“, meinte der Junge verlegen.
„Das ist aber auch kein gewöhnlicher Name!“, rief Sellit aus.
„Ja, ich weiß. Meine Mutter hat ihn mir gegeben. Der Name kommt in alten Legenden vor, die meine Mutter so liebt <--Ich fände es klänge runder, wenn es heißt: Der Name kommt in [color=#FF0000]denalten Legenden vor...[/color]. Man spricht ihn wie Trotschi aus hier finde ich übrigens gut, dass man erfährt, wie man seinen Namen ausspricht. Sehr hilfreich!, aber man schreibt ihn ganz anders.“ Da buchstabierte er seinen Namen brav, aber Sellit lachte nur. „Schön, dass du dir solche Mühen machst, aber ich kann nicht schreiben.“
Trocji stutzte und erzählte weiter: „Eigentlich heiße ich Trocji Simani Lince aus dem Hause Ehrenmann.“
„Das ist aber ein langer Name“, sagte Sellit kopfschüttelnd. „Hat denn weniger nicht gereicht?“
Und So viele "unds"! Bitte nicht auch noch am Anfang! :XD: Trocji erwiderte lachend: „Was ist denn das für eine Frage? Das ist halt so Brauch bei uns. Simani, so hieß mein Großvater, der Vater meiner Mutter und Lince ist mein Vater. Aber eigentlich nennt man mich nur Trocji. Alles andere muss ich immer dazu sagen, wenn ich mich vorstelle. So hat es mir meine Mutter beigebracht.“
„Und was bedeuten deine Namen denn?“, fragte Sellit weiter.
„Das habe ich dir doch gerade gesagt“, erwiderte Trocji, aber Sellit schüttelte nur den Kopf.
„Du hast nicht alle erklärt. Was bedeutet denn das Haus Ehrenmann?“
Darauf wusste aber Trocji nichts zu erwidern. „Das ist halt so. So heißen alle, die in der Familie geboren werden und der Name zeigt, wer zusammen gehört.“
Sellit war mit der Antwort nicht zufrieden. „Ja, aber der braucht doch irgendeinen Ursprung. Der Name kommt nicht von irgendwoher.“
Trocji schüttelte nur den Kopf und wusste nichts darauf zu antworten, da fragte er nur: „Und weißt du, was dein Beiname bedeutet?“
Sellit lachte auf. „Ich habe keinen. Bei uns ist es Sitte, sich seinen Namen zu verdienen und ihn nicht zu erben.“ Gut! Hier stelle ich mir gleich die Frage, wie verdient man sich seinen Namen?
Trocji legte den Kopf schief und musterte Sellit. Wenn sie so sprach, war sie ihm noch fremder.
„Wo kommst du denn her?“
„Aus Seyreden, aber das ist nicht nur bei uns so. Kein Bürgerlicher braucht einen längeren Namen.“
Verwundert schaute Trocji ihr in die braunen Augen.
„Bist du ganz alleine den weiten Weg gekommen?“, wunderte sich Trocji und Sellit nickte als Antwort, noch bevor er seine Frage beendet hatte.
„Ich suche meinen Bruder. Er wurde entführt. Dann ging mein Vater los, um ihn zu retten. Eigentlich sollte ich nicht hier sein. Er meinte, er kommt zurück und ich soll warten, aber ich bin ihm gefolgt, habe dann aber die Spur verloren. Jetzt bin ich hier und auf meiner Reise habe ich meinen Namen geändert und will meinen richtigen nicht mehr nennen, bis ich meine Familie gefunden habe.“
Wie gesagt, ich fände es hier besser, wenn sie das nur andeutet. Vorschlag: "Ich gehe nicht eher, als dass ich meine Familie gefunden habe!"
"Wo ist deine Familie denn?"
Doch sie sah ihn nur an, in den Augen ein tiefes Funkeln, das er nicht einordnen konnte.

Sellit sah Trocji an, den ihre Geschichte verwirrte, und er wollte schon gehen, da rief sie ihm schwach hinterher: „Denk darüber nach, was Namen bedeuten, denn eines Tages da wirst du ein Mann sein und dann musst du dich fragen, warum du Ehrenmann heißt.“
Alsbald kehrte Trocji zu seiner Mutter zurück, der das Verschwinden ihres einzigen Sohnes kaum aufgefallen war, aber er vergaß Sellit lange nicht und dachte über sie nach. Vorschlag: Aber er dachte noch lange über Sellit nach. Oder jedenfalls nur eins von beidem, finde ich.


So, also diese Version finde ich schon mal sehr viel flüssiger. Ein paar Mal "und" (da habe ich nur die markiert, die mich wirklich gestört haben) und "da" müssten zwar noch weg, aber ansonsten finde ich diesen Beginn recht solide.
Man könnte Sellit meiner Meinung nach noch geheimnisvoller machen, sie vielleicht Trocji unterschwellig drohen lassen/foreshadowing machen lassen, so nach dem Motto: "Denk darüber nach, was Namen bedeuten. Eines Tages werden sie dir das Leben retten!"
Oder so in der Art. Weißt Du, was ich meine?


Liebe Grüße
after eight

P.S.:
Ich glaube das mit der alten Version kann man im Editor machen, in dem man auf "alteversion=" geht und
Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
zwischen das (alteversion=) und (/alteversion) den Text einfügt. Wenn es die erste Version ist muss man außerdem (alteversion=1) machen, bzw. bei der zweiten Version die 2 usw.

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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon HannahBoll » 31.07.2015, 10:03

Huihui ...

Dankeschön, du bist ja ne Fleißige. Ich werde es nochmal durchgehen, wenn ich Zeit hab.
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon schreiberling » 01.08.2015, 19:42

HannahBoll hat geschrieben:Wie es die Sonne schon tausende von Jahren tat, funkelte sie über den Horizont

Funkeln ist nicht das was die Sonne selbst tut, das Funkeln ist das was die Beobachter durch Lichtbrechung wahrnehmen



Als die Sonne ihren höchsten Punkt erreichte und das ganze Land erleuchtete, da strahlte es vor Farben.

Also Farben können besonders durch die Beleuchtung besonders kräftig wirken, aber Farben hat jedes Objekt sowieso, vor Farben strahlen ist unpassend, da zB auch Grau, Tarngrün, Schlammbraun Farben sind, Farben denen man nicht unbedingt "Strahlkraft" nachsagen kann.


Die Weinreben funkelten im vergehenden Tau und aus den westlich auf Pabern gelegenen Tiefebenen hoben sich rauchige Schleier empor.

Brennt es da ???

Wenn du auf Nebel anspielst, nein im Hochsommer gibt es solchen nicht.


In Seyredens Inneren wurde die Trockenheit, in der es fast nur eintönige Steppen gab, weiter gespeist.


Trockenheit ist die Abwesenheit von etwas. Du kannst einen Fluss speisen, aber nicht die Abwesenheit eines Flusses. Trockenheit xspeist sich nicht.


So lag das Land Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte.

Fisch ist in solchen Gesellschaften ein Grundnahrungsmittel. Sich laben ist für mich, wenn man sich bei einem Bankett an Köstlichkeiten vollfuttert. Dass ein Landstrich vom Meer reichlich mit einem Grundnahrungsmittel versorgt wird hat nichts mit "sich laben" zu tun.

Ausserdem ist es zumindest hier auf der Erde das kalte Wasser, das besonders nährstoffreich ist.



Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen.


Wieso ist an einem Ort wo die Sonne hinscheint das Meer bezähmbarer als da wo sie nicht hinscheint? Für das Meer macht es keinen Unterschied. Im Gegenteil, in Regionen wo die Sonne das Meer stark erhitzt gibt es sehr starke Stürme



Die Sonne zog weiter bis sie im Westen weit hinter den fruchtbaren Gebieten im Westen im Meer versank und eine dieser lauen Nächte hereinbrechen ließ, in der ihre Anwesenheit nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, und erweckte den Anschein, als stiege sie direkt aus dem Wasser heraus.


Das ganze Szenario hört sich für mich aber nicht nach einer runden Erde an, sondern nach einer flachen. Du beschreibst das aus der persönlichen Sicht der Sonne, also musst du es auch aus der Perspektive einer ErdKUGEL beschreiben die sie umrundet. Das geht nicht mit "im Meer versinken". Und "zurückkehren stimmt auch nicht, sie beschreibt eine Kreisbahn rund um den Planeten und bescheint, wenn sie in dieser Region unsichtbar ist, die gegenüberliegende Seite des Planeten.



An diesem Morgen ging eine hohe Frau

Mit einer hohen Frau kann ich rein garnichts anfangen. Ist sie eine Adelige, zB eine Gräfin? Eine reiche Bürgerfrau? Eine Priesterin? Benenne einfach die Funktion die sie in dieser Gesellschaft hat ganz konkret.

Ausserdem, an welchem Morgen? Warum ist das "dieser" Morgen, was ist so speziell an ihm, dass du ihn so näher bestimmst?


aus dem Hause Ehrenmann mit dem Jüngsten durch die Straßen der Hauptstadt Yllada

Ein deutscher Nachname und ein Fantasy- Ortsname. Würde ich nicht machen. Evtl könntest du ans deutsche angelehnte Fantasynamen nehmen, aber dann bitte für Orte und Personen gleichermassen, aber dann bitte keine Nahmen die ich genau so auch massig in jedem deutschen Telefonbuch finden kann.


und erfreute sich an den nahen Gärten, in denen es blühte und spross und wo alles Gute der Welt sich zu vereinen schien.


Ich hätte gerne ein oder zwei Anhaltspunkte wie die Stadt aussieht. Ist es bei der hohen sozialen Stellung der Mutter normal, dass sie alleine mit ihrem Sohn durch die Stadt geht? Warum geht sie da hin, ist es evtl ein besonderer Feiertag? Ist sie verabredet, entflieht sie der Langeweile ihres Zuhauses?
Was machen sie auf dem Weg dahin während sie durch die Strassen geht? Quengelt das Kind vieleicht, oder freut es sich, dass es im Park andere Kinder treffen wird um mit ihnen zu spielen? Wie alt ist das Kind?





Da traf sie Angehörige der Familie von Gut Weißbull und achtete einen Augenblick nicht auf ihren Sohn, der in diesem Augenblick entschwand


Ne, der ist nicht entschwunden, der ist ausgerückt, abgehauen, stiften gegangen, verlorengegangen,



und alleine die umliegenden Gassen und Winkel erkundete. Er sah ein Mädchen, das an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute.


Hat die zu lange am Computer gearbeitet, dass sie erschöpfte Augen hatte? Nicht die Augen sind erschöpft, sondern das Mädchen hat einen erschöpften Gesichtsausdruck.



Dann verdeckten die dunklen Strähnen ihren Blick wieder und sie ließ den Kopf auf die Brust sinken. Der Junge hörte noch, wie sie erschöpft die Luft durch ihre kindliche Nase blies.


Nochmal erschöpft, Wortwiederholung. Kindliche Nase? Unpassend. Wenn sie ein Kind ist, dann ist klar, dass sie die Gesichtszüge eines Kindes hat, wenn du sie näher beschreiben willst, dann nimm ein Merkmal, das sie als einmalige Persönlichkeit kennzeichnet.






Fazit:

du versuchst verkrampft irgendwie archaisch, erhaben und poetisch zu klingen, aber dabei kommt eine ziemliche Menge verkrampfter, undurchdachter, ungeschickter und nicht treffender Formulierungen raus und die Aussagekraft bleibt völlig auf der Strecke


Was meiner Meinung nach unglaubwürdig ist, ist dass ein trauriges Mädchen aus armen Verhältnissen sich mit dem Jungen auf Anhieb über die Feinheiten der Namensgebung seines Adelshauses unterhält. Das scheint mir extrem unpassend als Gesprächsstoff zwischen den beiden.

Und dass ein offenbar noch relativ kleiner Junge seinem Vater folgt um seinen entführten Bruder zu finden un das umgehend einer wildfremden Person erzählt? Auch nicht glaubhaft bei dem Szenario.

Und dass ein beliebiges trauriges Mädchen am Strassenrand ihm weise Ratschläge gibt darüber was er später als erwachsener Mann mal tun soll, auch ziemlich schräg.



Das kann durchaus alles so passieren, zB wenn das kleine Mädchen zB eine Art Zauberin, Medium, Schamanin oÄ ist und durch ihre Fähigkeiten Dinge ahnen kann, die über den Horizont eines kleineren Kindes gehen, aber dann sollte die Besonderheit dieses Mädchens klar herausgearbeitet werden. Ausserdem müsste spätestens an diesem Punkt eingeführt worden sein, wie alt die beiden sind. Leser können nicht hellsehen, was in der Fantasie des Autors vorgegangen ist, als er den Text geschrieben hat.
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Re: Stunden [Kapitel 1/Teil 1] Überarbeitet

Beitragvon HannahBoll » 02.08.2015, 19:29

Hallo
Auch dir danke für die Kritik.

Im ersten Teil sprichst du die Atmosphäre/den Aufbau der Welt an. Ich glaube kaum, dass es viel Sinn macht zu Beginn eines Romanes (mein Werk hat ja diese Länge) über diese Fantasie-Welt zu diskutieren. Zwar lege ich Wert auf eine Stimmigkeit in sich und eine Logik in der Fantasie-Welt. Jetzt wo du es angesprochen hast, sind mir tatsächlich einige Fehler aufgefallen, die ich noch beheben muss.

schreiberling hat geschrieben:Wie es die Sonne schon tausende von Jahren tat, funkelte sie über den Horizont

Funkeln ist nicht das was die Sonne selbst tut, das Funkeln ist das was die Beobachter durch Lichtbrechung wahrnehmen

Ja, dieser Umstand ist mir bewusst, aber was wäre deiner Meinung eine Alternative bzw eine bessere Lösung? Im Endeffekt besteht unser Leben ja aus Empfindungen, die wir subjektiv wahr nehmen. Es geht doch nicht darum, dass ich sachlich beschreibe, wie es eben physikalisch korrekt abläuft, sondern wie es wahr genommen wird. Oder stört es dich, dass es in dem Falle keine korrekte Person gibt, die diese Eindrücke wahr nimmt und somit eine subjektive Wahrnehmung unpassend ist? Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst, darum frage ich nach. Eine Antwort würde mich freuen =)

schreiberling hat geschrieben:Die Weinreben funkelten im vergehenden Tau und aus den westlich auf Pabern gelegenen Tiefebenen hoben sich rauchige Schleier empor.

Brennt es da ???

Wenn du auf Nebel anspielst, nein im Hochsommer gibt es solchen nicht.


schreiberling hat geschrieben:So lag das Land Bandarien Tag für Tag in der Sonne und wärmte sich in ihr und das umliegende Meer wurde aufgewärmt und lockte unzählige Fischschwärme an, an denen sich das Volk der beiden Inseln labte.

Fisch ist in solchen Gesellschaften ein Grundnahrungsmittel. Sich laben ist für mich, wenn man sich bei einem Bankett an Köstlichkeiten vollfuttert. Dass ein Landstrich vom Meer reichlich mit einem Grundnahrungsmittel versorgt wird hat nichts mit "sich laben" zu tun.

Ausserdem ist es zumindest hier auf der Erde das kalte Wasser, das besonders nährstoffreich ist.



Nur weit hinter den Küsten Paberns und Seyredens, war das Meer zu tief, als dass die Sonne es je ausleuchten und wärmen konnte. Weit außerhalb, da blieb es kühl und unzähmbar, aber so weit wollte sich nie jemand vor wagen, denn die Küsten sorgten gut für alle Menschen.


Wieso ist an einem Ort wo die Sonne hinscheint das Meer bezähmbarer als da wo sie nicht hinscheint? Für das Meer macht es keinen Unterschied. Im Gegenteil, in Regionen wo die Sonne das Meer stark erhitzt gibt es sehr starke Stürme



Die Sonne zog weiter bis sie im Westen weit hinter den fruchtbaren Gebieten im Westen im Meer versank und eine dieser lauen Nächte hereinbrechen ließ, in der ihre Anwesenheit nie ganz verschwand. Doch verlässlich kam sie bald zurück, und erweckte den Anschein, als stiege sie direkt aus dem Wasser heraus.


Das ganze Szenario hört sich für mich aber nicht nach einer runden Erde an, sondern nach einer flachen. Du beschreibst das aus der persönlichen Sicht der Sonne, also musst du es auch aus der Perspektive einer ErdKUGEL beschreiben die sie umrundet. Das geht nicht mit "im Meer versinken". Und "zurückkehren stimmt auch nicht, sie beschreibt eine Kreisbahn rund um den Planeten und bescheint, wenn sie in dieser Region unsichtbar ist, die gegenüberliegende Seite des Planeten.


Hier sind wir bei dem Teil, wo ich mich frage, wie sehr man über eine Fantasie-Welt streiten kann.
Es wäre für einen so kurzen Absatz ein Ding der Unmöglichkeit, die Geografie, den Aufbau der Welt (bzw. die subjektive Wahrnehmung der Bewohner davon) und das Klima zu erklären. In der ersten Version hatte ich mehr geografische Elemente eingebaut, die bei meinen Kritikern ja nicht so gut ankamen. Darum habe ich es auch soweit vereinfacht. Ich möchte mich auch am Beginn nicht zu lange mit solchen Tatsachen aufhalten und den Leser damit langweilen.
Mir liegt nicht daran, schwarz auf weiß zu erklären, wie diese Welt tatsächlich ist und wie die Bewohner sie sehen. Wie die meisten Werke im Fantasy-Bereich spielt auch meine Welt in einer idealisitierten, mittelalterlichen Welt. Somit haben die Menschen keine Technologien und Fortschritte wie wir. Sie wissen nicht, dass die Erde rund ist. Sie wissen nicht, dass die Sonne ein riesiger brennender Ball ist, der Millionen von Kilometern entfernt ist und sich ihr Planet mit weiteren um sie dreht. Des weiteren ist mein Land das einzige bekannte Festland, darum macht es auch keinen Sinn, das weiter zu erklären und definieren. Auch spielt es für die Inselbewohner keine Bedeutung, ob irgendwo hundert Seelmeilen in einer Richtung gute Fanggründe liegen, denn sie werden nicht dorthin gehen. Das offene Meer ist gefährlich, denn selten kam jemand zurück, der sich weit hinaus wagte. Jedenfalls haben sie die Erfahrungen gemacht, dass es an der Küste viel Fisch und anderes Meeresgetier zum Fangen gibt, darum beschreibe ich sie als fruchtbar - fernab ob irgendwo anders noch mehr Fisch zu holen wäre.

Zu Tirininens Tiefebenen: rauchige Schleier sind etwas anderes als Qualm oder rußiger Rauch. Dort sind Nebel, weil es ein sehr feuchtes Land ist trotz der Hitze. Aber ich wollte dem Leser nicht gleich zu Beginn Fakten um die Ohren werfen über eine Welt, in die er gedanklich noch keinen Schritt getan hat. Sonst stellt sich ja die Frage "Wozu erklärt die das alles? Was interessiert es mich überhaupt?". Fakt ist die Nebel sind da und gehören dazu. Punkt. Oder hättest du es mit Erklärungen lieber?

Und für die Menschen sieht es so aus, als wäre die Erde flach und die Sonne versinkt im Meer und wandert. Das sind die subjektiven Eindrücke. Für mich sieht es auch so aus, als bewegt sich die Sonne über den Himmel an einem Tag.

Ich finde viele verschieden Kritik gut, aber ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst. Meine allerersten Kritik wießen mich darauf hin, dass ich zu viel Informationen gebe, hatten aber keine Probleme mit der subjektiven Beschreibung der Welt. Darum meine Frage an dich, weil es mir nicht ganz ersichtlich ist: Wäre es dir lieber, wenn sogar mehr Erklärungen da wären oder es speziell heraus kommt, dass es die Sicht der Bewohner ist? Es also angemerkt wird.


schreiberling hat geschrieben:An diesem Morgen ging eine hohe Frau

Mit einer hohen Frau kann ich rein garnichts anfangen. Ist sie eine Adelige, zB eine Gräfin? Eine reiche Bürgerfrau? Eine Priesterin? Benenne einfach die Funktion die sie in dieser Gesellschaft hat ganz konkret.

Ihre Stellung hat zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich viel mit dem Geschehen und erst recht nicht mit der Handlung zu tun. Läuft man sonst nicht Gefahr, wieder zu viel Informationsbrei auf einmal hinein zu mischen oder würde dich als Leser das gar nicht stören?


schreiberling hat geschrieben:und alleine die umliegenden Gassen und Winkel erkundete. Er sah ein Mädchen, das an der Straße saß und ihn lange aus seinen erschöpften Augen anschaute.


Hat die zu lange am Computer gearbeitet, dass sie erschöpfte Augen hatte? Nicht die Augen sind erschöpft, sondern das Mädchen hat einen erschöpften Gesichtsausdruck.

Aber können die Augen denn nicht so sein? Man kann die Stimmung und das Befinden aus dem Gesicht ablesen, aber so manches auch aus den Augen. Wenn ich müde Augen habe, dann sind meine Augen natürlich nicht müde, sondern schon fast geschlossen, träge ... Man sagt es aber trotzdem. Genauso kann man Panik und Angst in den Augen lesen, wenn sich die Lider weiten. Und wenn die Augen geschwollen sind, dann meint man (meistens) ja auch nicht, dass sie sich aufblasen und fast aus den Augenhöhlen kullern.
Ich verstehe nicht ganz, was daran so schlimm ist :shock: Oder bist du beim Rest mit den Augen generell unglücklich?



schreiberling hat geschrieben:Was meiner Meinung nach unglaubwürdig ist, ist dass ein trauriges Mädchen aus armen Verhältnissen sich mit dem Jungen auf Anhieb über die Feinheiten der Namensgebung seines Adelshauses unterhält. Das scheint mir extrem unpassend als Gesprächsstoff zwischen den beiden.

Namen und deren Bedeutungen sind Sellit wichtig, darum hat sie sich auch umbenannt und verrät ihren echten Namen nicht. Außerdem unterhalten sich Kinder über so manche Selbstverständlichkeit und rätseln darüber. Ist es eher realistisch, wenn sie zuvor noch über ihre Reise reden? Sellit kann ja trotz ihres Verlustes nicht monatelang tieftraurig sein und nur wegen ihres Schicksales weinen. Das macht sie als Protagonisten uninteressant und abstoßend (ich würde so einen Roman schnell weg legen) und ist außerdem unrealistisch, zudem hat sie ja offensichtlich Hoffnungen, dass ihr Vorhaben gut ausgeht (ansonsten wäre sie wohl nicht den weiten Weg gekommen?)

schreiberling hat geschrieben:Und dass ein offenbar noch relativ kleiner Junge seinem Vater folgt um seinen entführten Bruder zu finden un das umgehend einer wildfremden Person erzählt? Auch nicht glaubhaft bei dem Szenario.

Welchen Grund hätte sie, es geheim zu halten?
Ist es so verwirrend geschrieben oder unklar? o:
Es ist Sellit, das Mädchen, das ihren Bruder sucht. Dabei lernt sie den Jungen Trocji kennen, der aus einer angesehenen Familie kommt.




schreiberling hat geschrieben:Das kann durchaus alles so passieren, zB wenn das kleine Mädchen zB eine Art Zauberin, Medium, Schamanin oÄ ist und durch ihre Fähigkeiten Dinge ahnen kann, die über den Horizont eines kleineren Kindes gehen, aber dann sollte die Besonderheit dieses Mädchens klar herausgearbeitet werden. Ausserdem müsste spätestens an diesem Punkt eingeführt worden sein, wie alt die beiden sind. Leser können nicht hellsehen, was in der Fantasie des Autors vorgegangen ist, als er den Text geschrieben hat.

Sellits Vergangenheit spielt eine Rolle für ihr Verhalten, das erst nach und nach erklärt wird. Es ist von mir beabsichtigt, dass sie einerseits zwar wie ein junges Mädchen denkt und handelt, andererseits aber eine Weisheit und Weitsichtigkeit besitzt, die so gar nicht zu ihr passt eigentlich. Das wird in den ersten drei Kapiteln nach und nach klar. Vielleicht sollte ich aber am Anfang noch einen Hinweis dazu legen?
Das Problem mit dem Alter lässt sich beheben :mrgreen:


Alles in allem: Danke für die Kritik, die auch andere Aspekte berücksichtigt, die noch nicht angesprochen wurden :dasheye:
Trotzdem sind mir noch ein paar offene Fragen geblieben (siehe oben). Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du sie beantworten könntest :)
HannahBoll
 
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