[Sonstiges]Subtiler Spott

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[Sonstiges]Subtiler Spott

Beitragvon beatrice » 08.07.2015, 23:05

Der Mensch und der Andere betreten den Raum, beide verschwitzt, beide haben den Arm umeinander gelegt. Der Andere ergreift das Wort.
A: „Endlich vorbei! Jetzt bin ich platt!
M: Das war schlimm!
A: Warum? Du hast es gut gemacht!“
M: „Wirklich?“
A: „Man hat gemerkt, dass du dir Mühe gegeben hast.“
M: „Das ist doch selbstverständlich.“
A: „In dieser Art und Weise nicht! Selten ist einer so engagiert. Du warst der beste Partner, den ich mir wünschen konnte!“
M: „Hör‘ auf, ich werde ja ganz rot.“
A: „Und ich ganz grün vor Neid! Du hast die Blicke auf dich gezogen.“

Der Mensch löst sich aus der Umarmung.
M: „Auch deine Leistung verdient Beachtung!“
A: „Gegen die deine verblasst sie ganz und gar.“
M: „Jetzt übertreibst du aber!“
A: „Im Gegenteil. Wer sich so abgerackert hat, hat dieses Lob verdient.“
M: „Na, wenn du meinst.“ Verlegen schaut der Mensch auf den Boden. Der Andere ignoriert das und ereifert sich weiter:
A: „Deine Arbeit war makellos. Ich habe nicht einen Fehler entdeckt. Sie überstrahlt alles, was heute geleistet wurde.“
M: „Das glaube ich nicht.“
A: „Stell‘ doch dein Licht nicht unter den Scheffel.“
M: „Tu ich das denn?“
A: „Aber ja!“ Der Andere klopft dem Menschen auf den Rücken. Der Mensch zögert erst, doch dann schwillt ihm die Brust.

M: „Du hast Recht, ich sollte mich freuen!“
A: „Du solltest vor Freude tanzen, hüpfen, springen. Was du geleistet hast, ist einmalig.“
M: „Du meinst, kein anderer könnte das erreichen?“
A: „Davon bin ich überzeugt.“
Der Mensch versucht sich an einem Freudensprung, fällt jedoch auf die Knie. Das ist ihm sichtlich peinlich, als er sich wieder aufrappelt.

A(kommentierend:) „Was für ein Sprung! Da sieht man den wahren Könner!“
M: „Ich bin doch gefallen!“
A: „Aber mit einer Eleganz! Dir scheint heut‘ alles zu gelingen!“

M: „Aha, jetzt sehe ich es! Du machst dich über mich lustig!“
A: „Du siehst Läuse, wo keine sind! Meine Bewunderung ist ehrlich.“
M: „Nicht einmal jetzt hörst du auf zu spotten!“
A: „Warum denn so empört? Ich wollte dir was Gutes tun!“
M: „Lügner!“
A: „Es war doch nur Lob.“
M: „In viel zu hohen Tönen! Ich hab‘ mir schon gedacht, dass da was faul ist.“
A: „Du tust mir Unrecht! So stößt man Leute vor den Kopf. Wo bleibt dein Anstand?“
M: „Du hast kein Taktgefühl!“
A: „Und du verschließt die Augen vor meiner guten Absicht!“
M: „Auf dein falsches Lob kann ich verzichten!“
Der Mensch wendet sich ab und will weggehen.

A: „Du hast so traurig ausgesehen.“

Der Mensch bleibt stehen und dreht sich halb um.

M: „Das gibt dir nicht das Recht, mich lächerlich zu machen!“
A: „Ich wollte dich nur aufmuntern.“

Der Mensch geht einen Schritt auf den Anderen zu, verschränkt aber die Arme.

M: „Tatsächlich hast du es nur gut gemeint.“
A: „Gewiss.“
M: „Nun, dann will ich dir verzeihen.“
Der Mensch tritt wieder neben ihn.
M: „Was ist schon eine lächerliche Arbeit gegen unsere Freundschaft.“
Er legt den Arm um den Anderen.
A: „Die Bedeutung dieser Arbeit wird überschätzt.“
M: „Wenigstens ist sie jetzt vorbei.“
A: „Mir ist noch immer flau im Magen.“
M: „Und ich bin platt.“
A: „Da bin ich froh, einen treuen Freund bei mir zu haben.“
M: „Da hast du recht, das bin ich auch.“
A: „Einer, der mich nicht im Stich lässt, komme was wolle.“
M: „So seh‘ ich es auch!“

A: „Einer, der Courage zeigt und Charakter hat. Einer, der einen kühlen Kopf bewahrt in jeder Situation. Einer der gewitzt und klug ist. Einer, der nicht aufgibt, selbst bei der größten Schwierigkeit.“
M: „Ich bin sprachlos. Vielen Dank!“
A: „Einer, der mich nicht blamiert.“
M: „Wie kommst du denn darauf, dass ich dich blamieren könnte?“
A: „Aber ich rede doch gar nicht von dir.“

Der Mensch sieht sich verwirrt im Raum um.

M: „Von wem denn sonst?“
A: „Von mir.“
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
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beatrice
 
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Re: Subtiler Spott

Beitragvon Diavolo » 09.07.2015, 07:20

Hallo beatrice

Dieser Text ist eine harte Nuss zum Kommentieren :lol:, aber ich versuche mich trotzdem mal daran, wenn es Recht ist.

beatrice hat geschrieben:Der Mensch und der Andere betreten den Raum, beide verschwitzt, beide haben den Arm umeinander gelegt. Der Andere ergreift das Wort.


Hier hat mich 'Der Mensch und der Andere' irritiert. Vielleicht gibst du den Zweien einen Namen. Vielleicht Spott und Ironie oder Subtil.

dann würde ich schreiben, beide sind verschwitzt.

danach einen Punkt und dann: Sie haben die Arme umeinander gelegt.

Dann hast du das zwei mal beide weg und das mit den Armen wird deutlicher, wie du das gemeint hast.

beatrice hat geschrieben: „Endlich vorbei! Jetzt bin ich platt!


Hier frage ich mich, ob er aussieht, wie eine Flunder :oops: Könnte man das anders formulieren oder gar weglassen?

beatrice hat geschrieben:Das war schlimm!
A: Warum? Du hast es gut gemacht!“


Hier würde ich Warum? auch streichen. Denn darauf kommt keine Antwort.

beatrice hat geschrieben:„Man hat gemerkt, dass du dir Mühe gegeben hast.“


Das hier finde ich gut, hier spürt man den subtilen Spott. :lol:

Aber vielleicht statt gemerkt, vielleicht gesehen

beatrice hat geschrieben:„In dieser Art und Weise nicht! Selten ist einer so engagiert. Du warst der beste Partner, den ich mir wünschen konnte!“


Hier drängt sich bei mir die Frage auf, was die beiden denn nun wirklich gemacht haben, vielleicht einfach nur:
Selten ist einer so engagiert wie du.

beatrice hat geschrieben:„Hör‘ auf, ich werde ja ganz rot.“


Hier vielleicht nur: "Hör' auf, ich werde rot.

beatrice hat geschrieben:„Und ich ganz grün vor Neid! Du hast die Blicke auf dich gezogen.“


Hier würde mir der erste Satz reichen, denn auch hier weiß ich nicht um was es geht.

beatrice hat geschrieben:Der Mensch löst sich aus der Umarmung.
M: „Auch deine Leistung verdient Beachtung!“


Hier würde ich noch einen Absatz machen, bevor weiter gesprochen wird.

beatrice hat geschrieben:Im Gegenteil. Wer sich so abgerackert hat, hat dieses Lob verdient.“


Hier erkenne ich wieder den subtilen Spott, aber nicht ganz so stark, wie im ersten Abschnitt.

Vielleicht so: Wer sich so abrackert, hat sich Lob verdient.
beatrice hat geschrieben:M: „Na, wenn du meinst.“ Verlegen schaut der Mensch auf den Boden. Der Andere ignoriert das und ereifert sich weiter:


Hier wieder einen Absatz dazwischen und danach auch noch einmal.

Das mit dem ignorieren des Anderen würde ich streichen, denn wenn er in vollem Eifer ist, bemerkt er das so und so nicht, würde ich meinen.

beatrice hat geschrieben:„Deine Arbeit war makellos. Ich habe nicht einen Fehler entdeckt. Sie überstrahlt alles, was heute geleistet wurde.“


Hier weiß ich mal wieder nicht um was es geht. Dachte zuerst es geht um Hausaufgaben oder so etwas :oops:

Vielleicht nur so: "Du hast dich heute mal wieder selber übertroffen."

beatrice hat geschrieben:„Das glaube ich nicht.“


Das ist mir zu trocken, vielleicht so: "Wirklich? Das glaube nicht."

beatrice hat geschrieben:„Stell‘ doch dein Licht nicht unter den Scheffel.“


Hier würde ich eine Frage daraus machen: "Warum stellst du dein Licht unter den Scheffel?"

beatrice hat geschrieben:A: „Aber ja!“ Der Andere klopft dem Menschen auf den Rücken. Der Mensch zögert erst, doch dann schwillt ihm die Brust.


Hier wieder nach der wörtlichen Rede einen Absatz.

Statt Rücken, würde ich Schulter schreiben. Man klopft jemandem auf die Schulter, wenn man ihn loben will.

Das mit dem erst zögern, finde ich auch nicht so toll.

Vielleicht dann so oder ähnlich: Zuerst misstrauisch, schwillt ihm dann doch die Brust.

beatrice hat geschrieben:M: „Du hast Recht, ich sollte mich freuen!“
A: „Du solltest vor Freude tanzen, hüpfen, springen. Was du geleistet hast, ist einmalig.“
M: „Du meinst, kein anderer könnte das erreichen?“
A: „Davon bin ich überzeugt.“
Der Mensch versucht sich an einem Freudensprung, fällt jedoch auf die Knie. Das ist ihm sichtlich peinlich, als er sich wieder aufrappelt.


Hier passt das freuen nicht so ganz, denn er hat ja zuvor gezweifelt und war nicht traurig. So habe ich es wenigstens verstanden.

Vielleicht hier so: "Du hast Recht, ich sollte nicht zweifeln."

Dann würde ich bei A: „Du solltest vor Freude tanzen, hüpfen, springen., das würde ich weglassen. Das lenkt von dem Gespräch ab.

Dann nach der wörtlichen Rede am Schluss wieder einen Absatz.

Dann vielleicht so: Der Mensch macht einen Freudensprung, fällt aber auf die Knie. Er rappelt sich wieder auf. Es ist ihm peinlich.

beatrice hat geschrieben:A(kommentierend:) „Was für ein Sprung! Da sieht man den wahren Könner!“


Das kommentierend könnte man auf weglassen, finde ich.

Hier spüre ich auch den subtilen Spott.
beatrice hat geschrieben:
A: „Aber mit einer Eleganz! Dir scheint heut‘ alles zu gelingen!“


Hier würde ich noch ein 'so' einfügen nach 'mit' und dann vielleicht um den Spott noch ein bisschen zu unterstreichen so:

Dir scheint heute aber auch alles zu gelingen!

beatrice hat geschrieben:M: „Aha, jetzt sehe ich es! Du machst dich über mich lustig!“


Hier passt statt sehe eher merke oder spüre

beatrice hat geschrieben:„Du siehst Läuse, wo keine sind! Meine Bewunderung ist ehrlich.“


Die Läuse lenken wieder ab, kann man das weglassen?

beatrice hat geschrieben:M: „Lügner!“


Wie wäre es hier mit Heuchler?

beatrice hat geschrieben:„Es war doch nur Lob.“


Hier vielleicht: Ich wollte dich nur loben!

beatrice hat geschrieben: „In viel zu hohen Tönen! Ich hab‘ mir schon gedacht, dass da was faul ist.“


Hier statt schon vielleicht besser gleich

beatrice hat geschrieben:M: „Auf dein falsches Lob kann ich verzichten!“
Der Mensch wendet sich ab und will weggehen.


Hier wieder einen Absatz.

beatrice hat geschrieben:M: „Tatsächlich hast du es nur gut gemeint.“


Vielleicht hier eine Frage daraus machen: Tatsächlich du hast es nur gut gemeint?

beatrice hat geschrieben:M: „Nun, dann will ich dir verzeihen.“


Das hört sich wie im Theater an :oops: Vielleicht so oder natürlich wie immer ähnlich: Jetzt soll ich dir verzeihen?

Danach wieder Absätze

beatrice hat geschrieben:M: „Was ist schon eine lächerliche Arbeit gegen unsere Freundschaft.“


Hier stört mich das Wort Arbeit erneut, sorry.
Auch der ganze Satz macht für mich keinen richtigen Sinn. Sie haben sich doch gelobt und dabei verspottet.

Vielleicht so oder ähnlich: Kann das jetzt unsere Freundschaft zerstören?

beatrice hat geschrieben:A: „Die Bedeutung dieser Arbeit wird überschätzt.“
M: „Wenigstens ist sie jetzt vorbei.“
A: „Mir ist noch immer flau im Magen.“
M: „Und ich bin platt.“


Hier weiß ich wieder nicht um was es geht, auch die Flunder kehrt wieder :oops:

Kannst du das nicht weglassen und mit der Freundschaft weitermachen?

beatrice hat geschrieben:Da bin ich froh, einen treuen Freund bei mir zu haben.“
M: „Da hast du recht, das bin ich auch.“
A: „Einer, der mich nicht im Stich lässt, komme was wolle.“
M: „So seh‘ ich es auch!“



Hier vielleicht dann so: !Ich bin froh, dich als Freund zu haben."
M: Das bin ich auch.
A: Einer der zu mir hält. komme was wolle.


beatrice hat geschrieben:A: „Einer, der Courage zeigt und Charakter hat. Einer, der einen kühlen Kopf bewahrt in jeder Situation. Einer der gewitzt und klug ist. Einer, der nicht aufgibt, selbst bei der größten Schwierigkeit.“


Hier vielleicht noch eine kleine Einleitung: Für mich ist ein guter Freund, einer, der Charakter hat und Courage zeigt. Einer, der in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahrt. Einer, der bei der größten Schwierigkeit nicht aufgibt.

Das mit dem gewitzt und klug, würde ich streichen.

beatrice hat geschrieben:M: „Ich bin sprachlos. Vielen Dank!“


Ist er jetzt sprachlos? Vielleicht anders formulieren oder einfach: Oh, vielen Dank!

beatrice hat geschrieben:M: „Wie kommst du denn darauf, dass ich dich blamieren könnte?“


Hier vielleicht nur einfach: Warum sollte ich dich denn blamieren?

So das wäre geschafft. Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen helfen konnte, es sind nur meine Gedanken zu deinem Text. Falls nicht, dann ab in die Runde Tonne.

Liebe Grüße
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Re: Subtiler Spott

Beitragvon Mentos7 » 14.07.2015, 06:00

Hallo,

puh, den Text finde ich auch schwierig zu kommentieren, aber dennoch ein Versuch.
Zunächst das Setting: Du bist da sehr knapp. Bei "der Andere" dachte ich erst an eine Art Fabelwesen und habe immer darauf gewartet, wann darauf eingegangen werden würde. Aber es sind ja offenbar zwei Menschen. Nachdem man ja beim Drama sonst nichts außer dem Dialog erfährt, fände ich ein wenig mehr Setting schon hilfreich, zumindest sollte klar sein, dass es zwei Menschen sind.
Außerdem fehlt mir ein wenig Hintergrund. Was haben sie denn vorher gemacht? Es hat mich beim Lesen immer wieder abgelenkt, dass ich mir überlegt habe, von was sie denn zurückkommen. Bei "verschwitzt" dachte ich erst an Sport oder Holz hacken. Aber offenbar haben sie ja etwas vor Publikum gemacht. Im Zirkus? Im Theater? Vielleicht gibst Du ihnen einfach eine Requisite, die die Umstände verdeutlicht?

Sprache: Insgesamt ist mir aufgefallen, dass Du immer wieder im Stil hin- und herspringst. Mal reden Deine Figuren ganz normal, dann sogar eher umgangssprachlich, und dann gestelzt. Eventuell soll ja der Andere ein wenig gestelzt reden, das würde zur Auflösung passen, seine Eitelkeit unterstreichen. Aber dann eben durchgehend. Ich suche mal ein paar Beispiele und schreibe noch dazu, was mir sonst noch so aufgefallen ist:

A: „Endlich vorbei! Jetzt bin ich platt!
...
A: „In dieser Art und Weise nicht! Selten ist einer so engagiert. Du warst der beste Partner, den ich mir wünschen konnte!“

Platt hört sich für mich sehr umgangssprachlich an, während der (hier) nächste Satz eher gestelzt wirkt. Das ist so ein Widerspruch. Die nächsten beiden Sätze sind dann wieder ganz "normal", also vom Stil her unauffällig. Du hast also hier in wenigen Zeilen drei Stilebenen von ein und der selben Person.

M: Das war schlimm! A: Warum? Du hast es gut gemacht!“

Das ist für mich ein Widerspruch. A sagt zunächst "ENDLICH vorbei", scheint also froh zu sein, dass etwas Unangenehmes vorbei ist. Dann reagiert M zustimmend (dazu gleich noch), und dann tut A verwundert. Das passt nicht.
Wenn M zustimmt, sollte er das auch zeigen: Ja, es war schlimm, nicht? - oder so ähnlich. Sonst wirken die beiden so, als ob sie aneinander vorbei reden, und das tun sie ja eigentlich nicht.


A: „Und ich ganz grün vor Neid! Du hast die Blicke auf dich gezogen.“

Das hat mich etwas gestört. A will M ja subtil verspotten, aber das mit dem Neid klingt ja auch ein wenig vorwurfsvoll, ich würde es weglassen. Eher sollte er ihn trösten oder ein wenig beschwichtigen.

Der Mensch löst sich aus der Umarmung.

Vielleicht habe ich es falsch gelesen, aber anfangs dachte ich, sie hätten sich die Arme gegenseitig um die Schultern gelegt und wären nebeneinander gelaufen. Das hier klingt nach einer echten Umarmung, wo sie sich gegenüberstehen. Dann finde ich es aber schwer, mir vorzustellen, wie sie dann laufen, und es passt nicht zu dem Kontext, finde ich. Also wenn Du es so meinst, wie ich es verstanden habe, würde ich schreiben: Der Mensch löst As Arm von seiner Schulter.

M: „Auch deine Leistung verdient Beachtung!“
A: „Gegen die deine verblasst sie ganz und gar.“
M: „Jetzt übertreibst du aber!“
A: „Im Gegenteil. Wer sich so abgerackert hat, hat dieses Lob verdient.“

Hier sind auch wieder einige Stilbrüche. Hier redet zunächst M gestelzt, A dann auch, um dann wieder umgangssprachlich zu werden (abgerackert), während der Satzbau gestelzt bleibt.

A: „Deine Arbeit war makellos. Ich habe nicht einen Fehler entdeckt. Sie überstrahlt alles, was heute geleistet wurde.“

Hier ist mir der Inhalt nicht klar. Was meinst Du mit überstrahlen? Wer hat da noch etwas geleistet? Mich haben diese Fragen beim Lesen immer wieder abgelenkt. Ich dachte erst, es würde noch eine Rolle spielen, was sie da gemacht haben, weil Du es ja immer wieder andeutest. Im Grunde wäre das auch eine gute Möglichkeit - vielleicht haben sie nur eine Kleinigkeit vollbracht (dann würde ich das verschwitzt am Anfang weglassen und vielleicht auch das Publikum), dann könnte das den Spott noch unterstreichen, wenn Du es am Ende auflöst. Wenn es aber keine Rolle spielen soll, dann gib dem Leser wie gesagt einen Happen, damit man sich vorstellen kann, was sie gemacht haben.

A: „Stell‘ doch dein Licht nicht unter den Scheffel.“
M: „Tu ich das denn?“
A: „Aber ja!“ Der Andere klopft dem Menschen auf den Rücken. Der Mensch zögert erst, doch dann schwillt ihm die Brust.

Der erste Satz klingt für mich ein wenig abgedroschen :oops:
Der letzte leider auch. Ich würde eher beschreiben, was man wirklich sieht. Vielleicht richtet er sich auf, oder seine Augen leuchten auf, oder er lächelt. Ein wenig subtiler eben ;-)

A: „Du solltest vor Freude tanzen, hüpfen, springen.

Die Dreifachwiederholung passt hier nicht. Eine einfache Steigerung hätte genügt.

Der Mensch versucht sich an einem Freudensprung, fällt jedoch auf die Knie.

Hier hast Du mich auf die falsche Fährte geführt. Wenn er bei einem normalen Sprung hinfällt, dachte ich, er wäre vielleicht extrem ungeschickt oder gebrechlich oder ähnliches. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Dann würde ich den Sprung etwas dramatischer beschreiben. Vielleicht springt er sehr hoch oder er versucht ein Kunststück dabei zu machen, vielleicht einen Salto oder so etwas, wo man sich vorstellen kann, dass ein durchschnittlich trainierter Mensch durchaus hinfallen kann.

A: „Du siehst Läuse, wo keine sind! Meine Bewunderung ist ehrlich.“

Läuse sieht man normalerweise nicht. Vielleicht ein etwas größeres Tier? Fliegen, Wanzen o.ä.?

A: „Warum denn so empört? Ich wollte dir was Gutes tun!“

Auch hier ein Stilbruch: Satzbau und Wortwahl im ersten Satz gehoben, dann kommt aber "was" statt "etwas"


A: „Es war doch nur Lob.“

Hier beschwichtigt er, das passt finde ich nicht. Er sollte eher bekräftigen, dass er gelobt hat.

M: „In viel zu hohen Tönen! Ich hab‘ mir schon gedacht, dass da was faul ist.“
A: „Du tust mir Unrecht! So stößt man Leute vor den Kopf. Wo bleibt dein Anstand?“
M: „Du hast kein Taktgefühl!“
A: „Und du verschließt die Augen vor meiner guten Absicht!“
M: „Auf dein falsches Lob kann ich verzichten!“

Das fand ich sehr gut gelungen. Sie beziehen sich aufeinander, im Stil sind beide gehoben (was sehr gut passt, finde ich), ein toller Schlagabtausch.


A: „Du hast so traurig ausgesehen.“

Der Mensch bleibt stehen und dreht sich halb um.

M: „Das gibt dir nicht das Recht, mich lächerlich zu machen!“
A: „Ich wollte dich nur aufmuntern.“


Das fand ich verwirrend. Wenn der Mensch weggehen will, muss der andere ja etwas finden, was jetzt anders ist als bisher im Dialog, um ihn zu halten. Ich dachte erst, er sagt den Satz mit dem traurig aussehen leise, aber das beschreibst Du nicht. Ich dachte auch, hier käme eine Wendung, der Dialog würde ab hier ernster werden, was ich durchaus gut gefunden hätte. Aber dann kommen sie doch auf das alte Thema zurück, M hätte also Grund, gleich wieder zu gehen. Ich würde entweder wirklich ernster werden, eine tiefergehende Komponente einbauen, einen Blick in die Seele zulassen.
Oder aber Du lässt es, dann würde ich das Weggehen streichen. Vielleicht geht er nur einen Schritt zur Seite als Zeichen, dass er wütend ist. Das mit dem traurig aussehen würde ich dann auch weglassen.

A: „Die Bedeutung dieser Arbeit wird überschätzt.“
M: „Wenigstens ist sie jetzt vorbei.“
A: „Mir ist noch immer flau im Magen.“
M: „Und ich bin platt.“
A: „Da bin ich froh, einen treuen Freund bei mir zu haben.“

Ich wiederhole mich, aber auch hier hat mich das fehlende Setting verwirrt. Warum ist A flau im Magen? Das klingt für mich dann wieder nicht nach öffentlichem Auftritt, denn danach fühlt man sich eigentlich nicht so. Erschöpft, ja, aufgekratzt vielleicht, aufgeregt noch, aber flau? Das klingt so, als hätten sie eine große Gefahr bestanden, aber dabei hat man ja dann meist kein Publikum. Und wenn es doch Zirkusartisten sind, sollten sie an die Gefahr gewöhnt sein, dann wird ihnen auch nicht flau im Magen.
Das "platt" hat mich hier auch gestört, von der Wortwahl her, aber auch inhaltlich, denn der nächste Satz mit dem Freund passt dann nicht dazu. Wenn man erschöpft ist, braucht man nicht unbedingt einen Freund, vielleicht stört er sogar eher. Der Freund passt mehr zu der gefährlichen Situation, auch zu einem öffentlichen Auftritt. Dann passt er aber eher zu dem, was sie durchgemacht haben, nicht zum jetzigen Zeitpunkt.
Außerdem stört mich, dass sie hier wieder so nebeneinander herreden. Ich würde Ms Aussage einfach streichen, Vielleicht nickt er einfach zustimmend oder drückt sonst seine Zustimmung aus.

M: „Da hast du recht, das bin ich auch.“
A: „Einer, der mich nicht im Stich lässt, komme was wolle.“
M: „So seh‘ ich es auch!“

A: „Einer, der Courage zeigt und Charakter hat. Einer, der einen kühlen Kopf bewahrt in jeder Situation. Einer der gewitzt und klug ist.

Sehr gut gelungen! Eine schöne Steigerung zum Schluss.


Einer, der nicht aufgibt, selbst bei der größten Schwierigkeit.“
M: „Ich bin sprachlos. Vielen Dank!“
A: „Einer, der mich nicht blamiert.“
M: „Wie kommst du denn darauf, dass ich dich blamieren könnte?“
A: „Aber ich rede doch gar nicht von dir.“

Ich würde das "Vielen Dank" streichen, denn schon hier ist ja klar, dass M das NUR auf sich beziehen kann. Dann müsste A hier schon reagieren, dass er nicht von M redet.

Der Mensch sieht sich verwirrt im Raum um.

M: „Von wem denn sonst?“
A: „Von mir.“


Das Ende fand ich klasse, ich hätte es nicht erwartet.

Insgesamt hat es mir gut gefallen, das mit dem Spott hast Du wirklich schön herausgearbeitet, und das ist ja eigentlich die Hauptschwierigkeit. :)
Hoffe, meine Anmerkungen helfen Dir ein wenig weiter.
Mentos7
 
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