Ohne dich wäre ich längst verloren
Deine Stimme weckt mich “Schatzi?? Bist du wahach?” “Jetzt schon...”, murmle ich. Der Tag wird nicht gut, gar nicht gut, einfach sterben, hier liegen bleiben ist genauso katastrophal wie aufstehen. Du kletterst über mich drüber, dein langes Haar streicht über meine Haut und dein sanftes Lächeln verschwindet im Badezimmer. Gott? Guten morgen, tut mir Leid dass ich schon wieder nerve... rette mich!
Ich liege immer noch im Bett, du bist angezogen und machst Frühstück. Ich habe keinen Hunger. Appetit auch nicht. Wenn ich nicht aufstehe dreh ich durch. Ich ziehe die Vorhänge zur Seite und schau in den Garten runter. Ich mag Gärten, sie beruhigen mich. Fenster auf, tief durchatmen.
Dein goldenes Haar schwingt durch die Luft, wie wunderschön du manchmal bist. GutenMorgenKuss, Kaffee, du kennst mich. Schweigend sitze ich eine dreiviertel Stunde am Tisch.
“Wir haben doch frei, was willst du machen?” Sterben. “Keine Ahnung auf was hast du Lust?” “Hmmm..” Ich liebe es wenn du das machst, ein kleines Lächeln huscht über meine Lippen. “Tierpark!” Okay.
Zu viele kleine Kinder, ich mag Kinder... wenn sie ruhig sind, und vor allem wenn sie nicht an die Scheiben klopfen und die Tiere nerven, und mich.
Dich stört das mal wieder überhaupt nicht, du strahlst und erzählst mir tausend Sachen über die Tiere, liest die Tafeln vor und freust dich über das tolle Wetter. An meine Schweigsamkeit hast du dich schon lange gewöhnt. Dafür liebe ich dich. Ich liebe die Stimme die über deine wunderschönen Lippen kommt. Die Sonne schimmert freundlich durch das grüne Blätterdach.
Wir sitzen auf dem Sofa, wir sehen fern und du regst dich wieder über die Politik auf. Du steigerst dich immer so sehr da hinein, ich will dich küssen. Dich zum Schweigen bringen. Nicht das ich etwas dagegen hätte wenn du redest, aber ich will einfach genießen jetzt bei dir zu sein.
Ich weiß, dass ich dich nicht verdient habe, aber ich genieße jeden Augenblick den du mich aushältst. Mich und mein Schweigen. Ich weiß nicht ob du meinst den Grund zu kennen, aber du bist mir nie böse deswegen.
Zum tausendsten mal beschwerst du dich über die globale Erwärmung, ich geh in den Garten und lass mir die letzten Sonnenstrahlen ins Gesicht leuchten. Dir tun die Eisbären Leid. Mir auch.
Ich kuschel mich an deinen warmen Körper, das ist alles was ich zu hoffen wage. Das tun zu können. Ich flüster “danke” und du schaust mich fragend an. Ich lege meine Lippen an deine Haut und atme ruhig, du streichst mir durchs Haar. Gott? Sorry das ich schon wieder nerve, aber danke...
