In 7 Tagen zu schärferen Sinnen - Teil 1

Diskussion zum Schriftsteller-werden.de Blog

In 7 Tagen zu schärferen Sinnen - Teil 1

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
[url=http://www.schriftsteller-werden.de/kreatives-schreiben/in-7-tagen-zu-schaerferen-sinnen-teil-1der-dschinn-in-der-flasche/]In 7 Tagen zu schärferen Sinnen - Teil 1
Der Dschinn in der Flasche[/url]

Welcher Sinn wird deiner Meinung nach völlig unterbewertet und warum?
Was ist dein Primärer Sinn?

von © Jacky

 
Meiner Meinung nach ist das Fühlen völlig unterbewertet. Egal, welches Buch man liest: Die Situation bekommt man vorallem über Sehen und Hören, manchmal auch noch Riechen übermittelt. Das Fühlen kommt meist da zum einsatz, wo z.B. jemand umgebracht wird, also hauptsächlich bei Schmerzbeschreibungen.

Der Sinn, der mir im Moment am liebsten ist, ist das Riechen. :oops:
Aber eigentlich nutze ich am meisten das Sehen. Schade eigentlich. Geht aber wohl nicht anders. :lol:

Elli

von © Yimou

 
Hallo Yimou,
das mit dem Fühlen ist ein sehr interessanter Punkt. Es stimmt, dass es häufig nur für Schmerzbeschreibungen bentutzt wird, manchmal auch in Liebeszenen. Dabei gibt es so unendlich viele Einsatzmöglichkeiten. Hattest du an eine spezielle Gelegenheit gedacht?

Warum ist dir denn das Riechen im Augenblick der liebste Sinn?

In der Serie geht es vor Allem darum, eben alle Sinne anzusprechen einfach weil du auch im normalen Leben alle deine Sinne benutzt um dich zu orientieren. Deshalb würde mich besonders interessieren warum du glaubst, dass du nicht auch andere Sinne als das Sehen verwenden kannst?

von © Jacky

 
Hm, also ich finde der erste Sinn ist meistens das Sehen.

In der richtigen Welt konzentriert man sich aber auf alle: Parfüms, Essen, Kleidung auf der Haut, Cremes und gucken und hören tut man die ganze Zeit, ob man will oder nicht.

In Büchern versucht man auch alle anzusprechen. Wenn ich an die letzten Bücher denke, die ich gelesen habe, sind sogar alle angesprochen:

Schokoladen Pralinen, die auf der Zunge zergehen
Kribbelnde Magie in den Fingern
Das Parfüm seiner Frau, der Pferdestall und sein Geruch
Hören tun sie auch das ein oder andere Geräusch oder es wird erzeugt
Und sehen tut man so wie so alles

Die Sinne, die in Bücher meiner Meinung nach am meisten verwendet werden sind: Sehen und dann Hören.

Danach kommt Fühlen.
Und dann Riechen und Schmecken.

Ich denke, es ist in Ordnung so. Man kann ja nicht schmecken, was man sehen möchte. Jedenfalls nicht immer. Und man muss sehen, was für das Buch wichtig ist. Meistens wirklich das Sehen und Hören usw. (siehe oben)

Aber, mal ehrlich:

Einmal mit eigenen Augen sehen ist mehr wert,
als hundert Neuigkeiten hören.

______________________Fernöstliche Weisheit.


LG Liyah

von © Liyah

 
Hallo,

mein liebster Sinn ist das Sehen. Ich kann mich unheimlich an schönen Dingen erfreuen. Eine neue Kerze für meine Wohnung, ein neues Kleidungsstück, schöne Menschen. Ja, Menschen beobachte ich total gerne - natürlich nicht beobachten im Sinne von verfolgen und beschatten - ich sehe sie eben gerne an. Besonders Kinder: kleine Kinder, die mit großen Augen Dinge anschauen, die unsereiner vielleicht überhaupt nicht mehr wahrnimmt, und dieses Strahlen in ihren Augen.....
Aber nicht nur Kinder. auch Frisch Verliebte, eine schwangere Frau oder einen weisen, uralten Menschen mit vielen, vielen Falten im Gesicht.... und und und.

Hören, naja, das ist auch ein sehr wichtiger Sinn für mich. Ich liebe das Telefonieren mit meiner Freundin und das quatschen (dazu gehört natürlich dann auch das zuhören). Es gibt aber auch Freundinnen, die weit weg wohnen, da tuts dann auch mal eine e-Mail oder Briefe schreiben.

Ich finde es ein sehr interessantes Thema, das hier von dir aufgegriffen worden ist, Jackie, und bin gespannt auf die 7 Tage.

Für das Schreiben ist es wichtig, möglichst viele Sinne anzusprechen, um die Leser richtig in die Geschichten eintauchen zu lassen. Sie sollen sie nicht nur lesen, sondern erleben können - mitfühlen - sozusagen. Eine wichtige Sache, nur leider vergesse ich das selber viel zu oft. Man hat seine Geschichte im Kopf, kann Dinge fühlen, hören, sehen, schmecken aber bringt man das immer auch so rüber???

Bin gespannt auf das, was da kommt.....(in deinem Blog)

LG
Tiny

von © Tiny

 
Hallo Jackie! :)
Naja, da muss ich jetzt erstmal überlegen. Nehmen wir jetzt zum Beispiel mal die Szene, an die ich dachte, als ich den Beitrag schrieb: In meinem "Roman" (er ist schon ganze 5 Seiten lang... XD) spielt vieles am Strand. Der Protagonist geht nun am Strand entlang. Ich bin natürlich wie viele andere wahrscheinlich auch, sehr geneigt, zu schreiben: "Die Wellen rauschten...schaumbedeckte Wogen ragten auf...eine Möwe schrie" naja und so weiter. Meistens wird ja das Meer durch akkustische oder optische Merkmale charakterisiert. Und hier könnte man ja zum Beispiel das Gefühl des Sandes unter den Füßen beschreiben, was ich im Moment echt schwer finde. Wie fühlt sich halb-trockener Sand an? Alles, was ich bisher dazu geschrieben habe, kommt einer optischen Beschreibung noch lange nicht nahe in Sachen Anschaulichkeit. (Deswegen freue ich mich vorallem auf deinen Serienteil zum Fühlen und Riechen und so... :D )
Oder noch schlimmer: Das meer geschmacklich und geruchlich beschreiben. Das Einzige, was mir jetzt einfällt ist: "Es riecht salzig." Beim Geschmack fällt mir gar nichts ein, was nicht abgedrochen klingt, aber wenn man lange am Meer langläuft und atmet, "schmeckt" man ja manchmal Seeluft.
Im Moment ist das Riechen mein liebster Sinn, weil der Geruch so viele Emotionen auslösen kann und sehr charakteristisch ist. Wenn man schreibt, etwas rieche "faulig", wird beim leser hoffentlich sofort eine Emotion ausgelöst. Das finde ich toll.

Vielleicht bin ich auch einfach zu sehr Perfektionist. :?

Viele Grüße von der Elli

von © Yimou

 
Oh ja, ich finde es auch sehr schwierig. Vorallem, weil ich ja genau um Kopf habe, was passiert, wie es aussieht, wie es sich anfühlt usw.
Ich finde es äußerst schwierig, dieses genaue Bild dem Leser zu übermitteln ohne ihn mit Beschreibungen zu erschlagen. :?

Viele Grüße,
Elli

von © Yimou

 
Im Moment habe ich mir gerade wieder etwas dazu durchgelesen. Und mir ist was aufgefallen:
Kann es sein dass man bei "show dont tell" unter anderm veruscht so wenig Adjektive zu benutzen wie möglich und stattdessen Adjektive durch handlungen wieder spiegelt.
Bsp.: Er war nervös.
Besser.:
Er klopfte mit den Fingern auf den Tisch.

Stimmt meine Beobachtung??
Das mit den Vergleichen kann das ganze natürlich noch weiter verstercken.

von © SuperAlex123

 
Jipp Alex,
das ist eigentlich genau der Punkt. Anstatt zu beschreiben was der Leser sich vorstellen soll, zeigst du ihm was passiert.
Der Trick besteht quasi darin die Beschreibung in Handlungen zu "verstecken".

Wenn ich schreibe:

Peter sprang vom Klettergerüst.

Dann entsteht ein Bild, ich sehe Peter, wie er vom Klettergerüst springt. Das Bild ist noch nicht sehr genau, aber es existiert. Und du kannst es jetzt ausbauen.

Peters Jeans verfing sich an einem Nagel als er vom Klettergerüst sprang und schlug mit dem Kopf auf. Er wischte sich das blonde Haar aus der Platzwunde auf seiner Stirn.

Du weißt jetzt, dass er eine Jeans trägt, eine Platzwunde hat und blondes Haar. Aber an keiner Stelle habe ich ihn beschrieben. Außerdem wirst du vermuten dass er noch recht jung ist, weil er von einem Klettergerüst fällt und sich so sehr verletzt. Alles was du über ihn weisst erwächst aus der Handlung.

Wenn du nun noch schaffst, das Ganze in wichtige Handlung einzubetten (also keine Zusatzhandlung zu erschaffen die beschreibt, sondern es in Aktionen einzubinden, die wichtig für die Entwicklung des Charakters und den Verlauf der Geschichte sind), dann bist du auf dem richtigen Weg.

lg
Jacky ;)

von © Jacky