[Kind] Teddys brauchen auch mal Urlaub

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[Kind] Teddys brauchen auch mal Urlaub

Beitragvon Phoenyx » 28.01.2015, 11:20

Lang, lang ist's her als ich das letzte Mal überhaupt eine Geschichte geschrieben habe. Mittlerweile sind es fast zwei Jahre geworden, in denen ich überhaupt keine Zeit zum Schreiben hatte.

In der Zeit bin ich handwerklich ganz schön eingerostet und ich habe wieder viel zu lernen und nachzuholen. Zumindest kommt es mir so vor.

Also: Also: Hier meine erste Geschichte seit fast zwei Jahren. Ratschläge und Verbesserungen nehme ich dankend an. Natürlich habe ich sie schon einmal bearbeitet. Allerdings ist es die erste Kindergeschichte, die ich je geschrieben habe. Inspiriert wurde ich durch ein Seminar zu kreativen Schreibanlässen in der Grundschule.

Wir haben Fundstücke bekommen, zu denen wir uns eine Geschichte ausdenken sollten. Tja, ich zog einen Teddy und das ist meine Geschichte zu diesem Fundstück.





Teddys brauchen auch mal Urlaub!

Gerade noch schlafe ich tief und fest in Annas Armen eingekuschelt, als plötzlich Chaos ausbricht.
Die Tür wird aufgerissen. Das Licht angeknipst. Ja, irgendwer zieht mir und Anna sogar das Bettzeug weg. Was für eine Unverschämtheit!
Anna japst überrascht auf und reibt sich die Müdigkeit aus den Augen. Ich kneife meine kleinen Knopfäuglein einfach wieder zu.
Nun stürmen abwechselnd die Mama und der Papa ins Zimmer.
»Aufstehen, Anna!«, »Wir sind spät dran.«, »Wir fahren doch gleich in den Urlaub!« oder »Bist du etwa immer noch im Bett?« rufen sie. Und so wie es sich anhört, scheinen sie dabei Annas Zimmer auseinander zunehmen. Es rumpelt und poltert, rumpelt und poltert ...
Urlaub - davon habe ich gehört! Das ist angeblich eine Zeit voller Entspannung und Ruhe. Zumindest hat die Mama immer davon geschwärmt, wenn sie von diesem Urlaub sprach.
Vorsichtig öffne ich ein Auge und schiele durch den Raum. Die Mama versucht gerade, ihrem gähnenden Töchterlein beim Anziehen zu helfen. Das mit der Entspannung und Ruhe hat Mama wohl glatt vergessen. Warum müssen die Menschen eigentlich aus allem wieder solch einen Stress machen?
Und Stress ist offenbar hoch ansteckend.
Nun hat er auch meine Anna gepackt. Ihr Gesicht ist ganz rot vor Aufregung und jetzt rast sie genauso hektisch wie ihre Eltern durchs Zimmer.
Verzweifelt versucht sie noch ihr Schmusekissen in ihren Koffer zu quetschen.
»Anna, was machst du denn da?«, ruft ihr Vater als Anna gerade ein paar Klamotten aus ihrem Koffer schmeißt, um mehr Platz zu schaffen.
Und ich?
Ich liege immer noch im Bett.
Zwei Wochen Schweden - was auch immer das sein mag. Das bedeutet für mich: Zwei Wochen ohne Menschen!
Zwei Wochen, in denen ich so lange fern schauen kann, wie ich will.
Zwei Wochen, in denen ich so lange schlafen kann, wie ich will.
Na ja, ein bisschen wehmütig werde ich bei diesem Gedanken dann doch. Zwei Wochen ohne Anna! Ja, wer wird mir dann meine Streicheleinheiten geben und mit mir schmusen?
Wie lange sind zwei Wochen überhaupt? Na ja, denke ich mir und kuschle mich eng an Annas Kissen, so lange wird es wohl nicht sein.
Denn eins steht fest: Teddys brauchen auch mal Urlaub.
Anna will gerade mit ihrem Rucksack aus dem Kinderzimmer rennen, als sie in der Tür eine Vollbremsung hinlegt. Neugierig linse ich unter dem Kissen hervor und beobachte, wie Anna zielstrebig zum Bett zurück stapft.
Nanu? Was hat die denn vor?
Noch bevor ich begreife, wie mir geschieht, werde ich auch schon ziemlich unsanft in Annas rosa Rucksack gestopft.
»Fast hätte ich dich vergessen, Kasimir«, höre ich sie dumpf durch den dicken Stoff des Rucksacks sagen und mir schwant Böses.
Hey, so war das aber nicht abgemacht!
Im Rucksack ist es ziemlich eng. Karten, Bücher, Kaugummis und der gründe Plastikdino, der eigentlich Annas kleinerem Bruder Malte gehört - und mir nebenbei bemerkt, ganz schön Angst macht - machen es mir unmöglich, es mir auch nur ein bisschen bequem zu machen.
Oh das war‘s mit meinem Urlaub!
Ich spüre einen Ruck. Das Auto fährt.
Mama und Papa reden sehr hektisch und so laut miteinander, dass ich im Rucksack jedes Wort verstehen kann. Malte scheint im Auto sofort wieder eingeschlafen zu sein, denn er gibt keinen Mucks von sich. Anna summt fröhlich vor sich hin. Wahrscheinlich hat sie wieder diese Stöpsel im Ohr.
»Warum hast du denn den Wecker nicht gestellt?«, blafft Mama Papa an.
»Hab ich doch! Ich bin doch nicht blöd. Aber anscheinend hat da einfach jemand die Batterien rausgenommen!«
»Anna?!«, rufen beide plötzlich wie aus einem Mund.
»Ich brauchte welche für meinen MP3-Player«, verteidigt Anna sich nur.
So viele Worte am frühen Morgen! Gott sei Dank schlief der fünfjährige Malte noch. Der hätte sich ausgesprochen gerne in den Streit eingemischt.
Der Lärm, der Stress, das fahrende Auto - das wird mir alles zu viel und mir wird schlecht. Wäre ich kein Teddy, sondern ein Menschlein wie Anna, dann wäre ich sicherlich schon ganz grün im Gesicht. Ich brauche frische Luft - sofort. Und ich muss von diesem Dino weg. Diese gelben Augen starren mich so hungrig an, dass es mich glatt schüttelt vor Furcht.
Gott sei Dank hat Anna ihren Rucksack nicht ganz zu gemacht. Ich muss eine Weile an dem Reisverschluss herumfummeln. Gerade von innen und mit stumpfen Teddyhänden ist das gar nicht so einfach, aber schließlich gelingt es mir ihn so weit zu öffnen, dass ich meinen Kopf hindurch stecken kann.
Irgendwann sind wir endlich am Flughafen angekommen. Aber hier geht der Stress erst richtig los. Keine Spur von Ruhe und Entspannung!
Malte ist am Quengeln, weil er noch so müde ist und nicht verstehen kann, warum ihn Anna jetzt weckt. Der Papa flucht über die Parkgebühren und stammelt etwas von »Abzocke«. Und die Mama erinnert alle im Minutentakt daran, dass der Flug jeden Moment geht - und zwar ohne sie, wenn sie sich nicht sputen.
Der Flughafen ist riesig. Und obwohl es erst so früh am Morgen ist, schwirren so viele Menschen an uns vorbei, dass mir gleich wieder schwindlig wird. Und alle scheinen es mindestens genauso eilig zu haben wie meine Familie.
Ich denke gerade darüber nach, warum die Menschen aus allem immer so ein Tamtam veranstalten müssen, als es passiert.
Ich höre die Mama noch schreien: »Der Check-In hat schon angefangen!« Und plötzlich kommt Bewegung in meine Truppe. Alle rennen sie jetzt. Die Mamma, der Papa, der sich kurzerhand Malte geschnappt hat und auch meine Anna. Die Koffer rumpeln ihnen beim Rennen hinterher und ich werde im Rucksack kräftig auf und ab geschüttelt. Der Plastikdino kratzt mit seinen scharfen Klauen an meinem weichen Po, was ziemlich ätzend ist.
Anna verliert auf dem blank polierten Boden den Halt und stürzt. Ich purzle aus dem Rucksack - fix und fertig mit den Nerven.
Meine Anna rappelt sich wieder auf, als sei nichts passiert und sprintet ihren Eltern hinterher.
Und ich?
Ich bleibe zurück.
Ich liege auf dem Boden und starre genau auf die Abflugtafel.
Es vergehen ein paar Minuten.
Anna kommt nicht mehr zurück.
Auf der Tafel blinkt das Wort »Schweden« hektisch auf. Und dann ... ist es einfach verschwunden.
Der Flieger ist abgehoben.
Ich atme einmal tief ein und aus.
Wenn alles gut geht, sitzt meine Familie nun im Flieger auf den Weg nach Schweden und ich kriege endlich meine wohl verdiente Ruhe.
Auch wenn ich mir meinen Urlaub anders vorgestellt habe - so schlecht ist es hier gar nicht. Sind wir nicht vorhin an einen großen Fernseher vorbei gelaufen? Und dort hinten kann ich ganz viele Kuscheltiere in einem Regal entdecken. Die lassen mich mit Sicherheit dort schlafen, wenn ich lieb frage.
Anna wird Augen machen, wenn ich sie nach zwei Wochen hier am Flughafen abholen werde.
Wie lange sind eigentlich nochmal zwei Wochen?
Ach, wird schon nicht so lange sein.



Ich freue mich, auf eure Meinung.

Liebe Grüße,
Phoenyx
Das Amulett der Schatten - Teil 3
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Re: Teddys brauchen auch mal Urlaub

Beitragvon Sasskia » 28.01.2015, 13:42

Grüß dich, Phoenyx!

Deine Geschichte hat mich völlig davon überzeugt, dass Teddys Urlaub brauchen :girl:

Dein Schreibstil gefällt mir gut, ist flüssig und hat mich dazu gebracht, deine Geschichte gespannt zu Ende zu lesen.

Wahrscheinlich sind Kinder nicht so "streng", wenn es um Satzbau und kleine inhaltliche Ungereimtheiten geht, aber folgendes ist mir aufgefallen:

Gerade noch schlafe ich tief und fest in Annas Armen eingekuschelt, als plötzlich Chaos ausbricht.
Die Tür wird aufgerissen. Das Licht angeknipst. Ja, irgendwer zieht mir und Anna sogar das Bettzeug weg. Was für eine Unverschämtheit!


Kasimir schläft tief und fest in Annas Armen eingekuschelt? Oder schläft er tief und fest, in Annas Armen eingekuschelt? Die Tür wird aufgerissen und das Licht angeknipst (mein Vorschlag, weil dein zweiter Satz sonst kein Verb mehr hat). Ich weiß nicht genau, was du mit "Ja, irgendwer ..." besonderes ausdrücken willst. Mir sind im Text einige Sätze aufgefallen die du so beginnst ( ... Ja, wer wird mir dann meine Streicheleinheiten ...).

Inhaltliche Ungereimtheiten:
- MP3 Player, die Batterien brauchen? Meine haben einen eingebauten Akku :thinking:
- Woher weiß Kasimir, dass ihr Bruder 5 Jahre alt ist? Genügt nicht "kleiner Bruder"?
-
Der Flughafen ist riesig. Und obwohl es erst so früh am Morgen ist, schwirren so viele Menschen an uns vorbei, dass mir gleich wieder schwindlig wird. Und alle scheinen es mindestens genauso eilig zu haben wie meine Familie.
Ich denke gerade darüber nach, warum die Menschen aus allem immer so ein Tamtam veranstalten müssen, als es passiert.
Ich höre die Mama noch schreien: »Der Check-In hat schon angefangen!« Und plötzlich kommt Bewegung in meine Truppe.

Du schreibst, dass alle es zumindest so eilig haben, wie Kasimirs Familie, und später kommt plötzlich Bewegung in seine Truppe.
... aus allem immer so ein Tamtam veranstalten ... gefällt mir sprachlich nicht so gut. Vielleicht ... "Ich denke gerade darüber nach, warum die Menschen immer so hektisch sein müssen ...." und dann nicht, "als es passiert", sondern ...."....da passiert es:"
- Ich würde Anna auch nicht "sprinten" lassen, sondern "nachlaufen"
- Der Flieger HAT abgehoben, oder?

Dass Kasimir so gelassen hinnimmt, allein auf dem Boden des Flughafens zu liegen, wundert mich ein wenig. So groß dürfte die "Liebe" zu Anna wohl nicht sein :roll:
Trotzdem hoffe ich, Anna wird tatsächlich Augen machen, wenn Kasimir am Gate steht :mrgreen:
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Re: Teddys brauchen auch mal Urlaub

Beitragvon Zukunftsträumer » 28.01.2015, 22:02

Hallo Phoenyx!

Phoenyx hat geschrieben:In der Zeit bin ich handwerklich ganz schön eingerostet und ich habe wieder viel zu lernen und nachzuholen.


Na, dann wollen wir mal wieder ein wenig Öl ins Getriebe geben, was? Damit du bald wie Phoenyx aus der Asche steigen kannst! :lol:

Nein, Spaß beiseite!
Mit Interesse habe ich deine Geschichte gelesen, allein dieser niedliche Titel war schon Grund genug, mal zu schauen, was sich dahinter verbarg.
Und ich muss sagen, dass sie mir sehr gefallen hat, vor allem hat sie mich amüsiert. Teilweise die etwas drollige Art des Teddys sich auszudrücken war echt gut gemacht und machte den Text gleich authentischer. An anderen Stellen erzählte aber wieder ein hochgestochen. Naja, an sich ja nichts Schlimmes, aber vielleicht ja mal drauf achten.
Bei einer Geschichte aus einem anderen Genre, so sage ich es jetzt mal, hätte man vielleicht ein paar Anmerkungen machen können zum Inhalt und dem Aufbau der Sätze. Aber wie gesagt, es ist ja eine Kindergeschichte, die darüber hinaus, noch von einem Teddybären geschrieben/erzählt wurde.
Dennoch habe ich eine Anregungen zu deinem Text, die ihn doch etwas angenehmer zu lesen machen, Kindergeschichte hin oder her!

Phoenyx hat geschrieben:Gerade noch schlafe ich tief und fest in Annas Armen eingekuschelt, als plötzlich Chaos ausbricht.


Ich habe gelesen, dass Sasskia hier auch angemerkt hatte, dass du dich entscheiden solltest: einfach nur tief und fest in Annas Armen oder eingekuschelt? Wenn du beides nimmst, ist es doppeltgemoppelt!

Phoenyx hat geschrieben:Anna japst überrascht auf und reibt sich die Müdigkeit aus den Augen


Ich weiß nicht, ist "japst" hier der richtige Ausdruck? Ich denke, selbst einem Teddy fällt was besseres ein! :lol:
Schreibe es doch so, dass Anna einfach nur aufschreckt? Oder ist das zu hochgestochen?

Phoenyx hat geschrieben: Ich kneife meine kleinen Knopfäuglein einfach wieder zu. Nun stürmen abwechselnd die Mama und der Papa ins Zimmer.


Äh...er schließt die Augen, sieht aber, dass Mama und Papa ins Zimmer kommen? Etwas unglücklich beschrieben, würde ich sagen. Gut, man sollte annehmen, dass es "nur" die sein können...dennoch, etwas Überarbeitung würde dieser Szene nicht schaden.

Phoenyx hat geschrieben:Und Stress ist offenbar hoch ansteckend.
Nun hat er auch meine Anna gepackt. Ihr Gesicht ist ganz rot vor Aufregung und jetzt rast sie genauso hektisch wie ihre Eltern durchs Zimmer.
Verzweifelt versucht sie noch ihr Schmusekissen in ihren Koffer zu quetschen.


Hier finde ich, dass du den Text zu sehr zerstückelst. Da das ja alles eine Szene beschreibt, würde ich keine Absätze machen.

Und Stress ist offenbar hoch ansteckend. Nun hat er auch meine Anna gepackt. Ihr Gesicht ist ganz rot vor Aufregung und jetzt rast sie genauso hektisch wie ihre Eltern durchs Zimmer. Verzweifelt versucht sie noch ihr Schmusekissen in ihren Koffer zu quetschen


Phoenyx hat geschrieben:Denn eins steht fest: Teddys brauchen auch mal Urlaub.


Eben!

Phoenyx hat geschrieben:Karten, Bücher, Kaugummis und der gründe Plastikdino, der eigentlich Annas kleinerem Bruder Malte gehört - und mir nebenbei bemerkt, ganz schön Angst macht - machen es mir unmöglich, es mir auch nur ein bisschen bequem zu machen.


Hier in diesem (langen) Satz, den du aber gut mithilfe der Bindestrich überbrückst, lese ich zwei Mal "machen" und ein Mal "macht". Ein wenig viel "machen" oder? Wortwiederholung.
Da muss ich mich gerade melden! Bin genauso eine Spezialist dabei! :XD:

Phoenyx hat geschrieben:Der Lärm, der Stress, das fahrende Auto - das wird mir alles zu viel und mir wird schlecht.


Hier 2-mal "wird"!

Phoenyx hat geschrieben:Reisverschluss


Reißverschluss

Phoenyx hat geschrieben:Der Papa flucht über die Parkgebühren und stammelt etwas von »Abzocke«.


Von Abzocke stammeln? Fluchen, meckern kann ich ja noch verstehen, aber stammeln? Der muss ja gehörig von der Rolle sein!

Phoenyx hat geschrieben:Und plötzlich kommt Bewegung in meine Truppe.


"Und" am Anfang weg!

Phoenyx hat geschrieben:Alle rennen sie jetzt. Die Mamma, der Papa, der sich kurzerhand Malte geschnappt hat und auch meine Anna.


Da man davon ausgehen kann, dass mit "alle" die Familie gemeint ist, warum sollte der Teddy auch darüber berichten, wie eine andere Familie losrennt, würde ich die nachfolgende Aufzählung weglassen!
Ach ja und heißt das nicht Mama? (mit einem "m")

Phoenyx hat geschrieben:Die Koffer rumpeln ihnen beim Rennen hinterher und ich werde im Rucksack kräftig auf und ab geschüttelt.


Wir wissen ja, dass sie rennen. Und wobei sollen dabei sonst die Koffer rumpeln? M.M.n "beim Rennen" weg!

Phoenyx hat geschrieben:Anna verliert auf dem blank polierten Boden den Halt und stürzt.


Blank poliert? Der Teddy weiß sich aber auszudrücken!

Phoenyx hat geschrieben:Meine Anna rappelt sich wieder auf, als sei nichts passiert und sprintet ihren Eltern hinterher.


Hatte Sasskia auch schon bemängelt. "Sprintet" passt hier nicht! :nosad: Eilte? Lief? Rannte o.ä.?

Phoenyx hat geschrieben:Und ich?
Ich bleibe zurück.
Ich liege auf dem Boden und starre genau auf die Abflugtafel.
Es vergehen ein paar Minuten.
Anna kommt nicht mehr zurück.
Auf der Tafel blinkt das Wort »Schweden« hektisch auf.
Und dann ... ist es einfach verschwunden.
Der Flieger ist abgehoben.
Ich atme einmal tief ein und aus.


Hier finde ich die Szene, wo du den Text in einzelne "Happen" aufteilst, sehr schön. Man merkt förmlich, wie Ruhe einkehrt, der Stress ein Ende hat. Gut gelungen!

Sasskia hat geschrieben:Dass Kasimir so gelassen hinnimmt, allein auf dem Boden des Flughafens zu liegen, wundert mich ein wenig. So groß dürfte die "Liebe" zu Anna wohl nicht sein


Naja, wenn man die meiste Zeit mit jemanden zusammenhockt und der einen Schmust und so, dann ist man auch mal froh, wenn man ein bisschen Zeit für sich hat, oder? Das wissen wir Menschen ja auch.

Sasskia hat geschrieben:- MP3 Player, die Batterien brauchen? Meine haben einen eingebauten Akku


Doch, das gibt es! Ich habe auch einen...gut, der ist auch fast sechs Jahre alt! :P

Zurück zum Thema: eine niedliche Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Vielleicht kannst du ja mit meinen Vorschlägen was anfangen.

Ich hoffe, du kommst in Zukunft wieder ein wenig mehr zum Schreiben!

MfG

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Re: Teddys brauchen auch mal Urlaub

Beitragvon Phoenyx » 28.01.2015, 22:27

Boah, erst einmal tausend Dank an euch, dass ihr euch Zeit für meine Geschichte genommen habt.

Ohne eure Verbesserungen noch einmal zu zitieren, muss ich sagen, dass da schon vieeeeel, vieeel Arbeit reingesteckt werden muss.

Zum einen muss ich mich noch in eine kindgereichte Schreibweise hinein finden und zum anderen habe ich den Teddy als Erzähler unterschätzt. :XD:

Von den ein oder anderen holprigen Sätzen ganz zu schweigen.

Generell muss ich, beim genaueren Nachdenken Sasskia Recht geben. Eigentlich wurde die Geschichte ja zum Thema "Fundstück" konzipiert und daher musste der Teddy quasi verloren gehen. Das war das Ziel der Geschichte um den Teddy als Fundstück bezeichnen zu können. Jetzt, da ich die Geschichte allerdings unabhängig davon, bearbeite und überarbeite spricht eigentlich nichts dagegen das Ende um zu schreiben.

Vielleicht hab ich einfach Mitleid mit Anna - oder ich quäle den Teddy Kasimir so gerne, wer weiß, aber irgendwie hab ich Lust Kasimir zu Anna zurück zu führen.

Ausprobieren kann ich es ja zumindest mal. Schreibprogramme sind ja Gott sei Dank flexibel. :XD:

Es ist doch immer wieder erstaunlich wie einem Stil- und auch Denkfehler in einem Text erst dann auffallen, wenn man mit der Nase drauf gestoßen wird. :XD:
Und ja, eingerostet bin ich ja auch noch.

Und ja, es gibt tatsächlich MP3-Player, die noch mit Batterien betrieben werden. Ich fand es jetzt unproblematisch, dass ein schätzungsweise siebenjähriges Kind wie Anna noch keinen iPod und dergleichen hat. Aber vielleicht bin ich ja auch schon zu alt. In meiner Kindheit gab's ja noch den Kassettenrekorder, Bleistift inclusive. :XD:

Ich musste halt irgendeinen Grund erfinden, warum Anna die Batterien aus dem Wecker gemopst hat. Falls euch was besseres einfällt, nur her damit.

So, dann hab ich erst einmal viel Arbeit vor mir. Mal schauen, wann ich dazu komme. Hoffentlich spätestens bis zum Wochenende.

Tausend Dank noch mal, ich hab viele tolle Denkanstöße bekommen und ich merke gleich wieder, wie es in meinem Hirn rattert.

Liebe Grüße und einen schönen Abend wünsche ich,
Phoenyx
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Re: Teddys brauchen auch mal Urlaub

Beitragvon Xinnea » 16.04.2015, 22:42

Hallo Phoenyx,

ich habe die anderen Kommentare noch nicht gelesen, aber lasse dir einfach mal meine spontanen Gedanken zu inhaltlichen Punkten der Geschichte hier. Gerade deine Geschichte habe ich gelesen, weil es den Titel total niedlich fand.

Was mir sofort sehr positiv auffiel, ist dein Schreiben in der Gegenwart. Ich schreibe nur in der Gegenwart, weil es sich gerade bei Kindergeschichten für mich natürlicher und angenehmer anfühlt. Daher gefällt mir sehr, dass diese Geschichte in der für mich angenehmen Gegenwart geschrieben ist.
Außerdem finde ich es total spannend, dass wir die Geschichte aus Teddys Perspektive erleben dürfen :)

Was für mich während des Lesens störend war, war, dass die Eltern immer als "die" Mama und "der" Papa bezeichnet wurden. Aber das hat sicher nur damit zu tun, in welcher Region man aufgewachsen ist. Für mich hört es sich komisch an, weil es in meinem Umfeld nie jemand gesagt hat. Ich würde nur Mama oder Papa sagen. Aber wie gesagt, das ist sicher subjektives Empfinden und jemand, der immer "die" Mama gesagt hat, stört sich sicher nicht daran.

Ihr Gesicht ist ganz rot vor Aufregung und jetzt rast sie genauso hektisch wie ihre Eltern durchs Zimmer.


Daraus würde ich zwei Sätze machen.

»Fast hätte ich dich vergessen, Kasimir«, höre ich sie dumpf durch den dicken Stoff des Rucksacks sagen und mir schwant Böses.
Hey, so war das aber nicht abgemacht!


Hier musste ich lachen. Die Stelle mag ich. Ich habe sofort Bilder von einem empörten Teddy vor Augen. Ich glaube aber, dass ich auch da zwei Sätze machen würde. Punkt hinter "sagen" und "Mir schwant Böses." alleine stehen lassen. Sieht für mich besser aus.

Karten, Bücher, Kaugummis und der gründe Plastikdino, der eigentlich Annas kleinerem Bruder Malte gehört - und mir nebenbei bemerkt, ganz schön Angst macht - machen es mir unmöglich, es mir auch nur ein bisschen bequem zu machen.


Der Satz ist wieder sehr lang und ich musste ihn noch mal von vorne lesen. Aber ich bin da gerade sehr pingelig, weil ich selber nämlich oft in lange Schachtelsätze verfalle und da momentan besonders drauf achte.

Oh das war‘s mit meinem Urlaub!
Ich spüre einen Ruck. Das Auto fährt.


"Das Auto fährt" kommt für mich irgendwie sehr plötzlich.

»Anna?!«, rufen beide plötzlich wie aus einem Mund.
»Ich brauchte welche für meinen MP3-Player«, verteidigt Anna sich nur.


Finde ich sehr witzig. Aber ich glaube nicht, dass Mama und Papa das einfach so stehen lassen, oder? Sicher würde da noch eine empörte Reaktion kommen.

das wird mir alles zu viel und mir wird schlecht.


Zwei Mal "wird mir", bzw. "mir wird" klingt für mich hier etwas holprig.

Alles in Allem ist die Geschichte niedlich und, wie gesagt, gefällt mir die Gegenwart und dass wir sie aus Teddys Sicht erleben. Aber ehrlich gesagt lässt mich das Ende ein wenig unbefriedigt zurück. Die ganze Zeit war alles so hektisch, dass ich auf ein Ende hoffte, was mir die Hektik nimmt. Irgendwie habe ich immer noch dieses Gefühl der Hektik in mir, nicht als wäre sie am Ende noch aufgelöst worden. Und ich bin traurig, weil Anna jetzt sicher einen schrecklichen Urlaub hat. Schließlich weiß sie nicht, dass sie ihren Teddy (wahrscheinlich) nach dem Urlaub wiederfinden wird. Sie geht sicher davon aus, dass sie ihn für immer verloren hat. Zumindest würde ich das denken, stellte ich fest, dass mein Teddy weg ist. Aber ich bin einfach jemand, der ein Happy Ending braucht. Wieder ein sehr subjektives Empfinden.

Was mir wirklich gefielen, waren die witzigen Stellen aus Teddys Sicht. Ich musste tatsächlich das ein oder andere Mal schmunzeln.

Ich hoffe, du kannst mit meinem Gesagten etwas anfangen. Ich habe hier noch nicht so viel kommentiert, übe das also auch noch :)
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Re: [Kind] Teddys brauchen auch mal Urlaub

Beitragvon wolihops » 29.08.2015, 22:18

Hallo Phoenyx,
die Geschichte ist schon länger in der Schreibwerkstatt . Da ich kommentieren und kritisieren erlernen soll, habe ich mir Deine Geschichte ausgesucht. Sie gefällt mir sehr gut, vor allem, weil sie aus der Perspektive des Teddys erzählt wurde. Dir ist sehr gut gelungen, einerseits die Hektik der Familie und andererseits den ersehnten Urlaub des Teddys darzustellen. Um sie besser lesen zu können, würde ich Absätze machen. Ausserdem würde ich auf die Füllworte schauen, ob sie nicht wegfallen können.


Phönyx hat geschrieben: Anna japst überrascht aufund reibt sich die Müdigkeit aus den Augen.


Der Satz ist für mich missverständlich. Erst würde ich Anna aufwachen lassen, dann japst sie und dann reibt sie sich die Müdigkeit aus den Augen


Phönyx hat geschrieben: zieht mir und Anna sogar das Bettzeug weg.

Bettzeug sind Decke und Kissen, also die Bettdecke ist besser


Phönyx hat geschrieben: Nun stürmen abwechselnd die Mama und der Papa ins Zimmer.


Hier fehlt der Bezug auf Anna, also Annas Mama und Papa



Phönyx hat geschrieben: Zumindest hat die Mama immer davon geschwärmt, wenn sie von diesem Urlaub sprach.


Zumindest hat Annas Mama ( sonst missverständlich, wessen Mama)



Phönyx hat geschrieben: Zwei Wochen, in denen ich so lange fern schauen kann, wie ich will.
Zwei Wochen, in denen ich so lange schlafen kann, wie ich will



(hier wiederholt sich der Satz und das ist literarisch nicht schön: z.B "Zwei Wochen ausschlafen" genügt



Phönyx hat geschrieben: So viele Worte am frühen Morgen! Gott sei Dank schlief der fünfjährige Malte noch. Der hätte sich ausgesprochen gerne in den Streit eingemischt.




Ich bezweifle, dass sich ein fünfjähriger Junge in so einen Streit einmischt. Da ist wohl das Gebrabbel des Kleinen gemeint, wenn das auchnoch dazu käme!


Des öfteren verwendest Du" Ja oder Na ja", Das stört den Lesefluss und es ist literarisch nicht schön.

Phönyx hat geschrieben: Ich denke gerade darüber nach, warum die Menschen aus allem immer so ein Tamtam veranstalten müssen, als es passiert.





(den Satz verstehe ich nicht? " als passiert" weglassen!)

Phönyx hat geschrieben: Auf der Tafel blinkt das Wort »Schweden« hektisch auf.




Schweden ist groß und ein Land, Flieger fliegen aber nur Orte an. Das ist einfach falsch

Der Schluss gefällt mir nicht so ganz. Er ist mir zu abrupt, wenn der Teddy auf den Boden fällt, seine Umgebung wahrnimmt und ans Fundbüro denkt. Woher kennt ein Teddy ein Fundbüro? Die Geschichte hat hier einen Knick. Wer hat den Teddy gefunden und zum Fundbüro gebracht. Da könnte man sich mehrere Varianten ausdenken.Danach können die Urlaubsgedanken vom Teddy wieder einfließen.


Hoffe, ich konnte zu Deiner Geschichte noch etwas einfließen
lassen

Liebe Grüße
wolihops
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