These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

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These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Samira-Jessica » 24.08.2014, 22:44

Hallo liebe Schreiberlinge,

ich weiß, hier in der Schreibwerkstatt geht es nicht um Fanfictions und es werden auch keine eingestellt.
Doch gerade eben hatte ich einen Geistensblitz den ich gerne mit euch teilen möchte und zu dem ich euch gerne um eure Meinung fragen würde:

Soeben habe nach langer Zeit mal wieder über meine Fanfictions drübergeschaut und eine Erkenntnis gewonnen! Nämlich: Ich glaube, dass es ja bei Fanfiction eigentlich beinahe noch wichtiger ist diese zu planen, als bei Romanen oder anderen Geschichten, weil man eigentlich genaustens über die Charakter, die Gegebenheiten, die Schauplätze, die Handlung ect. der Bandmitglieder, des Filmes, des Buches,... Bescheid wissen muss bzw. sollte! Daher denke ich, ist eigentlich sehr wichtig, dass man sich aufschreibt, was man weiß, über die Charakter, die Handlungsabläufe, die Welt, in der die Geschichte aufgebaut ist usw. Damit man also eine richtig gute Fanfic. schreiben kann, denke ich, sollte man sich nochmal hinsetzen und den Film bzw. das Buch von Vorne bis Hinten durcharbeiten und alles Wichtige nacheinander festhalten bzw. sehr gründlich über die Stars rechachieren bevor man zu Schreiben beginnt.


Jetzt würde ich gerne wissen, ob ich das eurer Meinung nach richtig erkannt habe und was ihr dazu sagt.

Liebe Grüße
Samira-Jessica

P.S. an die Moderation: Ich hoffe das Thema zu Fanfictions geht in Ordnung, weil es ja hier mehr um die Planung als um FFs geht.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon grit » 25.08.2014, 20:39

Es kommt darauf an, ob dir Canontreue wichtig ist. Dann muss man natürlich sehr gut in der Materie drinstecken und sollte sich im Werk gut auskennen.
Einige FFs sind ja interpretatorisches Schreiben, sie füllen Lücken aus oder spinnen bestimmte Handlungsstränge weiter. Wenn man da Wert darauf legt, dass es keine Widersprüche zum Originaltext gibt, dann erfordert das Sorgfalt. Doch nicht mehr und nicht weniger als bei freien Arbeiten.
Was die Planung betrifft, das hängt vom Schreiber ab. Ich kann zum Beispiel gar nicht gut ohne Planung, ganz egal, was ich schreibe.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Eiskastanie » 25.08.2014, 22:00

Ich schreibe zwar keine Fanfictions aber wenn, dann es währe für mich extrem wichtig das alles Sinn ergibt und passt. Eine Fanfiction würde mir nur gefallen (sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben) wenn sie mit dem Original auf das sie sich bezieht übereinstimmt.

Das heißt, meiner Meinung nach, aber nicht das überhaupt nichts verändert werden darf. Wenn alles sinnvoll begründet ist kann man gerne auch eine ,, Was währe passiert wenn...?" mit alternativen Ende/neuen Handlungsstrang usw. schreiben.

(natürlich nur meine Meinug :D . Ich bin nicht der Größte Fanfiction Fan aber wenn sie gut gemacht sind :wink: )

Ich finde bei jeder Geschichte muss geplant werden. Mal mehr mal weniger. Manche Passagen kann ich ohne große Planung aus dem Bauch heraus schreiben und brauche nur eine ungefähre Ahnung von dem was passieren soll. Andereseits muss ich über andere Passagen viel nachdenken.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Feuerfeder » 26.08.2014, 14:42

Hallo Samira-Jessica!

Das ist so ungefähr der Grund, dass ich Fanfiktions für schwieriger als eigene Geschichten halte.
Vielleicht hab ich da einen sehr hohen Anspruch, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, die fremden Charaktere so zu schreiben, dass sie sich genau wie im Original anfühlen.
Aber da es viele Schreiberlinge gibt, die mit Fanfiktion anfangen, ist es eben ein Spielfeld, auf dem sich jeder austoben kann und wo viele es einfach nicht so genau nehmen.
Im Übrigen würde ich das eher Recherche als Planung nennen.

Liebe Grüße
Feuerfeder
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Hyena » 27.08.2014, 08:00

Hi,

wie so viele habe auch ich mit FF`s gestartet.

Einige FFs sind ja interpretatorisches Schreiben, sie füllen Lücken aus oder spinnen bestimmte Handlungsstränge weiter.
Das war immer das, was mich daran gereizt hat. :D

Wenn man da Wert darauf legt, dass es keine Widersprüche zum Originaltext gibt, dann erfordert das Sorgfalt.
Hm, kommt auf das Fandom an bzw. auf die Komplexität der Originalstory. Ich muss sagen, dass ich FFs zu schreiben auch in "schwierigen" Universen nach wie vor für deutlich einfacher halte, als sich etwas komplett Neues aus den Fingern zu saugen. Meine FFs waren immer canongetreu, ich habe stets bloß Lücken der Originalstory genutzt.

Dennoch kann ich nicht behaupten, dass es nötig gewesen wäre, alles noch mal nachzuschlagen, das habe ich nur bei brisanten Details getan, wo ich mir unsicher war - verglichen mit der Recherchearbeit für eigene Werke (selbst wenn es Fantasy ist), ein Witz.

Immerhin kann man bei den Lesern ein recht hohes Grundwissen voraussetzen, was die Details anbelangt, man muss ja nicht noch mal alles erklären und meist reichen Andeutungen. FFs werden nur selten bis gar nicht von Leuten außerhalb des Fandoms gelesen, höchtens mal von Bekannten, von daher kann man idR einfach Dinge, die man so nicht mehr genau weiß, schreiberisch geschickt umgehen, ohne, dass das Verständnis darunter leidet.

Fazit:

Ich finde,das Planen und Schreiben macht auch bei canongetreuen FFs weitaus weniger Arbeit als das Schreiben einer Originalstory.

Muss allerdings einräumen, dass ich ein hervorragendes Detailgedächtnis habe, wenn mir etwas gefällt, vielleicht spielt das auch noch mit rein.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon magico » 27.08.2014, 11:17

Samira-Jessica hat geschrieben:eine Erkenntnis gewonnen! Nämlich: Ich glaube, dass es ja bei Fanfiction eigentlich beinahe noch wichtiger ist diese zu planen, als bei Romanen oder anderen Geschichten


:wary: Das soll 'ne Erkenntnis sein?

Es wird immer Schreiber geben, die planen müssen (egal was sie schreiben) und es wird immer Schreiber geben, die so gut wie gar nicht planen müssen (egal was sie schreiben).

Samira-Jessica hat geschrieben:weil man eigentlich genaustens über die Charakter, die Gegebenheiten, die Schauplätze, die Handlung ect. der Bandmitglieder, des Filmes, des Buches,... Bescheid wissen muss bzw. sollte!


Weiß man das nicht bereits, weil man es gelesen (gesehen) hat und als Fan wahrscheinlich auch mehr als einmal? Bei eigenen Geschichten erschafft man völlig neue Charaktere (sogar Welten) die innerhalb der Geschichte funktionieren müssen. Da ist eine Planung (für die Plan-Schreiber) doch viel wichtiger.

Ehrlich gesagt, würde ich mir für "Fan Fiction" gar nicht so viel Arbeit machen, da es sowieso nur einen begrenzten Leserbereich erreichen kann. Ich sehe "Fan Fiction" auch eher als Übungsfeld für Schreibanfänger.


Grüße - magico
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Bonaventura » 27.08.2014, 12:10

Ich finde,das Planen und Schreiben macht auch bei canongetreuen FFs weitaus weniger Arbeit als das Schreiben einer Originalstory.
Liegt wahrscheinlich auch daran, dass jemand, der auf die Idee kommt, fanfiction zu schreiben, ja in aller Regel ein Fan sein dürfte. Die bringen meistens ohnehin von Haus aus ein unglaubliches Detailwissen über ihre jeweilige Obsession mit und beschäftigen sich sowieso viel und gerne und schon lange mit dem Thema. Für die meisten dürfte da nicht mehr allzuviel Extra-Recherche nötig sein.

Dazu kommt, dass auch der komplexeste "Kanon" nicht annähernd so vielschichtig, vage, umstritten und detailreich ist wie bspw. unsere reale Geschichte. Ein historischer Roman etwa macht, wenn man`s ernsthaft angeht, wesentlich mehr Arbeit.

Drum ist ja fanfiction so ein tolles Übungsfeld. Ganz ohne Planung gehts da aber auch nicht.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Milch » 27.08.2014, 17:14

Bonaventura hat geschrieben:
Ich finde,das Planen und Schreiben macht auch bei canongetreuen FFs weitaus weniger Arbeit als das Schreiben einer Originalstory.


Dazu kommt, dass auch der komplexeste "Kanon" nicht annähernd so vielschichtig, vage, umstritten und detailreich ist wie bspw. unsere reale Geschichte. Ein historischer Roman etwa macht, wenn man`s ernsthaft angeht, wesentlich mehr Arbeit.

Drum ist ja fanfiction so ein tolles Übungsfeld. Ganz ohne Planung gehts da aber auch nicht.


1. Es geht wahrscheinlich auch ohne Planung.
2. Ich finde, der Kanon bei Star Trek ist gewaltig, obwohl ein historischer Roman viel Arbeit.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Samira-Jessica » 27.08.2014, 23:54

Ich fasse mich kurz kurz XD - Kann ja später nochmal ausführlicher auf eure Antworten zurückkommen..

Klar kann es durchaus ohne Planung gehen aber ich glaube eine Planung bei FFs ist doch nicht ganz verkehrt, weil man ja schon gut, genau, über das Bescheid wissen sollte, über das man schreibt.

Feuerfeder hat geschrieben:Im Übrigen würde ich das eher Recherche als Planung nennen.

Liebe Grüße
Feuerfeder


Oh ... ja da hast du eigentlich Recht ... *grübel*
Danke ^^
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Ratsherr » 28.08.2014, 16:22

Es kommt ganz darauf an, in welchem Umfang sich die Fanfictions bewegen. Ich kenne Fanfictions, die meiner Meinung nach weitaus interessanter als das Original fortgeführt wurden und in denen jahrelange Arbeit steckt, die mitunter 500k oder 600k Wörter lang sind und bei denen man merkt, wie intensiv sich der Autor in sie hineinversetzt hat. Heutzutage ist Fanfiction in meinen Augen für viele junge Autoren ein Übungsfeld, aber auch ein Massenphänomen unter Fans geworden, mit dem man Aufmerksamkeit oder möglichst viel Rückmeldung auf sich ziehen will. Oft werden die Geschichten dann nach wenigen Kapiteln abgebrochen, wenn man merkt, dass es doch nicht ganz so gut ankommt. Darin unterscheiden sich die Fanfictions meiner Meinung nach: Die Autoren, die sich wirklich ernsthaft damit befassen, führen ihre Geschichten zu Ende, ob sie nun viel oder wenig Rückmeldung erfährt.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Dass man noch ausführlicher planen muss, würde ich nicht behaupten. Es ist sogar weniger anstrengend als ein umfangreicher historischer Plan, weil es in einer Fanfiction oftmals nur um den Plot geht, während man die Charaktere aus einer Vorlage übernimmt. Und dass man sich mit einem Film, einem Buch, einer Serie usw. auskennt, bevor man eine Fanfiction darüber schreibt, empfinde ich als Selbstverständlichkeit. Ich habe selbst schon Fanfictions geschrieben, aber nie über ein Thema, mit dem ich mich nur am Rande befasst habe, sondern über eine Serie, die ich seit zwölf Jahren verfolge und mit der ich mich zuvor intensiv auseinandergesetzt habe. Charaktertreue und -stringenz ist ansonsten in einer Fanfiction gar nicht möglich.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Samira-Jessica » 28.08.2014, 20:30

Ratsherr hat geschrieben:Es kommt ganz darauf an, in welchem Umfang sich die Fanfictions bewegen. Ich kenne Fanfictions, die meiner Meinung nach weitaus interessanter als das Original fortgeführt wurden und in denen jahrelange Arbeit steckt, die mitunter 500k oder 600k Wörter lang sind und bei denen man merkt, wie intensiv sich der Autor in sie hineinversetzt hat. Heutzutage ist Fanfiction in meinen Augen für viele junge Autoren ein Übungsfeld, aber auch ein Massenphänomen unter Fans geworden, mit dem man Aufmerksamkeit oder möglichst viel Rückmeldung auf sich ziehen will. Oft werden die Geschichten dann nach wenigen Kapiteln abgebrochen, wenn man merkt, dass es doch nicht ganz so gut ankommt. Darin unterscheiden sich die Fanfictions meiner Meinung nach: Die Autoren, die sich wirklich ernsthaft damit befassen, führen ihre Geschichten zu Ende, ob sie nun viel oder wenig Rückmeldung erfährt.



Da kann ich nur sagen: Ich sehe das ganz genauso..

Ratsherr hat geschrieben:Aber zurück zum eigentlichen Thema: Dass man noch ausführlicher planen muss, würde ich nicht behaupten. Es ist sogar weniger anstrengend als ein umfangreicher historischer Plan, weil es in einer Fanfiction oftmals nur um den Plot geht, während man die Charaktere aus einer Vorlage übernimmt. Und dass man sich mit einem Film, einem Buch, einer Serie usw. auskennt, bevor man eine Fanfiction darüber schreibt, empfinde ich als Selbstverständlichkeit. Ich habe selbst schon Fanfictions geschrieben, aber nie über ein Thema, mit dem ich mich nur am Rande befasst habe, sondern über eine Serie, die ich seit zwölf Jahren verfolge und mit der ich mich zuvor intensiv auseinandergesetzt habe. Charaktertreue und -stringenz ist ansonsten in einer Fanfiction gar nicht möglich.


Ja, ich habe gemerkt, dass ich das falsche Wort verwendet habe, ich meinte eigentlich ja die Recherche.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Samira-Jessica » 28.08.2015, 22:43

Mittlerweile habe ich mich ja schon mehr mit dem Planen und Ploten beschäftigt und auch den riesigen Vorteil daei entdeckt & eben ist mir ein Gedanken in den Sinn gekommen:

Vielleicht bin ich an meinen FF-Anfängen bisher "nur" gescheitert, weil auch diese nicht genügend geplant waren und ich eigentlich nicht wirklich wusste, wie die Reise zum Ziel aussehen sollte. Ich meine, das Ziel zu kennen ist ja schön und gut aber nützt wenig, wenn man den Weg nicht kennt. ( :roll: und plötzlich ergibt der Satz "Der Weg ist das Ziel" für mich Sinn...) Also ist es vielleicht doch nicht verkehrt, auch hierbei zu potten ...

Und eine gute Übung zum plotten von originalen Geschichten ...
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Padrion » 28.08.2015, 23:03

Feuerfeder hat geschrieben:Vielleicht hab ich da einen sehr hohen Anspruch


Vermutlich. Wenn man ein wirklich anspruchsvollen Projekt angeht, erfordert das immer Planung. Die meisten Fanfics sind aber nicht besonders anspruchsvoll. Da man mit ihnen i.d.R. kein Geld verdienen möchte, ist das auch nicht nötig.
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Badabumm » 29.08.2015, 02:09

Mit Fanfiction ist es wie mit einem intensiven Hobby: man weiß "alles" über seine Lieblingsserie wie man "alles" weiß über das Hobby, das man ausübt. Deshalb ist das Argument, dass der echte Fan sowieso das komplette Universum seiner Lieblinge im Kopf hat und superdetailversessen ist, durchaus schlüssig. Er muss sich eigentlich "nur" um seine Fangeschichte und den Plot kümmern. Die Figuren sind fix und fertig wie ein Lego-Baukasten, aus dem man immer nur ein bestimmtes Raumschiffmodell oder Bagger bauen kann. Mit diesen fertigen Versatzstücken kann er "spielen". Und weil er soviel weiß und sich Gedanken gemacht hat, kann er sich an Themen heranwagen, die der Originalautor einfach nicht bedacht hat. Um es mit Michael Ende zu sagen: "Das ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden." Der Fan tut genau das.

Damit es aber gut wird, muss er eine gute Idee haben, und da stimme ich Samira-Jessica durchaus zu: er braucht zwar nichts erschaffen, aber er muss eine Super-Idee abliefern, und das ist schwer. Das geht nur mit stimmigem Konzept. Ich glaube, aus diesem mangelnden Verständnis gibt es so viele blasse Fanfiction, wenn sie exakt im Canon liegen soll. Weil die Autoren das unterschätzen. Der Autor kann sich nämlich nicht mit dem Erschaffen neuer Welten "herauswinden" und wild rumschwadronieren. Eine überzeugend geschaffene Welt kann auch schon mal blassere Charaktere vertragen, aber dieser Fluchtweg ist ihm versperrt. Er ist wie ein Drehbuchschreiber, der für die x-te Folge Lindenstraße mit den vorhandenen, allseits bekannten Charakteren immer noch was Neues kreiren soll. Die Geschichte hat oberste Priorität. Also darf Harry P. schon mal schwul sein, aber irgendwann wird der Canon verlassen, weil alle Standardsituationen abgefrühstückt sind.

Da ich fast nichts Neues erschaffen kann und meine Charaktere sowieso immer ein Eigenleben entwickeln, mag und kann ich persönlich Fanfiction nicht so sehr. Ich klaue ungeniert vom fertigen Kuchen ohne beim Backen mitgeholfen zu haben, das hinterlässt ein flaues Gefühl. Für mich verwenden darf ich es außerdem nicht. Zum Üben ja, aber soviel Energie in etwas stecken, das für die Tonne ist...?
Ich hab's probiert, und meine Personen handeln absolut gegen den Canon, sind neudeutsch "Out-of-Character". Im Grunde nämlich schon meine eigene Schöpfung. Damit spiele ich dann zwar auf der Ironieebene, aber nicht jeder Fan mag das.

Fanfiction ist wie ein Gesellschaftsspiel, bei dem die Regeln feststehen. Wer's mag, innerhalb der Regeln ein gutes und spannendes Spiel abzuliefern, für den ist Fanfiction etwas. Ich nehme ja die fertigen Regeln auf mich, um trotzdem in deren Grenzen zu "gewinnen", es ist durchaus sportlich gemeint. Ein Mensch-ärger-dich-nicht für die Seele. Man gibt mir Bauklötze und ich baue daraus einen Turm, ohne die Steine vorher hobeln zu müssen. Das Wohlgefühl, soundsoviel Punkte gemacht zu haben, die erste Gleitschirmlandung, die Stange übersprungen zu haben, die 200 Meter gelaufen zu sein, die Bergwand erklommen zu haben (obwohl es schon vierhundert vor mir getan haben und oben nur ein Souvenirkiosk steht) usw. OHNE zu mogeln macht gerade den Reiz aus.
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(Søren Kierkegaard)
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Re: These: Auch Fanfictions brauchen Planung!

Beitragvon Alix » 29.08.2015, 10:18

Es kommt ganz auf den Umfang und die Komplexität der Originalstory an. Ich habe als ich angefangen habe zu schreiben auch Fanfictions geschrieben, aber mehr schlecht als recht. Geplant habe ich überhaupt nicht, einfach drauf los geschrieben, wie es mir gerade in den Sinn kam. Waren jetzt nicht gerade die besten Texte (ungeachten dessen, dass ich auch technisch nicht gerade begabt war xD). Irgendwann bin ich dazu übergegangen Fanfictions nur zu lesen. Und da war ich vor allem in sehr komplexen Bereichen, wie Tolkiens Geschichten unterwegs. Da ist mir viel schlechtes begegnet, aber zum Beispiel eine Reihe (Trilogie), die auch ziemlich lang ist (hab grad nochmal nachgeguckt, der zweite, längste Teil ist 1049409 Wörter lang, die anderen Geschichten der Autorin liegen bei um die 500k). Und die steckte so gut in der Materie, dass die Geschichte wirklich Hand und Fuß hatte (ungeachtet dessen, dass sie auch einen verdammt guten Schreibstil hatte). Ob ein Autor gut geplant hat und gut in der Thematik drinnen ist, fällt glaube ich (außer es sind wirklich grundsätzliche Unstimmigkeiten) vor allem denen auf, die sich selbst gut damit auskennen. Ich kenne selbst die Bücher von Tolkien fast auswendig, so oft wie ich sie gelesen habe (es gab sogar eine Zeit, in der ich die Stammbäume sämtlicher Elben auswendig runterbeten konnte xD), weshalb mir eben jene Geschichte so positiv aufgefallen ist
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