10 Tipps für Rückblenden die mitreißen

Diskussion zum Schriftsteller-werden.de Blog

 
Hallo miteinander

Das ist schon eine sehr interessante Unterhaltung, die Ihr hier führt! Besonders, weil ich gerade den Versuch hinter mir habe, alle Rückblenden aus meinem bisherigen Manuskript zu entfernen, um einen Stil gemäß der diversen Schreibratgeber zu erzwingen. Ergebnis: Ich nehme hiermit jeden Einwand gegen Rückblenden zurück, den ich in diesem Forum jemals geäußert habe...

Es wäre genauso gegangen, um es am Beispiel Follets darzulegen: Der Text hätte sich aufgebläht, wie ein Luftballon... Nein, man braucht gelegentlich Rückblenden und ich gehe sogar noch weiter: Diese dürfen gerne auch einmal erzählen, nicht zeigen. Ein Beispiel:

„Professor X sah den jungen Mann nachdenklich an. Er wusste ja von den Kollegen, dass Y seinen Lehrern schon während des Studiums gewaltig auf die Nerven gegangen war. Nie hatte er die ihm angetragenen Lehrinhalte widerspruchslos angenommen. Nein, er kämpfte fast schon grundsätzlich gegen Alles an, was man ihm vorsetzte. Allerdings zumeist mit unglaublichen Ergebnissen, denn mit erstaunlicher Findigkeit gelangte er immer wieder zu Lösungsansätzen, die so niemand für möglich gehalten hätte. Der Professor seufzte: Ja, er würde dem jungen Ingenieur eine Chance geben...“

Ich glaube, so etwas kann man schon machen, so lange man den Spannungsbogen der gegenwärtigen Geschichte dadurch nicht zerstört. Manchmal scheint es mir sogar besser, diese Rückblende ganz bewusst in erzählender Form zu gestalten, um sie so von der gegenwärtigen Handlung abzusetzen.

Herzlich :D

Merlinor

von Merlinor

 
Isga hat geschrieben:Die Kunst ist es, wohl so zu schreiben, das der Leser erst gar nicht gleich merkt, dass er in eine Rückblende "gerutscht" ist.

Zu meinem Leidwesen habe ich mich unklar ausgdrück, sorry. :roll:

Die Leser müssen natürlich wissen, dass sie "rückgeblendet" werden.

Was ich meine ist, dass es die Kunst ist, dieses sanft und einleuchtend geschehen zu lassen, spannend zu gestalten, sodass es den Leser eben nicht unsanft aus dem Lesefluss reißt.

So, dass der Leser unbedingt wissen will: was geschah denn damals...
Das HEUTE in einer Geschichte fusst doch auf dem in der Vergangenheit Geschehenem. Wenn sie denn so angelegt ist.

LG Isga

von Isga

 
Moieeen,

das Thema an sich verwirrt mich etwas. Auch wenn es interessant ist. :D
Der eine sagt "kurz und knackig", der andere sagt was anderses...
Sicherlich kommt es auf die Art und Weise des Rückblick's an, aber
trotzdem bin ich jetzt grad etwas überfordert... :oops: :D
(Verdammte Arbeit *grins*)

Ich hätte nämlich ein ähnliches Problem, wie Isga.

2 Frauen sitzen an einem Tisch, und unterhalten sich über einen Mann.
Anny ist in ihren Mitbewohner Dennis verliebt,
doch ist er abweisend (wegen seiner Ex- Frau, an der er noch
hängt *schnulz* und wegen seiner Vergangenheit/Kindheit.)
Nun will Tanja (die andere Frau am Tisch, Anny helfen, Dennis zu erobern,
und klärt ihn über einige Dinge in seinem Leben auf.
Dennis an sich, ist ein ziemlich verschwiegener Mensch, der insbesondere
seine Gefühle und Probleme mit niemanden teilt.
(Er fechtet sie lieber mit sich allein aus, aufgrund seiner Kindheit - Vergangenheit.)

Kurzfassung: Die 2 Mädels sitzen am Tisch, und Tanja klärt Anny auf,
warum Dennis so ist, wie er ist. Und hier kommt die Rückblende.
(Diese ist in der "Erzähler / Zuschauer" Form geschrieben, wie das ganze Buch auch.)
Das ganze fängt auch mit einem komplett neuem Kapitel an.
(Der Anfang ist also geebnet*hihi)

Würde es den Leser jetzt stören, wenn dieses "Vergangenheit's - Kapitel"
nun auch etwas länger ist? Tanja klärt Anny im groben und ganzen über
sein bisheriges Leben auf, um dass sie versteht, warum er so geworden ist.
Des lässt sich leider nicht mit 3 Sätzen abfertigen. Leider auch nicht mit 3 Seiten. :D
Es wird also ein laaanger Rückblick. Schlimm?
(Zwar macht mir der "Rückruf" in die Gegenwart noch etwas sorgen,
aber da versuche ich noch nicht drüber nach zu denken.) :D

Ps. Den Rückblick an sich, kann ich leider nicht weglassen. Weil es in diesem
Kapitel um Dinge geht, die sich bis zum Ende der Geschichte ziehen.
(Zb. der Tod seiner Eltern, als er 14 Jahre alt war. Da drehen sich
viele Geheimnisse drum, die erst zum ENDE der Geschichte gezeigt werden.)
Oder könnte man die ganze Geschichte so umschreiben, dass es sich
auch anders erzählt? Kann mir nur nicht vorstellen, wie des gehen sollte. :?

von Tinki

 
Wenn du den Rückblick einbaust und zeigst was passiert, dann ist das alles kein Problem. Solange Tanja nicht beschreibt wie es war, so lange der Leser zwar weiß, dass es ein Rückblick ist, aber es nicht "merkt".

Also nicht so:
    Tanja sagt: "Tja und damals, da war das ganz schrecklich für Dennis, da hat er nämlich seine Eltern verloren. Also das war so, da kam dieses Auto von links angefahren und Dennis Eltern saßen in dem Auto von rechts, da war nämlich eine Kreuzung. Also eigentlich war es keine Kreuzung, sondern eine Autobahnauffahrt, ..."
Es kann zwar sein, dass Tanja das wirklich so erzählen würde (das kommt auf ihren Charakter an), aber für den Leser, wäre das einfach nur laangweilig bis ätzend.

Sondern lieber so:
    Reifen quietschten, eine Hupe ging in den Dauermodus, es roch nach verbranntem Gummi und Benzin. Ben wurde nach vorne geschleudert, es fühlte sich an wie fliegen. Er versuchte seinen Teddy festzuklammern, aber als ihm der Gurt die Luft abschnürte, raste der Teddy ungebremst gegen die Frontscheibe. Glas splitterte ..."
Bei diesem Verfahren ist der Leser dabei, er ist mitten im Geschehen, es ist spannend und macht Spaß zu lesen. Genau in diesem Augenblick ist es egal, wann diese Szene ist. Es wird zwar deutlich, dass es Vergangenheit ist, aber nur wegen dem Teddy. Sonst merkt der Leser keinen Unterschied zu anderen Aktiven Szenen.

Also geht es eigentlich wie immer darum den Passiv zu vermeiden und eigentlich nicht um Rückblenden.

Hilft dir das weiter, bzw. wie hattest du es denn bisher versucht? Und vor Allem, wie beendest du denn genau die Szene, wo Anny und Tanja im Café sitzen?

Hätte jemand einen besseren Vorschlag?
lg
Jacky ;)

von Jacky

 
Moieeen,

Bis jetzt hatte ich es so gehalten, dass der Leser wirklich "dabei" ist.
Das Tanja es nicht einfach nur erzählt --> da nur ein kleines Stück als Einführung.^^

Hab mal einen kleinen Text kopiert.

Rückblende:
"Das... das..." wisperte Daniela mit unruhiger Stimme und schaute
ihn sein bedrücktes Gesicht. "Ich wollt es dir eigentlich schon früher
geben..." murmelte er trocken. "Das ist das süßeste, was jehmals jemand
für mich getan hat..." Sie viel ihm um den Hals, und ließ ihren Tränen
freien lauf. Er nahm sie in den Arm, drückte sie fest an sich. Es brauchte
einige Zeit, ehe sie sich beruhigt hatte, doch nahm sie dann sein Gesicht in
ihre Hände, küsste ihn kurz und bedankte sich. "Ich bin froh, dass es dir
gefällt..." lächelte er verlegen. "Ich hatte schon Angst, dass du weinend
davonrennst." Sie schüttelte lächelnd den Kopf. "Nein, mein Liebling... Nie
wieder... Dazu liebe ich dich viel zu sehr..."



Ende der Rückblende - Gegenwart
"...und als Daniela mit Tiffany, 4 Jahre später, Schwanger war, heirateten sie." lächelte Tanja, und leerte ihre Kaffeetasse. "Das ist echt..." stotterte Anny mit verschlossener Miene. "Unheimlich..." beendete Dennis ihren Satz."


Ps. Sie sitzen in seiner Küche und Quatschen bei einer Tasse Kaffee :D

Aber so langsam dämmerts mir, was du meintest...^^
Ich sollte nach der Arbeit kein Forum lesen *lach*

Hoffe des kann man so stehen lassen :oops:

Die komplette Szene / Kapitel endet dadrin, dass Anny den noch einige
Fragen stellt, die sie auf dem Herzen hat. Und er diese mit mit etwas mühe
beantwortet.(Erinnerungen können so schön schmerzhaft sein*kicher*)
Den noch etwas zum schmunzeln, nachdem sich die
Situation etwas entschärft hat und schwub, fertig. :D

Wenn du magst, schick ich es dir auch mal per PM. Damit du dir
ein genaueres Bild machen kannst... :D
(An der Szene bin ich damals fast verzweifelt.) xD

von Tinki

 
Klingt doch schon ganz gut, beides ist aktiv, also nichts gegen einzuwenden.

Wo kommt Dennis eigentlich plötzlich her? Ich dachte die beiden Mädels hocken zusammen und tratschen?

Weil ... um ehrlich zu sein, kann ich mir gerade irgendwie nicht vorstellen, dass ich über die dunkelsten Untiefen eines Menschen auspacke, während er daneben sitzt, und der hört auch noch geduldig zu O.o

von Jacky

 
Moieeen,

*lach*
Er war den halben Tag über auf "Geschäftsreise",
und kahm im laufe der Zeit - der Rückblende durch die Hintertür, zur Küche.

Der Teil, wo man dies bemerkt, steht weiter hinten. Wollte nicht das ganze
Kapitel hier hineinkopieren... :D

Och und was seine Vergangenheit betrifft, da war meine Kreativität fleißig.
Sagen wir mal soviel...
Eine kurze Kindheit, seit 14 steht er auf eigenen Beinen (ohne Familie usw),
und dadurch... hat er sämtliche "Untaten" mitgemacht, die ein "Jugendlicher"
mitmachen kann... :D
(Gewalt hauptsächlich)
Und das denk ich mal, prägt einen Menschen doch schon... fürs Leben...
Gerade wenn man im "zarten" Alter von 14 Jahren plötzlich ganz alleine dasteht.

von Tinki

 
Hallo!
Mit diesem Thema musste ich mich zwangsweise auch auseinander setzen, da ich in meinem Roman, an dem ich zur Zeit arbeite, im ersten Kapitel mit einer Rückblende beginne.
Da es sich hierbei um eine Rückblende von mehreren Jahren handelt, denke ich, man kann im nächsten Kapitel sehr gut erkennen, dass die Hauptfigur älter geworden ist (vom Kind zum Erwachsenen). Zu diesem Zweck erwähne ich einfach das Alter der Protagonisten in den verschiedenen Zeitabschnitten und zum Alter passende Merkmale. Der Leser sollte sich dann (hoffentlich) in meiner Geschichte zurecht finden...

Bsp.: " Tom spielte gerade Fußball,als... . Er war ein achtjähriger Junge mit strohblondem Haar..."
Überleitung:
" Zwanzig Jahre später stand ein großgewachsener Mann an genau der selben Stelle wie damals, sein Haar hat ist über die Zeit dunkler geworden und die Grübchen sind verschwunden..."

Ganz ausgearbeitet hab ich es noch nicht, aber in diese Richtung werde ich mit der Rückblendenproblematik gehen.

Liebe Grüße!

von tintenfass

 
Liebes tintenfass,

streng genommen ist das keine Rückblende. Der Grundsatz des chronologischen Erzählens bleibt ja gewahrt (was zuerst kommt, wird zuerst erzählt). Eine echte Rückblende unterbricht den aktuellen Handlungsstrang und versetzt den Leser zurück.

Also ich hätte damit kein Problem. So wie Du kennzeichne ich solche Dinge einfach mit Kapitel 1, Kapitel 2 spielt dann eben 20 Jahre später.

tschüss


zorro

von zorro

 
hallo zorro!
danke für deinen hinweis.
ich denke, ich stell die Rückblende (die eigtl. gar keine ist :roll: )
außerhalb der Kapitel. Sozusagen als Prolog, weil irgentwie passt das überhaupt nicht zum Rest der Geschichte, weil die ja erst in der zwanzig Jahre später beginnt.... naja, ich muss da noch einiges vornehmen, damit das vorzeigbar ist... :wink:

von tintenfass

Re: 10 Tipps für Rückblenden die mitreißen

 
Hiho. Ich habe ein kleines Problem mit Rückblenden. Mir ist unklar, wie ich sie vom restlichen Text abgrenzen soll.

In meinem Text ist es folgendes: Die Vorgesetzte meines Ermittlers droht diesem, ihn zum Psychologen zu schicken. Der Ermittler hatte schon einmal Sitzungen beim Psychologen gehabt - die fand er nicht besonders toll - und erinnert sich an die allererste zurück (Rückblende), wonach er (wieder in der Gegenwart) erstmal erschaudert und vehement dagegen argumentiert.

Jedenfalls überlege ich, wie ich das formatieren soll. Absatz ist klar, aber sonst? Eine Idee wäre:

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Das Ganze dann mit Einzügen an den jeweiligen Absätzen. Wäre das gut oder lieber nicht kursiv oder wie jetzt überhaupt? :? :|
Irgendwie hält mich dieses Problem gerade total auf. Wenn ich mit der Formatierung nicht sicher bin, kann ich nicht weiterschreiben :(

Ich bitte um Rat. Danke.

von Raven

Re: 10 Tipps für Rückblenden die mitreißen

 
Generell gilt:
Ein Text sollte auch komplett ohne Formatierung (Kursiv,Fett...) funktionieren.

In deinem speziellen Fall würde ich entweder einfach eine Leerzeile lassen - fertig. Zusätzlich kannst du auch die Zeit und/oder die Sichtweise ändern, dass ist für den Leser meist Anhaltspunkt genug, dass sich gerade etwas grundlegend geändert hat.

Bsp (Einrückung nur, hier für's Forum):

    Heinz ging die Straße hinunter, er hatte ...

    Ich sitze in einem kleinen dunklen Zimmer, das Leder des Sofas ist ...

    Heinz wischte sich den Schweiß von der Stirn, er rannte ...
So sparst du unnötige Formatierungen.

Du kannst die Szene auch mit *** abtrennen (wenn du die nicht schon für etwas anderes benutzt).

lg
Jacky ;)

von Jacky

Re: 10 Tipps für Rückblenden die mitreißen

 
Okay, danke Jacky.



Dann mache ich das einfach in etwa so (nur als Beispiel):


    (Gegenwart) Er konnte sich noch gut ein die erste Sitzung erinnern. Es war ein absolutes Desaster gewesen.

    (Rückblende) Er betrat das kleine, weiße Gebäude mit einem mulmigen Gefühl... usw. usw.

    (Und wieder Gegenwart) Er erschauderte bei der Erinnerung daran.

Oder so ähnlich. Damit hätte ich eine kleine Überleitung, würde aber durchgehend in der gleichen Zeit, mit der gleichen Perspektive schreiben. Ich hoffe, das geht so.

von Raven

Re: 10 Tipps für Rückblenden die mitreißen

 
Hallo Raven,

Raven hat geschrieben:
    (Gegenwart) Er konnte sich noch gut ein die erste Sitzung erinnern. Es war ein absolutes Desaster gewesen.

    (Rückblende) Er betrat das kleine, weiße Gebäude mit einem mulmigen Gefühl... usw. usw.

    (Und wieder Gegenwart) Er erschauderte bei der Erinnerung daran.

In Deinem Beispiel leitet der erste Satz bereits die Rückblende ein. Du erwähnst, dass sich Deine Figur erinnert, im nächsten Satz verwendest Du sogar Plusquamperfekt (war gewesen). Damit ist meiner Ansicht nach bereits klar, dass nun eine Rückblende kommt. Ich persönlich würde hier keinen Absatz machen, dafür aber vor Deinem ersten Satz. Denn bevor er sich erinnert, bist Du in der "Gegenwart" - das ist das Ereignis, von dem Du kommst. Ich mache es dann meist so, dass ich noch ein, zwei Sätze im Plusquamperfekt bleibe, und wenn es eine längere Rückblende ist, "unterwegs" in die normale Vergangenheitsform wechsle. Also etwas wie:

    [...] Er drückte die Klinke und verließ den Raum.

    Er (besser: Name) konnte sich noch gut an die erste Sitzung erinnern. Es war ein absolutes Desaster gewesen! Schon als er das kleine, weiße Gebäude betrat, hatte er ein mulmigen Gefühl gehabt. Der Blick der Empfangsdame ließ ihn endgültig die Meinung gewinnen, er verschwende hier seine Zeit. [...]

    Die Erinnerung ließ ihn erschaudern. [...]

Bei "Der Blick der Empfangsdame..." bin ich bereits zurück im Präteritum. Ich finde es immer praktisch, wenn man beim Übergang von Plusquamperfekt zu Präteritum einen Satz wählt, in dem beides vorkommt. Eine andere Möglichkeit ist wörtliche Rede:

    ... hatte er ein mulmigen Gefühl gehabt.
    "Sie sind zu spät", begrüßte ihn die Ärztin mit zusammengekniffenem Mund. [...]

Nach der Rückblende musst Du meiner Meinung nach auch nicht unbedingt nochmal erwähnen, dass es eine Erinnerung war. Du hast ja schon die Leerzeile, und die eingestreute Geschichte hat einen Abschluss gefunden. Es wäre deshalb auch okay, einfach dort weiterzumachen, wo Du zuvor aufgehört hast (in meinem Beispiel beim Verlassen des Zimmers).

Viele Grüße, Nion

von Nion

Re: 10 Tipps für Rückblenden die mitreißen

 
Zugegeben, ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen :oops: , aber ich bin gerade beim Schreiben auch auf eine gute Art der Rückblende gestoßen.

Es geht gerade darum, dass zwei in ihrer Kindheit sehr gut miteinander befreundet waren, dann aber keinen Kontakt mehr hatten und sich nun plötzlich wiedertreffen und ungewollt miteinander zu tun haben.

Er steht vor dem Spiegel und rasiert sich. Sie sitzt auf dem Badewannenrand, schaut ihm zu und sieht in ihm plötzlich den kleinen Jungen, der die Einschulung für einen guten Anlass hielt, sich das erste Mal zu rasieren. Man könnte jetzt vielleicht noch den ein oder anderen Vergleich ansetzen, dass er heute nicht versucht, sich auch die Stirn zu rasieren und dabei die Augenbraue erwischt oder sowas...

Ich denke, dass dies 1. nicht die Handlung behindert und auch den Leser nicht vollkommen herausreißt. Ich denke aber, dass es eher für kurze Eindrücke aus der Vergangenheit geeignet ist. Bei mir z.B. weiß der Leser noch gar nicht, dass sie in ihrer Kindheit befreundet waren, er weiß nur, dass sie sich von früher kennen. So kann ich dem Leser ein paar Hinweise geben ohne jedoch zu tief einzugreifen und ihm alles Wichtige auf dem Silbertablett zu präsentieren. Er kann selbst noch überlegen, ob sie befreundet waren oder ob sie zufällig da waren... ob es vllt. sogar (Adoptiv-)Geschwister sind oder was auch immer.

von crash-teenie

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