Das ist schon eine sehr interessante Unterhaltung, die Ihr hier führt! Besonders, weil ich gerade den Versuch hinter mir habe, alle Rückblenden aus meinem bisherigen Manuskript zu entfernen, um einen Stil gemäß der diversen Schreibratgeber zu erzwingen. Ergebnis: Ich nehme hiermit jeden Einwand gegen Rückblenden zurück, den ich in diesem Forum jemals geäußert habe...
Es wäre genauso gegangen, um es am Beispiel Follets darzulegen: Der Text hätte sich aufgebläht, wie ein Luftballon... Nein, man braucht gelegentlich Rückblenden und ich gehe sogar noch weiter: Diese dürfen gerne auch einmal erzählen, nicht zeigen. Ein Beispiel:
„Professor X sah den jungen Mann nachdenklich an. Er wusste ja von den Kollegen, dass Y seinen Lehrern schon während des Studiums gewaltig auf die Nerven gegangen war. Nie hatte er die ihm angetragenen Lehrinhalte widerspruchslos angenommen. Nein, er kämpfte fast schon grundsätzlich gegen Alles an, was man ihm vorsetzte. Allerdings zumeist mit unglaublichen Ergebnissen, denn mit erstaunlicher Findigkeit gelangte er immer wieder zu Lösungsansätzen, die so niemand für möglich gehalten hätte. Der Professor seufzte: Ja, er würde dem jungen Ingenieur eine Chance geben...“
Ich glaube, so etwas kann man schon machen, so lange man den Spannungsbogen der gegenwärtigen Geschichte dadurch nicht zerstört. Manchmal scheint es mir sogar besser, diese Rückblende ganz bewusst in erzählender Form zu gestalten, um sie so von der gegenwärtigen Handlung abzusetzen.
Herzlich
Merlinor
