10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

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10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
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10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

Hast du auch das Problem, dass dir Lieblingsszenen nicht gelingen?
Wie oft kommt das vor?
Bei welchen Szenentypen im Besonderen?
Was unternimmst du dagegen?
Welche der oben genannten Tipps hast du schon ausprobiert?
Welche helfen dir am besten?
Welche würdest du noch ergänzen?

von © Jacky

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Bis jetzt habe ich das Glück, dass meine Lieblingsszenen mir im Großen und Ganzen gelingen.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mich nicht nur auf mein Kopfkino verlasse, sondern - oft monatelang, wie gerade aktuell - mir die Szene nicht nur vorstelle, sondern immer auch schon ausformuliere, was ich später mal schreiben will. So kommen auf Dauer einige Eindrücke zusammen, die ich bei einem raschen Runterschreiben sicher übersehen hätte.

Hach, ich freu mich schon. In meinem Fall nähere ich mich gerade einer solchen Lieblingsszene. Dem Showdown sozusagen. In etwa zwei Wochen müsste ich so weit sein ...

von © Taklara

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Ich hatte das Problem eigentlich auch noch nie. Im Gegenteil, gerade bei meinen Lieblingszenen, gebe ich mir immer ganz besonders Mühe, dass sie toll geschrieben sind. Dass alles schön formuliert ist und sich die Leser die Szene dann genau so gut vorstellen können wie ich und sie dann vielleicht genau so lieben.
Ich habe so ein ähnliches Problem eher bei Szenen, die unmittelbar VOR meinen Lieblingsszenen liegen, weil ich sie meist besonders schnell geschrieben haben möchte, um zu der lang herbeigesehnten Szene zu kommen. Ich merke, dass ich da dann regelmäßig nacharbeiten muss, weil sie viel zu ungenau geworden sind und Kleinigkeiten, die wichtig sind, um zu der nachfolgenden Szene hinzuführen, für die Leser nicht wirklich gut erkennbar sind.

von © -Jeanny-

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Dieses Problem kenne ich gut. Nicht unbedingt bei Lieblingsszenen, sondern eher bei Spannungshöhepunkten. Das ist dann so schnell geschrieben, dass die ganze Dramatik verloren geht.
Aber ich werde mir mal die Tipps zu Herzen nehmen, damit es mir das nächste Mal nicht genauso geht.

Schaf

von © Schaf

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Hast du auch das Problem, dass dir Lieblingsszenen nicht gelingen?
Ja, leider.

Wie oft kommt das vor?
Eigentlich dauernd. Weil, dass was ich zu Papier bringe eigentlich nie dem entspricht was in meinen Kopf vorgeht. :roll:

Bei welchen Szenentypen im Besonderen?
Meistens passiert mir das bei Szenen in der viel Handlung vorkommt oder die sehr spannend sein soll, also in Kampfszenen oder Verfolgungsjagden. Aber auch wenn meine Charaktere z.B. eine neue Stadt sehen und ich vor meinem inneren Augen alles so wunderschön sehe und es dann nicht beschreiben kann weil es der Geschichte das Tempo nehmen würde. Auch sehr emotionale Szenen, z.B. wenn jemand stirbt, oder zwei sich verlieben, etc. misslingen mir oft, da ich dort entweder zu wenig Gefühle der Charaktere einbringe oder es total kitschig wird.

Was unternimmst du dagegen?
Ich packe die misslungene Szene in einen Ordner am Computer den ich nicht öffnen darf und schreibe die Szene nach ein paar Tagen neu. Und das immer und immer wieder bis es irgendwann akzeptabel ist. Und wenn, was auch häufig passiert, jeder dieser Versuche an einer anderen Stelle seine Schwachstellen und Stärken hat, dann versuche ich aus allen Versionen eine zu basteln. Ecken und Kanten und unterschiedliche Sprache begleiche ich dann entweder gleich oder bei der ersten richtigen Überarbeitung.

Welche der oben genannten Tipps hast du schon ausprobiert?
Ich habe Tipp drei schon ausprobiert und ich muss sagen, dass die Szenen deutlich an Tiefe gewonnen haben und auch interessanter wurden, wenn zu dem was mein Charakter sieht auch noch andere Sinne mit einbringe.
Tipp 8 habe ich auch schon ausprobiert und dabei teilweise ganz interessante Dinge über meinen Charakter erfahren, also mehr über seine Vergangenheit und über seine Beziehung zu anderen Personen. (Das war dann also nicht nur für die eine Szene hilfreich!)
Tipp 9 habe ich mir auch schon zu Herzen genommen, da mein jetziges Projekt leider von Dialogen verstopft wird, auch wenn sie manchmal auch ein paar lustige Stellen oder Dinge, die einem noch Kleinigkeiten über den Charakter enthalten. Da habe ich dann noch einen weiteren Arbeitsschritt eingefügt und alle gelungenen Stellen in eine neue Datei kopiert (mit kurzer Erklärung). diese Stellen habe ich dann in wichtige Dialoge verschoben die einfach staubtrocken waren.
Tipp 10 und 11 habe ich ja eigentlich auch schon vorher verwendet, aber ich schreibe sie trotzdem dazu.

Welche helfen dir am besten?
Besonders hilfreich fand ich Tipp 9, da ich ihn wirklich nötig hatte! Tipp 10 und 11 hatte ich ja schon vorher verwendet, aber da ich sie beide sehr hilfreich finde, möchte ich sie trotzdem nennen.
Das einzige Problem bei Tipp 11 ist, dass man sich zu sehr in diese Szene verbeißen kann und man irgendwann eine ausgelutschte Szene vorliegen hat, und man einfach nichts interessantes mehr zu Papier bringt. Aber mit Tipp 9, dem ruhen lassen und damit Abstand zu nehmen, sowie Tipp 11 ist, dass ja auch kein Problem.

Vielen Dank für den Beitrag Jacky! Er war wieder einmal wirklich hilfreich! :D

lg moon

von © moon

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Freut mich wirklich sehr, dass es so gut geholfen hat :)

Vielleicht hilft dir ja im Zusammenhang mit Dialogen auch dieser Artikel:
Dialoge: "Sprich dich aus, Alter"

lg
Jacky ;)

von © Jacky

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Vielen danke schon mal für den Link Jacky!
Nachher gucke ich in mir in Ruhe an. Im Moment bin ich aber mitten im WW und ich kann Papillonk doch nicht einfach allein lassen. :wink:

lg moon

von © moon

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Aye, sehr löblich.
Dann noch viel Spaß (mit Beidem).
lg
Jacky ;)

von © Jacky

Re: 10 Tipps um Lieblingsszenen zu retten

 
Hi Jacky,

das war wieder mal ein wunderbarer Artikel. Wie machst du das nur immer? ;-)

Meine ganzen Texte sind so eine "Lieblingsszene" - naja, nicht alles schreibe ich gerne, aber ca. 80-90% sind fertig in meinem Kopf und werden wie im Wahn runtergerast. Ich vergesse oft so elementare Dinge wie den Raum zu beschreiben. Deshalb würde ich an dieser Stelle nicht schreiben:

Jacky hat geschrieben:Das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem du am wenigsten ergänzen musst.


Sowas muss ich immer hinterher machen, weil es mir im ersten Moment sinnlos für die Szene erscheint (anderes ist wichtiger ;-) ) Zudem würde ich an dieser Stelle noch einen Tipp ergänzen: Für die Spannung kann man noch hinzuschreiben, was sich am Raum verändert hat. Zum Beispiel die Blumen, die man bei der letzten Begegnung verschenkt hat, sind verwelkt und vertrocknet - das sagt viel über das Verhältnis zwischen der Beschenkten Person und dem Protagonisten aus, beziehungweise über die Spannung zwischen ihnen. Oder anderes Beispiel: es wurde umdekoriert oder sogar die Möbel umgeräumt - das weist meist auf einen Einschnitt im Leben des Bewohners hin oder aber innere Unzufriedenheit. Mit solchen Dingen kann man die Szene hintergründiger oder spannender machen.

Jacky hat geschrieben:Es ist fast unmöglich, dass du genau dieselben Worte wieder findest,


Warum passiert mir das denn dann immer wieder??? Ich bin schon richtig erschrocken über mich!
Das heißt aber nicht, dass in einer neuen Version keine neuen Aspekte auftauchen. Aber ganz oft ist die EInleitung fast wortgleich :shock:

Den Weiterschreiben-Tipp ("Aufgeben") finde ich sehr gut. Es ist sehr wichtig, dass man nicht monatelang an einer Szene rumwurschtelt, sonst gibt man irgendwann auf. Man sollte sich immer darüber im klaren sein, dass die erste Version nicht endgültig ist. Man hat jede Menge Möglickeiten, eine Szene noch mal zu verbessern und diese Tipps funktionieren meiner Meinung nach auch, wenn man in der Überarbeitungsphase eine Szene zu lasch findet. Und: Häufig genug finden wir selbst auch nur, dass die Szene "schlimm" ist, weil sie nicht so geworden ist, wie das "Kopfkino". Da hilft es einfach, weiter zu machen, und später mit einem anderen Blick darauf weiterzumachen. Man kann sich beispielsweise auch eine Extra-Notiz-Datei anlegen (am besten weiß auf weiß, damit man die Problemszenen erstmal aus dem Kopf bekommt), um sicher zu gehen, dass man später in der Überarbeitung auf die Stelle wieder eingeht.

Danke für den Artikel, Jacky!

von © Nigromantia