[Humor] Toben bei Tobens

Komödie, Satire, Parodie

[Humor] Toben bei Tobens

Beitragvon DrJones » 20.10.2015, 20:39

Hallo!

Diese Geschichte stammt 100% aus meinen Kopf und evtl. aus
unbewussten Erinnerungen. Das habe ich so nie erlebt.
Zum Glück. Aber ich habe andere Sachen erleben müssen -
doch diese Geschichten erzähle ich ein anderes Mal...

Viel Spaß!

Vielen Dank für Eure hilfreichen Kommentare, magico und Samis!
Das Ende der Geschichte war wirklich überarbeitungswürdig.
Ich habe jetzt da eine Art Rahmenhandlung gebaut bzw.
die Geschichte fängt wieder von vorne an, nur mit -- aber lest selbst!
(solange es noch geht... :wink: )

Hier ist nun die zweite Überarbeitung des Textes:

Toben bei Tobens


Jenny kassiert gerade ab, als sie Herrn Bratzke bemerkt. Oh nein!, denkt sie. Nicht der!
Heute trägt Bratzke seine grün-orange-karierte Tweedweste und dazu eine unpassende, blau-gestreifte Schiebermütze. Mandy, Jennys Kollegin, wirft ihr einen mitleidigen Blick zu.
»Guten Moorgen, Herr Bratzke!«, sagt Jenny. „Was kann ich heute für sie –«
»Ja, n’Morjen!«, zerhackt er ihren Satz und streicht sich über das graue Menjou-Bärtchen.
»Wieder zwei Kernbeißer für sie?«
»Nee. Wieso?«
Das entwickelt sich gar nicht gut!, denkt Jenny. Sie muss aufpassen, und gerade zu Problemkunden muss sie besonders freundlich sein. Es ist ihr letztes Ausbildungsjahr, und bei Tobens sind die Ansprüche an die Azubis sehr hoch. Vor allem Frau Sandners Ansprüche! Jenny bemerkt, wie sich die Augen ihrer Chefin auf sie heften. Der Sandner-Geiermodus!
»Keine Kernbeißer heute, Herr Bratzke?«, fragt Jenny. »Aber die mögen sie doch immer so gern …«
»Neee!«, sagt Bratzke; seine Lippen werden ganz schmal.
»Ähm … d-dann vielleicht etwas anderes für sie?«
»Wat habt’da denn da?«
»Na, die ganze Auswahl. Also, da könnte ich ihnen heute zum Beispiel -«
»Wat Weichet!«, sagt Bratzke und rückt seine Schiebermütze zurecht. »De Dr. Malchert is ja so ne üble Folterf**ze! De eene Wurzel hat se mia zerfetzt! Ohne Betäubung!«
»Oh! D-Das tut mir leid!«
»Jaa jaa, schon juut! Du kannst ja nischt dafür — oder? Oder oder oder jehst de ooch zu diesa Stümperin? Häh?«
»Ich — ähm … Vielleicht ein Quarkbrötchen heute, Herr Bratzke?«
»Ach, nee! Nich’n Kuchenzahn!«
Bratzkes gelb-grauen Augen tasten über das Kuchenangebot. Sind seine Tränensäcke noch verwarzter geworden?, fragt sich Jenny. Ein böses Gegrummel kommt aus der Schlange hinter ihm.
»Ein Stück vom Obstkuchen vielleicht? Ist sehr weich! Tartelette-Teig bei der Aprikosenschecke.«
»Ja jaa, janz juut! Aber neee! Ick wees nich! Fühl ma heut nich so!«
»Oh. Das tut mir l-«
»Ja, schon juuut! Hab dis Grab jetzt winterfest jemacht.«
»Das — das Grab? — Ach so, ihre Frau! Entschuldigung! Winterfest? A-Aber es ist August…«
»Na wat denn? Is bald kalt! Und de Friedhofskatzen zerfetzen eh wieda allet! Scheiß Katzen!«
»Vielleicht ein Stück vom Schokoladenkuchen? Ist auch sehr weich!«
»Neee! Scheiß Katzen! Scheiß Kuchen! Und im Jarten, da zerfetzen se mia imma de Blumenrabatten! Viehzeugs dat!«
»Oh, das ist ja gemein!«
»Ja ja, is jut!« Bratzke reckt den roten Puterhals. »Eens vom Erdbeer!«
Jenny atmet auf und legt ein Stück Erdbeerkuchen auf den Pappteller, verpackt es gleich.
»Das macht dann für sie bitte 1,80 €!«
»Na — ick will ja noch mea!«, sagt Bratzke.
Jennys Chefin kommt näher.
»N-Natürlich, Herr Bratzke! Natürlich. Ein Splitterbrötchen vielleicht?«
»Neee! Dit klebt bestimmt! Wat glotzt’n so?«
»Ich? Ich glotz doch nicht! Also, ich –«
Bratzke macht schmale Augen. »Doch doch! Du glotzt so blöde!«
Frau Sandner tritt heran. »Gibt es ein Problem, Herr Bratzke? Wie kann ich ihnen helfen?«
»Neee … Doch! Die da, die glotzt mia so zickisch an!«
»Das mach‘ ich doch gar nicht!«, sagt Jenny. »Also, nein!«
»Ruhig, Jenny! Ganz ruhig. Ich klär‘ das hier ab!«, sagt Frau Sandner. »Das hat die Frau Malchert bestimmt nicht so gemeint und -«
»Wat? Malchert? Ist die da etwa mit da ollen Dr. Malchert verwandt? Verschwäjert?«
Die Schlange hinter Herrn Bratzke wird immer länger — wie die Hälse, die in alle Richtungen gereckt werden.
»Na, deene Mutta wird’s ja wohl nich‘ sein! Ne einfache Bäckersfrau und ne Frau Dokta? [Bratzke verzieht den Mund und wackelt mit dem Kopf.] Nee! Schwiejamutta? Tante?«
Jenny überlegt, ‚Ja‘ zu sagen, beißt sich aber im letzten Moment auf die Lippe.
»Na, jetze wird ma so einijet klar! Du steckst doch mit der unta eener Decke! Mia imma de harten Kernbeißa verkoofen, und dann muss ick mit de kaputten Zähne zum Zahnarzt! Und heute da willstde mia mit de Kernbeißa ärjern, weil de ja jenau weest, dat ick Schmerzen hab!«
»Von ihren Zähnen wusste ich doch nichts! Wirklich!«, sagt Jenny. »S-Sie können doch auch weiche Brötchen bekommen. Ganz wie sie möchten!«
»De Weichen? Wat für ne Freschheit! Erst mia über Jahre de billijen, harten Brötschen verkoofen, und meene Zähne jehn kapputt! Und und und und und dann dann dann de weischen, viel teuren Brötschen andreh‘n! Na du bist ma ja eene!!«
»Herr Bratzke«, setzt Frau Sandner an. »ich möchte sie gerne -«
Ihre restlichen Worte gehen in den Rufen aus der Schlange unter. »Wann geht’s denn endlich da vorne weiter?«, ruft eine Frau. »Mensch, mach‘ hinne!«, schreit ein anderer.
»De Katzen! Na jetze is allet klar! De Katzenbilda inna Praxis! Überall de freundlisch jrinsenden Katzen! Und dit warst doch du uff dem eenen Bild mit diesem pummlijen Kata? Den kenn ick! Dit sind also deene verkackten Katzen, die mia de Blumenrabatten zerfetzen!«
»Nein, das stimmt nicht!«, sagt Jenny. »Ich -«
»Doch doch! Sind deene dämlischen Katzen! Ick zeig‘ dia an! Alle Malcherts zeig‘ ick an! Bei de Ärztekamma! Bei de Kripo! Ja, dit mach ick! Und de Blumenrabatten will ick ooch ersetzt hab’n — von dia!«
Frau Sandner setzt ein gequältes Lächeln auf: »Sagen sie, Herr Bratzke … Konnten sie denn dieses Jahr schon ihre schönen Kirschen ernten?«
Er dreht sich zum Fenster und sieht geistesabwesend hinaus. »Ja ja! Alle abjeerntet … Keene mehr dran…«
Jenny Blick wandert auf Bratzkes Beine, um die eine braune Cordhose schlackert. Wie dünn die sind…, denkt sie.
»Der schöne Kirschbaum…«, flüstert er in Gedanken. »Damals im Winter… Se wollt doch diesa blööden Katze bloß helfen! Halb nach oben musse der hinterher jeklettert sein. So ham wa se jefunden. De Katze und meene Frau! Erfror’n! Janz kalt war se! Brrr …«
Bratzke zieht hoch; er betrachtet die Auslagen der Kuchentheke. »Vielleicht nehm ick doch noch nen Plunderstück!«
»G-Gern!«, sagt Jenny; ihr Hals schnürt sich zu. »D-D-Das m-macht dann z-zusammen 4 €!«
»Na, ick will doch noch mea!«, schreit Bratzke. »Wo bin ick denn hia! Heeßt et nich: Tobens - Ihre freundlische Bäckerei? Oder watt? Und und und se speisen mia hia ab!«
»I-Ich wollte sie doch nicht abspeisen! Was m-möchten sie denn bitte noch?«
»Nischt … ach, ick wees ooch nich!«
»Nun lassen sie die Kleine doch endlich in Ruhe!«, kommt es aus der Schlange gerufen. »Mach‘ hinne, alter Sack!«
Bratzke schnappt nach Luft. »Ach, haltet doch alle de Schnauze!«
Frau Sandner nimmt Jenny resolut zur Seite. »W i r z w e i unterhalten uns nachher noch!«, flüstert sie scharf.
Die Sandner setzt ihr Zuckergesicht auf. »Herr Bratzke, die Bäckerei Tobens möchte sie gerne zu einem großen Frühstück einladen! Wenn sie möchten, können sie sich hier nach nebenan in unsere Caféstube setzen. Mandy, machen sie doch dem Herrn Bratzke bitte einen Kaffee! Wie mögen sie denn gerne ihren Kaffee, Herr Bratzke? Schwarz? Mit Milch? Zucker?«
Bratzke sieht sich hektisch um, reißt sich die Schiebermütze vom Kopf.
»Ja, soo seh ick aus, wa? Dat se mia hia versuch’n mit’m billijem Frühstück abzuspeesen! Ick klopp ihnen hier allet kurz und kleen!«
Bratzke versucht, die Glasvitrine mit den Hochzeitsmustertorten umzuschmeißen. Er krallt sich am oberen Rand fest, doch die Vitrine bewegt sich kein Stück. Dann schnappt er sich den Schirmständer und zerbricht das Glas, schmeißt die festlichen Attrappen auf den Boden. Er springt auf den Porzellan-Pärchen herum. Es knirscht. Die politisch korrekten Pärchen zerbersten als erstes unter Bratzkes Wildlederschuhen.
»Verdammte Homos!«, schreit er. »Verdammtet — Katzenlieberpack!«
Jetzt zerbrechen die Hetero-Pärchen unter seinen Sohlen.
»Mandy, rufen sie den Centrol-Sicherheitsdienst!«, schreit Frau Sandner.
Bratzke wirft sich auf den Boden und drischt mit den Fäusten auf die Splitter ein. Ein kräftiger Typ mit tätowierten Armen versucht, ihn festzuhalten. Zwei weitere Kunden kommen hinzu. Bratzke wehrt sich mit Händen und Füßen.
»Lasst mia in Ruhe!«, schreit er und kratzt den Tätowierten. »Lasst mia doch alle in Ruhe!«
Endlich kommt der Sicherheitsdienst und bringt Bratzke vor die Tür.
»Das hier haben allein sie zu verantworten, Frau Malchert!«, fährt Frau Sandner Jenny an.
»Was?! Ich?!«
»Ja, natürlich sie! Haben sie denn alles aus der Schulung schon wieder vergessen? Der Kunde ist ein Fan? Der Kunde ist eine Katze? Stattdessen sprechen sie den armen Mann auf seine verstorbene Frau an!«
»Das ist so — unfair!«
»Sie können sich ja bei der Zentrale beschweren!«
»Das mach' ich auch!«
»Nur zu, Fräulein! Macht einen guten Eindruck, wenn die da erfahren, dass sie schon wieder Schwierigkeiten mit den Kunden haben!«
Jenny will noch etwas sagen, doch sie schluckt es runter.
»Werd‘ ich hier langsam mal bedient, oder was?«, mault die Kundin direkt vor Jenny. Frau Zickler.
Oh nein!, denkt Jenny. Nicht die!

Version 2: (Zum Lesen bitte scrollen)
Toben bei Tobens


Jenny kassiert gerade ab, als sie Herrn Bratzke bemerkt. Oh nein!, denkt sie. Nicht der!
Heute trägt Bratzke seine grün-orange-karierte Tweedweste und dazu eine unpassende, blau-gestreifte Schiebermütze. Mandy, Jennys Kollegin, wirft ihr einen mitleidigen Blick zu.
»Guten Moorgen, Herr Bratzke!«, sagt Jenny. „Was kann ich heute für sie –«
»Ja, n’Morjen!«, zerhackt er ihren Satz und streicht sich über das graue Menjou-Bärtchen.
»Wieder zwei Kernbeißer für sie?«
»Nee. Wieso?«
Das entwickelt sich gar nicht gut!, denkt Jenny. Sie muss aufpassen, und gerade zu Problemkunden muss sie besonders freundlich sein. Es ist ihr letztes Ausbildungsjahr, und bei Tobens sind die Ansprüche an die Azubis sehr hoch. Vor allem Frau Sandners Ansprüche! Jenny bemerkt, wie sich die Augen ihrer Chefin auf sie heften. Der Sandner-Geiermodus!
»Keine Kernbeißer heute, Herr Bratzke?«, fragt Jenny. »Aber die mögen sie doch immer so gern …«
»Neee!«, sagt Bratzke; seine Lippen werden ganz schmal.
»Ähm … d-dann vielleicht etwas anderes für sie?«
»Wat habt’da denn da?«
»Na, die ganze Auswahl. Also, da könnte ich ihnen heute zum Beispiel -«
»Wat Weichet!«, sagt Bratzke und rückt seine Schiebermütze zurecht. »De Dr. Malchert is ja so ne üble Folterf**ze! De eene Wurzel hat se mia zerfetzt! Ohne Betäubung!«
»Oh! D-Das tut mir leid!«
»Jaa jaa, schon juut! Du kannst ja nischt dafür — oder? Oder oder oder jehst de ooch zu diesa Stümperin? Häh?«
»Ich — ähm … Vielleicht ein Quarkbrötchen heute, Herr Bratzke?«
»Ach, nee! Nich’n Kuchenzahn!«
Bratzkes gelb-grauen Augen tasten über das Kuchenangebot. Sind seine Tränensäcke noch verwarzter geworden?, fragt sich Jenny. Ein böses Gegrummel kommt aus der Schlange hinter ihm.
»Ein Stück vom Obstkuchen vielleicht? Ist sehr weich! Tartelette-Teig bei der Aprikosenschecke.«
»Ja jaa, janz juut! Aber neee! Ick wees nich! Fühl ma heut nich so!«
»Oh. Das tut mir l-«
»Ja, schon juuut! Hab dis Grab jetzt winterfest jemacht.«
»Das — das Grab? — Ach so, ihre Frau! Entschuldigung! Winterfest? A-Aber es ist August…«
»Na wat denn? Iss bald kalt! Und de Friedhofskatzen zerfetzen eh wieda allet! Scheiß Katzen!«
»Vielleicht ein Stück vom Schokoladenkuchen? Ist auch sehr weich!«
»Neee! Scheiß Katzen! Scheiß Kuchen! Und im Jarten, da zerfetzen se mia imma de Blumenrabatten! Viehzeugs dat!«
»Oh, das ist ja gemein!«
»Ja ja, is jut!« Bratzke reckt den roten Puterhals. »Eens vom Erdbeer!«
Jenny atmet auf und legt ein Stück Erdbeerkuchen auf den Pappteller, verpackt es gleich.
»Das macht dann für sie bitte 1,80 €!«
»Na — ick will ja noch mea!«, sagt Bratzke.
Jennys Chefin kommt näher.
»N-Natürlich, Herr Bratzke! Natürlich. Ein Splitterbrötchen vielleicht?«
»Neee! Dit klebt bestimmt! Wat glotzt’n so?«
»Ich? Ich glotz doch nicht! Also, ich –«
Bratzke macht schmale Augen. »Doch doch! Du glotzt so blöde!«
Frau Sandner tritt heran. »Gibt es ein Problem, Herr Bratzke? Wie kann ich ihnen helfen?«
»Neee … Doch! Die da, die glotzt mia so zickisch an!«
»Das mach‘ ich doch gar nicht!«, sagt Jenny. »Also, nein!«
»Ruhig, Jenny! Ganz ruhig. Ich klär‘ das hier ab!«, sagt Frau Sandner. »Das hat die Frau Malchert bestimmt nicht so gemeint und -«
»Wat? Malchert? Ist die da etwa mit da ollen Dr. Malchert verwandt? Verschwäjert?«
Die Schlange hinter Herrn Bratzke wird immer länger — wie die Hälse, die in alle Richtungen gereckt werden.
»Na, deene Mutta wird’s ja wohl nich‘ sein! Ne einfache Bäckersfrau und ne Frau Dokta? [Bratzke verzieht den Mund und wackelt mit dem Kopf.] Nee! Schwiejamutta? Tante?«
Jenny überlegt, ‚Ja‘ zu sagen, beißt sich aber im letzten Moment auf die Lippe.
»Na, jetze wird ma so einijet klar! Du steckst doch mit der unta eener Decke! Mia imma de harten Kernbeißa verkoofen, und dann muss ick mit de kaputten Zähne zum Zahnarzt! Und heute da willstde mia mit de Kernbeißa ärjern, weil de ja jenau weest, dat ick Schmerzen hab!«
»Von ihren Zähnen wusste ich doch nichts! Wirklich!«, sagt Jenny. »S-Sie können doch auch weiche Brötchen bekommen. Ganz wie sie möchten!«
»De Weichen? Wat für ne Freschheit! Erst mia über Jahre de billijen, harten Brötschen verkoofen, und meene Zähne jehn kapputt! Und und und und und dann dann dann de weischen, viel teuren Brötschen andreh‘n! Na du bist ma ja eene!!«
»Herr Bratzke«, setzt Frau Sandner an. »ich möchte sie gerne -«
Ihre restlichen Worte gehen in den Rufen aus der Schlange unter. »Wann geht’s denn endlich da vorne weiter?«, ruft eine Frau. »Mensch, mach‘ hinne!«, schreit ein anderer.
»De Katzen! Na jetze iss allet klar! De Katzenbilda inna Praxis! Überall de freundlisch jrinsenden Katzen! Und dit warst doch du uff dem eenen Bild mit diesem pummlijen Kata? Den kenn ick! Dit sind also deene verkackten Katzen, die mia de Blumenrabatten zerfetzen!«
»Nein, das stimmt nicht!«, sagt Jenny. »Ich -«
»Doch doch! Sind deene dämlischen Katzen! Ick zeig‘ dia an! Alle Malcherts zeig‘ ick an! Bei de Ärztekamma! Bei de Kripo! Ja, dit mach ick! Und de Blumenrabatten will ick ooch ersetzt hab’n — von dia!«
Frau Sandner setzt ein gequältes Lächeln auf: »Sagen sie, Herr Bratzke … Konnten sie denn dieses Jahr schon ihre schönen Kirschen ernten?«
Er dreht sich zum Fenster und sieht geistesabwesend hinaus. »Ja ja! Alle abjeerntet … Keene mehr dran…«
Jenny Blick wandert auf Bratzkes Beine, um die eine braune Cordhose schlackert. Wie dünn die sind…, denkt sie.
»Der schöne Kirschbaum…«, flüstert er in Gedanken. »Damals im Winter… Se wollt doch diesa blööden Katze bloß helfen! Halb nach oben musse der hinterher jeklettert sein. So ham wa se jefunden. De Katze und meene Frau! Erfror’n! Janz kalt war se! Brrr …«
Bratzke zieht hoch; er betrachtet die Auslagen der Kuchentheke. »Vielleicht nehm ick doch noch nen Plunderstück!«
»G-Gern!«, sagt Jenny; ihr Hals schnürt sich zu. »D-D-Das m-macht dann z-zusammen 4 €!«
»Na, ick will doch noch mea!«, schreit Bratzke. »Wo bin ick denn hia! Heeßt et nich: Tobens - Ihre freundlische Bäckerei? Oder watt? Und und und se speisen mia hia ab!«
»I-Ich wollte sie doch nicht abspeisen! Was m-möchten sie denn bitte noch?«
»Nischt … ach, ick wees ooch nich!«
»Nun lassen sie die Kleine doch endlich in Ruhe!«, kommt es aus der Schlange gerufen. »Mach‘ hinne, alter Sack!«
Bratzke schnappt nach Luft. »Ach, haltet doch alle de Schnauze!«
Frau Sandner nimmt Jenny resolut zur Seite. »W i r z w e i unterhalten uns nachher noch!«, flüstert sie scharf.
Die Sandner setzt ihr Zuckergesicht auf. »Herr Bratzke, die Bäckerei Tobens möchte sie gerne zu einem großen Frühstück einladen! Wenn sie möchten, können sie sich hier nach nebenan in unsere Caféstube setzen. Mandy, machen sie doch dem Herrn Bratzke bitte einen Kaffee! Wie mögen sie denn gerne ihren Kaffee, Herr Bratzke? Schwarz? Mit Milch? Zucker?«
Bratzke sieht sich hektisch um, reißt sich die Schiebermütze vom Kopf.
»Ja, soo seh ick aus, wa? Dat se mia hia versuch’n mit’m billijem Frühstück abzuspeesen! Ick klopp ihnen hier allet kurz und kleen!«
Bratzke versucht, die Glasvitrine mit den Hochzeitsmustertorten umzuschmeißen. Er krallt sich am oberen Rand fest, doch die Vitrine bewegt sich kein Stück. Dann schnappt er sich den Schirmständer und zerbricht das Glas, schmeißt die festlichen Attrappen auf den Boden. Er springt auf den Porzellan-Pärchen herum. Es knirscht. Die politisch korrekten Pärchen zerbersten als erstes unter Bratzkes Wildlederschuhen.
»Verdammte Homos!«, schreit er. »Verdammtet — Katzenlieberpack!«
Jetzt zerbrechen die Hetero-Pärchen unter seinen Sohlen.
»Mandy, rufen sie den Centrol-Sicherheitsdienst!«, schreit Frau Sandner.
Bratzke wirft sich auf den Boden und haut mit den Fäusten auf die Splitter. Ein kräftiger Typ aus der Schlange versucht, ihn festzuhalten, doch Bratzke wehrt sich mit Händen und Füßen.
»Lasst mia in Ruhe!«, schreit er. »Lasst mia doch alle in Ruhe!«
Endlich kommt der Sicherheitsdienst und bringt Bratzke vor die Tür. Jenny bemerkt noch seine blutenden Hände.
»Das hier haben allein sie zu verantworten, Frau Malchert!«, fährt Frau Sandner Jenny an.
»Was?! Ich?!«
»Ja, natürlich sie! Haben sie denn alles aus der Schulung schon wieder vergessen? Der Kunde ist ein Fan? Der Kunde ist eine Katze? Stattdessen sprechen sie den armen Mann auf seine verstorbene Frau an! Geht’s noch?«
»D-Das ist so — unfair!«
»Sie können sich ja bei der Zentrale beschweren! Macht einen guten Eindruck, wenn die da erfahren, dass sie schon wieder Schwierigkeiten mit den Kunden haben!«
Jenny will noch etwas sagen, doch sie schluckt es runter.
»Werd‘ ich hier mal langsam bedient, oder was?«, mault die Kundin direkt vor Jenny. Frau Zickner.
Oh nein!, denkt Jenny. Nicht die!




Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
Toben bei Tobens


Jenny kassiert gerade ab, als sie Herrn Bratzke bemerkt. Oh nein!, denkt sie. Nicht der!
Heute trägt Bratzke seine grün-orange-karierte Tweedweste und dazu eine unpassende, blau-gestreifte Schiebermütze.
»Guten Moorgen, Herr Bratzke!«, sagt Jenny. „Was kann ich heute für sie –«
»Ja, n’Morjen!«, zerhackt er ihren Satz und streicht sich über das graue Menjoubärtchen.
»Wieder zwei Kernbeißer für sie?«
»Nee. Wieso?«
Das entwickelt sich gar nicht gut!, denkt Jenny. Sie muss aufpassen, und gerade zu Problemkunden muss sie besonders freundlich sein. Es ist ihr letztes Ausbildungsjahr, und bei Tobens sind die Ansprüche an die Azubis sehr hoch. Vor allem Frau Sandners Ansprüche! Jenny bemerkt, wie sich die Augen ihrer Chefin auf sie heften. Der Sandner-Geiermodus!
»Keine Kernbeißer heute, Herr Bratzke?«, fragt Jenny. »Aber die mögen sie doch immer so gern …«
»Neee!«, sagt Bratzke; seine Lippen werden ganz schmal.
»Ähm … d-dann vielleicht etwas anderes für sie?«
»Wat habt’da denn da?«
»Na, die ganze Auswahl. Also, da könnte ich ihnen heute zum Beispiel -«
»Wat weichet!«, sagt Bratzke und rückt seine Schiebermütze zurecht. »De Dr. Malchert is ja so ne üble Folterf**ze! De eene Wurzel hat se mia zerfetzt! Ohne Betäubung!«
»Oh! D-Das tut mir leid!«
»Jaa jaa, schon juut! Du kannst ja nischt dafür — oder? Oder oder oder jehst de ooch zu diesa Stümperin? Häh?«
»Ich — ähm … Vielleicht ein Quarkbrötchen heute, Herr Bratzke?«
»Ach, nee! Nich’n Kuchenzahn!«
Bratzkes gelb-grauen Augen tasten über das Kuchenangebot. Sind seine Tränensäcke noch verwarzter geworden?, fragt sich Jenny. Ein böses Gegrummel kommt aus der Schlange hinter ihm.
»Ein Stück vom Obstkuchen vielleicht? Ist sehr weich! Tartelette-Teig bei der Aprikosenschecke.«
»Ja jaa, janz juut! Aber neee! Ick wees nich! Fühl ma heut nich so!«
»Oh. Das tut mir l-«
»Ja, schon juuut! Hab dis Grab jetzt winterfest jemacht.«
»Das — das Grab? — Ach so, ihre Frau! Entschuldigung! Winterfest? A-Aber es ist August…«
»Na wat denn? Iss bald kalt! Und de Friedhofskatzen zerfetzen eh wieda allet! Scheiß Katzen!«
»Vielleicht ein Stück vom Schokoladenkuchen? Ist auch sehr weich!«
»Neee! Scheiß Katzen! Scheiß Kuchen! Und im Jarten, da zerfetzen se mia imma de Blumenrabatten! Viehzeugs dat!«
»Oh, das ist ja gemein!«
»Ja ja, is jut!« Bratzke reckt den roten Puterhals. »Eens vom Erdbeer!«
Jenny atmet auf und legt ein Stück Erdbeerkuchen auf den Pappteller, verpackt es gleich.
»Das macht dann für sie bitte 2,40 €!«
»Na — ick will ja noch mea!«, sagt Bratzke.
Jennys Chefin kommt näher.
»N-Natürlich, Herr Bratzke! Natürlich. Ein Splitterbrötchen vielleicht?«
»Neee! Dit klebt bestimmt! Wat glotzt’n so?«
»Ich? Ich glotz doch nicht! Also, ich –«
Bratzke macht schmale Augen. »Doch doch! Du glotzt so blöde!«
Frau Sandner tritt heran. »Gibt es ein Problem, Herr Bratzke? Wie kann ich ihnen helfen?«
»Neee … Doch! Die da, die glotzt mia so zickisch an!«
»Das mach‘ ich doch gar nicht!«, sagt Jenny. »Also, nein!«
»Ruhig, Jenny! Ganz ruhig. Ich klär‘ das hier ab!«, sagt Frau Sandner. »Das hat die Frau Malchert bestimmt nicht so gemeint und -«
»Wat? Malchert? Ist die da etwa mit da ollen Dr. Malchert verwandt? Verschwäjert?«
Die Schlange hinter Herrn Bratzke wird immer länger — wie die Hälse, die in alle Richtungen gereckt werden.
»Na, deene Mutta wird’s ja wohl nich‘ sein! Ne einfache Bäckersfrau und ne Frau Dokta? [Bratzke verzieht den Mund und wackelt mit dem Kopf.] Nee! Schwiejamutta? Tante?«
Jenny überlegt, ‚Ja‘ zu sagen, beißt sich aber im letzten Moment auf die Lippe.
»Na, jetze wird ma so einijet klar! Du steckst doch mit der unta eener Decke! Mia imma de harten Kernbeißa verkoofen, und dann muss ick mit de kaputten Zähne zum Zahnarzt! Und heute da willstde mia mit de Kernbeißa ärjern, weil de ja jenau weest, dat ick Schmerzen hab!«
»Von ihren Zähnen wusste ich doch nichts! Wirklich!«, sagt Jenny. »S-Sie können doch auch weiche Brötchen bekommen. Ganz wie sie möchten!«
»De Weichen? Wat für ne Freschheit! Erst mia über Jahre de billijen, harten Brötschen verkoofen, und meene Zähne jehn kapputt! Und und und und und dann dann dann de weischen, viel teuren Brötschen andreh‘n! Na du bist ma ja eene!!«
»Herr Bratzke«, setzt Frau Sandner an. »ich möchte sie gerne -«
Ihre restlichen Worte gehen in den Rufen aus der Schlange unter. »Wann geht’s denn endlich da vorne weiter?«, ruft eine Frau. »Mensch, mach‘ hinne!«, schreit ein anderer.
»De Katzen! Na jetze iss allet klar! De Katzenbilda inna Praxis! Überall de freundlisch jrinsenden Katzen! Und dit warst doch du uff dem eenen Bild mit diesem pummlijen Kata? Den kenn ick! Dit sind also deene verkackten Katzen, die mia de Blumenrabatten zerfetzen!«
»Nein, das stimmt nicht!«, sagt Jenny. »Ich -«
»Doch doch! Sind deene dämlischen Katzen! Ick zeig‘ dia an! Alle Malcherts zeig‘ ick an! Bei de Ärztekamma! Bei de Kripo! Ja, dit mach ick! Und de Blumenrabatten will ick ooch ersetzt hab’n — von dia!«
Frau Sandner setzt ein gequältes Lächeln auf: »Sagen sie, Herr Bratzke … Konnten sie denn dieses Jahr schon ihre schönen Kirschen ernten?«
Er dreht sich zum Fenster und sieht geistesabwesend hinaus. »Ja ja! Alle abjeerntet … Keene mehr dran…«
Jenny schaut auf Bratzkes dünne Beine, um die eine braune Cordhose schlackert.
»Der schöne Kirschbaum…«, flüstert er in Gedanken. »Damals im Winter… Se wollt doch diesa blööden Katze bloß helfen! Halb nach oben musse der hinterher jeklettert sein. So ham wa se jefunden. De Katze und meene Frau! Erfror’n! Janz kalt war se! Brrr …«
Bratzke zieht hoch; seine grau-gelben Augen wandern über die Auslagen der Kuchentheke. »Vielleicht nehm ick doch noch nen Plunderstück!«
»G-Gern!«, sagt Jenny; ihr Hals schnürt sich zu. »D-D-Das m-macht dann z-zusammen 5 €!«
»Na, ick will doch noch mea!«, schreit Bratzke. »Wo bin ick denn hia! Heeßt et nich: Tobens - Ihre freundlische Bäckerei? Oder watt? Und und und se speisen mia hia ab!«
»I-Ich wollte sie doch nicht abspeisen! Was m-möchten sie denn bitte noch?«
»Nischt … ach, ick wees ooch nich!«
»Nun lassen sie die Kleine doch endlich in Ruhe!«, kommt es aus der Schlange gerufen. »Mach‘ hinne, du alter Sack!«
Bratzke schnappt nach Luft. »Ach, haltet doch alle de Schnauze!«
Frau Sandner nimmt Jenny resolut zur Seite. »W i r z w e i unterhalten uns nachher noch!«, flüstert sie scharf.
Die Sandner setzt ihr Zuckergesicht auf. »Herr Bratzke, die Bäckerei Tobens möchte sie gerne zu einem großen Frühstück einladen! Wenn sie möchten, können sie sich hier nach nebenan in unsere Caféstube setzen. Mandy, machen sie doch dem Herrn Bratzke bitte einen Kaffee! Wie mögen sie denn gerne ihren Kaffee, Herr Bratzke? Schwarz? Mit Milch? Zucker?«
Bratzke sieht sich hektisch um, reißt sich die Schiebermütze vom Kopf.
»Ja, soo seh ick aus, wa? Dat se mia hia versuch’n mit’m billijem Frühstück abzuspeesen! Ick klopp ihnen hier allet kurz und kleen!«
Bratzke versucht, die Glasvitrine mit den Hochzeitsmustertorten umzuschmeißen. Er krallt sich am oberen Rand fest, doch die Vitrine bewegt sich kein Stück. Dann schnappt er sich den Schirmständer und zerbricht das Glas, schmeißt die festlichen Attrappen auf den Boden. Er springt auf den Porzellan-Pärchen herum. Es knirscht. Die politisch korrekten Frauen/Frauen- und Männer/Männer- Pärchen zerbersten als erstes unter Bratzkes Wildlederschuhen.
»Verdammte Homos!«, schreit er. »Verdammtet — Katzenlieberpack!«
Jetzt zerbrechen die Hetero-Pärchen unter Bratzkes Sohlen.
»Mandy, rufen sie den Centrol-Sicherheitsdienst!«, schreit Frau Sandner. »Das hier haben allein sie zu verantworten, Frau Malchert!«, raunt sie Jenny zu. »Haben sie denn alles aus der Schulung vergessen? Der Kunde ist ein Fan? Der Kunde ist eine Katze? Wir sprechen uns nachher noch, Fräulein!«

Zuletzt geändert von DrJones am 25.10.2015, 19:15, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: [Humor] Toben bei Tobens

Beitragvon magico » 23.10.2015, 10:23

Guten Morgen, Doc!

Wer kennt sie nicht? Diese Geschichten, die einem passieren, während man in der Schlange wartet. (Ich habe etwas Ähnliches mal beim Fleischer erlebt, nur ohne so viel Brutalität. :wink: )

Habe ich die Geschichte wirklich erlebt...?


Ich denke ja, wenn auch in abgeschwächter Form. Aber nun zum eigentlichen Text, der mir sehr gut gefällt und zu dem ich nur ein paar wenige Anmerkungen habe:

und streicht sich über das graue Menjoubärtchen.


Den Herrn Menjou müssen sicher die meisten Leser nachschlagen.

wie sich die Augen ihrer Chefin auf sie heften.


Ich kenne nur "an sie heften" oder "auf sie richten".

»Wat weichet!


* Weichet (groß)

Bratzkes gelb-grauen Augen tasten über das Kuchenangebot.


Die Augen tasten?

Iss bald kalt!


Mit Doppel-S hat "iss" eine andere Bedeutung.

»Das macht dann für sie bitte 2,40 €!«


Ganz schön teuer. :|

»Wat? Malchert? Ist die da etwa mit da ollen Dr. Malchert verwandt? Verschwäjert?«


Haha ... sehr gute Wendung!

[Bratzke verzieht den Mund und wackelt mit dem Kopf.]


Die eckigen Klammern versteh' ich nicht.

Mia imma de harten Kernbeißa verkoofen, und dann muss ick mit de kaputten Zähne zum Zahnarzt! Und heute da willstde mia mit de Kernbeißa ärjern, weil de ja jenau weest, dat ick Schmerzen hab!«


Großartige Kombination.

»De Weichen? Wat für ne Freschheit! Erst mia über Jahre de billijen, harten Brötschen verkoofen, und meene Zähne jehn kapputt! Und und und und und dann dann dann de weischen, viel teuren Brötschen andreh‘n! Na du bist ma ja eene!!«


Sehr schön ...

De Katzen! Na jetze iss allet klar! De Katzenbilda inna Praxis! Überall de freundlisch jrinsenden Katzen! Und dit warst doch du uff dem eenen Bild mit diesem pummlijen Kata? Den kenn ick! Dit sind also deene verkackten Katzen, die mia de Blumenrabatten zerfetzen!«


Ein ganz Schlauer, der Herr Bratzke. Hätte Detektiv werden sollen.

seine grau-gelben Augen wandern über die Auslagen der Kuchentheke


Das hattest du oben fast schon mal genauso.

»Das hier haben allein sie zu verantworten, Frau Malchert!«, raunt sie Jenny zu.


"Raunt" scheint mir hier nicht das richtige Wort.

Der Kunde ist eine Katze?


Hä?


Fazit: Gerade der Mittelteil gefällt mir, als Herr Bratzke sich alles zusammenreimt. Am Ende frage ich mich, weshalb keiner der anderen Kunden eingreift und dadurch verliert das Ende ein wenig an Glaubwürdigkeit. Aber alles in allem eine kurzweilige Geschichte, die mich sehr gut unterhalten hat.



Grüße - magico
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Re: [Humor] Toben bei Tobens

Beitragvon Samis » 23.10.2015, 13:56

Hallo DrJones,

klares ja, du hast das genau so erlebt. Weil, gib es zu, du doch Bratzke bist. :shock: :D

Nein, im Ernst, das ist eine klasse Geschichte, die mich vor allem der Dialoge wegen überzeugt. Sehr unterhaltsam und lustig, habe während des Lesens mehr als einmal laut gelacht. Einzig das Ende haut mich nicht aus den Socken – da hätte ich mir einen Knaller gewünscht. Aber vielleicht gibt es den ja und ich verstehe ihn schlicht nicht. :roll:

Zu den wenigen Details, die mir aufgefallen sind:

Ein böses Gegrummel kommt aus der Schlange hinter ihm.

Hier fände ich Ein böses Grummeln kommt ... oder aber Böses Gegrummel kommt ... als Satzanfang runder.



Und de Friedhofskatzen zerfetzen eh wieda allet! Scheiß Katzen!«
»Vielleicht ein Stück vom Schokoladenkuchen? Ist auch sehr weich!«
»Neee! Scheiß Katzen! Scheiß Kuchen!


Meine Lieblingsstelle!



Jenny schaut auf Bratzkes dünne Beine, um die eine braune Cordhose schlackert.

Das macht sie aus Verlegenheit, oder? Das sollte vielleicht deutliche hervorgehen, so wirkt es auf mich ein wenig unmotiviert eingeschoben.



»De Katze und meene Frau! Erfror’n! Janz kalt war se! Brrr …«

Zu erst die Katze, dann die Frau – klasse! Lediglich das Brrr finde ich zu viel.



Bratzke zieht hoch;

Ganz groß! Weniger ist mehr. Klasse!



»Mach‘ hinne, du alter Sack!«

Alter Sack fände ich ohne du authentischer.



Die politisch korrekten Frauen/Frauen- und Männer/Männer- Pärchen zerbersten als erstes unter Bratzkes Wildlederschuhen.


Das ist mir zu überdeutlich. Der erklärte Witz. Politisch korrekt würde mir genügen.



Jetzt zerbrechen die Hetero-Pärchen unter Bratzkes Sohlen.

Zerbersten anstatt zerbrechen fände ich bildgewaltiger. Nee, verdammt, gab´s ja schon.


Und dann das Ende. Kapier ich nicht, bin ich zu dumm für. Freue mich auf deine Erklärung, ist sicher schlüssig. Nur wenn man’s erst erklären muss ...

Beste Grüße,
Samis
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Re: [Humor] Toben bei Tobens

Beitragvon Samis » 25.10.2015, 15:37

Hallo DrJones,

viel besser, klasse Idee, ein würdiger Schlusssatz!
Jetzt fängt die Schei** von vorn an. :lol:

Nur der Weg zum finalen Clou will mir nicht recht gefallen. Das dauert mir zu lange, da ist manch Unnötiges bei. Meiner bescheidenen Meinung nach wohlgemerkt. :roll:


Bratzke wirft sich auf den Boden und haut mit den Fäusten auf die Splitter.

Da dürfte es gerne etwas mehr sein: Bratzke wirft sich auf den Boden und drischt mit den Fäusten auf die Splitter ein. :evil:



Ein kräftiger Typ aus der Schlange versucht, ihn festzuhalten, doch Bratzke wehrt sich mit Händen und Füßen.

Den kräftigen Typ könntest du markanter, individueller zeichnen. Oder: Zu dritt versuchten sie ...



Jenny bemerkt noch seine blutenden Hände.

Würde ich ersatzlos streichen. Dient ohnehin nur zur Überleitung, sozusagen als Erinnerung an ihre Person, oder?



Der Kunde ist ein Fan? Der Kunde ist eine Katze?

Das verstehe ich noch immer nicht. :( :oops:



Stattdessen sprechen sie den armen Mann auf seine verstorbene Frau an! Geht’s noch?

Geht’s noch? Würde ich ebenfalls streichen.



»D-Das ist so — unfair!«

Jetzt scheint sie mir wütend zu sein, daher würde ich aufs Stottern verzichten. :x



»Sie können sich ja bei der Zentrale beschweren! Macht einen guten Eindruck, wenn die da erfahren, dass sie schon wieder Schwierigkeiten mit den Kunden haben!«
Jenny will noch etwas sagen, doch sie schluckt es runter.


Braucht es den Hinweis auf wiederholte Schwierigkeiten? Meinetwegen könnte Jenny direkt nach ... beschweren! Noch etwas sagen wollen ...

So oder so, die Pointe ist perfekt! Habe die keifende Alte bildlich vor Augen. :mrgreen:

Beste Grüße,
Samis  
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Re: [Humor] Toben bei Tobens

Beitragvon DrJones » 25.10.2015, 18:53

Hallo Samis,

Vielen Dank für Deine neuen Anregungen!

Du hast ein ungemein gutes Gefühl für Ungereimtheiten und
Ecken und Kanten.
Ich muss irgendwie gerade an ein kleines Trüffelschweinchen
denken. Ich mein's nett! :lol:


viel besser, klasse Idee, ein würdiger Schlusssatz!
Jetzt fängt die Schei** von vorn an. :lol:


Danke, dass Du den Meister, also mich, würdigst! :D

Nur der Weg zum finalen Clou will mir nicht recht gefallen. Das dauert mir zu lange, da ist manch Unnötiges bei. Meiner bescheidenen Meinung nach wohlgemerkt. :roll:


Ja ja! Nein, ist schon richtig! :) Ich halte mich zu lange auf der Spitze des Berges auf.
Der Fall mit Frau Zickler kommt zu spät. :x


Bratzke wirft sich auf den Boden und haut mit den Fäusten auf die Splitter.

Da dürfte es gerne etwas mehr sein: Bratzke wirft sich auf den Boden und drischt mit den Fäusten auf die Splitter ein. :evil:


Ist drin. Danke!


Ein kräftiger Typ aus der Schlange versucht, ihn festzuhalten, doch Bratzke wehrt sich mit Händen und Füßen.

Den kräftigen Typ könntest du markanter, individueller zeichnen. Oder: Zu dritt versuchten sie ...


Beides eingebaut. Sehr gut, danke!


Jenny bemerkt noch seine blutenden Hände.

Würde ich ersatzlos streichen. Dient ohnehin nur zur Überleitung, sozusagen als Erinnerung an ihre Person, oder?


Gutes Gespür bewiesen! Danke!

Der Kunde ist ein Fan? Der Kunde ist eine Katze?

Das verstehe ich noch immer nicht. :( :oops:


Es gibt immer so beknackte Slogans, die sich Jahr für Jahr und von Branche zu Branche
ändern. Also bei den Augenoptikern war es vor ein paar Jahren mal der Fan. Bei
den XYZ ist es dieses Jahr die Katze. Habe ich in einem Branchenmagazin gelesen. Passt auch
gut zu Bratzke. Bratzke. Katze. Kratzt... :lol:


Stattdessen sprechen sie den armen Mann auf seine verstorbene Frau an! Geht’s noch?

Geht’s noch? Würde ich ebenfalls streichen.


Hast recht - obwohl ich hier die Chefin aus der Reserve locken wollte.


»D-Das ist so — unfair!«

Jetzt scheint sie mir wütend zu sein, daher würde ich aufs Stottern verzichten. :x


Gestrichen. Danke!


»Sie können sich ja bei der Zentrale beschweren! Macht einen guten Eindruck, wenn die da erfahren, dass sie schon wieder Schwierigkeiten mit den Kunden haben!«
Jenny will noch etwas sagen, doch sie schluckt es runter.


Braucht es den Hinweis auf wiederholte Schwierigkeiten? Meinetwegen könnte Jenny direkt nach ... beschweren! Noch etwas sagen wollen ...


Habe es nun erweitert auf Kosten der Pointenverschleppung. Na ja, kein Gewinn ohne Verlust...

So oder so, die Pointe ist perfekt! Habe die keifende Alte bildlich vor Augen. :mrgreen:


Das ist gut! Danke! :D

Einen schönen Abend,

Der Doc

@magico

Vielen Dank für Deine Kommentare!! Ich konnte alles in die Überarbeitungen
mit einfließen lassen. War wirklich sehr hilfreich!!

A guuts nächtle,

DrJones
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