Trainingsplan für Romanschriftsteller

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Trainingsplan für Romanschriftsteller

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Trainingsplan für Romanschriftsteller

Auf welcher Stufe befindest du dich?
Hast du den Trainingsplan ausprobiert?
Hilft dir diese Methode weiter?
Wie sieht dein eigener ganz persönlicher Trainingsplan aus?
Wie tastest du dich an deinen ersten eigenen Roman heran?

von © Jacky

 
Ach, ich bin heute mal faul und beantworte die Fragen. :3

Auf welcher Stufe befindest du dich?

Drei bis vier.
Wenn du wirklich nur das eigene Geschreibsel meinst, dann wird es wohl Stufe drei sein.
Wenn du p&p-Internet-RPGs meinst, wohl Stufe vier. Ich kann es schelcht einschätzen, aber zumindest mit einem Charakter sind es sicher schon so einige Seiten geworden.

Hast du den Trainingsplan ausprobiert?

Noch nicht. *g* Aber der März naht. :)

Hilft dir diese Methode weiter?

Sie gibt mir eine Vorstellung. Allerdings denke ich, dass sie für (geduldige) Anfänger besonders gut geeignet ist.

Wie sieht dein eigener ganz persönlicher Trainingsplan aus?

Ich hab' keinen. ^^"
Wobei ich Kurgeschichten-Wettbewerbe als allg. Schreib- und Kreativitätstraining ansehe.

Wie tastest du dich an deinen ersten eigenen Roman heran?

Mein erster Roman damals ... Gar nicht. xD Ich habe einfach geschrieben, getrieben von einer Idee und, wie iwann schon einmal erwähnt, scheiterte ich am Erzähler.

Momentan habe ich erstmal mit einer Idee und der Entwicklung der Welt angefangen. Ich geh das Alles ganz locker an. Drängt mich ja niemand. :)

von © Zitkalasa

Marathon-Training oder Autofahren lernen?

 
Als ich das Wort Trainingsplan in der Überschrift las, kam mir spontan die Assoziation zum Marathonlauf. Man fängt klein an, wenn man ein völliger Neuling ist evtl. sogar mit Gehen mit kurzen Laufphasen. So ähnlich klingt jedenfalls der Vorschlag für einen Trainingsplan. Aber geht das wirklich?

Ich denke: Nein. - Warum nicht? - Aus meiner Sicht im Wesentlichen aus zwei Gründen: Erstens Schwierigkeitsgrad und zweitens Motivation. - Was ist damit gemeint?

1. Im Gegensatz zum Marathon ist das Schreiben einer Kurzgeschichte deutlich anspruchsvoller als das Schreiben eines Romans: Man hat viel weniger Raum um Charaktere, Handlungen oder Handlungsfolgen, Spannungsaufbau etc. zu gestalten. Der Lerneffekt funktioniert hier also genau umgekehrt. Wer es schafft wortreich eine lesenswerte Geschichte zu erzählen, der kann sich dann auch an eine kurze Geschichte trauen. - Ich höre schon den Einwand: Man soll ja auch noch gar keine lesenswerte Geschichte schreiben. Das Handwerk soll geübt werden. - Richtig. Und damit komme ich zum zweiten Punkt.

2. Bei dem vorgeschlagenen Verfahren arbeite ich monate- oder sogar jahrelang für die Schublade ohne Erfolgserlebnis, ohne meine Fortschritte zu bemerken und ohne auch nur einen Schritt an mein eigentliches Ziel heranzukommen - den eigenen Roman. Ich kann mir nichts demotivierenderes vorstellen. Wenn ich danach gearbeitet hätte, wäre mein erster Roman nie fertig geworden.

Gibt es einen Gegenvorschlag? - Natürlich. Der Vergleich dafür ist das Autofahren lernen. Es hilft nicht dabei Autofahren zu lernen, wenn man zunächst mit Matchbox-Autos, dann mit Burago-Modellen und schließlich mit einem Bobbycar spielt. Davon lernt man nicht Autofahren. Es ist auch nahezu egal ob ich mit einem Fiat 500 oder einer Mercedes S-Klasse fahren lerne. Es gibt zwei wesentliche Dinge um Autofahren zu lernen. Erstens Theorie (wie funktioniert ein Auto und welche Verkehrsregeln muß ich beachten) und zweitens Praxis (einsteigen und ausprobieren). - Was bedeutet das für das Romanschreiben?

1. Beschäftige Dich mit Schreibtechnik (Theorie). Versuche zu verstehen wie es funktioniert, welche Techniken es gibt, welche Regeln zu beachten sind? Schreib Dir das raus, was Dir besonders wichtig erscheint oder Dinge, von denen Du glaubst, daß Du da besonders schwach bist. Und dann häng Dir das als Gedächtnisstütze über Deinen Arbeitsplatz. Lies dazu erfolgreiche Romane und versuche das, was Du gelernt hast nachzuvollziehen. Hat der Autor das tatsächlich so gemacht und hat es funktioniert? Hat er etwas anderes ausprobiert? Hat es funktioniert? Warum? So entwickelst Du Verständnis und Gespür für die Technik. Und dann?

2. Dann fang an Deinen Roman zu schreiben: Nimm Deine Idee (Motor starten) und entwickele Deine Charaktere und Deinen Plot (Gang einlegen, Kupplung kommen lassen und langsam losrollen). Am Anfang wird es ein wenig hoppeln und das Lenken klappt auch noch nicht so richtig, aber Du siehst sofort, daß Du vorwärts kommst. Der Wagen rollt. Ein tolles Gefühl. - Wenn Du während der Entwicklung der Charaktere und des Plots schon eine konkrete Vorstellung für eine Szene hast, dann schreib sie einfach auf. Und eines Tages bist Du soweit, daß die Charaktere und der Plot eine solide Form angenommen haben. Dann fang einfach an zu schreiben. Es klingt noch ein wenig steif oder kitschig? - Na und? Schreib weiter. Eines Tages wirst Du am Ende angekommen sein. Wow! - Aber das Ergebnis ist doch gar nicht lesenswert. Natürlich nicht. Ist es bei einem Literaturnobelpreisträger auch nicht. - Also gib Dich an die Überarbeitung. Du wirst schnell feststellen, daß Du Stellen, die Dir vorher schwierig und blöd vorgekommen sind, nun ziemlich einfach verbessern kannst. Du hast eben während des Schreibens gelernt, viel gelernt. Du hast nun wirklich schon viel geschafft und niemand wird Dich jetzt noch davon abbringen können, so lange am Feinschliff zu arbeiten, bis Du Dich für ein Autorennen anmelden kannst. Du hast einen lesenswerten Roman geschrieben. Herzlichen Glückwunsch!

Du glaubst das nicht? Das klingt viel zu einfach? - Genauso habe ich es gemacht. Und heute steht mein Roman in den Bücherläden.

von © Richard K.

 
Auf welcher Stufe befindest du dich?

Ich kann mich ehrlich gesagt keiner Stufe zuordnen, mal bin ich besser und mal schlechter. Bei mir steigen und sinken die Ideen. Abrufen kann ich meine Kreativität nicht unbedingt, aber wenn dann schlag ich mich durch.

Hast du den Trainingsplan ausprobiert?

Nein. Ich weiß auch nicht, ob er was für mich sein wird.

Hilft dir diese Methode weiter?

Ich bin eine sehr ungeduldige Person und will Ergebnisse sehen. Ich möchte wissen wie die Leute reagieren auf das was ich ihnen vorlege, da bleibt meine Geduld meistens auf der Strecke. ;)

Wie sieht dein eigener ganz persönlicher Trainingsplan aus?

Aktuell habe ich keinen. Bin gerade dabei ein Buch von Stephen King zu lesen. Aber ich hole mir auch andernwo Anregungen.

Wie tastest du dich an deinen ersten eigenen Roman heran?

Ich sammle und sammle. Das ist ein komplexes Thema und da muss ich feinfühlig sein, aber auch knallhart und direkt. Daher einfach schreiben und dann lesen. Gebe es dann auch Bekannten, damit die mal einen Blick drüberwerfen.

@ Richard K.
Wie heißt das Buch von Dir?

Liebe Grüße

Me

von © me-Jamie

 
Es war ein bisschen seltsam für mich, als ich den Trainingsplan überflogen hab- ich hab nämlich direkt mit der fünften Stufe angefangen. Davor hatte ich glaub ich nur einmal versucht, was zu schreiben- aber da kams dann einfach über mich.

Allerdings: Ich war 12 und das Endergebnis fürs Erste alles andere als zufriedenstellend. [Es gibt keine bessere Comedy für mich, als das nochmal zu lesen. Von männlichen Elfen in Miniröcken bis hin zu einem sprechenden Einhorn namens Milly und einem Gnom namens Stampho... :lol: ] Tja, ich wurde älter und der Roman ist mit mir gewachsen. Ich bin besser geworden, habe den Anfang komplett überarbeitet, alles nochmal geschrieben, Charaktere rausgeworfen, den ganzen Plot umgestürzt, habe mir eine Beta-Leserin gesucht und mich mehr über das Thema informiert... Nebenbei auf den Computer gewechselt, nochmal neu geschrieben, weiter geschrieben... Tja, und irgendwann waren es dann über 300 Normseiten. :shock: Und dann kam für mich persönlich der Punkt, nach drei Jahren Arbeit: Egal, wie ich es drehe und wende, egal, wie oft ich den Plot umwerfe, das ist nicht mehr der Roman, den ich schreiben will. Ich bin quasi zu groß für mein Projekt geworden. Klar, mit 12 denkt man einfach anders als mit 15. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn beenden werde oder nicht, aber das macht nichts. Hätte ich ihn nie geschrieben, wäre ich nicht besser geworden. Ganz einfach. Es war eine verdammt gute Übung, denn letztendlich hat mir das gezeigt, was ich will: Schreiben. Ich will gar nicht darüber nachdenken, was wäre, wenn ich niemals angefangen hätte...

Aktuell arbeite ich also an meinem zweiten Romanprojekt. Diesmal mit [personalisierter] Schneeflockenmethode, mit ausführlichem Plotplan, Charakterdesign, meiner liebsten Betaleserin und nebenbei ein bisschen Recherche. Es läuft besser als je zuvor. Es macht mir wahnsinnigen Spaß, zuzusehen, wie die Dinge wachsen, wie eine Idee in die andere übergeht und die Zahnräder ineiandergreifen... Deswegen ist mein einziger Trainingsplan: Schreiben. Und zwar so, dass es mit meinen langsam wachsenden Ansprüchen zusammenpasst. Und wenn ich es noch so oft überarbeiten muss: Jedes mal, wenn ich wieder unzufrieden werde, weil ich denke: "Mensch, das kannst du doch besser! Klingt wie Müll!" zeigt das doch nur, dass ich eine weitere Stufe auf der [verdammt langen] Leiter erklommen hab. :wink:

Lg, Aaryn

von © Aaryn

 
Ich fühle mich verwirrt. Gibt es wirklich Menschen die dem Schreiben nicht verfallen sind, aber einen Roman schreiben wollen? Ich dachte immer, man ist mit dem Schreib-Virus infiziert, und nachdem sich das Virus über einen gewissen Zeitraum ausbreiten und den Patienten vereinnahmen konnte, mündet das alles in der Wahnvorstellung, einen Roman verfassen zu wollen.

Meine ersten Romane schrieb ich ohne zu wissen, dass man schreiben lernen kann. Es war ein Prozess wie Atmen, und Atmen musste ich nie trainieren. Ich bretterte quasi mit dem Schrottreifen Autos meines Onkels über seine Felder noch lange bevor ein Führerschein Thema war - einfach weil ich das Gefühl liebte, die Karre durch die Gegend zu jagen und jedes mal mit einem regelrechten Rausch auszusteigen und die ganze Nacht noch davon zu träumen.

Trainingsplan... ich würde sagen: Hinsetzen! Hefte raus! Drauflos schreiben! Und zwar jeden verdammten Tag. Und hast du kein Heft, dann nimm einen Zettel, und hast du keinen Zettel dann schreibs auf den Arm und hast du keinen Arm dann diktier es der Katze.
Was auch immer du schreibst - streiche davon ein Drittel weg und achte, daß der Inhalt aber gleich präzise bleibt.

Dann ackere Schreibratgeber durch und lass dich entmutigen. Erkenne, dass du alles falsch machst und niemals auch nur annähernd alle Punkte wirst befolgen können.

Schreibe deine Zweifel auf, und halte dabei auch gleich fest, daß die Pfotenschrift deiner Katze unter aller Würde ist und du sie als Strafe auf Leckerlidiät setzt. Schreibe und schreibe und streiche wieder ein Drittel. Nicht weniger, und auf keinen Fall mehr.

Irgendwann wirst du dich durchs Haus rennen sehen, und sämtliche Bücher aufschlagen und die erste Zeile lesen. Bis du die erste Zeile deines Romanes verfasst hast und fest stellst, daß eigentlich der ganze Absatz wichtig wäre. Wiederhole den Sprint durchs Haus und lese alle ersten Absätze in allen Büchern die du findest. Wenn du auf Seite fünfzig eines dieser Bücher angekommen bist, frage dich, warum.

Dann fühle dich noch kleiner und unfähiger.

Je kleiner und unfähiger du dich fühlst, umso besser wirst du, denn umso mehr erkennst du, worauf es ankommt und was gut ist und wie schwer es ist das zu erreichen und das deine Ansprüche einfach überirdisch sind. Du hast erkannt, dass alles was du schreibst nie den Ansprüchen genügen wird, die du an dich stellst und entdeckst den Grad der Selbstzerstörung, den Schreiben auf dich hat. Die einzige Therapie die dir einfällt ist: Schreiben.

Ich gestehe, wenn ich versuche, mich sportlich zu ertüchtigen gehe ich auch genau nach diesem Muster vor.

Ps: Wenn dein Roman dann von neunundneunzig Leuten in den Himmel gelobt wird, aber von einem aufs schlimmste zerrissen - wirst du der Ansicht sein, unter Hundert Menschen gibt es neunundneunzig Heuchler und nur eine ehrliche Haut. Für sie wirst du den zweiten Roman schreiben.

von © Rezna

 
Rezna, deine Metaphern am Anfang sind herrlich. *____* Und der restliche Post ist einfach unglaublich unterhaltsam. :)

von © Zitkalasa

 
Rezna, da kann ich mich Zitkalasa nur anschließen - ein wahrer Lesegenuß! Ich hoffe sehr, wir bekommen hier im Forum auch mal eines Deiner Werke zu lesen!

LG, Janne

von © Janne

 
Hi,

@Rezna: Das hast du unheimlich gut beschrieben, so versteht wenigstens jeder wie sich ein Autor während seines ersten Buches fühlt. egal wie viele tausend Bücher du liest, es gibt kein Rezept für deinen eigenen Roman.
Ich habe inzwischen beschlossen mich von allen anderen Romanen loszueisen, das Problem mit dem ersten Satz lass ich links liegen, denn ich habe die Idee des 22. Jahrhunderts. Noch habe ich kein Buch (also so ein ding mit Buchdeckeln) gefunden, dass auf diese Weise beginnt. Mehr wird aber nicht verraten, ihr müsst warten bis ich fertig bin und auch dann werden es nur eine handvoll Leute (die ich wegen ihrer guten Krtik schätze) zum Betalesen bekommen.

Ich selbst werde vllt. Teile des Trainingsplans benutzen, aber nicht von vorn beginnen. Also um ehrlich zu sein habe ich gleich begonnen einen Roman zu schreiben (DEN ich gleich danach in die Tonne getreten habe).
Damit wären die anderen Fragen wohl beantwortet.

Leider bin ich voll von Harry Potter eingeschüchtert, es gibt nur ganz wenig dinge, die sie nicht verwendet hat. Jedes Fabelwesen das sie darin hat, kann ich nicht mehr benutzen ohne das ich depressiv werde. So werd ich mir wohl etwas neues überlegen müssen. *denk, denk*

Mein persönlicher Trainingsplan sieht momentan so aus:

Schreiben, Schreiben, Schreiben...Kapitel fertig......Müll (wobei ich alle schon geschriebenen Kapitel abspeichere, um die Ideen zu behalten)

und dann fang ich wieder von vorn an.

Ein gutes hat das jedoch ich übe sehr viel und irgendwann halte ich (und vielleicht auch ihr) mein eigenes Buch in der Hand.

Viele Schreibergrüsse

~Me~

von © ~Me~

Tolle Sache!

 
Ich finde dieser Trainingsplan ist eine ganz tolle Sache! Ich befinde mich auf Stufe drei, konnte Stufe eins und zwei aber auslassen, da ich für mich selbst eigentlich relativ unbewusst geübt habe. Ich habe einfach drauflos geschrieben. Am Anfang Fan-fiction (XD). Das wurde mir dann zu blöd; ich wollte mein eigenes Ding durchziehen. Also entwickelte ich eine Geschichte, ziemlich unprofessionell schrieb ich einfach drauflos und wurde besser und sicherer, je mehr ich schrieb. Ich glaube auch, das es mir sehr geholfen hat, mehr zu lesen, auch wenn sich mein Schreibstil immer veränderte, wenn ich ein neues Buch begann. XD

Alles in Allem finde ich das Trainingsprogramm superoberspietzenmäßig gut ;-)

LG
Ayleen

von © Ayleen

 
Hi!

Jaah, so etwas habe ich schon immer gesucht. :D Ein Trainingsplan um sich stetig zu verbessern, an jeder Geschichte zu wachsen. Habe dein Thema begierig gelesen und bei Gelegenheit werd ich es auch in angriff nehmen - Schritt für Schritt vorzugehen.

Aber erst wenn ich meine Story an der ich gerade schreibe beendet habe.

Auf welcher Stufe befindest du dich?

Gute Frage. Nach den äußerlichen Kriterien wohl auf Stufe 6(bezogen auf die Länge), aber von Inhalt her, also vom Können wohl eher auf Stufe 2, denke ich. Weil meine erste geschriebene Geschichte ein Mammut-Projekt wurde. Ich hatte den Plot schon lange im Kopf, so wie Charaktere, einige sind ja geliehen(da Fanfiktion) und wusste auch wohin ich will. Habe dann direkt drauf los geschrieben und kam dann auf ca. 1250 Seiten. :roll:

Wie sieht dein eigener ganz persönlicher Trainingsplan aus?

Hmm...hatte ich shcon einen? Bild Bild
Ich habe einfach drauf los geschrieben und in laufe der Zeit einiges dabei gelernt. Nun schreibe ich meine zweite Story und es sieht mal wieder so aus, als würde es erneut ein dicker Brocken werden. Irgendwie bring ich es nicht zur einer Kurzgeschichte oder paar Seiten. Bei mir wird es immer gleich ein langer "Roman". :shock:

Dabei habe ich oft eine recht genaue Vorstellung von Charakteren und Ziel. Also Ende steht meistens schon fest.

Ob das sinnvoll und gut ist? Ich weiß es nicht, Bild aber ich hoff zumindest, dass man auch so etwas dazu lernt kann und besser wird. Wobei ich immer ein unterschied sehe zwischen Theorie und Praxis. Es fällt mir schwer einige Tipps praktisch in meiner Geschichte umzusetzen. Vor allem was Gefühle und Stimmung betrifft. Also zeigen und nicht beschreiben. :?

Wie tastest du dich an deinen ersten eigenen Roman heran?

Den fasse ich nicht an - nicht solange ich mich als "Anfänger" sehe. Deshalb heißt es für mich erst einmal üben und noch mal üben. Erst wenn ich die meisten Punkte "wie lerne ich Schreiben" beherrsche und praktisch umsetzen kann, widme ich mich meiner eigenen, ganz persönlichen Story.

@Rezna
Meine ersten Romane schrieb ich ohne zu wissen, dass man schreiben lernen kann.

Hey, genauso ging es mir auch. :wink: Mittlerweile bin ich schlauer.

Je kleiner und unfähiger du dich fühlst, umso besser wirst du, denn umso mehr erkennst du, worauf es ankommt und was gut ist und wie schwer es ist das zu erreichen und das deine Ansprüche einfach überirdisch sind. Du hast erkannt, dass alles was du schreibst nie den Ansprüchen genügen wird, die du an dich stellst und entdeckst den Grad der Selbstzerstörung, den Schreiben auf dich hat. Die einzige Therapie die dir einfällt ist: Schreiben.

Wie wahr. Bild Die einzige Hoffnung die bleibt und einen vorantreibt ist die, dass man glaubt irgendwann kompetent genug zu sein um eine anspruchsvolle Geschichte aufs Papier zu bringen. Die nicht mehr all die Fehler beinhaltet, die man sich am Anfang geleistet hatte.

Ich bretterte quasi mit dem Schrottreifen Autos meines Onkels über seine Felder noch lange bevor ein Führerschein Thema war - einfach weil ich das Gefühl liebte, die Karre durch die Gegend zu jagen und jedes mal mit einem regelrechten Rausch auszusteigen und die ganze Nacht noch davon zu träumen.

Ja, so war es bei meinen ersten Schreibversuchen. Ich tat es weil es einfach spaß machte - ein berauschendes Gefühl. Ich finde gerade das war es was einem das Gefühl von Freiheit gab. Träume war werden ließ ohne Zwänge und Regeln. Später wird alles anders...hat man z.B. den Führerschein, ist das Gefühl zwar immer noch toll, aber nicht mehr die reine vollkommene Freude. Weil man sich nun in gewissen Bahnen bewegt.

So geht es mir zu Zeit mit dem Schreiben. Es macht zwar spaß aber auf der anderen Seite frustriert es auch, weil es nicht so gelingt, wie man es sich angelesen hat - wie es sein sollte. All die Regeln die ich im Kopf habe, wollen jetzt ein Wörtchen mitreden. Bild

Gruß

Saphir

von © Saphir

 
Ich bedanke mich für die Lorbeeren.

Selbstredend, dass ich alle meine Texte für zu schlecht befinde. Aber der Vampir soll mich holen und bis in die Ewigkeit saugen, wenn ich mich nicht doch einmal überwinde. (Hätte das saugen jenen erotischen Moment den ich mir gerade ausmale, stelle ich vielleicht lieber doch nichts ein. ;) )

von © Rezna

 
Ich habe eigentlich keinen Trainingsplan, übung kriegt man meiner Meinung nach von selbst, von dem, was man an Büchern und anderen Texten liest, von der Schule manchmal vielleicht auch, von der Kommunikation mit anderen Menschen, bei der man sich irgendwie ausdrücken muss, von allen misslungenen bzw nicht beendeten Projekten, usw. Ich habe bis jetzt meinen Teil an einer Autobiografie, an der ich mit zwei Freundinnen geschrieben habe, fertiggestellt sowie eine Novelle und einen Roman. Ich hatte für keines dieser Projekte einen "Plan" oder sowas. Neuerdings hab ich mir das Ziel gesetzt, täglich mindestens fünfhundert Wörter zu schreiben, zurzeit sind es dann immer tausend bis viertausend. Aber ich glaub, das kann man nicht verallgemeinern - jede(r), wie er/sie will.

von © naemi

Re: Trainingsplan für Romanschriftsteller

 
Ich habe mich praktisch selber ins kalte Wasser geworfen.
Hat übrigens nicht so gut geklappt...
:wink:
Zum Glück habe ich so viel Fantasie, dass ich gar nicht weiß wohin damit. Also habe ich geschrieben. Immer mehr. Und immer hatte ich genug Ideen um meine Versuche fortzusetzen. Inzwischen gibt es auf meinem Computer bestimmt zwanzig Romananfänge (immer Umfänge von 1-20 Seiten max.) und ich habe mich nie wieder damit befasst.
Das erste Mal, dass ich etwas Längeres geschrieben habe war mit zwölf. (Übrigens immer während des Unterrichts in der Schule, wenn mir langweilig war - was eigentlich immer der Fall war). Diese Geschichte habe ich tatsächlich bis Seite 70 bekommen - und dann taten mir die Hände weh. Gerade überlege ich, ob ich sie noch einmal überarbeiten soll; die Idee war nämlich nicht schlecht. :D
Aber auch mit dieser Methode kommt man ans Ziel. Mittlerweile habe ich das richtige Thema zum Schreiben gefunden und die erste Geschichte fertig. Der zweite Band folgte auf dem Fuß und im Moment bin ich mit dem Dritten beschäftigt. Mit jedem bin ich besser geworden.
Jeder hat seine eigenen Methoden um ans Ziel zu kommen. Ich persönlich bin nicht der sehr geduldige Typ, weshalb Training für mich nicht in Frage kam. Ich habe ja schon meine Fantasie erwähnt, oder? Immer, wenn ich versuche eine Kurzgeschichte zu schreiben macht sich meine Fantasie selbstständig und ich kann nicht mehr aufhören zu schreiben.
Jedem das seine. Man muss sich einfach ausprobieren. Irgendwann klappt es bestimmt. Wenn nicht beim ersten Mal, dann eben beim 2035-sten Mal! :mrgreen:

von © Selva

Re: Trainingsplan für Romanschriftsteller

 
Wo Selve das grad ausgebuddelt hat schreib ich auch mal was :mrgreen:
Bin mir nicht ganz sicher, ob der Trainingsplan etwas bringt, wenn die Ergebnisse sich inhaltlich stark unterscheiden (das heißt verschiedene Charaktere drin vorkommen, komplett andere Handlungen etc.). Halte es aber für möglich (und sogar ziemlich gut und funktionell), sich die Charaktere aus dem größeren Projekt zu schnappen -sobald es ans eigentliche schreiben ginge- und damit die einzelnen Stufen zu absolvieren. d.h. sich vorzuarbeiten, bis am Ende dann, wie bei dir auch, das fertige Werk steht.
Ich denke jedenfalls so werde ich es mal ausprobieren um mich fürs schreiben des Hauptstückes warm zu machen. :mrgreen:

btw: hat Jacky vergessen die Forumsuhr umzustellen, ist das Forum kaputt oder bin ich blind? :o

von © HappyMephisto

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