[Fanty]Träumelein an der Front

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[Fanty]Träumelein an der Front

Beitragvon Mondlichti » 03.02.2015, 22:32

Träumelein an der Front

Schwer beladen zog Träumelein hinaus in die Fremde. In ihrer Stadt hatte sie bisher jeden beträumt und nun sollte sie außerhalb ihres Bereiches eingesetzt werden. Zwei Träume hatte sie dabei und sie trug schwer an ihrer Last.
Knapp zwei Meter über dem Boden schwebte sie davon und immer wieder wurde sie von einer Böe erfasst und in eine andere Richtung gedrückt. Doch Träumelein wehrte sich dagegen und konnte immer wieder ihrer Route folgen.

Nach zwei Tagen war sie endlich angekommen. Doch der Anblick dieser Landschaft war kaum zu ertragen. Verbrannte Bäume streckten ihre restlichen verkohlten Zweige hinaus. Das Gras rauchte und die Menschen gingen mit leerem Blick umher.
Träumelein wurde es schwer ums Herz. Zu gerne hätte sie jedem von ihnen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Doch ihre Träume waren für andere bestimmt. Ach, hätten mehr mit mir mitkommen können, dachte das Träumelein traurig und schwebte weiter.
Ein entferntes Grollen ließ Träumelein langsamer werden. Sie wusste, ihr konnte nichts passieren. Doch es erschütterte sie, was sie hier zu sehen bekam. Überall schwebten Seelen über den Toten und warteten darauf abgeholt zu werden. Die Körper waren entweder schwer beschädigt oder gar nicht mehr vorhanden.
Wenn Träumelein sich einer Seele näherte, so schien diese die Arme hilfesuchend nach ihr auszustrecken. Doch sie konnte nicht helfen.

Bald war sie am Ziel. Lautes Donnern, Getöse, das Pfeifen der abgeschossenen Raketen um sie herum ängstigen sie. Trotzdem schwebte sie weiter, auf der Suche nach ihrem Menschen.
In der Ferne schlug eine Glocke und das Getöse verstummte augenblicklich. Waffenruhe.
Der Junge wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht und veränderte seine Liegeposition. Er entsicherte sein Gewehr, bettete seinen Kopf in den Armen und lag schwer atmend da. Ein Kamerad robbte zu ihm hin. „Hey Mann, alles klar?“ brüllte er und der Junge hob den Kopf und nickte. „Bald biste wieder zu Hause, Junge. Halte durch und den Kopf unten!“ ermunterte ihn der Kamerad und schob sich weiter. Der Helm verrutschte, als der Junge den Kop drehte und murmelte: „Welches Zuhause?“ Der weiße Verband war verdreckt, der notdürftig um seinen Kopf gewickelt war. „Ich weiß doch nur meinen Namen“ schrie er auf.“ Martin, ich heiße Martin!“
„Setz Deinen Helm wieder auf, Martin“, befahl der Kommandant.
Der Junge tat wie ihm befohlen und schloss die Augen. Träumelein schwebte schnell heran und versank.
Martin träumte und sah das Haus in dem er aufgewachsen war. Den Garten mit den Obstbäumen, seine Mutter, seine Schwestern und den Hund Charly. Er sah sein Zimmer mit all seinem Anglerzeug, sein Motorrad in der Einfahrt und seine Freundin. Als er erwachte lächelte er und flüsterte: „Ich weiß, wo mein zu Hause ist!“

Träumelein setzte ihren Weg fort und überquerte das Schlachtfeld. Für sie gab es keinen Freund oder Feind. Alle Menschen waren gleich und jeder hatte seine Träume verdient.
Im Lazarett angekommen, schwebte sie zu einer Krankenschwester die gerade einem Patienten den Kopf verband. Leise flüsterte sie ihm tröstende Worte zu und ihre Hände taten sanft ihre Arbeit.
Das Träumelein wartete und kontrollierte noch einmal die Bilder und Emotionen. Dieses Mal war es eine Warnung. Sie hoffte, das die Schwester es verstehen würde und sank in sie hinein, als diese sich schlafen legte. Wild warf die Schwester den Kopf hin und her. Träumelein flitzte nervös von einem Bettende zum anderen. Stöhnend wachte die Schwester auf und setzte sich atemlos auf die Bettkante. Der Traum war so real gewesen. Mit zitternden Händen nahm sie sich eine Zigarette. Sie würde gut auf sich und die anderen Schwestern aufpassen. Man dürfe den Männern keine Hoffnungen machen, schwor sie sich.
Träumelein nickte und hoffte, das den Mädchen nichts böses passieren würde. Doch das lag nicht mehr in ihrer Macht.
Schnell flog sie von dem dunklen Ort nach Hause und hoffte, das eines Tages Frieden zwischen den Menschen herrschen würde.

Ende
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon Maal » 06.02.2015, 22:54

Hallo Mondlichti,

deine Worte stehen dicht an dicht - da ist nichts Überflüssiges vorhanden - ich finde nichts, was ich von der Form her anmerken könnte.

Was den Inhalt anbelangt hätte ich ein paar kleine Anmerkungen:

Ich weiß doch nur meinen Namen“ schrie er auf.“ Martin, ich heiße Martin!“
„Setz Deinen Helm wieder auf, Martin“, befahl der Kommandant.


Was danach kommt hat mich zwar berührt - aber es war in meinen Augen nicht stimmig - der Soldat der mit einem Lächeln im Schützengraben aufwacht ... ich hätte einen zwiespältigeren Traum erwartet - der seine Trennung von zu Hause deutlicher macht - der schön anfängt und böse endet.

Wild warf die Schwester den Kopf hin und her. Träumelein flitzte nervös von einem Bettende zum anderen. Stöhnend wachte die Schwester auf und setzte sich atemlos auf die Bettkante. Der Traum war so real gewesen. Mit zitternden Händen nahm sie sich eine Zigarette


Wenn du die Beschreibung des Traumes weglässt - wirkt es auf mich so wie "mission accomplished" - Träumilein kommt ins Kriegsgebiet und bringt den Jungen zum Lächeln und die Schwester dazu das "Richtige" zu machen - ich würde gerne das wahre Innenleben der Krankenschwester und wie schon gesagt von dem Jungen näher kennenlernen.

Schnell flog sie von dem dunklen Ort nach Hause und hoffte, das eines Tages Frieden zwischen den Menschen herrschen würde.


Ein offeneres Ende fände ich stärker - vielleicht eine Frage - irgendwas in die Richtung - nachdem träumelein die krankenschwester verließ - floh sie bestürzt - warum nur taten sich die menschen immer wieder soetwas an? ... bei Bedarf kriegst du, dass sicher besser hin.

Wie immer gilt der Satz - nimm mit was dir gefällt streiche den Rest

Liebe Grüße Maal
Überzeugend ist ein starkes Wort, denn überzeugend ist man nicht sofort.
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon Mondlichti » 17.02.2015, 13:20

Hi Maal,
vielen Dank für Deinen Kommentar!
Du hast vollkommen Recht. So bald ich kann, werde ich es ändern.
Gute Idee! manchmal sieht man den Wald vor Bäumen nicht :)

Alles Gute
Mondlichti
 
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon DatCheEta » 19.02.2015, 13:06

Hallo Mondlichti!

Mir gefällt die Geschichte sehr gut, aber es gibt ein paar Dinge, die mir persönlich aufgefallen sind, die sich mir nicht ganz erschließen bzw besser beschrieben werden könnten.

und nun sollte sie außerhalb ihres Bereiches eingesetzt werden

Der Rest der Geschichte ist sehr, wie soll ich sagen, "locker" geschrieben, ein bisschen wie eine Kindergeschichte. Dieser Teil des Satzes fällt da recht stark auf, da es sehr sachlich klingt.
Wie wäre es mit: "und nun sollte sie woanders ihre Träume verteilen. Zwei Stück hatte sie dabei und sie trug schwer an ihrer Last." Oder so ungefähr in die Richtung.

Das Gras rauchte

Ich finde diese Umschreibung nicht ganz so schön, auch wenn ich mir vorstellen kann, was für ein Bild du damit wahrscheinlich erzeugen willst. Einerseits: wenn die Bäume verkohlt sind, dann gibt es wahrscheinlich auch nicht mehr so viel Gras.
Andererseits kann ich mir nicht ganz vorstellen, woher Rauch vom Gras aufsteigen würde, wenn das Gras nicht gerade brennt. Vielleicht sind es eher Rauchschwaden, die über dem Gras hängen, oder Dampf der von der erhitzten Erde aufsteigt?

„Welches Zuhause?“ Der weiße Verband war verdreckt, der notdürftig um seinen Kopf gewickelt war. „Ich weiß doch nur meinen Namen“ schrie er auf.

Ich kann nicht ganz verstehen, wieso Martin sich nicht an sein Zuhause erinnern kann. Wurde er am Kopf getroffen und leidet jetzt unter Amnesie? Und warum fragt der Kamerad nicht weiter nach, nachdem er das hört? Diese Stelle würde ich mir persönlich gerne etwas ausgebauter wünschen.

Ansonsten stimme ich Maal zu: den Traum der Schwester zu beschreiben anstatt nur ihre Reaktion und die Gedanken des Träumelein zu zeigen fände ich als Leser auch zufriedenstellender, genau so wie ein offeneres Ende.

Ich hoffe mein Feedback hilft dir ein bisschen.

LG,
Cheety
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"A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory." - Leonard Nimoy
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon Mondlichti » 26.02.2015, 08:50

Hallo Cheety,
vielen Dank für Dein Kommentar. Der hat mir sehr geholfen. Werde es schnellst möglichst ändern, sobald ich eine gute idee dafür habe :)
Ganz liebe Grüße
Mond
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon rental » 01.03.2015, 04:07

Hallo Mondlichti,

eine schöne aber auch traurige Geschichte hast du da geschrieben. Sie liest sich ganz gut, dank deinem sicheren Stil. Auch der Inhalt, bzw. das gewählte Thema spricht mich an. Nachfolgend möchte ich dennoch ein paar Dinge anmerken, die dir hoffentlich weiterhelfen können. Ich habe die anderen Kommentare auch gelesen und versuche, nichts doppelt aufzuführen.

Knapp zwei Meter über dem Boden schwebte sie davon und immer wieder wurde sie von einer Böe erfasst und in eine andere Richtung gedrückt. Doch Träumelein wehrte sich dagegen und konnte immer wieder ihrer Route folgen.

Zweimal "immer wieder" in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Kann man machen, gefällt mir persönlich aber nicht wirklich. Da fällt dir bestimmt was ein, um diese unnötige Wiederholung zu vermeiden. Im Satz, der diesem Teil vorangeht, hast du ausserdem auch noch mal eine "zwei" drin:
Zwei Träume hatte sie dabei und sie trug schwer an ihrer Last.
Knapp zwei Meter über dem Boden [...]

Hier finde ich das zwar weniger auffällig ... aber vielleicht kannst du für das "Schweben über dem Boden" eine unbestimmte Höhenangabe verwenden?

Nach zwei Tagen war sie endlich angekommen.

Hier wechselt du ohne ersichtlichen Grund ins Plusquamperfekt. Vorschlag: Nach zwei Tagen kam sie endlich an.

Verbrannte Bäume streckten ihre restlichen verkohlten Zweige hinaus.

Wo hinaus streckten die Bäume ihre verkohlten Zweige? Dank dem vorhergehenden Satz liest es sich fast so, als streckten die Bäume ihre verkohlten Zweige aus der Landschaft hinaus ... Was natürlich irgendwie unlogisch klingt. Schreibe doch anstatt "hinaus" einfach nur "aus": Verbrannte Bäume streckten ihre verkohlten Zweige aus. Das macht meiner Meinung nach deutlich mehr Sinn. Das Wort "restlichen" finde ich hier überflüssig.

Ach, hätten mehr mit mir mitkommen können, dachte das Träumelein traurig und schwebte weiter.

Ist jetzt keine allgemeingültige Regel oder so, mehr ein Tipp, ich finde es aber schön, wenn der Autor die Gedanken eines Protas vom restlichen Text etwas heraushebt. Das geht sehr gut, wenn man die Gedanken quer setzt:
Ach, hätten mehr mit mir mitkommen können, dachte das Träumelein traurig und schwebte weiter.

Wenn Träumelein sich einer Seele näherte, so schien diese die Arme hilfesuchend nach ihr auszustrecken. Doch sie konnte nicht helfen.

Wieder eine Wiederholung. Vielleicht kannst du im zweiten Satz schreiben: Doch sie konnte nichts für sie tun.

Er entsicherte sein Gewehr, bettete seinen Kopf in den Armen und lag schwer atmend da.

"Seinen Kopf in den Armen betten" klingt seltsam. Es müsste hier lauten: Er entsicherte sein Gewehr, bettete seinen Kopf in die Arme und lag schwer atmend da.

„Hey Mann, alles klar?“, brüllte er und der Junge hob den Kopf und nickte. „Bald biste wieder zu Hause, Junge. Halte durch und den Kopf unten!“, ermunterte ihn der Kamerad und schob sich weiter.

Nach der direkten Rede setzt man ein Komma (rot markiert).

Der weiße Verband war verdreckt, der notdürftig um seinen Kopf gewickelt war.

Etwas seltsam formuliert, ausserdem zweimal das Wort "war" in sehr kurzer Folge. Einen Vorschlag meinerseits, wie man diese Stelle eleganter formulieren könnte: Der notdürftig um seinen Kopf gewickelte Verband starrte vor Dreck. Das sagt genau das gleiche aus. Ausserdem ist der Verband ja nicht mehr weiss, weil er eben dreckig ist.

„Ich weiß doch nur meinen Namen“, schrie er auf.“ Martin, ich heiße Martin!“

Wieder ein Komma nach der direkten Rede. Ausserdem ist der Leerschlag vor der zweiten direkten Rede falsch gesetzt.

Wieso kann Martin sich nicht mehr an sein zu Hause erinnern? Ich denke im Krieg wäre es für mich das Wichtigste, mein zu Hause und meine Familie in Erinnerung zu behalten, damit ich wenigstens einen Grund habe, um weiterzukämpfen. Hat er seine Erinnerung verloren? Aber wodurch/wieso? Da fehlen genauere Informationen.

Im Lazarett angekommen, schwebte sie zu einer Krankenschwester die gerade einem Patienten den Kopf verband.

Martin hatte auch schon einen verbundenen Kopf. Klar, im Krieg gibt es bestimmt viele Kopfverletzungen und es ist daher nur wahrscheinlich, das die Krankenschwester ebenfalls jemandem den Kopf verbindet. Ich hätte aber hier ein anderes Körperteil zum Verbinden ausgewählt, denn in einer so kurzen Geschichte fällt halt zweimal der Kopf halt auf.

Sie hoffte, das die Schwester es verstehen würde und sank in sie hinein, als diese sich schlafen legte. Wild warf die Schwester den Kopf hin und her. Träumelein flitzte nervös von einem Bettende zum anderen. Stöhnend wachte die Schwester auf und setzte sich atemlos auf die Bettkante. Der Traum war so real gewesen. Mit zitternden Händen nahm sie sich eine Zigarette. Sie würde gut auf sich und die anderen Schwestern aufpassen.

Etwas viel "Schwester" in diesem Abschnitt, kannst du sicher umgehen und besser machen. Ausserdem muss ich hier meinen Vorkommentatoren beipflichten, der Traum der Schwester zu zeigen wäre hier deutlich interessanter.

Das ein offeneres Ende besser passen würde, finde ich auch.

Fazit: Alles in allem eine gut geschriebene Geschichte, die auch etwas zum Nachdenken anregt. Noch ein paar Schnitzer drin, aber meist nur Kleinigkeiten. Habe ich gerne gelesen!

LG,
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon Akirai » 03.03.2015, 23:16

Hallo Mondlichti!

Du hast zwar schon einige Antworten (die ich jetzt nur überflogen habe, also sollte etwas doppelt sein, entschuldige bitte), aber ich will dir auch noch sagen: Ein wirklich süßer Text, hat mir gut gefallen. Ich bin so frei, meine Meinung kundzutun:

Mondlichti hat geschrieben:Knapp zwei Meter über dem Boden schwebte sie davon und immer wieder wurde sie von einer Böe erfasst und i

Hier irritiert mich die genaue Angabe (die ist doch so nicht wichtig, kannst du also imo weglassen) und die plötzlich auftretende Böe. Den Sturm hättest du vorher ankündigen können, so hat er mich aus dem Kontext gerissen :mrgreen:

Mondlichti hat geschrieben:Ach, hätten mehr mit mir mitkommen können,

Einmal kann ein "mit" weg, sonst ist es doppelt. Bislang übrigens mein Gedanke: aww... so süß :girl:

Mondlichti hat geschrieben:Überall schwebten Seelen über den Toten und warteten darauf abgeholt zu werden. Die Körper waren entweder schwer beschädigt oder gar nicht mehr vorhanden.
Wenn Träumelein sich einer Seele näherte, so schien diese die Arme hilfesuchend nach ihr auszustrecken.

Hier irritiert mich die Bemerkung mit den Körpern. Ich würde den Satz als ersten Satz nehmen, dann hast du eine logische Verbindung zwischen den zwei Seelensätzen. Und vielleicht etwas anders beschreiben, damit das Bild vom Schlachtfeld rüberkommt? Nur ein Vorschlag.

Mondlichti hat geschrieben:Der Junge wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht

Hier geht mir der Zoom zu Martin zu schnell. Wo sieht sie ihn? Wieso sieht sie ihn?

Mondlichti hat geschrieben:„Welches Zuhause?“ Der weiße Verband war verdreckt, der notdürftig um seinen Kopf gewickelt war. „Ich weiß doch nur meinen Namen“ schrie er auf.“ Martin, ich heiße Martin!“

Das würde ich kombinieren: Den Satz mit dem weißen Verband vor "Welches Zuhause" und dann beide wörtliche Reden miteinander kombinieren.

Mondlichti hat geschrieben:Träumelein schwebte schnell heran und versank.


Wer was wann wo? Ich bin ausgestiegen. Mir schwebte so ein Sandmannbild vor...

Mondlichti hat geschrieben:„Ich weiß, wo mein zu Hause ist!“

Und den Satz würde ich als Schlusssatz nehmen - der ist so schön hoffnungsvoll! Auch aus dem Grund: Ich verstehe zwar, dass du mir zeigen willst, dass Träumelein auch böse Träume schicken kann (es sind ja zwei Träume!, aber... ich sehe den Sinn hinter der Aktion nicht. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Außerdem kapiere ich nicht, wie Träumelein in Martin versinken und dann noch die Krankenschwester heimsuchen kann :lol: Meine Idee: Träumelein kann sich aussuchen, welchen Traum es benutzt?

Du siehst, mir hat deine Geschichte sehr gut gefallen, denn ich fange an, sie mir zurechtzubiegen. Das würde ich nicht, wenn sie mich nicht in irgendeiner Weise berührt hätte. Ansonsten kompliment, ich musste meine "Ich bin fies und pingelig"-Brille bei deinem Text aufsetzen.
Chapeau!
Ich hoffe, du konntest einiges hilfreiches aus meinem Kommentar entnehmen!

LG
Aki
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon Lirael » 20.06.2015, 19:41

Hallo Mondlichti

Mir haben bisher alle deine Träumelein Geschichten sehr gut gefallen. Besonders, dass alle aufeinander aufbauen und dein Träumelein langsam die Karriereleiter erklimmt.

Am Inhalt hat mich nicht wirklich was gestört. Auch wenn einige hier angemerkt haben, dass Martin sein Hause nicht vergessen würde, da es in dieser schweren Zeit sein einziger Halt wäre, sehe ich das anders.

Als Gegenbeispiel nenne ich jetzt einfach mal das Buch Malka Mai, in dem es um ein Mädchen im 2. Weltkrieg geht. Es handelt sich dabei um eine wahre Geschichte.
Durch die Erlebnisse, kommt bei ihr irgendwann der Punkt an dem sie sich solange zwingt nicht an ihr zu Hause und ihre Familie zu erinnern, bis sie diese tatsächlich vergisst.
Was ich damit sagen möchte ist, bei dir handelt es sich um eine Kurzgeschichte. Wir wissen nicht, was Martin unter Umständen zugestoßen ist und was er erlebt hat. Es liegt also durchaus im Rahmen des Möglichen, dass er sein zu Hause, aus welchen Gründen auch immer, vergessen hat.
Natürlich wäre es für den Leser schöner, etwas über Martins Hintergrund zu erfahren.

So nun zu deiner Geschichte.

Doch der Anblick dieser Landschaft war kaum zu ertragen. Verbrannte Bäume streckten ihre restlichen verkohlten Zweige hinaus. Das Gras rauchte und die Menschen gingen mit leerem Blick umher.


Brauchst du die Zweige unbedingt?
Sonst könntest du auch sowas schreiben wie:

"Doch der Anblick war kaum zu ertragen. Verkohlte Bäume waren über die gesamte Landschaft verteilt. Das Gras qualmte noch und die Menschen wanderten mit leeren Blicken umher."

Doch es erschütterte sie, was sie hier zu sehen bekam.


"Doch was sie hier zu sehen bekam erschütterte sie." Finde ich für den Lesefluss besser.


Der Helm verrutschte, als der Junge den Kop drehte und murmelte: „Welches Zuhause?“ Der weiße Verband war verdreckt, der notdürftig um seinen Kopf gewickelt war. „Ich weiß doch nur meinen Namen“ schrie er auf.“ Martin, ich heiße Martin!“


Ist dir bestimmt schon selbst aufgefallen. Der Helm verrutschte, als der Junge den Kopf drehte und murmelte
Zum Verband wurde hier ja schon einiges geschrieben, deshalb überspringe ich diesen Teil.

Er sah sein Zimmer mit all seinem Anglerzeug, sein Motorrad in der Einfahrt und seine Freundin. Als er erwachte lächelte er und flüsterte: „Ich weiß, wo mein zu Hause ist!“


Ich finde Anglerzeug hier unpassend. Besser wäre Angelausrüstung.

Träumelein nickte und hoffte, das den Mädchen nichts böses passieren würde.


Anstelle von passieren, fände ich hier "nichts böses zustoßen oder geschehen würde" besser.


Auch diese Geschichte von dir habe ich wieder sehr schnell verschlungen :)
Ich mag es wie Träumelein in jeder neuen Geschichte in andere Gebiete gelangt und einen neuen Aufgabenbereich hat. Aber ganz ehrlich, mich interessiert auch immer noch dein fieser Traumfresser aus der ersten Geschichte. Das ist für mich noch nicht ganz abgeschlossen. Bzw. ich bin immer noch neugierig, ob man ihm nicht irgendwie Einhalt gebieten könnte :D Und vielleicht auch, wo Träumelein herkommt. Wie ihre Kollegen sind usw.
Du siehst du hast bereits einen neugierigen Fan ^^

Ich hoffe bald wieder von dir zu lesen

lg Lirael
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Re: Träumelein an der Front

Beitragvon Mondlichti » 30.06.2015, 20:38

hallo Ihr Lieben
danke für dein Kommentar..ich werde versuchen schnellstmöglichst die Geschichte zu korrigieren. Und danke für Eure Mühe!

@ Lirael.
Danke das dir bis jetzt die Serie gefällt. Zum Traumfresser wird es sicher noch eine Auflösung geben und auch wie die Träume *hergestellt* werden. Leider habe ich eine Schreibblockade seit längerem und es muss wohl noch ein wenig warten. Trotzdem vielen lieben Dank!
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