Trotz Plot kein Schreibfluss

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Ankh » 12.07.2015, 22:31

Der Typ wird zum love interest, die Tornadodynamik wird wieder aufgeriffen und sie lernen das Land besser kennnen


Ich verstehe nicht ganz; ist das die Beschreibung, was in der nächsten Szene passieren soll?

Was eine Tornadodynamik ist weiß ich nicht, aber du könntest ja wieder mit einem Überleitungssatz ("Nach einigen anstrengenden Arbeitstagen im Wirtshaus....") an ihrem freien Tag wieder einsetzen, und "der Typ" bietet ihr an, ihr ein bisschen die Umgebung zu zeigen, weil sie ja anscheinend neu in der Gegend ist. Dabei spazieren sie so durch die Wälder, er erzählt ihr von Land und Leuten, und sie kann nur die ganze Zeit drüber nachdenken, wie unglaublich sexy seine Stimme doch ist und fragt ihn alles mögliche, nur damit er weiterredet. Dann fällt sie fast in einen Bach und er fängt sie auf ... wie sich sowas eben anbahnt :wink:

Da hast du dann alles drin: Der Leser lernt mit ihr zusammen das Land kennen, die beiden kommen sich näher, und ein bisschen Dramatik damit es nicht zu öde wird bietet der Bach - es muss ja nicht immer gleich ein Räuberüberfall sein. Je nachdem, wie actionreich der Rest deiner Geschichte ist, kann es auch mal ganz nett sein, wenn die Geschwindigkeit ein bisschen runtergeht.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 13.07.2015, 13:34

@Ankh:

das ist die Beschreibung, die sich durch die nächsten..puh geschätzt ca 20 Seiten zieht. Also eben so lange, wie sie sich noch an diesem Ort aufhalten.

Dankeschön! Auf diese Lösung mit dem gleichzeitigen Zeigen/Erkunden und Kennenlernen bin ich gar nicht gekommen! :)
Ja, aslo zwei von den 3 Leuten wollen dort weg, eine will bleiben.

Ja, ich schreibe immer aus drei unterschiedlichen Perspektiven, das heißt für Perspektive eins(die mit dem love interest) wäre jetzte alles klar. Danke!

Bei den anderen beiden muss ich mir echt noch was überlegen, was auch lange genug anhält, weil das mit dem love interest geht langsam vorwärts^^ (vielleicht sich verbündete suchen)
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon SkyeFantasy » 29.07.2015, 20:02

Hallo Kunstmelodie!

Meine Protas sollen in einem Wirtshaus arbeiten. Sie stehen vor der Tür.
-Ich weiß, wie es aussehen soll.
-Ich weiß, das sie da nun rein gehen, auf den Besitzer und seinen Sohn treffen.
-Dann erklären diese Ihnen die Arbeit.
-Dann ist eine Lücke?!
- Und dann abends ist der erste, katastrophal verlaufende Arbeitstag.

Was meint ihr, woran liegt das? Zu wenig geplottet? Nicht vorhandene Subplots? Ich weiß es nämlich selbst nicht mehr :/


Ich glaube, das Problem hat jeder schon mal gehabt. Ich hangele mich gerade in meinem eigenen Projekt von Blockade zu Blockade. Jedesmal denke ich, nur noch diese Hürde überwinden (vor der ich dann tagelang schwerst grübelnd :groggy: rumstehe), bin dann sehr glücklich, wenn ich endlich drübergekraxelt bin... schon kommt die nächste Hürde und ich steh da schon wieder. :paperbag:

Meine Vermutung: Du kommst mit dem Schreiben nicht voran, weil du vielleicht denkst, Gott, jetzt muß ich diese langweilige Verknüpfung schreiben. Dann ist es im Oberstübchen alles ganz leer und nicht ein einziges Wort will kommen. Das wäre vermutlich das, was bei mir passieren würde. Den zwei Leuten die Arbeit erklären, das hört sich unspannend an. Der katastrophal verlaufende Arbeitstag dagegen, den stelle ich mir ausgesprochen lustig vor und darüber würde ich gern etwas lesen. Das wird sicherlich auch anregend zu schreiben.
Überspring doch erstmal den Teil, der dir keinen Spaß macht. Geh deinen Plot durch und nimm dir genau den Teil der Szene raus, von dem du denkst, daraus kann ich was Gutes machen, und fang damit an. In diesem Fall würde ich mit dem Arbeitstag anfangen. Laß die zwei Aushilfen Weingläser zu Boden schmettern und wirf den weiblichen Gästen Torten in den Ausschnitt (oder so). Das wird dir bestimmt gut von der Hand gehen und danach bist du mit etwas Glück so im Schwung, daß du dann auch den Teil davor beschreiben kannst.

LG
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 19.10.2015, 23:06

Das passiert, wenn man eine Antwort übersieht und inaktiv wird für ein paar Monate...Es tut mir leid.
Dennoch finde ich, das ich dir eine Antwort schuldig bin, Sky Fantasy!

Also Danke dir! ;)

In meinem Beitrag über dir hatte ich geschrieben, das ich jene Szene erfolgreich gemeistert habe, sie etwas anders angepackt habe und damit nun auch soweit zufrieden bin.
Seit Monaten nun fehlt mir aber die energie, mich mit meinem Plotbroblem auseinanderzusetzten, besagter Plotlücke. Ich plotte sehr grob, weil ich sonst das Gefühl habe, ich hätte die Geschichte bereits geschrieben.
Das heißt, nach 3-4 Monaten bin ich immer noch kein Stück weiter.
Ich war und bin(?) nicht in der Lage, meine Energie auf viele verschieden Dinge gleichzeitig und gleichmäßig aufzuteilen. (freunde/freizeit/Studium/Fotogafie) klar, das da das Schreiben hinten anhängt, denn das erfordert am meiste Kraft in jeglicher Hinsicht( gut, das Studium auch, aber das steht eh an erster Stelle).

Was mich so wahnsinnig macht: Eigentlich müsste ich mich doch nur einmal hinsetzten, und mir ausdenken, was meine anderen beiden Protas in der Zwischenzeit in der Welt machen/erleben könnten.
Wieso gelingt mir das dann nicht?! Wo liegt der Haken?
Bin ich ideenlos/unkreativ/kenne ich meine Welt nicht gut genug/sind meine Charaktere nur Hüllen? Als diese gespenstische Fragen tauchen bereits in meinem Kopf auf und ich bin mir nicht sicher, ob ich deren Antworten kenne.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon orangelunar » 20.10.2015, 01:53

Vielleicht liegt es daran, dass du - wie du selbst sagst - einfach zur Zeit zu viele Sachen auf einmal hast: Studium, Freunde, Freizeit usw. Und du sagst selbst, dass das Schreiben bei dir aktuell "hinten anhängt".
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber etwas, was bei mir so weit hinten rangiert, das kann ich nur mit halbem Herz machen. Mit halbem Herz kann ich nicht kreativ sein. Noch weniger, wenn ich noch tausend andere Dinge im Kopf habe.
Bei vielen Menschen ist Kreativität etwas, was man nicht ein- und abschalten kann wie einen Fernseher. Man braucht die richtige Stimmung, die richtige Musik, man braucht Zeit etc.
Gut möglich, dass das Schreiben und Plotten bei dir wieder besser läuft, wenn du Zeit und Muße dafür hast - und wenn du wieder mit ganzem Herzen dabei bist. Man kann nicht auf zehn Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Etwas muss dann zurückstecken.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 20.10.2015, 16:51

Bei vielen Menschen ist Kreativität etwas, was man nicht ein- und abschalten kann wie einen Fernseher. Man braucht die richtige Stimmung, die richtige Musik, man braucht Zeit etc.
Gut möglich, dass das Schreiben und Plotten bei dir wieder besser läuft, wenn du Zeit und Muße dafür hast - und wenn du wieder mit ganzem Herzen dabei bist. Man kann nicht auf zehn Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Etwas muss dann zurückstecken.

Halte ich für Unsinn. Kein auch nur einigermaßen professioneller Schriftsteller kann sich so etwas leisten (Deadlines und so) und die produzieren trotzdem tolle Sachen. Wie sagt man so schön "“You can't wait for inspiration. You have to go after it with a club."
Schreibe muss man viel und regelmäßig, wenn man gut werden will (wie bei allen anderen Dingen auf der Welt auch) Wer nur schreibt, wenn ihn gerade die Muse küsst, der wird es nicht weit bringen. Ist ja nicht schlimm, man kann ja auch nur zum Spaß schreiben, nur für sich.

Deshalb hier mal ein paar handfeste Tipps gegen deine "Schreibblockade".

1. Zu wenig Zeit gibt es nicht. Freund, Freizeit, Studium, das haben auch alle anderen Leute. Wer schreiben will, schreibt trotzdem. Man nimmt sich die Zeit. Prioritäten. Und glaube mir: Du wirst nie wieder so viel Zeit haben wie jetzt im Studium. Nutze das. Wenn du einen Vollzeitjob und eine Familie mit Kindern hast wirst du diesem entspannten Lebensabschnitt noch hinterhertrauern.

2. Du scheinst dein Problem schon erkannt zu haben. Du müsstest dich mal hinsetzten und plotten. Dann tue das. Schnapp dir einen Zettel, setzt dich auf's Bett und stell dir die Küchenuhr auf 15 min. Und dann brainstormst du für 15 min die nächsten Plot-Punkte. Go wild.

3. Die ominöse Inspiration... offensichtlich ist dir irgendwie die Lust am schreiben abhanden gekommen, sonst würdest du ja schreiben. Zeit, sie wieder zu finden. Wo ist sie? Da wo du sie das letzte mal gesehen hast, vermutlich. Heißt: Warum hast du überhaupt angefangen zu schreiben? Warum hast du Lust darauf bekommen? Warum gerade diese Geschichte? Was ist daran so cool gewesen, dass du beschlossen hast, sie aufzuschreiben? Was erhoffst du dir davon? Ruf dir das in Gedächtnis. Träumst du davon veröffentlicht zu werden? Von deinem Buchcover? Deinem Buch in den Buchhandlungen? Der neue Bestseller? Massen von Lesern? Fanseiten und Fanblogs nur für dein Buch? Eine Verfilmung? In der Mads Mikkelsen die männlichen Hauptrolle und du die weibliche Hauptrolle spielst? Inklusiver heißer Sexszene natürlich?
Kannst du alles haben, aber dazu musst du das Ding erst mal fertig schreiben. Also ran. Mads Mikkelsen wartet auf dich.

4. Such dir einen Writing Buddy. Schreiben kann einsam sein. Man arbeitet Stunde um Stunde um Stunde daran und keiner interessiert sich dafür. Nun, dein Writing Buddy interessiert sich dafür. Dein Writing Buddy greift dir auch unter die Arme, wenn du mal feststeckst und macht dir ein schlechtes Gewissen, wenn du mal wieder nichts zustande bringst.

5. Technik, Technik, Technik. Studiere dein Handwerk. Nicht nur, weil du dadurch besser wirst (das ist auch nett), sondern weil dir dabei vermutlich auch früher oder später auffällt, wo in deiner Geschichte die Knoten sind. Und dir werden Lösungen einfallen, an die du vorher gar nicht gedacht hast. Nichts fühlt sich besser an, als eine neue Technik/Trick/Kniff zu lernen, die die Story besser machst.

6. Wenn dir das weiterschreiben so schwer fällt, dann weiß du vermutlich unterbewusst, dass du irgendwo einen Fehler gemacht hast und das die Geschichte, so wie sie jetzt ist, einfach nicht funktioniert. Back to the drawingboard. Finde raus, was das Problem ist (vielleicht sind's auch mehrere Sachen). Vielleicht sind es die Figuren, vielleicht ist es der Plot, vielleicht ist es die Welt. Vielleicht passt nichts davon zusammen. Schau dir das alles noch mal genau an. Am besten nachdem du Schritt 5 durchgeführt hast.

7. Rule of cool. Deine Story langweilt dich zu Tode? Worauf hättest du denn gerade List? Ein prunkvoller Maskenball? Piraten-Ninjas? Seine Sex-Szene mit Mads Mikkelsen? Schreib das. Den Plot kannst du hinterher immer noch anpassen.

8. Just do it. Sorry, da führt kein weg dran vorbei. Hol die Keule raus und mach Jagd auf diese verdammte Inspiration. Ernsthaft, der Appetit kommt mit dem Essen. Je länger du wartest (3-4 Monate? Alter, in der Zeit schreibe ich eine ganze, verdammte Rohfassung. Du könntest schon längst fertig sein und Schauspiel-Sex mit Mads Mikkelsen haben), desto unwahrscheinlicher wird es, dass du dieses Buch fertig schreibst. Es wird nicht einfacher, es wird schwerer. Du wirst nie mehr Zeit haben (irgendwas ist doch immer) und nur vom nichts tun wird dir auch kein genialer Plot-Twist einfallen. Im gegenteil, je länger du nicht schreibst, desto mehr werden deine Fähigkeiten einrosten und desto schwieriger wird es, noch Zugang zu deiner Geschichte zu finden. Tue es jetzt. Setz dich jetzt hin und schreib. Schreib einfach, egal ob das gut wird oder nicht. Hauptsache du tust was dafür, dass du vorwärts kommst und wartest nicht darauf, dass dich ein Engel anhaucht und all deine Schreib-Probleme löst.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 20.10.2015, 19:00

Danke dir für deine Antwort! :)

orangelunar hat geschrieben:Bei vielen Menschen ist Kreativität etwas, was man nicht ein- und abschalten kann wie einen Fernseher. Man braucht die richtige Stimmung, die richtige Musik, man braucht Zeit etc.
Gut möglich, dass das Schreiben und Plotten bei dir wieder besser läuft, wenn du Zeit und Muße dafür hast - und wenn du wieder mit ganzem Herzen dabei bist. Man kann nicht auf zehn Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Etwas muss dann zurückstecken.

Die ersten Wochen war dies auch meine Ansicht. Und ein Stück weit denke ich schon, das dieses auf knopfdruck schwer ist. Aber so wie es jetzte ist nach 4 Monaten immer noch? Das kanns doch eigentlich nicht sein, oder? :/

Hallo Maggi1417, vielen lieben Dank für deine Antwort!

Maggi1417 hat geschrieben:Kein auch nur einigermaßen professioneller Schriftsteller kann sich so etwas leisten (Deadlines und so) und die produzieren trotzdem tolle Sachen.

Das stimmt...

Tausend Dank für deine Tipps! Ich werde sie mir Schritt für Schritt zu Gemüte führen! Ich denke, mir fehlt der Zugang zu meiner Welt und Geschichte, aufgrund der langen Pause, das, was du bereits vermutet hattest. Natürlich kann es sein, dass wenn ich mich erstmal wieder eingearbeitet habe, ich immer noch nicht weiter bin, weil etwas anderes mich immer noch blockiert, aber dein Beitrag hat mir gezeigt, dass ich ersteinmal herausfinden sollte WAS mich genau blockiert und mich dann um die Lösung und alles darauffolgende kümmere. Allerdings stimme ich dir nicht in allen Punkten zu. Ein paar Anmerkungen daher meinerseits:



Maggi1417 hat geschrieben:1. Zu wenig Zeit gibt es nicht. Freund, Freizeit, Studium, das haben auch alle anderen Leute. Wer schreiben will, schreibt trotzdem. Man nimmt sich die Zeit. Prioritäten. Und glaube mir: Du wirst nie wieder so viel Zeit haben wie jetzt im Studium. Nutze das. Wenn du einen Vollzeitjob und eine Familie mit Kindern hast wirst du diesem entspannten Lebensabschnitt noch hinterhertrauern.

Natürlich geht es anderen Leuten genauso, unestreitar. Und die kommen damit irgendwie zurecht, Stichpunkt Zeitmangement etc. ICH jedenfalls nicht. Momentan bin ich nachwievor der Überzeugung, dass ein Job nicht so anstrengend ist wie ein Job, zumindest gibt es da festere Zeiten, was ich einfacher zum umgehen finde. Das Studium ist durch Referate, Hausarbeiten, nacharbeiten, Vorbereiten, besuchen der Kurse, lernen und Wiederholen allgegenwärtig und das fast den ganzen Tag nonstop. Es ist selten mal ein tag so das ich von mir behaupten kann "fertig" zu sein, es gibt immer etwas zu tun und es ist alles sehr anstrengend. Ich will damit nur sagen, dass es mich auch einfach von der Konzentration her sehr schlaucht, Konzentration, die mir dann fürs Schreiben fehlt. Je nach Job sind dann die Tage automatisierter. Ich will nicht zu viel rumjammern oder deiner Meinung widersprechen, nur so empfinde ich das persönlich.

Maggi1417 hat geschrieben:2. Du scheinst dein Problem schon erkannt zu haben. Du müsstest dich mal hinsetzten und plotten. Dann tue das. Schnapp dir einen Zettel, setzt dich auf's Bett und stell dir die Küchenuhr auf 15 min. Und dann brainstormst du für 15 min die nächsten Plot-Punkte. Go wild.

Habe ich so bereits getan. (Zugegeben vor 3 Monaten). Herausgekommen ist dabei allerdings nur ein, zwei, eher nur so belanglose, nur die Seiten füllende Sachen, die nicht wirklich zu gebrauchen waren, weil sie nicht die Story voranbrachten, also nur so sie wandern herum, treffen auf menschen usw. Ich glaue das verunsichert mich zunehmend, das ich bei jeder Sache direkt deke "ist das nicht alles unwichtig, bzw ist das nicht nur so langweiliges rumgelaufe, was ich in der Überarbeitung streichen würde und demzufolge jetzt gar nicht erst aufschreiben brauch". Aber einfach so plotten "egal was", das habe ich noch nicht so gemacht. Vielleicht fehlt mir daei auch die Lockerheit.

Maggi1417 hat geschrieben:3. Die ominöse Inspiration... offensichtlich ist dir irgendwie die Lust am schreiben abhanden gekommen, sonst würdest du ja schreiben. Zeit, sie wieder zu finden. Wo ist sie? Da wo du sie das letzte mal gesehen hast, vermutlich. Heißt: Warum hast du überhaupt angefangen zu schreiben? Warum hast du Lust darauf bekommen? Warum gerade diese Geschichte? Was ist daran so cool gewesen, dass du beschlossen hast, sie aufzuschreiben? Was erhoffst du dir davon? Ruf dir das in Gedächtnis. Träumst du davon veröffentlicht zu werden? Von deinem Buchcover? Deinem Buch in den Buchhandlungen? Der neue Bestseller? Massen von Lesern? Fanseiten und Fanblogs nur für dein Buch? Eine Verfilmung? In der Mads Mikkelsen die männlichen Hauptrolle und du die weibliche Hauptrolle spielst? Inklusiver heißer Sexszene natürlich?
Kannst du alles haben, aber dazu musst du das Ding erst mal fertig schreiben. Also ran. Mads Mikkelsen wartet auf dich.

Danke für dein durchgehendes Beispiel mit Mad Mikkelsen, sehr witzig :lol:
Genau. Okay, werde ich tun. Bei deinen Fragen musste ich unwillkürlich lächeln, danke dir dafür.

Maggi1417 hat geschrieben:4. Such dir einen Writing Buddy. Schreiben kann einsam sein. Man arbeitet Stunde um Stunde um Stunde daran und keiner interessiert sich dafür. Nun, dein Writing Buddy interessiert sich dafür. Dein Writing Buddy greift dir auch unter die Arme, wenn du mal feststeckst und macht dir ein schlechtes Gewissen, wenn du mal wieder nichts zustande bringst.

Einen writing buddy hatte ich tatsächlich noch nie, aber ist eigentlich fast genau das, was ich unteranderem gut gebrauchen könnte!


Maggi1417 hat geschrieben:7. Rule of cool. Deine Story langweilt dich zu Tode? Worauf hättest du denn gerade List? Ein prunkvoller Maskenball? Piraten-Ninjas? Seine Sex-Szene mit Mads Mikkelsen? Schreib das. Den Plot kannst du hinterher immer noch anpassen.

Etwas, was ich mich NIE traue :D Aer vielleicht wäre das doch mal gar nicht so "schlimm".

Maggi1417 hat geschrieben:3-4 Monate? Alter, in der Zeit schreibe ich eine ganze, verdammte Rohfassung. Du könntest schon längst fertig sein und Schauspiel-Sex mit Mads Mikkelsen haben), desto unwahrscheinlicher wird es, dass du dieses Buch fertig schreibst. Es wird nicht einfacher, es wird schwerer. Du wirst nie mehr Zeit haben (irgendwas ist doch immer) und nur vom nichts tun wird dir auch kein genialer Plot-Twist einfallen. Im gegenteil, je länger du nicht schreibst, desto mehr werden deine Fähigkeiten einrosten und desto schwieriger wird es, noch Zugang zu deiner Geschichte zu finden.

DAS ist ganz wichtig! Denn ehrlich gesagt ist das etwas, was sich durch alle meine Geschichten durchzieht. Zu lange Schreibpausen- nicht mehr weiter gemacht- neue Geschichte angefangen- lange Pause usw usw und bei dieser Geschichte habe ich mir geschworen, sie zu Ende zu bringen, egal wie lange es dauert. Mein eigentliches Ziel war es gewesen, am 31.12.2015 "Ende" unter meine Geschichte zu setzten. Das kann ich nun aber vergessen und das wurmt mich. Das ist auch der Grund, warum ich das Ganze jetzt angehen will. Ich meine, ich habe mit der Geschichte im März 2014(!) angefangen und dazwischen nochmal eine 6 monatige Schreibblockade/pause gehabt und nun die 4 Monate...Als vorwärts kommen würde ich das nicht bezeichnen.

Ich werde nun also versuchen, noch tiefer in meine Welt einzutauchen und auch mal wild herum zu plotten, nicht jeder Vorschlag aus meinem Kopf muss direkt umsetzbar sein!(Mantra im Kopf festleg)

Ich halte euch auf dem Laufenden,

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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon orangelunar » 20.10.2015, 19:04

@Maggi:
Halte es ruhig für Unsinn, stört mich nicht. Ich sehe es anders. :p
Menschen sind verschieden. Auch die Art, seine Kreativität zu wecken, ist für jeden anders. Manche können unter Druck und Zeitnot schreiben, ich zum Beispiel kann es nicht. Wenn ich den Kopf voller Probleme habe, kann ich ebenfalls nicht schreiben. Mag sicher viele Leute geben, die es können.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Minna » 20.10.2015, 20:23

Hi Kunstmelodie,

schau doch mal in die Oktoberchallenge der Schreibwerkstatt, speziell in die Stunden von Prof. Nion (webstube-prof-nion-t55447.html): Die haben mir enorm geholfen mir über den zentralen Plot und roten Faden klar zu werden, der dir gerade Schwierigkeiten zu bereiten scheint.

Wenn du magst kannst du mir ja mal eine Zusammenfassung deines Plots/ deiner Ideen PN nen. Ich suche auch noch einen Writing Buddy. Vielleicht passt es ja.

Liebe Grüße
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 20.10.2015, 21:04

Manche können unter Druck und Zeitnot schreiben, ich zum Beispiel kann es nicht. Wenn ich den Kopf voller Probleme habe, kann ich ebenfalls nicht schreiben. Mag sicher viele Leute geben, die es können.

Kann ja gut sein, nur mit Verlag und Veröffentlichung wird's dann halt nichts. Auch beim Self-Pub kann man sich sowas eigentlich nicht erlauben.
Aber wie gesagt, wenn man es als Hobby betreibt ist es ja wurscht. Da schreibt man halt nur, wenn man Lust drauf hat.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Vaerson » 21.10.2015, 00:59

Maggi1417 hat geschrieben: Kann ja gut sein, nur mit Verlag und Veröffentlichung wird's dann halt nichts. Auch beim Self-Pub kann man sich sowas eigentlich nicht erlauben.
Aber wie gesagt, wenn man es als Hobby betreibt ist es ja wurscht. Da schreibt man halt nur, wenn man Lust drauf hat.

Das ist mir zu pauschal.
- Jack London schrieb tausend Worte am Tag (was beeindruckend ist, wenn man bedenkt, wie gewichtig jedes seiner Worte in den relativ kurzen Erzählungen wird).
- Tolkien schrieb aber teilweise über Monate hinweg nichts: Er schrieb auch nur aus der Lust am Schreiben, er schrieb für seine Kinder, für seine Frau - Wenn man so will, dann war er ein Hobby-Schreiber, weil er es zunächst nicht aus finanziellen Gründen tat. Ob es ihm gerecht werden würde, ist dann allerdings eine andere Frage...
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 21.10.2015, 10:22

- Tolkien schrieb aber teilweise über Monate hinweg nichts: Er schrieb auch nur aus der Lust am Schreiben, er schrieb für seine Kinder, für seine Frau - Wenn man so will, dann war er ein Hobby-Schreiber, weil er es zunächst nicht aus finanziellen Gründen tat. Ob es ihm gerecht werden würde, ist dann allerdings eine andere Frage...

Meine Güte, Vaerson. Nur weil es irgendjemand mal irgendwann anders gemacht hat, heißt das nicht, dass das grundsätzlich gut funktioniert.
Tolkien veröffentlichte vor über 60 Jahren. Die Zeiten ändern sich. Tolkiens Schinken würde heute ganz sicher nicht mehr veröffentlicht werden. Ist einfach so. (Mal ganz davon abgesehen, dass Tolkien für mich tatsächlich kein herausragender Schriftsteller ist.)

Dieses ganze Kreativitätsding ist mir zu verschwurbelt. Wie viele anderer Künstler können sich das erlauben? Können Schauspieler sagen "Ich fühle mich gerade nicht inspiriert. Lasst uns die Szene in 3 Jahren noch mal drehen."? Können Tänzer sagen "Heute habe ich keine Lust. Führt das Ballett doch einfach ohne mich auf"?, können Illustratoren sagen "Ich habe gerade keine guten Ideen für dieses Buchcover. Veröffentlicht das Buch doch einfach ohne Cover."? Können Musiker sagen "Das Stück gefällt mir eigentlich gar nicht so, ich mach nicht mit. Aber das klingt doch sicher auch ohne erste Geige gut."?

Ich bin übrigens niemand der sagt, man muss jeden Tag schreiben komme was wolle, egal was los ist. Damit macht man sich den Spaß an der Sache vermutlich tatsächlich kaputt.
Aber wenn man etwas gut können will muss man es viel üben, das heißt man sollte so regelmäßig schreiben, wie es einem die Lebensumstände erlauben.

Auch gegen längere Pausen habe ich nichts einzuwenden. Habe ich regelmäßig 4 Wochen vor Uni-Prüfungen eingelegt. Solche Dinge gehen vor. Aber das waren gewollte und geplante Pausen für die ich mich ganz bewusst entschieden habe. Deshalb war es anschließend auch nie ein Problem, sofort am nächsten Tag weiter zu schreiben und zwar mit doppeltem Einsatz um die verlorene Zeit wieder einzuholen.

Einfach monatelang nicht mehr schreiben, weil man nicht so richtig weiter kommt oder keine Lust hat ist ne völlig andere Geschichte. Dann stimmt irgendetwas nicht und man muss sich fragen, was. Liegt es am Projekt? Gibt es da fundamentale Ungereimtheiten, die einen davon abhalten vorwärts zu kommen? Oder liegt es einfach an der eigenen Faulheit?
Tut mir ja leid, aber ganz ohne Einsatz geht es halt nicht.
Auch bei einer kreativen Tätigkeit wie dem Schreiben nicht.

Wenn "ein Buch schreiben" einfach wäre, dann hätte jeder Bürger Deutschland zig eigene Roman im Schrank. Es ist nicht einfach. Wenn man das trotzdem möchte (und hallo, es lohnt sich!), dann muss man sich auch ein bisschen anstrengen.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Vaerson » 21.10.2015, 23:25

Maggi1417 hat geschrieben:
Dieses ganze Kreativitätsding ist mir zu verschwurbelt. Wie viele anderer Künstler können sich das erlauben? Können Schauspieler sagen "Ich fühle mich gerade nicht inspiriert. Lasst uns die Szene in 3 Jahren noch mal drehen."? Können Tänzer sagen "Heute habe ich keine Lust. Führt das Ballett doch einfach ohne mich auf"?, können Illustratoren sagen "Ich habe gerade keine guten Ideen für dieses Buchcover. Veröffentlicht das Buch doch einfach ohne Cover."? Können Musiker sagen "Das Stück gefällt mir eigentlich gar nicht so, ich mach nicht mit. Aber das klingt doch sicher auch ohne erste Geige gut."?


Das sind alles Beispiele von angestellten Künstlern - Menschen, die es aus kommerziellen Gründen tun: Und dasselbe tun sicherlich einige Autoren. Aber stell dir einen Künstler vor, einen Maler der täglich an seinen Werken schafft, dessen Wohnung voll ist mit seinen Bildern, seinen Gemälden - Manchmal verkauft er eines an einen Freund, einen Verwandten, an einen Bekannten eines Bekannten. Dass das nicht reicht ist klar (schließlich hat er keinen großen Namen und auch keine herzzerreißende Geschichte, die seinen Namen groß machen könnte). Nebenbei arbeitet er also als Hausmeister, alleine weil er etwas zum Leben braucht. Wäre ein solcher Mensch, der von neuen Gemälden träumt, der voller Elan sein Leben dieser Schönheit unterwirft, die er zu erreichen versucht, letztendlich nur ein Hausmeister, der als sich das Malen zum Hobby ausgesucht hat? Weil er es nicht aus kommerziellen Gründen tut? Weil er es nicht an einer Universität studiert hat?
Dasselbe gilt für manche Musiker und Schriftsteller: War Kafka, unter der Betrachtung seines ganzen (kurzen) Lebens letztendlich eher ein Autor oder ein Versicherungsvertreter?

Mir war es nämlich keineswegs zu pauschal zu sagen, dass das Erzählen mit Anstrengungen verbunden ist, mit mehr oder weniger spürbaren Mühen. Ich kenne sie doch selbst: Nur jede zehnte Geschichte bekommt ihre schlussendliche Form - Die Kindersterblichkeit unter meinen Erzählungen ist höher, als im achtem Jahrhundert. Auch kenne ich die Selbstzweifel und die lähmende Wortleere im Kopf.
Zu pauschal war mir lediglich die Verallgemeinerung des unkommerziellen Schreibens als Hobby, also als reine Beschäftigung zum Zeitvertreib. Das ist nur eine Möglichkeit von vielen. Allerdings gibt es auch Menschen, die aus selbst-therapeutischen Gründen schreiben. Nur gibt es wiederum auch Menschen, die aus reinster Liebe zu den großen Geschichten mit ihren fernen Welten, ihrer Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, ihrer Erhabenheit und Schönheit schreiben wollen; Alleine zu dem Zweck, dort neue Werke zu schaffen, wo Lücken geblieben sind - Um sie selbst zu lesen, um sie vorzulesen. Mir missfiel die Stigmatisierung ebendieser Neigung, dieser Leidenschaft und Liebe, als bloßer Zeitvertreib, als "wurscht".
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 22.10.2015, 05:59

Nur gibt es wiederum auch Menschen, die aus reinster Liebe zu den großen Geschichten mit ihren fernen Welten, ihrer Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, ihrer Erhabenheit und Schönheit schreiben wollen

Ähm... ja, ist gut. Es bleibt für mich ein Hobby, egal wie Erhaben man sich dabei fühlt. Aber: let's agree to disagree.

Aber ich bleibe dabei: Jede Kunst ist auch immer ein Handwerk und das muss man lernen und oft üben. Wenn man das nicht tut wird man sich - kommerziell hin oder her - auch niemals zu künstlerischen Höhen aufschwingen. Oder wie schon der Geiger Jehudi sagte:
"Wenn ich einen Tag nicht übe, merke ich es, - wenn ich zwei Tage nicht übe, merken es meine Freunde und wenn ich drei Tage nicht übe, merkt es das Publikum“.

Gegen diese "Wortleere" kann man übrigens was tun. Das muss/sollte man nicht einfach aussitzen. Und ja... Kreativität auf Knopfdruck kann man sich antrainieren.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Julestrel » 22.10.2015, 08:18

Ich muss Maggi hier zustimmen. Ich weiß, dass sich das Gerücht hartnäckig hält, dass man sich als Autor mit einem Glas Rotwein hinsetzt, ein Weilchen in die Luft starrt und dann - die Muse küsst einen und man schreibt wie ein Wahnsinniger. Das Problem dabei ist nur, dass die Muse entweder gar nicht kommt oder dann, wenn man wirklich keine Zeit hat.

Schreibe ist eine harte Arbeit und oft genug muss man sich selbst dazu prügeln, endlich anzufangen. Weil man keinen Bock hat, endlich das Plotproblem zu lösen oder den kniffligen Dialog zu schreiben, sucht man sich ausreden: Die Küche muss mal wieder geputzt werden, man hat gerade eigentlich gar keine Zeit oder eben "ich hab keinen Schreibfluss". Da hilft nur - ich weiß nicht, wie oft ich es inzwischen schon geschrieben habe :P - sich auf den Hintern zu setzen und es durchzuziehen.

So, das bezieht sich natürlich nur auf Autoren, die eine Veröffentlichung anstreben oder einfach eine Geschichte beenden wollen. Wer nur ein bisschen für sich schreibt, der kann natürlich auf die Muse warten.


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