Trotz Plot kein Schreibfluss

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 23.10.2015, 20:17

Dann komme ich endlich auch mal zum Antworten, auch wenn es thematisch, naja :D

@Minna: vielen Dank! Habe alles durchgelesen und das ganze erinnert mich sehr an die Schneeflockenmethode..etwas, das ich bereits gemacht habe.
Das mit dem writing buddy ist nett, ich werde dir mal eine Nachricht schreiben ;)

@Maggi1417:
Ich verstehe deine Antwort/Perspektive.
Diese zwei Sätze finde ich besonders wichtig, daher hebe ich sie noch einmal hervor

Aber wenn man etwas gut können will muss man es viel üben, das heißt man sollte so regelmäßig schreiben, wie es einem die Lebensumstände erlauben.

Deshalb war es anschließend auch nie ein Problem, sofort am nächsten Tag weiter zu schreiben und zwar mit doppeltem Einsatz um die verlorene Zeit wieder einzuholen.


Das mit dem zu jeden tag zwingen, egal was ist, funktioniert nunmal nicht imemr in der Praxis und tut einem auch nicht imemr so gut. Mit dem regelmäßg stimmt aber durchaus, etwas, was leider viel zu schnell vergessen wird.

Das andere, darum beneide ich dich! Das habe ich im Grunde noch nie geschafft.

ja, ich spiele und überlege auch die ganze Zeit hin und her. Ich habe nun gestern ein Dokument erstellt mit allen Nebencharakteren, die an dem derzeitigen Ort vorkommen, mit denen meine Charas interagieren. Ganz grob ihre Eigenschaften, die Interaktion mit den protas, Alter, Aussehen und Beruf derer. Meine Freundin meinte schon wieder, es sei zu grob, naja :?
Jedenfalls habe ich dadurch schon mal mehr etwas greifbareres für mich.

Lust aufs schreiben habe ich immer noch nicht (und mich auch bisher erstmal auf das Planen/umstrukturieren konzentriert), aber ich denke, das ist nach so einer langen Pause normal, oder? das man sch einfach hinsetzten und zu zwingen muss, um dann zu hoffen, dass es während des Schreibens wieder Klick macht, und man sich so nicht mehr zwingen muss?

@julestrel:
um mal hier das hier herauszugreifen:
Ich weiß, dass sich das Gerücht hartnäckig hält, dass man sich als Autor mit einem Glas Rotwein hinsetzt, ein Weilchen in die Luft starrt und dann - die Muse küsst einen und man schreibt wie ein Wahnsinniger. Das Problem dabei ist nur, dass die Muse entweder gar nicht kommt oder dann, wenn man wirklich keine Zeit hat.

Als das ist das erste, was ich hier in der Schreibwerkstatt gelernt habe! :wink:

Dann noch das hier:
sucht man sich ausreden: Die Küche muss mal wieder geputzt werden, man hat gerade eigentlich gar keine Zeit oder eben "ich hab keinen Schreibfluss".
Entschuldigung, aber so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Wenn dem so wäre, wären Schreibblockaden auch alles lügen, etc?
Ich meine klar, manchmal kann man wirklich nicht zwischen Ausrede und trauriger wahrheit entscheiden, aber manchmal stimmt es eben doch, dass man keine Zeit hat, oder eben eine Schreibblockade, etc...

Ich zum Beispiel, wenn ich jetzte wieder schreibe ist es immer nur ein bisschen. Meistens da ein paar hundert Wörter, da ein paar, da ein paar tausend. Und dennoch geht es nicht so richtig vorwärts. Aber das ist glaube ich auch einfach die tatsache beim Buch schreiben: es dauert lange, fordert Ausdauer, Disziplin und Geduld.

Das kann man nicht immer alles haben, zumindest ich gebe zu, dass ich nicht immer alles habe.

Ich würde euch jedenfalls gerne hier noch weiter auf dem Laufenden halten.

lieben gruß und schonmal ein schönes Wochenende,

Kunstmelodie

ps: den tollen neuen Smiley muss ich doch gleich mal nutzen: :plotfeder: *schwärm*
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Minna » 23.10.2015, 21:51

Hi Kunstmelodie,

mit der Schneeflockenmethode komme ich irgendwie gar nicht klar. Die Fragen, wie sie in der Challenge formatiert sind haben mir wesentlich mehr gebracht.

Mir ist aber noch eine Möglichkeit eingefallen, dein Problem anzugehen. Du hast doch geschrieben, dass die Fotografie dich vom Schreiben abhält. Fällt dir vielleicht eine Möglichkeit ein, deine Foto's und das Schreiben zu verbinden? Zum Beispiel könntest du die Geschichte illustrieren. Ich habe auch ein ähnliches Projekt gemacht, es hilft mir gut über Schreibblockaden hinweg auf mehreren Baustellen zu buddeln. Mal inspiriert ein Lied die Geschichte, mal die Geschichte ein Lied und die Bildern mogeln sich da auch noch mit rein.

Liebe Grüße
Minna
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Julestrel » 24.10.2015, 13:51

sucht man sich ausreden: Die Küche muss mal wieder geputzt werden, man hat gerade eigentlich gar keine Zeit oder eben "ich hab keinen Schreibfluss".
Entschuldigung, aber so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Wenn dem so wäre, wären Schreibblockaden auch alles lügen, etc?
Ich meine klar, manchmal kann man wirklich nicht zwischen Ausrede und trauriger wahrheit entscheiden, aber manchmal stimmt es eben doch, dass man keine Zeit hat, oder eben eine Schreibblockade, etc...

Klar gibt es einfach Tage, wo man keine Zeit hat. Das ist ja auch normal. Und ob es eine richtige Schreibblockade gibt ... hier im Forum hatte ich immer den Eindruck, meistens sträubt man sich nur, ein Problem oder Hürde anzugehen. Beim einen ist es der Char, der nicht passt, der nächste setzt sich zu hohe Erwartungen. Aber man kann lernen zu erkennen, warum man (gerade) nicht schreiben kann oder will. Und wenn man ehrlich zu sich ist, hat es meist einen handfesten Grund :D Wobei der natürlich bei jedem sehr verschiedenen und mehr oder weniger einfach zu lösen ist.


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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Blackspot » 24.10.2015, 17:24

Stimmt schon, meistens sind es wirklich innere Unstimmigkeiten im eigenen Werk, mit denen man sich nicht befassen will und die dann den Schreibfluss hemmen.

Es gibt aber noch ein anderes Phänomen, welches mich sowohl beim zeichnen als auch beim schreiben regelmäßig überfällt und dass sich in etwa mit Kunstmelodies Problem deckt. Ich persönlich nenne es "die Angst vor dem weißen Blatt Papier". Man ist vorbereitet, Tatendurstig, Charas und Plot sin lückenlos und schlüssig...und dann setzt man sich an den Tisch und plötzlich ist der Kopf genauso weiß wie das Papier vor einem. Ich würde es deshalb nicht als Schreibblockade bezeichnen, da es bei mir vor fast jeder Zeichen/Schreibsession auftritt, besonders wenn ich ein neues Kapitel etc. anfange, eine wirkliche Erklärung habe ich nicht dafür.
Beim Zeichnen kann ich (dem Kunstleistungskurs sei dank;) inzwischen damit umgehen, grobe Lockerungsskizzen, die von Anfang an für den Müll bestimmt sind, helfen mir da in der Regel, mein eigentliches Projekt anzugehen. Nur was wäre jetzt das schriftstellerische Äquivalent dazu? (Und sagt jetzt bitte nicht "Elfchen schreiben")
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 24.10.2015, 20:00

Nur was wäre jetzt das schriftstellerische Äquivalent dazu?

Ich weiß was du meinst. Der Anfang einer Szene (oder von was auch immer) kann schwierig sein. Ich behelfe mir meistens damit, dass ich den Anfang einfach überspringe und direkt mit Dialog oder Action oder sowas starte. Häufig hat man ja zumindest Ideen-Fetzen im Kopf, wenn man anfängt zu schreiben. Warum also nicht einfach damit starten?
Wenn man erst mal warm geschrieben ist, kann man den Anfang immer noch hinzufügen (oder man lässt es so, wie es ist. Spät rein, früh raus ist ja sowieso am besten).

Ich glaube übrigens auch nicht an "Schreibblockaden". Klar gibt es Phasen, da fällt einem das produktiv sein schwer und dann gibt es wieder Tage, da fließt es nur so. Aber so eine richtige Blockade... so schlaganfallmäßig, das es einfach auftritt und man nichts dagegen machen kann? Ne.
Wie schon erwähnt, häufig meldet sich da das Unterbewusstsein, dass einem mitteilen will, das irgendwas nicht stimmt. Sehr oft sind das Unklarheiten, Ungereimtheiten oder schlicht weg Fehler im Bereich Plot oder Figuren aber manchmal ist es auch einfach Langeweile. Ein Plot kann rein logisch gut funktionieren und schlüssig sein. Deshalb ist er aber noch nicht spannend oder interessant. Wenn man selbst schon keine Lust hat, eine Szene zu schreiben ist sie für den Leser vermutlich genauso öde.
Lösung? Wenn es nur kurze Abschnitte sind, einfach überspringen und mit der nächsten coolen Szene weiter machen. Wenn man in seiner Planung keine findet, auf die man Lust hat, lässt man seiner Fantasie freien lauf und denkt sich einfach was aus, auf das man gerade Bock hat.

Übrigens:
Das ist jetzt nur meine persönliche Erfahrung, aber: Es wird einfacher!
Je besser man wird, desto leichter geht einem das Schreiben von der Hand. Man wird nicht mehr ständig ausgebremst, weil man nach den richtigen Worten oder Formulierung sucht und man ist nicht mehr so häufig frustriert, weil das geschriebene nicht den eigenen Ansprüchen genügt.
(Es gibt so eine schwierige Phase, wenn man das Handwerk erlernt, da ist man gut genug um den Unterschied zwischen einem guten und einem nicht so guten Text zu erkennen, aber man ist noch nicht in der Lage, auf Anhieb einen guten Text zu produzieren.)
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 25.10.2015, 01:42

eben eine kurze Schnellantwort, ausführlicher erfolgt dann morgen zu einer humaneren Zeit ;)

ich habe heute zum ersten Mal seit 4 Monaten mein Schreibdokument geöffnet. Die letzten Tage habe ich ja im Wesentlichen strukturiert und geplottet...

Ich sehe: S.126. Also 4 Seiten weiter als gedaccht. Das fande ich toll, ist schließlich nah an der 130 und das klingt ja besser als 120 :D Ich mir dann gesagt: du schreibst JETZT SOFORT. Ich also einfach losgelegt, hatte die Szene aber genau im Kopf. 1 Std und 15 Minuten später: 2435 Wörter geschrieben.

Das fühlte sich auf alle Fälle richtig gut an, gleich mehrere Seiten füllen zu können nach so langer Abstinenz! (Über die Qualität und Inhalt lässt sich streiten und von den Rechtschreibfehlern fange ich gar nicht erst an^^)

Wenn ich allerdings mal so meinen Schreibrythmus Review passieren lassen, fällt mir folgendes auf: Häufig habe ich solche, ich nenne sie mal "Schreibschübe" mit 1000 oder mehreren 1000 Wörtern, dann kommt länger nichts, dann ein paar Kleckselwörter , dann Schreibschub, dann nichts, dann Kleckselwörter usw..

Ich weiß nich, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll?

Aber auf alle Fälle schonmal Danke für den auf gut Deutsch gesagt Arschtritt und Vertrauen in meine Geschichte.

Dennoch bin ich eben nachwievor noch nicht soweit zu sagen, ich schaffs auch alleine tschüss. Also mein Bauchgefühl und Inhalt sagen mir, das es jetzt wieder schwerer oder auch leerer werden wird.

Gute Nacht
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Julestrel » 25.10.2015, 08:24

Wenn ich allerdings mal so meinen Schreibrythmus Review passieren lassen, fällt mir folgendes auf: Häufig habe ich solche, ich nenne sie mal "Schreibschübe" mit 1000 oder mehreren 1000 Wörtern, dann kommt länger nichts, dann ein paar Kleckselwörter , dann Schreibschub, dann nichts, dann Kleckselwörter usw..

Dann musst du jetzt halt herausfinden, was der Unterschied zwischen diesen zwei Sorten Tagen ist. Warum läuft es an einem und an anderem nicht? Das andere ist, dass es auch einfach Tage gibt, wo man vielleicht an reiner Wörterzahl nicht so weit kommt, dafür aber ein Plot-Problem löst. Deswegen ist es eben wichtig zu identizfieren, warum es nicht läuft und dabei vor allem ehrlich zu sich selbst zu sein.


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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 04.11.2015, 10:21

Es tut mir wirklich sehr leid, das ich jetzt erst so spät antworte!!
Ich hatte wahnsinnig viel zu tun und wollte dann auch erst mal schreibtechnisch eine Bilanz ziehen, bevor ich hier antworte.

Ich glaube, so langsam bin ich auf einem guten Weg. :)

Minna hat geschrieben:Fällt dir vielleicht eine Möglichkeit ein, deine Foto's und das Schreiben zu verbinden? Zum Beispiel könntest du die Geschichte illustrieren. Ich habe auch ein ähnliches Projekt gemacht, es hilft mir gut über Schreibblockaden hinweg auf mehreren Baustellen zu buddeln. Mal inspiriert ein Lied die Geschichte, mal die Geschichte ein Lied und die Bildern mogeln sich da auch noch mit rein.
Vielen lieben Dank für deine Idee!! Hmmm...Also so ganz verstehe ich das nicht so wirklich. Bzw, wie will ich ich eine Fantasygeschichte mit anderen Welten und Wesen fotografisch illsutrieren? :mrgreen: :thinking:


@Julestrel:
Ja, da hast du volkkommen Recht. Ih habe eine idee, sie ist aber in der Prais noch nicht gut genug bestätigt. Meine Idee zu allem ist nämlich: Ich muss plotten, aber nicht zu genau. Ich muss ein - bis zwei folgende Kapitel plotten, aber nicht zu weit im Voraus. Ich muss Anfang und Ende und Weg kennen, aber nicht alles. :doh: :groggy:
Das heisst ich muss jedes mal beim Plotten aufs neue dazwischen das richtige Mittelmaß finden. Wenn ich zu viel und zu weit im Voraus plotte, habe ich das gefühl, die Geschichte bereits geschrieben zu haben und bringe nichts mehr zu papier. Wenn ich zu ungenau und grob plotte, weiß ich letzten Endes nicht was passieren soll/was ich schreiben soll.

Ich habe das jetzte so gemacht, dass ich die nächsten zwei kapitel geplottet habe, ganz grob. Die einzelenen Szenen kenne ich auch nur so ganz grob und ich merke jetzt schon wieder, dass ich bei der nächsten Szene wieder am überlegen bin. Also es ist alles etwas konfus.

Mein Schreibrytmus der letzten Woche:

Am 26.10.2015 innerhalb von 17 Minuten 879 wörter geschrieben

Am 24.10.2015 innerhalb von 1 Std. und 15 min ca. 2435 Wörter geschrieben

Am 1.11.2015 innerhalb von 25 Minuten 1157 Wörter

... und an allen anderen Tagen kein einziges Wort. (die Zeiten packe ich dabei, damit man sieht, das, wenn alles andere passt, es auch gut klappt)

Ergo: Ich muss also die Szene bildlich vor meinen Augen habe, sonst wird sehr schwer mit dem weiterschreiben, wenn nciht gar fast stillstehend. Und ich muss es schaffen können, genau diese bildliche Vorstellung und zu wissen was pasiert, aber dann auch nicht zu viel, genau das muss ich jeden Tag aufs Neue fürs Schreiben machen und lösen.

Vielen lieben dank euch allen! ♥
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Eiskastanie » 04.11.2015, 14:12

Ich habe letztens herausgefunden was bei mir gegen die "Angst vor dem weißen Papier" hilft.

Dazu schreibe ich nicht einen Plot und fange dann ein neues Dokument an (das weiße Papier :wink: ), sondern ich mache aus dem Plot langsam den ersten Entwurf für die Geschichte.
Ich schreibe dazu zuerst den Plot grob auf und verfeinere ihn dann immer mehr.
Manchmal wenn ich bei einer Szene nicht weiß wie ich sie schreiben soll werden es eben erst Stichpunkte
Das fühlt sich schon manchmal ein bisschen mehr wie überarbeiten an und ich kann dem "roten Faden" viel einfacher folgen.
Außerdem habe ich so nicht den Gedanken: "Da muss ich jetzt was hinschreiben :shock:!!" .... da steht schließlich schon was :D es muss nur nochmal ausführlicher/anders formuliert werden. Und das geht Schritt für Schritt.

So kann ich leider nicht mehr einfach mit dem Stift auf Papier schreiben (das währe mir bei dem Methode zu viel Arbeit), aber dafür hat es viele Vorteile. :D

Ich hoffe ich konnte jemandem helfen ... mir hilft es auf jeden Fall.
LG Eiskastanie
---
Nachträglich:
Das es für jede Methode zu Schreiben einen Namen gibt und das diese wohl auch einen Namen hat war mir ja klar...
Aber das das die Schneeflocken Methode ist wusste ich nicht :oops: weil ich dachte die wäre zum Welten entwickeln. :doh:
Zuletzt geändert von Eiskastanie am 06.11.2015, 22:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 04.11.2015, 18:12

@Eiskastanie
Cool, die ultimative Version der Schneeflocken-Methode. Tolle Idee,
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon RachelNightwriter » 15.11.2015, 12:16

Nun hast du ja schon viele tolle Tipps bekommen und bist auf einem guten Weg, Kunstmelodie, deswegen will ich nur mal ganz kurz sagen, wie ich dieses Problem löse. Wenn ich weiß, was passieren soll oder wird, aber nicht weiß, wie ich an die Szene herangehen soll, dann mache ich mir Gedanken zu den Gefühlen meiner Charaktere. Nicht nur zu dem Prota, auch zu den anderen aktiven Figuren. Ich gucke, wo Sie emotional stehen und was ihre momentane Motivation ist, zu tun, was sie tun. Ich nehme sozusagen alle lösen Enden von den Figuren auf, so dass ich sie in der anstehenden Szene miteinander verweben kann. Ich weiß nicht, ob dir das helfen könnte, aber bei mir hilfts generell. (Wenn nicht und ich aus anderen Gründen blockiert bin, folgt da erst mal eine Untersuchung meiner eigenen Gefühle^^)
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 17.11.2015, 23:52

Danke euch nochmal für eure Antworten! :*

Ich habe jetzt wieder zwei Wochen nicht geschrieben, das hatte aber private Gründe.

Ach und ich habe beim Nano immerhin 1000 Wörter geschafft, oh gott, klingt das armselig :D

Jedenfalls wollte ich die Chance nochmal nutzen, und euch allen Danke sagen.

Ohne euch wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin, ohne euch wäre ich nicht dahingekommen, und schon gar nicht auf so eine erkenntnisreiche Art und Weise. Ich will nicht die Chance versäumt haben, hier noch eine Antwort abgegeben zu haben, wenn die Schreibwerkstatt ihre Pforten schließt.

Ja, ich bin noch gaanz am Anfang, wenn man bedenkt, wie viele Schritte noch auf mich warten, alleine schon durch die Überarbeitungsphasen etc. Aber ich denke in kleinen Schritten: immer weiter ein kleines Stückchen vorwärts, immer weiter schreiben, egal wann, wie, hauptsache weiter. Ich muss noch viel lernen, mir fehlt jegliche Routine und zugegeben teils auch die nötige Disziplin. Aber ich WILL.

Ich werde versuchen, nur noch szenisch zu planen, nicht mehr Kapitelweise und hoffe so, dass dies der Schlüssel ist. Das mit den Emotionen ist auch eine gute Vorgehensweise, ich werde sehen, wann ich das mir zu Nutzen machen kann. Natürlich werde ich immer wieder hängen, werde stecken bleiben und aufgeben wollen, das bleibt nicht auf, aber irgendwie geht es immer vorwärts, das muss es einfach. Wenn ich also mal wieder nicht weiß, wie es weiter gehen soll, oder ch meinen Ort nicht richtig greifen kann, dann werde ich in die Schreibwerkstatt auf all die vielen helfenden Menschen zurückblicken, werde mir meine ganzen Threads durchlesen, das neue Forum und Inspirationsseiten besuchen und dann sehe ich das ganze optimistisch, dass mir auch etwas einfallen wird.

Ich weiß nicht, ob ich hier sein werde, wenn die Schreibwerkstatt schließt, daher hier schon einmal dieser dezent sentimentale Post :lol:

Und falls ich doch mal wirklich nicht weitergehen sollte, freue ich mich, in der Schreibstube ein neues Forum gefunden zu haben, von dem ich sicher Gebrauch machen werde. ;)

Ich wünsche allen, die ihn schreiben noch einen schönen Nano :plotfeder: und hoffe, das ich am Wochenende wieder zum Schreiben komme, ich möchte nicht, dass das ganze wieder zu sehr einschläft.


Und für alle, die es noch nicht kapiert hatten: Kunstmelodie=Deutschfreak.


Ich denke, ich muss mich einfach noch mehr in meine jeweiligen Szenen hineinversetzten. Muss mir noch mehr im klaren darüber sein, wie die Welt aussieht und beschaffen ist, wie die Mentalität, Kultur, Wirtschaft udn Vorgeschichte ist, um sich auszudenken, was in dieser an Nebenplots passieren kann. Da hänge ich nämlich öfters, vondaher denke ich, dass mir das mein Unterbewusstsein sagen will....

PS: und jetzte sitze ich hier und weine, im ernst, das ist doch Käse!
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 18.11.2015, 01:58

Ich denke, ich muss mich einfach noch mehr in meine jeweiligen Szenen hineinversetzten. Muss mir noch mehr im klaren darüber sein, wie die Welt aussieht und beschaffen ist, wie die Mentalität, Kultur, Wirtschaft udn Vorgeschichte ist, um sich auszudenken, was in dieser an Nebenplots passieren kann. Da hänge ich nämlich öfters, vondaher denke ich, dass mir das mein Unterbewusstsein sagen will....

Jup. Man kann auch Nicht-Schreibzeit in Projekt-Zeit verwandeln. Üblicherweise hat man ja den ganzen Tag über immer mal wieder Leerlauf-Phase. Die kann man nutzen, um sich Gedanken darüber zu machen, was man als nächstes schreiben will. Ich schaue mir meistens am Abend an, welche Szene als nächstes in meiner Outline steht (geht aber theoretisch auch ohne Outline) und verbringe dann den folgenden Tag damit, jedes mal, wenn ich Zeit habe (S-Bahn-Fahrte, Geschirr abspülen, langweilige Röntgenbesprechungen) , diese Szene im Kopf durchzuspielen.

Ehrlich, nichts hemmt den Schreibfluss so sehr, wie vor einer weißen Seite zu sitzen und nicht zu wissen, was man jetzt eigentlich schreiben soll. Bevor du dich an die Tastatur setzt, solltest du zumindest grob wissen, was eigentlich in der Szene passieren soll.

Übrigens noch ein guter Tipp: Nimm dir vor jeder Schreib-Session 5-10 Minuten Zeit, dir zu notieren, was an der Szene, die du jetzt gleich schreiben wirst, besonders cool ist. Was sind die saftigen "Wow, ich freue mich schon drauf, dass jetzt gleich aufzuschreiben" - Dinge? Wenn du keine findest, musst du noch mal brainstormen, bis dir welche einfallen.
Hier ist übrigens der ganze Artikel. Thema: "Wie ich es geschafft habe, statt 2000 Worten täglich, 10.000 Worte täglich zu schreiben".
https://www.sfwa.org/2011/12/guest-post-how-i-went-from-writing-2000-words-a-day-to-10000-words-a-day/
Du musst vielleicht nicht gleich 10.000 Worte täglich anvisieren, aber vielleicht helfen dir die Tipps trotzdem auf die Sprünge.

Btw, ich habe das schon mal gefragt, aber bist du sicher, dass dir dieses Projekt genug am Herzen liegt? Jedes mal, wenn du was von dir hören lässt, klingt das so, als müsstest du dich überwinden, dich überhaupt an die Tatstatur zu setzten. Als wäre das für dich eine Art Pflichtübung, die du nur mit größer Anstrengung bewältigen könntest. Ernsthaft, schreiben ist dein Hobby. Du solltest richtig Bock darauf haben, diese Story zu erzählen und dir nicht kümmerliche 1000 Worte in drei Wochen abquälen.

Für mich klingt das ein bisschen so, als wärst du mit der erstbesten Romanidee losgedüst, ohne sie vorher auf Herz und Nieren zu testen und jetzt bist du davon eigentlich nicht mehr begeistert, klebst aber irgendwie daran fest, weil du nicht abbrechen willst. Das ist zwar grundsätzlich gut (Ein bisschen Selbstdisziplin gehört dazu), aber es bringt auch nichts, seine Zeit mit einer Geschichte zu verschwenden, hinter der man nicht zu 100% steht. Hast du überhaupt noch Lust auf diesen Roman?

Bei mir ist das nämlich so, dass ich natürlich auch nicht jeden Tag Lust habe, zu schreiben, aber ich bin Feuer und Flamme für diese Story. Ich liebe die Figuren, ich liebe den Plot und ich liebe die Welt und ich kann es kaum erwarten, das alles mit dem Rest der Welt (ok, mit meinen Beta-Lesern) zu teilen.
Es ist nicht das Schreiben an sich (das ist manchmal einfach ätzend und schwer und frustrierend), sondern meine Leidenschaft für das Projekt, die mich dazu bringt mich (fast) jeden Tag dran zu setzten.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 23.11.2015, 14:04

Also nochmal vielen lieben Dank für deine Antwort, das freut mich sehr! Es tut mir leid, dass ich nicht eher antworten konnte, mein fehlendes Internet machte mir da einen Strich durch die Rechnung.
Okay, Danke dir. Ja, ich glaube, das hat erstmal Priorität. Denn dieses „Szene nicht vor Augen haben“ führt denke ich mal auch viel auf die Welt selbst zurück. Denn wenn ich die Szene nicht vor mir sehe, fällt es mir extrem schwer, sie zu schreiben.
Ja, ganz genau!!! Dann sitzte ich da und denke, ja, und nun?!...

Also dann weiß ich letzten Endes vielleicht, dass sie die Person trifft, aber das ist dann auch schon alles. Dann weiß ich immer noch nicht, was sie machen, wie die Person ist usw. Dieses nicht zu viel Plotten (was für mich definitiv tödlich ist!) hat mich zu viel in meiner Szenenauseinandersetzung gehemmt und sich darauf übertragen.
Oh, das mit dem aufschreiben der besonders tollen Dinge ist mir neue, das klingt ja hochspannend, danke dir!
Dankeschön 

Mhhh. Mit deiner Frage habe ich mich jetzt die letzten Tage intensiv beschäftigt. Ja, das ich meist eher so klecksartig schreibe und öfters Hänger habe, war schon immer so.
Also nein, das ist so in dem Sinne nicht. Ich habe noch fünf andere Romanideen, alle unterschiedlich weit, die noch auf mich warten „grin“-Emoticon Aber vor 1,5 Jahren habe ich mich bewusst hierfür entschieden, weil ich es am abwechslungsreichsten und interessanten fande und mir damit das Ziel gesetzt habe, ein Roman endlich mal zu beenden. Aber du hast recht, mit der Vermutung, dass meine Leidenschaft dafür zunehmend nachgelassen hat. Also, wenn ich schreibe in letzter Zeit, ist es, um vorwärts zu kommen. (klar kommt noch hinzu, dass das Fotografieren mir mehr gibt, als das schreiben). Aber es ist auch einfach so, dass, wenn ich zb 1k schreibe, und dann zwei Wochen nichts, fühlt sich das an, wie wenn ich 3 Schritte vorwärts mache und 4 zurück. Als würde ich einfach nicht vorwärts kommen. Ich weiß, dass das an den zu langen Pausen und mir selbst liegt.

Ja, ich verstehe deine Sicht. Zu deiner Frage: wenn ich mal wirklich GANZ EHRLICH antworten müsste: ich weiß es nicht. Ja, ich mag die Protas und die Welten. Aber ich finde es jetzt auch nicht schlimm, wenn es sich mit dem Roman noch weiter hinzieht, ich brenne nicht darauf weiter zu schreiben, oder bis zum Ende zu kommen. Vor einem Jahr habe ich das noch getan, da war ich Feuer und Flamme, aber mittlerweile ist das ganze mehr so ein Achselzucken. Manchmal weiß ich nicht, ob ich mich selbst noch genug kenne.

Oh man, keine Ahnung, wie ich da jetzt wieder herausfinde….

Diesen Satz möchte ich hervorheben, denn ich finde ihn ganz essentiell wichtig und er ist sehr schön formuliert, den müsste man sich eigentlich an einer Wand aufhängen :D:
Es ist nicht das Schreiben an sich (das ist manchmal einfach ätzend und schwer und frustrierend), sondern meine Leidenschaft für das Projekt, die mich dazu bringt mich (fast) jeden Tag dran zu setzten.

Ganz lieben Gruß
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 24.11.2015, 07:17

ich brenne nicht darauf weiter zu schreiben, oder bis zum Ende zu kommen. Vor einem Jahr habe ich das noch getan, da war ich Feuer und Flamme, aber mittlerweile ist das ganze mehr so ein Achselzucken

Ich nenne dieses Phänomen "Projekt-Fatigue" und ich glaube, dass ist was ganz normales. Wenn man sich 1,5 Jahre mit einer einzigen Geschichte beschäftigt, wird es einfach irgendwann langweilig.

Ich fand auch diesen Satz hier interessant:
Aber es ist auch einfach so, dass, wenn ich zb 1k schreibe, und dann zwei Wochen nichts, fühlt sich das an, wie wenn ich 3 Schritte vorwärts mache und 4 zurück

Meiner Erfahrung nach, geht einem das Schreiben flüssiger von der Hand, je regelmäßiger man es tut. Das ist vermutlich wie mit dem Joggen. Wenn man da mal länger ne Pause macht, sind die ersten paar Male danach auch viel anstregender, weil man nicht mehr im Training ist.

Wir stellen also fest: Lange Pausen zwischen den Schreibsessions hemmen deinen Schreibfluss und außerdem verlängern sie deine Schreibzeit auf eine Zeitspanne, die zu lang ist und Spannung, Spaß und Interesse an dem jeweiligen Projekt aufrecht zu erhalten.

Die Lösung liegt eigentlich auf der Hand: Du darfst nicht mehr so lange Pausen machen.

Wenn ich du wäre, würde ich mal folgendes ausprobieren:
Nimm dir am Tag (es muss nicht jeder Tag sein, aber so oft wir möglich. Mehrmals die Woche auf jeden Fall) 30 Minuten Zeit für's Schreiben. 30 Minuten sind nicht viel. Die findet man fast immer irgendwo. 5-10 min der Zeit verbringst du damit, die Szene, die du gleich schreiben wirst zu Planen. Nicht nur im Kopf. Nimm dir einen Schmierzettel und notier dir das.
- Alice und Bob streiten
- Alice schmeisst die Tür zu und geht
- Bob geht zu Albert und beschwert sich
- Albert bestellt eine Pizza für Bob
- Die Pizzabotin ist eine attraktive Frau
- Bob flirtet mit der Frau
Sowas.
Den Rest der Zeit schreibst du. Egal wie viel dabei herauskommt. Hauptsache du schreibst. (So überwinde ich meinen inneren Schweinehund. Ich sage mir einfach "Schreib so viel wie du schaffst und wenn's nur ein Satze ist". Einen Satz schafft man immer, egal wie müde, gestresst oder Lustlos man ist und meistens schreibt man dann eben doch mehr. Im Grunde ist ja das Anfangen das schwierigste.)

Mach das ganze mal 14 Tage lang. Nur zwei Wochen lang. Das ist nicht lange. Das ist ein Zeitraum, den man durchhält, auch ohne Lust zu haben, mit ein bisschen Disziplin.
Und dann schau mal, ob dir das Schreiben nach diesen 14 Tagen leichter von der Hand geht. Vermutlich schon.
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